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*Knapp neun Jahre nach ihrem Mann, dem Schrift­steller Leo Tolstoi, stirbt Sofja Tolstaja, Autorin der (zu ihren Leb­zeiten nicht veröffentlichten) Romane ''Eine Frage der Schuld'' und ''Lied ohne Worte''.
 
*Knapp neun Jahre nach ihrem Mann, dem Schrift­steller Leo Tolstoi, stirbt Sofja Tolstaja, Autorin der (zu ihren Leb­zeiten nicht veröffentlichten) Romane ''Eine Frage der Schuld'' und ''Lied ohne Worte''.
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*Hugo Haase (* 29. September 1863 in Allenstein, Ostpreußen; † 7. November 1919 in Berlin) war ein deutscher Jurist, Politiker und Pazifist. Als Rechts­anwalt vertei­digte er viele poli­tisch ver­folgte Sozial­demokra­ten und Sozia­listen, darun­ter Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht. Dem Reichs­tag gehörte er von 1897 bis 1907 und von 1912 bis 1918 an. Als Gegner der Kriegs­politik des SPD-Vorstands aus Fraktion und Partei ausge­schlos­sen, gründete er 1917 mit seinen Anhän­gern die Unab­hängige Sozial­demokra­tische Partei Deutsch­lands (USPD), deren Vorsitzender er bis 1919 war. Nach der Novemberrevolution 1918 gehörte er für zwei Monate dem Rat der Volks­beauf­trag­ten an. Darin war er laut Koa­litions­vertrag mit Friedrich Ebert gleich­berech­tig­ter Vorsit­zender. Er trat zurück, weil die Regie­rung gewalt­sam gegen die Volks­marine­division vorge­gan­gen war. Im Januar 1919 in die Weimarer National­versamm­lung gewählt, wurde er dort Fraktions­vorsit­zen­der der USPD. Haase starb an den Folgen eines Attentats. (Artikel des Tages)
  
 
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Version vom 19:48, 7. Nov 2019

1916 | 1917 | 1918 | 1919 | 1920 | 1921 | 1922

Januar

0101D: 8-Stunden-Arbeitstag

  • Mit einer neuen Arbeitszeitverordnung wird im gesamten Deutschen Reich der Acht-Stunden-Arbeitstag eingeführt. Während des gerade zu Ende gegangenen Ersten Weltkriegs wurde der Arbeitsschutz für Frauen, Jugendliche und auch für Kinder aufgehoben, weil die Männer als Soldaten an der Front waren. Zu den ersten Maßnahmen der Revolutionsregierung zwischen Kaiserreich und Weimarer Republik gehörten nun soziale Reformen. Für die Arbeiterbewegung ging damit eine der ältesten Forderungen in Erfüllung. (aref.de 2009)

0105D: Spartakusaufstand

  • Am 5. Januar 1919 brachen in Berlin Unruhen aus, die als Spartakusaufstand in die Geschichtsbücher eingegangen sind. Beteiligt waren nicht nur die KPD, sondern auch Teile der USPD und ihrer Anhänger in den Metallbetrieben. Bereits nach einem Tag war das Scheitern des Aufstandsversuchs absehbar, doch die SPD-Regierung unter Ebert und Scheidemann wollte ein Exempel statuieren und ließ die Truppen von Oberbefehlshaber Gerhard Noske aufmarschieren. Der gescheiterte Aufstand hatte mit der Ermordung der KPD-Führer Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht am 15. Januar ein blutiges Nachspiel. (dradio.de 2009)
  • Am 4. Januar 1919 begann der sogenannte Spartakusaufstand. Ausgelöst wurde er durch die Entlassung des kommissarischen Berliner Polizeipräsidenten Emil Eichhorn, den die amtierende Regierung unter Führung der Sozialdemokraten loswerden wollte. Doch aus einer Großdemonstration wurde ein Aufstandsversuch. (dradio.de 2019)
  • Am Abend besetzen Anhänger des Spartakusbundes das Zeitungsviertel. Kurz nach Ende des Ersten Weltkriegs und kurz vor der Wahl zur Nationalversammlung wollen sie Deutschlands Weg zur Demokratie stoppen und rufen die Arbeiterschaft zum bewaffneten Kampf für eine sozialistische Republik auf. Aber nur ein Teil der Berliner Arbeiterschaft folgt ihrem Aufruf. Nach sieben Tagen wird der Aufstand durch Freikorps nieder geschlagen. Karl Liebknecht, einer der Anführer, kann zunächst untertauchen, wird dann aber von Garde-Soldaten verschleppt, verhört, misshandelt und schließlich auf offener Straße erschossen. Mit Karl Liebknecht stirbt auch seine Weggefährtin Rosa Luxemburg durch Lynchjustiz.(aref.de 2009)

0110D: Freistaat Flaschenhals

  • Die Geschichte erinnert an Asterix: 1919 ist das ganze Rheinland von den Siegermächten besetzt. Das ganze Rheinland? Nein! Ein winziger Flecken zwischen Lorch und Kaub trotzt den Besatzern: Der Freistaat Flaschenhals. Der bizarre Zwergstaat entstand durch einen Vermessungsfehler. (WDR ZeitZeichen 2019)
  • Es klingt ein bisschen wie die Geschichte von Asterix und Obelix. Wir befinden uns in der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg. Der ganze Westen Deutschlands ist besetzt. Nur am Rhein hört ein kleines Gebiet nicht auf, gegen die Besetzung Widerstand zu leisten. Seine Bewohner leben hauptsächlich vom Schmuggel, drucken ihr eigenes Geld und nennen sich "Freistaat". (dradio.de 2009)

0112D: Spartakusaufstand niedergeschlagen

  • Gegen Ende der Weimarer Republik war die KPD eine mächtige Partei in Deutschland. Zu Beginn bei Ende des Ersten Weltkrieges konnte davon keine Rede sein. Die Revolution im November 1918 wurde von Arbeitern und Soldaten getragen, die fast alle auf SPD-Kurs lagen. (WDR ZeitZeichen 2019)

0115D: Mord an Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht

  • Sie zählen bis heute zu den verehrten Leitfiguren der Linken: Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht waren Anführer und zugleich die prominentesten Opfer des sogenannten Spartakus-Aufstandes in Berlin im Januar 1919. Vor hundert Jahren wurden sie gefangen genommen und von regierungstreuen Soldaten ermordet. (dradio.de 2019)

0118D: Pariser Friedenskonferenz

  • Am 18. Januar trafen sich die Siegermächte des Ersten Weltkriegs zur Pariser Friedenskonferenz. Knapp über ein Jahr lang sollten Delegationen aus 27 Ländern tagen, um den Friedensvertrag von Versailles und die sogenannten Pariser Vorortverträge zu verhandeln. (dradio.de 2009)

0119D: Wahl zur Deutschen Nationalversammlung

  • Zwei Monate nach Ende des 1. Weltkriegs und dem Abdanken des Kaisers findet in Deutschland die Wahl zur verfassunggebenden Nationalversammlung statt. Das Wahlalter ist von 25 auf 20 Jahre herabgesetzt, und zum ersten Mal sind deutschlandweit Frauen wahlberechtigt. Als Sieger zieht am 06.02. die SPD mit 165 Abgeordneten in das Parlament ein. Sie bilden mit DDP und Zentrum eine Regierungskoalition und verfügen über eine Dreiviertel-Mehrheit. (aref.de 2019)

0119D: Bremer Räterepublik

  • Die Bremer Räterepublik wurde infolge der November­revo­lution am 10. Januar 1919 aus­gerufen. Dem voraus­gegangen war die Macht­über­nahme durch einen Arbeiter- und Soldaten­rat am 6. November 1918. Sie wurde am 4. Februar 1919 in Bremen und am 8./9. Februar 1919 in Bremer­haven nieder­geschla­gen. Die Räte­republik Bremen ist neben der Münch­ner Räte­republik die bekann­teste Räte­republik der deut­schen Revo­lution. Wegen der Aus­einander­setzun­gen mit der Ver­waltung und der Wahl organi­sierte die KPD für den Nach­mittag des 10. Januar 1919 eine Groß­kund­gebung auf dem Markt­platz. Bewaff­nete Arbeiter si­cherten die Demons­tration. Zum gerade tagenden Aktions­aus­schuss wurde eine neun­köpfige Dele­gation ge­schickt. Kurz darauf rief Adam Frasunkiewicz die sozia­listi­sche Republik Bremen aus. Er er­klärte Senat, Bürger­schaft und die Depu­tatio­nen für end­gültig abge­setzt. Die Mit­glieder der MSPD wurden aus dem Arbeiter­rat aus­geschlos­sen und durch je dreißig Ver­treter von USPD und Kommu­nisten ersetzt. Die Bewaff­nung der Ar­beiter­schaft sollte voran­getrie­ben, bürger­liche Per­sonen ent­waffnet und ein Rat der Volks­kommis­sare einge­setzt werden. (Artikel des Tages)

0127D: Marburger Blutsonntag

  • Als Marburger Blutsonntag wird die blutige Zerschlagung einer Demonstration deutschsprachiger Bürger der Stadt Marburg an der Drau (Maribor) durch Soldaten der SHS-Armee am 27. Januar 1919 bezeichnet. Dabei wurden 13 deutsche Marburger Zivilisten getötet und rund 60 verwundet.

0131D: Schlacht von Paju

  • Die Schlacht von Paju (estnisch Paju lahing) fand am 31. Januar 1919 in der Nähe des südestnischen Valga statt. In der strategisch wichtigen Schlacht standen estnische Soldaten und finnische Kriegsfreiwillige den bolschewistischen Lettischen Gewehrschützen (lettisch Latviešu strēlnieki) gegenüber. Nach schwerem Kampf räumten die lettischen Truppen das Gutshaus Paju. Der Kommandierende der estnischen Truppen, Julius Kuperjanov (1894-1919), fiel im Kampf. Die Schlacht war eine der blutigsten des Estnischen Freiheitskriegs (1918-1920). Sie führte zur Rückeroberung von ganz Südestland durch estnische Truppen.

Februar

0206D: Friedrich Ebert eröffnet in Weimar die Deutsche Nationalversammlung

  • Deutschland hat lange gebraucht, um eine parlamentarische Demokratie zu werden. Nach dem verlorenen Ersten Weltkrieg wurde der Kaiser gestürzt, bald gab es die ersten freien Wahlen, und am 6. Februar 1919, trat die Nationalversammlung zusammen, die den Auftrag hatte, eine Verfassung zu verabschieden. Doch die Umstände, unter denen dies geschah, waren ungünstig. (dradio.de 2009)
  • Als Friedrich Ebert die Nationalversammlung in Weimar eröffnete, zog er in seiner Rede eine Bilanz der drei Monate nach dem revolutionären Umsturz von Anfang November 1918. Dabei beschwor er den „Geist von Weimar“ als verheißungsvollen Neubeginn in einem demokratisch verfassten Deutschland. (dradio.de 2019)
  • In Deutschland tritt knapp drei Monate nach Abdankung des letzten Kaisers die (am 19.01.1919 vom Volk gewählte) verfassunggebende Nationalversammlung zu ihrer ersten Sitzung zusammen. Wegen politischer Unruhen (Spartakusaufstand) tagt sie nicht in Berlin sondern in Weimar. (Daher auch der Name "Weimarer Republik.) Sie will die erste deutsche Demokratie auf den Weg bringen (aref.de)

0208D: Erster internationaler Linienflug

  • Die Passagiere mussten Militäruniformen tragen, weil England so kurz nach dem Krieg noch keine zivilen Überflüge erlaubte. Und auch sonst war der erste internationale Linienflug eher ein Abenteuer als eine Erholungsreise - obwohl an Bord sogar Schinkenhäppchen und Champagner serviert wurden. (WDR ZeitZeichen 2019)

0211D: Reichspräsidentenwahl

  • Die Reichspräsidentenwahl 1919 durch die Weimarer Nationalversammlung war die erste Reichspräsidentenwahl der Weimarer Republik und fand am 11. Februar 1919 statt. Sie wurde von Friedrich Ebert (SPD) gewonnen, unterstützt durch SPD, DDP und Zentrum im ersten Wahlgang mit 73,1 % der Stimmen. Ebert wurde dadurch erster Reichspräsident der Weimarer Republik.

0217D: Speckputsch

  • Als Speckputsch werden Ausschreitungen in Bayreuth um den 17. Februar 1919 bezeichnet, bei denen etwa 300 Putschisten die Stadtbewohner tagelang in Angst und Schrecken versetzten. Das Rathaus wurde gestürmt, Bahnhof, Post, Telegrafenamt besetzt, Polizeiwachen entwaffnet, aus Kasernen Waffen, Munition und Proviant beschafft. Am Justizpalast hissten die Putschisten die rote Fahne und brachten gegenüber (vor dem Offizierskasino) ein Maschinengewehr in Stellung.

0218D: Schwarz-Rot-Gold werden deutsche Nationalfarben

  • 18.02.1919: In Weimar bestimmt der Staatenausschuss der Nationalversammlung Schwarz-Rot-Gold als Nationalfarben. Damit setzen sich die Sozialdemokraten gegen die Konservativen durch, die das seit 1871 gültige Schwarz-Weiß-Rot beibehalten wollten. (aref.de 2019)

0219D: Pan-Afrikanischer Kongress

  • Ein historisches Signal, das schließlich zur Emanzipation Afrikas führte: Kurz nach dem Ersten Weltkrieg forderten schwarze Intellektuelle und Veteranen eine Weltordnung ohne Kolonialherrschaft. Unter der Leitung W.E.B. Du Bois‘ organisierten sie den ersten Pan-Afrikanischen Kongress. (dradio.de 2019)

0221D: Kurt Eisner

  • Kurt Eisner (geboren am 14. Mai 1867 in Berlin; gestorben am 21. Februar 1919 in München) war ein sozia­lis­tischer Revolu­tionär und Poli­tiker, der sich zuvor auch als Jour­na­list und Schrift­steller einen Namen gemacht hatte. Ende des 19. Jahr­hunderts trat er im Deutschen Kaiser­reich mit monarchie­kritischen Artikeln und Publi­ka­tionen hervor. Ab 1898 Mitglied der SPD, prägte er in den ersten fünf Jahren des 20. Jahr­hunderts als füh­render Ange­höriger des Vorwärts-Redaktions­kollektivs maßgeb­lich die Ausrich­tung des Zentral­organs der Partei. 1917 trat er auf­grund einer gewach­senen opposi­ti­onellen Haltung gegen die deutsche Kriegs­politik wie auch gegen die sozial­demo­kratische Burg­friedens­politik zur USPD über und wurde zum Prota­gonisten der Partei in Bayern. Histo­rische Bedeu­tung erlangte er vor allem als Anführer der November­revolution von 1918 in München. Nach dem Sturz des letzten baye­rischen Königs Ludwig III. rief Eisner den Frei­staat Bayern aus, dessen erster Minis­ter­präsi­dent er wurde. Heute vor 100 Jahren wurde Eisner von einem aus dem Um­feld der gegen die Revolu­tion agieren­den deutsch-völki­schen und anti­semi­tischen Thule-Gesell­schaft kommen­den Studen­ten auf offener Straße erschossen. (Artikel des Tages)
  • Der Pazifist Kurt Eisner war einer der wichtigsten Vertreter der USPD und schrieb als Anführer der Novemberrevolution in München Geschichte. Er war es, der als Ministerpräsident den „Freistaat“ Bayern ausrief. Vor 100 Jahren fiel er einem heimtückischen Attentat zum Opfer. (dradio.de 2019)
  • Am 21. Februar 1919 wird Kurt Eisner, Sozialdemokrat und erster Ministerpräsident des Freistaates Bayern, von einem rechtsradikalen Offizier ermordet. Das Attentat markiert den vorläufigen Höhepunkt einer Periode, die bis heute als eine der turbulentesten der bayerischen Geschichte gilt. Kurt Eisner ist die prägende Figur der bayerischen Revolution nach dem Ende des ersten Weltkriegs. Sein Name steht für ganz vieles: für den Sturz der bayerischen Monarchie, aber auch für soziale Errungenschaften wie die Einführung des Achtstundentages oder des Frauenwahlrechts. Errungenschaften, die bis heute selbstverständlich sind. Und trotzdem gerät Eisner nach seinem Tod in Vergessenheit, Bayern verdrängt seine Geschichte über Jahrzehnte hinweg und tut sich bis heute schwer mit ihr. Im Gespräch: Bernhard Grau, Direktor des Bayerischen Hauptstaatsarchivs und Autor einer umfassenden Biographie über Kurt Eisner. (SRF Zeitblende 2019)

0224D: Das Junge Rheinland

  • Nach dem Motto „Wir sind viele“ schlossen sich am 24. Februar 1919 Künstler, Schriftsteller, Architekten und Grafiker zum „Jungen Rheinland“ zusammen, um ein offenes Forum für eine vielfältige und lebendige Kunstszene zu bieten. Die Geschichte des Künstlerbundes war wechselhaft und zeitweise turbulent. (dradio.de 2019)

März

0301D: Bewegung des ersten März

  • Die "Bewegung des ersten März" bezeichnet eine Volkserhebung koreastämmiger Bewohner in der ehemaligen japanischen Kolonie Chōsen, die am 1. März 1919 ihren Lauf nahm und der sich gegen die japanische Kolonialpolitik richtete.

0301D: Parlamentswahlen in Finnland

  • Die finnischen Parlamentswahlen 1919 (finn. Eduskuntavaalit 1919; schwed. Lantdagsvalet 1919) fanden am 1. März und am 3. März 1919 statt. Es waren die neunten Parlamentswahlen und die ersten im unabhängigen Finnland. Es wurden insgesamt 200 Abgeordnete gewählt.

0302D: Kommunistische Internationale

  • Das Nadelöhr ist Deutschland. Wenn nach Russland auch hier, in der äußerst fragilen Situation nach Ende des Ersten Weltkriegs, der Umsturz gelingt, dann wird die Weltrevolution in Gang kommen. Davon sind die Gründer der Kommunistischen Internationale, der "Komintern", überzeugt. (WDR ZeitZeichen 2019)
  • In der Oktoberrevolution hatten die Kommunisten in Russland gesiegt – weltweit fehlte ihnen aber Unterstützung, denn es dominierten sozialistische Parteien. Das wollte Lenin mit der Gründung einer Kommunistischen Internationalen ändern, zu der heute vor 100 Jahren Delegierte aus aller Welt nach Moskau kamen. (dradio.de 2019)

0303D: Berliner Märzkämpfe

  • Die Berliner Märzkämpfe können auf den Zeitraum vom 3. März bis zum 16. März 1919 datiert werden. Den Beginn bildet ein Beschluss zum Generalstreik, das Ende die Aufhebung des Standrechts durch Gustav Noske. Mit mehr als 1.200 Getöteten gehören die Berliner Märzkämpfe zu den blutigsten Konflikten im Rahmen der Deutschen Revolution. Sie fanden vorrangig im Verwaltungsbezirk Lichtenberg statt. Bisher gibt es keine gründliche wissenschaftliche Darstellung der Ereignisse.

0304D: Demonstration der Sudetendeutschen

  • Am Dienstag, dem 4. März 1919 demonstrierten große Teile der Bevölkerung der deutschen Gebiete Böhmens und Mährens für den Verbleib beim Staat Deutschösterreich und gegen die Eingliederung in die Tschechoslowakei.

0316D: Berliner Märzkämpfe enden

  • Im März 1919 erließ SPD-Politiker Gustav Noske in Berlin einen Schießbefehl, den er noch im selben Monat aufhob. Keiner weiß es genau – aber am Ende der Gewaltorgie waren fast 2.000 Menschen tot – und die Spaltung der deutschen Arbeiterklasse zu einem unüberbrückbaren Graben geworden. (dradio.de 2019)

0323D: Karl I., der letzte Kaiser von Österreich und König von Ungarn, geht ins Exil

  • Österreichs Tourismusindustrie lebt bestens vom Habsburg-Mythos, von Sissi und ihrem Franz Josef. Der letzte Habsburger Kaiser, Karl I., ist dagegen heute relativ unbekannt. Zwei Jahre dauerte seine Regierungszeit. Vor 90 Jahren ging der letzte Kaiser von Österreich und König von Ungarn ins Exil. (dradio.de)

April

0401D: Bauhaus (Weimar)

  • "Die brennendste Frage des Tages überhaupt: Wie werden wir wohnen, wie werden wir siedeln, welche Formen des Gemeinwesens wollen wir erstreben?" fragt der Architekt Walter Gropius. Antworten soll eine neue Institution geben: Das Staatliche Bauhaus in Weimar. /WDR ZeitZeichen 2019)
  • „Staatliches Bauhaus“ nannte der Architekt Walter Gropius eine neuartige Kunstschule, die er vor 100 Jahren in Weimar gründete. Mit ihr wollte er die Trennung von Kunst und Handwerk, von Theorie und Praxis aufheben. Architekten, Maler und Bildhauer schufen gemeinsam die bis heute einflussreiche „Bauhaus-Moderne“. (dradio.de 2019)

0407D: Münchner Räterepublik

  • Mit der Münchner Räterepublik (auch Baye­rische Räte­republik) sollte für den Frei­staat Bayern im April 1919 eine sozia­listische Repu­blik nach räte­demo­krati­schem Muster durch­gesetzt werden. Der Frei­staat war nach der Ermor­dung seines Minister­präsiden­ten Kurt Eisner am 21. Februar 1919 in eine Krise gera­ten, konkurrie­rende Inte­ressen­gruppen sprachen sich gegen­seitig die Legitima­tion für eine neue Regie­rungs­bildung ab. Der SPD-geführ­ten Minder­heits­regie­rung unter Johannes Hoffmann stand die am 7. April ausge­rufene Räte­republik gegen­über. Hoffmann wurde für abge­setzt erklärt und wich mit seinem Kabi­nett nach Bam­berg aus. Die Füh­rung der Räte­repu­blik war zunächst von pazifis­tischen und anarchis­tischen Intellek­tuellen geprägt, bereits nach einer Woche setzten sich KPD-Mitglieder durch. Para­militä­rische Frei­korps­verbände und reguläre Armee-Einhei­ten über­wältig­ten bis zum 2. Mai 1919 die Räte­repu­blik durch militä­rische Über­macht. Rund 2000 vermeint­liche oder tatsäch­liche Anhänger der Räte­republik wurden in den nach­folgenden Wochen mit Haft­strafen sanktio­niert, von Stand­gerichten zum Tode verur­teilt oder unmittel­bar ermordet. (Artikel des Tages)

0410D: Glöckel-Erlass

  • Der Glöckel-Erlass vom 10. April 1919 bezeichnet einen nach dem österreichischen sozialdemokratischen Politiker Otto Glöckel benannten Erlass, der in der Zeit der Ersten österreichischen Republik bis 1933 in Kraft war. Der Erlass schaffte die Verpflichtung zu religiösen Übungen (Schulgebet) und der Teilnahme am Religionsunterricht für Schüler und Lehrer ab.

0411D: Internationale Arbeitsorganisation

  • Bis ins 20. Jahrhundert hinein wehrten sich die Staaten gegen internationale Vereinbarungen und Standards für die Arbeitswelt. Mit dem Versailler Vertrag 1919 wurde dann die ILO geschaffen, die Internationale Arbeitsorganisation. Ihre Aufgabe: weltweit gültige Arbeits- und Sozialnormen durchsetzen. (dradio.de 2019)

0412D: Bauhaus (Weimar)

  • Das Staatliche Bauhaus wurde 1919 von Walter Gropius in Weimar als Kunstschule gegründet. Nach Art und Konzeption war es damals etwas völlig Neues. Das historische Bauhaus stellt heute die einflussreichste Bildungsstätte im Bereich der Architektur, der Kunst und des Designs dar. Das Bauhaus bestand von 1919 bis 1933 und gilt heute weltweit als Heimstätte der Avantgarde der Klassischen Moderne auf allen Gebieten der freien und angewandten Kunst. Die Resonanz des Bauhauses hält bis heute an, und prägt wesentlich das Bild deutscher Entwürfe im Ausland.
  • Handwerker und Künstler sollten gemeinsame Sache machen, als Walter Gropius am 12. April 1919 das "Stattliche Bauhaus" gründete. Die neue Ästhetik gab sich schlicht, und die Weimarer gaben sich empört. Unsittlich sollte es auf dem Gelände zugehen. (BR2 Kalenderblatt)

0413D: Massaker von Amritsar

  • Das Massaker markiert den Anfang vom Ende der britischen Kolonialherrschaft in Indien: Am 13. April 1919 schossen im nordindischen Amritsar britische Soldaten minutenlang auf friedliche Demonstranten – darunter Kinder und Frauen. Hunderte Menschen starben, mehr als tausend wurden verletzt. (dradio.de 2019)

0428D: Friedenskonferenz von Versailles

  • Mit einem Sonderzug reist die deutsche Delegation bestehend aus Juristen, Wirtschaftlern, Bänkern und Militärexperten fünf Monate nach Ende des 1. Weltkriegs (Waffenstillstand am 11.11.1918) gut gerüstet zur Friedenskonferenz nach Versailles. Doch es kommt alles anders: Es sei nicht die Zeit für überflüssige Worte, "die Stunde der Abrechnung ist da!", erklärt der französische Premierminister Georges Clemenceau und übergibt 440 Friedensbedingungen: U.a. soll Deutschland die alleinige Schuld am 1. Weltkrieg übernehmen, 1/7 seines Staatsgebietes und seine Kolonien abtreten und die astronomische Summe von 132 Milliarden Goldmark zahlen. Die erste demokratisch-gewählte Regierung in Deutschland tritt daraufhin zurück. Unter Gewaltandrohung der Alliierten unterschreibt Deutschland zwei Monate später (28.06.1919) den Vertrag. (aref.de 2019)

0428D: Verabschiedung der Völkerbundsatzung

  • Es war die Antwort auf die Katastrophe des Ersten Weltkrieges: Am am 28. April wurde der Völkerbund gegründet. Der Vorläufer der Vereinten Nationen sollte Großmachtdiplomatien beenden und die Nationen gleichberechtigt in eine supranationale Gemeinschaft einbinden – um Kriege zu verhindern. (dradio.de 2019)

Mai

0504D: Bewegung des vierten Mai

  • Am 4. Mai protestierten Tausende Studenten in Peking gegen Japan und den Friedensvertrag von Versailles. Doch schnell ging es um mehr: um nationale Souveränität und ein Aufbegehren gegen Bevormundung. Bis heute gilt das Datum als Ausgangspunkt der ersten modernen Massenbewegung Chinas. (dradio.de 2019)

0519D: Erste Frauenmilchsammelstelle Deutschlands

  • Muttermilch ist doch das Beste für Säuglinge - eine Erkenntnis, die sich Anfang des 20. Jahrhunderts erst wieder durchsetzen musste gegen allerlei schwer verdauliche Babynahrung. Am 19. Mai 1919 gründete Marie Elise Kayser die erste Frauenmilchsammelstelle Deutschlands. (BR2 Kalenderblatt)

0521D: Giro d’Italia

  • Der 7. Giro d’Italia fand vom 21. Mai bis 8. Juni 1919 statt und war der erste Giro nach dem Ersten Weltkrieg. Das Radrennen bestand aus 10 Etappen mit einer Gesamtlänge von 2.984 Kilometern. Von 66 Teilnehmern erreichten nur 15 das Ziel. Costante Girardengo errang seinen ersten Giro-Sieg vor dem „ewigen Zweiten“ Gaetano Belloni. Mit Marcel Buysse aus Belgien war erstmals ein Ausländer auf dem Podium.

0529D: Sonnenfinsternis

  • Die totale Sonnenfinsternis vom 29. Mai 1919 ist höchstwahrscheinlich die bekannteste Sonnenfinsternis des 20. Jahrhunderts, da während dieser die durch die Allgemeine Relativitätstheorie vorausgesagte gravitative Ablenkung des Lichts überprüft wurde. Die Experimente hierzu wurden unter der Leitung von Arthur Eddington auf der Vulkaninsel Príncipe vor der westafrikanischen Küste durchgeführt. Ende Mai befindet sich die Sonne inmitten des offenen Sternhaufens der Hyaden, was für dieses Experiment eine außergewöhnlich günstige Konstellation darstellte.

Juni

0609D: Darmstädter Sezession

  • Anfang des 20. Jahrhunderts war Darmstadt ein Zentrum des literarischen Expressionismus und der avantgardistischen Kunst. Die am 8. Juni 1919 gegründete Darmstädter Sezession wandte sich aber nicht allein gegen ein veraltetes Kunstverständnis. Sie verstand sich als politische Plattform. (dradio.de 2019)

0614D: Der erste Nonstop-Flug über den Atlantik beginnt

  • Menschen über das Meer zu fliegen, galt in der Frühzeit des Luftverkehrs als extrem schwierig. Die Luftfahrt-Pioniere arbeiteten sich bei großen Seedistanzen vorsichtig von Insel zu Insel vor. Erst im Juni 1919 gelang zwei englischen Piloten die Überquerung des Atlantiks in einem Rutsch. (dradio.de 2009)
  • Charles Lindbergh flog nicht als erster Mensch nonstop über den Atlantik. Die Ehre gebührt einem für waghalsige Risikofreude bekannten Testpiloten und einem peniblen, pflichtbewussten Ingenieur: John Alcock und Arthur Whitten Brown. Ihnen gelang das Meisterstück bereits 1919 – acht Jahre vor Lindbergh. (dradio.de 2019)

0621D: Selbstversenkung der Kaiserlichen Hochseeflotte in Scapa Flow

  • Großkampfschiffe und Torpedoboote öffnen ihre Flutventile: Die Selbstversenkung in der Bucht von Scapa Flow, angeleitet von deutschen Marineoffizieren, sollte gleichermaßen die Ehre der deutschen Flotte wiederherstellen und einen Akt des Protestes gegen den Versailler Friedensvertrag verkörpern. (dradio.de 2019)

0623D: Sülzeunruhen

  • Die Sülzeunruhen, auch als Hamburger Sülzeaufstand bekannt, ereigneten sich im späten Juni 1919 in Hamburg. Auslöser war die Annahme der Bevölkerung, dass verfaulte Kadaver zu Sülze verarbeitet und verkauft würden. In Folge der Unruhen marschierten Reichswehr und Freikorps in die Hansestadt ein.

0628D: Friedensvertrag von Versailles

  • Der Friedensvertrag von Versailles (auch Versailler Vertrag, Friede von Versailles oder Diktat von Versailles) war das am 28. Juni 1919 unterzeichnete Vertragswerk, das nach dem Ersten Weltkrieg formell den Kriegszustand zwischen dem Deutschen Reich und den Mächten der Triple Entente und ihren Verbündeten beendete. De facto waren die Kampfhandlungen bereits mit der Unterzeichnung des Waffenstillstands von Compiègne am 11. November 1918 eingestellt worden. Nach der Ratifizierung und dem Austausch der Urkunden trat der Versailler Vertrag am 10. Januar 1920 in Kraft. Er war der wohl wichtigste der Pariser Vorortverträge, zu denen auch der Vertrag von Trianon mit Ungarn, der Vertrag von St. Germain mit Österreich, der Vertrag von Neuilly-sur-Seine mit Bulgarien und der Vertrag von Sèvres mit dem Osmanischen Reich zu rechnen sind. Er konstatierte die alleinige Verantwortung des Deutschen Reichs und seiner Verbündeten für den Ausbruch des Weltkriegs und verpflichtete es daher zu Gebietsabtretungen und Reparationszahlungen an die Siegermächte.
  • 10 Millionen gefallene Soldaten, 11 Millionen tote Zivilisten - die schreckliche Bilanz von vier Jahren Weltkrieg. Jetzt sollten Grenzen verschoben werden und ganz neue Länder entstehen. Zur großen Friedenskonferenz ab Januar 1919 strömten 10.000 Menschen nach Paris. (WDR ZeitZeichen 2019)
  • Am 28. Juni 1919 wurde der Versailler Friedensvertrag unterzeichnet. In Deutschland wurde er als „Diktat“ oder auch „Schandfrieden“ verstanden. Vor allem die alleinige Schuld Deutschlands am Ausbruch des Ersten Weltkrieges galt als Demütigung – und wurde zur nationalistischen Instrumentalisierung genutzt. (dradio.de 2019)
  • Mit einem Sonderzug reist die deutsche Delegation bestehend aus Juristen, Wirtschaftlern, Bänkern und Militärexperten fünf Monate nach Ende des 1. Weltkriegs (Waffenstillstand am 11.11.1918) gut gerüstet zur Friedenskonferenz nach Versailles. (aref.de)

0629D: Tour de France

  • Die 13. Tour de France fand vom 29. Juni bis zum 27. Juli 1919 statt. Die erste Tour nach einer vierjährigen Pause wegen des Ersten Weltkrieges hatte 15 Etappen, auf denen die Fahrer 5.560 km zurücklegen mussten. Damit war diese Tour die zweitlängste in der Tour-Geschichte. Von den lediglich 67 Teilnehmern kamen auch nur 10 in Paris an.

Juli

0705D: Allgemeiner Deutscher Gewerkschaftsbund

  • Der Allgemeine Deutsche Gewerkschaftsbund (ADGB) wurde auf dem ersten Nachkriegskongress der Freien Gewerkschaften am 5. Juli 1919[1] in Nürnberg als neuer Dachverband und organisatorischer Nachfolger der Generalkommission der Gewerkschaften Deutschlands gegründet. Die Delegierten wählten Carl Legien zum ersten Vorsitzenden der neuen Organisation.
  • Die heutige Rechte für Arbeitnehmer haben die ersten Gewerkschafter seit Mitte des 19. Jahrhunderts hart erkämpft. Ein größeres Gewicht erlangten sie durch die Gründung des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes (ADGB), der vor 90 Jahren in Nürnberg gegründet wurde. (dradio.de)

0706D: Institut für Sexualwissenschaft in Berlin

  • Medizinische Versorgung, wissenschaftliche Forschung und politischen Aktivismus vereinte der Berliner Arzt und Sexualreformer Magnus Hirschfeld in seinem privaten Institut. Heute gilt es als Wiege der Sexualwissenschaft – doch durch die Zerstörung 1933 geriet dieses Erbe fast in Vergessenheit. (dradio.de 2019)

0717D: Finnische Verfassung

  • Die finnische Verfassung von 1919 war die erste Verfas­sung der seit dem 6. Dezember 1917 unab­hängi­gen Repu­blik Finnland. Der zur Verabschie­dung der Verfas­sung führende Prozess wurde durch die Abdan­kung des russischen Zaren Nikolaus II. einge­leitet. Die folgenden Ver­fassungs­debat­ten drehten sich in erster Linie um das Verhält­nis zu Russ­land, die Frage der Staats­form und die Position des Parla­ments. Politi­sche Entwick­lungen im Inneren und Äußeren gaben der Debatte immer wieder neue Richtun­gen, bis schließ­lich am 17. Juli 1919 eine repu­blika­nische Verfas­sung in Kraft trat, die auf der Gesetz­gebungs­macht des Parla­ments einer­seits und einer starken admi­nistrati­ven Stellung des Präsi­denten anderer­seits fußte. Sie ent­hielt eine Reihe von Grund­rechten – darunter die Frei­heit der Person, der Gleich­berechti­gungs­grund­satz, Meinungs- und Presse­frei­heit, Versamm­lungs- und Vereini­gungs­frei­heit sowie die Glaubens­frei­heit – und ersetzte die noch aus der Zeit der schwedi­schen Beset­zung stammende gustavia­nische Verfas­sung von 1772. Bis zu ihrer Ablö­sung durch eine neue Verfas­sung am 1. März 2000 blieb sie im Wesent­lichen unverändert. (Artikel des Tages)

0722D: Der Dreispitz (de Falla)

  • "Der Dreispitz" ist ein Ballett in einem Akt. Die Choreographie schuf Léonide Massine, die Musik Manuel de Falla.
  • Eintrag im Klassikarchiv (classicalarchives.com)
  • Das Ballett "Der Dreispitz" von Manuel de Falla wird in London uraufgeführt (BR4 Was heute geschah)

August

0809D: Anglo-iranischer Vertrag

  • Der anglo-iranische Vertrag von 1919 wurde am 9. August 1919 von Vertretern der britischen und iranischen Regierung unterzeichnet. Der Vertrag sollte die Grundlage der Beziehungen zwischen dem Iran und dem Vereinigten Königreich neu regeln. Der Vertrag kam auf Initiative des britischen Außenministers Lord Curzon zu Stande. Die Vertragsverhandlungen erfolgten in der Hauptsache zwischen dem britischen Botschafter in Teheran Sir Percy Cox und dem Premierminister Irans Hassan Vosough, Finanzminister Akbar Mas'oud und Justizminister und später Außenminister Firouz Firouz.

0811D: Weimarer Verfassung

  • Die Weimarer Verfassung (offiziell: Verfassung des Deutschen Reichs; auch: Weimarer Reichsverfassung; Kürzel: WRV) war die am 31. Juli 1919 in Weimar beschlossene und am 11. August verkündete erste praktizierte demokratische Verfassung Deutschlands. Sie begründete eine föderative Republik mit einer Mischform aus präsidialem und parlamentarischem Regierungssystem. Zahlreiche ihrer Artikel waren direkt der Paulskirchenverfassung von 1848 entnommen und flossen ihrerseits wieder in das heute geltende Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland ein. Nach dem Ort ihrer Verabschiedung wird das Deutsche Reich für die Dauer seiner demokratischen Periode von 1919 bis 1933 als Weimarer Republik bezeichnet.
  • "Bonn ist nicht Weimar". Dieser Satz hat die erste deutsche Republik lange Zeit diskreditiert als etwas, das sich keinesfalls wiederholen darf. Tausende von Büchern schildern ihr Scheitern. (WDR ZeitZeichen 2019)
  • Am 31. Juli verabschiedete die Nationalversammlung in Weimar die erste parlamentarisch-demokratische Verfassung Deutschlands. Das Deutsche Reich wurde damit zur Republik. Allerdings waren die Gehversuche der ersten deutschen verfassungsmäßigen Demokratie nicht von langer Dauer. (dradio.de 2019)

0814D: Bamberger Verfassung

  • Die Bamberger Verfassung vom 14. August 1919 war die erste demokratische Verfassung Bayerns.

0819D: Afghanistan

  • Mit dem Friedensvertrag von Rawalpindi endete im August 1919 der dritte und letzte der anglo-afghanischen Kriege. Wenige Tage später erklärte der spätere König Amanullah die Unabhängigkeit seines Landes. Doch ein Teil „Paschtunistans“ blieb unter britischer Hoheit – mit Folgen bis heute. (dradio.de 2019)

September

0902D: Florida-Keys-Hurrikan

  • Der Florida-Keys-Hurrikan von 1919 war einer der stärksten Hurrikans und tötete zwischen 600 und 900 Menschen auf seinem Weg durch Florida und Texas.

0907D: Waldorfschule

  • "Das Leben ist eine Schule! Wohl dem, der die Prüfung besteht"! Das soll Rudolf Steiner, der Begründer der Anthroposophie, einmal gesagt haben. Vielleicht fand sich diese Weisheit auch als Beilage in den Zigarettenpäckchen der Marke "Astoria"? (WDR ZeitZeichen 2019)
  • Die Waldorfschule ist für die einen ein Hort esoterischen Sektierertums, andere verehren ihren Gründer Rudolf Steiner wie einen Helden. Aber trotz der Kontroversen ist die Waldorfschule weltweit erfolgreich. Am 7. September 1919, vor 100 Jahren, wurde in Stuttgart die erste eröffnet. (dradio.de 2019)

0909D: Untergang des Dampfers Valbanera vor Havanna

  • Vor 90 Jahren geriet der spanische Passagierdampfer Valbanera vor Kuba in einen starken Hurrikan. Weil der Hafen von Havanna geschlossen worden war, musste die Valbanera den Sturm über sich ergehen lassen. Alles, was man nachher fand, war das leer gefegte Schiff. (dradio.de)

0910D: Vertrag von Saint-Germain

  • Mit dem Friedensvertrag von St-Germain-en-Laye endete auch für Österreich der Erste Weltkrieg. Aus dem europäischen Großreich wurde ein Kleinstaat. Bei seinen Bürgern war der neue Staat unbeliebt. Lieber hätten die meisten sich an Deutschland angeschlossen. (dradio.de 2019)

0918D: Ufa-Palast am Zoo (Berlin)

  • Als der Vorhang fällt, herrscht atemlose Stille. Dann bricht tosender Applaus los. Die Zuschauer sind überwältigt, nicht nur von der Premiere des Revolutionsmelodrams "Madame Dubarry", sondern auch von dem prächtigen Filmpalast, der den Kino-Besuch zu einem ganz neuen, glamourösen Erlebnis macht. (WDR ZeitZeichen 2019)
  • In den Ausstellungshallen am Berliner Zoo befand sich der Ufa-Palast am Zoo. Bekannt war das am 18. September 1919 eröffnete Kino für seine spektakulären Aufbauten und seine moderne Technik – es blieb bis zur Zerstörung bei einem Bombenangriff 1943 das beliebteste und größte Kino Deutschlands. (dradio.de 2019)

0928D: Referendum in Luxem­burg

  • In einem Referendum in Luxem­burg sprechen sich die Ab­stimmenden für die Beibe­haltung der Monar­chie unter Groß­herzogin Charlotte aus.

0930D: Technische Not­hilfe

  • Im Deutschen Reich wird die Technische Not­hilfe als reichs­weite Organisation gegründet.
  • Zu Beginn der Weimarer Republik gründet ein Freikorps-Mitglied zusammen mit Gleichgesinnten die Technische Nothilfe. Der Vorläufer des heutigen Technischen Hilfswerks sollte in politisch unruhigen Zeiten die öffentliche Versorgung in Gas-, Wasser- und Elektrizitätswerken sichern und vor Streiks abschirmen. (dradio.de 2019)

Oktober

1007D: KLM Royal Dutch Airlines (Fluggesellschaft)

  • Die Koninklijke Luchtvaart Maatschappij (KLM) wird gegründet. Sie ist die älteste existierende Fluggesellschaft der Welt.

1014D: Rodman Law

  • In Greenville im US-Bundesstaat South Carolina stirbt der Fallschirm­springer und Fassaden­kletterer Rodman Law.

1016D: Sacré-Cœur de Montmartre (Basilika in Paris)

  • In Paris wird die Basi­lika Sacré-Cœur de Montmartre einge­weiht.

1017D: Metro Madrid

  • Die Metro Madrid ist die U-Bahn der spani­schen Haupt­stadt Madrid. Das 294 Kilometer lange Strecken­netz er­schließt mit 13 Linien und mittler­weile 302 Stationen nicht nur die Stadt selbst, son­dern auch zahl­reiche Vororte. Am 17. Oktober 1919 eröff­nete Alfons XIII. offi­ziell den ersten Ab­schnitt der Linie 1. Dieser war vier Kilom­eter lang und führte von Sol nach Cuatro Caminos am damali­gen Stadt­rand, wo sich auch das Depot befand. Der fahr­plan­mäßige Be­trieb begann genau zwei Wochen später. Im November 1979 wurde die U-Bahn-Gesell­schaft verstaat­licht, sie ging in den Besitz der Stadt Madrid und der Provinz Madrid über. Nach der im Mai 2007 abge­schlosse­nen Erwei­terungs­phase ist die Madrider Metro der­zeit die welt­weit zwölft­längste U-Bahn. Neben der U-Bahn Seoul galt sie in den 2000ern als die am schnellsten expandierende U-Bahn der Welt. (Artikel des Tages)

1019D: Gartenbaukino (Wien)

  • In Wien wird das seit 1960 in einem neuen Ge­bäude betrie­bene Garten­baukino er­öffnet.

1027D: Südkoreanischer Film

  • Im Kino Dansungsa wird mit Kampf für Gerechtigkeit der erste koreanische Film aufgeführt. 1966 wurde der 27. Oktober zum Tag des koreanischen Films ausgerufen.
  • Der südkoreanische Film blickt auf eine 100-jährige Geschichte zurück. Am 27. Oktober 1919 wurde das Drama Uirijeok Gutu im Kino Dansungsa (Bild) urauf­geführt. 1966 erklärte die Regie­rung Süd­koreas den 27. Oktober zum Tag des Koreani­schen Films. Im Zeit­verlauf sahen sich die Filme­macher mit verschie­de­nen Schwierig­keiten konfron­tiert: mit der natio­nalen Teilung, nach der sich der nord- und süd­koreani­sche Film unter­schied­lich ent­wickel­ten, mit dem Korea­krieg, mit Zensur und Propa­ganda durch Japans Kolo­niali­sie­rung (bis 1945) und danach durch die Militär­dikta­tur in Süd­korea. Erst mit der Demo­krati­sie­rung Ende der 1980er konnte sich der Film frei ent­wickeln. Seit­dem erlebt das süd­korea­nische Kino einen rasan­ten Auf­stieg. Mit der Korean New Wave erwuchs eine neue Stil­rich­tung und Bewe­gung, die auf den Film­fest­spielen der Welt für Auf­sehen sorgte. Heute stellt Süd­korea den fünft­größ­ten Kino­markt der Welt und beher­bergt einen Techno­logie­führer der Kinoindustrie. (Artikel des Tages)

1027D: Cellokonzert op. 35 (Elgar)

  • Unter Leitung des Komponisten Edward Elgar wird in London sein Cello­konzert urauf­geführt.
  • Eintrag im Klassikarchiv (classicalarchives.com)
  • DRS 2 gastiert auch diesen Herbst wieder an der Hochschule der Künste Bern für eine öffentliche «Diskothek im Zwei». Sechs Studierende des Master-Lehrganges wagen sich aufs Glatteis der Interpretationskritik. Diskussionsgegenstand sind Interpretationen des Cellokonzerts von Edward Elgar, die in rund 50 Jahren entstanden sind. (DRS2 Diskothek im Zwei 2010)

1028D: Prohibition in den Vereinigten Staaten

  • Der US-Kongress beschließt gegen das Veto des Präsidenten den Volstead Act mit der Definition von berauschenden alkoholischen Getränken, deren Herstellung, Verkauf und Transport nach Verabschiedung des 18. Zusatz­artikels zur Verfassung ab Januar 1920 verboten ist.
  • Der US-amerikanische Kongress verabschiedet ein Gesetz, das Herstellung, Verkauf, Tausch, Beförderung, Ein- und Ausführ, Lieferung, Besorgung und Besitz aller berauschenden Getränke mit einem Alkoholgehalt ab 0,5% unter Strafe stellt. Mit der Alkoholverbot will man den unmoralischen Lebenswandel der US-Bewohner eindämmen. Christliche Verbände, die die treibende Kraft für das Gesetz sind, verkünden: "Die Herrschaft der Tränen ist vorbei. Bald werden die Elendsviertel der Vergangenheit angehören. Die Zuchthäuser und Gefängnisse werden leerstehen; wir werden sie in Fabriken und Kornhallen verwandeln. (...) Die Pforten der Hölle sind für immer geschlossen." (aref.de 1999)

November

1102D: Bremer Volks­hoch­schule

  • In Bremen wird die erste Bremer Volks­hoch­schule gegründet

1102D: Wendische Volkspartei

  • In Bautzen wird die Lausitzer Volkspartei als politische Interessenvertretung des sorbischen Volkes gegründet.

1104D: Sofja Andrejewna Tolstaja

  • Knapp neun Jahre nach ihrem Mann, dem Schrift­steller Leo Tolstoi, stirbt Sofja Tolstaja, Autorin der (zu ihren Leb­zeiten nicht veröffentlichten) Romane Eine Frage der Schuld und Lied ohne Worte.

1107D: Hugo Haase

  • Hugo Haase (* 29. September 1863 in Allenstein, Ostpreußen; † 7. November 1919 in Berlin) war ein deutscher Jurist, Politiker und Pazifist. Als Rechts­anwalt vertei­digte er viele poli­tisch ver­folgte Sozial­demokra­ten und Sozia­listen, darun­ter Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht. Dem Reichs­tag gehörte er von 1897 bis 1907 und von 1912 bis 1918 an. Als Gegner der Kriegs­politik des SPD-Vorstands aus Fraktion und Partei ausge­schlos­sen, gründete er 1917 mit seinen Anhän­gern die Unab­hängige Sozial­demokra­tische Partei Deutsch­lands (USPD), deren Vorsitzender er bis 1919 war. Nach der Novemberrevolution 1918 gehörte er für zwei Monate dem Rat der Volks­beauf­trag­ten an. Darin war er laut Koa­litions­vertrag mit Friedrich Ebert gleich­berech­tig­ter Vorsit­zender. Er trat zurück, weil die Regie­rung gewalt­sam gegen die Volks­marine­division vorge­gan­gen war. Im Januar 1919 in die Weimarer National­versamm­lung gewählt, wurde er dort Fraktions­vorsit­zen­der der USPD. Haase starb an den Folgen eines Attentats. (Artikel des Tages)

1127D: Vertrag von Neuilly-sur-Seine

  • Der Vertrag von Neuilly-sur-Seine, abgeschlossen am 27. November 1919, ist einer der Pariser Vorortverträge, die den Ersten Weltkrieg formal beendeten. Er wurde zwischen Bulgarien auf der einen und den Vereinigten Staaten von Amerika, dem Britischen Reich, Frankreich, Italien und Japan sowie weiteren mit diesen Hauptmächten alliierten Staaten auf der anderen Seite geschlossen.

Lexikon

Afghanistan

  • Afghanistan, offiziell Islamische Republik Afghanistan, ist ein Binnenstaat Südasiens an der Schnittstelle zu Zentralasien, der an den Iran, Turkmenistan, Usbekistan, Tadschi­kistan, die Volks­republik China und Pakistan grenzt. Drei Viertel des Landes bestehen aus schwer zugäng­lichen Gebirgs­regionen. In den 1990er-Jahren besiegten von den Vereinigten Staaten und Saudi-Arabien finanzierte Mudschaheddin die von der Sowjetunion gestützte Regierung. Die Aufteilung der Macht­bereiche scheiterte jedoch an Rivalitäten; die fundamenta­listisch islamisch ausgerichteten Taliban-Milizen kamen an die Macht und setzten eine radikale Inter­pretation des Islam und insbesondere die Scharia mit aller Härte durch. Nach den Terror­anschlägen am 11. September 2001 in den USA wurde das Taliban-Regime, das Mitgliedern von Terror­organisationen Unter­schlupf gewährt hatte, im maßgeblich von den USA geführten Krieg gegen den Terror gestürzt. Das Land ist seit 2004 eine Islamische Republik. Am 5. Mai und 14. Juni 2014 (Stichwahl) fanden die Wahlen zur afghanischen Präsident­schaft statt. (Artikel des Tages)

Erzählung "Demian" (Hesse)

  • Als Hermann Hesse seinen Roman Demian 1919 unter dem Pseudonym Emil Sinclair veröffentlichte, waren Publikum und Kritik gleichermaßen begeistert. Die Geschichte vom Jungen, der unter dem Einfluss seines Freundes Demian lernt, sich mit all seinen dunklen Seiten zu akzeptieren und seinen Weg zu finden, traf nach den Erschütterungen des Ersten Weltkriegs den Nerv der Zeit. Auch Jugendliche späterer Jahrzehnte waren von dem Buch, das in fast 30 Sprachen übersetzt wurde, hingerissen – ungeachtet allen Spottes von Kritikern, die Demian als kitschigen Schmachtfetzen abtaten. Von dem zeitlos wirkenden Werk, das sich gegen äußere Ge- und Verbote wendet und Selbstverwirklichung zur heiligen Pflicht des Menschen erklärt, geht bis heute eine große Faszination aus. Mit der an C. G. Jung angelehnten Psychologie des Unbewussten, dem neoromantischen Irrationalismus und dem Hang zum Esoterischen bietet es Menschen bei ihrer Selbstsuche spirituelle Wegweisung. Wer für die Botschaft des Romans weniger empfänglich ist, kann Demian auch als interessantes Psychogramm eines Heranwachsenden vor dem Ersten Weltkrieg lesen. (getAbstract)

Erzählung "Klingsors letzter Sommer" (Hesse)

  • Hesses Erzählung Klingsors letzter Sommer spaltet die Gemüter. Die einen rühmen die Wiederbelebung der deutschen Romantik. Die anderen sehen in dem Text mehr oder weniger gehobenen Kitsch. Klar ist immerhin: Hesse macht es dem heutigen Leser nicht leicht, seinen Protagonisten zu mögen, diesen larmoyanten Hypochonder, eitlen Größenwahnsinnigen und chauvinistischen Prahlhans. Zumal Hesse den Narzissmus seines Helden nur unvollständig reflektiert. Er distanziert sich nicht, im Gegenteil: Er verlangt Empathie. Genau die mag sich heute jedoch kaum noch einstellen. Ein solcher Mittvierziger mit narzisstischer Störung, der den jungen, stets schlanken Damen nachsteigt und mit romantisch-genialischen Gedankenfragmenten um sich wirft, muss heute bestenfalls befremdlich, schlimmstenfalls abstoßend wirken. Betrachtet man jedoch Hesses Klingsor in seinem historischen Zusammenhang, zeigt sich das Bild eines desillusionierten Künstlers, der durch den Krieg all seine kulturellen Zusammenhänge verloren hat und ihnen hilflos nachtrauert. Das Alte ist tot, das Neue noch nicht geboren. Das einzig Gewisse ist der Tod. Und der wird gefeiert. (getAbstract 2017)

Politik als Beruf (Weber)

  • Nach dem Ersten Weltkrieg und der Abdankung des Kaisers stellte sich in Deutschland die Frage nach der künftigen Gesellschaftsordnung. In seinem Vortrag, den er im Januar 1919 in München vor Studenten hielt, entwarf Max Weber das Bild des charismatischen Berufspolitikers, den ein neues, demokratisches Deutschland seiner Ansicht nach brauchte. Dabei grenzte er sich gegen die alten Eliten ab, aber noch deutlicher gegen die revolutionären Kräfte der Zeit, die mit aller Macht ihre politischen Utopien durchsetzen wollten. Um Politik zu machen, bedürfe es eben mehr als der guten Gesinnung, meinte der überzeugte Liberale Weber. Obwohl Leidenschaft in der Sache unerlässlich sei, müssten Verantwortung und Augenmaß hinzukommen. Weber zeichnet ein realistisches Bild des Politikers, der seine Eitelkeit überwinden muss, seine hochfliegenden Ideen zur Rettung der Menschheit mit Abstand betrachten und vor allem Enttäuschungen wegstecken können muss. In Zeiten allgemeiner Politikverdrossenheit erinnert uns Webers Schrift daran, dass Politik nicht nur ein Beruf, sondern eine Berufung sein sollte. (getAbstract)

Roman "Im Schatten junger Mädchenblüte" (Proust)

  • Im Schatten junger Mädchenblüte ist der zweite Teil von Prousts monumentalem Romanwerk Auf der Suche nach der verlorenen Zeit, einem Leselabyrinth von gigantischen Ausmaßen. In diesem Band begleitet der Leser den Ich-Erzähler durch die verwirrende Zeit des Heranwachsens. Er wird Zeuge von Marcels ersterbender Liebe zu Gilberte und der erwachenden Leidenschaft für Albertine im malerischen Seebad Balbec. Der Autor führt seine Feder wie einen Pinsel: Indem er die Figuren berühmter impressionistischer Gemälde zum Leben erweckt, setzt er den Künstlern seiner Zeit ein literarisches Denkmal. Die Proust-Lektüre ist allerdings nicht einfach: Am Anfang vieler Schachtelsätze ist kein Ende in Sicht, so weit das lesende Auge reicht, und bei der Vielzahl der Figuren kann man schon mal den Überblick verlieren. Für den zweiten Band des Jahrhundertwerks erhielt der Autor 1919 den Prix Goncourt und war nun endlich da angekommen, wo er immer hingewollt hatte: auf Augenhöhe mit den wichtigsten Schriftstellern Frankreichs. Auch heute noch gilt: Wer die bedeutendsten Werke der Weltliteratur kennen will, kommt um Proust nicht herum. (getAbstract)

Schauspiel "Masse Mensch" (Toller)

  • Frustrierte Arbeiter, revolutionäre Aufwiegler, geldgeile Kriegsgewinnler und angepasste Staatsdiener: Ernst Toller bringt in Masse - Mensch das ganze Chaos der Revolution auf die Bühne. Die Handlung des Dramas ist schnell erzählt: Die pazifistische Intellektuelle Sonja Irene L. wird unverhofft Anführerin eines Arbeiteraufstands, die Geschehnisse geraten jedoch außer Kontrolle. Ein Namenloser peitscht die Massen auf, statt zum Streik kommt es zur Revolution. Sonjas Eintreten für Gewaltlosigkeit ist hoffnungslos. Sie bezahlt ihre Integrität mit dem Leben: Um das Leben einer einzelnen Wache zu verschonen, lässt sie sich an die Wand stellen. In expressiv-pathetischer Manier und einer aufs Äußerste reduzierten Sprache schildert Toller das große revolutionäre Dilemma anhand eines Einzelschicksals. Dringlichkeit und Desillusionierung halten sich die Waage, eines jedoch wird klar: Die Revolution verwandelt sich in das Unrecht, das sie doch abschaffen wollte. Pazifist und zugleich Revolutionär zu sein, muss jeden in die Verzweiflung treiben. (getAbstract)

Quellen

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