823
MAYA
Copan
PIKTEN
KELTEN
- Der König von Meath ist gleichzeitig auch Hochkönig von Irland.
Ailech
- König Murchad mac Máele Dúin (819–823)
Murchads Misserfolge führen zu seiner Absetzung durch seinen zweiten Cousin Niall Caille, der im Jahr 846 stirbt. Murchad verliert damit die Herrschaft über Ailech. - König Niall Caille (823–846)
Niall mac Áeda gehört dem Cenél nEógain an, einem nördlichen Zweig der Uí Néill, einer Verwandtschaftsgruppe, deren Herrscher große Teile Irlands beherrschen. Er ist ein Sohn von Áed mac Néill, der Áed Oirdnide genannt wird und selbst Hochkönig gewesen ist. Nach dem Banshenchas aus dem 12. Jahrhundert ist seine Mutter Medb, eine Tochter Indrechtach mac Muiredaigs von den Uí Briúin von Connacht. Das Hochkönigtum von Irland wird in der Praxis zwischen dem nördlichen Cenél nEógain und dem südlichen Zweig Clann Cholmáin der Uí Néill geteilt. Niall ist mit Gormflaith ingen Donncadha verheiratet, einer Schwester Conchobar mac Donnchadas. Seine Kinder umfassen Áed Findliath, der so genannt wird, um ihn von seinem Großvater zu unterscheiden und später Hochkönig wird, eine namentlich nicht überlieferte Tochter, die Conaing mac Flainn von den Síl nÁedo Sláine heiratet, sowie mehrere weitere Söhne. - Fortsetzung 825
Ulster
Connacht
Meath
Leinster
Gwynedd
Powys
NORDGERMANEN
Wikinger
- Wikingerzeit: Wikinger versuchen die irische Klosterinsel Skellig Michael zu erobern.
Dänemark
- König Horik I. (813-854)
823 beginnt das Bündnis zu zerbrechen, als die Söhne Gudfreds Harald mit Vertreibung aus dem Reich drohen. Harald flieht zu Ludwig und bittet um Unterstützung. Zwei kaiserliche Gesandte besuchen Dänemark und sammeln ausführliche Informationen über die Lage. Bei ihrer Rückkehr bringen sie Erzbischof Ebo von Reims mit, der mit einigem Erfolg Zeit in Dänemark zur Missionierung verbracht hat. - König Harald Klak (2. Amtszeit (819–827)
- Fortsetzung 824
ANGELSACHSEN
Northumbria
- König Eardwulf (2. Amtszeit 808-810/812/830)
- König Eanred (810-840/841 oder 830-854)
- Erzbischof Wulfsige (York, 808-837)
- Bischof Heathwred (Lindisfarne, 821–830)
- Bischof Tidfrith (Hexham, 813-821/822)
Mercia
- König Ceolwulf I. (821–823)
Ceolwulfs Herrschaft dauert nur zwei Jahre; 823 wird er von Beornwulf gestürzt und als König von Mercien abgelöst. - König Beornwulf (823–825)
Über Beornwulfs Herkunft ist wenig Genaues bekannt. Sein Vater ist der mercische Ealdorman Beorhtweald. Beornwulf könnte aufgrund der Stellung seiner Unterschrift in den Dokumenten in der Herrschaftsordnung des Königreichs nicht zur allerhöchsten Gesellschaftsschicht gehören. Während seiner Herrschaft verliert Mercien seine dominante Rolle unter den Königreichen Englands. Der Konflikt mit dem Erzbischof von Canterbury, Wulfred, um die weltliche Kontrolle von Klöstern beginnt bereits unter Cenwulf. Beornwulf schließt die bereits durch Ceolwulf begonnene Eroberung des walisischen Königreichs Powys erfolgreich ab. Nicht nur Kent befindet sich unter der Oberherrschaft Merciens, sondern auch Sussex, Essex, Middlesex, Surrey und East Anglia stehen unter der direkten Kontrolle des Herrschers von Mercien. Das einzige Königreich südlich des Humbers, das seine Unabhängigkeit bewahren kann, ist Wessex. Als Folge der verlorenen Schlacht bricht das Herrschaftssystem Merciens zusammen. Während der politischen und dynastischen Instabilität innerhalb Merciens vor Beornwulfs Regierungsübernahme sind persönliche Loyalitäten und Gefolgschaften zerbrochen, wodurch der Einsatz königlicher Macht und die Kontrolle des Regierungsapparats geschwächt worden sind. Egbert entsendet Truppen unter der Führung seines Sohnes Æthelwulf nach Kent, wo dieser König Baldred vertreibt. Die Bevölkerung von Sussex und Surrey unterwirft sich König Egbert, und auch Essex scheint dessen Oberherrschaft zu akzeptieren. Nachdem das Königreich der Ostangeln seine Unabhängigkeit zurückerlangt hat, schließt auch es Frieden mit Wessex. - Das Erzbistum Canterbury kommt zu Kent, das wieder einen eigenen König hat.
- Fortsetzung 825
Wessex
- König Ecgberht (802–839)
Eine Schlacht bei Gafulford wird in der Chronik als Auseinandersetzung zwischen den Männern von Devon und den Briten von Cornwall verzeichnet. - Fortsetzung 825
Essex
- König Sigered (798–825)
Sigered wird in einer Urkunde erneut erwähnt, und zwar als subregulus, diesmal in einer Charta des Cenwulf-Nachfolgers Ceolwulf. Damit bleibt sein untergeordneter Status gegenüber Mercia auch in diesem Jahr bestehen. - Fortsetzung 825
Kent
- König Baldred (823-825)
Baldred ist König von Kent von 823 bis 826 oder 827. Ceolwulf I., König von Mercien, hat zuvor unmittelbar über Kent geherrscht und ist von Beornwulf abgesetzt worden. Etwa zur selben Zeit beginnen Münzpräger in Canterbury, Münzen im Namen Baldreds, des Königs von Kent, auszugeben. Es ist ungewiss, ob Baldred unabhängig ist oder als Unterkönig von Mercien herrscht. Neunzehn seiner Münzen sind bekannt. - Erzbischof Wulfred (Canterbury, 805-832)
Nach der Absetzung Ceolwulfs im Jahr 823 verbessert sich Wulfreds Lage. - Fortsetzung 825
FRÄNKISCHES REICH
- König, Kaiser Ludwig der Fromme (814–840)
- Römischer Mitkaiser Lothar I. (817/823–855) und König von Italien / König der Langobarden (822–855)
5. April: Papst Paschalis I. krönt Lothar I. zum Mitkaiser im fränkischen Reich, das sein Vater Ludwig der Fromme regiert. Karl, der Sohn Ludwigs aus zweiter Ehe mit Judith, wird geboren, für den später ein neues Teilreich Schwaben geschaffen werden soll. - Erzbischof Ebo (Reims, 1. Amtszeit 816-835; Bischof von Hildesheim 845–851)
Lothar wird am 13. Juni Vater Karl des Kahlen geworden, aus der zweiten Ehe Ludwigs mit Kaiserin Judith, diese sendet bald nach der Geburt ihres Sohnes einen Ring an Ebo in Dänemark und bittet ihn, den jüngsten Kaisersohn niemals im Gebet zu vergessen, im Sommer 823 unternimmt Ebo seine erste Missionsreise nach Dänemark, begleitet von den Bischöfen Halitgar von Cambrai und Willerich von Bremen, und im selben Jahr wird seine Bestellung zum Legaten von Papst Eugen II., der von 824 bis 827 regiert, erneuert, er ist auf dem Reichstag zu Compiègne im November 823 anwesend, und als Stützpunkt und geistliche Bildungsstätte für die dänische Mission gründet er im heutigen Münsterdorf in Holstein am Ufer der Stör im Schutz der Wallburg Esseveldoburg ein kleines Bethaus, die „Cella Welana“. - Abt Hilduin (Saint-Denis, 814–840)
- Abt Adalhard (Corvey, 822-826)
- Bischof Gondulf (Metz, 816–823)
Gondulf stirbt nach einer mehr als sechsjährigen Amtszeit am 6. September 823 und wird im Kloster Gorze beigesetzt; sein Gedenktag wird später auf den 6. September festgelegt. Sein Nachfolger im Amt ist Drogo als Bischof von Metz. - Bischof Drogo (Metz, 823–855)
Drogo, geboren am am 17. Juni 801 als Sohn von Kaiser Karl dem Großen und dessen Konkubine Regina geboren und auf Zwang Ludwigs des Frommen zum Geistlichen ausgebildet, wird am 28. Juni zum Bischof von Metz ernannt. Er ist ein großer Kunstliebhaber und einer der bedeutendsten Mäzene des 9. Jahrhunderts. Er lässt die Kathedrale von Metz mit Werken ausstatten, die in ihrer Schönheit und Kostbarkeit zu den Höhepunkten der karolingischen Renaissance zählen. Dazu gehören drei Handschriften, deren jüngste und zugleich schönste das Drogo-Sakramentar ist. Drogo ist nicht der einzige Karolinger, der eine geistliche Laufbahn einschlagen hat: Sein jüngerer Bruder Hugo ist Abt von Saint-Quentin, Saint-Bertin und Lobbes. - Bischof Waltcaud (Lüttich, 810/811-831)
- Erzbischof Hadebald (Köln, 819–841)
- Bischof Willerich (Bremen, 805–837)
Willerich und Bischof Halitgar von Cambrai begleiten den Erzbischof und päpstlichen Legaten Ebo von Reims auf dessen erster Missionsreise nach Dänemark, die wenig Erfolg zeigt. - Erzbischof Haistulph (Mainz, 813–825)
- Erzbischof Hetti (Trier, 814–847)
- Bischof Wolfgar (Würzburg, 809–831)
- Abt Eigil (Fulda, 818–822)
- Abt Hrabanus Maurus (Fulda, 822–842)
- Bischof Wolfleoz (Konstanz, 811–838/39)
- Abt Gozbert (St. Gallen, 816–837)
- Bischof Haito (Basel, 805-823)
Haito tritt von allen seinen Ämtern zurück, um seinen Lebensabend als einfacher Mönch auf der Reichenau zu verbringen. *Bischof Udalricus (Basel, 823–835)
In der ältesten bekannten Bischofsliste aus der Abtei Münster im Elsass erscheint Udalricus unter Papst Paschalis I., dessen Pontifikat von 817 bis 824 dauert. Ende 823 wird Udalricus zum Bischof von Basel bestimmt. - Abt Erlebald (Reichenau, 823–838)
Erlebald entstammt einem schwäbischen Grafengeschlecht und ist ein Neffe von Abt Waldo. Er kommt um 790 als Mönch in das Kloster Reichenau. Zunächst ist er Schüler von Abt Haito, der ihn an die Hofschule Karls des Großen nach Aachen entsendet; dort wird er vermutlich von Clemens von Irland unterrichtet. Nach seiner Rückkehr in die Abtei Reichenau wird er ein enger Vertrauter Abt Haitos und begleitet ihn 811 auf dessen diplomatischer Reise nach Byzanz. Die Reichenauer Konventsmitglieder wählen Erlebald in diesem Jahr einstimmig zum neuen Abt. Während Erlebalds Abbatiat erreicht der Konvent seinen personellen Höchststand. Erlebald bemüht sich besonders um den Ausbau der Klosterbibliothek und lässt das Verbrüderungsbuch der Abtei Reichenau anlegen. Er erteilt einem seiner Mönche den Auftrag, die Geschichte der Gründung des benachbarten Klosters Schienen aufzuschreiben. Daraufhin werden Reliquien des heiligen Genesius in das Kloster Reichenau übertragen. Unter Abt Erlebald wird die von Haito errichtete Kreuzbasilika durch ein Westquerhaus mit Doppelturmfassade ergänzt. Erlebald verweigert Ratold den Wunsch, sich in der von Egino von Verona gegründeten Zelle an der Westspitze der Reichenau niederzulassen. Stattdessen weist er ihm am gegenüberliegenden Ufer des Bodensees einen Platz zu. Ratold errichtet dort eine Kirche und eine Klosterzelle, aus der später die Stadt Radolfzell hervorgeht. - Fortsetzung 824
Grafschaft Aragón und Conflent
Grafschaft Barcelona, Girona, Besalú und Osona
Grafschaft Urgell, Cerdaña und Osona
Herzogtum Gascogne
Grafschaft Toulouse
Herzogtum Sachsen
- Bischof Hardward (Minden, 813–853)
- Bischof Meginhard (Osnabrück, 805–829)
- Bischof Gunthar (Hildesheim, um 815-835)
- Bischof Gerfried (Münster, 809–839)
- Bischof Badurad (Paderborn, 815–862)
Das Stift Herford wird zur Reichsabtei erhoben. - Abt Adalhard (Corvey, 822–826)
- Fortsetzung 826
Herzogtum Baiern
- Erzbischof Adalram (Salzburg, 821–836)
- Bischof Baturich (Regensburg, 817–847)
- Bischof Adalung (Eichstätt, 822–837)
- Bischof Hitto (Freising, 810/12–835)
- Bischof Reginhar (Passau, 817–838)
Confirmatio Ludovici Pii
Vor 823 verlegt der erste Passauer Bischof Vivilo angesichts der anrückenden Awaren nach der späteren Darstellung Bischof Pilgrims den Bischofssitz als letzter Bischof von Lorch im Jahr 739 nach Passau. Damit soll Passau die Rechtsnachfolge des größten Bistums im Südosten des deutschen Kulturraums zustehen. Das Stift St. Florian untersteht bereits im 9. Jahrhundert dem Bistum Passau. Karl der Große schenkt dem Bistum Passau die Martinskirche in Linz, während die Burg Linz zum Königsgut gehört. Die Confirmatio Ludovici Pii ist eine frühmittelalterliche Urkunde, welche dem Bistum Passau nach dem Abzug der Awaren bestimmte Besitzungen im heutigen Niederösterreich und Oberösterreich bestätigt. Während der Reichsversammlung in Frankfurt im Frühling 823 restituiert Kaiser Ludwig der Fromme dem Hochstift Passau gewisse Schenkungen seines Vaters, die dem Stift inzwischen durch verschiedene Markgrafen entzogen worden sind. Die auf den 28. Juni datierte Confirmatio Ludovici Pii bestätigt dem Bischof von Passau die Besitzungen von Traismauer, Wachau, Pielach, Naarn im Machlande, Ried in der Riedmark, Aschbach, Wolfsbach, Erlauf beziehungsweise Pöchlarn, Ardagger und Saxen; in Ardagger und Saxen bestätigt sie jeweils zwei Kirchen im Siedlungsgebiet. Die längere Fassung nennt zusätzlich die Leitha-Region und Zeiselmauer. Die meisten dieser Orte werden in dieser Urkunde erstmals geschichtlich erwähnt. Die Urkunde liegt in zwei Fassungen vor: Das echte, kürzere Dokument ist als Abschrift im Codex Lonsdorfianus erhalten, während das rückdatierte, längere Dokument in einem besiegelten und einem unbesiegelten Original vorliegt. Das älteste erhaltene Exemplar der Urkunde wird im Bayerischen Hauptstaatsarchiv in München aufbewahrt. - Fortsetzung 824
Herzogtum Mailand
- Erzbischof Angilbert I. (Mailand, 822-823)
Am 9. Oktober stirbt Angilbert in Mailand. Er wird in der Basilika Santa Maria Maggiore beigesetzt; die neue, der heiligen Maria geweihte und *jemale* genannte Kathedrale dient bei seinem Tod ebenfalls als sein Bestattungsort. - Fortsetzung 824
Markgrafschaft Friaul
- Markgraf Balderich (819–828)
Ljudevit flieht zuerst nach Dalmatien, wo er – in Unkenntnis von Bornas Tod – bei diesem Zuflucht zu finden hofft. Dort gerät er in Streit mit seinem Gastgeber, einem serbischen Unterfürsten, den er tötet, und flieht dann zu Bornas Onkel Ljudemisl. Dieser lässt ihn noch im gleichen Frühjahr auf Druck der Franken ermorden. Die Nachricht von Ljudevits Tod trifft im Juni bei einer Reichsversammlung in Frankfurt ein, als gerade neue Maßnahmen zur Niederwerfung des Aufstandes beschlossen werden sollen. - Fortsetzung 824
Markgrafschaft Toskana
- Markgraf Bonifatius I. (812–823)
Bonifatius I. stirbt 823. Er hinterlässt einen Sohn namens Bonifatius, der Markgraf der Toskana wird, und einen weiteren Sohn namens Berard, der seinem Bruder bei der Verteidigung Korsikas hilft. Seine einzige Tochter Richilda wird Äbtissin von SS. Benedetto e Scolastica in Lucca. - Fortsetzung 828
Herzogtum Spoleto
Herzogtum Benevent
SPANIEN
Asturien
KIRCHENSTAAT
- Papst Paschalis I. (817–824)
Paschalis salbt und krönt in Rom am Ostersonntag Lothar I., den Sohn Ludwigs des Frommen, zum Kaiser des Heiligen Römischen Reiches. Lothar I. ist nach der Krönung weniger bereit, mit der römischen Kurie zusammenzuarbeiten als sein Vater und hält einen Gerichtshof ab, bei dem er die Abtei Farfa nördlich von Rom von der päpstlichen Besteuerung befreit. Die aristokratischen Gegner Paschalis’ I. im päpstlichen Palast, insbesondere sein ehemaliger Legat Theodor und dessen Schwiegersohn Leo, wenden sich in diesem Jahr an den jungen fränkischen Herrscher Lothar I., um Unterstützung in ihrem Widerstand gegen Paschalis I. zu erhalten. Diese Entscheidung führt zur Empörung des römischen Adels und zu einem Aufstand gegen die Autorität der römischen Kurie in Norditalien unter Führung von Theodor und Leo, der rasch niedergeschlagen wird, wobei zwei Anführer von Angehörigen des päpstlichen Haushalts ergriffen, geblendet und anschließend enthauptet werden. Paschalis I. weist jede Beteiligung an diesen Taten von sich, doch der Kaiser bleibt misstrauisch und entsendet zwei Kommissare, um die Vorgänge zu untersuchen, und Paschalis I. weigert sich, sich der Autorität des kaiserlichen Gerichtes zu unterwerfen, legt jedoch vor einer Synode von vierunddreißig Bischöfen einen Reinigungseid ab. Die Kommissare kehren nach Aachen zurück, und Kaiser Ludwig der Fromme lässt die Angelegenheit fallen. In diesem Jahr salbt Paschalis I. nach der deutschen Seite Lothar I. zum Kaiser, und Lothar I. versucht bald darauf, Papsttum und Kirchenstaat enger an das Kaisertum zu binden, während Paschalis I. seinerseits versucht, Einfluss in der fränkischen Reichskirche zu gewinnen und seine Stellung in Rom zu festigen. - Fortsetzung 824
REPUBLIK VENEDIG
WESTSLAWEN
Abodriten
- Samtherrscher Ceadrag (819-838/839)
Ceadrag wird auf dem Reichstag verklagt, dass er gegen die Franken nicht gerade treu sei und es schon lange versäumt habe, dem Kaiser zu huldigen. Der Kaiser entsendet eine Abordnung, die Ceadrag mit einigen Großen seines Volkes an den Kaiser zurückschickt mit dem Versprechen, im nächsten Winter vor ihm zu erscheinen. Ceadrag hält dieses Versprechen ein und besucht im November 823 den Reichstag in Compiègne, wo er sich wegen seines langjährigen Ausbleibens in annehmbarer Weise vor dem Kaiser rechtfertigt. Obwohl er in mancher Beziehung schuldig erscheint, bleibt er doch mit Rücksicht auf die Verdienste seiner Vorfahren nicht nur straffrei, sondern darf auch reich beschenkt in sein Land zurückkehren. - Fortsetzung 826
SÜDSLAWEN
Pannonien
- Fürst Ljudevit (810-823)
Um 823, bald nach dem Zwischenfall mit den Serben, sendet Ljudevit einen Gesandten an den fränkischen Hof und erklärt, dass er bereit ist, Kaiser Ludwig den Frommen als obersten Herrscher anzuerkennen, bricht diese Annäherung jedoch ab, indem er erneut flieht, diesmal zu Ljudemisl nach Dalmatien, der als Onkel Bornas in dem inzwischen von Vladislav beherrschten Gebiet eine einflussreiche Stellung einnimmt. Ljudemisl empfängt den geflohenen Ljudevit, tötet ihn jedoch schließlich hinterlistig, womit Ljudevits Herrschaft und sein jahrelanger Widerstand gegen die fränkische Oberhoheit ein abruptes Ende finden.
Kroatien
Serbien
ERSTES BULGARISCHES REICH
BYZANTINISCHES REICH
- Kaiser Michael II. (820–829)
Der byzantinische Gegenkaiser Thomas der Slawe, der im Vorjahr wegen des Eingreifens des bulgarischen Khans Omurtag die Belagerung Konstantinopels abbrechen musste, versucht die Belagerung wieder aufzunehmen, wird von den Truppen Kaiser Michaels II. im Mai jedoch geschlagen und auf einige wenige feste Plätze in Thrakien zurückgedrängt.
Oktober: Thomas der Slawe wird von seinen eigenen Leuten an Kaiser Michael II. ausgeliefert und gepfählt. Sein Mitregent Anastasios erleidet das gleiche Schicksal. Zwei Unterstützer des Thomas, Choireas und Gazarenos Koloneiates, können sich noch einige Monate in Kleinasien halten.
Sarazenen aus dem westlichen Mittelmeerraum fallen auf der zum byzantinischen Kaiserreich gehörenden Insel Kreta ein. - Patriarch Theodotos I. (Konstantinopel, 815–821)
- Patriarch Antonios I. (Konstantinopel, 821–836)
- Fortsetzung 828
IBERIEN
KACHETIEN
ARABER
(207/208 = 15./16. Mai)
Abbasiden
- Kalif al-Ma'mūn (813–833)
Im April 823 bleibt das Verbot für Tālibiden bestehen, beim Kalifen vorzusprechen, und die Verpflichtung zur schwarzen Kleidung gilt weiterhin. - Gründung von Maschhad, einer der sieben heiligen Stätten des schiitischen Islams an der Stelle des Grabmals von ʿAlī ibn Mūsā ar-Ridā
- Statthalter Talha ibn Tahir (Chorasan, 822–828)
- Imam der Zwölferschiiten Muhammad al-Dschawād (819–835)
- Imam der Ismailiten: Ahmad al-Wafi (813–828)
- Patriarch Basileios (821–839)
- Papst und Patriarch Yakub (Alexandria, 819-830)
- Griechisch-orthodoxer Patriarch Christophoros I. (Alexandria, 817–841)
- Fortsetzung 824
Samaniden
- Emir Nuh ibn Asad (Samarkand, 819–841/842)
- Emir Yahya ibn Asad (Schasch, 819–855, Samarkand, 851/2–855)
- Emir Ahmad ibn Asad (Ferghana, 819–864/5, Schasch, 850s–864/5, Samarkand 851/2–864/5)
- Emir Ilyas ibn Asad (Herat, 819–856)
Im Juli wird Ilyas von Talha ibn Tahir nach Sistan gesandt, um gegen die Kharidschiten vorzugehen, und er bleibt dort bis Oktober. - Fortsetzung 827
Rustamiden
- Imam Abd al-Wahhab ibn Abd al-Rahman (788–823)
Abd al-Wahhab stirbt vermutlich 823/824. Sein Mandat reicht bis zu seinem Tod im Jahr 208 der Hidschra, und danach folgen die Imame in direkter Linie bis zum Ende des Reiches aufeinander. - Imam Aflah ibn Abd al-Wahhab (823–872)
Aflah ibn Abd al-Wahhab ist der dritte Imam der ibaditischen Dynastie der Rustamiden im zentralen Maghreb. Sein Großvater Ibn Rustam gründete diese Dynastie in Tahert. In seiner Jugend erlebte Aflah die Auseinandersetzungen, denen sein Vater Abd al-Wahhab gegenüber den Muʿtaziliten begegnete. Sein Vater Abd al-Wahhab und dessen Vertreter beziehungsweise Amil auf Djerba ordneten vor ihrem Tod den Bau der Tadschdit-Moschee beziehungsweise „Neuen Moschee“ in berberischer Sprache auf Djerba an. Aflah traf Abu Ghanim al-Churasani, den Verfasser der ersten bekannten ibaditischen kanonischen Sammlung mit dem Titel Mudawwana. Er studierte die Schriften Abu Sufyans und überlieferte die Traditionen der frühen Gefährten des Propheten. Aflah gilt als Mufti und Theologe und versammelt noch vor dem Erreichen der Pubertät drei Studienzirkel, Halqa, um sich. Ihm wird ein kurzes didaktisches Gedicht über die Suche nach religiösem Wissen mit dem Titel „Qasida fi fadl al-ilm wa-l-mutaallim“ zugeschrieben, das jedoch in der mittelalterlichen Literatur nicht erwähnt wird. Seine unveröffentlichten Dschawabat, „Antworten“, werden erwähnt; Handschriften weisen darauf hin, dass diese Antworten für einen oder mehrere bestimmte Gesprächspartner bestimmt sind, deren Identität nicht festgestellt ist. Die meisten Handschriften enthalten nur eine Auswahl rechtlichen Materials, das wahrscheinlich längeren Fassungen der Dschawabat entnommen ist. Die Spaltung im Dschebel Nefussa geht aus der zweiten Abspaltung unter Imam Abd al-Wahhab hervor. Aflah setzt sich nach späterer Überlieferung gegen Yazid ibn Fandin, den Führer der Nekkariten, sowie gegen die Muʿtaziliten ein und schreibt angeblich Sendschreiben gegen die Nafathiyya, eine neu gegründete schismatische Bewegung unter Farj ibn Nar.
Aflah ibn Abd al-Wahhab wird 823 Imam der ibaditischen Dynastie der Rustamiden und regiert von 823 bis 872. Während seiner Zeit erfreut sich der ibaditische Islam weiterhin beträchtlicher Beliebtheit im zentralen Maghreb, im südlichen Ifriqiya und in Tripolitanien. Das von ihm geführte Imamat zählt zu den einflussreichsten Mächten Nordafrikas. Unter seiner Herrschaft entwickelt sich Tahert wegen seiner begünstigten Verbindungen zum Mittelmeer, zum Osten und zu den Handelswegen der Sahara zu einem florierenden Zentrum des Sklavenhandels. Aflah verbessert die landwirtschaftliche Infrastruktur durch den Bau landwirtschaftlicher Gebäude und durch eine weitreichende Erweiterung der Bewässerungssysteme. Seine außergewöhnlich lange Herrschaft gilt als das goldene Zeitalter des rustamidischen Imamats. Trotz Unruhen in der östlichen Provinz des Reiches bleibt seine Herrschaft verhältnismäßig friedlich. Durch flexible Diplomatie und Großzügigkeit setzt er seine Autorität über die nomadischen Stämme der Region durch und festigt seine Macht. Die Beziehungen zu den Umayyaden von Córdoba sind günstig. Aflah führt den Bau der Tadschdit-Moschee oder „Neuen Moschee“ auf Djerba fort, deren Errichtung sein Vater Abd al-Wahhab und dessen Vertreter beziehungsweise Amil auf Djerba vor ihrem Tod angeordnet haben. Nach S. Ibn Yaqub wird ihre Errichtung an das Ende des 9. Jahrhunderts datiert, weil die beiden Moscheen der Region, Tagumin und Tawargit, von denen letztere verschwunden ist, nicht mehr ausreichen, um die Bevölkerung aufzunehmen; er bestätigt, dass Tadschdit auf Befehl des rustamidischen Staates erbaut wird. Nach ihm entwickelt sich die Madrasa, sobald die Moschee geschaffen ist; um den Ort der Anbetung befinden sich Bauten für Unterricht sowie für die Unterbringung von Schülern und Lehrern, worauf noch Erdhügel in der Umgebung hinweisen. Aflah sieht sich wachsender Opposition aus Stammeskonflikten und antiautoritären charidschitischen Tendenzen gegenüber. Seine Herrschaft wird hauptsächlich von der muʿtazilitischen Bewegung geprägt. Er erlebt die Folgen ihres Aufstiegs und Triumphs sowie ihres späteren Niedergangs. Als Erwachsener führt er eine gewaltsame Unterdrückung gegen die Muʿtaziliten durch. Später gliedert er die Muʿtaziliten wieder in die Gemeinschaft von Tahert ein und wird Imam der ibaditisch-sufritisch-wasilitischen Fraktion, der Muʿtaziliten. Sie gewinnen erheblichen Einfluss, gehören zu seinem inneren Kreis und werden sogar mit seinem Schutz betraut; sie sind Nomaden in der Umgebung von Tahert. Aflah unterhält eine Gesandtschaft bis in den Sudan; der Staat, mit dem diese Gesandtschaft besteht, ist unbekannt, wahrscheinlich handelt es sich um einen Staat namens Gao. Die Macht Imam Aflahs beunruhigt die Abbasiden so sehr, dass sie ihm vorwerfen, gegen ihre Dynastie zu verschwören und die Machtergreifung in Bagdad vorzubereiten. Sein Sohn Abu al-Yaqzan versammelt während seiner Pilgerfahrt in Mekka angeblich charidschitische Führer aus dem Osten, wird dort gefangen genommen und später nach Bagdad gebracht und dort bis zum Tod al-Mutawakkils inhaftiert. Aflah dehnt seinen Handel bis nach Niger, Mali und Tschad aus und bekehrt den gesamten Maghreb zu seiner Lehre. Nach Aflahs Tod wird die innere Geschichte des rustamidischen Reiches unruhig. Nachdem die Abbasiden seinen vorgesehenen Erben Abu al-Yaqzan gefangen genommen haben, führt die Nachfolge seines jüngeren Sohnes Abu Bakr rasch zu einer politischen Krise. - Fortsetzung 836
Idrisiden
Aghlabiden
Sidschilmasa
- Die Dynastie der Midrariden übernimmt die Herrschaft im charidschitischen Emirat Sidschilmasa im späteren Marokko. Über die einzelnen Herrscher sind keine Wikipedia-Artikel vorhanden, selbst über die Dynastie der Midrariden nicht.
Emirat von Córdoba
CHASAREN
UIGURISCHES KAGANAT
INDIEN
Pratihara
Chauhan-Dynastie
Rashtrakuta
Pallava
Pandya
Anuradhapura
TIBET
- König Ralpachen (815–838)
Im Jahr 823 wird eine weitere Steininschrift geschaffen, die den Friedensvertrag zwischen Tibet und der Tang-Dynastie bezeugt. Diese Inschrift steht auf dem Pass, der die Grenze markiert. - Fortsetzung 838
KHMER
CHINA
(58. (59.) Zyklus - Jahr des Wasser-Hasen; am Beginn des Jahres Wasser-Tiger)
Tang-Dynastie
- Kaiser Tang Muzong (821–824)
Um 823 erleidet Kaiser Muzong während eines Polospiels im Palast einen Schlaganfall und kann nicht mehr gehen. Auf Drängen von Pei Du und Li Fengji wird er zu einer Audienz mit den Beamten gebracht, und dabei wird sein ältester Sohn Li Zhan zum Kronprinzen erhoben. Im selben Jahr ernennt Kaiser Muzong Niu Sengru zum Kanzler, was Li Deyu enttäuscht; außerdem werden Pei Du und Li Shen aus der Hauptstadt entfernt. - Fortsetzung 824
KOREA
Silla
- König Heondeok (809-826)
In diesem Jahr kommt es zum Aufstand des Sohnes von Kim Hŏnch'ang, der sich im Vorjahr erhoben hat. Beide Aufstände werden niedergeschlagen. - Fortsetzung 824
Balhae
JAPAN
- Tennõ Saga (809–823)
823 überträgt Saga den Tempel Tō‑ji an Kūkai. Im Jahr zuvor hat er Saichōs lang gehegten Wunsch nach der Einrichtung einer Ordinationsplattform anerkannt. Ebenfalls 823 dankt Saga zugunsten von Prinz Ōtomo (später Kaiser Junna) ab, wird zum abgedankten Kaiser und ernennt seinen Sohn Prinz Masayoshi (später Kaiser Ninmyō) zum Kronprinzen. Fujiwara no Fuyutsugu, ein enger Vertrauter Sagas, der finanzielle Sparsamkeit zur Erhaltung des Ritsuryō‑Systems befürwortet, widerspricht der Abdankung, da ein weiterer abgedankter Kaiser neben Kaiser Heizei in Zeiten wiederholter Missernten eine erhebliche finanzielle Belastung darstellt, doch Saga setzt die Abdankung fort, möglicherweise um die Gewohnheit zu durchbrechen, dass grundsätzlich der älteste Sohn des Kaisers den Thron erbt, und um einem weiteren Sohn Kaiser Kanmus den Thron zu überlassen, wobei seine vergleichsweise frühe Abdankung auch als Rücksichtnahme auf seinen gleichaltrigen Halbbruder Prinz Ōtomo gilt. - Tennõ Junna (823–833)
Am 16. April beziehungsweise 29. Mai besteigt Ōtomo als Kaiser Junna nach der Abdankung agas den Thron. Die Einzelheiten der Inthronisationszeremonie sind im Bericht über die Inthronisation Kaiser Junnas festgehalten. Mit Junnas Thronbesteigung ändert der Ōtomo-Klan seinen Familiennamen in Tomo, um die Verwendung des persönlichen Namens des Kaisers zu vermeiden. Am 30. Mai dankt Kaiser Saga im 14. Jahr seiner Herrschaft ab; Junna, Sagas jüngerer Bruder und der dritte Sohn Kaiser Kammus, erhält die Nachfolge. Die kaiserliche Prinzessin Ujiko wird die 16. Saiō des Ise-Schreins und bekleidet dieses Amt bis 827. Junna ist nach der traditionellen Reihenfolge der 53. Kaiser von Japan und auch als Kaiser Saiin bekannt. Während seiner Herrschaft bleiben wegen des Verlustes des Nihon Kōki viele Einzelheiten unklar. Er ernennt fähige Beamte, darunter Kiyohara no Natsuno, versucht dem politischen Verfall in den Provinzen entgegenzuwirken, führt Maßnahmen zur Bodenpolitik durch und bemüht sich um höhere Steuereinnahmen. Er überwacht außerdem die Zusammenstellung des Ryōgige und des Nihon Kōki. Junna hat sechs Kaiserinnen und kaiserliche Gemahlinnen sowie 13 kaiserliche Söhne und Töchter. Sein persönlicher Name lautet Ōtomo. Nach seiner Thronbesteigung ernennt er nicht seinen eigenen Sohn Prinz Tsuneyo, sondern Prinz Masayoshi, den rechtmäßigen Sohn Kaiser Sagas und späteren Kaiser Ninmyō, zum Kronprinzen. Da Prinz Tsuneyo während Junnas Regierungszeit an einer Krankheit stirbt, ernennt der neu gekrönte Kaiser Ninmyō Prinz Tsunesada, den Sohn Junnas und Prinzessin Masakos, einer Tochter Kaiser Sagas, zum Kronprinzen. Junna ist nach dem Text besorgt, dass Prinz Tsunesada ohne Unterstützung mächtiger Adliger Kronprinz wird, und vertraut die Angelegenheiten des Prinzen seinem loyalen Vertrauten Fujiwara no Yoshino an. Die Kaiserliche Hofbehörde bezeichnet Ōharano no Nishi no Minenoe no Misasagi im Bezirk Nishikyō in Kyōto als Ort von Kaiser Junnas Grab. Einer Überlieferung zufolge erklärt Junna vor seinem Tod Kronprinz Tsunesada, dass kein Familiengrab errichtet werden solle, weil der Geist eines Menschen nach dem Tod in den Himmel zurückkehre, leere Gräber jedoch Dämonen und böse Geister anziehen könnten. Er ordnet an, seine Knochen zu Pulver zu zermahlen und in den Bergen zu verstreuen. Er wird im heutigen Mukō in Kyōto eingeäschert; seine Knochen und Asche werden von einem Bergrücken in Ohara aus verstreut, und nach seinem Willen wird kein Grab errichtet. Deshalb ist im Engishiki kein Grabort verzeichnet. Während der Edo-Zeit wird ein willkürlich ausgewählter Ort auf dem Berg als Verehrungsstätte für den Kaiser bestimmt. Die Regierungsjahre Junnas fallen in die Äranamen Kōnin und Tenchō. Kugyō bezeichnet die wenigen mächtigsten Männer am Hof des Kaisers in der Zeit vor der Meiji-Zeit; diese Elite umfasst im Allgemeinen jeweils nur drei oder vier Männer und besteht aus erblichen Höflingen, deren Erfahrung und Herkunft sie an den Höhepunkt ihrer Laufbahn führen. - Fortsetzung 824
QUELLEN
Blaue Stichwörter verweisen stets direkt auf den entsprechenden Wikipedia-Artikel; alle anderen Links sind nach der jeweiligen Quelle benannt.
12.07.2023 Artikel eröffnet
17.08.2023 Grundstock erstellt
13.08.2026 Grundstock ergänzt