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810: Unterschied zwischen den Versionen

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<center>[[810 Chronik]]</center>
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==KORREKTURLAUF==
*neu: Dänemark
==NORDGERMANEN==
'''Dänemark'''
*[https://en.wikipedia.org/wiki/Gudfred König Gudfred (804-810)] <br />Im Jahr 810 hält sich Karl der Große in seiner Hauptresidenz Aachen auf und entwirft Pläne für einen großen militärischen Feldzug gegen Gudfred, doch der dänische Herrscher kommt seinen Plänen zuvor. Eine Wikingerflotte von zweihundert Segeln greift unerwartet Friesland an, wobei Gudfred der Flotte nicht folgt, sondern im Heimatland bleibt, und die Dänen verwüsten zunächst die Inseln vor der Küste, bevor sie auf dem Festland landen. Die lokalen Truppen stellen sich den Plünderern entgegen, werden jedoch in drei Schlachten geschlagen, woraufhin die Bewohner kapitulieren und die Wikinger die Kaufleute und Bauern dazu bringen, hundert Pfund Silber als Steuer zu zahlen, was darauf hindeutet, dass der König Nordfriesland als dänisches Gebiet beansprucht. Der zeitgenössische Historiker Einhard berichtet, Gudfred sei so sehr von einer eitlen Hoffnung berauscht, dass er den Herrschaftsanspruch über ganz Germanien erhebt und Friesland sowie Sachsen nicht anders als als seine Provinzen ansieht. Als Karl der Große dies erfährt, sammelt er alle verfügbaren Truppen und errichtet ein Lager am Zusammenfluss von Aller und Weser, um den nächsten Schritt des dänischen Herrschers abzuwarten, und die Annalen berichten, dieser König, berauscht von der Hoffnung auf Sieg, prahle damit, den Kaiser auf offenem Feld bekämpfen zu wollen. Noch bevor weitere Maßnahmen erfolgen, treffen jedoch Nachrichten über den Rückzug der Wikingerflotte ein sowie über den raschen Tod Gudfreds, der von einem seiner Hauskarle, in den Annalen als Satellit bezeichnet, ermordet wird, wobei der Bericht des Notker von Sankt Gallen aus der Zeit um 883 zusätzliche, als unzuverlässig eingestufte Details liefert, nach denen Gudfred beim Entenjagen mit dem Falken von seinem eigenen Sohn angegriffen und mit dem Schwert getötet wird, weil der König seine Frau verlassen hat und diese ihren Sohn um Rache gebeten hat. Der Krieg gegen das Karolingische Reich endet mit Gudfreds Tod, und sein Neffe Hemming folgt ihm ohne bekannte Unruhen auf dem Thron, schließt im Jahr 811 einen Friedensvertrag mit den Franken, während das dänische Königreich ab 812 durch heftige dynastische Kämpfe geschwächt wird, was die dänische Bedrohung für das fränkische Reich vorübergehend mindert.
*[http://en.wikipedia.org/wiki/Hemming_of_Denmark '''König Hemming (810–812)'''] <br />810–812: Nach der Ermordung Göttriks 810 folgt Hemming als König über die an das Frankenreich angrenzenden Gebiete und schließt 811 mit Karl dem Großen einen Friedensvertrag, in dem die Eider als südliche Grenze des dänischen Einflussgebietes festgelegt wird. Hemming vertreibt Horik I. und seine vier Brüder aus dem Land, verstirbt aber bereits 812, was einen Erbfolgekrieg auslöst. An dessen Ende sind die ursprünglichen Kontrahenten gefallen, und es stehen sich Harald Klak und seine Brüder sowie die Söhne des Göttrik, angeführt von Horik I., als Anwärter auf den alleinigen Herrschertitel gegenüber.
*[[811#NORDGERMANEN | Fortsetzung 811]]
*'''809:''' Gudfred: Im Jahr 809 setzt Gudfred angesichts der fränkischen Expansion, die heidnisches Friesland über ein Jahrhundert hinweg und Altsachsen von 772 bis 804 erobert, eine Entscheidung und beschließt, die Obodriten in den alten sächsischen Gebieten anzugreifen, da er eine Invasion durch die Franken befürchtet. Die von See aus durchgeführte Invasion verläuft trotz erheblicher dänischer Verluste erfolgreich, und während einer Belagerung fällt sein Brudersohn Ragnvald, der zweitwichtigste Mann im Königreich, zusammen mit mehreren Anführern. Gudfred erobert nun eine Reihe slawischer Festungen und bringt zwei Gaue dazu, ihm Steuern zu zahlen, während der Obodritenfürst Drożko, in lateinischer Form Thrasco oder Thrasucon genannt, aus seinem Land vertrieben wird und ein weiterer Anführer namens Godelaib durch List gefangen genommen und gehängt wird. Die slawischen Linonen, Smeldingi und Wiltzes, die zuletzt genannten als alte Feinde der Obodriten, entscheiden sich, auf dänischer Seite zu kämpfen. Bevor Gudfred in sein Königreich zurückkehrt, zerstört er den wichtigen Hafen Reric an der Ostseeküste, der wahrscheinlich im Gebiet der heutigen Gemeinde Blowatz liegt, wobei ausdrücklich erwähnt wird, dass Reric ein dänischer Name ist und der Hafen dem Königreich durch die Erhebung von Abgaben große Vorteile bringt. Durch diese Tat verhindert er möglicherweise, dass Karl der Große Reric als Teil einer strategischen Handelsroute nutzt, und die Kaufleute werden gezwungen, der Wikingerflotte nach Sliesthorp zu folgen, wo der König für einige Zeit verweilt und Pläne für die Zukunft entwirft. Aus Furcht vor fränkischen Vergeltungsmaßnahmen beschließt Gudfred, die Grenze zu Sachsen mit einem Wall zu versiegeln, der später als Danewerk bekannt wird, wobei die fränkischen Annalen den Eindruck einer Neuschöpfung erwecken, moderne Archäologie jedoch belegt, dass bereits seit etwa 450 bis 500 ein Verteidigungswall existiert und Gudfred demnach eine ältere Struktur zur Verteidigung seines Reiches verbessert. Archäologen identifizieren diesen Ausbau mit einer gigantischen, vier Kilometer langen und drei Meter hohen Feldsteinmauer, und das verbesserte Danewerk verläuft von der Schlei zur Westküste Dänemarks über den Fluss Treene, wobei der Wall aus einem Erdwall mit hölzernem Palisadenzaun besteht, der nach Süden durch einen tiefen Graben geschützt wird und nur ein einziges Tor besitzt, durch das Reiter und Wagen passieren können. Dänemarks wichtigste Stadt Sliesthorp beziehungsweise Haithabu, die offenbar bereits an der Schlei existiert, wird erweitert und mit dänischen Soldaten besetzt, und die frühen Abschnitte des Walls dienen dem Schutz dieser Stadt; archäologische Funde bestätigen, dass sie um 810 deutlich zu florieren beginnt. Als Karl der Große von der dänischen Invasion hört, befiehlt er seinem Sohn Karl dem Jüngeren, ein Heer von Franken und Sachsen zur Elbe zu führen, falls der ungestüme Gudfred etwas gegen das sächsische Gebiet unternehmen sollte, und Karl der Jüngere verzichtet darauf, das dänische Kernland anzugreifen, verwüstet jedoch die Gebiete der Linonen und Smeldingi und kehrt anschließend zurück. Im folgenden Jahr, das in den Annalen als 809 erscheint, informiert Gudfred Karl den Großen über reisende Kaufleute, dass er sich des Zorns des Kaisers über die Invasion bewusst ist und eine politische Lösung anstrebt, woraufhin die Gesandten Karls den Großen die dänischen Großen in Badenfliot an der Eider treffen, jedoch keinen Frieden aushandeln können. Nun tritt der Obodritenfürst Drożko erneut auf, erscheint mit sächsischen Hilfstruppen und greift die Verbündeten Gudfreds, die Wiltzes, heftig an, obwohl sein eigener Sohn als Geisel am Hof Gudfreds verweilt, unterwirft die slawischen Länder, die den dänischen König anerkannt haben, und gewinnt erfolgreich seine frühere Stellung zurück, wird aber bald darauf im wiederaufgebauten Reric durch von Gudfred entsandte Attentäter ermordet. Die ernsthafte Besorgnis des Kaisers über die Vermessenheit und Arroganz des dänischen Königs zeigt sich in der Einrichtung einer Garnison nördlich der Elbe in Esesfelth, und er verpflichtet seine Untertanen zu besonderen religiösen Feiern, um die heidnische Bedrohung abzuwenden.
*[[810#NORDGERMANEN | Fortsetzung 810]]
*'''807:''' Gudfred: Im Jahr 807 schwört ein dänischer Anführer namens Halfdan aus Schutzgründen Karl dem Großen die Treue, und es wird angenommen, dass er der Vater des späteren Königs und Prätendenten Harald Klak und Bruder eines früheren Königs Harald ist, was wahrscheinlich bedeutet, dass er Gudfred aufgrund eines dynastischen Konflikts die Gefolgschaft verweigert. Es kann sein, dass Halfdan Graf einiger wohlhabender Marktstädte südlich der Eider wird, die das spätere Nordfriesland bilden, und diese Region entwickelt sich später zu einer Basis für seine Nachkommen.
*'''804:''' Gudfred: Im späten 8. Jahrhundert herrscht Gudfred als dänischer König, wobei seine Vaterschaft unbekannt ist, er aber möglicherweise eng mit Sigfred verwandt ist, der ungefähr von 770 bis 804 als König von Dänemark regiert. Er wird als Herrscher über die dänischen Inseln sowie über Teile Nordalbingiens, Norwegens und des heutigen Südschwedens bezeugt, sein Reich erstreckt sich von Schleswig über Fünen, Seeland und die übrigen Inseln bis in das heute schwedische Schonen, und er gilt daher als einer der frühen Reichseiniger Dänemarks. Gegen Ende des 8. Jahrhunderts sehen sich die Dänen und ihre sächsischen Nachbarn Herausforderungen durch die Franken unter der expansiven Herrschaft Karls des Großen gegenüber, und im Jahr 798 werden die Sachsen von den mit dem fränkischen Kaiser verbündeten Obodriten, einem westslawischen Volk, in der Schlacht von Bornhöved oder an der Schwentine geschlagen, wobei ein Teil des sächsischen Landes in Holstein nördlich der Elbe den Obodriten im Jahr 804 als Belohnung zugesprochen wird. Im Jahr 804 dringt ein fränkisches Heer bis zur Eider vor, die zu dieser Zeit die südliche Grenze Dänemarks bildet, und angesichts dieser Entwicklung verspricht Gudfred, Karl den Großen persönlich zu einer Unterredung zu treffen. Nach einiger Zeit erscheint er mit seiner Flotte und der gesamten Reiterei seines Königreichs in Sliesthorp, das mit Schleswig beziehungsweise Haithabu gleichgesetzt wird und die Grenze zwischen Sachsen und seinem Reich markiert, doch auf Rat seiner Männer nimmt er Abstand davon, den Kaiser zu treffen, und bleibt der Zusammenkunft fern. Karl der Große schlägt ein Lager in Hollenstedt an der Elbe auf und sendet einen Boten zu Gudfred, mit der Aufforderung, einige Rebellen auszuliefern, die im dänischen Königreich Zuflucht gefunden haben, aber es ist nichts darüber bekannt, dass daraus etwas entsteht, und der Kaiser kehrt im September desselben Jahres nach Köln zurück. [https://en.wikipedia.org/wiki/Sigfred König Sigfred (770–798/804)]


==MAYA==
==MAYA==

Aktuelle Version vom 6. Juli 2026, 17:03 Uhr

807 | 808 | 809 | 810 | 811 | 812 | 813
810 Chronik

KORREKTURLAUF

  • neu: Dänemark

NORDGERMANEN

Dänemark

  • König Gudfred (804-810)
    Im Jahr 810 hält sich Karl der Große in seiner Hauptresidenz Aachen auf und entwirft Pläne für einen großen militärischen Feldzug gegen Gudfred, doch der dänische Herrscher kommt seinen Plänen zuvor. Eine Wikingerflotte von zweihundert Segeln greift unerwartet Friesland an, wobei Gudfred der Flotte nicht folgt, sondern im Heimatland bleibt, und die Dänen verwüsten zunächst die Inseln vor der Küste, bevor sie auf dem Festland landen. Die lokalen Truppen stellen sich den Plünderern entgegen, werden jedoch in drei Schlachten geschlagen, woraufhin die Bewohner kapitulieren und die Wikinger die Kaufleute und Bauern dazu bringen, hundert Pfund Silber als Steuer zu zahlen, was darauf hindeutet, dass der König Nordfriesland als dänisches Gebiet beansprucht. Der zeitgenössische Historiker Einhard berichtet, Gudfred sei so sehr von einer eitlen Hoffnung berauscht, dass er den Herrschaftsanspruch über ganz Germanien erhebt und Friesland sowie Sachsen nicht anders als als seine Provinzen ansieht. Als Karl der Große dies erfährt, sammelt er alle verfügbaren Truppen und errichtet ein Lager am Zusammenfluss von Aller und Weser, um den nächsten Schritt des dänischen Herrschers abzuwarten, und die Annalen berichten, dieser König, berauscht von der Hoffnung auf Sieg, prahle damit, den Kaiser auf offenem Feld bekämpfen zu wollen. Noch bevor weitere Maßnahmen erfolgen, treffen jedoch Nachrichten über den Rückzug der Wikingerflotte ein sowie über den raschen Tod Gudfreds, der von einem seiner Hauskarle, in den Annalen als Satellit bezeichnet, ermordet wird, wobei der Bericht des Notker von Sankt Gallen aus der Zeit um 883 zusätzliche, als unzuverlässig eingestufte Details liefert, nach denen Gudfred beim Entenjagen mit dem Falken von seinem eigenen Sohn angegriffen und mit dem Schwert getötet wird, weil der König seine Frau verlassen hat und diese ihren Sohn um Rache gebeten hat. Der Krieg gegen das Karolingische Reich endet mit Gudfreds Tod, und sein Neffe Hemming folgt ihm ohne bekannte Unruhen auf dem Thron, schließt im Jahr 811 einen Friedensvertrag mit den Franken, während das dänische Königreich ab 812 durch heftige dynastische Kämpfe geschwächt wird, was die dänische Bedrohung für das fränkische Reich vorübergehend mindert.
  • König Hemming (810–812)
    810–812: Nach der Ermordung Göttriks 810 folgt Hemming als König über die an das Frankenreich angrenzenden Gebiete und schließt 811 mit Karl dem Großen einen Friedensvertrag, in dem die Eider als südliche Grenze des dänischen Einflussgebietes festgelegt wird. Hemming vertreibt Horik I. und seine vier Brüder aus dem Land, verstirbt aber bereits 812, was einen Erbfolgekrieg auslöst. An dessen Ende sind die ursprünglichen Kontrahenten gefallen, und es stehen sich Harald Klak und seine Brüder sowie die Söhne des Göttrik, angeführt von Horik I., als Anwärter auf den alleinigen Herrschertitel gegenüber.
  • Fortsetzung 811
  • 809: Gudfred: Im Jahr 809 setzt Gudfred angesichts der fränkischen Expansion, die heidnisches Friesland über ein Jahrhundert hinweg und Altsachsen von 772 bis 804 erobert, eine Entscheidung und beschließt, die Obodriten in den alten sächsischen Gebieten anzugreifen, da er eine Invasion durch die Franken befürchtet. Die von See aus durchgeführte Invasion verläuft trotz erheblicher dänischer Verluste erfolgreich, und während einer Belagerung fällt sein Brudersohn Ragnvald, der zweitwichtigste Mann im Königreich, zusammen mit mehreren Anführern. Gudfred erobert nun eine Reihe slawischer Festungen und bringt zwei Gaue dazu, ihm Steuern zu zahlen, während der Obodritenfürst Drożko, in lateinischer Form Thrasco oder Thrasucon genannt, aus seinem Land vertrieben wird und ein weiterer Anführer namens Godelaib durch List gefangen genommen und gehängt wird. Die slawischen Linonen, Smeldingi und Wiltzes, die zuletzt genannten als alte Feinde der Obodriten, entscheiden sich, auf dänischer Seite zu kämpfen. Bevor Gudfred in sein Königreich zurückkehrt, zerstört er den wichtigen Hafen Reric an der Ostseeküste, der wahrscheinlich im Gebiet der heutigen Gemeinde Blowatz liegt, wobei ausdrücklich erwähnt wird, dass Reric ein dänischer Name ist und der Hafen dem Königreich durch die Erhebung von Abgaben große Vorteile bringt. Durch diese Tat verhindert er möglicherweise, dass Karl der Große Reric als Teil einer strategischen Handelsroute nutzt, und die Kaufleute werden gezwungen, der Wikingerflotte nach Sliesthorp zu folgen, wo der König für einige Zeit verweilt und Pläne für die Zukunft entwirft. Aus Furcht vor fränkischen Vergeltungsmaßnahmen beschließt Gudfred, die Grenze zu Sachsen mit einem Wall zu versiegeln, der später als Danewerk bekannt wird, wobei die fränkischen Annalen den Eindruck einer Neuschöpfung erwecken, moderne Archäologie jedoch belegt, dass bereits seit etwa 450 bis 500 ein Verteidigungswall existiert und Gudfred demnach eine ältere Struktur zur Verteidigung seines Reiches verbessert. Archäologen identifizieren diesen Ausbau mit einer gigantischen, vier Kilometer langen und drei Meter hohen Feldsteinmauer, und das verbesserte Danewerk verläuft von der Schlei zur Westküste Dänemarks über den Fluss Treene, wobei der Wall aus einem Erdwall mit hölzernem Palisadenzaun besteht, der nach Süden durch einen tiefen Graben geschützt wird und nur ein einziges Tor besitzt, durch das Reiter und Wagen passieren können. Dänemarks wichtigste Stadt Sliesthorp beziehungsweise Haithabu, die offenbar bereits an der Schlei existiert, wird erweitert und mit dänischen Soldaten besetzt, und die frühen Abschnitte des Walls dienen dem Schutz dieser Stadt; archäologische Funde bestätigen, dass sie um 810 deutlich zu florieren beginnt. Als Karl der Große von der dänischen Invasion hört, befiehlt er seinem Sohn Karl dem Jüngeren, ein Heer von Franken und Sachsen zur Elbe zu führen, falls der ungestüme Gudfred etwas gegen das sächsische Gebiet unternehmen sollte, und Karl der Jüngere verzichtet darauf, das dänische Kernland anzugreifen, verwüstet jedoch die Gebiete der Linonen und Smeldingi und kehrt anschließend zurück. Im folgenden Jahr, das in den Annalen als 809 erscheint, informiert Gudfred Karl den Großen über reisende Kaufleute, dass er sich des Zorns des Kaisers über die Invasion bewusst ist und eine politische Lösung anstrebt, woraufhin die Gesandten Karls den Großen die dänischen Großen in Badenfliot an der Eider treffen, jedoch keinen Frieden aushandeln können. Nun tritt der Obodritenfürst Drożko erneut auf, erscheint mit sächsischen Hilfstruppen und greift die Verbündeten Gudfreds, die Wiltzes, heftig an, obwohl sein eigener Sohn als Geisel am Hof Gudfreds verweilt, unterwirft die slawischen Länder, die den dänischen König anerkannt haben, und gewinnt erfolgreich seine frühere Stellung zurück, wird aber bald darauf im wiederaufgebauten Reric durch von Gudfred entsandte Attentäter ermordet. Die ernsthafte Besorgnis des Kaisers über die Vermessenheit und Arroganz des dänischen Königs zeigt sich in der Einrichtung einer Garnison nördlich der Elbe in Esesfelth, und er verpflichtet seine Untertanen zu besonderen religiösen Feiern, um die heidnische Bedrohung abzuwenden.
  • Fortsetzung 810
  • 807: Gudfred: Im Jahr 807 schwört ein dänischer Anführer namens Halfdan aus Schutzgründen Karl dem Großen die Treue, und es wird angenommen, dass er der Vater des späteren Königs und Prätendenten Harald Klak und Bruder eines früheren Königs Harald ist, was wahrscheinlich bedeutet, dass er Gudfred aufgrund eines dynastischen Konflikts die Gefolgschaft verweigert. Es kann sein, dass Halfdan Graf einiger wohlhabender Marktstädte südlich der Eider wird, die das spätere Nordfriesland bilden, und diese Region entwickelt sich später zu einer Basis für seine Nachkommen.
  • 804: Gudfred: Im späten 8. Jahrhundert herrscht Gudfred als dänischer König, wobei seine Vaterschaft unbekannt ist, er aber möglicherweise eng mit Sigfred verwandt ist, der ungefähr von 770 bis 804 als König von Dänemark regiert. Er wird als Herrscher über die dänischen Inseln sowie über Teile Nordalbingiens, Norwegens und des heutigen Südschwedens bezeugt, sein Reich erstreckt sich von Schleswig über Fünen, Seeland und die übrigen Inseln bis in das heute schwedische Schonen, und er gilt daher als einer der frühen Reichseiniger Dänemarks. Gegen Ende des 8. Jahrhunderts sehen sich die Dänen und ihre sächsischen Nachbarn Herausforderungen durch die Franken unter der expansiven Herrschaft Karls des Großen gegenüber, und im Jahr 798 werden die Sachsen von den mit dem fränkischen Kaiser verbündeten Obodriten, einem westslawischen Volk, in der Schlacht von Bornhöved oder an der Schwentine geschlagen, wobei ein Teil des sächsischen Landes in Holstein nördlich der Elbe den Obodriten im Jahr 804 als Belohnung zugesprochen wird. Im Jahr 804 dringt ein fränkisches Heer bis zur Eider vor, die zu dieser Zeit die südliche Grenze Dänemarks bildet, und angesichts dieser Entwicklung verspricht Gudfred, Karl den Großen persönlich zu einer Unterredung zu treffen. Nach einiger Zeit erscheint er mit seiner Flotte und der gesamten Reiterei seines Königreichs in Sliesthorp, das mit Schleswig beziehungsweise Haithabu gleichgesetzt wird und die Grenze zwischen Sachsen und seinem Reich markiert, doch auf Rat seiner Männer nimmt er Abstand davon, den Kaiser zu treffen, und bleibt der Zusammenkunft fern. Karl der Große schlägt ein Lager in Hollenstedt an der Elbe auf und sendet einen Boten zu Gudfred, mit der Aufforderung, einige Rebellen auszuliefern, die im dänischen Königreich Zuflucht gefunden haben, aber es ist nichts darüber bekannt, dass daraus etwas entsteht, und der Kaiser kehrt im September desselben Jahres nach Köln zurück. König Sigfred (770–798/804)

MAYA

Tikal

Copan

  • Ajaw Yax Pasaj Chan Yopaat (763-810)
    In den Quellen wird Yax Pasaj Chan Yopaat bis 810 oder sogar noch etwas länger als Herrscher aufgeführt. Nach seinem Tod gerät Copán in eine Phase des Niedergangs; Teile der Bevölkerung verlassen Copán wandern und in andere Stadtstaaten ab.
  • Fortsetzung 822

NORDGERMANEN

  • Eine dänische Flotte plündert Friesland und die friesischen Inseln.
  • Danewerk
    um 810: Der Dänenkönig Gudfred errichtet zum Schutz gegen die Franken den Schutzwall „Danewerk“ zwischen Treene und Schlei, die zwischen den Flüssen Bille und Alster schon zu sächsischer Zeit bestehende Hammaburg wird damit fränkisch. - Nach dem Tod von Gudfred kommt es zu einem erbitterten Erbfolgekrieg um seine Nachfolge in Dänemark.

PIKTEN

KELTEN

  • Der König von Ailech ist gleichzeitig auch Hochkönig von Irland

Ailech

Ulster

  • König Eochaid mac Fiachnai (790–810)
    Eochaid mac Fiachnai stirbt. Er gilt als Dal-Fiatach-König von Ulaid und als Herrscher, der von 790 bis 810 regiert. Mit ihm verbinden sich außerdem die Gründung von Dún Echdach, das später zum Königssitz des Dál Fiatach wird, sowie die Söhne Muiredach mac Eochada, der ebenfalls König von Ulaid wird, und Áed mac Eochada, der drei Könige von Ulaid zeugt.
  • König Cairell mac Fiachnai (810–819)
    Cairell übernimmt die Herrschaft und ist ab diesem Zeitpunkt König von Ulster. Seine Regierungszeit dauert von 810 bis 819.
  • Fortsetzung 811

Connacht

Meath

Leinster

Gwynedd

Powys

ANGELSACHSEN

Northumbria

Mercia

Wessex

Essex

FRÄNKISCHES REICH

Grafschaft Aragón und Conflent

Grafschaft Barcelona

Grafschaft Urgell, Cerdaña und Osona

Herzogtum Gascogne

Grafschaft Toulouse

Abodriten

  • Samtherrscher Drasco (804–810)
    Drasco wird in Reric von einem Vasallen des dänischen Königs Göttrik ermordet. Aufgrund der Bezeichnung als Vasall und dem Ort des Todes inmitten des eigenen Herrschaftsgebietes spricht viel dafür, dass es sich bei dem Attentäter um einen abodritischen Gefolgsmann Göttriks handelt. Im Gegensatz zur Chronik von Moissac halten die Annales regni Francorum den Tod Drascos für 809 fest, doch der Verweis auf den 15. März lässt das Ereignis im Folgejahr 810 einordnen. Nach Drascos Tod bestimmt Karl der Große dessen Bruder Sclaomir zum Herrscher der Abodriten. Das Bündnis überdauert Karls Tod 814 nur noch um wenige Jahre.
  • Samtherrscher Sclaomir (810–819)
    Karl der Große setzt daraufhin Sclaomir in Verden als Samtherrscher der Abodriten ein. Sclaomir übernimmt damit die Samtherrschaft über den abodritischen Stammesverband und ist Vasall der Franken.
  • Limes Saxoniae
    Karl der Große ist zum letzten Mal selbst in Norddeutschland, er rechnet mit einem Angriff des dänischen Königs nach Süden zur Elbe hin. Vermutlich wird bei dieser Gelegenheit eine neue Grenzziehung zwischen Franken und Abotriten vereinbart, der Limes Saxoniae. Damit wird das 804 zunächst an die Abotriten übergebene nordelbische Gebiet in das Frankenreich übernommen.
  • Fortsetzung 812

​ Herzogtum Sachsen

​ Herzogtum Baiern

  • Herzog Karl der Große (788–814)
  • Erzbischof Arn (Salzburg, 798-821)
  • Bischof Adalwin (Regensburg, 791–816)
  • Bischof Agan (Eichstätt, 806–822)
  • Bischof Atto (Freising, 783/784–810/811)
    Atto von Freising, auch Atto der Kienberger genannt, stirbt im Jahr 810 oder 811 und beendet damit seine Amtszeit als fünfter Bischof von Freising, die von 783/784 bis 810/811 reicht. Mit seinem Tod schließt sich eine Bischofsepoche, in der Mitglieder des Huosi‑Clans – nach Arbeo – die Leitung des Bistums innehaben und zugleich durch Klostergründungen, Missionstätigkeit und Gebietserwerbungen die kirchliche und adlige Landschaft Altbayerns und der angrenzenden Regionen nachhaltig mitgestalten.
  • Bischof Hitto (Freising, 810/12–835)
    Hitto entstammt dem bayerischen Hochadel der Huosi. Seit 794 wirkt er als Diakon am Freisinger Dom und wird häufig als Zeuge in Freisinger Urkunden genannt. Zwischen 810 und 812 beginnt seine Amtszeit als 6. Bischof von Freising. Sein Vorgänger Atto, der ebenfalls Bischof von Freising ist, stirbt bereits über ein Jahr vor der ersten Erwähnung Hittos als Bischof. Als Bischof von Freising wird Hitto erstmals im Jahr 812 erwähnt. In seiner Amtszeit legt der Mönch und Notar Kozroh ein erstes Freisinger Traditionsbuch an, das bis in das Jahr 744 zurückreicht. Unter Hitto erreicht das Freisinger Skriptorium einen besonderen Höhepunkt. Es entstehen ungefähr 40 Codices, und aus seiner Amtszeit sind über 300 Urkunden erhalten. Hitto erreicht die erstrebte bischöfliche Oberherrschaft über viele zuvor meist adlige Eigenklöster im Bistum Freising. Im Rahmen dieser Entwicklung stehen unter anderem Kloster Schliersee, Kloster Schäftlarn und Kloster Innichen.
  • Bischof Hatto (Passau, 806–817)
  • Fortsetzung 811

Herzogtum Mailand

Herzogtum Treviso

  • Patriarch (Grado, 803-820) und Bischof Fortunatus II. (Pula, 806-810)
    König Pippin von Italien, einer der Söhne Karls des Großen, erobert eine Reihe von Orten in der Lagune von Venedig. Obwohl sich die Venezianer der fränkischen Invasion erfolgreich widersetzen und Obelerio aufgrund seines Bündnisses mit den Franken von seinem Dogenamt zurücktreten muss, kann Fortunatus nach Grado zurückkehren. Karl erkennt 810 an, dass die Lagune zum östlichen Kaiserreich gehört. Damit verlieren die ehrgeizigen Pläne des Fortunatus ihre Grundlage, auch wenn noch eine Quelle aus dem Jahr 819 ihn als ‚Patriarchen der Kirche von Aquileia und von Grado‘ bezeichnet. Im Patriarchat Grado wächst in den folgenden Jahren der kulturelle Einfluss der Franken, wie sich an Kunstwerken der Zeit erweisen lässt.
  • Fortsetzung 815

Markgrafschaft Friaul

Herzogtum Spoleto

Herzogtum Benevent

SPANIEN

Asturien

KIRCHENSTAAT

REPUBLIK VENEDIG

  • Doge Obelerio Antenoreo (804–810)
    Obelerius sucht vergeblich fränkische Unterstützung und wird von den Franken an Byzanz ausgeliefert, als Gefangener nach Konstantinopel geschickt, während sein Bruder Beatus nach Zara gebracht wird. Obelerius und seine Brüder werden gestürzt.
  • Doge Agnello Particiaco (810–827)
    Ende 810 oder Anfang 811 wählt die Volksversammlung auf Initiative des byzantinischen Flottenkommandanten Arsaphios Agnello zum Dogen. Noch im Zusammenhang mit diesen Ereignissen beginnt der konfliktreiche Prozess der Loslösung Venedigs vom Byzantinischen Reich. Ende 810 oder Anfang 811 verlegt Agnello seinen Amtssitz von Metamaucum nach Rialto, wo seine Nachfolger fortan bis 1797 residieren. Die Residenz entsteht als Kastell, womit der erste Dogenpalast entsteht. Zu seiner Kontrolle werden zwei Tribunen eingesetzt, die seine Rechtsprechung überwachen. Damit setzt sich die pro‑byzantinische Partei durch. Von 810 bis 827 ist Agnello nach venezianischer Tradition der 10. Doge von Venedig und damit der erste Doge eines sich von Ostrom-Byzanz emanzipierenden Venedig. In dieser Zeit verstärkt sich der konfliktreiche Prozess der Loslösung Venedigs vom Byzantinischen Reich, das ab 820/821 durch einen mehrjährigen Bürgerkrieg geschwächt wird. Zeichen dieser Neuorientierung ist die Prägung venezianischer Münzen mit dem Bildnis Ludwigs des Frommen. Während seiner Regierung beginnt er mit dem Wiederaufbau von Siedlungen wie Torcello, Burano oder Heracleia, die während des Krieges mit den Franken unter Pippin zerstört und verlassen worden sind. Er fördert die Neubesiedlung der Lagunenorte. Weitere städtebauliche Maßnahmen führt er ein, indem er einen Seitenarm des Brenta, den Fluss Prealto, so regulieren lässt, dass er die Inselgruppe in zwei Gruppen teilt und damit den Canal Grande entstehen lässt. Er lässt Inseln durch Brücken verbinden und erleichtert so Handel und Kommunikation. In seiner Zeit werden in Venedig bedeutende Kirchenbauten errichtet und überaus wichtige Reliquien erworben, was die Stadt zu einem der bedeutendsten spirituellen Orte erhebt und den Machtanspruch der Stadt im neuen politischen Zentrum Rialto manifestiert. Von 810 bis zur Verfassungsreform von 1172 stellt die Familie Particiaco zusammen mit den Familien Candiano und Orseolo die meisten Dogen Venedigs. In der Frühzeit Venedigs gehört die Familie Particiaco zu den tribunizischen Familien, ist reiche Grundbesitzerfamilie und hält hohe politische oder militärische Ämter im Osten Venetiens. Es gelingt ihr, das Amt eines Tribunen erblich zu machen. Sie stammt aus Heracleia und besitzt Landgüter, Wälder, Weinberge und Wassermühlen in der formal weiterhin zu Byzanz gehörenden Provinz. Sie unterhält ein ausgedehntes Netz von Handelsstützpunkten. In den ältesten Quellen erscheint der Doge in lateinischer Form als Agnellus. Die moderne Forschung nimmt Agnello als ursprünglichen Namen an, während Angelo einer späteren historiographischen Tradition entspringt. In den zeitlich nächsten Quellen, dem Privileg für San Servolo von 819, dem Testament seines Sohnes Iustinianus von 829 und der Istoria Veneticorum des Johannes Diaconus um 1000, erscheint er mit dem Namen Agnello. In einer Fälschung des 12. Jahrhunderts, die dem Jahr 1023 zugeordnet wird, taucht erstmals die Namensvariante Angelus auf. Der Familienname Particiaco erscheint in der Istoria Veneticorum erstmals und wird dort nur dem Dogen Orso II. beigelegt. Später weist die Geschichtsschreibung diesen Familiennamen der gesamten Familie und rückwirkend Agnello zu. Erst die Tradition des 19. und 20. Jahrhunderts bildet die Namensvariante Partecipazio und weitere Varianten wie Participiato.
  • Fortsetzung 812

WESTSLAWEN

Obodriten

SÜDSLAWEN

Pannonien

  • Fürst Ljudevit (810-823)
    Ab 810 herrscht Ljudevit als Herzog der Slawen in Unterpannonien, wobei seine Residenz in Sisak liegt, das in seinem Herrschaftsgebiet den politischen und militärischen Mittelpunkt bildet, von dem aus er als Anführer der pannonischen Slawen die Herrschaft der Franken über seine Lande zurückzudrängen versucht und seine Stellung als eigenständiger, gegen das Frankenreich gerichteter Fürst aufbaut.
  • Fortsetzung 818

Kroatien

  • Fürst Borna (810–821)
    Um 810 regiert Borna als Herzog von Kroatien (Dalmatien und Liburnien) und ist Vasall des Fränkischen Reiches. Die Geschichtsschreibung behandelt ihn als Herrscher des Herzogtums Kroatien.
  • Fortsetzung 818

ERSTES BULGARISCHES REICH

BYZANTINISCHES REICH

  • Kaiser Nikephoros I. (802–811)
    Karl der Große unternimmt eine Offensive, in deren Verlauf Pépin die Region Venedig erobert und Raubzüge gegen Dalmatien führt, während ein Teil der Venezianer sich nach Rialto zurückzieht und von dort aus einen Vorstoß Pépins in die Lagune abwehrt. Zu Beginn des Sommers 810 kehrt Paul mit einer neuen Flotte zurück und erreicht nach dem Tod Pépins am 8. Juli den Rückzug der Franken ohne Kampf. In dieser Situation wählen die Venezianer Angelo Participazio zum neuen Dogen, der die Hauptstadt von Malamocco nach Rialto verlegt. Im selben Jahr kommt es nach zwei byzantinischen Flottenexpeditionen zum Abschluss eines Vertrages zwischen Nikephoros und Karl dem Großen, der die Grenzen der beiden Reiche festlegt: Venedig, Istrien, Dalmatien und Süditalien fallen dem Oströmischen Reich, Rom, Ravenna und die Pentapolis dem Frankenreich zu. Nicéphore erkennt den umstrittenen Kaisertitel Karls an, verweigert ihm jedoch die Bezeichnung „Kaiser der Römer“. Im Herbst 810 trifft eine byzantinische Gesandtschaft in Aachen ein, wobei die Byzantiner in der Frage des Kaisertitels Karls ausweichend bleiben.
  • Patriarch Fortunatus II. (Grado, 2. Amtszeit 809–820)
    Fortunatus übt bis zu diesem Jahr das Amt des Bischofs von Pola aus. König Pippin von Italien erobert mehrere Orte in der Lagune von Venedig. Trotz des Widerstands der Venezianer und des Rücktritts Obelerius’ kehrt Fortunatus nach Grado zurück. Karl erkennt an, dass die Lagune zum östlichen Kaiserreich gehört.
  • Patriarch Nikephoros I. (Konstantinopel, 806–815)
  • Fortsetzung 811

KACHETIEN

ARABER

(194/195 - 3./4. Oktober)

Abbasiden

  • Kalif al-Amīn (809–813)
    Im November entfernt al-Ma'mun symbolisch al-Amins Namen von Münzen und aus dem Freitagsgebet. Al-Amin setzt daraufhin al-Ma'mun und al-Mu'tamin als Erben ab und bestimmt seine eigenen Söhne Musa und Abdallah zu Nachfolgern. Al-Ma'mun reagiert, indem er sich selbst zum Imam erklärt.
  • al-Ma'mūn
    al-Amīn untergräbt gezielt die Nachfolgeregelungen des Vaters, übergeht die Ansprüche al-Ma'mūns und al-Mu'tamans und ernennt seine Söhne Mūsā und ʿAbdallāh zum ersten und zweiten Thronfolger, nach at-Tabarī auf Anstiftung von al-Fadl ibn Rabīʿ, der al-Ma'mūns Rache fürchtet. Er lässt die in der Kaaba hinterlegten Urkunden aus Mekka holen, zerreißt sie im Irak und erklärt sie für rechtsungültig. Al-Ma'mūn erkennt den Vertragsbruch nicht an, stellt die Übermittlung von Berichten nach Bagdad ein, lässt den Namen seines Bruders von Stickereien offizieller Gewänder und Münzen Chorasans entfernen, weist in einem Schreiben die Forderung al-Amīns zurück, ihm Distrikte von Chorasan zur Entsendung eigener Finanzbeamter zu überlassen, stationiert eine Garnison an der Irakgrenze und lässt Reisende aus dem Irak kontrollieren, um Infiltrationen durch Parteigänger seines Bruders zu verhindern. Zur Unterstreichung seines eigenen Machtanspruchs nimmt er den Titel Imam an, vermeidet damit Hochverrat, da dieser Titel mehrdeutig ist und auch Vorbeter oder Stammesvorsteher bedeuten kann. Auf Rat al-Fadl ibn Sahls hebt er Truppen aus, bemüht sich um das Vertrauen der Vornehmen und Heerführer Chorasans und senkt zur Sicherung der Gunst der Bevölkerung die Abgaben um ein Viertel. Er gibt eine schriftliche Erklärung ab, in der er für den Fall der Übertragung des Kalifats durch Gott gelobt, sich nach dem Buch Gottes und der Sunna zu richten, absichtlich kein Blut zu vergießen außer gemäß Hadd‑Bestimmungen und niemandem Vermögen gewaltsam oder mit unerlaubten Kniffen zu entziehen. Ende 810 verbietet al-Amīn das Gebet auf den Kanzeln für seine Brüder al-Ma'mūn und al-Qāsim und ordnet Gebete für sich und seinen Sohn Mūsā an, woraufhin al-Ma'mūn den Titel imām al-hudā („Imam der Rechtleitung“) annimmt, seine Bewegung in einem Schreiben Risālat al-Ḫamīs als „Zweite Daʿwa“ bezeichnet, seinen Regierungssitz in Chorasan „Haus seiner Daʿwa“ nennt und seinen Kommandeur Tāhir ibn Husain nach Westen entsendet, der in Raiy das Lager aufschlägt, Männer in Bezirken einsetzt, Garnisonen errichtet und Spione und Kundschafter aussendet.
  • Imam der Ismailiten: Muhammad ibn Isma'il (775-813)
  • Imam der Zwölferschiiten: ʿAlī ibn Mūsā ar-Ridā (799-818)
  • Patriarch Thomas I. (Jerusalem, 807–821)
  • Papst und Patriarch Markus II. (Alexandria, 799–819)
    Um 810 werden während seiner Amtszeit die schismatischen Barsanuphianer wieder in die koptische Kirche aufgenommen. Mark tauft ihre Anführer Georg und Abraham im Kloster des heiligen Mina und weiht sie zu orthodoxen Bischöfen, allerdings ohne Diözesen. Später ernennt Mark Georg für die Diözese Tanbudha und Abraham für die Diözese Atripe. Mark baut außerdem eine der früheren Kirchen der Barsanuphianer wieder auf und weiht sie erneut ein.
  • Griechisch-orthodoxer Patriarch Politianos (Alexandria, 768–813)
  • Fortsetzung 810

Rustamiden

Idrisiden

Aghlabiden

Emirat von Córdoba

CHASAREN

UIGURISCHES KAGANAT

  • Kagan Baoyi (808–821)
    Baoyi Qaghan fordert am 24. Juni von Kaiser Xianzong der Tang-Dynastie eine chinesische Prinzessin zur Heirat und entsendet dazu seinen Minister Inanchu Külüg Chigshi. Der Antrag wird abgelehnt, da Xianzong die entstehenden Kosten als Grund nennt. Stattdessen fordert Xianzong manichäische Priester auf, auf Baoyi einzuwirken, damit dieser seine Forderung aufgibt.
  • Fortsetzung 813

INDIEN

Pratihara

Chauhan-Dynastie

Östliche Chalukya

Rashtrakuta

Westliche Ganga-Dynastie

Pallava

Anuradhapura

TIBET

KHMER

CHINA

(58. (59.) Zyklus - Jahr des Metall-Tigers; am Beginn des Jahres Erde-Büffel)

Tang-Dynastie

KOREA

Silla

  • König Heondeok (809-826)
    Heondeok lässt die Bewässerungsanlagen des Landes instand setzen. Außerdem entsendet er seinen Sohn Kim Hŏnjang nach Tang und lässt goldene und silberne buddhistische Bildnisse überbringen, um für den ewigen Frieden des Kaisers zu beten.
  • Fortsetzung 822

Balhae

JAPAN

  • Tennõ Saga (809–823)
    810 kommt es zum „Kusuko-Zwischenfall“, in dem der abgedankte Kaiser Heizei versucht, den Thron zurückzugewinnen. In der Folge wird Prinz Takaoka abgesetzt, und sein Halbbruder Prinz Ōtomo (später Kaiser Junna) wird zum Kronprinzen ernannt, während der abgedankte Kaiser Heizei weiterhin den Titel und die Ehren eines Großkaisers erhält. Nach diesem Ereignis richtet Kaiser Saga die Kebiishi ein, eine Polizeitruppe zur Aufrechterhaltung der Ordnung und zur Durchführung von Gerichtsverfahren in der Hauptstadt. Er schafft das Kurōdo-dokoro (Kämmereramt), um sicherzustellen, dass männliche Beamte mit dem Kaiser zusammenarbeiten, um Unruhen durch weibliche Hofbeamte zu verhindern, und ernennt Kose no Notari und Fujiwara no Fuyutsugu zu Kurōdo-gashira (Leiter des Kämmereramts).
  • Kōnin (Japan)
    810–824 (Äraname Kōnin) Die Ära Kōnin dauert von 810 bis 824 und bezeichnet einen Teil der Jahre von Sagas Herrschaft. Während dieser Zeit gehört unter den kugyō unter anderem Fujiwara no Uchimaro als Udaijin von 806 bis 812, Fujiwara no Sonohito als Udaijin von 812 bis 818 und Fujiwara no Fuyutsugu als Udaijin von 821 bis 825.
  • Heizei Im Namen des ehemaligen Tennõs Heizeis organisieren seine dritte Ehefrau Fujiwara no Kusuko und ihr Bruder Nakanari einen Aufstandsversuch. Ihre Kräfte werden besiegt. Kusuko stirbt durch Gift, ihr Bruder wird hingerichtet. Heizei nimmt die Tonsur und wird buddhistischer Mönch.
  • Fortsetzung 812

QUELLEN

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05.08.2023 Artikel eröffnet

31.08.2023 Grundstock erstellt

17.06.2026 Grundstock ergänzt

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