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*[https://en.wikipedia.org/wiki/Gudfred König Gudfred (804-810)] <br />Gudfred setzt angesichts der fränkischen Expansion, die heidnisches Friesland über ein Jahrhundert hinweg und Altsachsen von 772 bis 804 erobert, eine Entscheidung und beschließt, die Obodriten in den alten sächsischen Gebieten anzugreifen, da er eine Invasion durch die Franken befürchtet. Die von See aus durchgeführte Invasion verläuft trotz erheblicher dänischer Verluste erfolgreich, und während einer Belagerung fällt sein Brudersohn Ragnvald, der zweitwichtigste Mann im Königreich, zusammen mit mehreren Anführern. Gudfred erobert nun eine Reihe slawischer Festungen und bringt zwei Gaue dazu, ihm Steuern zu zahlen, während der Obodritenfürst Drożko, in lateinischer Form Thrasco oder Thrasucon genannt, aus seinem Land vertrieben wird und ein weiterer Anführer namens Godelaib durch List gefangen genommen und gehängt wird. Die slawischen Linonen, Smeldingi und Wiltzes, die zuletzt genannten als alte Feinde der Obodriten, entscheiden sich, auf dänischer Seite zu kämpfen. Bevor Gudfred in sein Königreich zurückkehrt, zerstört er den wichtigen Hafen Reric an der Ostseeküste, der wahrscheinlich im Gebiet der heutigen Gemeinde Blowatz liegt, wobei ausdrücklich erwähnt wird, dass Reric ein dänischer Name ist und der Hafen dem Königreich durch die Erhebung von Abgaben große Vorteile bringt. Durch diese Tat verhindert er möglicherweise, dass Karl der Große Reric als Teil einer strategischen Handelsroute nutzt, und die Kaufleute werden gezwungen, der Wikingerflotte nach Sliesthorp zu folgen, wo der König für einige Zeit verweilt und Pläne für die Zukunft entwirft. Aus Furcht vor fränkischen Vergeltungsmaßnahmen beschließt Gudfred, die Grenze zu Sachsen mit einem Wall zu versiegeln, der später als Danewerk bekannt wird, wobei die fränkischen Annalen den Eindruck einer Neuschöpfung erwecken, moderne Archäologie jedoch belegt, dass bereits seit etwa 450 bis 500 ein Verteidigungswall existiert und Gudfred demnach eine ältere Struktur zur Verteidigung seines Reiches verbessert. Archäologen identifizieren diesen Ausbau mit einer gigantischen, vier Kilometer langen und drei Meter hohen Feldsteinmauer, und das verbesserte Danewerk verläuft von der Schlei zur Westküste Dänemarks über den Fluss Treene, wobei der Wall aus einem Erdwall mit hölzernem Palisadenzaun besteht, der nach Süden durch einen tiefen Graben geschützt wird und nur ein einziges Tor besitzt, durch das Reiter und Wagen passieren können. Dänemarks wichtigste Stadt Sliesthorp beziehungsweise Haithabu, die offenbar bereits an der Schlei existiert, wird erweitert und mit dänischen Soldaten besetzt, und die frühen Abschnitte des Walls dienen dem Schutz dieser Stadt; archäologische Funde bestätigen, dass sie um 810 deutlich zu florieren beginnt. Als Karl der Große von der dänischen Invasion hört, befiehlt er seinem Sohn Karl dem Jüngeren, ein Heer von Franken und Sachsen zur Elbe zu führen, falls der ungestüme Gudfred etwas gegen das sächsische Gebiet unternehmen sollte, und Karl der Jüngere verzichtet darauf, das dänische Kernland anzugreifen, verwüstet jedoch die Gebiete der Linonen und Smeldingi und kehrt anschließend zurück. Im folgenden Jahr, das in den Annalen als 809 erscheint, informiert Gudfred Karl den Großen über reisende Kaufleute, dass er sich des Zorns des Kaisers über die Invasion bewusst ist und eine politische Lösung anstrebt, woraufhin die Gesandten Karls den Großen die dänischen Großen in Badenfliot an der Eider treffen, jedoch keinen Frieden aushandeln können. Nun tritt der Obodritenfürst Drożko erneut auf, erscheint mit sächsischen Hilfstruppen und greift die Verbündeten Gudfreds, die Wiltzes, heftig an, obwohl sein eigener Sohn als Geisel am Hof Gudfreds verweilt, unterwirft die slawischen Länder, die den dänischen König anerkannt haben, und gewinnt erfolgreich seine frühere Stellung zurück, wird aber bald darauf im wiederaufgebauten Reric durch von Gudfred entsandte Attentäter ermordet. Die ernsthafte Besorgnis des Kaisers über die Vermessenheit und Arroganz des dänischen Königs zeigt sich in der Einrichtung einer Garnison nördlich der Elbe in Esesfelth, und er verpflichtet seine Untertanen zu besonderen religiösen Feiern, um die heidnische Bedrohung abzuwenden. | |||
*[[810#NORDGERMANEN | Fortsetzung 810]] | |||
*'''807:''' Gudfred: Im Jahr 807 schwört ein dänischer Anführer namens Halfdan aus Schutzgründen Karl dem Großen die Treue, und es wird angenommen, dass er der Vater des späteren Königs und Prätendenten Harald Klak und Bruder eines früheren Königs Harald ist, was wahrscheinlich bedeutet, dass er Gudfred aufgrund eines dynastischen Konflikts die Gefolgschaft verweigert. Es kann sein, dass Halfdan Graf einiger wohlhabender Marktstädte südlich der Eider wird, die das spätere Nordfriesland bilden, und diese Region entwickelt sich später zu einer Basis für seine Nachkommen. | |||
*[[809#NORDGERMANEN | Fortsetzung 809]] | |||
*'''804:''' Gudfred: Im späten 8. Jahrhundert herrscht Gudfred als dänischer König, wobei seine Vaterschaft unbekannt ist, er aber möglicherweise eng mit Sigfred verwandt ist, der ungefähr von 770 bis 804 als König von Dänemark regiert. Er wird als Herrscher über die dänischen Inseln sowie über Teile Nordalbingiens, Norwegens und des heutigen Südschwedens bezeugt, sein Reich erstreckt sich von Schleswig über Fünen, Seeland und die übrigen Inseln bis in das heute schwedische Schonen, und er gilt daher als einer der frühen Reichseiniger Dänemarks. Gegen Ende des 8. Jahrhunderts sehen sich die Dänen und ihre sächsischen Nachbarn Herausforderungen durch die Franken unter der expansiven Herrschaft Karls des Großen gegenüber, und im Jahr 798 werden die Sachsen von den mit dem fränkischen Kaiser verbündeten Obodriten, einem westslawischen Volk, in der Schlacht von Bornhöved oder an der Schwentine geschlagen, wobei ein Teil des sächsischen Landes in Holstein nördlich der Elbe den Obodriten im Jahr 804 als Belohnung zugesprochen wird. Im Jahr 804 dringt ein fränkisches Heer bis zur Eider vor, die zu dieser Zeit die südliche Grenze Dänemarks bildet, und angesichts dieser Entwicklung verspricht Gudfred, Karl den Großen persönlich zu einer Unterredung zu treffen. Nach einiger Zeit erscheint er mit seiner Flotte und der gesamten Reiterei seines Königreichs in Sliesthorp, das mit Schleswig beziehungsweise Haithabu gleichgesetzt wird und die Grenze zwischen Sachsen und seinem Reich markiert, doch auf Rat seiner Männer nimmt er Abstand davon, den Kaiser zu treffen, und bleibt der Zusammenkunft fern. Karl der Große schlägt ein Lager in Hollenstedt an der Elbe auf und sendet einen Boten zu Gudfred, mit der Aufforderung, einige Rebellen auszuliefern, die im dänischen Königreich Zuflucht gefunden haben, aber es ist nichts darüber bekannt, dass daraus etwas entsteht, und der Kaiser kehrt im September desselben Jahres nach Köln zurück. [https://en.wikipedia.org/wiki/Sigfred König Sigfred (770–798/804)] | |||
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*[http://de.wikipedia.org/wiki/Liudger Bischof Liudger (Münster, 805–809)] <br />Liudger feiert am Passionssonntag in Billerbeck seine letzte heilige Messe, nachdem er von Coesfeld kommend auf dem Weg dorthin das Münsterland gesegnet hat, an einer Stelle, die später Ludgerirast heißt. In der Nacht zum 26. März 809 stirbt er in Billerbeck im Kreis seiner Brüder an der Stelle, wo sich heute der Südturm der Propsteikirche St. Ludgerus erhebt. Sein Leichnam wird zunächst nach Münster überführt und dort aufgebahrt. Am 28. April wird Liudger gemäß seinem letzten Willen nach Werden überführt und östlich der ersten Abteikirche außerhalb der Kirche in der Nähe des Hauptaltars bestattet. Ein inzwischen gefällter Baum markiert nach der Altfrid-Vita jene Stelle, von der aus Liudger zuvor die Bauarbeiten verfolgt hat, und im zweiten Viertel des 9. Jahrhunderts entsteht über diesem Grabort, dem locus arboris, die Krypta der Abteikirche. | *[http://de.wikipedia.org/wiki/Liudger Bischof Liudger (Münster, 805–809)] <br />Liudger feiert am Passionssonntag in Billerbeck seine letzte heilige Messe, nachdem er von Coesfeld kommend auf dem Weg dorthin das Münsterland gesegnet hat, an einer Stelle, die später Ludgerirast heißt. In der Nacht zum 26. März 809 stirbt er in Billerbeck im Kreis seiner Brüder an der Stelle, wo sich heute der Südturm der Propsteikirche St. Ludgerus erhebt. Sein Leichnam wird zunächst nach Münster überführt und dort aufgebahrt. Am 28. April wird Liudger gemäß seinem letzten Willen nach Werden überführt und östlich der ersten Abteikirche außerhalb der Kirche in der Nähe des Hauptaltars bestattet. Ein inzwischen gefällter Baum markiert nach der Altfrid-Vita jene Stelle, von der aus Liudger zuvor die Bauarbeiten verfolgt hat, und im zweiten Viertel des 9. Jahrhunderts entsteht über diesem Grabort, dem locus arboris, die Krypta der Abteikirche. | ||
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Gerfried '''Bischof Gerfried (Münster, 809–839)'''] <br />Nach dem Tod Liudgers wird Gerfried als dessen Nachfolger zum Bischof von Münster ernannt. | *[https://de.wikipedia.org/wiki/Gerfried '''Bischof Gerfried (Münster, 809–839)'''] <br />Nach dem Tod Liudgers wird Gerfried als dessen Nachfolger zum Bischof von Münster ernannt. | ||
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Hathumar Bischof Hathumar (Paderborn, 806–815)] <br /> | |||
*[[813#FRÄNKISCHES_REICH | Fortsetzung 813]] [[Kategorie:Herzogtum Sachsen]] | *[[813#FRÄNKISCHES_REICH | Fortsetzung 813]] [[Kategorie:Herzogtum Sachsen]] | ||
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Aktuelle Version vom 8. Juli 2026, 15:54 Uhr
KORREKTURLAUF
- neu: Dänemark
NORDGERMANEN
Dänemark
- König Gudfred (804-810)
Gudfred setzt angesichts der fränkischen Expansion, die heidnisches Friesland über ein Jahrhundert hinweg und Altsachsen von 772 bis 804 erobert, eine Entscheidung und beschließt, die Obodriten in den alten sächsischen Gebieten anzugreifen, da er eine Invasion durch die Franken befürchtet. Die von See aus durchgeführte Invasion verläuft trotz erheblicher dänischer Verluste erfolgreich, und während einer Belagerung fällt sein Brudersohn Ragnvald, der zweitwichtigste Mann im Königreich, zusammen mit mehreren Anführern. Gudfred erobert nun eine Reihe slawischer Festungen und bringt zwei Gaue dazu, ihm Steuern zu zahlen, während der Obodritenfürst Drożko, in lateinischer Form Thrasco oder Thrasucon genannt, aus seinem Land vertrieben wird und ein weiterer Anführer namens Godelaib durch List gefangen genommen und gehängt wird. Die slawischen Linonen, Smeldingi und Wiltzes, die zuletzt genannten als alte Feinde der Obodriten, entscheiden sich, auf dänischer Seite zu kämpfen. Bevor Gudfred in sein Königreich zurückkehrt, zerstört er den wichtigen Hafen Reric an der Ostseeküste, der wahrscheinlich im Gebiet der heutigen Gemeinde Blowatz liegt, wobei ausdrücklich erwähnt wird, dass Reric ein dänischer Name ist und der Hafen dem Königreich durch die Erhebung von Abgaben große Vorteile bringt. Durch diese Tat verhindert er möglicherweise, dass Karl der Große Reric als Teil einer strategischen Handelsroute nutzt, und die Kaufleute werden gezwungen, der Wikingerflotte nach Sliesthorp zu folgen, wo der König für einige Zeit verweilt und Pläne für die Zukunft entwirft. Aus Furcht vor fränkischen Vergeltungsmaßnahmen beschließt Gudfred, die Grenze zu Sachsen mit einem Wall zu versiegeln, der später als Danewerk bekannt wird, wobei die fränkischen Annalen den Eindruck einer Neuschöpfung erwecken, moderne Archäologie jedoch belegt, dass bereits seit etwa 450 bis 500 ein Verteidigungswall existiert und Gudfred demnach eine ältere Struktur zur Verteidigung seines Reiches verbessert. Archäologen identifizieren diesen Ausbau mit einer gigantischen, vier Kilometer langen und drei Meter hohen Feldsteinmauer, und das verbesserte Danewerk verläuft von der Schlei zur Westküste Dänemarks über den Fluss Treene, wobei der Wall aus einem Erdwall mit hölzernem Palisadenzaun besteht, der nach Süden durch einen tiefen Graben geschützt wird und nur ein einziges Tor besitzt, durch das Reiter und Wagen passieren können. Dänemarks wichtigste Stadt Sliesthorp beziehungsweise Haithabu, die offenbar bereits an der Schlei existiert, wird erweitert und mit dänischen Soldaten besetzt, und die frühen Abschnitte des Walls dienen dem Schutz dieser Stadt; archäologische Funde bestätigen, dass sie um 810 deutlich zu florieren beginnt. Als Karl der Große von der dänischen Invasion hört, befiehlt er seinem Sohn Karl dem Jüngeren, ein Heer von Franken und Sachsen zur Elbe zu führen, falls der ungestüme Gudfred etwas gegen das sächsische Gebiet unternehmen sollte, und Karl der Jüngere verzichtet darauf, das dänische Kernland anzugreifen, verwüstet jedoch die Gebiete der Linonen und Smeldingi und kehrt anschließend zurück. Im folgenden Jahr, das in den Annalen als 809 erscheint, informiert Gudfred Karl den Großen über reisende Kaufleute, dass er sich des Zorns des Kaisers über die Invasion bewusst ist und eine politische Lösung anstrebt, woraufhin die Gesandten Karls den Großen die dänischen Großen in Badenfliot an der Eider treffen, jedoch keinen Frieden aushandeln können. Nun tritt der Obodritenfürst Drożko erneut auf, erscheint mit sächsischen Hilfstruppen und greift die Verbündeten Gudfreds, die Wiltzes, heftig an, obwohl sein eigener Sohn als Geisel am Hof Gudfreds verweilt, unterwirft die slawischen Länder, die den dänischen König anerkannt haben, und gewinnt erfolgreich seine frühere Stellung zurück, wird aber bald darauf im wiederaufgebauten Reric durch von Gudfred entsandte Attentäter ermordet. Die ernsthafte Besorgnis des Kaisers über die Vermessenheit und Arroganz des dänischen Königs zeigt sich in der Einrichtung einer Garnison nördlich der Elbe in Esesfelth, und er verpflichtet seine Untertanen zu besonderen religiösen Feiern, um die heidnische Bedrohung abzuwenden. - Fortsetzung 810
- 807: Gudfred: Im Jahr 807 schwört ein dänischer Anführer namens Halfdan aus Schutzgründen Karl dem Großen die Treue, und es wird angenommen, dass er der Vater des späteren Königs und Prätendenten Harald Klak und Bruder eines früheren Königs Harald ist, was wahrscheinlich bedeutet, dass er Gudfred aufgrund eines dynastischen Konflikts die Gefolgschaft verweigert. Es kann sein, dass Halfdan Graf einiger wohlhabender Marktstädte südlich der Eider wird, die das spätere Nordfriesland bilden, und diese Region entwickelt sich später zu einer Basis für seine Nachkommen.
- Fortsetzung 809
- 804: Gudfred: Im späten 8. Jahrhundert herrscht Gudfred als dänischer König, wobei seine Vaterschaft unbekannt ist, er aber möglicherweise eng mit Sigfred verwandt ist, der ungefähr von 770 bis 804 als König von Dänemark regiert. Er wird als Herrscher über die dänischen Inseln sowie über Teile Nordalbingiens, Norwegens und des heutigen Südschwedens bezeugt, sein Reich erstreckt sich von Schleswig über Fünen, Seeland und die übrigen Inseln bis in das heute schwedische Schonen, und er gilt daher als einer der frühen Reichseiniger Dänemarks. Gegen Ende des 8. Jahrhunderts sehen sich die Dänen und ihre sächsischen Nachbarn Herausforderungen durch die Franken unter der expansiven Herrschaft Karls des Großen gegenüber, und im Jahr 798 werden die Sachsen von den mit dem fränkischen Kaiser verbündeten Obodriten, einem westslawischen Volk, in der Schlacht von Bornhöved oder an der Schwentine geschlagen, wobei ein Teil des sächsischen Landes in Holstein nördlich der Elbe den Obodriten im Jahr 804 als Belohnung zugesprochen wird. Im Jahr 804 dringt ein fränkisches Heer bis zur Eider vor, die zu dieser Zeit die südliche Grenze Dänemarks bildet, und angesichts dieser Entwicklung verspricht Gudfred, Karl den Großen persönlich zu einer Unterredung zu treffen. Nach einiger Zeit erscheint er mit seiner Flotte und der gesamten Reiterei seines Königreichs in Sliesthorp, das mit Schleswig beziehungsweise Haithabu gleichgesetzt wird und die Grenze zwischen Sachsen und seinem Reich markiert, doch auf Rat seiner Männer nimmt er Abstand davon, den Kaiser zu treffen, und bleibt der Zusammenkunft fern. Karl der Große schlägt ein Lager in Hollenstedt an der Elbe auf und sendet einen Boten zu Gudfred, mit der Aufforderung, einige Rebellen auszuliefern, die im dänischen Königreich Zuflucht gefunden haben, aber es ist nichts darüber bekannt, dass daraus etwas entsteht, und der Kaiser kehrt im September desselben Jahres nach Köln zurück. König Sigfred (770–798/804)
MAYA
Tikal
Copan
PIKTEN
KELTEN
- Der König von Ailech ist gleichzeitig auch Hochkönig von Irland
Ailech
- König von Ailech (788–819) und Hochkönig Áed Oirdnide (797–819)
Áed zieht gegen die Ulaid und besiegt sie; dabei verwüstet er das Gebiet vom Bann bis Strangford Lough. Der Anlass ist offenbar die Tötung von Dúnchú, dem Vorsteher des Klosters von Tulach Léis. Im selben Jahr greift Áed erneut Leinster an und wird an den Ufern des Liffey geschlagen. - Fortsetzung 811
Ulster
- König Eochaid mac Fiachnai (790–810)
Der Hochkönig Áed Oirdnide zieht gegen die Ulaid zu Felde und besiegt sie; dabei verwüstet er das Gebiet von der Bann bis zum Strangford Lough. Als Anlass für diesen Konflikt wird offenbar die Tötung von Dúnchú, dem Vorsteher von Tulach Léis in Tullylisk, County Down, durch die Ulaid genannt. Danach folgt ein Bürgerkrieg, in dem Eochaid von seinem Bruder Cairell mac Fiachnai besiegt wird. Die Annalen berichten, dass Eochaid aus dieser Schlacht entkommt, und Historiker setzen seinen Tod auf 810 an. - Fortsetzung 810
Connacht
Meath
Leinster
Gwynedd
Powys
ANGELSACHSEN
Northumbria
- König Eardwulf (2. Amtszeit 808-810/812/830)
- Erzbischof Wulfsige (York, 808-837)
- Bischof Egbert (Lindisfarne, 802–821)
Mercia
- König Cenwulf (796–821)
Cenwulf bezeichnet sich in einer Urkunde als „König der Merzier und der Provinz Kent“. - Erzbischof Wulfred (Canterbury, 805-832)
Bis 809 setzt Wulfred sein Reformwerk am Domkapitel von Christ Church fort und verfolgt das Ziel einer gemeinschaftlichen Lebensweise der Geistlichen nach dem Vorbild des Bischofs Chrodegang von Metz; 809 ist er mit Coenwulf an einer Reihe von Landübertragungen beteiligt, die sich von 809 bis 815 erstrecken. - Fortsetzung 810
Wessex
Essex
FRÄNKISCHES REICH
- Kaiser Karl der Große (800–814)
Kaiser Karl der Große (61) und König Achaius von Schottland vereinbaren ein militärisches Bündnis.
Der dänische König Gøtrik bemüht sich vergeblich um eine Aussöhnung mit Karl dem Großen. - Konzil von Aachen
Auf dem Konzil von Konstantinopel wurde 381 das Glaubensbekenntnis formuliert, das zum Zeitpunkt des Konzils von Aachen als gemeinsames Bekenntnis fast die gesamte Christenheit eint. Im westgotisch regierten Spanien wiurde um 400 in Abwehr arianischer Lehren zur Definition der Gleichrangigkeit des Sohnes mit dem Vater formuliert, dass der Heilige Geist auch vom Sohn („filioque“) ausgeht. Inwieweit diese Formulierung auf westgotischen Konzilen (etwa Toledo 400) wörtlich rezipiert wird, ist umstritten; sicher ist jedoch, dass entsprechende Formeln in westlichen Texten verwendet werden, etwa im sogenannten Athanasianum. Um 807 brach ein Streit bricht aus, als griechische Mönche in Jerusalem fränkische Mönche der Häresie bezichtigten, weil diese das Glaubensbekenntnis mit der eingeschalteten Filioque-Formel sangen. Die Franken appellierten an den Papst mit der Bitte um Klärung und führten an, das Bekenntnis in dieser Form am Aachener Hof des Kaisers gehört zu haben; auch das Athanasianum besage dasselbe. Papst Leo III. verpflichtete die fränkischen Mönche jedoch auf den Wortlaut des Ökumenischen Konzils von Konstantinopel und setzte den Kaiser darüber in Kenntnis. Im November 809 beruft Karl der Große nun eine Versammlung fränkischer Theologen in Aachen ein (Konzil von Aachen). Diese erhält den Auftrag, die Einfügung des Filioque in das große Glaubensbekenntnis als rechtgläubig zu erweisen und Papst Leo III. zu bewegen, diese Formel für die gesamte Kirche verbindlich zu machen. - König Karl der Jüngere (Franken, 781-811)
- König Ludwig der Fromme (Aquitanien, 781–814)
- König Pippin (Italien, 781-810)
Schon 809 führt Paulus, Duca von Kephalonia, eine weitere Flotte in venezianische Gewässer. Mit den Franken von Comacchio kommt es zu Kämpfen, nach denen sich die dort gescheiterten Byzantiner um ein neues Abkommen bemühen. Die beiden Dogen bleiben indifferent, sodass Pippin nach dem Abzug der Flotte eine Invasion vorbereitet. - Velasco Velásquez
Nach dem Tod des Aureolus von Aragón, möglicherweise bei einem maurischen Angriff auf sein Amtsgebiet, wird wahrscheinlich Velasco Velásquez sein Nachfolger als Amtsgraf in der Spanischen Mark. - Bischof Theodulf (Orléans, 798-818)
Im Filioque-Streit verfasst Theodulf 809 das theologische Gutachten De processione Spiritus Sancti. - Bischof Hildegrim von Chalons-sur-Marne, 804–810)
Nach dem Tod seines Bruders Liudger wird Hildegrim Abt des Klosters Werden. - Bischof Gerobald (Lüttich, 787-809)
Am 18. Oktober stirbt Bischof Gerobald. Sein Nachfolger auf dem Lütticher Bischofsstuhl wird Waltgaud. - Erzbischof Hildebold (Köln, 795–818)
- Bischof Willerich (Bremen, 805–837)
- Erzbischof Richulf (Mainz, 787–813)
Richulf ist erneut im Auftrag Karls des Großen im Kloster Fulda tätig, um Konflikte zwischen Abt Ratgar und dem Konvent zu schlichten. In diesem Zusammenhang wird im Jahr 809 eine Kirchweihe im Kloster Frauenberg bei Fulda vollzogen, die symbolisch die Beendigung des Streits sinnfällig machen soll, der jedoch weiter schwelt. - Erzbischof Wizzo (Trier, 804–809)
- Erzbischof Amalarius (Trier, 809–814)
Amalarius, um 775 geboren und von 796 bis 804 ein Schüler Alkuins, wird um 809/10 Erzbischof von Trier. - Bischof Egilwart (Würzburg, 802–809)
- Bischof Wolfgar (Würzburg, 809–831)
Wolfgar wird Bischof in Würzburg und übt dieses Amt bis 831 oder 832 aus. - Abt Ratgar (Fulda, 802–817)
Ratgar ersetzt auf dem Bischofsberg die hölzerne Kapelle durch eine steinerne Kirche, das spätere Kloster Frauenberg. Im selben Jahr ermittelt im Auftrag Karls des Großen eine Kommission unter Leitung des Mainzer Erzbischofs Richulf und stiftet einen brüchigen Frieden. - Bischof Egino (Konstanz, 782–811)
- Abt Waldo von Reichenau (Saint-Denis 806–814)
- Bischof Haito (Basel, 805-823)
Haito nimmt am Konzil von Aachen teil. - Fortsetzung 810
Grafschaft Aragón
- Graf Aureolus (806–809)
Die fränkischen Reichsannalen nennen Aureolus als Graf in dem Gebiet zwischen Spanien und Gallien jenseits der Pyrenäen mit Zuständigkeit über die Städte Huesca und Saragossa, die jedoch unter maurischer Kontrolle stehen. Aureolus stirbt in diesem Jahr, was Amrus ibn Yusuf, den Wali von Saragossa, zu einem Angriff auf sein Amtsgebiet ermutigt. Nach Aureolus werden Velasco Velásquez (Pamplona) und Aznar I. Galíndez - Fortsetzung unter Grafschaft Aragón und Conflent
Grafschaft Aragón und Conflent
- Graf Aznar Galíndez I. (809-820)
Im Jahr 809 stirbt Aureolus, der Graf von Aragón. Aznar Galíndez I. folgt Aureolus als Graf des Tales des Flusses Aragón nach. Einige Quellen bezeichnen ihn als Graf von Jaca, das wahrscheinlich der Sitz seiner Herrschaft im Tal ist. Er wird von König Ludwig dem Frommen, einem Sohn des Kaisers Karl dem Großen, eingesetzt und bleibt fränkischer Vasall. - Fortsetzung 820
Grafschaft Barcelona
- Graf Bera (801-820)
Ludwig der Fromme führt einen weiteren Feldzug mit Belagerungsmaschinen gegen Tortosa; nach vierzig Tagen Belagerung trifft ein Heer unter Abd ar-Rahman II. ein, und die Belagerung wird beendet. - Fortsetzung 811
Grafschaft Urgell, Cerdaña und Osona
Herzogtum Gascogne
Grafschaft Toulouse
Abodriten
- Samtherrscher Drasco (804–810)
Drasco muss seinen Sohn Ceadrag dem Dänenkönig Göttrik als Geisel überlassen. Das ist zugleich Eingeständnis der Niederlage und Zeichen der Unterwerfung. Die herbeieilenden Franken unter Karl dem Jüngeren kommen zu spät, um noch auf der Seite der Abodriten einzugreifen, weil die Dänen sich mit reicher Beute, aber auch unter schweren Verlusten ebenso schnell wieder zurückziehen, wie sie zugeschlagen haben. Angesichts der Überlegenheit des Dänenkönigs kündigen Teile des abodritischen Stammesverbandes Drasco die Gefolgschaft und erkennen entweder Göttrik als Herrscher an oder verfolgen wieder eigene Partikularinteressen. Der Stammesverband droht sich aufzulösen. Dennoch gelingt es Drasco, bereits ein Jahr später ein neues Heer aufzustellen, bestehend aus den Männern seines Stammes und sächsischen Hilfstruppen. Mit diesem zieht er jedoch nicht gegen die Dänen, denen er eben erst den Treueeid geleistet hat, sondern fällt in die Gebiete der mit diesen verbündeten Wilzen ein, verheert ihre Gebiete mit Feuer und Schwert und kehrt dann siegreich und mit reicher Beute zurück. Durch diese Erfolge kann er weitere Sachsen anwerben, erobert bei Friedrichsruhe die größte Burg der Smeldinger und nötigt durch diese Erfolge die von ihm abgefallenen Stämme, sich ihm wieder anzuschließen. - Fortsetzung 810
Herzogtum Sachsen
- Bischof Erkanbert (Minden, 803-813)
- Burg Esesfeld
Die Gründung der Burg Esesfeld an der Stör (westlich von Itzehoe) erfolgt durch Kaiser Karl den Großen. Die Burg, die ebenso wie der Limes Saxoniae als Reaktion auf einen Angriff des dänischen Königs Gøtrik auf den Handelsposten Reric im Vorjahr erbaut wird, ist die erste fränkische Befestigung nördlich der Elbe. - Bischof Meginhard (Osnabrück, 805–829)
- Bischof Liudger (Münster, 805–809)
Liudger feiert am Passionssonntag in Billerbeck seine letzte heilige Messe, nachdem er von Coesfeld kommend auf dem Weg dorthin das Münsterland gesegnet hat, an einer Stelle, die später Ludgerirast heißt. In der Nacht zum 26. März 809 stirbt er in Billerbeck im Kreis seiner Brüder an der Stelle, wo sich heute der Südturm der Propsteikirche St. Ludgerus erhebt. Sein Leichnam wird zunächst nach Münster überführt und dort aufgebahrt. Am 28. April wird Liudger gemäß seinem letzten Willen nach Werden überführt und östlich der ersten Abteikirche außerhalb der Kirche in der Nähe des Hauptaltars bestattet. Ein inzwischen gefällter Baum markiert nach der Altfrid-Vita jene Stelle, von der aus Liudger zuvor die Bauarbeiten verfolgt hat, und im zweiten Viertel des 9. Jahrhunderts entsteht über diesem Grabort, dem locus arboris, die Krypta der Abteikirche. - Bischof Gerfried (Münster, 809–839)
Nach dem Tod Liudgers wird Gerfried als dessen Nachfolger zum Bischof von Münster ernannt. - Bischof Hathumar (Paderborn, 806–815)
- Fortsetzung 813
Herzogtum Baiern
- Herzog Karl der Große (788–814)
- Erzbischof Arn (Salzburg, 798-821)
Arn nimmt am Konzil von Aachen teil und formuliert dort Beschlüsse, die Kaiser Karl annimmt und an den Papst weiterleitet. - Bischof Adalwin (Regensburg, 791–816)
- Bischof Agan (Eichstätt, 806–822)
- Bischof Atto (Freising, 783/784–810/811)
- Bischof Hatto (Passau, 806–817)
- Fortsetzung 810
Herzogtum Mailand
Herzogtum Treviso
Markgrafschaft Friaul
- Markgraf Aio (808?-817?)
Karl der Große bestätigt am 7. Juli die Aufteilung von Aios Besitz unter dessen Söhnen: Der älteste Sohn Alboin oder Albuin erhält Friaul und Vicenza, der zweite Sohn Ingobert erhält Land in Vicenza, und der jüngste Sohn Agisclaf erhält Verona. Aios Besitz ist umfangreich, und die Übertragungen an seine Söhne müssen vom Kaiser selbst bestätigt werden. - Fortsetzung 811
Herzogtum Spoleto
Herzogtum Benevent
SPANIEN
Asturien
KIRCHENSTAAT
- Papst Leo III. (795–816)
Im November beruft Karl der Große in Aachen ein Konzil der fränkischen Kirche ein. Dieses erklärt das Filioque zur Lehre der Kirche und ordnet den Credo-Gesang mit dieser Einfügung in der Messe an. Leo III. beruft im Folgejahr selbst eine Bischofsversammlung ein und nimmt das Ergebnis nicht an. - Fortsetzung 810
REPUBLIK VENEDIG
- Doge Obelerio Antenoreo (804–810)
Paulus, Graf von Kephalonia, führt eine Flotte in venezianische Gewässer. Nach Kämpfen mit den Franken von Comacchio bemühen sich die Byzantiner um ein neues Abkommen. Die beiden Dogen entscheiden sich nicht offen, woraufhin Pippin eine Invasion vorbereitet. - Fortsetzung 810
WESTSLAWEN
Obodriten
- Fürst Slavomir (809/810-819)
Im Jahr 809 oder 810 übernimmt Slavomir die Herrschaft über die Abodriten, nachdem König Thrasco von den Dänen ermordet wird, und in dieser Situation übt der Kaiser die oberste Gewalt über diesen slawischen Stammverband aus, sodass Karl der Große Slavomir in diesen Jahren als König der Abodriten einsetzt. Slavomir steht damit zunächst in einem Bündnis mit den Franken, akzeptiert ihre Oberhoheit und baut seine Stellung bei den Abodriten auf der kaiserlichen Bestätigung seiner Königswürde auf, während die Erinnerung an die Herrschaft Thrascos und dessen gewaltsamen Tod den politischen Hintergrund seiner Einsetzung bildet. - Fortsetzung 811
ERSTES BULGARISCHES REICH
- Khan Krum (803–814)
Im Spätherbst schlägt Krum ein großes byzantinisches Heer, was der Beginn von langwierigen und blutigen Kämpfen ist. - Schlacht von Serdica
Im Frühling befiehlt Krum die Belagerung der Stadt Serdica. Zuvor beginnt er nach der Vernichtung der Awaren mit der Eroberung des Strumatals und Teilen Makedoniens, wobei die byzantinische Festung Serdica sein größtes Hindernis darstellt. Die Belagerung verläuft mehrere Wochen erfolglos. Schließlich verspricht Krum der byzantinischen Garnison freies Geleit, wenn sie die Stadt kampflos übergibt. Die Byzantiner gehen auf dieses Versprechen ein, werden jedoch beim Abzug ebenso wie einige Bewohner der Stadt von Krums Truppen getötet. Mit der Eroberung der Serdica fällt den Bulgaren ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt des Balkans entlang der Via Militaris in die Hände. Byzanz verliert dadurch nicht nur den direkten Weg in seine westlichen Balkanprovinzen, sondern bald auch die Provinzen selbst, die zwischen Bulgaren, Serben und Kroaten aufgeteilt werden. Für die Bulgaren dient die Stadt zudem als Ausgangspunkt für weitere Feldzüge in Richtung Pelagonien, Thessalien, Westthrakien und Epiros. - Fortsetzung 811
BYZANTINISCHES REICH
- Kaiser Nikephoros I. (802–811)
Paul le Patrice greift an, wird jedoch in der Nähe der Insel Comacchio geschlagen und zieht sich nach Venedig zurück, wo Obelerio und Beato nur zögerlich Unterstützung leisten. Gleichzeitig stirbt Harun ar-Raschid, was innere Unruhen im Kalifat auslöst und den Druck auf die byzantinische Grenze bis zum Ende der Herrschaft des Nicéphore mindert. - Patriarch Fortunatus II. (Grado, 2. Amtszeit 809–820)
Die vierjährige Usurpation des Patriarchenamtes durch Johannes endet. - Patriarch Nikephoros I. (Konstantinopel, 806–815)
- Fortsetzung 810
KACHETIEN
ARABER
(193/194 - 14./15. Oktober)
Abbasiden
- Kalif Hārūn ar-Raschīd (786-809)
Im März erkrankt Hārūn während des Feldzuges gegen Rafi ibn al-Lais und stirbt kurz nach seiner Ankunft im Dorf Sanabad bei Tus. Er wird im Dar al-Imāra, dem Sommerpalast von Humayd ibn Qahtaba, dem abbasidischen Gouverneur Chorasan, beigesetzt, der seitdem als Mausoleum von Haruniyya bekannt ist. Mit der späteren Märtyrertod-Imam al-Ridas im Jahr 818 erhält der Ort den Namen Maschhad, „Stätte des Martyriums“. Nach seinem Tod übernimmt sein Sohn al-Amin, der bereits als erster Erbe bestimmt ist, das Kalifat, während al-Maʾmun als zweiter und al-Qasim als dritter Erbe vorgesehen sind. At-Tabari berichtet, dass sich beim Tod Haruns mehr als neunhundert Millionen Dirham im Staatsschatz befinden und unterstreicht damit den Reichtum des Reiches. Hārūns Regierungszeit leitet zugleich den Beginn der politischen Auflösung des abbasidischen Kalifats ein, obwohl sein Hof in Bagdad und ar-Raqqa als Inbegriff von Glanz, Kunstförderung und Gelehrsamkeit gilt. - Nach 809 (Tod Zubaidas und späteres Schicksal von Angehörigen) - Kalif al-Amīn (809–813)
al-Amīn folgt ihm reibungslos als Kalif nach. Die meisten Heerführer kehren nach Bagdad zurück, der Aufständische ergibt sich al-Ma'mun und wird begnadigt. Die ersten zwei Jahre der Herrschaft al-Amins verlaufen allgemein friedlich. - al-Ma'mūn
Im März stirbt Hārūn ar-Raschīd in der chorasanischen Stadt Tūs, während sich al-Ma'mūn mit seinen Truppen bereits in Merw befindet. Nach dem Tod führt Wesir al-Fadl ibn ar-Rabīʿ das Expeditionsheer, das gegen Rāfiʿ ibn Laith aufgestellt worden ist, nach Bagdad zurück und verstößt damit gegen die Verpflichtungen gegenüber al-Ma'mūn, der ihn dafür verantwortlich macht und vergeblich versucht, ihn umzustimmen. Al-Ma'mūn macht Merw zu seiner Residenz, befriedet die Grenzgebiete seines Teilreichs, hebt die repressive Politik ʿAlī ibn ʿĪsās auf, reduziert die Charādsch-Grundsteuer, zahlt arabischen und iranischen Truppen eine Sonderprämie und pflegt Beziehungen zu Dehqan‑Landbesitzern, iranischen Fürsten und türkischen Machthabern am Rand Chorasans wie dem Yabghu der Oghusen und dem Chān der Karluken. Rāfiʿ ibn Laith beendet seinen Aufstand, bittet al-Ma'mūn um eine Schutzerklärung, sucht ihn auf und wird von ihm begnadigt. Die Beliebtheit al-Ma'mūns in Chorasan wird dadurch gestützt, dass seine Mutter aus dieser Region stammt und die Chorasaner ihn „Sohn unserer Schwester und Nachkomme des Prophetenonkels“ nennen. - Imam der Ismailiten: Muhammad ibn Isma'il (775-813)
- Imam der Zwölferschiiten: ʿAlī ibn Mūsā ar-Ridā (799-818)
- Patriarch Thomas I. (Jerusalem, 807–821)
- Papst und Patriarch Markus II. (Alexandria, 799–819)
- Griechisch-orthodoxer Patriarch Politianos (Alexandria, 768–813)
- Fortsetzung 810
Rustamiden
Idrisiden
Aghlabiden
- Emir Ibrahim I. ibn al-Aghlab (800–812)
Ibrahim sieht sich einem weiteren Aufstand des jund unter Imran ibn Mukhallad gegenüber. - Fortsetzung 812
Emirat von Córdoba
CHASAREN
- Kagan Obadia (786-809)
- Kagan Tuvan (809-840)
Kagan Tuvan Dyggvi ist ein Chasarenherrscher zweifelhafter Existenz oder Abstammung. Er herrscht in einer unruhigen Zeit, die von den Widerständen eines Teils des chasarischen Adels gegen die neue dynastische Ordnung geprägt ist, die sein Vorgänger Obadiah durchsetzt. - Fortsetzung 840
UIGURISCHES KAGANAT
INDIEN
Pratihara
Chauhan-Dynastie
- König Durlabharaja I. (784–809)
- König Govindaraja I. (809–836)
Um 809 beginnt Govindaraja, auch bekannt als Guvaka I., als indischer König aus der Shakambhari-Chahamana-Dynastie zu herrschen, wobei er Teile des heutigen Rajasthan im Nordwesten Indiens als Vasall des Gurjara-Pratihara-Kaisers Nagabhata II. regiert. Nach der Darstellung des Prithviraja Vijaya ist Govindaraja Sohn und Nachfolger des Chahamana-Königs Durlabharaja I, während die Inschriften von Bijolia und Harsha den Nachfolger Durlabharajas mit dem Namen „Guvaka“ bezeichnen, der als volkssprachliche Variante des Namens „Govinda“ erscheint.
Während seiner Regierungszeit als Vasallenkönig deutet die Harsha-Steininschrift darauf hin, dass Govinda Vasall eines Königs Nagavaloka ist, der mit dem Pratihara-Kaiser Nagabhata II identifiziert wird, wodurch seine politische Einbindung in die Oberherrschaft der Gurjara-Pratiharas sichtbar wird. Dieselbe Inschrift hält fest, dass Govinda als Krieger Ruhm erlangt, ohne dabei konkrete Schlachten zu nennen, sodass seine militärische Bedeutung zwar hervorgehoben, aber nicht im Detail beschrieben wird. In diese Regierungszeit fällt wahrscheinlich auch der Beginn des Baus des Harshanatha-Tempels, der der Familienschutzgottheit der Dynastie geweiht ist und dessen Errichtung unter Govinda vermutlich ihren Ausgang nimmt, auch wenn der Tempel seine vollständige Gestalt erst unter den nachfolgenden Herrschern erreicht. - Fortsetzung 836
Rashtrakuta
Westliche Ganga-Dynastie
Pallava
Anuradhapura
TIBET
KHMER
CHINA
(58. (59.) Zyklus - Jahr des Erde-Büffels; am Beginn des Jahres Erde-Ratte)
Tang-Dynastie
- Kaiser Tang Xianzong (805–820)
Xianzong ernennt seinen ältesten Sohn Li Ning zum Kronprinzen. Nach dem Tod von Wang Shizhen plant er zunächst, dessen Sohn Wang Chengzong einzusetzen, beginnt jedoch nach einem Wortbruch einen Feldzug gegen Chengde. Der Feldzug stockt, und nachdem interne Probleme aufgedeckt werden, unterwirft sich Wang Chengzong im Jahr 810 und wird offiziell eingesetzt. - Fortsetzung 810
KOREA
Silla
- König Aejang (800-809)
Aejang wird zusammen mit seinem Bruder Chemyeong von seinem Onkel Kim Eon-seung, der zuvor Regent war, getötet, woraufhin dieser selbst den Thron übernimmt. - König Heondeok (809-826)
Heondeok wird nach dem Tod seines Bruders Regent. Im selben Jahr tötet er den inzwischen erwachsenen Aejang und übernimmt selbst den Thron. - Fortsetzung 809
Balhae
- König Kang (794–809)
Kang stirbt. - König Chŏng (809–812)
Chŏng besteigt den Thron von Balhae und wird damit der siebte König des Reiches. Er ist der Sohn des vorherigen Herrschers König Kang, der bis zu seinem Tod regiert hat. Chŏng entscheidet sich für den Äranamen Yeongdeok, der mit „ewige Tugend“ wiedergegeben wird. Er ist verheiratet und hat einen Sohn mit dem Namen Dae Yeon-jin. - Fortsetzung 812
JAPAN
- Tennō Heizei (806–809)
Nach einer Regierungszeit von vier Jahren erkrankt Heizei und dankt aus Angst vor seinem Tod zugunsten seines jüngeren Bruders ab, der später als Kaiser Saga bekannt wird. Nach seiner Abdankung zieht Heizei nach Nara und wird fortan als „Nara no Mikado“ („Kaiser von Nara“) bezeichnet. - Tennõ Saga (809–823)
Am 17. Juni, im vierten Jahr der Regierung Kaiser Heizeis, erkrankt Heizei und dankt ab, und Saga, der zweite Sohn Kanmus, erhält die Thronfolge. Kurz darauf besteigt Kaiser Saga den Thron, und er ernennt Prinz Takaoka, den Sohn Kaiser Heizeis und seinen Neffen, zum Kronprinzen. - Fortsetzung 810
QUELLEN
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26.06.2023 Artikel eröffnet
01.09.2023 Grundstock erstellt
13.06.2026 Grundstock ergänzt
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