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(ab urbe condita DLXVIII = 568)
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*[http://de.wikipedia.org/wiki/Quintus_Marcius_Philippus_(Konsul_186_v._Chr.) '''Konsul Quintus Marcius Philippus''']
*[http://de.wikipedia.org/wiki/Quintus_Marcius_Philippus_(Konsul_186_v._Chr.) '''Konsul Quintus Marcius Philippus (1. Amtszeit)'''] <br />Nur zwei Jahre nach der Prätur gelangt Marcius zum Konsulat, das er gemeinsam mit Spurius Postumius Albinus bekleidet. Angeblich aufgrund der Anzeige eines Publius Aebutius wird der in ganz Italien verbreitete, aus dem griechischen Kulturraum stammende Geheimkult der Bacchanalien aufgedeckt. Marcius und sein Kollege werden in außerordentlicher Weise mit der Untersuchung der Vorgänge und der Bestrafung der Teilnehmer betraut und reisen auf dieser Mission quer durch Italien. Marcius schließt seine Aufklärungsarbeit schneller ab als sein Kollege. Daraufhin bricht er nach Ligurien auf, das eigentlich beiden Konsuln als Provinz übertragen ist. Er rückt gegen die Apuaner vor, wird von ihnen aber in eine einsame und enge Waldschlucht gelockt und dort angegriffen. Dabei erleidet er eine empfindliche Schlappe und zieht sich zurück. Zur Geheimhaltung seiner Verluste von 4000 Soldaten lässt er die restlichen ihm unterstellten Truppen in ihre Lager zurückkehren und bleibt der Hauptstadt bis zum Ende seines Konsulates fern.
*[http://de.wikipedia.org/wiki/Spurius_Postumius_Albinus_(Konsul_186_v._Chr.) '''Konsul Spurius Postumius Albinus''']
*[http://de.wikipedia.org/wiki/Spurius_Postumius_Albinus_(Konsul_186_v._Chr.) '''Konsul Spurius Postumius Albinus'''] <br />Postumius erlangt das Konsulat zusammen mit Quintus Marcius Philippus. Die Hauptaufgabe der beiden Konsuln ist die Zerschlagung der in ganz Italien verbreiteten Geheimkulte der Bacchanalien. Titus Livius erzählt zum Jahr 186 hauptsächlich von dieser Tätigkeit der Konsuln. Von einem Senatus consultum de Bacchanalibus ist ein in Erz graviertes Exemplar mit Befehlen der Konsuln an die italischen Bundesgenossen im Ager Teuranus in Bruttium als älteste inschriftliche politische Urkunde Roms erhalten geblieben. Es bestehen unter den Forschern große Auffassungsunterschiede über die Glaubwürdigkeit des von Livius gegebenen Berichts, doch bemerkenswert ist die Übereinstimmung mit dem Dokument des Senatsbeschlusses, dass nach der Niederschlagung des Geheimkultes die Ausübung seiner Riten nur noch einzelnen Personen gestattet ist, wenn sie einen Antrag beim Stadtprätor gestellt haben und dieser vom Senat genehmigt wird, wobei mindestens 100 seiner Mitglieder anwesend sein müssen. Bei der Darstellung des Livius über die Bacchanalien ist zu beachten, dass er nicht nur Ereignisse eines Jahres erzählt, sondern in seine einheitliche Komposition auch einige Jahre zurückliegende Begebenheiten einbezieht, wenn dies sachlich notwendig ist. Die genauere zeitliche Einordnung der in das Jahr 186 selbst gehörenden Ereignisse ist schwierig, da diese einheitlich komponierte Darstellungsweise den normalen Aufbau der Jahresberichte stört. Der einzige zeitliche Fixpunkt ist, dass die durch den erhaltenen Beschluss bezüglich der Bacchanalien bezeugte Senatssitzung erst an den Nonen des Oktober stattfindet und von beiden Konsuln geleitet wird. Der Bacchanalienkult entstammt der griechischen Kultur, kommt von Unteritalien nach Rom und zieht immer mehr Mitglieder an. Geheime Vereinigungen sind den Behörden ohnehin suspekt. Hinzu kommen von Livius als wahr dargestellte Gerüchte, dass die Kultteilnehmer nicht nur ausschweifende Feste begehen, sondern auch schwere Verbrechen verüben. Schließlich soll das Ausmaß ihrer Umtriebe staatsgefährdend werden. Ein Jüngling namens Publius Aebutius und seine Geliebte, die Freigelassene Fecenia Hispala, helfen dem Konsul Postumius schließlich entscheidend bei der Aufdeckung der Aktivitäten des Geheimkultes. Friedrich Münzer weist zwar darauf hin, dass Livius’ Bericht über diese Anzeige des Liebespaares frei und romanhaft ausgeschmückt ist, hält aber die angegebenen Namen für historisch, die im später erwähnten Senatsbeschluss über die Belohnung und Sicherheitsgewährleistung des Pärchens gestanden haben könnten. Auch den Namen von Sulpicia, der Schwiegermutter des Postumius, dürfte nach der Ansicht des gleichen Historikers historisch und der Familienüberlieferung entlehnt sein. Nachdem Postumius über die angeblichen Vergehen der Bacchanalienanhänger durch Aebutius und seine Geliebte erfahren hat und von der Richtigkeit ihrer Angaben überzeugt ist, informiert er den Senat. Es wird beschlossen, dass die Konsuln mit außerordentlichen Vollmachten in ganz Italien Untersuchungen zur Ergreifung der Mitglieder des Geheimkultes und Maßnahmen zum Verbot der Zelebrierung seiner Riten durchführen sollen. Das Volk wird in einer Contio über die Vorgänge bei den Bacchanalien informiert und die dabei angeblich verübten Verbrechen und die Sittenverderbnis werden auf ausländische, den römischen Moralvorstellungen widersprechende Religionspraktiken zurückgeführt. Livius lässt absichtlich unklar, welcher der beiden Konsuln diese Ansprache hält, die der römische Annalist ohnehin frei ausarbeitet. Tausende Personen, die an den Bacchanalien teilgenommen haben, werden hingerichtet oder inhaftiert. Zur Ergreifung von Flüchtigen werden Belohnungen ausgesetzt. Die Ausübung der Riten der Bacchanalien wird nur noch unter strengen Auflagen unter Kontrolle der Staatsmacht erlaubt, und die Heiligtümer ihrer Anhänger werden zerstört. Wegen ihrer ausgedehnten Untersuchungsreisen durch Italien weilen die Konsuln öfters gleichzeitig fern der Hauptstadt und lassen sich währenddessen vom Stadtprätor vertreten. Die eigentliche Aufgabe der Konsuln ist die gleiche wie schon die ihrer Amtsvorgänger gewesen: sie hätten gemeinsam gegen die Ligurer zu Felde ziehen sollen. Wegen der durch den einheitlich komponierten Bacchanalienbericht gestörten zeitlichen Ordnung der livianischen Jahresdarstellung ist nicht klar, ob Postumius nach Abschluss seiner Untersuchungen noch Krieg in Ligurien führt. Livius bezeugt nur, dass der zweite Konsul Marcius Philippus zuerst mit seinen Ermittlungen fertig ist und dann in seiner Provinz äußerst unglücklich gegen die Apuaner kämpft. Möglicherweise dauern die Untersuchungen von Postumius, die er sogar in Apulien und Lukanien durchführt, so lange, bis er in die Hauptstadt zurückkehrt, um die Wahlen für das nächste Jahr zu leiten, wobei er zwei Verwandte, unter anderem Aulus Postumius Albinus Luscus, zu Prätoren befördern kann.
*[http://de.wikipedia.org/wiki/Gaius_Flaminius_(Konsul_187_v._Chr.) Gaius Flaminius] <br />Nach seiner Rückkehr aus der Provinz organisiert Flaminius in Rom die nächsten Wahlen der Magistrate. Am Anfang des folgenden Jahres übergibt er das Kommando an seinen Nachfolger.
*[http://de.wikipedia.org/wiki/Gaius_Flaminius_(Konsul_187_v._Chr.) Gaius Flaminius] <br />Nach seiner Rückkehr aus der Provinz organisiert Flaminius in Rom die nächsten Wahlen der Magistrate. Am Anfang des folgenden Jahres übergibt er das Kommando an seinen Nachfolger.
*[http://de.wikipedia.org/wiki/Gnaeus_Manlius_Vulso Gnaeus Manlius Vulso] <br />Zu Beginn des Frühjahrs hält Vulso seinen Triumph über die kleinasiatischen Galater ab. Durch die Straßen werden 212 goldene Kränze und zahlreiche weitere Kostbarkeiten getragen. Die Römer sehen zum ersten Mal Luxusgegenstände wie mit Bronze verzierte Speiselager, Tafelgeschirr aus getriebenem Silber, Tischchen aus kostbaren Holzarten und ähnliche Dinge.
*[http://de.wikipedia.org/wiki/Gnaeus_Manlius_Vulso Gnaeus Manlius Vulso] <br />Zu Beginn des Frühjahrs hält Vulso seinen Triumph über die kleinasiatischen Galater ab. Durch die Straßen werden 212 goldene Kränze und zahlreiche weitere Kostbarkeiten getragen. Die Römer sehen zum ersten Mal Luxusgegenstände wie mit Bronze verzierte Speiselager, Tafelgeschirr aus getriebenem Silber, Tischchen aus kostbaren Holzarten und ähnliche Dinge.
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*[http://de.wikipedia.org/wiki/Bacchanalienskandal '''Bacchanalienskandal'''] <br />Aufgrund des Senatus consultum de Bacchanalibus, eines Beschlusses des römischen Senats, werden die Bacchanalien-Feiern in Rom und im römischen Einflussgebiet durch den Konsul Spurius Postumius Albinus verboten und aufgelöst. Bis zu 7000 Personen werden hingerichtet. Die Geschichtsschreibung spricht vom Bacchanalienskandal. <br />[http://de.wikipedia.org/wiki/Quintus_Minucius_Rufus Quintus Minucius Rufus] <br />In dem erhaltenen Senatsbeschluss zum von Titus Livius ausführlich behandelten Bacchanalienskandal wird Quintus Minucius Rufus als Urkundenzeuge an dritter Stelle verzeichnet.
*[http://de.wikipedia.org/wiki/Bacchanalienskandal '''Bacchanalienskandal'''] <br />Aufgrund des Senatus consultum de Bacchanalibus, eines Beschlusses des römischen Senats, werden die Bacchanalien-Feiern in Rom und im römischen Einflussgebiet durch den Konsul Spurius Postumius Albinus verboten und aufgelöst. Bis zu 7000 Personen werden hingerichtet. Die Geschichtsschreibung spricht vom Bacchanalienskandal. <br />[http://de.wikipedia.org/wiki/Quintus_Minucius_Rufus Quintus Minucius Rufus] <br />In dem erhaltenen Senatsbeschluss zum von Titus Livius ausführlich behandelten Bacchanalienskandal wird Quintus Minucius Rufus als Urkundenzeuge an dritter Stelle verzeichnet.
*[http://de.wikipedia.org/wiki/Keltiberischer_Krieg Erster Keltiberischer Krieg (193-178)] <br />
*[http://de.wikipedia.org/wiki/Keltiberischer_Krieg Erster Keltiberischer Krieg (193-178)] <br />
*[[-185#RÖMISCHE_REPUBLIK | Fortsetzung 185]]
*[[-185#RÖMISCHE_REPUBLIK | Fortsetzung 185]] [[Kategorie:Römische Republik]]


==ILLYRER==
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*[https://de.wikipedia.org/wiki/Kleopatra_I. Königin Kleopatra I. (193-180)] <br />Die Priestersynode in Alexandria schließt Kleopatra I. in die Ehrungen für das Königspaar ein  
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Kleopatra_I. Königin Kleopatra I. (193-180)] <br />Die Priestersynode in Alexandria schließt Kleopatra I. in die Ehrungen für das Königspaar ein  
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Anchwennefer König Anchwennefer (199-186)] <br />Sommer: Entscheidungsschlacht bei Syene (Assuan): Anchwennefer wird von ptolemäischen Truppen unter General Komanos besiegt, gefangen genommen und hingerichtet. Das Ende des Aufstands wird durch eine Amnestie besiegelt.
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Anchwennefer König Anchwennefer (199-186)] <br />Sommer: Entscheidungsschlacht bei Syene (Assuan): Anchwennefer wird von ptolemäischen Truppen unter General Komanos besiegt, gefangen genommen und hingerichtet. Das Ende des Aufstands wird durch eine Amnestie besiegelt.
*[[-185#GRIECHEN | Fortsetzung 185]]
*[[-185#GRIECHEN | Fortsetzung 185]] [[Kategorie:Aegypten]]


==IBERIA==
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*[http://en.wikipedia.org/wiki/Brihadratha_Maurya König Brihadratha Maurya (187-185)] <br />Der Greco-Baktrische König Demetrios greift die Nordwestgrenze Indiens an
*[http://en.wikipedia.org/wiki/Brihadratha_Maurya König Brihadratha Maurya (187-185)] <br />Der Greco-Baktrische König Demetrios greift die Nordwestgrenze Indiens an
*[[-185#INDIEN | Fortsetzung 186]]
*[[-185#INDIEN | Fortsetzung 186]] [[Kategorie:Maurya-Reich]]


'''Anuradhapura'''
'''Anuradhapura'''

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RÖMISCHE REPUBLIK

(ab urbe condita DLXVIII = 568)

  • Konsul Quintus Marcius Philippus (1. Amtszeit)
    Nur zwei Jahre nach der Prätur gelangt Marcius zum Konsulat, das er gemeinsam mit Spurius Postumius Albinus bekleidet. Angeblich aufgrund der Anzeige eines Publius Aebutius wird der in ganz Italien verbreitete, aus dem griechischen Kulturraum stammende Geheimkult der Bacchanalien aufgedeckt. Marcius und sein Kollege werden in außerordentlicher Weise mit der Untersuchung der Vorgänge und der Bestrafung der Teilnehmer betraut und reisen auf dieser Mission quer durch Italien. Marcius schließt seine Aufklärungsarbeit schneller ab als sein Kollege. Daraufhin bricht er nach Ligurien auf, das eigentlich beiden Konsuln als Provinz übertragen ist. Er rückt gegen die Apuaner vor, wird von ihnen aber in eine einsame und enge Waldschlucht gelockt und dort angegriffen. Dabei erleidet er eine empfindliche Schlappe und zieht sich zurück. Zur Geheimhaltung seiner Verluste von 4000 Soldaten lässt er die restlichen ihm unterstellten Truppen in ihre Lager zurückkehren und bleibt der Hauptstadt bis zum Ende seines Konsulates fern.
  • Konsul Spurius Postumius Albinus
    Postumius erlangt das Konsulat zusammen mit Quintus Marcius Philippus. Die Hauptaufgabe der beiden Konsuln ist die Zerschlagung der in ganz Italien verbreiteten Geheimkulte der Bacchanalien. Titus Livius erzählt zum Jahr 186 hauptsächlich von dieser Tätigkeit der Konsuln. Von einem Senatus consultum de Bacchanalibus ist ein in Erz graviertes Exemplar mit Befehlen der Konsuln an die italischen Bundesgenossen im Ager Teuranus in Bruttium als älteste inschriftliche politische Urkunde Roms erhalten geblieben. Es bestehen unter den Forschern große Auffassungsunterschiede über die Glaubwürdigkeit des von Livius gegebenen Berichts, doch bemerkenswert ist die Übereinstimmung mit dem Dokument des Senatsbeschlusses, dass nach der Niederschlagung des Geheimkultes die Ausübung seiner Riten nur noch einzelnen Personen gestattet ist, wenn sie einen Antrag beim Stadtprätor gestellt haben und dieser vom Senat genehmigt wird, wobei mindestens 100 seiner Mitglieder anwesend sein müssen. Bei der Darstellung des Livius über die Bacchanalien ist zu beachten, dass er nicht nur Ereignisse eines Jahres erzählt, sondern in seine einheitliche Komposition auch einige Jahre zurückliegende Begebenheiten einbezieht, wenn dies sachlich notwendig ist. Die genauere zeitliche Einordnung der in das Jahr 186 selbst gehörenden Ereignisse ist schwierig, da diese einheitlich komponierte Darstellungsweise den normalen Aufbau der Jahresberichte stört. Der einzige zeitliche Fixpunkt ist, dass die durch den erhaltenen Beschluss bezüglich der Bacchanalien bezeugte Senatssitzung erst an den Nonen des Oktober stattfindet und von beiden Konsuln geleitet wird. Der Bacchanalienkult entstammt der griechischen Kultur, kommt von Unteritalien nach Rom und zieht immer mehr Mitglieder an. Geheime Vereinigungen sind den Behörden ohnehin suspekt. Hinzu kommen von Livius als wahr dargestellte Gerüchte, dass die Kultteilnehmer nicht nur ausschweifende Feste begehen, sondern auch schwere Verbrechen verüben. Schließlich soll das Ausmaß ihrer Umtriebe staatsgefährdend werden. Ein Jüngling namens Publius Aebutius und seine Geliebte, die Freigelassene Fecenia Hispala, helfen dem Konsul Postumius schließlich entscheidend bei der Aufdeckung der Aktivitäten des Geheimkultes. Friedrich Münzer weist zwar darauf hin, dass Livius’ Bericht über diese Anzeige des Liebespaares frei und romanhaft ausgeschmückt ist, hält aber die angegebenen Namen für historisch, die im später erwähnten Senatsbeschluss über die Belohnung und Sicherheitsgewährleistung des Pärchens gestanden haben könnten. Auch den Namen von Sulpicia, der Schwiegermutter des Postumius, dürfte nach der Ansicht des gleichen Historikers historisch und der Familienüberlieferung entlehnt sein. Nachdem Postumius über die angeblichen Vergehen der Bacchanalienanhänger durch Aebutius und seine Geliebte erfahren hat und von der Richtigkeit ihrer Angaben überzeugt ist, informiert er den Senat. Es wird beschlossen, dass die Konsuln mit außerordentlichen Vollmachten in ganz Italien Untersuchungen zur Ergreifung der Mitglieder des Geheimkultes und Maßnahmen zum Verbot der Zelebrierung seiner Riten durchführen sollen. Das Volk wird in einer Contio über die Vorgänge bei den Bacchanalien informiert und die dabei angeblich verübten Verbrechen und die Sittenverderbnis werden auf ausländische, den römischen Moralvorstellungen widersprechende Religionspraktiken zurückgeführt. Livius lässt absichtlich unklar, welcher der beiden Konsuln diese Ansprache hält, die der römische Annalist ohnehin frei ausarbeitet. Tausende Personen, die an den Bacchanalien teilgenommen haben, werden hingerichtet oder inhaftiert. Zur Ergreifung von Flüchtigen werden Belohnungen ausgesetzt. Die Ausübung der Riten der Bacchanalien wird nur noch unter strengen Auflagen unter Kontrolle der Staatsmacht erlaubt, und die Heiligtümer ihrer Anhänger werden zerstört. Wegen ihrer ausgedehnten Untersuchungsreisen durch Italien weilen die Konsuln öfters gleichzeitig fern der Hauptstadt und lassen sich währenddessen vom Stadtprätor vertreten. Die eigentliche Aufgabe der Konsuln ist die gleiche wie schon die ihrer Amtsvorgänger gewesen: sie hätten gemeinsam gegen die Ligurer zu Felde ziehen sollen. Wegen der durch den einheitlich komponierten Bacchanalienbericht gestörten zeitlichen Ordnung der livianischen Jahresdarstellung ist nicht klar, ob Postumius nach Abschluss seiner Untersuchungen noch Krieg in Ligurien führt. Livius bezeugt nur, dass der zweite Konsul Marcius Philippus zuerst mit seinen Ermittlungen fertig ist und dann in seiner Provinz äußerst unglücklich gegen die Apuaner kämpft. Möglicherweise dauern die Untersuchungen von Postumius, die er sogar in Apulien und Lukanien durchführt, so lange, bis er in die Hauptstadt zurückkehrt, um die Wahlen für das nächste Jahr zu leiten, wobei er zwei Verwandte, unter anderem Aulus Postumius Albinus Luscus, zu Prätoren befördern kann.
  • Gaius Flaminius
    Nach seiner Rückkehr aus der Provinz organisiert Flaminius in Rom die nächsten Wahlen der Magistrate. Am Anfang des folgenden Jahres übergibt er das Kommando an seinen Nachfolger.
  • Gnaeus Manlius Vulso
    Zu Beginn des Frühjahrs hält Vulso seinen Triumph über die kleinasiatischen Galater ab. Durch die Straßen werden 212 goldene Kränze und zahlreiche weitere Kostbarkeiten getragen. Die Römer sehen zum ersten Mal Luxusgegenstände wie mit Bronze verzierte Speiselager, Tafelgeschirr aus getriebenem Silber, Tischchen aus kostbaren Holzarten und ähnliche Dinge.
  • Lucius Valerius Flaccus
    Flaccus gehört zu den drei ehemaligen Konsuln, die im Senatsbeschluss über die Bacchanalien erwähnt werden und die Kommission zur Ausarbeitung des Berichts bilden.
  • Tierhetzen
    Es werden erstmals Tierhetzen im Römischen Reich überliefert. Tierhetzen (venationes) werden neben den Gladiatorenkämpfen in den folgenden Jahrhunderten die große Attraktion der Unterhaltungskultur im Römischen Reich.
  • In Rom treten erstmals bezahlte Athleten aus Griechenland auf.
  • Bacchanalienskandal
    Aufgrund des Senatus consultum de Bacchanalibus, eines Beschlusses des römischen Senats, werden die Bacchanalien-Feiern in Rom und im römischen Einflussgebiet durch den Konsul Spurius Postumius Albinus verboten und aufgelöst. Bis zu 7000 Personen werden hingerichtet. Die Geschichtsschreibung spricht vom Bacchanalienskandal.
    Quintus Minucius Rufus
    In dem erhaltenen Senatsbeschluss zum von Titus Livius ausführlich behandelten Bacchanalienskandal wird Quintus Minucius Rufus als Urkundenzeuge an dritter Stelle verzeichnet.
  • Erster Keltiberischer Krieg (193-178)
  • Fortsetzung 185

ILLYRER

GRIECHEN

(2./3. Jahr der 148. Olympiade)

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Bosporanisches Reich

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(126/127)

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CHINA

(41/42. Zyklus - Jahr des Holz-Hasen; am Beginn des Jahres Holz-Tiger)

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QUELLEN

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12.01.2024 Artikel eröffnet und Grundstock erstellt

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