Zum Inhalt springen

823: Unterschied zwischen den Versionen

Aus WikiReneKousz
Neuen Grundstock erstellt
Kategorien ergänzt
Zeile 1: Zeile 1:
<center>[[820]] | [[821]] | [[822]] | [http://de.wikipedia.org/wiki/823 '''823'''] | [[824]] | [[825]] | [[826]]</center>
<center>[[820]] | [[821]] | [[822]] | [http://de.wikipedia.org/wiki/823 '''823'''] | [[824]] | [[825]] | [[826]]</center>
----
----
==WELTALL==
*'''993–994:''' [http://de.wikipedia.org/wiki/Miyake-Ereignis Miyake-Ereignis] In den Jahren 993–994 n. Chr. ereignet sich ein weiteres starkes Miyake‑Ereignis, das erneut zu einem klar erkennbaren Anstieg kosmogener Isotope führt. Energieträchtige Teilchen aus dem Weltraum verstärken die Bildung von C14 in der Erdatmosphäre und verursachen so einen charakteristischen Peak im Radiokohlenstoff‑Profil von Baumringen, der für diese Jahre deutlich hervortritt. Bei Untersuchungen japanischer Zedern identifizieren Forschende einen zweiten, vom Ereignis 774–775 n. Chr. unabhängigen Peak, der die Jahre 993–994 n. Chr. markiert und damit ein weiteres, zeitlich scharf begrenztes Strahlungssignal liefert. Dieses Ereignis ergänzt die wachsende Liste bekannter Miyake‑Ereignisse und bestätigt, dass solche Ausbrüche in der jüngeren Erdgeschichte wiederholt und mit erheblicher Intensität auftreten. Für die heutige Forschung bildet der Peak von 993–994 n. Chr. zusammen mit dem von 774–775 n. Chr. ein wichtiges Instrument der Feindatierung, da sich archäologische Hölzer an zwei verschiedenen, unabhängig überprüfbaren Radiokohlenstoff‑Signaturen ausrichten lassen.
*[[2012#WELTALL | Fortsetzung 2012]]
*'''2012:''' [http://de.wikipedia.org/wiki/Miyake-Ereignis Miyake-Ereignis] Im Jahr 2012 veröffentlicht die japanische Astronomin Fusa Miyake an der Universität Nagoya erste Ergebnisse über derartige Strahlungsausbrüche in der Fachzeitschrift Nature und etabliert damit den Begriff Miyake‑Ereignis. Sie analysiert den C14‑Gehalt in den Jahresringen japanischer Zedern und entdeckt dabei starke Anstiege für die Jahre 774–775 n. Chr. und 993–994 n. Chr., die sich deutlich von der Hintergrundvariation abheben. Mit Hilfe der Beschleuniger‑Massenspektrometrie weist sie die winzigen Mengen an Radiokohlenstoff nach und rekonstruiert den zeitlichen Verlauf der Peaks mit hoher Genauigkeit. In der Folge setzen sich die Bezeichnungen Miyake‑Ereignis und Miyake event als Fachtermini für solche kurzzeitigen, extremen Anstiege kosmogener Isotopproduktion durch, die in Baumringen und Eisbohrkernen erkennbar sind. Die Veröffentlichung löst eine Reihe weiterer Studien aus, in denen Forschende zusätzliche Ereignisse identifizieren und die Bedeutung dieser Strahlungsausbrüche für die Chronologie‑Forschung und das Verständnis der Sonnen‑ und Weltraumphysik untersuchen.
*'''2022:''' [http://de.wikipedia.org/wiki/Miyake-Ereignis Miyake-Ereignis] Im Jahr 2022 legt Fusa Miyake mit ihrem Team eine weitere Studie vor, in der sie hochpräzise C14‑Daten aus Baumringen eines Alaskanischen Baumes für den Zeitraum 1844–1876 n. Chr. auswertet und darin keine Signatur eines extremen solaren Teilchenereignisses findet. Diese Ergebnisse erscheinen unter dem Titel „No signature of extreme solar energetic particle events in high‑precision 14C data from the Alaskan tree for 1844–1876 CE“ und dienen als wichtiger Referenzdatensatz für die Abgrenzung normaler solaren Aktivität von extremen Ausbrüchen. Parallel dazu untersucht die Arbeitsgruppe Eisbohrkerne aus Alaska und der Antarktis sowie weitere Baumring‑Serien und identifiziert zusätzliche Ausbrüche kosmischer Strahlung um 7176 v. Chr., 5410 v. Chr. und 5259 v. Chr. Diese Funde erweitern die bekannte Liste der Miyake‑Ereignisse deutlich in die ferne Vergangenheit und zeigen, dass solche Ereignisse im Mittel ungefähr alle tausend Jahre auftreten, auch wenn die tatsächlichen Abstände stark schwanken können.
*'''2023:''' [http://de.wikipedia.org/wiki/Miyake-Ereignis Miyake-Ereignis] Im Jahr 2023 wird ein weiteres, besonders extremes Ereignis beschrieben, das um das Jahr 12 350 v. Chr. stattfindet und sich im Nachhinein als das stärkste bekannte Miyake‑Ereignis herausstellt. Neue hochauflösende Analysen von Baumringen und anderen natürlichen Archiven machen den außergewöhnlich hohen Peak in der C14‑Konzentration sichtbar und erlauben eine genauere Rekonstruktion von Dauer und Intensität des Ausbruchs. Forschende erkennen, dass dieses Ereignis alle zuvor dokumentierten Miyake‑Ereignisse an Stärke übertrifft und damit neue Fragen nach den zugrunde liegenden astrophysikalischen Mechanismen aufwirft. Die Veröffentlichung des Ergebnisses verankert 12 350 v. Chr. als neuen Extremfall in der Statistik solcher Strahlungsausbrüche und verdeutlicht, welches Potential Miyake‑Ereignisse als natürliche Experimente für das Verständnis kosmischer Strahlung besitzen.
*'''zuletzt 811'''
==KLIMA==
*'''zuletzt 764'''


==MAYA==
==MAYA==
'''Tikal'''
*'''849:''' [https://en.wikipedia.org/wiki/Jewel_K%CA%BCawiil '''Ajaw Jewel Kʼawiil (849)''']
*[[849#MAYA | Fortsetzung 849]]
*'''zuletzt 810'''
'''Xunantunich'''
*'''830:''' Die Stele 9 in [http://de.wikipedia.org/wiki/Xunantunich Xunantunich] aus dem Jahr 830 ist der Stele 8 überaus ähnlich. Sie lässt es wahrscheinlich erscheinen, dass derselbe Regent zu dieser Zeit noch Xunantunich regiert.
*[[849#MAYA | Fortsetzung 849]] [[Kategorie:Xunantunich]]
*'''849:''' Stele 1 und Altar 1 in [http://de.wikipedia.org/wiki/Xunantunich Xunantunich] sind auf das Jahr 849 datiert. Der zu dieser Zeit herrschende Regent ist nicht mehr identisch mit dem der Jahre 820 und 830. Möglicherweise werden die beiden Monumente als Widmung im Zuge einer Renovierung der Struktur A-1 in Anwesenheit eines weiteren Herrschers errichtet. Sie sind die letzten bekannten datierbaren Inschriften Xunantunichs. Zwischen 849 und 890 wird Katuutzwitz im Zuge des allmählichen Zusammenbruchs der Maya-Zivilisation endgültig verlassen. Damit endet die nachweisbare Nutzung des Ortes als besiedeltes Zentrum.


'''Copan'''
'''Copan'''


*[https://en.wikipedia.org/wiki/Ukit_Took Ajaw Ukit Took (822-830)] <br />
*[https://en.wikipedia.org/wiki/Ukit_Took Ajaw Ukit Took (822-830)] <br />
*'''830:''' Im Jahr 830 liegt der Zeitraum, bis zu dem der plötzliche Zusammenbruch des Stadtstaates Copán erfolgt sein soll.
==PRÄ-INKAS==
*'''zuletzt 700'''


==PIKTEN==
==PIKTEN==
      
      
*[https://en.wikipedia.org/wiki/%C3%93engus_II König Óengus II. (820–834)] <br />
*[https://en.wikipedia.org/wiki/%C3%93engus_II König Óengus II. (820–834)] <br />
*'''832:''' Walter Bower überliefert in seiner Scotichronicon aus den 1440er Jahren eine Legende, nach der dem König Óengus II. 832 am Vorabend einer Schlacht gegen die Angeln der heilige Andreas erscheint. Der Heilige rät dem König, auf das „Zeichen des Kreuzes Christi in der Luft“ zu achten. Bowers Bericht hat Vorläufer bei den früheren Chronisten John of Fordun und Andrew of Wyntoun. Eine noch frühere Erwähnung aus dem 12. Jahrhundert sagt lediglich, dass „König Hungus“ mit Hilfe des heiligen Andreas einen Sieg erringt, wofür die Pikten sich verpflichten, den Heiligen zu verehren. Skene setzt in seinen Anmerkungen zu Fordun IV, xiii-xiv, die Episode ins 4. Jahrhundert, wodurch die gesamte Erzählung in höchstem Maß anachronistisch wird. Die drei Könige, mit denen die Legende verbunden wird, sind Athelstan von England und Athelstan von East Anglia sowie Guthrum der Alte, dessen Taufname Athelstan ist.
*[[834#PIKTEN | Fortsetzung 834]]
*'''834:''' Óengus stirbt 834, und dies ist das einzige Ereignis seiner Regierungszeit, das in den irischen Annalen berichtet wird; auf ihn folgt sein Neffe Drest mac Caustantín. Óengus’ Sohn Eogán wird später König und wird 839 zusammen mit seinem Bruder Bran in einer Schlacht gegen Wikinger getötet. [https://en.wikipedia.org/wiki/Drest_IX '''König Drest IX. (834–837)''']
*'''zuletzt 820'''


==KELTEN==
==KELTEN==
*Reihenfolge der Irischen Königreiche: <br />Ailech (Northern Uí Néill) <br />Ulster (engl. Ulaid) <br />Oriel (engl. Argyll oder Airgialla) <br />Brefni <br />Connacht <br />Meath (Southern Uí Néill) <br />Dubh Linn <br />Leinster <br />Wexford <br />Waterford <br />Ossory <br />Munster <br />Limerick <br />
*[https://en.wikipedia.org/wiki/List_of_High_Kings_of_Ireland Liste der Hochkönige]


*Der König von Meath ist gleichzeitig auch Hochkönig von Irland.
*Der König von Meath ist gleichzeitig auch Hochkönig von Irland.
Zeile 58: Zeile 19:


*[https://en.wikipedia.org/wiki/Murchad_mac_M%C3%A1ele_D%C3%BAin König Murchad mac Máele Dúin (819–823)] <br />Murchads Misserfolge führen zu seiner Absetzung durch seinen zweiten Cousin Niall Caille, der im Jahr 846 stirbt. Murchad verliert damit die Herrschaft über Ailech.  
*[https://en.wikipedia.org/wiki/Murchad_mac_M%C3%A1ele_D%C3%BAin König Murchad mac Máele Dúin (819–823)] <br />Murchads Misserfolge führen zu seiner Absetzung durch seinen zweiten Cousin Niall Caille, der im Jahr 846 stirbt. Murchad verliert damit die Herrschaft über Ailech.  
*[https://en.wikipedia.org/wiki/Niall_Caille '''König Niall Caille (823–846), Hochkönig (833–846)'''] <br />Niall mac Áeda gehört dem Cenél nEógain an, einem nördlichen Zweig der Uí Néill, einer Verwandtschaftsgruppe, deren Herrscher große Teile Irlands beherrschen. Er ist ein Sohn von Áed mac Néill, der Áed Oirdnide genannt wird und selbst Hochkönig gewesen ist. Nach dem Banshenchas aus dem 12. Jahrhundert ist seine Mutter Medb, eine Tochter Indrechtach mac Muiredaigs von den Uí Briúin von Connacht. Das Hochkönigtum von Irland wird in der Praxis zwischen dem nördlichen Cenél nEógain und dem südlichen Zweig Clann Cholmáin der Uí Néill geteilt. Niall ist mit Gormflaith ingen Donncadha verheiratet, einer Schwester Conchobar mac Donnchadas. Seine Kinder umfassen Áed Findliath, der so genannt wird, um ihn von seinem Großvater zu unterscheiden und später Hochkönig wird, eine namentlich nicht überlieferte Tochter, die Conaing mac Flainn von den Síl nÁedo Sláine heiratet, sowie mehrere weitere Söhne.
*[https://en.wikipedia.org/wiki/Niall_Caille '''König Niall Caille (823–846)'''] <br />Niall mac Áeda gehört dem Cenél nEógain an, einem nördlichen Zweig der Uí Néill, einer Verwandtschaftsgruppe, deren Herrscher große Teile Irlands beherrschen. Er ist ein Sohn von Áed mac Néill, der Áed Oirdnide genannt wird und selbst Hochkönig gewesen ist. Nach dem Banshenchas aus dem 12. Jahrhundert ist seine Mutter Medb, eine Tochter Indrechtach mac Muiredaigs von den Uí Briúin von Connacht. Das Hochkönigtum von Irland wird in der Praxis zwischen dem nördlichen Cenél nEógain und dem südlichen Zweig Clann Cholmáin der Uí Néill geteilt. Niall ist mit Gormflaith ingen Donncadha verheiratet, einer Schwester Conchobar mac Donnchadas. Seine Kinder umfassen Áed Findliath, der so genannt wird, um ihn von seinem Großvater zu unterscheiden und später Hochkönig wird, eine namentlich nicht überlieferte Tochter, die Conaing mac Flainn von den Síl nÁedo Sláine heiratet, sowie mehrere weitere Söhne.
*[[825#KELTEN | Fortsetzung 825]]
*[[825#KELTEN | Fortsetzung 825]] [[Kategorie:Ailech]]
 
*'''825:''' Artrí mac Conchobair wird in den Annalen von Ulster als Bischof von Armagh bezeichnet. Gemeinsam mit Feidlimid mac Crimthainn, dem König von Munster, setzt er das Gesetz des Patrick in Connacht durch. Dies deutet darauf hin, dass Artrí zugleich als Abt handelt und damit geistlicher Nachfolger des heiligen Patrick ist.
*[[827#KELTEN | Fortsetzung 827]]
*'''827:''' Ein Konflikt innerhalb der bedeutenden Kirche von Armagh führt zum Krieg. Nach den späten Annalen der vier Meister vertreibt Cummascach mac Cathail von den Uí Cremthainn, König der Airgíalla, Nialls Beichtvater Éogan Mainistrech aus Armagh. Cummascach setzt seinen Halbbruder Artrí mac Conchobair als Abt von Armagh ein; Artrí kann ein Sohn des Hochkönigs Conchobar mac Donnchada sein. Niall stellt unter den Cenél nEógain und den Cenél Conaill ein Heer auf und zieht gegen Armagh. Ihm stehen Cummascach und die Airgíalla gegenüber, denen sich Muiredach mac Eochada, der König von Ulster, mit seinem Heer anschließt. Nach den Annalen der vier Meister dauert die Schlacht bei Leth Cam nahe dem heutigen Kilmore in der Grafschaft Armagh drei Tage. Niall und die nördlichen Uí Néill erringen einen entscheidenden Sieg. Cummascach und sein Bruder Congalach fallen; die Annalen von Ulster fügen hinzu, dass dort auch viele andere Könige der Airgíalla sterben. Die Niederlage bricht die Macht der Airgíalla, die danach den Königen der nördlichen Uí Néill unterstehen. Artrí wird als Abt von Armagh abgesetzt. Niall setzt möglicherweise Éogan Mainistrech in Armagh ein.
*'''833:''' Conchobar mac Donnchada stirbt, und Niall wird Hochkönig. Seine Herrschaft beginnt mit einem Sieg über Wikinger, die Derry überfallen haben.
*'''834:''' Die Annalen von Ulster nennen Éogan Mainistrech im Todesvermerk als Abt von Armagh.
*'''835:''' Niall unternimmt einen Zug nach Leinster. Die Annalen von Ulster berichten, dass Niall ein Heer nach Laigin führt und dort einen König einsetzt. Sein ausgewählter Kandidat für das Königtum von Leinster ist Bran mac Fáeláin von den Uí Dúnlainge. Im selben Jahr überfällt Niall die südlichen Uí Néill und verwüstet das Land bis in das Gebiet der heutigen Grafschaft Offaly.
*'''836:''' Niall gerät mit Feidlimid mac Crimthainn, dem König von Munster, in Konflikt. Feidlimid ist sowohl Geistlicher als auch König, Abt von Clonfert und Unterstützer der strengen Reformbewegung der Céli Dé. Er greift Kildare an und nimmt Forindán, den Abt von Armagh, gefangen. Dies kann eine Herausforderung für Niall sein. Benjamin Hudson weist darauf hin, dass Forindán im Jahr zuvor Diarmait ua Tigernáin ersetzt hat und nicht bekannt ist, welchen der beiden Rivalen Niall unterstützt.
*'''838:''' Niall und Feidlimid halten ein rígdal, eine königliche Zusammenkunft, entweder in Cloncurry oder in Clonfert, ab. Südliche Quellen wie die Annalen von Inisfallen berichten, dass Niall Feidlimid als Hochkönig anerkennt. Nördliche Quellen wie die Annalen von Ulster melden die Zusammenkunft ohne weitere Einzelheiten.
*'''840:''' Die beim rígdal getroffenen Vereinbarungen beenden den Konflikt zwischen Feidlimid und Niall nicht. Feidlimid führt ein Heer zum Hügel von Tara, wo Hochkönige eingesetzt werden, und lagert dort. Niall zieht erneut plündernd nach Offaly, um dort die Unterstützung für Feidlimid zu untergraben.
*'''841:''' Niall und Feidlimid treffen bei Mag nÓchtair nahe Cloncurry erstmals in einer Schlacht aufeinander. Niall siegt. Ein Gedicht in den Annalen von Ulster berichtet, dass der Krummstab des frommen Feidlimid in den Schlehen zurückgelassen wird und Niall ihn kraft seines Sieges in der Schwertschlacht an sich nimmt.
*'''845:''' Niall besiegt Wikinger bei Mag nÍtha im Gebiet der heutigen Grafschaft Donegal. Während er in seinen nördlichen Gebieten gegen Wikingerüberfälle aktiv ist, zieht er offenbar nicht gegen Wikingertruppen in anderen Regionen. Während seiner Herrschaft verlagert sich der Schwerpunkt der Wikingeraktivitäten an die Ostküste und in die Midlands Irlands; am Lough Neagh und nahe Dublin entstehen dauerhafte Siedlungen.
*'''846:''' Niall ertrinkt im Fluss Callan nahe Armagh; von diesem Ereignis leitet sich sein Beiname Caille ab. Er wird in Armagh bestattet. Ihm folgt Máel Sechnaill mac Máele Ruanaid von der Clann Cholmáin als Hochkönig; über Nialls Nachfolger als König von Ailech, Máel Dúin mac Áeda 846–867, ist kein Wikipedia-Artikel vorhanden.
*'''855:''' [https://en.wikipedia.org/wiki/%C3%81ed_Findliath '''König Áed Findliath (855–879), Hochkönig (862–879)''']
*[https://en.wikipedia.org/wiki/Kings_of_Ailech Könige von Ailech]
*'''zuletzt 823'''


'''Ulster'''
'''Ulster'''


*[https://en.wikipedia.org/wiki/M%C3%A1el_Bressail_mac_Ailillo König Máel Bressail mac Ailillo (819–825)] <br />
*[https://en.wikipedia.org/wiki/M%C3%A1el_Bressail_mac_Ailillo König Máel Bressail mac Ailillo (819–825)] <br />
*'''825:''' [https://en.wikipedia.org/wiki/Muiredach_mac_Eochada '''König Muiredach mac Eochada (825–839)''']
*[[839#KELTEN | Fortsetzung 839]]
*[https://en.wikipedia.org/wiki/List_of_kings_of_Ulster Liste der Könige]
*'''zuletzt 811'''


'''Connacht'''
'''Connacht'''


*[https://en.wikipedia.org/wiki/Diarmait_mac_Tommaltaig König Diarmait mac Tommaltaig (815–833)] <br />
*[https://en.wikipedia.org/wiki/Diarmait_mac_Tommaltaig König Diarmait mac Tommaltaig (815–833)] <br />
*'''833:''' Im Jahr 833 endet die Regierungszeit von Diarmait mac Tommaltaig als König von Connacht, da sein Tod überliefert ist. Er bleibt rückblickend als König von Connacht aus dem Uí‑Briúin‑Zweig der Connachta und als Angehöriger der Síl‑Muiredaig‑Sippe in Erinnerung, wobei seine Abstammung von Indrechtach mac Muiredaig Muillethan und von Tommaltach mac Murgail weiterhin hervorgehoben wird. [https://en.wikipedia.org/wiki/Cathal_mac_Muirgiussa '''König Cathal mac Muirgiussa (833–839)''']
*[[839#KELTEN | Fortsetzung 839]]
*[https://en.wikipedia.org/wiki/List_of_kings_of_Connacht Liste der Könige]
*'''zuletzt 815'''


'''Meath'''
'''Meath'''


*[https://en.wikipedia.org/wiki/Conchobar_mac_Donnchada König Conchobar mac Donnchada (803–833), Hochkönig (819–833)] <br />
*[https://en.wikipedia.org/wiki/Conchobar_mac_Donnchada König Conchobar mac Donnchada (803–833), Hochkönig (819–833)] <br />
*'''827:''' Feidlimid mac Crimthainn wird infolge von Conchobars Versuchen, Munster und seinen König zu unterwerfen, zu einer Quelle der Opposition.
*[[833#KELTEN | Fortsetzung 833]]
*'''833:''' Conchobar stirbt unter unbekannten Umständen vor dem Hintergrund erneuter Wikingerüberfälle und wird in der Abtei von Clonard beigesetzt. [https://en.wikipedia.org/wiki/M%C3%A1el_Ruanaid_mac_Donnchada_Midi '''König Máel Ruanaid mac Donnchada Midi (833–843)''']
*[https://en.wikipedia.org/wiki/List_of_kings_of_Meath Könige von Meath]
*'''zuletzt 822'''


'''Leinster'''
'''Leinster'''


*[https://en.wikipedia.org/wiki/Muiredach_mac_Ruadrach König Muiredach mac Ruadrach (818–829)] <br />
*[https://en.wikipedia.org/wiki/Muiredach_mac_Ruadrach König Muiredach mac Ruadrach (818–829)] <br />
*'''829:''' Im Jahr 829 stirbt Muiredach mac Ruadrach, der König von Leinster aus der Uí‑Fáeláin‑Sippe des Uí‑Dúnlainge‑Zweiges der Laigin, der zuerst gemeinsam mit Muiredach mac Brain regiert und nach dessen Tod allein herrscht.
*[[832#KELTEN | Fortsetzung 832]]
*'''832:''' Im Jahr 832 gilt sein Bruder Diarmait, der als Herrscher der Uí‑Fáeláin‑Sippe nach Muiredach mac Ruadrach nachfolgt, in den Annalen als König von Airthir Liphe, also als König des östlichen Liffey‑Gebiets.
*[https://en.wikipedia.org/wiki/List_of_kings_of_Leinster Könige von Leinster]
*'''zuletzt 819'''
'''Uí Mháine'''
*[https://en.wikipedia.org/wiki/Murchadh_mac_Aodha '''König Murchadh mac Aodha (936-960)''']
*'''zuletzt 780'''
'''Dalriada'''
*'''835:''' [https://en.wikipedia.org/wiki/%C3%81ed_mac_Boanta '''König Áed mac Boanta (835–839)''']
*[[839#KELTEN | Fortsetzung 839]]
*'''Zuletzt 782'''


'''Gwynedd'''
'''Gwynedd'''


*[https://en.wikipedia.org/wiki/Hywel_Farf-fehinog König Hywel Farf-fehinog (816-825)] <br />
*[https://en.wikipedia.org/wiki/Hywel_Farf-fehinog König Hywel Farf-fehinog (816-825)] <br />
*'''825:''' Um das Jahr c. 825 endet die Regierungszeit von Hywel Farf-fehinog ap Caradog als König von Gwynedd.
*'''826:''' [https://en.wikipedia.org/wiki/Merfyn_Frych '''König Merfyn Frych (826–844)''']
*'''Zuletzt 816'''


'''Powys'''
'''Powys'''


*[https://en.wikipedia.org/wiki/Cyngen_ap_Cadell König Cyngen ap Cadell (808–854)] <br />
*[https://en.wikipedia.org/wiki/Cyngen_ap_Cadell König Cyngen ap Cadell (808–854)] <br />
*'''844:''' [https://en.wikipedia.org/wiki/Rhodri_Mawr '''König Rhodri Mawr (844-878)''']
*[[850#KELTEN | Fortsetzung 850]]
*'''850:''' Säule des Eliseg als dynastisches Denkmal: Um das Jahr 850 lässt Cyngen ap Cadell, Sohn Cadells und damaliger König von Powys, die Säule des Eliseg errichten, die seinem Großvater Elisedd ap Gwylog gewidmet ist. Dieses Monument trägt eine Inschrift, in der auch Cadell unter der Namensform „Cattell“ erwähnt wird und die die Abstammungslinie der Herrscher von Powys bis zurück zu Vortigern und darüber hinaus zu Magnus Maximus nachzeichnet. Cyngen nutzt die Säule, um den dynastischen Anspruch seiner Familie zu betonen und die Kontinuität der Herrschaft von Powys trotz der andauernden Bedrohungen durch Mercia und interne walisische Konflikte sichtbar zu machen. Damit setzt er dem Wirken seines Vaters Cadell und dessen Vorfahren ein dauerhaftes Zeichen in der Landschaft, das zugleich politische Propaganda und Familiendenkmal ist.
*'''854:''' Cyngen ap Cadell begibt sich nach einer langen Regierungszeit auf eine Pilgerreise nach Rom und stirbt dort. Er gilt als der erste walisische Herrscher, der nach der Beilegung des Streits zwischen dem walisischen Zweig der keltischen Kirche und Rom über das Osterdatum nach Rom reist. Mit seinem Tod endet die ursprüngliche Linie der Könige von Powys aus der Gwertherion-Dynastie. Obwohl er drei Söhne hat, wird Powys nach seinem Tod von Rhodri Mawr, dem Herrscher von Gwynedd, annektiert. Rhodri ist sein Neffe, da dessen Vater Merfyn Frych Cyngens Schwester Nest ferch Cadell geheiratet hat.
*'''855:''' Ende der Cadelling‑Herrschaft über Powys: Im Jahr 855 stirbt Cyngen ap Cadell im Exil in Rom, und mit seinem Tod endet die direkte Herrschaft der Cadelling‑Dynastie über Powys. Das Königreich geht an Rhodri Mawr, den Sohn von Nest ferch Cadell und Merfyn Frych, über, der bereits König von Gwynedd ist und nun auch die Herrschaft über Powys übernimmt. Rhodri vereinigt damit zentrale walisische Herrschaftsgebiete in einer Hand und gilt als erster Herrscher in Wales, der den Beinamen „der Große“ erhält, was die langfristige Bedeutung der von Cadell ausgehenden Linie für die Geschichte des Landes unterstreicht. Die Ereignisse von 855 zeigen rückblickend, dass Cadells Politik der Bewahrung der Unabhängigkeit Powys’ und die dynastischen Verbindungen seiner Nachkommen die Grundlage für eine spätere größere Einheit innerhalb Wales bilden.
*'''zuletzt 808'''


==NORDGERMANEN==
==NORDGERMANEN==
Zeile 149: Zeile 50:
'''Wikinger'''
'''Wikinger'''


*Wikingerzeit: Wikinger versuchen die irische Klosterinsel Skellig Michael zu erobern.
*Wikingerzeit: Wikinger versuchen die irische Klosterinsel Skellig Michael zu erobern. [[Kategorie:Wikinger]]


'''Dänemark'''
'''Dänemark'''
Zeile 155: Zeile 56:
*[https://en.wikipedia.org/wiki/Horik_I König Horik I. (813-854)] <br />823 beginnt das Bündnis zu zerbrechen, als die Söhne Gudfreds Harald mit Vertreibung aus dem Reich drohen. Harald flieht zu Ludwig und bittet um Unterstützung. Zwei kaiserliche Gesandte besuchen Dänemark und sammeln ausführliche Informationen über die Lage. Bei ihrer Rückkehr bringen sie Erzbischof Ebo von Reims mit, der mit einigem Erfolg Zeit in Dänemark zur Missionierung verbracht hat.
*[https://en.wikipedia.org/wiki/Horik_I König Horik I. (813-854)] <br />823 beginnt das Bündnis zu zerbrechen, als die Söhne Gudfreds Harald mit Vertreibung aus dem Reich drohen. Harald flieht zu Ludwig und bittet um Unterstützung. Zwei kaiserliche Gesandte besuchen Dänemark und sammeln ausführliche Informationen über die Lage. Bei ihrer Rückkehr bringen sie Erzbischof Ebo von Reims mit, der mit einigem Erfolg Zeit in Dänemark zur Missionierung verbracht hat.
*[http://en.wikipedia.org/wiki/Harald_Klak König Harald Klak (2. Amtszeit (819–827)] <br />
*[http://en.wikipedia.org/wiki/Harald_Klak König Harald Klak (2. Amtszeit (819–827)] <br />
*[[825#NORDGERMANEN | Fortsetzung 825]]
*[[825#NORDGERMANEN | Fortsetzung 825]] [[Kategorie:Dänemark]]
 
*'''825:''' Horik: In den folgenden Jahren ist Haralds Aufenthaltsort zunächst nicht überliefert, doch 826 wird er in Mainz getauft, wobei der Kaiser persönlich als sein Taufpate fungiert. Nach der Zeremonie wird Harald in Begleitung des Missionars Ansgar zurück nach Norden gesandt; da er sein Reich nicht sicher betreten kann, erhält er vom Kaiser ein Lehen auf der anderen Seite der Elbe. 825 und 826 senden die Söhne Gudfreds Gesandte an den kaiserlichen Hof, um den Frieden zu erneuern. Horik, der nun erstmals namentlich erwähnt wird, verspricht, 827 vor Ludwig in Nijmegen zu erscheinen, bricht dieses Versprechen jedoch. Stattdessen vertreibt er gemeinsam mit seinem Bruder Harald endgültig aus Dänemark. Noch im folgenden Jahr finden diplomatische Verhandlungen zwischen den Franken und den Söhnen Gudfreds statt. Der exilierte Harald verliert die Geduld und greift Dänemark überraschend an, wobei er mehrere Dörfer plündert und niederbrennt. Horik und sein Bruder sammeln eine Armee, überschreiten die Eider und greifen die kaiserlichen Truppen in der Umgebung an. Die Franken werden schwer geschlagen und fliehen aus ihrem Lager. Anschließend senden die Könige Gesandte zu Ludwig, um fränkische Vergeltung abzuwenden. Horik wird in der Folgezeit von keiner direkten fränkischen Intervention mehr gestört. Obwohl Harald als fränkischer Protegé bis in die 840er Jahre überlebt, kann er Horik nicht ernsthaft gefährden. Es ist nicht genau bekannt, wann Horiks Bruder und Mitregent stirbt; nach 828 wird er nicht mehr erwähnt. Die Vita Ansgari berichtet, dass Horik alleiniger Herrscher ist, als Ansgar 849 Erzbischof von Bremen wird. Bis zur Mitte des 9. Jahrhunderts entwickelt Horik eine freundschaftliche Beziehung zu Ansgar, dem Erzbischof von Hamburg und Bremen. Nach der Vita Ansgari vertraut der König Ansgar so sehr, dass dieser den Sitzungen mit seinem Geheimrat beiwohnen darf. Ansgar bemüht sich, Horik zum Christentum zu bekehren und überredet ihn, in Haithabu eine Kirche zu errichten. Als Ansgar um 852 eine Missionsreise zu den Schweden plant, hilft Horik bei der Vorbereitung und stellt dem Erzbischof seinen persönlichen Gesandten sowie eine Botschaft an den schwedischen König Olof zur Verfügung. Horik oder seine Anhänger haben in seiner Jugend in Schweden Zuflucht gefunden und pflegen möglicherweise gute Beziehungen zu Teilen der schwedischen Elite. Am Ende weigert sich Horik dennoch, zum Christentum überzutreten, vielleicht weil es die Religion seiner Feinde ist. Trotz dieser Annäherung an die christliche Mission ist seine Regierungszeit von Wikingeraktivitäten gegen die fränkischen Königreiche geprägt, die oft, aber nicht immer seine Billigung finden. Dänische Überfälle gegen Friesland sind ein großes Problem, da den Franken eine wirksame Flotte fehlt und die Dänen so nahezu ungestraft plündern können. Die Dänen plündern das Silberprägungszentrum Dorestad 834, 835 und 836 und verwüsten Walcheren 837. König Horik scheint diese Raubzüge zu missbilligen, da erfolgreiche Räuber mögliche Rivalen darstellen. Gelegentlich bestraft Horik sogar Räuber. 836 sendet Horik einen Gesandten zu Kaiser Ludwig und erklärt, er habe mit den Überfällen auf Friesland nichts zu tun, und zwei Jahre später versichert er, die Verantwortlichen hingerichtet zu haben. Im Gegenzug fordert er den Kaiser auf, ihm die Gebiete der Friesen und Obodriten zu überlassen, was Ludwig sehr anstößig findet. Hier scheint Horik die alten Ansprüche seines Vaters Gudfred zu wiederholen. Dänische Wikingeraktivität richtet sich auch nach Norden zu Zentralschweden. Der vertriebene schwedische König Anund erhält in den 840er Jahren Unterstützung von den Dänen, um sein Reich zurückzugewinnen, vermutlich mit Horiks Zustimmung. Das Unternehmen bleibt weitgehend erfolglos und wird bald in die slawischen Gebiete an der südlichen Ostseeküste umgeleitet. Eine weitere dänische Expedition zieht um 850 nach Kurland, um Tribute einzutreiben, scheitert jedoch schwer, was die schwedische Expansion in dieser Richtung begünstigt.
*[[825#NORDGERMANEN | Fortsetzung 825]]
*'''826:''' Harald: Im Jahr 826 erscheint Harald mit seiner Frau und einer grossen Zahl von Dänen in Mainz und wird in der Basilika des heiligen Alban zusammen mit seinen Gefährten getauft, wobei Ludwig ihn reich beschenkt und ihm bei der Rückreise durch Friesland die Grafschaft Rüstringen als Zufluchtsort überträgt. Die Vita Hludovici beschreibt, wie Ludwig Harald aus Furcht vor einer erneuten Vertreibung aus Dänemark dieses Gebiet in Friesland als Rückzugsort zuweist, und die Annales Xantenses berichten von einer Bischofssynode in Ingelheim, bei der über vierhundert Männer und Frauen aus dem Gefolge Haralds getauft werden. Rimberts Vita Ansgari hält fest, dass Ludwig Harald, der von anderen dänischen Königen vertrieben worden ist, zunächst am Hof behält, ihn auf die Annahme des christlichen Glaubens drängt, ihn selbst aus der Taufquelle empfängt und ihn dann mit einem heiligen Mann zur weiteren Festigung seines Glaubens zurück in sein Reich schicken will. Adam von Bremen ordnet die Taufe Haralds ebenfalls nach einer Entmachtung durch die Söhne Gudfreds ein, berichtet von der Taufe Haralds, seiner Frau und seines Bruders in Mainz und von einem Lehen jenseits der Elbe sowie einem Teil Frieslands für seinen Bruder Harekr, der in anderen Quellen nicht erscheint. Nach der Rückkehr nach Dänemark begleitet Anskar mit anderen Mönchen Harald wahrscheinlich, und es entsteht womöglich eine Kirche in Haithabu sowie eine Schule, in der zwölf dänische Knaben, darunter Angehörige aus Haralds Haus, zu Priestern ausgebildet werden, während Harald auf der Reise über Köln, Dorestad und das friesische Gebiet bis an die dänische Grenze die Hilfe eines Bischofs und eines Schiffes erhält.
*'''827:''' Harald: Im Jahr 827 kann Harald sein Reich in Dänemark bereits im zweiten Jahr nach seiner Rückkehr nicht friedlich behaupten, denn die Söhne Gudfreds entziehen ihm seinen Anteil an der Königsherrschaft und zwingen ihn, Nordmannien zu verlassen. Die Annalen erwähnen in diesem Jahr zwei Reichsversammlungen Ludwigs, von denen eine in Nimwegen wegen des falschen Versprechens Hohreks, Sohn Gudfreds und König der Dänen, anberaumt wird. Die Gründe für Haralds erneute Entmachtung bleiben in den Quellen ungenannt, doch seine Einführung des Christentums kann dazu beitragen, dass er bei seinen Untertanen unbeliebt wird und so eher angreifbar wird. Harald zieht sich nach dieser Absetzung wahrscheinlich in seine friesische Grafschaft Rüstringen zurück, die ihm als sicherer Zufluchtsort dient.
*'''828:''' Harald: Im Jahr 828 planen fränkische Grafen und Markgrafen an der Grenze Nordmanniens Verhandlungen zur Bestätigung des Friedens und zur Regelung von Haralds Angelegenheiten, doch Harald bricht aus Ungeduld die vereinbarte Ruhe und lässt kleine dänische Dörfer niederbrennen und plündern. Daraufhin sammeln die Söhne Gudfreds sofort Truppen, überschreiten die Eider, greifen die unvorbereiteten fränkischen Einheiten an, vertreiben sie aus ihrer Befestigung, nehmen ihnen alles und ziehen sich in ihr Lager zurück, bevor sie aus Furcht vor Vergeltung Gesandte zu den Friesen und zu Ludwig schicken, um die Tat als Notwehr darzustellen und Wiedergutmachung anzubieten. Die Vita Hludovici schildert denselben Vorgang und betont, dass Ludwig zwar Harald unterstützen will, aber aufgrund einer bestehenden Friedensvereinbarung mit den Söhnen Gudfreds zunächst zu Verhandlungen rät, während Harald eigenmächtig plündert und damit den dänischen Gegenangriff auslöst. Ludwig gewährt den Dänen schliesslich Frieden gemäss ihrem Wunsch, nachdem sie ihr Missverständnis erklärt und Satisfaktion angeboten haben, und die Kämpfe an der Nordgrenze ziehen sich mindestens bis 829 hin. Später im Jahr 829 kursiert das Gerücht eines dänischen Grossangriffs, für den Ludwig ein Heer zusammenzieht, bevor sich die Meldung als falsch erweist, eine Nachricht, die möglicherweise von Harald ausgeht.
*'''838:''' Harald: Ab Ende der 820er Jahre wird Harald in den fränkischen Annalen nicht mehr ausdrücklich erwähnt, er gewinnt seinen Thron in Dänemark nicht zurück, bleibt aber wahrscheinlich weiterhin im fränkischen Raum und übt dort Einfluss aus. Sein Bruder Hemming, den die Annales Fuldenses als Sohn Halb dans nennen, verteidigt im Jahr 837 zusammen mit dem Grafen Eggihard die Insel Walcheren gegen nordische Angreifer, fällt am 17. Juni und erlebt, wie Walcheren und Dorestad verwüstet werden. Ludwig verzichtet in der Folge auf seine geplante Romreise, überwintert in Aachen und lässt in Nimwegen eine Reichsversammlung abhalten, um die Verantwortung der lokalen Magnaten für die Küstensicherung zu prüfen. Die Annales Bertiniani berichten ergänzend, dass Ludwig energische Äbte und Grafen zur Bestrafung widerspenstiger Friesen entsendet und den Bau einer Flotte anordnet, um künftigen Angriffen schneller begegnen zu können.
*'''845:''' Horik: Nach der Auflösung des fränkischen Reiches 843 beendet Horik vorübergehend seine bisher versöhnliche Haltung und beginnt offene Feindseligkeiten gegen die West- und Ostfranken. 845 segelt eine Flotte unter einem von Horiks Anführern namens Ragnar die Seine hinauf und greift Paris im westfränkischen Königreich an. Ragnar wird manchmal mit dem legendären Wikinger Ragnar Lodbrok identifiziert, was jedoch nicht nachweisbar ist. Paris wird geplündert, und König Karl der Kahle ist gezwungen zu fliehen; schließlich zahlt er Ragnar eine Summe von 7000 Pfund Silber als Lösegeld. Eine beträchtliche Beute gelangt zurück nach Dänemark, doch viele Wikinger, darunter Ragnar, sollen nach fränkischen Quellen an einer heftigen Krankheit sterben. Möglicherweise greift dieselbe Flotte auf dem Rückweg Hamburg an und zerstört dort die Marienkathedrale. Dies ist Horiks letzter großer Krieg in Ostfranken. Kurz darauf teilt er König Ludwig dem Deutschen mit, er habe erneut einige der berüchtigtsten Wikinger-Räuber töten lassen. Dennoch wird Friesland 846 abermals verwüstet, und im folgenden Jahr einigen sich die drei fränkischen Könige und Brüder Karl, Ludwig und Lothar I., Horik einzuschüchtern, um Frieden zu erlangen. Die Störungen enden jedoch erst um 850, als Horik durch innere Probleme bedrängt wird.
*'''850:''' Horik: Um 850 schwächen die Wikingerüberfälle in Westeuropa Horiks Autorität eher, als dass sie sie stärken, da er die Kriegerführer zunehmend nicht mehr kontrollieren kann. 850 teilen Horik I und zwei ungenannte Neffen, die als „nepotes“ bezeichnet werden, das Königreich in drei Teile und beenden damit die einheitliche Königsherrschaft.
*'''852:''' Harald: Im Jahr 852 melden die Annales Fuldenses, dass ein Norweger beziehungsweise Nordmann namens Harald in früheren Jahren dem Zorn seines Herrn Hohrek, des dänischen Königs, entflohen ist, bei König Ludwig Zuflucht gefunden, die Taufe empfangen und über Jahre im Frankenreich geehrt worden ist. Die führenden Männer der nördlichen Gebiete und die Wächter der dänischen Mark halten ihn schliesslich für zweifelhaft loyal und potentiell verräterisch und töten ihn deshalb. Diese Nachricht passt zu Harald „Klak“ Halvdansson, der als getaufter dänischer König im fränkischen Raum lebt und gegen Ende seines Lebens ohne konkreten Verratsbeweis aus Misstrauen beseitigt wird. Harald bleibt bis zu seinem Tod eine einflussreiche Gestalt in der Grenzregion, kann jedoch keine weitere ernsthafte Unternehmung zur Rückeroberung des dänischen Throns einleiten, und auch die fränkischen Herrscher schicken keine neuen Heere mehr in seinen Dienst. Er stirbt zwei Jahre vor seinem langjährigen Rivalen König Horik dem Älteren. Die Annales Bertiniani erwähnen einen Gottfried Haraldsson, der in Mainz getauft wird und als Sohn Haralds „Klak“ gilt. Sigifrid, späterer König von Dänemark, und sein Bruder Halb dan erscheinen in den Annales Vedastini als „nepotes“ entweder Roriks von Dorestad oder Horiks II, und wenn ersteres zutrifft, tragen sie die Erbansprüche Haralds weiter. 891 melden die Annales Fuldenses den Tod Sigifrids und seines Mitregenten Gottafrid, eines Namens, der auf ihre Zugehörigkeit zu derselben Familie verweist. Spätere Könige wie Svend und sein Sohn Hardeknut sowie der kurz regierende Sigerich können zur gleichen Linie gehören, doch ihre genauen verwandtschaftlichen Beziehungen bleiben unklar. Gerlof Verwey führt einen weiteren Neffen Haralds ein, Hemming, Graf in Friesland, den er als Bruder Roriks von Dorestad und des jüngeren Harald ansieht. Die altnordische Erzählung „Ragnarssona þáttr“ nennt Klakk-Harald als Vater von Thyra und macht ihn dadurch zum Schwiegervater Gorms des Alten, während die Gesta Danorum Thyra stattdessen als Tochter eines angelsächsischen Königs Ethelred beschreibt. Dieselbe Erzählung nennt Ingibjörg als zweite Tochter Haralds und Ehefrau Sigurds Hart, deren Kinder Gudthorm und Ragnhild werden, wobei Ragnhild als Gattin Half dans des Schwarzen und Mutter Harald Schönhaars erscheint. Die Heimskringla übernimmt die Linie, ändert aber den Namen der Mutter, indem sie Ragnhilds Mutter Thorny, Tochter von Klakkharald und Schwester von Thrye Danebod, nennt, die mit Gorm dem Alten verheiratet ist.
*'''854:''' Horik: 854 erscheint Horiks Brudersohn Guttorm, der von Horik ins Exil getrieben worden war, und beansprucht das Königreich. Es kommt zu einer gewaltigen Schlacht, die drei Tage dauert. König Horik I „und die anderen Könige“ werden getötet, ebenso Guttorm und viele Häuptlinge. Nach der Schlacht bleibt nur ein einziger geeigneter Kandidat für die Königswürde übrig, ein Kind namens Horik, das mit seinem älteren Namensvetter verwandt ist. Der junge Mann wird nun zum König erhoben. Über Söhne Horiks I ist nichts bekannt, und da ein Kind gewöhnlich nicht nach seinem Vater benannt wird, wird vermutet, dass Horik II ein Enkel Horiks I ist. Horik II verschwindet irgendwann zwischen 864 und 873 und ist der letzte bekannte Herrscher der sigfredianischen Dynastie. Dänemark scheint im späten 9. Jahrhundert seine politische Geschlossenheit zu verlieren, und erst im 10. Jahrhundert beginnt die Dynastie Gorms des Alten, das dänische Königreich wieder zusammenzuführen. [https://en.wikipedia.org/wiki/Horik_II '''König Horik II. (854-870)''']
*'''zuletzt 823'''


==ANGELSACHSEN==
==ANGELSACHSEN==


'''Northumbria'''
'''Northumbria'''
*Lindisfarne (Grafschaft Northumberland) 55,67° N.
*Hexham (Northumberland) 54,97° N.


*[https://de.wikipedia.org/wiki/Eardwulf_(Northumbria) König Eardwulf (2. Amtszeit 808-810/812/830)] <br />
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Eardwulf_(Northumbria) König Eardwulf (2. Amtszeit 808-810/812/830)] <br />
Zeile 181: Zeile 67:
*[https://en.wikipedia.org/wiki/Heathwred_of_Lindisfarne Bischof Heathwred (Lindisfarne, 821–830)] <br />
*[https://en.wikipedia.org/wiki/Heathwred_of_Lindisfarne Bischof Heathwred (Lindisfarne, 821–830)] <br />
*[https://en.wikipedia.org/wiki/Tidfrith_of_Hexham Bischof Tidfrith (Hexham, 813-821/822)] <br />
*[https://en.wikipedia.org/wiki/Tidfrith_of_Hexham Bischof Tidfrith (Hexham, 813-821/822)] <br />
*'''829:''' Eanred: Egbert von Wessex führt im Jahr 829 ein Heer bis nach Dore an der Grenze Northumbrias. Dort legt er Eanred Bedingungen zur Unterwerfung vor, die dieser akzeptiert, woraufhin Egbert wieder abzieht. Eine andere Überlieferung berichtet, Egbert verwüste und plündere Northumbria, bevor Eanred tributpflichtig wird.
*[[830#ANGELSACHSEN | Fortsetzung 830]]
*'''830:''' Eardwulf: Für das Jahr 830 nennt der Text eine mögliche zweite zeitliche Grenze für Eardwulfs Tod. Nach einer neueren Deutung endet Eardwulfs zweite Herrschaft um 830. In derselben Deutung werden auch die Regierungszeiten der späteren Könige von Northumbria entsprechend verschoben. Eardwulf wird im Kloster von Breedon on the Hill beigesetzt, wo ihm die Church of St Mary and St Hardulph geweiht wird.
*'''830:''' Eanred: Nach einer Forschungsmeinung herrscht Eardwulf bis etwa 830, wodurch sich die Regierungszeit Eanreds entsprechend nach hinten verschiebt.
*'''837:''' [http://de.wikipedia.org/wiki/Wigmund '''Erzbischof Wigmund (837–854)''']
*'''840:''' Eanred: Eanred stirbt um 840/841, woraufhin sein Sohn Æthelred II. ihm als König nachfolgt. [https://de.wikipedia.org/wiki/%C3%86thelred_II._(Northumbria) '''König Æthelred II. (1. Amtszeit 840/841–844 oder 854–858)''']
*'''844:''' [https://de.wikipedia.org/wiki/%C3%86thelred_II._(Northumbria) König Æthelred II. (2. Amtszeit 844–848/849 oder 858–862)]
*'''845:''' Eanred: Münzfunde von Eanred werden aus stilistischen Gründen auf etwa 850 datiert und dienen als Grundlage für alternative Chronologien seiner Regierungszeit.
*'''854:''' Eanred: Nach einer weiteren Datierung stirbt Eanred erst um 854; auch in diesem Fall folgt ihm sein Sohn Æthelred II. als König nach.
*'''875:''' Mönche fliehen wegen Wikingerüberfällen aus Lindisfarne und nehmen Cuthberts Gebeine mit.
*'''995:''' Nach einer langen Odyssee ruhen Cuthberts Gebeine in der Kathedrale von Durham.
*'''998:''' Weihe einer steinernen Kirche in Durham als Ruhestätte der Heiligen
*'''Zuletzt 821''


'''Mercia'''
'''Mercia'''
Lichfield 52° 41′ N
Leicester 52° 38′ N
Hereford 52° 3′ N
   
   
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Ceolwulf_I._von_Mercien König Ceolwulf I. (821–823)] <br />Ceolwulfs Herrschaft dauert nur zwei Jahre; 823 wird er von Beornwulf gestürzt und als König von Mercien abgelöst.  
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Ceolwulf_I._von_Mercien König Ceolwulf I. (821–823)] <br />Ceolwulfs Herrschaft dauert nur zwei Jahre; 823 wird er von Beornwulf gestürzt und als König von Mercien abgelöst.  
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Beornwulf_von_Mercien '''König Beornwulf (823–825)'''] <br />Über Beornwulfs Herkunft ist wenig Genaues bekannt. Sein Vater ist der mercische Ealdorman Beorhtweald. Beornwulf könnte aufgrund der Stellung seiner Unterschrift in den Dokumenten in der Herrschaftsordnung des Königreichs nicht zur allerhöchsten Gesellschaftsschicht gehören. Während seiner Herrschaft verliert Mercien seine dominante Rolle unter den Königreichen Englands. Der Konflikt mit dem Erzbischof von Canterbury, Wulfred, um die weltliche Kontrolle von Klöstern beginnt bereits unter Cenwulf. Beornwulf schließt die bereits durch Ceolwulf begonnene Eroberung des walisischen Königreichs Powys erfolgreich ab. Nicht nur Kent befindet sich unter der Oberherrschaft Merciens, sondern auch Sussex, Essex, Middlesex, Surrey und East Anglia stehen unter der direkten Kontrolle des Herrschers von Mercien. Das einzige Königreich südlich des Humbers, das seine Unabhängigkeit bewahren kann, ist Wessex. Als Folge der verlorenen Schlacht bricht das Herrschaftssystem Merciens zusammen. Während der politischen und dynastischen Instabilität innerhalb Merciens vor Beornwulfs Regierungsübernahme sind persönliche Loyalitäten und Gefolgschaften zerbrochen, wodurch der Einsatz königlicher Macht und die Kontrolle des Regierungsapparats geschwächt worden sind. Egbert entsendet Truppen unter der Führung seines Sohnes Æthelwulf nach Kent, wo dieser König Baldred vertreibt. Die Bevölkerung von Sussex und Surrey unterwirft sich König Egbert, und auch Essex scheint dessen Oberherrschaft zu akzeptieren. Nachdem das Königreich der Ostangeln seine Unabhängigkeit zurückerlangt hat, schließt auch es Frieden mit Wessex.
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Beornwulf_von_Mercien '''König Beornwulf (823–825)'''] <br />Über Beornwulfs Herkunft ist wenig Genaues bekannt. Sein Vater ist der mercische Ealdorman Beorhtweald. Beornwulf könnte aufgrund der Stellung seiner Unterschrift in den Dokumenten in der Herrschaftsordnung des Königreichs nicht zur allerhöchsten Gesellschaftsschicht gehören. Während seiner Herrschaft verliert Mercien seine dominante Rolle unter den Königreichen Englands. Der Konflikt mit dem Erzbischof von Canterbury, Wulfred, um die weltliche Kontrolle von Klöstern beginnt bereits unter Cenwulf. Beornwulf schließt die bereits durch Ceolwulf begonnene Eroberung des walisischen Königreichs Powys erfolgreich ab. Nicht nur Kent befindet sich unter der Oberherrschaft Merciens, sondern auch Sussex, Essex, Middlesex, Surrey und East Anglia stehen unter der direkten Kontrolle des Herrschers von Mercien. Das einzige Königreich südlich des Humbers, das seine Unabhängigkeit bewahren kann, ist Wessex. Als Folge der verlorenen Schlacht bricht das Herrschaftssystem Merciens zusammen. Während der politischen und dynastischen Instabilität innerhalb Merciens vor Beornwulfs Regierungsübernahme sind persönliche Loyalitäten und Gefolgschaften zerbrochen, wodurch der Einsatz königlicher Macht und die Kontrolle des Regierungsapparats geschwächt worden sind. Egbert entsendet Truppen unter der Führung seines Sohnes Æthelwulf nach Kent, wo dieser König Baldred vertreibt. Die Bevölkerung von Sussex und Surrey unterwirft sich König Egbert, und auch Essex scheint dessen Oberherrschaft zu akzeptieren. Nachdem das Königreich der Ostangeln seine Unabhängigkeit zurückerlangt hat, schließt auch es Frieden mit Wessex.
*Das Erzbistum Canterbury kommt zu Kent, das wieder einen eigenen König hat.
*Das Erzbistum Canterbury kommt zu Kent, das wieder einen eigenen König hat.
*[[825#ANGELSACHSEN | Fortsetzung 825]]
*[[825#ANGELSACHSEN | Fortsetzung 825]] [[Kategorie:Mercia]]
 
*'''825:''' Der Konflikt zwischen Beornwulf und Erzbischof Wulfred von Canterbury um die weltliche Kontrolle von Klöstern wird im Konzil von Clovesho beigelegt. Als Folge der Einigung kann Beornwulf Baldred unter der Oberherrschaft Merciens als König in Kent einsetzen. Es kommt zur Schlacht zwischen Mercien und Wessex bei Ellandun. Die westsächsische Armee unter König Egbert geht siegreich hervor, bringt Beornwulf und seinen Truppen eine verheerende Niederlage bei und schlägt sie in die Flucht. Während der Kämpfe in East Anglia fällt König Beornwulf noch im gleichen Jahr. Seine Herrschaft als König von Mercien endet; Ludeca folgt ihm nach. [https://de.wikipedia.org/wiki/Ludeca '''König Ludeca (826–827)''']
*[[827#ANGELSACHSEN | Fortsetzung 827]]
*'''1046:''' [http://de.wikipedia.org/wiki/Ealdred_(Erzbischof_von_York) '''Bischof Ealdred (Hereford 1056–1060, Worcester 1046–1062), Erzbischof Ealdred (York, 1060–1069)''']
*'''1053:''' [https://en.wikipedia.org/wiki/Leofwin '''Bischof Leofwin (Lichfield, 1053-1070)''']
*'''Zuletzt 823'''
 
'''East Anglia'''
 
*'''Zuletzt 798'''


'''Wessex'''
'''Wessex'''
    
    
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Egbert_von_Wessex König Ecgberht (802–839)] <br />Eine Schlacht bei Gafulford wird in der Chronik als Auseinandersetzung zwischen den Männern von Devon und den Briten von Cornwall verzeichnet.
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Egbert_von_Wessex König Ecgberht (802–839)] <br />Eine Schlacht bei Gafulford wird in der Chronik als Auseinandersetzung zwischen den Männern von Devon und den Briten von Cornwall verzeichnet.
*[[825#ANGELSACHSEN | Fortsetzung 825]]
*[[825#ANGELSACHSEN | Fortsetzung 825]] [[Kategorie:Wessex]]
 
*'''825:''' Egcberht: Im Jahr 825 vermerkt die Angelsächsische Chronik, dass die Menschen im Südosten Ecgberhts Herrschaft akzeptieren, da er zu Unrecht von dort vertrieben worden ist. Im Jahr 825 besiegt Ecgberht Beornwulf von Mercia bei Ellandun. Die Schlacht von Ellandun markiert das Ende der mercischen Dominanz in Südengland. Nach diesem Sieg unterwerfen sich Kent, Surrey, das Königreich Sussex (wohl erst 827) und das Königreich Essex der Herrschaft von Wessex; auch East Anglia, das sich gegen die Herrschaft der Mercier erhebt, erkennt Ecgberht als Herrscher an. Im selben Jahr 825 bitten die Ostangeln Ecgberht um Schutz vor den Merciern. Die Chronik berichtet, dass Ecgberht nach dem Sieg seinen Sohn Æthelwulf, Bischof Ealhstan und Ealdorman Wulfheard mit einem großen Aufgebot nach Kent sendet. Æthelwulf treibt Baldred, den König von Kent, nach Norden über die Themse, und die Männer von Kent, Essex, Surrey und Sussex unterwerfen sich Æthelwulf, „weil sie zuvor zu Unrecht von seinen Verwandten fortgerissen worden waren“. Eine Urkunde vom 19. August 825 zeigt, dass Ecgberht erneut in Dumnonia im Feldzug ist.
*[[826#ANGELSACHSEN | Fortsetzung 826]]
*'''826:''' Egcberht: Im Jahr 826 gibt ein Dokument aus Kent das Datum „drittes Regierungsjahr Beornwulfs“ an und legt nahe, dass Beornwulf zu dieser Zeit noch als Baldreds Oberherr in Kent herrscht. Im Jahr 826 fällt Beornwulf in East Anglia ein, offenbar um seine Oberherrschaft zurückzugewinnen, und wird dort erschlagen.
*'''827:''' Egcberht: Im Jahr 827 wird Beornwulfs Nachfolger Ludeca bei einem weiteren Einfall in East Anglia getötet. Im Jahr 827 erhebt der Ostangelnkönig Æthelstan Münzen; dies geschieht möglicherweise bereits 827, wahrscheinlicher aber um 830, nachdem Ecgberhts Einfluss mit Wiglafs Rückkehr nach Mercia zurückgeht.
*'''829:''' Egcberht (nun auch König von Mercia 802–839): Im Jahr 829 besiegt Ecgberht Wiglaf, den König von Mercia, und vertreibt ihn aus seinem Königreich. Im Jahr 829 erobert Ecgberht das Königreich Mercia und alle Gebiete südlich des Humber. Nach diesem Sieg erhält Ecgberht die Kontrolle über die Münzstätte von London und prägt Münzen als König von Mercia. Im Eintrag der Angelsächsischen Chronik für das Jahr 829 wird berichtet, dass Ecgberht alle Gebiete südlich des Humber beherrscht und nun als bretwalda fungiert. Die Chronik bezeichnet Ecgberht im Jahr 829 als achten König, der „Bretenanwealda“ ist. Später im Jahr 829 erhält Ecgberht bei Dore die Unterwerfung der Northumbrier; der Northumbria-König ist wahrscheinlich Eanred.
*'''830:''' Egcberht: Im Jahr 830 führt Ecgberht einen erfolgreichen Feldzug gegen Wales an, fast sicher mit der Absicht, den westsächsischen Einfluss in den zuvor mercischen walisischen Gebieten auszuweiten. Im Jahr 830 gewinnt Mercia unter Wiglaf seine Unabhängigkeit zurück; die Chronik vermerkt, Wiglaf „erlangt das Königreich Mercia wieder“. Um 830 prägt Æthelstan von East Anglia Münzen und demonstriert damit Unabhängigkeit, nachdem Ecgberhts Einfluss durch Wiglafs Rückkehr geschwächt ist. In den 830er Jahren bricht das rheinische und fränkische Handelsnetz zusammen. In den 830er Jahren beginnt eine Reihe innerfränkischer Konflikte, die die Unterstützung für Ecgberht beeinträchtigen können.
*'''836:''' Egcberht: Im Jahr 836 verwendet Wiglaf in einer Urkunde die Formulierung „meine Bischöfe, duces und magistri“ für eine Gruppe, die elf Bischöfe des Episkopats von Canterbury umfasst, darunter Bischöfe auf westsächsischem Gebiet. Im Jahr 836 wird Ecgberht bei Carhampton von den Dänen geschlagen.
*'''838:''' Egcberht: Im Jahr 838 besiegt Ecgberht die Dänen und die mit ihnen verbündeten Westwaliser in einer Schlacht bei Hingston Down in Cornwall. Im Jahr 838 findet ein Konzil in Kingston upon Thames statt, bei dem Ecgberht und Æthelwulf den Bistümern Winchester und Canterbury Land im Austausch für die Zusicherung der Unterstützung für Æthelwulfs Thronanspruch gewähren. Im Jahr 838 akzeptiert Erzbischof Ceolnoth Ecgberht und Æthelwulf als Herren und Beschützer der Klöster unter seiner Kontrolle. Im Jahr 838 beschreiben Urkunden Ecgberht und Æthelwulf als „Könige der Westsachsen und auch des Volkes von Kent“.
*'''839:''' Egcberht: Zu Ostern 839 steht Ecgberht mit Ludwig dem Frommen in Verbindung, um eine sichere Reise nach Rom zu arrangieren. Ecgberht stirbt im Jahr 839 und wird in Winchester bestattet. [http://de.wikipedia.org/wiki/%C3%86thelwulf '''König Æthelwulf (839–858)''']
*'''852:''' [https://en.wikipedia.org/wiki/Swithun '''Bischof Swithun (852–862)''']
*'''928:''' [https://en.wikipedia.org/wiki/Koenwald '''Bischof Koenwald (Worcester, 928/929–958/959)''']
*'''Zuletzt 823'''


'''Essex'''
'''Essex'''
    
    
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Sigered_(Essex) König Sigered (798–825)] <br />Sigered wird in einer Urkunde erneut erwähnt, und zwar als subregulus, diesmal in einer Charta des Cenwulf-Nachfolgers Ceolwulf. Damit bleibt sein untergeordneter Status gegenüber Mercia auch in diesem Jahr bestehen.
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Sigered_(Essex) König Sigered (798–825)] <br />Sigered wird in einer Urkunde erneut erwähnt, und zwar als subregulus, diesmal in einer Charta des Cenwulf-Nachfolgers Ceolwulf. Damit bleibt sein untergeordneter Status gegenüber Mercia auch in diesem Jahr bestehen.
*[[825#ANGELSACHSEN | Fortsetzung 825]]
*[[825#ANGELSACHSEN | Fortsetzung 825]] [[Kategorie:Essex]]
 
*'''825:''' Sigered: Im Jahr 825 besiegt Egbert von Wessex Mercia in der Schlacht von Ellandun. Nach diesem Sieg unterwerfen sich Kent, Surrey, Sussex und Essex der Herrschaft von Wessex, und Sigered wird vertrieben; Essex wird als Unterkönigreich dem Königreich Wessex angegliedert. Der Text nennt außerdem, dass Sigered in einer Urkunde dieses Jahres noch als „dux der Ostsachsen“ erwähnt wird und der Schenkung zusammen mit anderen Großen zustimmt. [https://de.wikipedia.org/wiki/Sigeric_II. '''König Sigerich II. (um 825–um 840)''']
*[[827#ANGELSACHSEN | Fortsetzung 827]]
*'''827:''' [http://de.wikipedia.org/wiki/Sigered_(Essex) Sigered]: Der ehemalige König Sigered stirbt um 827. Der Text nennt außerdem die Ansicht einiger Historiker, dass Sigered und sein Nachfolger Sigerich II. dieselbe Person sein könnten.
*'''Zuletzt 823'''


'''Kent'''
'''Kent'''
Zeile 249: Zeile 89:
*[https://en.wikipedia.org/wiki/Baldred_of_Kent '''König Baldred (823-825)'''] <br />Baldred ist König von Kent von 823 bis 826 oder 827. Ceolwulf I., König von Mercien, hat zuvor unmittelbar über Kent geherrscht und ist von Beornwulf abgesetzt worden. Etwa zur selben Zeit beginnen Münzpräger in Canterbury, Münzen im Namen Baldreds, des Königs von Kent, auszugeben. Es ist ungewiss, ob Baldred unabhängig ist oder als Unterkönig von Mercien herrscht. Neunzehn seiner Münzen sind bekannt.
*[https://en.wikipedia.org/wiki/Baldred_of_Kent '''König Baldred (823-825)'''] <br />Baldred ist König von Kent von 823 bis 826 oder 827. Ceolwulf I., König von Mercien, hat zuvor unmittelbar über Kent geherrscht und ist von Beornwulf abgesetzt worden. Etwa zur selben Zeit beginnen Münzpräger in Canterbury, Münzen im Namen Baldreds, des Königs von Kent, auszugeben. Es ist ungewiss, ob Baldred unabhängig ist oder als Unterkönig von Mercien herrscht. Neunzehn seiner Münzen sind bekannt.
*[https://en.wikipedia.org/wiki/Wulfred Erzbischof Wulfred (Canterbury, 805-832)] <br />Nach der Absetzung Ceolwulfs im Jahr 823 verbessert sich Wulfreds Lage.
*[https://en.wikipedia.org/wiki/Wulfred Erzbischof Wulfred (Canterbury, 805-832)] <br />Nach der Absetzung Ceolwulfs im Jahr 823 verbessert sich Wulfreds Lage.
*[[825#ANGELSACHSEN | Fortsetzung 825]]
*[[825#ANGELSACHSEN | Fortsetzung 825]] [[Kategorie:Kent]]
 
*'''825:''' Wulfred: Im Jahr 825 hält der neue merzische König Beornwulf eine weitere Synode in Clofesho ab, bei der der Konflikt schließlich zu Gunsten Wulfreds entschieden und ein Bericht über den bisherigen Verlauf des Streits verfasst wird; Coenwulfs Tochter Cwenthryth, Äbtissin von Winchcombe und Minster, zahlt Wulfred Entschädigung und verliert die Kontrolle über die Häuser in Kent, während Kent später im Jahr 825 oder möglicherweise im folgenden Jahr an Mercia verloren geht, nachdem Egbert von Wessex Beornwulf bei Ellendun besiegt; in einem 825 abgefassten, den Canterbury‑Standpunkt vertretenden Dokument wird zudem festgehalten, dass Wulfred sechs Jahre der Amtsenthebung erleidet, wobei vier Jahre für wahrscheinlicher gehalten werden, und es zeigt sich, dass Wulfred und die Gemeinschaft von Canterbury Coenwulf mit Gesandtschaften an den Papst und mit Fälschungen bekämpfen, die angeblich von früheren Königen stammen. In den mittleren Jahren der 830er Jahre steigt Werhard, ein Verwandter Wulfreds und Mitglied des Klosters von Christ Church, zum „Priester‑Abt“ auf, wie aus Wulfreds Testament hervorgeht, das in einer späten Abschrift erhalten ist und Werhard als Neffen Wulfreds und als Priester bezeichnet.
*'''826:''' Im Jahr 826 oder 827 wird Baldred von Æthelwulf, dem Sohn König Egberts von Wessex, vertrieben. Danach wird Kent unmittelbar von Wessex regiert.
*'''832:''' Wulfred: Im Jahr 832 stirbt Wulfred wahrscheinlich am 24. März; den größten Teil seines Vermögens hinterlässt er seinem Verwandten Werhard, der die Ländereien nach seinem eigenen Tod an Christ Church geben soll, und die Münzprägung in Wulfreds Namen, die zeitweise ausgesetzt gewesen ist, wird vor seinem Tod wieder aufgenommen, wobei Wulfred als erster Erzbischof sein Porträt auf die in seinem Namen geschlagenen Pfennige setzt, die im Unterschied zu denen früherer Erzbischöfe keinen Bezug auf den regierenden merzischen König nehmen.
*'''1058:''' [http://de.wikipedia.org/wiki/Siward_(Bischof) '''Bischof Siward (Rochester, 1058–1075)''']
*'''zuletzt 823'''


==FRÄNKISCHES REICH==  
==FRÄNKISCHES REICH==  
Sortierung der Städte:
*Paris (Neustrien)
*Reims (49° 16′ N) (Neustrien)
*Utrecht, Niederlande (~52° 05′ N) (Friesland)
*Metz, Frankreich (~49° 07′ N) (Austrasien)
*Lüttich, Belgien (Liège, ~50° 38′ N) (Austrasien)
*Verden, Niedersachsen, verden (♁52° 55′ N)
*Köln, Nordrhein-Westfalen (~50° 56′ N) (Austrasien) <br />Kloster Werden
*Bremen, ~53° 5′ N (Sachsen)
*Büraburg, Hessen (bei Fritzlar, ~51° 08′ N)
*Reichsabtei Lorsch, Hessen [~49° 39′ N)
*Erfurt, Thüringen (~50° 58′ N)
*Erzbistum Mainz: <br />Mainz, Rheinland-Pfalz (~50° 00′ N) <br />Kloster Hersfeld
*Bistum Trier <br />Trier, Rheinland.Pfalz (~49° 45′ N) <br />Worms, Rheinland-Pfalz (49° 38′ N)
*Bistum Würzburg <br />Würzburg, Bayern, Unterfranken damals noch Herrschaft der Hedenen (~49° 47′ N) mit Kloster Fulda
*Reichskloster Lorsch
*Konstanz, Baden-Württemberg (47° 40′ N) mit Kloster Reichenau


*[https://de.wikipedia.org/wiki/Ludwig_der_Fromme König, Kaiser Ludwig der Fromme (814–840)] <br />
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Ludwig_der_Fromme König, Kaiser Ludwig der Fromme (814–840)] <br />
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Lothar_I._(Frankenreich) Römischer Kaiser Lothar I. (817/823–855 (bis 840 als Mitkaiser), (Unter-)König von Italien / König der Langobarden Lothar I. (822–855), König des fränkischen Lotharii Regnum Lothar I. (843–855)] <br />5. April: Papst Paschalis I. krönt Lothar I. zum Mitkaiser im fränkischen Reich, das sein Vater Ludwig der Fromme regiert. Karl, der Sohn Ludwigs aus zweiter Ehe mit Judith,  wird geboren, für den später ein neues Teilreich Schwaben geschaffen werden soll.
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Lothar_I._(Frankenreich) Römischer Mitkaiser Lothar I. (817/823–855) und König von Italien / König der Langobarden (822–855)] <br />5. April: Papst Paschalis I. krönt Lothar I. zum Mitkaiser im fränkischen Reich, das sein Vater Ludwig der Fromme regiert. Karl, der Sohn Ludwigs aus zweiter Ehe mit Judith,  wird geboren, für den später ein neues Teilreich Schwaben geschaffen werden soll.
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Ebo_von_Reims Erzbischof Ebo (Reims, 1. Amtszeit 816-835; Bischof von Hildesheim 845–851)] <br />Lothar wird am 13. Juni Vater Karl des Kahlen geworden, aus der zweiten Ehe Ludwigs mit Kaiserin Judith, diese sendet bald nach der Geburt ihres Sohnes einen Ring an Ebo in Dänemark und bittet ihn, den jüngsten Kaisersohn niemals im Gebet zu vergessen, im Sommer 823 unternimmt Ebo seine erste Missionsreise nach Dänemark, begleitet von den Bischöfen Halitgar von Cambrai und Willerich von Bremen, und im selben Jahr wird seine Bestellung zum Legaten von Papst Eugen II., der von 824 bis 827 regiert, erneuert, er ist auf dem Reichstag zu Compiègne im November 823 anwesend, und als Stützpunkt und geistliche Bildungsstätte für die dänische Mission gründet er im heutigen Münsterdorf in Holstein am Ufer der Stör im Schutz der Wallburg Esseveldoburg ein kleines Bethaus, die „Cella Welana“.
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Ebo_von_Reims Erzbischof Ebo (Reims, 1. Amtszeit 816-835; Bischof von Hildesheim 845–851)] <br />Lothar wird am 13. Juni Vater Karl des Kahlen geworden, aus der zweiten Ehe Ludwigs mit Kaiserin Judith, diese sendet bald nach der Geburt ihres Sohnes einen Ring an Ebo in Dänemark und bittet ihn, den jüngsten Kaisersohn niemals im Gebet zu vergessen, im Sommer 823 unternimmt Ebo seine erste Missionsreise nach Dänemark, begleitet von den Bischöfen Halitgar von Cambrai und Willerich von Bremen, und im selben Jahr wird seine Bestellung zum Legaten von Papst Eugen II., der von 824 bis 827 regiert, erneuert, er ist auf dem Reichstag zu Compiègne im November 823 anwesend, und als Stützpunkt und geistliche Bildungsstätte für die dänische Mission gründet er im heutigen Münsterdorf in Holstein am Ufer der Stör im Schutz der Wallburg Esseveldoburg ein kleines Bethaus, die „Cella Welana“.
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Hilduin_von_Saint-Denis Abt Hilduin (Saint-Denis, 814–840)] <br />
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Hilduin_von_Saint-Denis Abt Hilduin (Saint-Denis, 814–840)] <br />
Zeile 296: Zeile 112:
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Haito Bischof Haito (Basel, 805-823)] <br />Haito tritt von allen seinen Ämtern zurück, um seinen Lebensabend als einfacher Mönch auf der Reichenau zu verbringen. *[https://de.wikipedia.org/wiki/Udalricus_(Basel) '''Bischof Udalricus (Basel, 823–835)'''] <br />In der ältesten bekannten Bischofsliste aus der Abtei Münster im Elsass erscheint Udalricus unter Papst Paschalis I., dessen Pontifikat von 817 bis 824 dauert. Ende 823 wird Udalricus zum Bischof von Basel bestimmt.  
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Haito Bischof Haito (Basel, 805-823)] <br />Haito tritt von allen seinen Ämtern zurück, um seinen Lebensabend als einfacher Mönch auf der Reichenau zu verbringen. *[https://de.wikipedia.org/wiki/Udalricus_(Basel) '''Bischof Udalricus (Basel, 823–835)'''] <br />In der ältesten bekannten Bischofsliste aus der Abtei Münster im Elsass erscheint Udalricus unter Papst Paschalis I., dessen Pontifikat von 817 bis 824 dauert. Ende 823 wird Udalricus zum Bischof von Basel bestimmt.  
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Erlebald '''Abt Erlebald (Reichenau, 823–838)'''] <br />Erlebald entstammt einem schwäbischen Grafengeschlecht und ist ein Neffe von Abt Waldo. Er kommt um 790 als Mönch in das Kloster Reichenau. Zunächst ist er Schüler von Abt Haito, der ihn an die Hofschule Karls des Großen nach Aachen entsendet; dort wird er vermutlich von Clemens von Irland unterrichtet. Nach seiner Rückkehr in die Abtei Reichenau wird er ein enger Vertrauter Abt Haitos und begleitet ihn 811 auf dessen diplomatischer Reise nach Byzanz. Die Reichenauer Konventsmitglieder wählen Erlebald in diesem Jahr einstimmig zum neuen Abt. Während Erlebalds Abbatiat erreicht der Konvent seinen personellen Höchststand. Erlebald bemüht sich besonders um den Ausbau der Klosterbibliothek und lässt das Verbrüderungsbuch der Abtei Reichenau anlegen. Er erteilt einem seiner Mönche den Auftrag, die Geschichte der Gründung des benachbarten Klosters Schienen aufzuschreiben. Daraufhin werden Reliquien des heiligen Genesius in das Kloster Reichenau übertragen. Unter Abt Erlebald wird die von Haito errichtete Kreuzbasilika durch ein Westquerhaus mit Doppelturmfassade ergänzt. Erlebald verweigert Ratold den Wunsch, sich in der von Egino von Verona gegründeten Zelle an der Westspitze der Reichenau niederzulassen. Stattdessen weist er ihm am gegenüberliegenden Ufer des Bodensees einen Platz zu. Ratold errichtet dort eine Kirche und eine Klosterzelle, aus der später die Stadt Radolfzell hervorgeht.
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Erlebald '''Abt Erlebald (Reichenau, 823–838)'''] <br />Erlebald entstammt einem schwäbischen Grafengeschlecht und ist ein Neffe von Abt Waldo. Er kommt um 790 als Mönch in das Kloster Reichenau. Zunächst ist er Schüler von Abt Haito, der ihn an die Hofschule Karls des Großen nach Aachen entsendet; dort wird er vermutlich von Clemens von Irland unterrichtet. Nach seiner Rückkehr in die Abtei Reichenau wird er ein enger Vertrauter Abt Haitos und begleitet ihn 811 auf dessen diplomatischer Reise nach Byzanz. Die Reichenauer Konventsmitglieder wählen Erlebald in diesem Jahr einstimmig zum neuen Abt. Während Erlebalds Abbatiat erreicht der Konvent seinen personellen Höchststand. Erlebald bemüht sich besonders um den Ausbau der Klosterbibliothek und lässt das Verbrüderungsbuch der Abtei Reichenau anlegen. Er erteilt einem seiner Mönche den Auftrag, die Geschichte der Gründung des benachbarten Klosters Schienen aufzuschreiben. Daraufhin werden Reliquien des heiligen Genesius in das Kloster Reichenau übertragen. Unter Abt Erlebald wird die von Haito errichtete Kreuzbasilika durch ein Westquerhaus mit Doppelturmfassade ergänzt. Erlebald verweigert Ratold den Wunsch, sich in der von Egino von Verona gegründeten Zelle an der Westspitze der Reichenau niederzulassen. Stattdessen weist er ihm am gegenüberliegenden Ufer des Bodensees einen Platz zu. Ratold errichtet dort eine Kirche und eine Klosterzelle, aus der später die Stadt Radolfzell hervorgeht.
*[[824#FRÄNKISCHES_REICH | Fortsetzung 824]]
*[[824#FRÄNKISCHES_REICH | Fortsetzung 824]] [[Kategorie:Fränkisches Reich]]
 
*'''824:''' Ludwig der Fromme: Im Jahr 824 gewährt Ludwig den Juden im Frankenreich mehrere Privilegien, darunter das Recht des inländischen Sklavenhandels, wobei die Versklavten in das Kalifat von Córdoba exportiert werden, gegen was der Erzbischof Agobard von Lyon vergeblich protestiert.
*'''824:''' Lothar I.: Im November 824 erlässt Lothar die Konstitution Lothars, die Constitutio Romana, die die Rechte des Kaisers und des Papstes in Rom und im Kirchenstaat festsetzt.
*'''824:''' Ebo: Zwischen 824 und 827 wird die Bestellung Ebos zum päpstlichen Legaten von Papst Eugen II. erneuert, und während dieser Jahre widmet er sich bei langen Sommeraufenthalten der Missionsarbeit in Dänemark, wobei er gegen Ende dieses Zeitraums weder Harald Klak noch andere der dänischen Großen für das Christentum gewinnt und der erbitterte Erbkrieg ihn schließlich zwingt, seine missionarische Arbeit aufzugeben.
*'''824:''' Udalricus: Am 31. Mai 824 zieht Udalricus in Basel ein.
*'''824:''' [http://de.wikipedia.org/wiki/Haito Haito]: Nach dem Tod Wettis bringt der ehemalige Bischof von Basel, Haito, die Visio Wettini in Verse.
*[[825#FRÄNKISCHES_REICH | Fortsetzung 825]]
*'''825:''' Ludwig der Fromme: Von 825 bis 829 wirkt Lothar als offizieller Mitregent, und 826 empfängt Ludwig den entmachteten Dänenkönig Harald Klak und dessen Gefolge zur Reichsversammlung in Ingelheim, bei der Harald sich im Stift St. Alban vor Mainz taufen lässt und Ansgar in der Folge in Skandinavien missioniert, während Ludwig zugleich sein Itinerar ausweitet und häufiger etwa nach Frankfurt und Ingelheim reist.
*'''825:''' Lothar I.: 825–826 (Kinder, ohne genaues Jahr) Zwischen etwa 825 und 826 wird Ludwig II. geboren, der später Mitkaiser wird und Engelberga heiratet, die Äbtissin von San Salvatore in Brescia ist. Etwa im Jahr 826 wird Helletrud (auch Hiltrud genannt) geboren, die später Graf Berengar heiratet.
*'''825:''' Ebo: 825 vermittelt Ebo ein neues Abkommen zwischen Harald Klak und Horik, dieses Abkommen ist angesichts der tiefsitzenden Feindschaft der Antagonisten nur von kurzer Dauer, und die offensichtliche Parteinahme der Franken für Harald trägt zum Argwohn Horiks und der dem Christentum zumeist ablehnend gegenüberstehenden Bevölkerung bei.
*'''825:''' Waltcaud: Ludwig der Fromme ist erneut in Lüttich zu Gast. Waltcaud lässt die Gebeine des 727 verstorbenen Hubertus von Lüttich in das Kloster d’Andage überführen. Zu diesem Zweck erbittet er von Bischof Jonas von Orléans eine Neufassung der Vita und einen Translationsbericht des Heiligen Hubert.
*'''825:''' Haistulph: Haistulph stirbt nach der Hildesheimer Chronik, zitiert von Nicolaus Serarius und den Fuldaer Totenannalen, am 28. Dezember des Jahres 825. Sein Grabmal befindet sich im später zerstörten Stift St. Alban vor Mainz. Das Epitaph verfasst Hrabanus Maurus, der Haistulph seinen Vorgängern Lul und Richulf an Verdiensten gleichstellt und ihn bereits bei seinem Begleiter auf Erden, Christus, im Himmel sieht.
*'''825:''' Hadebald ist als missus Regius tätig.
*'''825:''' Udalricus: Am 10. Juni 825 wird Udalricus zum Priester geweiht.
*'''826:''' Lothar I.: 826–830 (Kinder, ohne genaues Jahr) Zwischen etwa 826 und 830 wird eine Tochter geboren, vielleicht Ermengarde oder Irmgard, die 846 entführt wird und Giselbert, Graf im Maasgau und später Graf im Lommegau, heiratet.
*'''826:''' [https://de.wikipedia.org/wiki/Otgar_von_Mainz '''Erzbischof Otgar (826–847)''']
*'''826:''' [http://de.wikipedia.org/wiki/Friedrich_I._von_Utrecht '''Bischof Friedrich I. (Utrecht, 826-838)''']
*'''826:''' Ebo: 826 reist Harald auf Einladung Kaiser Ludwigs nach Ingelheim, er wird auf einer Reichsversammlung mit großem Gepränge in der dortigen Kaiserpfalz empfangen, am 24. Juni lässt er sich mit seiner Frau und seinem Sohn Gottfried im Stift St. Alban bei Mainz taufen, Ludwig wird sein Pate und belehnt ihn mit der Grafschaft Rüstringen im Nordosten Frieslands, und Ebo bleibt in der politischen und kirchlichen Entwicklung dieser Vorgänge eingebunden, während Haralds Stellung in Dänemark weiter unsicher bleibt.
*'''826:''' Willerich: Harald Klak, seit 814 Vasall Ludwigs des Frommen, lässt sich in Mainz mit viel Pomp taufen, wobei Kaiser Ludwig der Fromme als Taufpate fungiert.
*'''826:''' Hadebald zeigt Interesse an der nordischen Mission, indem er dem Heiligen Ansgar ein Schiff für seine Missionsreise nach Dänemark schenkt.
*'''826:''' Adalhard stirbt am 2. Januar 826. Seine Amtszeit als Abt von Corvey, die von 822 bis 826 dauert, endet; Wala folgt ihm als Abt von Corvey nach. Radbertus verfasst wohl kurz nach Adalhards Tod eine Vita über ihn. [https://de.wikipedia.org/wiki/Wala_(Karolinger) '''Abt Wala (Corvey, 826–831)''']
*'''827:''' Willerich: Harald Klak, seit 814 Vasall Ludwigs des Frommen, wird endgültig aus Dänemark vertrieben.
*'''827:''' Ebo: 827 gestaltet Ebo die Abtei Montier‑en‑Der im Sinne der von Benedikt von Aniane begonnenen Reform aus einem Stift von Kanonikern wieder zu einem Benediktinerkloster um, und im Verlauf der nordischen Mission zeigt sich, dass die Taufe Harald Klaks weder die Ausbreitung des Christentums sichert noch der Mission selbst nützt, Harald wird noch im selben Jahr endgültig aus Dänemark vertrieben und muss sich mit Hoheitsrechten in Friesland begnügen.
*'''829:''' Ludwig der Fromme: Im Jahr 829 schickt Ludwig, vermutlich auf Drängen von Kaiserin Judith, seinen ältesten Sohn und Mitkaiser Lothar nach Italien und verweist Wala, den Abt von Corbie, vom Hof.
*'''829:''' Lothar I.: Im August 829 bestimmt Ludwig der Fromme auf dem Reichstag zu Worms Alemannien für Karl den Kahlen. Daraufhin empören sich die drei Söhne aus erster Ehe, Lothar, Pippin und Ludwig, gegen den Vater und setzen ihn 830 ab.
*'''829:''' Ebo: Nach der Pariser Synode von 829, die sich gegen den Wirrwarr der verschiedenen im Gebrauch befindlichen Bußbücher ausspricht, verfasst Ebo eine Zusammenstellung der Amtspflichten von Pröpsten, Archidiakonen, Chorbischöfen und Bischöfen, in der er Stellung, Rechte und Pflichten präzisiert und scharf umgrenzt, er beauftragt seinen Suffraganbischof Halitgar von Cambrai, ein neues Bußbuch zu erarbeiten, um der herrschenden Verwirrung ein Ende zu bereiten, und im selben Jahr stößt Ludwig der Fromme die „Ordinatio imperii“ von 817 zugunsten seines 823 geborenen Sohnes Karl des Kahlen um, wobei Ebo und andere Kirchenfürsten sich auf der Pariser Synode gegen diese neuen Erbteilungspläne aussprechen.
*'''829:''' Wolfleoz: Im Jahr 829 nimmt Wolfleoz an der von Ludwig dem Frommen einberufenen Synode in Mainz teil, so dass er als Bischof von Konstanz in den überregionalen kirchenpolitischen Beratungen des Reiches präsent ist und an dieser Synode mitwirkt.
*'''829:''' Hetti: Im Jahr 829 nimmt Hetto zusammen mit einer Anzahl von Bischöfen an der Synode von Mainz teil, um den Fall des Mönchs Gottschalk von Orbais aus dem Kloster Fulda gegen den Abt Rabanus Maurus zu verhandeln. Gottschalks Vater hat ihn als Kinderoblaten zusammen mit einem Landgeschenk in das Kloster gegeben. Das Zehnte Konzil von Toledo von 656 verbietet zuvor die Annahme solcher Oblaten vor dem Alter von zehn Jahren und gewährt ihnen mit Erreichen der Pubertät freie Erlaubnis, das Kloster zu verlassen, wenn sie es wünschen. Gottschalk behauptet, der Abt habe ihn anschließend gezwungen, die Tonsur zu empfangen und die monastischen Gelübde abzulegen, und er verlangt seine Freiheit sowie die Rückgabe seines Landes. Er argumentiert, seine Oblation sei nach sächsischem Recht ungültig, da keine sächsischen Zeugen zugegen sind, wobei mehrere der anwesenden Bischöfe sächsische Bistümer innehaben. Das Konzil entscheidet zugunsten des Mönchs.
*'''829:''' Hadebald weiht die Stephanskirche in Werden (Ruhr) und nimmt an einer Mainzer Synode teil.
*'''829:''' Udalricus: Im Juni 829 nimmt Udalricus an der im St.-Alban-Kloster in Mainz abgehaltenen Synode teil.
*'''830:''' Ludwig der Fromme: Im Jahr 830 ruft Ludwig während der Fastenzeit zu einem nicht akut notwendigen Feldzug gegen die Bretonen auf, was im April zu einem offenen Aufstand führt, den Mühlbacher, Theodor Schieffer und Boshof als loyale Revolution deuten, bei der Lothar aus Italien zurückgeholt und wieder Mitregent wird, Ludwig in leichte Haft gerät, Judith der Ehebruchs mit Bernhard von Septimanien beschuldigt und in ein Kloster bei Poitiers verbannt wird, bevor im Oktober 830 auf der Reichsversammlung von Nimwegen ein Umschwung erfolgt, Ludwig wieder in seine Herrschaft eingesetzt, die Verschworenen verhaftet oder verbannt, Judith nach Aachen zurückgeholt und Lothar 831 erneut nach Italien geschickt wird.
*'''830:''' Lothar I.: Im Jahr 830 setzen Lothar, Pippin und Ludwig ihren Vater Ludwig den Frommen ab. Um das Jahr 830 wird Bertha geboren, die vor 847 Äbtissin von Avenay wird und vielleicht Äbtissin von Faremoutiers ist. Um 830 wird Gisla geboren, die später von 851 bis 860 Äbtissin von San Salvatore in Brescia ist.
*'''830:''' Ebo: 830 unterstützt Ebo die erste Empörung der drei älteren Kaisersöhne gegen ihren Vater noch nicht, er bleibt vorerst außerhalb dieser ersten Erhebung, die sich gegen Ludwigs neue Erbteilungspläne richtet, und seine Parteistellung wechselt erst im Verlauf der Folgejahre.
*'''830:''' Hilduin: Im Jahr 830 gibt es eine kurze Unterbrechung in Hilduins Amtsführung als Abt von Saint-Denis. Er ist seit 814 Abt von Saint-Denis, mit dieser kurzen Unterbrechung im Jahr 830, und führt sein Amt bis zu seiner Amtsenthebung 840.
*'''830:''' [http://de.wikipedia.org/wiki/Erkanbert_von_Minden Erkanbert] Der ehemalige Bischof Erkanbert stirbt am 7. Juni 830 in Minden. Sein Gedenktag ist sein Todestag, der 7. Juni, und er wird als Heiliger verehrt.
*'''830:''' Erlebald: Abt Erlebald erhält von Ratold Reliquien des heiligen Evangelisten Markus. Diese Reliquien werden zunächst als Reliquien des heiligen Valens ausgegeben.
*'''831:''' Ludwig der Fromme: Im Jahr 831 gründet Ludwig das Erzbistum Hamburg, von dem aus ganz Skandinavien missioniert werden soll, und beauftragt Ebo von Reims sowie Ansgar, Bischof von Bremen-Hamburg, mit der nordischen Mission, während Lothar nach Italien zurückgeschickt wird.
*'''831:''' Lothar I.: Im Jahr 831 wird Ludwig der Fromme befreit, und Lothar verliert die Regentschaft.
*'''831:''' Ebo: Vermutlich im November 831 ist Ebo bei der Weihe Ansgars zum Erzbischof von Hamburg anwesend, die dänische Mission wird nach 831 durch Ansgar wieder aufgenommen, Papst Gregor IV. bestimmt bei der Überreichung des Palliums an Ansgar, dass die Schwedenmission in Ebos Händen bleiben soll, Ebo und Ansgar verständigen sich darauf, dass Ebos Neffe Gauzbert unter Ebos Aufsicht die Missionstätigkeit in Schweden leitet, während Ansgar die Dänenmission übernimmt, und im selben Jahr wird Ebo Parteigänger Lothars und seiner Brüder im Kampf gegen ihren Vater Ludwig, nachdem er 830 die Empörung noch nicht unterstützt hat.
*'''831:''' Hilduin: Im Jahr 831 endet Hilduins Amtszeit als Erzkaplan Ludwigs des Frommen. Bis dahin hat er als Erzkaplan von 819 bis 831 am Hof Ludwigs des Frommen gewirkt.
*'''831:''' Waltcaud: Waltcaud wird am 19. April 831 in einer Urkunde Ludwigs des Frommen letztmals urkundlich genannt. Sein Sterbedatum ist nicht bekannt. Er wird in Serinchamps begraben. [https://fr.wikipedia.org/wiki/Pirard_(%C3%A9v%C3%AAque) '''Bischof Pirard (Lüttich, 831-838)''']
*'''831:''' Willerich: Die dänische Mission wird nach diesem Jahr von Ansgar von Bremen wieder aufgenommen.
*'''831:''' [http://de.wikipedia.org/wiki/Amalarius Amalarius] Der ehemalige Erzbischof von Trier, Amalarius reist nach Rom, um von Papst Gregor IV. ein römisches Antiphonar zu erhalten. Aus diesen Texten stellt er eine neue Liturgie für das Fränkische Reich zusammen.
*'''831:''' Hetti: Im Jahr 831 ist Hetto Mitkonsekrator bei der Weihe des heiligen Ansgar zum Bischof für die nördlichen Missionen. Im selben Zusammenhang assistiert Hetti bei der Weihe des heiligen Ansgar zum Erzbischof von Hamburg durch Drogo von Metz.
*'''831:''' Drogo: Drogo weiht Ansgar zum ersten (Erz-)Bischof von Hammaburg, Hamburg.
*'''832:''' Ludwig der Fromme: Im Jahr 832 zwingt Ludwig der Fromme seine aufständischen Söhne Ludwig den Deutschen und Pippin zur Unterwerfung.
*'''832:''' Ebo: 832 stellt Ebo im Auftrag Ludwigs die Ordnung im Kloster St. Denis her, er schreitet damit reformerisch ein und sorgt für eine Wiederherstellung der klösterlichen Ordnung, während seine Rolle im Reichspolitischen Konflikt zwischen Ludwig und dessen Söhnen sich weiter zuspitzt.
*'''832:''' Wolfgar: 831 oder 832: Wolfgar beendet seine Amtszeit als Bischof von Würzburg; sein Tod fällt möglicherweise in den November 831. [https://de.wikipedia.org/wiki/Hunbert '''Bischof Hunbert (Würzburg, 832–842)''']
*'''833:''' Ludwig der Fromme: Ende Juni 833 stehen sich Ludwig und seine Söhne aus erster Ehe auf dem Rotfeld bei Colmar gegenüber, wo durch Druck und Versprechungen Ludwigs Getreue und Soldaten abfallen, sodass Ludwig am 30. Juni zur Ergebung und faktischen Abdankung gezwungen wird, das Feld als Lügenfeld bekannt wird, Ludwig in das Kloster Saint-Médard bei Soissons verbannt wird, dort eine demütigende öffentliche Buße mit Übergabe eines Sündenregisters, Waffenabgabe und Büßergewand leisten muss, während Judith nach Tortona verbannt und Karl der Kahle in strenge Haft in das Kloster Prüm gebracht wird.
*'''833:''' Lothar I.: Bei einer neuen Empörung im Jahr 833 stehen sich die Parteien Ende Juni auf dem Rotfeld bei Colmar gegenüber, bis Ludwig alle Unterstützung verliert und sich am 30. Juni ergeben und faktisch abdanken muss. Es folgt ein öffentliches Schuldbekenntnis Ludwigs des Frommen und die Verbannung Judiths und ihres Sohnes Karl in ein Kloster. Das Colmarer Rotfeld wird aufgrund gebrochener Eide bald als Lügenfeld bezeichnet.
*'''833:''' Ebo: Am 13. November 833 leitet Ebo im Kloster Saint‑Médard bei Soissons die kirchliche Versammlung, die die kirchliche Sanktionierung des Absetzungsurteils über Kaiser Ludwig bringt, er hält zusammen mit Erzbischof Agobard von Lyon als Abgesandter der von Lothar im Oktober in Compiègne abgehaltenen Reichsversammlung dem Kaiser seine angeblichen Vergehungen vor, überreicht ihm ein „Sündenregister“, zwingt ihn, ein vorher aufgesetztes Schuldbekenntnis zu verlesen, seine Waffen abzulegen, ein Büßergewand anzuziehen, der Welt zu entsagen und sich des Throns unwürdig zu erklären, die Kaiserin Judith wird nach Tortona in Italien verbannt, ihr Sohn Karl der Kahle in strenge Haft ins Kloster Prüm überführt, und zur Belohnung erhält Ebo von Lothar die reiche Abtei Saint‑Vaast.
*'''833:''' Hadebald ist seit 833 krank. Im selben Jahr taucht sein Name in der Ausleihbibliothek des Domkapitels auf, als er ein Evangeliar, ein Lektionar und die Sprüche Salomonis entleiht. Für seine Schwester entleiht er ein Sakramentar mit Lektionar sowie ein einbändiges Antiphonar, und für deren Sohn entleiht er einen Band mit Psalmen. Familienmitglieder leben seit 833 im Bischofshof.
*'''833:''' Drogo: Drogo hält beim sogenannten „Verrat auf dem Lügenfelde“ bei Colmar als einer von wenigen zu Ludwig dem Frommen.
*'''834:''' Ludwig der Fromme: Anfang 834 wenden sich Pippin und Ludwig der Deutsche von Westen und Osten gegen Lothar, der keine Unterstützung mehr findet und nach Italien flieht, und am 1. März 834 wird Ludwig der Fromme in der Abteikirche von Saint-Denis mit Waffen und Krone geschmückt und erneut als Kaiser anerkannt, während Lothars Macht auf Italien beschränkt und Judith aus Italien nach Aachen zurückgeholt wird.
*'''834:''' Lothar I.: Lothar hält seine Herrschaft über das Gesamtreich für gesichert, doch nun verbünden sich seine Brüder mit Ludwig, ihrem abgesetzten Vater, und holen ihn auf den Thron zurück. Ludwig der Fromme wird am 1. März 834 in Saint-Denis wieder eingesetzt. Lothar, der nach Burgund geflohen ist, muss sich im Juni 834 in Blois unterwerfen. Lothar behält nur Italien als Unterkönigreich, das er ohne Zustimmung Ludwigs nicht mehr verlassen darf.
*'''834:''' Ebo: Der nach der Entmachtung des Kaisers einsetzende Kampf der Söhne um das Reich bringt 834 einen erneuten Umschwung, Ludwig der Deutsche und Pippin von Aquitanien verbünden sich gegen ihren Bruder Lothar und erzwingen die Freilassung ihres Vaters, der am 1. März 834 in St. Denis wieder als Kaiser eingesetzt wird, Ebo ist nicht unter denen, die in St. Denis um Verzeihung für ihren Abfall bitten, er ist, schwer an Gicht leidend, in das Kloster Saint‑Basle bei Reims geflüchtet, von dort per Schiff auf der Marne nach Paris geflohen und hat sich in der Klause eines Mönches versteckt, Kaiser Ludwig lässt ihn durch die Bischöfe Rothad II. von Soissons und Erchanrad von Paris gefangen nehmen und in das Kloster Fulda bringen.
*'''835:''' Lothar I.: 835–840 (Kinder, ohne genaues Jahr) Um 835 wird Lothar II. geboren, der später König von Lothringen wird und 855 Theutberga heiratet, die Tochter des Grafen Boso von Arles. Zwischen 835 und 840 wird Rotrud geboren, die in Pavia getauft wird und um 850/851 Lambert heiratet, den Markgrafen der Bretagne und Grafen von Nantes.
*'''835:''' Ebo: Auf dem Reichstag in Diedenhofen am 2. Februar 835 bekundet Ebo in Gegenwart des Kaisers und von 43 Bischöfen in feierlicher Form die Ungesetzlichkeit der Geschehnisse von 833, am 28. Februar 835 beteiligt er sich an der erneuten Krönung Ludwigs in der Kathedrale von Metz und bezichtigt sich selbst öffentlich und von der Kanzel herab des Irrtums, am 4. März 835 tritt Ludwig vor der von Erzbischof Drogo von Metz geleiteten Synode in Diedenhofen als Ankläger Ebos auf, Ebo habe ihm Verbrechen zur Last gelegt, die er niemals zugestanden habe, er habe ihn vom Thron gestoßen und aus der kirchlichen Gemeinschaft ausgeschlossen und in Metz selbst gestanden, dass seine Handlungsweise in Soissons kirchlichem Recht widerspreche, Ebo verteidigt sich erfolglos, verweist auf andere Bischöfe, die ebenso schuldig seien, erreicht nur, dass über ihn Geistliche urteilen, auf Grund der Entscheidung dreier von ihm erwählter Richter – Erzbischof Aiulf von Bourges und die Bischöfe Modoin von Autun und Badurad von Paderborn – bekennt er sich in einem von ihm unterzeichneten Schriftstück seines Amtes für unwürdig und einverstanden mit der Wahl seines Nachfolgers, nach mündlicher Wiederholung vor Erzbischof Nothon von Arles und den Bischöfen Theoderich von Cambrai und Fichard von Tournai und Noyon verkündet die Synode einstimmig seine Absetzung, die Administration des Erzstifts Reims wird dem Abt Fulko von St. Rémi übertragen, und Ebo wird dem Kloster Fulda zu strenger Haft übergeben, während Abt Hraban von Fulda vergeblich bei Karl dem Kahlen, Kaiserin Judith und Erzbischof Drogo von Metz um seine Freilassung interveniert.
*'''835:''' [http://de.wikipedia.org/wiki/Ratgar Ratgar]: Der ehemalige Abt Ratgar stirbt, nachdem er auf Initiative seines Nachfolgers Eigil begnadigt worden ist, auf den Frauenberg zurückkehrt und dort lebt; er wird ehrenvoll im äbtlichen Ornat bestattet.
*'''835:''' [http://de.wikipedia.org/wiki/Amalarius Amalarius] Der ehemalige Erzbischof von Trier, Amalarius wird nach der Synode von Diedenhofen für den abgesetzten Erzbischof von Lyon, Agobard, eingesetzt und setzt in Lyon liturgische Reformen durch.
*'''835:''' Wolfleoz: Im Jahr 835 tritt Wolfleoz als Mitkonsekrator der unter Abt Gozbert errichteten St. Galler Klosterbasilika auf, so dass er trotz der früheren Konflikte mit dem Kloster St. Gallen an der Weihe dieser neuen Klosterbasilika mitwirkt und in feierlicher Weise bei der Konsekration beteiligt ist.
*'''835:''' Drogo: Nach der Wiedereinsetzung Ludwigs des Frommen wird Drogo Erzkaplan des Kaisers. Am 4. März sitzt er der Synode von Diedenhofen vor, die unter anderem den Erzbischof Ebo von Reims wegen seines Verrats an Ludwig absetzt.
*'''835:''' Udalricus: Im Jahr 835 nimmt Udalricus an der Weihe der von Abt Gozbert von St. Gallen neu erbauten Klosterbasilika teil. bis [[999]] sind die Amtszeiten der Bischöfe so ungenau und unsicher überliefert, dass sie in dieser Chronik nicht berücksichtigt werden; erst bei Adalbero II. setzen gefestigte Informationen wieder ein.
*'''836:''' [http://de.wikipedia.org/wiki/Haito Haito]: Der ehemalige Bischof von Basel, Haito, stirbt am 17. März.
*'''836:''' Hetti: Um 836 gründet Hetti die Kirche St. Kastor in Koblenz. Im Jahr 836 gründet er zudem die Kirche St. Marzellinus und Petrus in Vallendar. Ebenfalls gehört die St. Georgskirche in Limburg zu den von Hetti errichteten Kirchen. In dieser Zeit legt Hetto mit Unterstützung Ludwigs des Frommen den Grundstein für die Kirche St. Kastor unmittelbar außerhalb von Confluentes. Die Grundsteinlegung der Koblenzer Kastorkirche mit den Gebeinen des heiligen Castor von Karden stellt eines der bedeutendsten Ereignisse in der Amtszeit Hettis dar. Im Jahr 836 überführt Hetto die Reliquien des heiligen Castor von der Paulinuskirche in Karden in diese Kirche.
*'''836:''' Hrabanus Maurus lässt unter den etwa 30 Kirchen und Kapellen, die er errichten lässt, auch die Grabeskirche der Lioba, St. Peter auf dem Petersberg bei Fulda, bauen.
*'''837:''' Ludwig der Fromme: Im Jahr 837 plant Ludwig einen neuen Reichsteilungsplan zugunsten Karls des Kahlen, der diesem die Herrschaft über Friesland und das Gebiet zwischen Maas und Seine zuspricht und neue Unruhen auslöst, die später erst mit der Teilung durch den Vertrag von Verdun beendet werden.
*'''837:''' Gozbert: Im Jahr 837 endet die Amtszeit Gozberts als Abt des Klosters St. Gallen, sodass er von 816 bis 837 Abt des Klosters St. Gallen ist und nach 837 kein Abt dieses Klosters mehr ist. [https://de.wikipedia.org/wiki/Bernwig '''Abt Bernwig (St. Gallen, 837–840/41)''']
*'''837:''' Willerich: Willerich stirbt am 4. Mai und wird im Bremer Dom beigesetzt. Sein Nachfolger wird Leuderich (Lüder).
*'''838:''' Ludwig der Fromme: Im Jahr 838 stirbt Ludwigs Sohn Pippin plötzlich, wodurch der Weg zu einer einigermaßen ausgewogenen Dreiteilung des Reiches unter Lothar, Ludwig den Deutschen und Karl den Kahlen geebnet wird.
*'''838:''' [http://de.wikipedia.org/wiki/Leuderich '''Bischof Leuderich (838–845)''']
*'''838:''' [http://de.wikipedia.org/wiki/Amalarius Amalarius] Der ehemalige Erzbischof von Trier, Amalarius wird von dem Diakon Florus von Lyon der Ketzerei angeklagt. Auf der Synode von Quierzy werden einige seiner Texte als Irrlehre verurteilt, und Amalarius wird als Bischofsvertreter abgesetzt. Agobard erhält seinen Bischofsstuhl zurück.
*'''838:''' Wolfleoz: Im Jahr 838 oder 839 ist Wolfleoz weiterhin Bischof des Bistums Konstanz und übt dieses Amt seit 811 aus, bis seine Amtszeit 838/39 endet, wobei sein Sterbedatum auf den 15. März 838 oder 839 in Konstanz fällt, so dass er in Konstanz stirbt und sein Bischofsamt mit seinem Tod endet. [https://de.wikipedia.org/wiki/Salomo_I._von_Konstanz '''Bischof Salomo I. (Konstanz, 838/39–871)''']
*'''838:''' Hadebald erscheint noch auf einem Hoftag in Aachen.
*'''838:''' Erlebald: Erlebald tritt von seinem Amt zurück. Was ihn zu diesem Rücktritt veranlasst, bleibt unklar. Vermutlich will er der Entscheidung Ludwigs des Frommen, Walahfrid Strabo als Abt einzusetzen, zuvorkommen. Durch seinen Rücktritt ermöglicht er dem Konvent, von seinem Recht der freien Abtswahl Gebrauch zu machen. Seine Mitbrüder bestimmen daraufhin Ruadhelm, einen Anhänger Ludwigs des Deutschen, zu Erlebalds Nachfolger. Ludwig der Fromme setzt zur gleichen Zeit Walahfrid als Abt auf der Reichenau ein; Walahfrid kann sich jedoch zunächst nicht gegen Ruadhelm durchsetzen. Erlebald stirbt am 13. Februar 847. [https://de.wikipedia.org/wiki/Ruadhelm '''Abt Ruadhelm (Reichenau, 838–842)''']
*'''839:''' Lothar I.: Bei der neuen Teilung des Reichs nach Pippins Tod wird Lothar im Juni 839 wieder zu Gnaden angenommen. Er erhält außer Italien Austrasien ohne Bayern.
*'''840:''' Ludwig der Fromme: Im Jahr 840 versucht Ludwig der Fromme, seinem Sohn Ludwig dem Deutschen nur noch Bayern als Herrschaftsgebiet zuzuweisen, provoziert dessen Widerstand, unternimmt eine Strafexpedition und stirbt schließlich am 20. Juni 840 auf einer Rheininsel bei Ingelheim vermutlich an Magen- oder Speiseröhrenkrebs in Verbindung mit Bronchitis, nachdem er laut Astronomus’ Vita Hludowici mit den Worten „Huz, huz“ einen bösen Geist zu sehen glaubt, dann heiter zum Himmel blickt und lächelnd stirbt.
*'''840:''' Lothar I.: Nach dem Tod des Vaters Ludwig des Frommen im Juni 840 beansprucht Lothar die volle Anerkennung als Kaiser.
*'''840:''' Ebo: Am 20. Juni 840 stirbt Ludwig der Fromme, erst nach seinem Tod erlangt Ebo wieder die Freiheit aus Fulda, er stellt sich sofort dem aus Italien herbeieilenden Lothar I. zur Verfügung und trifft mit ihm in Worms zusammen, er wird mit der Wiedereinsetzung in die erzbischöfliche Würde belohnt, eine Versammlung von Lothar ergebenen Bischöfen in Ingelheim Ende August 840 verkündet seine Restitution, am 6. Dezember 840 zieht Ebo in Gegenwart Lothars in Reims ein und betont mit der Weihe mehrerer Geistlicher, dass er nur seine Restitution, nicht aber seine Absetzung von 835 als nach kanonischem Recht gültigen Akt betrachtet, drei während seiner Abwesenheit geweihte Suffraganbischöfe ersuchen nachträglich bei ihm um ihre Bestätigung.
*'''840:''' Hilduin: Im Jahr 840 wird Hilduin als Abt von Saint-Denis seines Amtes enthoben.
*'''841:''' Lothar I.: Ludwig und Karl schlagen Lothar bei Fontenoy in Burgund am 25. Juni 841.
*'''841:''' Ebo: 841 kann Ebo sich kaum ein Jahr in Reims behaupten, bald nach Lothars Niederlage in der Schlacht von Fontenoy am 25. Juni 841 vertreibt ihn Karl der Kahle aus Reims, die Verwaltung des Erzstifts wird zunächst wieder an den Abt Fulko von St. Rémi und dann an Bischof Nothon von Arles übertragen, und im gleichen Zeitraum wird Ansgar in der nordischen Mission tätig, während Ebo seine Stellung im westfränkischen Raum verliert.
*'''841:''' Nach Hadebalds Tod soll mit Liutbert, dem Sohn von Hadebalds Bruder Hasbald, ein weiteres Sippenmitglied als erwählter Bischof auf den Bischofssitz gebracht werden.
*'''842:''' [https://de.wikipedia.org/wiki/Liutbert_(K%C3%B6ln) '''Erzbischof Liutbert (Köln, 842)''']
*'''842:''' Ebo: Wahrscheinlich 842 oder 843 veröffentlicht Ebo die zweite Ausgabe seiner Verteidigungsschrift, des sogenannten „Apologeticum Ebonis“, seine schriftstellerische Tätigkeit dient der Rechtfertigung und Selbstverherrlichung, beide Ausgaben des Apologeticum suchen seine Absetzung 835 als ungesetzlich und die Restitution von 840 als rechtmäßig hinzustellen, er erklärt, sein Schuldbekenntnis von Diedenhofen habe er nur abgegeben, um äußerem Druck zu entgehen, nicht um seine eigene Rettung zu erwirken, kein Vergehen sei im Schuldbekenntnis ausdrücklich genannt, um dessentwillen er hätte abgesetzt werden dürfen, die zweite Ausgabe verbindet den Ton gekränkter Unschuld mit dem der demütigen Ergebung in ein angeblich unverdientes Schicksal, Ebo scheut sich nicht, offensichtliche Fälschungen zu verbreiten, in Lothars Wiedereinsetzungsurkunde von 840 schaltet er eigene Zutaten ein, das Dokument über die Freude der Reimser Suffraganbischöfe über seine Rückkehr ist sein Machwerk, ebenso eine angebliche Urkunde Gregors IV., die die Absetzung von 835 für unzulänglich erklärt und seine erzbischöfliche Würde wiederherstellt, zugleich aber bezeugen soll, dass der Papst seine Rückkehr nach Reims für wünschenswert, aber momentan für gefahrvoll hält und deshalb sein Wirken in einem anderen Sprengel gestattet, damit soll seine Versetzung nach Hildesheim nachträglich gerechtfertigt werden.
*'''842:''' Hrabanus Maurus stellt seine Enzyklopädie *De rerum naturis* in 22 Büchern ungefähr um 842 fertig. Das Werk behandelt unter anderem den Menschen mit Anatomie und Krankheiten, die Gestirne und das Pflanzenreich in einem kosmischen Zusammenhang. Das 19. Buch enthält 23 Heilpflanzenbeschreibungen, die beinahe wörtlich von Isidor von Sevilla übernommen sind. Die handschriftliche Überlieferung erstreckt sich vom 9. bis zum 15. Jahrhundert und umfasst mehrere illustrierte Exemplare. Nachdem Hrabanus in die Auseinandersetzungen zwischen Ludwig dem Frommen und dessen Söhnen hineingezogen wird, tritt er von seinem Amt als Abt zurück und zieht sich als Gelehrter in die Propstei St. Peter auf dem Petersberg zurück.
*'''843:''' Lothar I.: Im Vertrag von Verdun vom 10. August 843 behält Lothar außer der Kaiserwürde und Italien Burgund und die Länder zwischen Rhein, Maas und Schelde bis an die Nordsee mit den beiden Hauptstädten Rom und Aachen. Dieses Reich wird als Mittelreich bezeichnet. Der kleinere Teil Burgunds, die später Burgund genannte Region Frankreichs, ist seit 843 Teil des Westfrankenreiches.
*'''843:''' Ebo: Beim Friedensschluss der Brüder im Vertrag von Verdun 843 erhält Ebo keine nennenswerte Unterstützung durch Lothar, er muss sich mit den Abteien Stablo in Belgien und Bobbio in Italien begnügen, mit denen ihn Lothar ausstattet, und seine frühere Machtposition als Erzbischof von Reims bleibt ihm verwehrt.
*'''844:''' Ebo: Im Juni 844 fordert Ebo in Rom von Papst Sergius II., der von 844 bis 847 regiert, die Rekonziliation und als äußeres Zeichen das Pallium, Sergius lehnt ab und gesteht ihm nur die Laienkommunion zu, kurz darauf fällt Ebo auch bei Lothar in Ungnade, weil er sich mit Verweis auf sein Alter weigert, als kaiserlicher Gesandter nach Konstantinopel zu gehen, er verliert seine beiden Abteien und eine von ihm gekaufte Besitzung in Italien, er findet diesmal Zuflucht bei König Ludwig dem Deutschen, und 844 oder 845 wird er zum Bischof von Hildesheim ernannt, vielleicht auf Fürsprache Ansgars von Bremen und Hrabans von Fulda und wohl mit stillschweigendem Einverständnis des Papstes.
*'''844:''' [https://de.wikipedia.org/wiki/Hrabanus_Maurus Hrabanus Maurus] Nach einer Aussöhnung und Aussprache des ehemaligen Abts Hrabanus Maurus mit Ludwig dem Deutschen in Rasdorf, einer Außenstelle des Klosters Fulda, kommt es um 844 zu einer Verständigung zwischen beiden.
*'''844:''' Drogo: Kaiser Lothar I., dessen Onkel und Berater Drogo ist, sendet ihn nach Rom, um die Wahl von Papst Sergius II. zu überwachen. Postwendend ernennt ihn der Papst zum apostolischen Vikar für Gallien und Germanien. Als solcher präsidiert Drogo im Oktober auf der Synode von Yutz bei Diedenhofen.
*'''845:''' Lothar I.: Um das Jahr 845 wird Karl geboren, der später König in Burgund ist und im Kloster St-Pierre-les-Nonnains, dem heutigen Lyon, stirbt.
*'''845:''' Ebo: Am 18. April 845 wird Hinkmar, ein Parteigänger und enger Berater Karls des Kahlen, auf der Synode von Beauvais zum Erzbischof von Reims ernannt, die Sedisvakanz des Erzbistums ist damit beendet, im selben Zeitraum wird Ebo Bischof von Hildesheim und sucht weiterhin Anschluss dort, wo sich Aussicht auf persönlichen Vorteil bietet, er gibt die Hoffnung, nach Reims zurückzukehren, nicht auf, im Einvernehmen mit Ludwig dem Deutschen nimmt Lothar Ebos Ansprüche wieder auf, um Karl den Kahlen in Verlegenheit zu bringen, Papst Sergius II. genehmigt die Einberufung einer Synode nach Trier im Sommer 846, die die Rechtmäßigkeit der Wahl Hinkmars untersuchen soll. [http://de.wikipedia.org/wiki/Hinkmar_von_Reims '''Erzebischof Hinkmar (Reims, 845–882)''']
*'''846:''' Ebo: Im Sommer 846 tritt die Synode von Trier zusammen, die Rechtmäßigkeit der Wahl Hinkmars als Erzbischof von Reims soll untersucht werden, sie bleibt ohne Ergebnis, da Ebo sich dem unter westfränkischem Einfluss stehenden Gericht und der Aufforderung, persönlich zu erscheinen oder bevollmächtigte Vertreter zu entsenden, nicht fügt, ebenso verweigert er ein Erscheinen auf der Synode in Paris gegen Ende 846, diese untersagt ihm das Betreten des Reimser Sprengels und jegliche Verbindung mit dessen Angehörigen, bis er sich rechtsförmlich gestellt und sein endgültiges Urteil empfangen hat, spätere Gesuche an den Papst finden kein Gehör mehr, und eine Reise ins Westfrankenreich ist vergeblich. Nach 846 bleibt Ebo in Hildesheim Bischof, seine Rolle als „Schachfigur“ im Spiel der brüderlichen Rivalen Karl, Lothar und Ludwig dem Deutschen setzt sich fort, die wiederholten Versuche, seine Ansprüche auf Reims durchzusetzen, bleiben erfolglos, und die von ihm erteilten Weihen werden später von seinem Nachfolger in Hildesheim in Frage gestellt.
*'''846:''' Hetti: Im Jahr 846 schenkt Hetto den Weiler Scindalasheim dem Abt Marcuardus der Abtei Prüm.
*'''847:''' Hetti: Hetti stirbt am 27. Mai 847 in Trier. Hetto stirbt im Jahr 847 als Erzbischof von Trier, nachdem er das Amt seit 814 bekleidet. Nach seinem Tod folgt ihm sein Neffe Theutgaud als Erzbischof von Trier nach. Hetti wird in der Johanniskapelle der Euchariuskirche bei Trier bestattet. [http://de.wikipedia.org/wiki/Theutgaud '''Erzbischof Theutgaud (847–868)''']
*'''847:''' [https://de.wikipedia.org/wiki/Hrabanus_Maurus '''Erzbischof Hrabanus Maurus (Mainz, 847-856)'''] Ludwig der Deutsche erhebt Hrabanus Maurus, der bereits 67 Jahre alt ist, zum Erzbischof von Mainz. Am 16. Juni tritt er das Amt als Oberhirte der größten Kirchenprovinz im ostfränkischen Reich an. Kurz nach seiner Amtsübernahme beruft er eine erste Synode in der Mainzer Abtei St. Alban ein. Bischöfe, Chorbischöfe und Äbte beraten dort über die Stärkung des Glaubens und der Disziplin. Die Prediger werden angehalten, dem einfachen Volk verständliche Predigten zu halten.
*'''848:''' Lothar I.: Während Lothar zur Festigung seiner Macht in Aachen bleibt, verwüsten die Araber 848 seine italienischen Provinzen. Im selben Zeitraum plündern die Normannen die Küsten der Nordsee. Der hohe Klerus erringt eine selbstständige Stellung, und die großen Vasallen üben nach Lothars Vorbild Willkür und Gewaltherrschaft aus.
*'''849:''' [https://de.wikipedia.org/wiki/Liutbert_(K%C3%B6ln) Bischof Liutbert (Münster, 849–870)] Liutbert setzt sich in Köln offenbar nicht durch und wird schließlich Bischof von Münster.
*'''850:''' [http://de.wikipedia.org/wiki/Amalarius Amalarius] Der ehemalige Erzbischof von Trier, Amalarius stirbt um 850 (nach anderen Quellen 841) wahrscheinlich in Metz.
*'''850:''' Hrabanus Maurus lässt in Zell im Zellertal die Gebeine des Eremiten Philipp von Zell erheben und in der neu errichteten Salvatorkirche beisetzen. Er verfasst die überlieferten Altarinschriften; damit ist St. Philipp offiziell als Heiliger anerkannt.
*'''851:''' Lothar I.: Von 851 bis 860 ist Gisla Äbtissin von San Salvatore in Brescia.
*'''851:''' Ebo: Am 20. März 851 stirbt Ebo in Hildesheim, sein Nachfolger in Hildesheim, der später heiliggesprochene Altfrid, hebt die von Ebo erteilten Weihen als ungültig auf, in Reims behauptet sich sein Feind Hinkmar in dem langwierigen Streit über die Rechtmäßigkeit der durch Ebo 840 und 841 vollzogenen Ordinationen, dieser Streit wird erst 867 endgültig beigelegt, und die Person Ebos bleibt in der kirchlichen und politischen Erinnerung als Erzbischof von Reims und Bischof von Hildesheim präsent. [http://de.wikipedia.org/wiki/Altfrid '''Bischof Altfrid (Hildesheim, 851–874)''']
*'''853:''' Lothar I.: Im Jahr 853 wird Karlmann geboren.
*'''855:''' Lothar I.: Bereits schwer erkrankt teilt Lothar I. am 19. September 855 in der Teilung von Prüm sein Reich unter seine Söhne auf. Ludwig II., geboren um 825, erhält die Kaiserwürde und Italien. Karl von der Provence erhält die Provence und den zum Mittelreich gehörenden größeren Teil Burgunds. Lothar II. erhält den nach ihm benannten Nordteil des Reiches, Lotharingien. Nach seiner Abdankung zieht sich Lothar I. in die Abtei Prüm in der Eifel zurück. Wenige Tage später, am 29. September 855, stirbt er dort und wird in der Abtei Prüm bestattet.
*'''855:''' Drogo: Drogo verunglückt am 8. Dezember, möglicherweise im November, tödlich und wird in der Abtei Sankt Arnulf in Metz beigesetzt.
*'''856:''' Hrabanus Maurus stirbt am 4. Februar der Überlieferung nach in Winkel im Rheingau. Er wird im Stift St. Alban vor Mainz beigesetzt. Seine Amtszeit als Erzbischof von Mainz endet.
*'''856:''' Drogo: Drogo verunglückt möglicherweise in diesem Jahr am 8. Dezember, möglicherweise im November, tödlich und wird in der Abtei Sankt Arnulf in Metz beigesetzt. [https://de.wikipedia.org/wiki/Adventius '''Bischof Adventius (Metz, 858–875)''']
*'''864:''' Überführung der Gebeine Rigoberts nach Reims.
*'''872:''' Beisetzung der Gebeine Rigoberts in der Kirche Saint-Thierry zu Reims; Teile der Reliquien gelangen später nach Paris. Gedenktag: 4. Januar.
*'''999:''' [https://de.wikipedia.org/wiki/Adalbero_II._(Basel) '''Bischof Adalbero II. (Basel, 999–1025)
*'''zuletzt 823'''


Grafschaft Aragón und Conflent
Grafschaft Aragón und Conflent


*[https://en.wikipedia.org/wiki/Garc%C3%ADa_Gal%C3%ADndez Graf García Galíndez (820–833)] <br />
*[https://en.wikipedia.org/wiki/Garc%C3%ADa_Gal%C3%ADndez Graf García Galíndez (820–833)] <br />
*'''824:''' Als Aeblus und Aznar Sánchez gegen Pamplona ziehen, unterstützen García und Musa ibn Fortún von den Banu Qasi wahrscheinlich den baskischen Íñigo, wodurch die fränkischen Grafen besiegt werden.
*[[833#FRÄNKISCHES_REICH | Fortsetzung 833]]
*'''833:''' Je nach Quelle stirbt García Galíndez im Jahr 833 oder er zieht sich aus der Regierung zurück; in beiden Fällen folgt ihm sein Sohn Galindo Garcés. [https://en.wikipedia.org/wiki/Galindo_Garc%C3%A9s '''Graf Galindo Garcés (833?)''']
*'''840:''' [https://en.wikipedia.org/wiki/Galindo_Azn%C3%A1rez_I '''Graf Galindo Aznárez I. (nur Aragón 844–867)''']
*'''zuletzt 820'''


Grafschaft Barcelona, Girona, Besalú und Osona
Grafschaft Barcelona, Girona, Besalú und Osona


*[https://de.wikipedia.org/wiki/Ramp%C3%B3 Graf Rampó (820–825)] <br />
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Ramp%C3%B3 Graf Rampó (820–825)] <br />
*'''825:''' Über Rampós Wirken ist sonst wenig bekannt; es scheint, dass er mit dem Abt Mercoral von Sant Esteve de Banyoles einen Besuch am Hof macht und dem Abt Donnul von Albanyà die Erlaubnis zum Bau des Klosters Sant Pere gibt. Wahrscheinlich stirbt Rampó im Jahr 825 im Amt, das erst einige Monate später wieder besetzt wird.
*[[826#FRÄNKISCHES_REICH | Fortsetzung 826]]
*'''826:''' Bis zur Versammlung vom Februar 826 in Aachen ernennt Kaiser Ludwig der Fromme keinen Nachfolger. Der Gewählte ist Bernat de Septimània, der Anführer der Kriegspartei gegen die Muslime und jüngere Bruder von Gaucelm, Graf von Empúries und Rosselló, sowie Bruder von Berà I. [http://de.wikipedia.org/wiki/Bernhard_von_Septimanien '''Graf Bernhard von Septimanien (Osona 626, Barcelona und Girona 1, Amtszeit 626-832)'''] 
*'''835:''' [http://de.wikipedia.org/wiki/Bernhard_von_Septimanien '''Graf Bernhard von Septimanien (Barcelona, Girona und Toulouse 2. Amstzeit 835–844)''']
*'''844:''' [https://en.wikipedia.org/wiki/Bera,_Count_of_Barcelona Bera] Der ehemalige Graf Bera stirbt in Rouen.
*'''zuletzt 822'''


Grafschaft Urgell, Cerdaña und Osona
Grafschaft Urgell, Cerdaña und Osona


*[https://en.wikipedia.org/wiki/Aznar_Gal%C3%ADndez_I Graf Aznar Galíndez I. (Urgell und Cerdaña 820–824/829)] <br />
*[https://en.wikipedia.org/wiki/Aznar_Gal%C3%ADndez_I Graf Aznar Galíndez I. (820–824/829)] <br />
 
*'''824:''' [https://en.wikipedia.org/wiki/Galindo_Azn%C3%A1rez_I '''Graf Galindo Aznárez I. (824/829–834)'''] Der Regierungswechsel scheint zwischen 824 und 829 erfolgt zu sein; die englischen Wikipedia-Artikel liefern hierzu widersprüchliche Angaben; die spanische Wikipedia liefert ebenfalls widersprüchliche Angaben; dort wird der Regierungswechsel mit 832 oder 839 angegeben.
*[[834#FRÄNKISCHES_REICH | Fortsetzung 834]]
*'''zuletzt 820'''
 
Grafschaft Paris
 
*'''zuletzt 816'''


Herzogtum Gascogne
Herzogtum Gascogne


*[https://fr.wikipedia.org/wiki/Aznar_Sanche Herzog Aznar Sánchez (820-836)] <br />
*[https://fr.wikipedia.org/wiki/Aznar_Sanche Herzog Aznar Sánchez (820-836)] <br />
*'''824:''' Aznar Sánchez wird 824 von Pippin I., König von Aquitanien, im Rahmen des Karolingerreichs, das damals von Ludwig dem Frommen geführt wird, damit beauftragt, zusammen mit dem fränkischen Grafen Aeblus einen Feldzug gegen Pamplona zu führen. Die Herzöge von Vasconien haben traditionell Ansprüche auf Pamplona und seine Region, die heutige Navarra, deren Bevölkerung vasconisch ist. Die Bewohner rufen daraufhin die Muslime der Region zu Hilfe, vermutlich die Banu Qasi von Tudela. Zuerst nimmt Aznar mit Aeblus Pamplona ein. Auf dem Rückweg geraten beide in einen Hinterhalt des vasconischen Adligen Eneko Arista in den Pyrenäen auf der Route von Pamplona nach Saint-Jean-Pied-de-Port über den Roncevaux-Pass. Beide werden gefangen genommen. Aeblus wird an das Emirat von Córdoba ausgeliefert, während Aznar, der mit Eneko verwandt ist, freigelassen wird und in sein Herzogtum zurückkehrt. Dieser Sieg ermöglicht Eneko Arista, der erste König von Pamplona zu werden, ein Ereignis, das zum Ursprung des Königreichs Navarra führt. Die Karolinger, die seit 801 die Städte Barcelona und Girona im Rahmen der Spanischen Mark halten, greifen danach in Pamplona nicht mehr ein.
*[[831#FRÄNKISCHES_REICH | Fortsetzung 831]]
*'''831:''' Als sich bereits die Frage nach der künftigen Nachfolge Ludwigs des Frommen stellt, der 840 stirbt, revoltiert Aznar Sánchez gegen Pippin I. von Aquitanien und wechselt in das Gascogne südlich der Pyrenäen. Pippin, mit dem Erbfolgekrieg beschäftigt, reagiert nicht.
*'''836:''' Nach den Annales de Saint-Bertin stirbt Aznar Sánchez unter schrecklichen Umständen, ohne dass diese näher beschrieben werden. Ihm folgt sein Bruder Sanche. [https://fr.wikipedia.org/wiki/Sanche_II_Sanche_de_Vasconie '''Herzog Sancho II. Sánchez (836-852)''']
*zuletzt 820'''


Grafschaft Toulouse  
Grafschaft Toulouse  


*[https://de.wikipedia.org/wiki/Berengar_von_Toulouse Graf Berengar (Toulouse 816–835, Barcelona und Girona 832–835)] <br />
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Berengar_von_Toulouse Graf Berengar (816–835)] <br />
 
*'''831:''' Im Jahr 831 ist Berengar von Toulouse Berater Pippins I. von Aquitanien und rät diesem davon ab, sich mit seinem Bruder Lothar gegen ihren Vater, Kaiser Ludwig den Frommen, zu erheben, während Pippin I. dennoch auf Bernhard von Septimanien hört, der ihn zu dem Aufstand ermuntert.
*[[832#FRÄNKISCHES_REICH | Fortsetzung 832]]
*'''832:''' Im Jahr 832 zwingen fortwährende Siege der kaiserlichen Truppen Pippin I. von Aquitanien und Bernhard von Septimanien, vor Kaiser Ludwig den Frommen zu erscheinen; Pippin wird abgesetzt und nach Trier verbannt, sein Land wird Karl II. dem Kahlen übertragen, Bernhard wird der Untreue beschuldigt und verliert seine gesamten Besitzungen in Septimanien an Berengar von Toulouse, der nun den alten Grafentitel von Toulouse mit dem von Septimanien beziehungsweise Narbonne verbindet und zugleich als Herzog und Markgraf von Septimanien sowie Graf von Barcelona von 832 bis 835 fungiert.
*'''833:''' Im Jahr 833 verliert Berengar von Toulouse seine Grafschaften Pallars und Ribagorça an Aznar I. Galíndez, Graf von Urgell und Cerdanya, sodass diese Gebiete aus seinem Herrschaftsbereich ausscheiden und an Aznar I. übergehen.
*'''834:''' Im Jahr 834 versöhnt sich Pippin I. von Aquitanien mit Kaiser Ludwig dem Frommen und besiegt seinen Bruder Lothar, und Bernhard von Septimanien, der Pippin in diesem Zusammenhang unterstützt, beansprucht nun seine ehemaligen Titel als Belohnung für diese Unterstützung.
*'''835:''' Im Jahr 835 lädt Kaiser Ludwig der Fromme Berengar von Toulouse und Bernhard von Septimanien ein, um eine Entscheidung über die Besitzungen in Septimanien und Gothien zu treffen; auf der Reise verstirbt Berengar unerwartet, sodass die dortigen Grafschaften an Bernhard fallen, und zugleich endet im Jahr 835 seine Amtszeit als Graf oder Herzog von Toulouse sowie als Herzog und Markgraf von Septimanien und Graf von Barcelona, während Berengar in diesem Jahr stirbt. [https://de.wikipedia.org/wiki/Bernhard_von_Septimanien '''Graf Bernhard (Toulouse 835–844)''']
*[http://de.wikipedia.org/wiki/Grafschaft_Toulouse Grafen von Toulouse]
*'''Zuletzt 816'''


Herzogtum Sachsen
Herzogtum Sachsen
Bremen (53° 04′ N)
Verden (Aller) (52° 55′ N)
Minden (52° 17′ N)
Osnabrück (52° 16′ N)
Hildesheim (52° 9′ N)
Münster (51° 57′ N)
Halberstadt (51° 54′ N)
Paderborn (51° 43′ N mit Kloster Corvey


*[https://de.wikipedia.org/wiki/Hardward_von_Minden Bischof Hardward (Minden, 813–853)] <br />
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Hardward_von_Minden Bischof Hardward (Minden, 813–853)] <br />
Zeile 483: Zeile 142:
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Badurad Bischof Badurad (Paderborn, 815–862)] <br />Das Stift Herford wird zur Reichsabtei erhoben.
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Badurad Bischof Badurad (Paderborn, 815–862)] <br />Das Stift Herford wird zur Reichsabtei erhoben.
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Adalhard_(Karolinger) Abt Adalhard (Corvey, 822–826)] <br />
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Adalhard_(Karolinger) Abt Adalhard (Corvey, 822–826)] <br />
*[[826#FRÄNKISCHES_REICH | Fortsetzung 826]]
*[[826#FRÄNKISCHES_REICH | Fortsetzung 826]] [[Kategorie:herzogtum Sachsen]]
 
*'''826:''' Adalhard: Am 2. Januar 826 stirbt Adalard im Alter von 75 Jahren. Sein Bruder Wala folgt ihm als Abt von Corbie nach. Eine Vita wird von Radbertus wohl schon kurz nach dem Tod Adalhards verfasst.Im Jahr 1024 wird Adalhard heiliggesprochen. Sein Gedenktag ist der 2. Januar. [https://de.wikipedia.org/wiki/Wala_(Karolinger) '''Abt Wala (826–831)''']
*[[827#FRÄNKISCHES_REICH | Fortsetzung 827]]
*'''827:''' Gerfried: Im Jahr 827 übernimmt Gerfried nach dem Tod seines Vorgängers Hildegrim I. die Leitung des Klosters Werden.
*'''829:''' Meginhard: Am 7. September 829 findet Meginhard seine erste Erwähnung in einer gefälschten Urkunde (sogenannte Zehntbestätigung), die angeblich von Ludwig dem Frommen ausgestellt worden ist. [http://de.wikipedia.org/wiki/Goswin_(Osnabr%C3%BCck) '''Bischof Goswin (Osnabrück, 829–845)''']
*'''830:''' [http://de.wikipedia.org/wiki/Erkanbert_von_Minden Erkanbert] Der ehemalige Bischof Erkanbert stirbt am 7. Juni in Minden.
*'''834:''' Gunthar: In den Jahren 834/835 nimmt man an, dass Rembert als Nachfolger Gunthars auf den Bischofsstuhl von Hildesheim kommt, was im Text als Annahme formuliert wird und damit die ungefähre Begrenzung der Amtszeit Gunthars als Bischof von Hildesheim auf die Zeit vor 834/835 stützt, ohne jedoch eine exakte Jahresangabe zu seinem Ausscheiden aus dem Amt zu machen. [https://de.wikipedia.org/wiki/Rembert_von_Hildesheim '''Bischor Rembert (Hildesheim, 834/835–844)''']
*'''836:''' Gerfried: Im Jahr 836 nimmt Gerfried zusammen mit 36 anderen Bischöfen an einem von Kaiser Ludwig dem Frommen in Aachen einberufenen Reformkonzil teil.
*'''839:''' Gerfried: Am 12. September 839 stirbt Gerfried in Münster. Nach seinem Tod werden seine sterblichen Überreste in der Krypta des Klosters Werden beigesetzt. [https://de.wikipedia.org/wiki/Altfried '''Bischof Altfried (Münster, 839–849)''']
*'''853:''' Hardward stirbt am 16. September 853 in Minden; später wird er – ebenso wie sein Gehilfe, Diakon Meimelph, – als Heiliger verehrt. Der Gedenktag des Bischofs ist der 13. April.
*zuletzt 822'''
Herzogtum Baiern
Herzogtum Baiern
Reihenfolge der Städte:
Regensburg, Bayern, Oberpfalz (49° 01′ N)
Eichstätt, Bayern, Oberbayern (48° 53′ N)
Freising, Bayern, Oberbayern (48° 24′ N)
Passau, Bayern, Niederbayern (48° 34′ N)
Augsburg, Bayern, Schwaben (48° 22′ N)


*[https://de.wikipedia.org/wiki/Adalram Erzbischof Adalram (Salzburg, 821–836)] <br />
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Adalram Erzbischof Adalram (Salzburg, 821–836)] <br />
Zeile 510: Zeile 151:
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Hitto_von_Freising Bischof Hitto (Freising, 810/12–835)] <br />
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Hitto_von_Freising Bischof Hitto (Freising, 810/12–835)] <br />
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Reginhar_von_Passau Bischof Reginhar (Passau, 817–838)] <br />[http://de.wikipedia.org/wiki/Confirmatio_Ludovici_Pii_(823) '''Confirmatio Ludovici Pii'''] <br />Vor 823 verlegt der erste Passauer Bischof Vivilo angesichts der anrückenden Awaren nach der späteren Darstellung Bischof Pilgrims den Bischofssitz als letzter Bischof von Lorch im Jahr 739 nach Passau. Damit soll Passau die Rechtsnachfolge des größten Bistums im Südosten des deutschen Kulturraums zustehen. Das Stift St. Florian untersteht bereits im 9. Jahrhundert dem Bistum Passau. Karl der Große schenkt dem Bistum Passau die Martinskirche in Linz, während die Burg Linz zum Königsgut gehört. Die ''Confirmatio Ludovici Pii'' ist eine frühmittelalterliche Urkunde, welche dem Bistum Passau nach dem Abzug der Awaren bestimmte Besitzungen im heutigen Niederösterreich und Oberösterreich bestätigt. Während der Reichsversammlung in Frankfurt im Frühling 823 restituiert Kaiser Ludwig der Fromme dem Hochstift Passau gewisse Schenkungen seines Vaters, die dem Stift inzwischen durch verschiedene Markgrafen entzogen worden sind. Die auf den 28. Juni datierte ''Confirmatio Ludovici Pii'' bestätigt dem Bischof von Passau die Besitzungen von Traismauer, Wachau, Pielach, Naarn im Machlande, Ried in der Riedmark, Aschbach, Wolfsbach, Erlauf beziehungsweise Pöchlarn, Ardagger und Saxen; in Ardagger und Saxen bestätigt sie jeweils zwei Kirchen im Siedlungsgebiet. Die längere Fassung nennt zusätzlich die Leitha-Region und Zeiselmauer. Die meisten dieser Orte werden in dieser Urkunde erstmals geschichtlich erwähnt. Die Urkunde liegt in zwei Fassungen vor: Das echte, kürzere Dokument ist als Abschrift im Codex Lonsdorfianus erhalten, während das rückdatierte, längere Dokument in einem besiegelten und einem unbesiegelten Original vorliegt. Das älteste erhaltene Exemplar der Urkunde wird im Bayerischen Hauptstaatsarchiv in München aufbewahrt.
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Reginhar_von_Passau Bischof Reginhar (Passau, 817–838)] <br />[http://de.wikipedia.org/wiki/Confirmatio_Ludovici_Pii_(823) '''Confirmatio Ludovici Pii'''] <br />Vor 823 verlegt der erste Passauer Bischof Vivilo angesichts der anrückenden Awaren nach der späteren Darstellung Bischof Pilgrims den Bischofssitz als letzter Bischof von Lorch im Jahr 739 nach Passau. Damit soll Passau die Rechtsnachfolge des größten Bistums im Südosten des deutschen Kulturraums zustehen. Das Stift St. Florian untersteht bereits im 9. Jahrhundert dem Bistum Passau. Karl der Große schenkt dem Bistum Passau die Martinskirche in Linz, während die Burg Linz zum Königsgut gehört. Die ''Confirmatio Ludovici Pii'' ist eine frühmittelalterliche Urkunde, welche dem Bistum Passau nach dem Abzug der Awaren bestimmte Besitzungen im heutigen Niederösterreich und Oberösterreich bestätigt. Während der Reichsversammlung in Frankfurt im Frühling 823 restituiert Kaiser Ludwig der Fromme dem Hochstift Passau gewisse Schenkungen seines Vaters, die dem Stift inzwischen durch verschiedene Markgrafen entzogen worden sind. Die auf den 28. Juni datierte ''Confirmatio Ludovici Pii'' bestätigt dem Bischof von Passau die Besitzungen von Traismauer, Wachau, Pielach, Naarn im Machlande, Ried in der Riedmark, Aschbach, Wolfsbach, Erlauf beziehungsweise Pöchlarn, Ardagger und Saxen; in Ardagger und Saxen bestätigt sie jeweils zwei Kirchen im Siedlungsgebiet. Die längere Fassung nennt zusätzlich die Leitha-Region und Zeiselmauer. Die meisten dieser Orte werden in dieser Urkunde erstmals geschichtlich erwähnt. Die Urkunde liegt in zwei Fassungen vor: Das echte, kürzere Dokument ist als Abschrift im Codex Lonsdorfianus erhalten, während das rückdatierte, längere Dokument in einem besiegelten und einem unbesiegelten Original vorliegt. Das älteste erhaltene Exemplar der Urkunde wird im Bayerischen Hauptstaatsarchiv in München aufbewahrt.
*[[824#FRÄNKISCHES_REICH | Fortsetzung 824]]
*[[824#FRÄNKISCHES_REICH | Fortsetzung 824]] [[Kategorie:Herzogtum Baiern]]
 
*'''824:''' Adalram: Am 13. November 824 wird Adalram in Rom das Pallium verliehen.
*[[825#FRÄNKISCHES_REICH | Fortsetzung 825]]
*'''825:''' Baturich: Wahrscheinlich ist Baturich im Jahr 825 auf der Volksversammlung in Aachen anwesend, dort wird mit den Bulgaren über die Grenzen des fränkischen und des bulgarischen Reiches verhandelt und in der weiteren Folge fallen die Bulgaren in das bairische Ostland ein.
*'''828:''' Hitto: Im Jahr 828 ist Kloster Schäftlarn erneut im Zusammenhang mit der bischöflichen Oberherrschaft Hittos über Eigenklöster bezeugt. Hitto festigt damit seine Stellung gegenüber den adligen Eigenklöstern weiter.
*'''828:''' Adalram: Unter Adalram kann in Neutra 828 die erste Kirche der heutigen Slowakei geweiht werden.
*'''828:''' Adalung: Am 20. August 828 ist Adalung in einem fragmentarisch erhaltenen Diplom nachweisbar, das Kaiser Ludwig der Fromme ausstellt. Er ist außerdem auf einzelnen Synoden im Reich nachweisbar.
*'''829:''' Reginhar: Im Jahr 829 wird unter Reginhar die Grenze zum Erzbistum Salzburg an Raab und Spratzbach neu festgelegt.
*'''830:''' Hitto: Um das Jahr 830 gründet Hitto das Kloster Weihenstephan. Diese Gründung erfolgt in seiner Funktion als Bischof von Freising und steht im Kontext seiner Tätigkeit im Bistum.
*'''832:''' Baturich: Am 6. Oktober 832 erhält Baturich von König Ludwig dem Deutschen den Ort Herilungoburc, vermutlich Pöchlarn, samt dem umliegenden Gebiet in der Awarenmark zum Geschenk, Pöchlarn gehört in der Folge bis 1803 dem Bistum Regensburg.
*'''833:''' Baturich: Im Jahr 833 wird Baturich von König Ludwig dem Deutschen zu seinem ersten Erzkaplan bestellt, der König residiert häufig in Regensburg.
*'''833:''' Reginhar: Im Jahr 833 erhält das Bistum unter Reginhar Schenkungen im „Awarenland“ (Bayerische Ostmark) durch König Ludwig den Deutschen.
*'''833:''' Adalram: Als Pribina vom Mährerfürst Mojmir I. verbannt wird, kann Adalram den Geflüchteten 833 in Traismauer taufen.
*'''834:''' Hitto: Im Jahr 834 unternimmt Hitto eine Romwallfahrt. Nach einer alten Tradition erhält er bei dieser Romwallfahrt von Papst Gregor IV. die Reliquien des heiligen Justin. Er bringt diese Reliquien nach Freising.
*'''834:''' Baturich: Im Jahr 834 erhält Baturich vom Traungauer Grafen Wilhelm und dessen Gattin Engilrada deren Besitzungen bei Perschling im Tausch gegen seine Besitzungen zu Eskinuta und Vuesin.
*'''835:''' Hitto: Im Jahr 835 endet seine Amtszeit als Bischof von Freising. Hitto stirbt 835 und wird in Freising in der Domkrypta begraben. Sein Sarkophag ist erhalten. Nach seinem Tod folgt ihm sein Neffe Erchanbert im Amt des Bischofs von Freising nach. [http://de.wikipedia.org/wiki/Erchanbert '''Bischof Erchanbert (Freising, 835/836–854)''']
*'''836:''' Reginhar: Im Jahr 836 erhält das Bistum unter Reginhar weitere Schenkungen im „Awarenland“ (Bayerische Ostmark) durch König Ludwig den Deutschen.
*'''836:''' Adalram: Adalram stirbt am 4. Januar 836 in Salzburg. [https://de.wikipedia.org/wiki/Liupram '''Erzbischof Liupram (Salzburg, 836–859)''']
*'''837:''' Baturich: Im Jahr 837 geht das Kloster Mondsee in den Besitz von Baturich über, dazu trägt die Gattin des Königs Hemma bei, sie veranlasst König Ludwig den Deutschen, das Frauenkloster Obermünster, dessen Äbtissin die Königin wird, im Gegenzug zu Mondsee zu erwerben.
*'''837:''' Adalung: Adalungs Amtszeit als Bischof von Eichstätt endet nach der Angabe mit Unsicherheitszeichen im Jahr 837. Er stirbt unsicher am 25. Juli 837. [https://de.wikipedia.org/wiki/Altwin_(Eichst%C3%A4tt) '''Bischof Altwin (Eichstätt, 837–847)''']
*'''838:''' Reginhar: Im Jahr 838 stirbt Reginhar, der 9. Bischof von Passau; erst nach zwei Jahren wird der Nachfolger ernannt
*'''840:''' [https://de.wikipedia.org/wiki/Hartwig_von_Passau '''Bischof Hartwig (Passau, 840–866)''']
*'''844:''' Baturich: Im Jahr 844 tauft Baturich vierzehn böhmische Fürsten, diese kommen eigens nach Regensburg, er erhält den Auftrag, die Bewohner Böhmens in der christlichen Religion zu unterweisen, ebenfalls im Jahr 844 setzt er sich für seinen ehemaligen Schreiber Dominicus ein, worauf dieser von König Ludwig dem Deutschen Güter zu Brunnaron in der Grafschaft Steinamanger zur Kolonisation überlassen bekommt und als christlicher Missionar im Plattensee-Fürstentum wirkt.
*'''847:''' Baturich: Im Jahr 847 endet die Amtszeit Baturichs als Bischof von Regensburg mit seinem Tod am 12. Januar, er ist von 817 bis zu diesem Datum Bischof von Regensburg und gilt von 739 ab gerechnet als fünfter Bischof von Regensburg. [http://de.wikipedia.org/wiki/Erchanfried '''Bischof Erchanfried (Regensburg, 847–864)''']
*'''861:''' [http://de.wikipedia.org/wiki/Witgar_(Augsburg) '''Bischof Witgar (Augsburg, 861–887)''']
*'''862:''' Badurad: Im Jahr 862 stirbt Badurad am 17. September in Paderborn im 48. Jahr seines Pontifikats und beendet damit seine lange Amtszeit als Bischof. Nach seinem Tod wird Badurad vermutlich im Paderborner Dom beerdigt, der als Kathedralkirche des Bistums Paderborn im Zentrum der Stadt liegt. Seit dem Ende des 9. Jahrhunderts wird Badurad als Heiliger verehrt und erhält damit eine kultische Bedeutung über seine historische Bischofstätigkeit hinaus. Diese Verehrung als Heiliger setzt sich innerhalb des kirchlichen Rahmens des Erzbistums Paderborn fort und knüpft an seine frühere Rolle als Bischof an. [http://de.wikipedia.org/wiki/Luithard '''Bischof Luithard (Paderborn, 862–887)''']
*'''zuletzt 823'''


Herzogtum Mailand
Herzogtum Mailand


*[https://it.wikipedia.org/wiki/Angilberto_I_di_Milano Erzbischof Angilbert I. (Mailand, 822-823)] <br />Am 9. Oktober stirbt Angilbert in Mailand. Er wird in der Basilika Santa Maria Maggiore beigesetzt; die neue, der heiligen Maria geweihte und *jemale* genannte Kathedrale dient bei seinem Tod ebenfalls als sein Bestattungsort.  
*[https://it.wikipedia.org/wiki/Angilberto_I_di_Milano Erzbischof Angilbert I. (Mailand, 822-823)] <br />Am 9. Oktober stirbt Angilbert in Mailand. Er wird in der Basilika Santa Maria Maggiore beigesetzt; die neue, der heiligen Maria geweihte und *jemale* genannte Kathedrale dient bei seinem Tod ebenfalls als sein Bestattungsort.  
*[[824#FRÄNKISCHES_REICH | Fortsetzung 824]]
*[[824#FRÄNKISCHES_REICH | Fortsetzung 824]] [[Kategorie:Herzogtum Mailand]]
 
*'''824:''' [https://it.wikipedia.org/wiki/Angilberto_II '''Erzbischof Angilbert II. (Mailand, 824-859)''']
**[[824#FRÄNKISCHES_REICH | Fortsetzung 824]]
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Erzbisch%C3%B6fe_von_Mailand Liste der Erzbischöfe für deutsche Schreibweise]
*'''zuletzt 823'''


Markgrafschaft Friaul
Markgrafschaft Friaul


*[https://de.wikipedia.org/wiki/Balderich_von_Friaul Markgraf Balderich (819–828)] <br />Ljudevit flieht zuerst nach Dalmatien, wo er – in Unkenntnis von Bornas Tod – bei diesem Zuflucht zu finden hofft. Dort gerät er in Streit mit seinem Gastgeber, einem serbischen Unterfürsten, den er tötet, und flieht dann zu Bornas Onkel Ljudemisl. Dieser lässt ihn noch im gleichen Frühjahr auf Druck der Franken ermorden. Die Nachricht von Ljudevits Tod trifft im Juni bei einer Reichsversammlung in Frankfurt ein, als gerade neue Maßnahmen zur Niederwerfung des Aufstandes beschlossen werden sollen.
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Balderich_von_Friaul Markgraf Balderich (819–828)] <br />Ljudevit flieht zuerst nach Dalmatien, wo er – in Unkenntnis von Bornas Tod – bei diesem Zuflucht zu finden hofft. Dort gerät er in Streit mit seinem Gastgeber, einem serbischen Unterfürsten, den er tötet, und flieht dann zu Bornas Onkel Ljudemisl. Dieser lässt ihn noch im gleichen Frühjahr auf Druck der Franken ermorden. Die Nachricht von Ljudevits Tod trifft im Juni bei einer Reichsversammlung in Frankfurt ein, als gerade neue Maßnahmen zur Niederwerfung des Aufstandes beschlossen werden sollen.
*[[824#FRÄNKISCHES_REICH | Fortsetzung 824]]
*[[824#FRÄNKISCHES_REICH | Fortsetzung 824]] [[Kategorie:Markgrafschaft Friaul]]
 
*'''824:''' 824/825: Der Bulgaren-König Omurtag wendet sich wegen der seit 818 von den Franken wohlwollend gesehenen Rebellion der Timotschanen und Branicevci gegen seine Oberhoheit um eine diplomatische Lösung an Ludwig den Frommen, jedoch ohne Erfolg.
*[[826#FRÄNKISCHES_REICH | Fortsetzung 826]]
*'''826:''' Als am kaiserlichen Hof das Gerücht umgeht, Omurtag sei getötet oder vertrieben worden, sendet Kaiser Ludwig den Pfalzgrafen Bertrich und die Grafen Balderich und Gerold an die Grenze mit den Awaren in Karantanien, um Klarheit zu erlangen, aber die drei können auch dort nichts Sicheres erfahren. Im Juni kommen Balderich und Gerold persönlich nach Ingelheim. Balderich hat noch immer nichts von Kriegsvorbereitungen der Bulgaren zu berichten, und er leitet auch keine angemessenen Vorsorgemaßnahmen ein.
*'''827:''' Im Sommer wird Balderich vom Einfall der Bulgaren in Pannonien überrascht, als Omurtags Truppen die Donau hinauf segeln und Südost-Pannonien wieder unter bulgarische Kontrolle bringen.
*'''828:''' Auf einer Reichsversammlung in Aachen im Februar verfügt Ludwig der Fromme daraufhin Balderichs Absetzung und den Entzug seiner Lehen. Ebenso ergeht es den Grafen Matfried von Orleans und Hugo von Tours, denen Versagen in Spanien vorgeworfen wird. Balderichs große Mark wird in vier Grafschaften aufgeteilt: Friaul mit Istrien, Karantanien, Krain mit Liburnien (fränkisches Kroatien) und Savien. Von ihm selbst ist danach nichts mehr zu hören. [https://it.wikipedia.org/wiki/Unruoch_II_del_Friuli '''Markgraf Unroch II. (828/829-846)''']
*'''830:''' [https://en.wikipedia.org/wiki/Hunfrid,_Margrave_of_Istria Hunfrid] <br />Um 830 stirbt der ehemalige Herzog von Friaul, Hunfried.
*'''zuletzt 823'''


Markgrafschaft Toskana
Markgrafschaft Toskana


*[https://en.wikipedia.org/wiki/Boniface_I,_Margrave_of_Tuscany Markgraf Bonifatius I. (812–823)] <br />Bonifatius I. stirbt 823. Er hinterlässt einen Sohn namens Bonifatius, der Markgraf der Toskana wird, und einen weiteren Sohn namens Berard, der seinem Bruder bei der Verteidigung Korsikas hilft. Seine einzige Tochter Richilda wird Äbtissin von SS. Benedetto e Scolastica in Lucca.  
*[https://en.wikipedia.org/wiki/Boniface_I,_Margrave_of_Tuscany Markgraf Bonifatius I. (812–823)] <br />Bonifatius I. stirbt 823. Er hinterlässt einen Sohn namens Bonifatius, der Markgraf der Toskana wird, und einen weiteren Sohn namens Berard, der seinem Bruder bei der Verteidigung Korsikas hilft. Seine einzige Tochter Richilda wird Äbtissin von SS. Benedetto e Scolastica in Lucca.  
*[[828#FRÄNKISCHES_REICH | Fortsetzung 828]]
*[[828#FRÄNKISCHES_REICH | Fortsetzung 828]] [[Kategorie:Markgrafschaft Toskana]]
 
*'''828:''' [http://de.wikipedia.org/wiki/Bonifatius_II._von_Lucca '''Markgraf Bonifatius II. von Lucca (828–834)''']
*[[834#FRÄNKISCHES_REICH | Fortsetzung 834]]
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Markgrafschaft_Tuscien Liste der Markgrafen für deutsche Namen]
*'''zuletzt 812'''


Herzogtum Spoleto
Herzogtum Spoleto


*[https://en.wikipedia.org/wiki/Suppo_I Herzog Suppo I. (822–824)] <br />
*[https://en.wikipedia.org/wiki/Suppo_I Herzog Suppo I. (822–824)] <br />
*'''824:''' Suppo I. stirbt am 5. März. Einhard hält seinen Tod fest. Spoleto geht an Adelard über, der innerhalb von fünf Monaten stirbt und das Herzogtum Mauring hinterlässt. [https://en.wikipedia.org/wiki/Adelard_of_Spoleto '''Herzog Adelard (824)''']
*[[824#FRÄNKISCHES_REICH | Fortsetzung 824]]
*'''zuletzt 822'''


Herzogtum Benevent
Herzogtum Benevent
   
   
*[https://en.wikipedia.org/wiki/Sico_of_Benevento Herzog Sico (817-832)] <br />
*[https://en.wikipedia.org/wiki/Sico_of_Benevento Herzog Sico (817-832)] <br />
*'''831:''' Um 831 belagert Sico Neapel zu einem nicht genau bekannten Zeitpunkt, vielleicht um 831, kann die Stadt nicht einnehmen, entfernt jedoch den Leichnam des neapolitanischen Schutzheiligen, des aus Benevent stammenden Heiligen Januarius.
*[[832#FRÄNKISCHES_REICH | Fortsetzung 832]]​
*'''832:''' Im Jahr 832 endet mit dem Tod Sicos seine Herrschaft als Fürst von Benevent, die von 817 bis zu seinem Tod reicht. Als Sico stirbt, folgt ihm sein Sohn Sicard nach. [https://en.wikipedia.org/wiki/Sicard_of_Benevento '''Herzog Sicard (832–839)''']
*'''Zuletzt 817'''


==SPANIEN==
==SPANIEN==
Zeile 594: Zeile 181:


*[https://de.wikipedia.org/wiki/Alfons_II._(Asturien) König Alfons II. (791-842)] <br />
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Alfons_II._(Asturien) König Alfons II. (791-842)] <br />
*'''825:''' Alfons: Im Jahr 825 siegt Alfons bei Anceo gegen die Mauren.
*[[830#SPANIEN | Fortsetzung 830]]
*'''830:''' Alfons: Um 830 wird in Compostela der Fund der Grabstätte des Apostels Santiago überliefert. Dieser Vorgang macht den Ort zu einem wichtigen Zentrum der Wallfahrt.
*'''842:''' Alfons: Alfons stirbt 842. Nach seinem Tod wird sein Leichnam im Pantheon der Könige der Kirche Nuestra Señora del Rey Casto in Oviedo beigesetzt. [http://de.wikipedia.org/wiki/Ramiro_I._(Asturien) '''König Ramiro I. (842–850)''']
*'''zuletzt 816'''


==KIRCHENSTAAT==
==KIRCHENSTAAT==
    
    
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Paschalis_I._(Papst) Papst Paschalis I. (817–824)] <br />Paschalis salbt und krönt in Rom am Ostersonntag Lothar I., den Sohn Ludwigs des Frommen, zum Kaiser des Heiligen Römischen Reiches. Lothar I. ist nach der Krönung weniger bereit, mit der römischen Kurie zusammenzuarbeiten als sein Vater und hält einen Gerichtshof ab, bei dem er die Abtei Farfa nördlich von Rom von der päpstlichen Besteuerung befreit. Die aristokratischen Gegner Paschalis’ I. im päpstlichen Palast, insbesondere sein ehemaliger Legat Theodor und dessen Schwiegersohn Leo, wenden sich in diesem Jahr an den jungen fränkischen Herrscher Lothar I., um Unterstützung in ihrem Widerstand gegen Paschalis I. zu erhalten. Diese Entscheidung führt zur Empörung des römischen Adels und zu einem Aufstand gegen die Autorität der römischen Kurie in Norditalien unter Führung von Theodor und Leo, der rasch niedergeschlagen wird, wobei zwei Anführer von Angehörigen des päpstlichen Haushalts ergriffen, geblendet und anschließend enthauptet werden. Paschalis I. weist jede Beteiligung an diesen Taten von sich, doch der Kaiser bleibt misstrauisch und entsendet zwei Kommissare, um die Vorgänge zu untersuchen, und Paschalis I. weigert sich, sich der Autorität des kaiserlichen Gerichtes zu unterwerfen, legt jedoch vor einer Synode von vierunddreißig Bischöfen einen Reinigungseid ab. Die Kommissare kehren nach Aachen zurück, und Kaiser Ludwig der Fromme lässt die Angelegenheit fallen. In diesem Jahr salbt Paschalis I. nach der deutschen Seite Lothar I. zum Kaiser, und Lothar I. versucht bald darauf, Papsttum und Kirchenstaat enger an das Kaisertum zu binden, während Paschalis I. seinerseits versucht, Einfluss in der fränkischen Reichskirche zu gewinnen und seine Stellung in Rom zu festigen.
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Paschalis_I._(Papst) Papst Paschalis I. (817–824)] <br />Paschalis salbt und krönt in Rom am Ostersonntag Lothar I., den Sohn Ludwigs des Frommen, zum Kaiser des Heiligen Römischen Reiches. Lothar I. ist nach der Krönung weniger bereit, mit der römischen Kurie zusammenzuarbeiten als sein Vater und hält einen Gerichtshof ab, bei dem er die Abtei Farfa nördlich von Rom von der päpstlichen Besteuerung befreit. Die aristokratischen Gegner Paschalis’ I. im päpstlichen Palast, insbesondere sein ehemaliger Legat Theodor und dessen Schwiegersohn Leo, wenden sich in diesem Jahr an den jungen fränkischen Herrscher Lothar I., um Unterstützung in ihrem Widerstand gegen Paschalis I. zu erhalten. Diese Entscheidung führt zur Empörung des römischen Adels und zu einem Aufstand gegen die Autorität der römischen Kurie in Norditalien unter Führung von Theodor und Leo, der rasch niedergeschlagen wird, wobei zwei Anführer von Angehörigen des päpstlichen Haushalts ergriffen, geblendet und anschließend enthauptet werden. Paschalis I. weist jede Beteiligung an diesen Taten von sich, doch der Kaiser bleibt misstrauisch und entsendet zwei Kommissare, um die Vorgänge zu untersuchen, und Paschalis I. weigert sich, sich der Autorität des kaiserlichen Gerichtes zu unterwerfen, legt jedoch vor einer Synode von vierunddreißig Bischöfen einen Reinigungseid ab. Die Kommissare kehren nach Aachen zurück, und Kaiser Ludwig der Fromme lässt die Angelegenheit fallen. In diesem Jahr salbt Paschalis I. nach der deutschen Seite Lothar I. zum Kaiser, und Lothar I. versucht bald darauf, Papsttum und Kirchenstaat enger an das Kaisertum zu binden, während Paschalis I. seinerseits versucht, Einfluss in der fränkischen Reichskirche zu gewinnen und seine Stellung in Rom zu festigen.
*[[824#KIRCHENSTAAT | Fortsetzung 824]]
*[[824#KIRCHENSTAAT | Fortsetzung 824]] [[Kategorie:Kirchenstaat]]
 
*'''824:''' Paschalis: Im Jahr 824 ist Paschalis I. wegen seiner strengen Amtsführung in Rom unbeliebt, es kommt zu Unruhen, und Paschalis I. stirbt am 11. Februar 824 in Rom. Die römische Kurie verweigert ihm die Ehre einer Bestattung in der Basilika Alt St. Peter, und er wird stattdessen in der von ihm wiedererrichteten Kirche Santa Prassede beigesetzt, wobei das Volk eine Grablegung in Alt St. Peter verhindert. Sein Nachfolger Eugen II. lässt später seine Gebeine in eine Kapelle der vatikanischen Basilika überführen.  Nach seinem Tod wird Paschalis I. in der von ihm wiedererrichteten Kirche Santa Prassede bestattet, weil das Volk eine Beisetzung in Alt St. Peter verhindert, und die Kirche Santa Prassede enthält das bekannte Mosaik „Episcopa Theodora“ seiner Mutter, während sein Nachfolger Eugen II. seine Gebeine in eine Kapelle der vatikanischen Basilika überführen lässt. Paschalis I. ist im späten sechzehnten Jahrhundert kanonisiert, sein Festtag im römischen Kalender vor 1963 ist der 14. Mai, aktuell wird er im römisch-katholischen Kalender am 11. Februar gefeiert, und als Papst und Patriarch von Rom wird er in der orthodoxen Kirche am 14. Mai als Bekenner geehrt. [http://de.wikipedia.org/wiki/Eugen_II. '''Papst Eugen II. (824–827)''']
*[[827#KIRCHENSTAAT | Fortsetzung 827]]
*'''zuletzt 822'''


==REPUBLIK VENEDIG==
==REPUBLIK VENEDIG==


*[https://de.wikipedia.org/wiki/Agnello_Particiaco Doge Agnello Particiaco (810–827)] <br />
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Agnello_Particiaco Doge Agnello Particiaco (810–827)] <br />
*'''824:''' [http://de.wikipedia.org/wiki/Fortunatus_II. Fortunatus]: Nach einer Aufforderung, sich an den kaiserlichen Hof zu begeben, reist der ehemalige Patriarch Fortunatus nach Istrien, um Gehorsam vorzutäuschen – immerhin ist er als Abt von Moyenmoutier dem Kaiser zu Gehorsam verpflichtet –, flieht jedoch bald darauf nach Zara, also in den byzantinischen Machtbereich. Der dortige Präfekt der Provinz Dalmatien lässt den Geflohenen sogleich nach Konstantinopel bringen. Fortunatus hält sich bis 824 in der byzantinischen Hauptstadt auf. Ob er den Aufenthalt, über den nichts weiter bekannt ist, nutzt, um Reliquien oder Schmuck für seine Gradeser Kirche zu erwerben, ist aus den erzählenden Quellen nicht zu belegen. Im Dezember 824 hält sich der Patriarch in seinem fränkischen Kloster Moyenmoutier auf. Ein Chronist des frühen 11. Jahrhunderts, der in seinem Liber de sancti Hidulfi successoribus über die Nachfolger des hl. Idulfo oder Hydulphe von Moyenmoutier († 707) schreibt: „Mira autem dispositione divinitatis repertus est ibidem Fortunatus patriarcha venerabilis, qui gratia salutandi famosum principem, ab Hierosalimis peregre disgressus erat“, Fortunatus ist also aus Jerusalem zurückgekehrt. Derselbe Chronist berichtet zudem, wie Fortunatus einige Jahre zuvor eine Gesandtschaft im Auftrag Kaiser Karls an Harun ar-Raschid geschickt hat, wobei unklar bleibt, ob er womöglich selbst an dieser Gesandtschaft teilgenommen hat. Fortunatus kehrt mit einer Gruppe von byzantinischen Gesandten an den fränkischen Hof zurück, wohl um seine Rückkehr auf den Patriarchensitz zu betreiben. Doch Ludwig verweist den abgesetzten Patriarchen an Rom.
*[[825#REPUBLIK_VENEDIG | Fortsetzung 825]]
*'''825:''' [http://de.wikipedia.org/wiki/Fortunatus_II. Fortunatus]: Nach den Nekrologien des Klosters Moyenmoutier stirbt der ehemalige Patriarch Fortunatus am 12. März, wohl spätestens im Jahr 825 oder 826, auch der 26. Februar wird angegeben. Er wird im Kloster nahe dem Altar Gregors des Großen beigesetzt. In einer Art Brief, möglicherweise aus dem byzantinischen Exil, den er an seine Kleriker in Grado gesandt hat, und der einem Testament ähnelt, listet Fortunatus seine Verdienste um die Gradenser Kirche auf, und er gibt seiner Hoffnung auf eine baldige Rückkehr Ausdruck. Das Dokument ist nicht datiert. Inzwischen wird diese Quelle eher als Exzerpt einer Gerichtsakte aufgefasst, in der der Patriarch versucht, seine Verdienste in den Vordergrund zu rücken, während er beschuldigt wird, die Gradeser Kirche bestohlen zu haben. Ein archäologischer Fund spricht für einen Aufenthalt Fortunatus’ in Jerusalem. Während der Ausgrabungen an der Gradeser Kirche S. Maria delle Grazie kommt 1925 an einem Ziborium eine Inschrift zu Tage, die stark fragmentiert war (Grado, Museo Lapidario). Ihren Sinn zu entschlüsseln gelingt aufgrund dessen über Jahrzehnte nicht, zumal einige Buchstaben fehlen, und die nachträgliche Reihung der Fragmente keinen sinnvollen Text ergibt. Maurizio Buora schlägt 2017 als Lesung „GLORIO(sis) TEMPORIB(u)S TER B – caput – EATI M[VN]ER(a) Q(uae) E SION [DVX]IT SE(cum)“ vor, wobei auch „[tul]IT“ denkbar sei. Dabei steht „Sion“ für „Jerusalem“ (S. 36–38), die Inschrift erinnert also an besagten Aufenthalt in Jerusalem und die „munera“, die Fortunatus mitgebracht hat. Dies ist insofern von Bedeutung, als bekannt ist, dass Harun ar-Raschid ein Stück des Kreuzes Christi an den Frankenkaiser schicken lässt, das Helena, die Mutter Konstantins des Großen, erhalten hat. Auch in Grado befindet sich ein Stück des besagten Kreuzes, und damit eine der bedeutendsten Reliquien. Obwohl das Behältnis deutlich jünger ist, mag es sich um eine Reliquie handeln, die Fortunatus beschafft hat. Die zeitliche Nähe zum Raub der Reliquien des Evangelisten Markus im Jahr 829 aus Alexandria macht dieses Szenario, so Maurizio Buora, noch wahrscheinlicher. Zudem liegt die Vermutung nahe, dass Fortunatus mit diesen Stiftungen an die Gradeser Kirche seine Rückkehr vorbereiten wollte.
*'''825:''' Johannes V.: Johannes V. erhält vom Dogen die Erlaubnis, in das mönchische Leben zurückzukehren. Sein Patriarchat ist kurz, und ungefähr in dieser Zeit beginnen die Parteciaci mit dem Bau der neuen Abtei Sant’Ilario, um die Benediktiner von San Servolo dorthin zu verlegen. [https://it.wikipedia.org/wiki/Venerio_Trasmondo '''Patriarch Venerius Trasmondo (Grado, 825-852)''']
*'''827:''' Agnello Particiaco: Um 827 stirbt Agnello. Er wird in S. Ilario bei Fusina beigesetzt. Im gleichen Jahr beginnt die Invasion der muslimischen Aghlabiden auf Sizilien. Nach seinem Tod bleibt Iustinianus als einziger amtierender Doge. [http://de.wikipedia.org/wiki/Giustiniano_Particiaco '''Doge Giustiniano Particiaco (827–829)''']
*[[829#REPUBLIK_VENEDIG | Fortsetzung 829]]
*'''829:''' [http://de.wikipedia.org/wiki/Obelerio_Antenoreo Obelerio Antenoreo] Der ehemalige Doge Obelerius kehrt aus dem Exil zurück, landet bei Metamaucum und sammelt seine Anhänger. Die Truppen aus Metamaucum desertieren, woraufhin der regierende Doge Metamaucum zerstört. Obelerius wird hingerichtet, sein Haupt zur Abschreckung bei Mestre aufgestellt.
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Patriarchen_von_Grado Liste der Patriarchen von Grado für deutsche Schreibweise der Namen]
*'''zuletzt 821'''


==WESTSLAWEN==
==WESTSLAWEN==
Zeile 629: Zeile 196:


*[https://de.wikipedia.org/wiki/Ceadrag Samtherrscher Ceadrag (819-838/839)] <br />Ceadrag wird auf dem Reichstag verklagt, dass er gegen die Franken nicht gerade treu sei und es schon lange versäumt habe, dem Kaiser zu huldigen. Der Kaiser entsendet eine Abordnung, die Ceadrag mit einigen Großen seines Volkes an den Kaiser zurückschickt mit dem Versprechen, im nächsten Winter vor ihm zu erscheinen. Ceadrag hält dieses Versprechen ein und besucht im November 823 den Reichstag in Compiègne, wo er sich wegen seines langjährigen Ausbleibens in annehmbarer Weise vor dem Kaiser rechtfertigt. Obwohl er in mancher Beziehung schuldig erscheint, bleibt er doch mit Rücksicht auf die Verdienste seiner Vorfahren nicht nur straffrei, sondern darf auch reich beschenkt in sein Land zurückkehren.
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Ceadrag Samtherrscher Ceadrag (819-838/839)] <br />Ceadrag wird auf dem Reichstag verklagt, dass er gegen die Franken nicht gerade treu sei und es schon lange versäumt habe, dem Kaiser zu huldigen. Der Kaiser entsendet eine Abordnung, die Ceadrag mit einigen Großen seines Volkes an den Kaiser zurückschickt mit dem Versprechen, im nächsten Winter vor ihm zu erscheinen. Ceadrag hält dieses Versprechen ein und besucht im November 823 den Reichstag in Compiègne, wo er sich wegen seines langjährigen Ausbleibens in annehmbarer Weise vor dem Kaiser rechtfertigt. Obwohl er in mancher Beziehung schuldig erscheint, bleibt er doch mit Rücksicht auf die Verdienste seiner Vorfahren nicht nur straffrei, sondern darf auch reich beschenkt in sein Land zurückkehren.
*[[826#WESTSLAWEN | Fortsetzung 826]]
*[[826#WESTSLAWEN | Fortsetzung 826]] [[Kategorie:Abodriten]]
 
*'''826:''' Anlässlich einer erneuten Anklage auf dem Reichstag in Ingelheim entgeht Ceadrag 826 der Absetzung nur, weil sich der hierzu im Abodritenland durch eine fränkische Kommission befragte niedere Adel für seine Beibehaltung als Herrscher ausspricht. Ceadrag muss als Bürgen für sein künftiges Wohlverhalten Geiseln stellen und kann als Samtherrscher der Abodriten zurückkehren.
*[[838#WESTSLAWEN | Fortsetzung 838]]
*'''838:''' 838/839: Ob Ceadrag noch Inhaber der Samtherrscherwürde ist, als Ludwig der Fromme 838/839 fränkische Grafen mit einem Heer gegen die Abodriten entsendet, ist den Quellen nicht zu entnehmen. Diese Auseinandersetzung markiert jedenfalls das Ende des Bündnisses der Franken mit den Abodriten aus dem Jahr 780. Die Regierungszeiten der beiden nächsten Nachfolger sind dermassen unsicher, dass die Chronik der Abodriten an dieser Stelle enden muss.
*'''Zuletzt 823'''


==SÜDSLAWEN==
==SÜDSLAWEN==
Zeile 640: Zeile 202:
'''Pannonien'''
'''Pannonien'''


*[https://en.wikipedia.org/wiki/Ljudevit_(Lower_Pannonia) Fürst Ljudevit (810-823)] <br />Um 823, bald nach dem Zwischenfall mit den Serben, sendet Ljudevit einen Gesandten an den fränkischen Hof und erklärt, dass er bereit ist, Kaiser Ludwig den Frommen als obersten Herrscher anzuerkennen, bricht diese Annäherung jedoch ab, indem er erneut flieht, diesmal zu Ljudemisl nach Dalmatien, der als Onkel Bornas in dem inzwischen von Vladislav beherrschten Gebiet eine einflussreiche Stellung einnimmt. Ljudemisl empfängt den geflohenen Ljudevit, tötet ihn jedoch schließlich hinterlistig, womit Ljudevits Herrschaft und sein jahrelanger Widerstand gegen die fränkische Oberhoheit ein abruptes Ende finden.
*[https://en.wikipedia.org/wiki/Ljudevit_(Lower_Pannonia) Fürst Ljudevit (810-823)] <br />Um 823, bald nach dem Zwischenfall mit den Serben, sendet Ljudevit einen Gesandten an den fränkischen Hof und erklärt, dass er bereit ist, Kaiser Ludwig den Frommen als obersten Herrscher anzuerkennen, bricht diese Annäherung jedoch ab, indem er erneut flieht, diesmal zu Ljudemisl nach Dalmatien, der als Onkel Bornas in dem inzwischen von Vladislav beherrschten Gebiet eine einflussreiche Stellung einnimmt. Ljudemisl empfängt den geflohenen Ljudevit, tötet ihn jedoch schließlich hinterlistig, womit Ljudevits Herrschaft und sein jahrelanger Widerstand gegen die fränkische Oberhoheit ein abruptes Ende finden. [[Kategorie:Pannonien]]


'''Kroatien'''
'''Kroatien'''


*[https://en.wikipedia.org/wiki/Vladislav,_Duke_of_Croatia Herzog Vladislav (821-835)] <br />
*[https://en.wikipedia.org/wiki/Vladislav,_Duke_of_Croatia Herzog Vladislav (821-835)] <br />
*'''835:''' [https://en.wikipedia.org/wiki/Mislav,_Duke_of_Croatia '''Herzog Mislav (835–845)''']
*[[845#SÜDSLAWEN | Fortsetzung 845]]
*'''zuletzt 821'''


'''Serbien'''
'''Serbien'''


*[https://en.wikipedia.org/wiki/Prosigoj Fürst Prosigoj (822?-830)] <br />
*[https://en.wikipedia.org/wiki/Prosigoj Fürst Prosigoj (822?-830)] <br />
*'''830:''' [https://en.wikipedia.org/wiki/Vlastimir '''Fürst Vlastimir (830-850)''']
*[[850#SÜDSLAWEN | Fortsetzung 850]]
*'''zuletzt 822'''


==ERSTES BULGARISCHES REICH==
==ERSTES BULGARISCHES REICH==
   
   
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Omurtag Khan Omurtag (814–831)] <br />
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Omurtag Khan Omurtag (814–831)] <br />
*'''824:''' Im Jahr 824 versucht Omurtag in Briefen eine diplomatische Lösung für das Donau-Theiss-Gebiet. Die Briefe bleiben wahrscheinlich unbeantwortet. Im gleichen Jahr erscheinen zum ersten Mal bulgarische Gesandte am fränkischen Hof Ludwigs des Frommen mit dem Wunsch, die gemeinsamen Grenzen festzusetzen.
*[[826#ERSTES_BULGARISCHES_REICH | Fortsetzung 826]]
*'''826:''' Im Jahr 826 setzt Omurtag seine Versuche fort, das angesprochene Gebiet diplomatisch zu klären, indem er erneut schreibt.
*'''827:''' Im Jahr 827 erobert Omurtag das Gebiet entlang der Save bis Sirmium. Er gliedert dieses Gebiet seinem Herrschaftsgebiet ein. Im Jahr 827 berichten Quellen von bulgarischen Überfällen im Drautal.
*'''829:''' Im Jahr 829 gliedert Omurtag das zuvor eroberte Gebiet endgültig seinem Herrschaftsgebiet ein. Im Jahr 829 berichten Quellen erneut von bulgarischen Überfällen im Drautal.
*'''831:''' Im Jahr 831 erreicht eine bulgarische Gesandtschaft Aachen. Sie überbringt Geschenke. Wahrscheinlich noch zu Lebzeiten Omurtags kommt es in Anschluss daran zu einer vertraglichen Grenzregelung zwischen Franken und Bulgaren. Omurtags Nachfolge tritt sein jüngster Sohn Malamir an. Malamir betreibt eine harte anti-christliche Politik. Omurtag stirbt nach 831. [http://de.wikipedia.org/wiki/Malamir '''Khan Malamir (831–836)''']
*'''Zuletzt 818'''


==BYZANTINISCHES REICH==
==BYZANTINISCHES REICH==
Zeile 675: Zeile 221:
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Theodotos_I. Patriarch Theodotos I. (Konstantinopel, 815–821)] <br />
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Theodotos_I. Patriarch Theodotos I. (Konstantinopel, 815–821)] <br />
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Antonios_I._von_Konstantinopel Patriarch Antonios I. (Konstantinopel, 821–836)] <br />
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Antonios_I._von_Konstantinopel Patriarch Antonios I. (Konstantinopel, 821–836)] <br />
*[[828#BYZANTINISCHES_REICH | Fortsetzung 828]]
*[[828#BYZANTINISCHES_REICH | Fortsetzung 828]] [[Kategorie:Byzantinisches Reich]]
 
*'''828:''' Patriarch Nikephoros: Nikephoros stirbt am 5. April im Kloster des Heiligen Theodor (Hagiou Theodorou) und wird als Bekenner verehrt. [http://de.wikipedia.org/wiki/Theodotos_I. '''Patriarch Theodotos I. (Konstantinopel, 815–821)''']
*[[836#BYZANTINISCHES_REICH | Fortsetzung 836]]
*'''836:''' Antonios: Ende 836 oder Anfang 837 stirbt er nach einer schweren Krankheit.
*'''837:''' [https://de.wikipedia.org/wiki/Johannes_VII._Grammatikos '''Patriarch Johannes VII. Grammatikos (837–843)''']
*'''844:''' [http://de.wikipedia.org/wiki/Michael_I._(Byzanz) '''Kaiser Michael I. (811–813)'''] Im Jahr 844 stirbt der ehemalige Kaiser Michael I. Rhangabe in dem Kloster auf der Insel Proti, in das er sich nach seiner Abdankung zurückgezogen hat, und beendet damit ein langes Leben, das vom Aufstieg aus der aristokratischen Elite über eine kurze Herrschaft in Krisenzeiten bis zu einem Jahrzehnte währenden monastischen Rückzug reicht.
*'''Zuletzt 823'''


==IBERIEN==
==IBERIEN==


*[https://de.wikipedia.org/wiki/Aschot_I._(Iberien) Fürst Aschot I. (813–830)] <br />
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Aschot_I._(Iberien) Fürst Aschot I. (813–830)] <br />
*'''827:''' Um 827/828 unternimmt Kahlid bin Yazid, der Vizekönig des Kalifen in Armenien, einen Feldzug in den Kaukasus, um die Autorität des Kalifen wiederherzustellen. Aschot muss zu dieser Zeit noch am Leben sein, und die Information des georgischen Chronisten Sumbat, wonach er 826 ermordet worden sei, ist zweifelhaft.
*[[829#IBERIEN | Fortsetzung 829]]
*'''829:''' In den Jahren 829/830 wird Aschot ermordet. Er wird von den Arabern aus Zentraliberien vertrieben und zieht sich ins Nigali-Tal zurück, wo er in einer Kirche von Abtrünnigen ermordet wird. Da er ein Patron der christlichen Kultur und ein Freund der Kirche ist, wird er von der georgisch-orthodoxen Kirche heiliggesprochen.
*'''830:''' Am 29. Januar 830 stirbt Aschot. Nach Aschots Tod wird sein Besitz unter seinen drei Söhnen Bagrat I., Adarnase II. und Guaram Mampali aufgeteilt. Seine Tochter heiratet Teodosi II. von Abchasien.
*Zuletzt 818'''


==KACHETIEN==
==KACHETIEN==


*[https://en.wikipedia.org/wiki/Grigol_of_Kakheti Fürst Grigol (786-827)] <br />
*[https://en.wikipedia.org/wiki/Grigol_of_Kakheti Fürst Grigol (786-827)] <br />
*'''827:''' [https://en.wikipedia.org/wiki/Vache_of_Kakheti '''Fürst Vache (827-839)''']
*[[827#KACHETIEN | Fortsetzung 827]]
*[https://en.wikipedia.org/wiki/List_of_monarchs_of_Kakheti_and_Hereti#Princes_of_Kakheti Fürsten von Kachetien]


==ARABER==
==ARABER==
Zeile 715: Zeile 244:
*[https://en.wikipedia.org/wiki/Pope_Jacob_of_Alexandria Papst und Patriarch Yakub (Alexandria, 819-830)] <br />
*[https://en.wikipedia.org/wiki/Pope_Jacob_of_Alexandria Papst und Patriarch Yakub (Alexandria, 819-830)] <br />
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Christophoros_I._von_Alexandria Griechisch-orthodoxer Patriarch Christophoros I. (Alexandria, 817–841)] <br />  
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Christophoros_I._von_Alexandria Griechisch-orthodoxer Patriarch Christophoros I. (Alexandria, 817–841)] <br />  
*[[824#ARABER | Fortsetzung 824]]
*[[824#ARABER | Fortsetzung 824]] [[Kategorie:Abbasiden]]
 
*'''824:''' al-Ma'mūn: In den Jahren 824/25 gelingt es ʿAbdallāh ibn Tāhir, Nasr ibn Schabath zur Aufgabe zu bewegen. Um dieselbe Zeit, datiert bei Ibn Taghribirdī auf das Jahr 209 der Hidschra (824/25 n. Chr.), zieht al-Ma'mūn Kalām‑Gelehrte an seinen Hof nach Bagdad, zahlt ihnen Unterhalt, lässt sie Bücher zur Verteidigung ihrer Lehren und Widerlegung der Gegner verfassen und etabliert damit eine intensive Kalām‑Kultur.
*[[825#ARABER | Fortsetzung 825]]
*'''825:''' al-Ma'mūn: Zwischen 825 und 828 beziehungsweise 829 und 832 treten Aufstände in Ägypten auf, die niedergeschlagen werden. Im Winter 825/826 findet die größere Festlichkeit von al-Ma'mūns Hochzeit mit Būrān, der Tochter al-Hasan ibn as-Sahls, statt, die er bereits 818 geehelicht hat, als sie zehn Jahre alt war, ohne die Ehe zu vollziehen. Nun ist Būrān 18 Jahre alt, al-Hasan hat sich auf sein Landgut in Fam as-Silh am Ostufer des Euphrat zurückgezogen, und der Kalif besucht ihn dort anlässlich der Hochzeit 17 Tage, in denen al-Hasan für den Unterhalt des Kalifen und seines Gefolges aufkommt, die Festkosten auf 50 Millionen Dirham steigen und der Kalif die bereitgestellten Ambrakerzen der Hochzeitsnacht verschmäht und entfernen lässt. Obwohl Ramadan ist, trinkt al-Ma'mūn in den Nächten Wein und fordert andere dazu auf. Als Brautgeschenk erbittet Būrān die Begnadigung des früheren Gegenkalifen Ibrāhīm ibn al-Mahdī, der sofort begnadigt wird, und bei der Abreise lässt al-Ma'mūn al-Hasan zehn Millionen Dirham aus den Einkünften von Fārs auszahlen und weist ihm das Gebiet am Silhkanal als Lehen zu.
*'''825:''' Muhammad al-Dschawād: Muhammad al-Dschawād hält sich weiterhin von der Politik fern; zugleich wird der Aufstand in Qom mit den politischen Aktivitäten seiner Vertreter in Verbindung gebracht, obwohl die imamitischen Quellen keine militärische Beteiligung seiner Untergrundorganisation nennen.
*'''826:''' al-Ma'mūn: Im Jahr 826 verfügt al-Ma'mūn, dass das Landgut Fadak, das Abū Bakr der Prophetentochter Fātima entzogen hat, den Aliden als Nachkommen zurückgegeben wird. Im selben Jahr lässt er durch einen Herold ausrufen, dass jeder, der Gutes über Muʿāwiya sagt oder ihn einem der Prophetengefährten vorzieht, Sicherheit für Leib und Leben verliert, und er erwägt eine weitergehende Proklamation zur öffentlichen Verfluchung Muʿāwiyas, von der ihn Qādī Yahyā ibn Aktham zurückhält. Er lässt Maqsūra‑Logen aus Freitagsmoscheen entfernen, da sie als von Muʿāwiya eingeführter Brauch gelten, und entfernt die Namen umayyadischer Kalifen von monumentalen Inschriften, ersetzt den Namen ʿAbd al-Maliks am Felsendom und al-Walīds an der Großen Moschee von Damaskus durch seinen eigenen.
*'''827:''' al-Ma'mūn: Im Juni 827 erklärt al-Ma'mūn ʿAlī ibn Abī Tālib offiziell zum „vorzüglichsten aller Menschen nach dem Gottesgesandten“ und lädt nach einem Bericht Ibn ʿAbd Rabbihs 40 Rechtsgelehrte am frühen Morgen zu einem Streitgespräch ein, bei dem er persönlich ʿAlīs Vorrang verteidigt. Im gleichen Jahr erklärt er ʿAlī ibn Abī Tālib im Rahmen seiner imamitischen Gedächtnispolitik zum bevorzugten Menschen nach dem Propheten. Im Juni 827 unternimmt er zugleich einen Schritt in der Religionspolitik, indem er weiter Kalām-Diskussionen fördert, und in seiner Herrschaftszeit setzt er die Mihna ein, bei der Amtsträger auf das Bekenntnis zur Erschaffenheit des Korans verpflichtet werden.
*'''828:''' al-Ma'mūn: Im Jahr 828 verliert der charidschitische Aufstand Hamzas an Schärfe, weil Hamza eines natürlichen Todes stirbt. 828 beginnt zugleich die Regierungszeit ʿAbdallāh ibn Tāhirs als Statthalter von Chorasan, die bis 845 andauert.
*'''830:''' al-Ma'mūn: Im Jahr 830 kann sich al-Ma'mūn erstmals gegen Ende seiner Herrschaft dem Ghazw gegen die Byzantiner widmen und bricht im März zu einem ersten Feldzug auf. Er zieht von Bagdad über Tikrit, Mossul, Manbidsch, Dābiq nach Antiochia und weiter über al-Massīsa nach Tarsus, von wo er im Juli 830 auf byzantinisches Gebiet vordringt und verschiedene Festungen einnimmt. Auf dem Weg nach Syrien im Jahr 830 plant er nach einem Bericht al-Chatīb al-Baghdādīs auch, die Mutʿa‑Ehe als erlaubt zu erklären, wird aber von Qādī Yahyā ibn Aktham mit juristischen Argumenten davon abgehalten. Er lässt geodätische Vermessungen zur Bestimmung des Erdumfangs nach dem Prinzip der Gradmessung durchführen, die in der Ebene von Sindschar einen Wert von 111,814 Kilometern zwischen zwei Breitengraden ergeben und eine Weltkarte anfertigen. In diesem Zeitraum stellt er den Philosophen al-Kindī ein, um ältere Übersetzungen griechischer Werke zu überprüfen, und lässt zahlreiche Werke zur Logik, Mathematik, Medizin und Astronomie ins Arabische übersetzen, wozu er eine Delegation mit al-Haddschādsch ibn Matar, Yahyā ibn al-Bitrīq und Salmā nach Byzanz schickt und weitere griechische Bücher aus einem Haus auf Zypern nach Bagdad bringen lässt, die er in der „Bibliothek der Weisheit“ unter dem Bibliothekar Sahl ibn Hārūn sammelt.
*'''830:''' Muhammad al-Dschawād: Die Ehe Muhammad al-Dschawāds mit der Tochter des Kalifen wird vollzogen, als al-Ma'mun ihn von Medina nach Bagdad einlädt. Das Paar bleibt dort bis zur Haddsch-Zeit.
*'''830:''' [https://en.wikipedia.org/wiki/Pope_Simeon_II_of_Alexandria '''Papst und Patriarch Simeon II. (830)''']
*'''831:''' Im Jahr 831 stirbt Zubaida, Haruns erste Frau und Mutter des Kalifen al-Amin, die in ihrer Lebenszeit eine bedeutende Rolle im dynastischen Gefüge spielt und sowohl Maradschils Sohn al-Maʾmun adoptiert als auch dem Kalifen Harun Konkubinen und Dienerinnen zuführt. In den Jahren nach Haruns Tod setzen die Kinder und Nachkommen seiner zahlreichen Frauen und Konkubinen die innerdynastischen Verflechtungen fort, indem sie etwa die Söhne al-Hadis heiraten und so die verschiedenen Linien der Abbasidenfamilie eng miteinander verbinden.
*'''831:''' Muhammad al-Dschawād: Januar: Muhammad al-Dschawād und seine Frau kehren nach der Vollendung der Haddsch nach Medina zurück.
*'''832:''' al-Ma'mūn: Ende Januar 832 bricht al-Ma'mūn zu einem Feldzug nach Ägypten auf, kommt Mitte Februar an und hat den jakobitischen Patriarchen Dionysius von Tell Mahre zur Unterstützung bei Verhandlungen mit den Kopten an seiner Seite. Afschīn ist zuvor von Abu Ishāq nach Ägypten geschickt worden, um den Aufstand der Kopten Oberägyptens zu bekämpfen, hat aber keinen Erfolg, sodass der Kalif selbst eingreift. Trotz der Argumente Dionysius' und eines muslimischen Juristen, die die Legitimität der Forderungen der Rebellen betonen, schlagen al-Ma'mūn und Afschīn den Aufstand mit großer Brutalität nieder, und am 25. April 832 kehrt der Kalif aus Ägypten nach Damaskus zurück. Im Jahr 832 lässt er nach Berichten al-Idrīsīs die Cheops-Pyramide durchbohren und ihr Inneres erkunden, beauftragt Mineure, die Große Pyramide zu öffnen, interessiert sich für exotische Wissenschaften und okkulte Philosophien, und es entsteht der später so genannte „al-Ma'mūn-Eingang“, den al-Maqrīzī als von ihm geöffnetes Spalt bezeichnet, auch wenn moderne Annahmen von einer früheren Räuberöffnung ausgehen. In dieser Zeit interessiert er sich für Inschriften ägyptischer Baudenkmäler und lässt Hieroglyphen durch Aiyūb ibn Maslama übersetzen, dessen Übersetzungen im Buch aṭ-Ṭilasmat al-Kāhinīya gesammelt werden.
*'''833:''' al-Ma'mūn: Anfang Juli 833 dringt al-Ma'mūn erneut von Tarsus auf byzantinisches Gebiet vor, woraufhin Kaiser Theophilos einen Friedensbrief sendet, den der Kalif unbeantwortet lässt. Am 9. August 833 stirbt al-Ma'mūn in al-Budandūn während eines Feldzugs gegen Byzanz. Sein Leichnam wird nach Tarsus gebracht und dort bestattet, und als Nachfolger tritt sein Bruder al-Muʿtasim die Kalifaherrschaft an. [http://de.wikipedia.org/wiki/Al-Mu%CA%BFtasim '''Kalif al-Muʿtasim (833–842)''']
*'''835:''' Muhammad al-Dschawād: Al-Mu'tasim ruft Muhammad al-Dschawād nach Bagdad und beherbergt ihn und seine Frau. Muhammad al-Dschawād stirbt dort im selben Jahr nach etwa zehn Monaten, im Alter von ungefähr fünfundzwanzig Jahren; schiitische Quellen schreiben seinen Tod meist einer Vergiftung zu. Nach seinem Tod erkennen die meisten seiner Anhänger die Imamat-Würde seines Sohnes Ali an, der später al-Hadi und al-Naqi genannt wird. 30. November: Muhammad al-Dschawād stirbt in Bagdad am 6. Dhū l-Hiddscha 220 AH. [https://de.wikipedia.org/wiki/%CA%BFAl%C4%AB_al-H%C4%81d%C4%AB_an-Naq%C4%AB '''Imam der Zwölferschiiten ʿAlī al-Hādī an-Naqī (835–868)''']
*'''836:''' Christophoros: Im Jahr 836 nimmt Christophoros I. an einer Synode in Jerusalem teil, diese Synode vertritt die Verehrung von Ikonen und stellt sich gegen die bilderfeindliche Haltung des byzantinischen Kaisers Theophilos, Christophoros I. unterstützt dabei die Position der Ikonenverehrung.
*'''836:''' Basileios tritt für die Verehrung von Ikonen in der Kirche ein. Im April findet unter seinem Vorsitz eine Synode in Jerusalem statt, die diese Position erklärt, zusammen mit den Patriarchen Christophoros von Alexandria und Job von Antiochia. Sie steht gegen die Position des byzantinischen Kaisers Theophilos, der sich entschieden gegen die Verehrung von Bildern aussprricht.
*'''838:''' [https://it.wikipedia.org/wiki/Giovanni_VI_di_Gerusalemme '''Patriarch Johannes VI. (Jerusalem, 838-842)''']
*'''840:''' [https://de.wikipedia.org/wiki/Hussein_ibn_Ahmad '''Imam der Ismailiten Hussein ibn Ahmad (840–881)''']
*'''841:''' Christophoros: Im Jahr 841 endet die Amtszeit von Christophoros I. als orthodoxer Patriarch von Alexandria, sein Amt als Patriarch von Alexandria reicht von 817 bis 841 und nach 841 liegt sein Sterbedatum, als Nachfolger im Amt des Patriarchen von Alexandria folgt Sophronios auf Christophoros I. [https://en.wikipedia.org/wiki/Patriarch_Sophronius_I_of_Alexandria '''Griechisch-orthodoxer Patriarch Sophronios I. (841–860)''']
*'''843:''' [https://de.wikipedia.org/wiki/Sergios_I._(Jerusalem) '''Patriarch Sergios I. (Jerusalem, 843–850)]''']
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_koptischen_P%C3%A4pste Liste der koptischen Päpste für deutsche Schreibweise der Namen]
*'''Zuletzt 823'''


'''Samaniden'''
'''Samaniden'''
Zeile 747: Zeile 252:
*[https://en.wikipedia.org/wiki/Ahmad_ibn_Asad Emir Ahmad ibn Asad (Ferghana, 819–864/5, Schasch, 850s–864/5, Samarkand 851/2–864/5)]  
*[https://en.wikipedia.org/wiki/Ahmad_ibn_Asad Emir Ahmad ibn Asad (Ferghana, 819–864/5, Schasch, 850s–864/5, Samarkand 851/2–864/5)]  
*[https://en.wikipedia.org/wiki/Ilyas_ibn_Asad Emir Ilyas ibn Asad (Herat, 819–856)] <br />Im Juli wird Ilyas von Talha ibn Tahir nach Sistan gesandt, um gegen die Kharidschiten vorzugehen, und er bleibt dort bis Oktober.
*[https://en.wikipedia.org/wiki/Ilyas_ibn_Asad Emir Ilyas ibn Asad (Herat, 819–856)] <br />Im Juli wird Ilyas von Talha ibn Tahir nach Sistan gesandt, um gegen die Kharidschiten vorzugehen, und er bleibt dort bis Oktober.
*[[827#ARABER | Fortsetzung 827]]
*[[827#ARABER | Fortsetzung 827]] [[Kategorie:Samaniden]]
 
*'''827:''' Ilyas dient unter Abdallah ibn Tahir als Statthalter von Alexandria.
*[[831#ARABER | Fortsetzung 831]]
*'''831:''' c. 831: Als Abdallah ibn Tahir Statthalter von Chorasan ist, wird Ilyas zusammen mit einigen jüngeren Mitgliedern der Samaniden-Dynastie erneut nach Sistan entsandt.
*'''837:''' 837–840: Als Abdallah ibn Tahir Statthalter von Chorasan ist, wird Ilyas zusammen mit einigen jüngeren Mitgliedern der Samaniden-Dynastie erneut nach Sistan entsandt.
*'''839:''' 839/840: Nuh ibn Asad erobert im Jahr 839/840 Isfidschab und lässt eine Mauer um die Stadt errichten, um sie vor den nomadischen heidnischen Türken zu schützen, die nahe den Grenzen des Samanidenstaates leben.
*'''841:''' 841/842: Nuh ibn Asad bleibt bis zu seinem Tod im Jahr 841 oder 842 Herrscher über Samarkand. Danach setzt Abdallah, der Statthalter von Chorasan, zwei von Nuhs Brüdern, Yahya und Ahmad, als gemeinsame Herrscher von Samarkand ein.
*'''851:''' Im Jahr 851/852 erhält Yahya ibn Asad nach dem Tod seines Bruders Nuh, der in Samarkand herrscht, gemeinsam mit einem weiteren Bruder, Ahmad, die Herrschaft über Samarkand durch Abdallah, den Statthalter von Chorasan.
*'''851:''' 851/852 wird Ahmad ibn Asad Herrscher von Samarkand.
*'''855:''' Im Jahr 855 stirbt Yahya ibn Asad. Seine Macht ist zuvor durch Ahmad deutlich eingeschränkt worden, und er herrscht möglicherweise bis zu seinem Tod nur noch als bloße Marionette. Danach wird seine Linie von Ahmads Linie abgelöst
*'''855:''' Ilyas stirbt in Herat, und danach wird die Kontrolle über die Stadt seinem Sohn Ibrahim übertragen.
*'''856:''' Ilyas ibn Asad ist tot; die Angabe nennt ihn als 856 gestorben und als Herrscher von Herat bis 856. [https://en.wikipedia.org/wiki/Ibrahim_ibn_Ilyas '''Emir Ibrahim ibn Ilyas (Herat, 856–867)''']
*'''862:''' 862/865 erscheint Ahmad ibn Asad als Herrscher von Ferghana und Samarkand; bei seinem Tod regiert er über den größten Teil von Transoxanien, Buchara und Choresmien.<
*'''864:''' [https://en.wikipedia.org/wiki/Nasr_I '''Emir Nasr I. (864/5–892)''']
*'''zuletzt 823'''


'''Rustamiden'''
'''Rustamiden'''
Zeile 768: Zeile 258:
*[https://en.wikipedia.org/wiki/Abd_al-Wahhab_ibn_Abd_al-Rahman Imam Abd al-Wahhab ibn Abd al-Rahman (788–823)] <br />Abd al-Wahhab stirbt vermutlich 823/824. Sein Mandat reicht bis zu seinem Tod im Jahr 208 der Hidschra, und danach folgen die Imame in direkter Linie bis zum Ende des Reiches aufeinander.  
*[https://en.wikipedia.org/wiki/Abd_al-Wahhab_ibn_Abd_al-Rahman Imam Abd al-Wahhab ibn Abd al-Rahman (788–823)] <br />Abd al-Wahhab stirbt vermutlich 823/824. Sein Mandat reicht bis zu seinem Tod im Jahr 208 der Hidschra, und danach folgen die Imame in direkter Linie bis zum Ende des Reiches aufeinander.  
*[https://en.wikipedia.org/wiki/Aflah_ibn_Abd_al-Wahhab '''Imam Aflah ibn Abd al-Wahhab (823–872)'''] <br />Aflah ibn Abd al-Wahhab ist der dritte Imam der ibaditischen Dynastie der Rustamiden im zentralen Maghreb. Sein Großvater Ibn Rustam gründete diese Dynastie in Tahert. In seiner Jugend erlebte Aflah die Auseinandersetzungen, denen sein Vater Abd al-Wahhab gegenüber den Muʿtaziliten begegnete. Sein Vater Abd al-Wahhab und dessen Vertreter beziehungsweise Amil auf Djerba ordneten vor ihrem Tod den Bau der Tadschdit-Moschee beziehungsweise „Neuen Moschee“ in berberischer Sprache auf Djerba an. Aflah traf Abu Ghanim al-Churasani, den Verfasser der ersten bekannten ibaditischen kanonischen Sammlung mit dem Titel Mudawwana. Er studierte die Schriften Abu Sufyans und überlieferte die Traditionen der frühen Gefährten des Propheten. Aflah gilt als Mufti und Theologe und versammelt noch vor dem Erreichen der Pubertät drei Studienzirkel, Halqa, um sich. Ihm wird ein kurzes didaktisches Gedicht über die Suche nach religiösem Wissen mit dem Titel „Qasida fi fadl al-ilm wa-l-mutaallim“ zugeschrieben, das jedoch in der mittelalterlichen Literatur nicht erwähnt wird. Seine unveröffentlichten Dschawabat, „Antworten“, werden erwähnt; Handschriften weisen darauf hin, dass diese Antworten für einen oder mehrere bestimmte Gesprächspartner bestimmt sind, deren Identität nicht festgestellt ist. Die meisten Handschriften enthalten nur eine Auswahl rechtlichen Materials, das wahrscheinlich längeren Fassungen der Dschawabat entnommen ist. Die Spaltung im Dschebel Nefussa geht aus der zweiten Abspaltung unter Imam Abd al-Wahhab hervor. Aflah setzt sich nach späterer Überlieferung gegen Yazid ibn Fandin, den Führer der Nekkariten, sowie gegen die Muʿtaziliten ein und schreibt angeblich Sendschreiben gegen die Nafathiyya, eine neu gegründete schismatische Bewegung unter Farj ibn Nar. <br />Aflah ibn Abd al-Wahhab wird 823 Imam der ibaditischen Dynastie der Rustamiden und regiert von 823 bis 872. Während seiner Zeit erfreut sich der ibaditische Islam weiterhin beträchtlicher Beliebtheit im zentralen Maghreb, im südlichen Ifriqiya und in Tripolitanien. Das von ihm geführte Imamat zählt zu den einflussreichsten Mächten Nordafrikas. Unter seiner Herrschaft entwickelt sich Tahert wegen seiner begünstigten Verbindungen zum Mittelmeer, zum Osten und zu den Handelswegen der Sahara zu einem florierenden Zentrum des Sklavenhandels. Aflah verbessert die landwirtschaftliche Infrastruktur durch den Bau landwirtschaftlicher Gebäude und durch eine weitreichende Erweiterung der Bewässerungssysteme. Seine außergewöhnlich lange Herrschaft gilt als das goldene Zeitalter des rustamidischen Imamats. Trotz Unruhen in der östlichen Provinz des Reiches bleibt seine Herrschaft verhältnismäßig friedlich. Durch flexible Diplomatie und Großzügigkeit setzt er seine Autorität über die nomadischen Stämme der Region durch und festigt seine Macht. Die Beziehungen zu den Umayyaden von Córdoba sind günstig. Aflah führt den Bau der Tadschdit-Moschee oder „Neuen Moschee“ auf Djerba fort, deren Errichtung sein Vater Abd al-Wahhab und dessen Vertreter beziehungsweise Amil auf Djerba vor ihrem Tod angeordnet haben. Nach S. Ibn Yaqub wird ihre Errichtung an das Ende des 9. Jahrhunderts datiert, weil die beiden Moscheen der Region, Tagumin und Tawargit, von denen letztere verschwunden ist, nicht mehr ausreichen, um die Bevölkerung aufzunehmen; er bestätigt, dass Tadschdit auf Befehl des rustamidischen Staates erbaut wird. Nach ihm entwickelt sich die Madrasa, sobald die Moschee geschaffen ist; um den Ort der Anbetung befinden sich Bauten für Unterricht sowie für die Unterbringung von Schülern und Lehrern, worauf noch Erdhügel in der Umgebung hinweisen. Aflah sieht sich wachsender Opposition aus Stammeskonflikten und antiautoritären charidschitischen Tendenzen gegenüber. Seine Herrschaft wird hauptsächlich von der muʿtazilitischen Bewegung geprägt. Er erlebt die Folgen ihres Aufstiegs und Triumphs sowie ihres späteren Niedergangs. Als Erwachsener führt er eine gewaltsame Unterdrückung gegen die Muʿtaziliten durch. Später gliedert er die Muʿtaziliten wieder in die Gemeinschaft von Tahert ein und wird Imam der ibaditisch-sufritisch-wasilitischen Fraktion, der Muʿtaziliten. Sie gewinnen erheblichen Einfluss, gehören zu seinem inneren Kreis und werden sogar mit seinem Schutz betraut; sie sind Nomaden in der Umgebung von Tahert. Aflah unterhält eine Gesandtschaft bis in den Sudan; der Staat, mit dem diese Gesandtschaft besteht, ist unbekannt, wahrscheinlich handelt es sich um einen Staat namens Gao. Die Macht Imam Aflahs beunruhigt die Abbasiden so sehr, dass sie ihm vorwerfen, gegen ihre Dynastie zu verschwören und die Machtergreifung in Bagdad vorzubereiten. Sein Sohn Abu al-Yaqzan versammelt während seiner Pilgerfahrt in Mekka angeblich charidschitische Führer aus dem Osten, wird dort gefangen genommen und später nach Bagdad gebracht und dort bis zum Tod al-Mutawakkils inhaftiert. Aflah dehnt seinen Handel bis nach Niger, Mali und Tschad aus und bekehrt den gesamten Maghreb zu seiner Lehre. Nach Aflahs Tod wird die innere Geschichte des rustamidischen Reiches unruhig. Nachdem die Abbasiden seinen vorgesehenen Erben Abu al-Yaqzan gefangen genommen haben, führt die Nachfolge seines jüngeren Sohnes Abu Bakr rasch zu einer politischen Krise.
*[https://en.wikipedia.org/wiki/Aflah_ibn_Abd_al-Wahhab '''Imam Aflah ibn Abd al-Wahhab (823–872)'''] <br />Aflah ibn Abd al-Wahhab ist der dritte Imam der ibaditischen Dynastie der Rustamiden im zentralen Maghreb. Sein Großvater Ibn Rustam gründete diese Dynastie in Tahert. In seiner Jugend erlebte Aflah die Auseinandersetzungen, denen sein Vater Abd al-Wahhab gegenüber den Muʿtaziliten begegnete. Sein Vater Abd al-Wahhab und dessen Vertreter beziehungsweise Amil auf Djerba ordneten vor ihrem Tod den Bau der Tadschdit-Moschee beziehungsweise „Neuen Moschee“ in berberischer Sprache auf Djerba an. Aflah traf Abu Ghanim al-Churasani, den Verfasser der ersten bekannten ibaditischen kanonischen Sammlung mit dem Titel Mudawwana. Er studierte die Schriften Abu Sufyans und überlieferte die Traditionen der frühen Gefährten des Propheten. Aflah gilt als Mufti und Theologe und versammelt noch vor dem Erreichen der Pubertät drei Studienzirkel, Halqa, um sich. Ihm wird ein kurzes didaktisches Gedicht über die Suche nach religiösem Wissen mit dem Titel „Qasida fi fadl al-ilm wa-l-mutaallim“ zugeschrieben, das jedoch in der mittelalterlichen Literatur nicht erwähnt wird. Seine unveröffentlichten Dschawabat, „Antworten“, werden erwähnt; Handschriften weisen darauf hin, dass diese Antworten für einen oder mehrere bestimmte Gesprächspartner bestimmt sind, deren Identität nicht festgestellt ist. Die meisten Handschriften enthalten nur eine Auswahl rechtlichen Materials, das wahrscheinlich längeren Fassungen der Dschawabat entnommen ist. Die Spaltung im Dschebel Nefussa geht aus der zweiten Abspaltung unter Imam Abd al-Wahhab hervor. Aflah setzt sich nach späterer Überlieferung gegen Yazid ibn Fandin, den Führer der Nekkariten, sowie gegen die Muʿtaziliten ein und schreibt angeblich Sendschreiben gegen die Nafathiyya, eine neu gegründete schismatische Bewegung unter Farj ibn Nar. <br />Aflah ibn Abd al-Wahhab wird 823 Imam der ibaditischen Dynastie der Rustamiden und regiert von 823 bis 872. Während seiner Zeit erfreut sich der ibaditische Islam weiterhin beträchtlicher Beliebtheit im zentralen Maghreb, im südlichen Ifriqiya und in Tripolitanien. Das von ihm geführte Imamat zählt zu den einflussreichsten Mächten Nordafrikas. Unter seiner Herrschaft entwickelt sich Tahert wegen seiner begünstigten Verbindungen zum Mittelmeer, zum Osten und zu den Handelswegen der Sahara zu einem florierenden Zentrum des Sklavenhandels. Aflah verbessert die landwirtschaftliche Infrastruktur durch den Bau landwirtschaftlicher Gebäude und durch eine weitreichende Erweiterung der Bewässerungssysteme. Seine außergewöhnlich lange Herrschaft gilt als das goldene Zeitalter des rustamidischen Imamats. Trotz Unruhen in der östlichen Provinz des Reiches bleibt seine Herrschaft verhältnismäßig friedlich. Durch flexible Diplomatie und Großzügigkeit setzt er seine Autorität über die nomadischen Stämme der Region durch und festigt seine Macht. Die Beziehungen zu den Umayyaden von Córdoba sind günstig. Aflah führt den Bau der Tadschdit-Moschee oder „Neuen Moschee“ auf Djerba fort, deren Errichtung sein Vater Abd al-Wahhab und dessen Vertreter beziehungsweise Amil auf Djerba vor ihrem Tod angeordnet haben. Nach S. Ibn Yaqub wird ihre Errichtung an das Ende des 9. Jahrhunderts datiert, weil die beiden Moscheen der Region, Tagumin und Tawargit, von denen letztere verschwunden ist, nicht mehr ausreichen, um die Bevölkerung aufzunehmen; er bestätigt, dass Tadschdit auf Befehl des rustamidischen Staates erbaut wird. Nach ihm entwickelt sich die Madrasa, sobald die Moschee geschaffen ist; um den Ort der Anbetung befinden sich Bauten für Unterricht sowie für die Unterbringung von Schülern und Lehrern, worauf noch Erdhügel in der Umgebung hinweisen. Aflah sieht sich wachsender Opposition aus Stammeskonflikten und antiautoritären charidschitischen Tendenzen gegenüber. Seine Herrschaft wird hauptsächlich von der muʿtazilitischen Bewegung geprägt. Er erlebt die Folgen ihres Aufstiegs und Triumphs sowie ihres späteren Niedergangs. Als Erwachsener führt er eine gewaltsame Unterdrückung gegen die Muʿtaziliten durch. Später gliedert er die Muʿtaziliten wieder in die Gemeinschaft von Tahert ein und wird Imam der ibaditisch-sufritisch-wasilitischen Fraktion, der Muʿtaziliten. Sie gewinnen erheblichen Einfluss, gehören zu seinem inneren Kreis und werden sogar mit seinem Schutz betraut; sie sind Nomaden in der Umgebung von Tahert. Aflah unterhält eine Gesandtschaft bis in den Sudan; der Staat, mit dem diese Gesandtschaft besteht, ist unbekannt, wahrscheinlich handelt es sich um einen Staat namens Gao. Die Macht Imam Aflahs beunruhigt die Abbasiden so sehr, dass sie ihm vorwerfen, gegen ihre Dynastie zu verschwören und die Machtergreifung in Bagdad vorzubereiten. Sein Sohn Abu al-Yaqzan versammelt während seiner Pilgerfahrt in Mekka angeblich charidschitische Führer aus dem Osten, wird dort gefangen genommen und später nach Bagdad gebracht und dort bis zum Tod al-Mutawakkils inhaftiert. Aflah dehnt seinen Handel bis nach Niger, Mali und Tschad aus und bekehrt den gesamten Maghreb zu seiner Lehre. Nach Aflahs Tod wird die innere Geschichte des rustamidischen Reiches unruhig. Nachdem die Abbasiden seinen vorgesehenen Erben Abu al-Yaqzan gefangen genommen haben, führt die Nachfolge seines jüngeren Sohnes Abu Bakr rasch zu einer politischen Krise.
*[[836#ARABER | Fortsetzung 836]]
*[[836#ARABER | Fortsetzung 836]] [[Kategorie:Rustamiden]]
 
*'''836:''' Die Spaltung im Dschebel Nefussa endet mit einer entscheidenden Niederlage, die Chalaf zugefügt wird. Die Bewegung verliert daraufhin einen großen Teil ihres Ansehens.
*'''853:''' Nach seiner Thronbesteigung sendet Emir Muhammad I. Imam Aflah ein prächtiges Geschenk. Kadi Sahnun weist die Charidschiten aus seiner Moschee in Kairouan aus, während Imam Aflah die Verbrennung und Schleifung einer ganzen, von den Aghlabiden errichteten Stadt namens al-Abbasiyya anordnet.
*'''872:''' Aflahs Herrschaft endet. Nach seinem Tod folgt ihm sein jüngerer Sohn Abu Bakr nach, nachdem die Abbasiden den vorgesehenen Erben Abu al-Yaqzan gefangen genommen haben; dies führt rasch zu einer politischen Krise. [https://fr.wikipedia.org/wiki/Ab%C3%BB_Bakr_(Rost%C3%A9mides) '''Imam Abū Bakr (872-874)''']
*'''zuletzt 8223'''


'''Idrisiden'''
'''Idrisiden'''


*[http://de.wikipedia.org/wiki/Idris_II. Emir Idris II. (791–828)] <br />
*[http://de.wikipedia.org/wiki/Idris_II. Emir Idris II. (791–828)] <br />
*'''824:''' Idris II.: In den Jahren 824 bis 826 erreicht eine weitere Gruppe arabischer Flüchtlinge aus Ifriqiya Fès. Auch diese Ansiedlung verstärkt die arabische Prägung der Stadt. Idris II. wird in dieser Zeit von einer arabischen Leibwache geschützt und hat einen arabischen Minister namens Umair bin Mus'ab.
*[[828#ARABER | Fortsetzung 828]]
*'''828:''' Idris II.: Im Jahr 828 stirbt Idris II. in Fès beziehungsweise in Walila. Nach seinem Tod wird das Idrisidenreich in neun Fürstentümer geteilt, die von seinen Söhnen regiert werden; der älteste Sohn Muhammad ibn Idris herrscht von Fès aus als Emir. Sein Grab befindet sich in der Zawiyya Mulai Idris II in Fès; es wird 1437 unter Abdalhaqq II. wiederentdeckt und entwickelt sich im 15. Jahrhundert zu einem bedeutenden Wallfahrtsort. [https://en.wikipedia.org/wiki/Muhammad_ibn_Idris '''Emir Muhammad ibn Idris (828 – 836)''']
*'''Zuletzt 818'''


'''Aghlabiden'''
'''Aghlabiden'''


*[https://en.wikipedia.org/wiki/Ziyadat_Allah_I_of_Ifriqiya Emir Ziyadat Allah I. (817–838)] <br />
*[https://en.wikipedia.org/wiki/Ziyadat_Allah_I_of_Ifriqiya Emir Ziyadat Allah I. (817–838)] <br />
*'''824:''' Ziyadat Allah I.: Im Jahr 824 bricht in Ifrīqiya der Aufstand des Dschund aus, der sich als möglicherweise größte Erhebung dieser Truppe in der Geschichte der Region darstellt und dazu führt, dass der Dschund den größten Teil Ifrīqiyas erobert und damit die Herrschaft Ziyādat Allāhs akut gefährdet, während es Ziyādat Allāh gelingt, aufgrund eines funktionierenden Verhältnisses zu den Berbern diese einzusetzen, um den rebellierenden Dschund militärisch zu schlagen, wodurch er die Aufständischen niederwirft, seine Herrschaft rettet und anschließend die Voraussetzungen schafft, die Ressourcen des Aghlabidenstaates auf Eroberungen, insbesondere die Expansion nach Sizilien, auszurichten. Im frühen 9. Jahrhundert enden die aghlabidische Herrschaft über Sizilien und die von Ziyādat Allāh eingeleitete Phase der Expansion dadurch, dass die Fatimiden die Aghlabiden stürzen, womit die von diesem Emir stabilisierte und militärisch nach außen gewendete Ordnung in Ifrīqiya beendet wird. Zu Beginn der Herrschaft Ziyādat Allāhs steht das Abbasiden‑Kalifat insgesamt unter inneren Spannungen, und die Provinz Ifrīqiya gilt als schwer zu regierende Grenzregion, deren Verwaltung nach Einschätzung des Ratgebers Nasr ibn Ḥabīb nur mit einem starken Herrscher gesichert werden kann, wobei die Aufrechterhaltung des Dschund als über 100 000 Kämpfer umfassende militärische Kraft eine zentrale Herausforderung darstellt, da diese Truppe in der Vergangenheit mehrfach rebelliert und in der Zeit abbasidischer Kontrolle teils durch Unterstützung anderer Provinzen wie Ägypten wieder befriedet worden ist, die bei der Auszahlung ihres Soldes helfen, während unter Ziyādat Allāh, der als unabhängiger Emir ohne den finanziellen Rückhalt des Reiches regiert, der Dschund eine noch größere potenzielle Gefahr bildet, die durch dessen abschließende Niederwerfung zugleich die äußere Präsenz des Kalifats in der Region sichtbar mindert, während die Berber als bewaffnete und kampferprobte indigene Bevölkerung ebenfalls wiederholt Aufstände gegen die abbasidische und auch gegen die aghlabidische Herrschaft ausgelöst haben, wobei die abbasidische Praxis der Versklavung von Berbern und die spezifische militärische Verfasstheit dieser Gruppen zur schwierigen Beziehung beitragen und dazu führen, dass in Ifrīqiya lange kein tragfähiges Bündnis zwischen Emiren und Berbern besteht, während andere Regionen wie das Idrisidenreich in Nordmarokko von einem solchen Verhältnis profitieren, sodass Ziyādat Allāhs Fähigkeit, mit den Berbern zu kooperieren und sie gegen den Dschund einzusetzen, im Kontext dieser allgemeinen Problemlage steht und seine Herrschaft in einem Umfeld verortet wird, das von Grenzsituationen, militärischen Aufständen und konkurrierenden lokalen Mächten geprägt ist.
*[[838#ARABER | Fortsetzung 838]]
*'''838:''' [https://en.wikipedia.org/wiki/Abu_Iqal_al-Aghlab_ibn_Ibrahim '''Emir Abu Iqal al-Aghlab ibn Ibrahim (838–841)''']
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Aghlabiden Liste der Emire (für deutsche Namen)]
*'''zuletzt 817'''


'''Sidschilmasa'''
'''Sidschilmasa'''


*Die Dynastie der Midrariden übernimmt die Herrschaft im charidschitischen Emirat Sidschilmasa im späteren Marokko. Über die einzelnen Herrscher sind keine Wikipedia-Artikel vorhanden, selbst über die Dynastie der Midrariden nicht.
*Die Dynastie der Midrariden übernimmt die Herrschaft im charidschitischen Emirat Sidschilmasa im späteren Marokko. Über die einzelnen Herrscher sind keine Wikipedia-Artikel vorhanden, selbst über die Dynastie der Midrariden nicht. [[Kategorie:Sidschilmasa]]


'''Emirat von Córdoba'''
'''Emirat von Córdoba'''


*[https://de.wikipedia.org/wiki/Abd_ar-Rahman_II. Emir Abd ar-Rahman II. (822–852)] <br />
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Abd_ar-Rahman_II. Emir Abd ar-Rahman II. (822–852)] <br />
*'''825:''' Abd ar-Rahman II. lässt die neue Stadt Murcia errichten und dort arabische Loyalisten ansiedeln, um Stabilität zu gewährleisten.
*[[835#ARABER | Fortsetzung 835]]
*'''835:''' Abd ar-Rahman II. begegnet aufständischen Einwohnern von Mérida, indem er eine grosse innere Festung errichten lässt.
*'''837:''' Abd ar-Rahman II. unterdrückt einen Aufstand von Christen und Juden in Toledo mit ähnlichen Massnahmen. Er erlässt ein Dekret, das Christen die Suche nach dem Märtyrertod verbietet, und lässt eine christliche Synode abhalten, welche den Märtyrertod untersagt.
*'''839:''' 839 oder 840: Abd ar-Rahman II. entsendet unter al-Ghazal eine Gesandtschaft nach Konstantinopel, um mit dem Byzantinischen Reich einen Pakt gegen die Abbasiden zu schliessen. Eine weitere Gesandtschaft wird ausgesandt, die möglicherweise nach Irland oder Dänemark reist und vermutlich den Handel mit Pelzen und Sklaven fördert.
*'''844:''' Abd ar-Rahman II. schlägt einen Angriff von Wikingern zurück, die bei Cádiz an Land gehen, Sevilla mit Ausnahme seiner Zitadelle erobern und Córdoba selbst angreifen. Danach lässt er in Sevilla eine Flotte und ein Marinearsenal errichten, um künftige Überfälle abzuwehren.
*'''852:''' Abd ar-Rahman II. stirbt in Córdoba im Emirat Córdoba. Ihm folgt Muhammad I. von Córdoba als Emir nach. [https://de.wikipedia.org/wiki/Muhammad_I._(C%C3%B3rdoba) '''Emir Muhammad I. (852–886)''']
*'''zuletzt 822'''


==CHASAREN==
==CHASAREN==


*[https://it.wikipedia.org/wiki/Khan_Tuvan Kagan Tuvan (809-840)] <br />
*[https://it.wikipedia.org/wiki/Khan_Tuvan Kagan Tuvan (809-840)] <br />
*'''840:''' uvan Dyggvi stirbt. [https://it.wikipedia.org/wiki/Tarkhan_(Khazaria) '''Kagan Tarkha (840-850)''']
*[[850#CHASAREN | Fortsetzung 850]]
*'''Zuletzt 809'''


==UIGURISCHES KAGANAT==
==UIGURISCHES KAGANAT==
   
   
*[https://en.wikipedia.org/wiki/Chongde_Qaghan Kagan Chongde (821–824)] <br />
*[https://en.wikipedia.org/wiki/Chongde_Qaghan Kagan Chongde (821–824)] <br />
*'''824:''' Chongde Qaghan stirbt und wird von seinem Bruder Zhaoli Qaghan abgelöst. Prinzessin Taihe bleibt im Uigurischen Khaganat und heiratet gemäß dem Levirat zunächst Zhaoli und später auch dessen Nachfolger. [https://en.wikipedia.org/wiki/Zhaoli_Qaghan '''Kagan Zhaoli (824–833)''']
*[[832#UIGURISCHES_KAGANAT | Fortsetzung 832]]
*'''832:''' Zhaoli wird von seinen Untergebenen ermordet, und sein Neffe Yaoluge Hu folgt ihm als Zhangxin Qaghan nach.
*'''843:''' Wujie Qaghan startet einen Angriff auf Zhenwu. Die Tang-Truppen unter dem General Shi Xiong bereiten einen Überraschungsgegenangriff vor. Am 4. April trifft Prinzessin Taihe in Chang'an ein. Kaiser Wuzong befiehlt den Kanzlern und den anderen Beamten, sie zu empfangen und zu ehren. Sie legt ihre prächtigen Kleider und ihren Schmuck ab und tritt vor den Palast, wobei sie sich für das Scheitern ihrer Mission entschuldigt. Der Kaiser schickt Eunuchen, um sie zu trösten und ihr Gewand sowie ihren Schmuck wieder anzulegen; danach heißt er sie im Palast willkommen. Am nächsten Tag sieht sie ihre Mutter, die Grosskaiserinwitwe Guo, wieder, und sie wird zur Grossprinzessin Ding'an beziehungsweise nach dem Zizhi Tongjian zur Grossprinzessin Anding ernannt.
*'''zuletzt 822'''


==INDIEN==
==INDIEN==
Zeile 834: Zeile 289:


*[https://en.wikipedia.org/wiki/Nagabhata_II König Nagabhata II. (800–833)] <br />
*[https://en.wikipedia.org/wiki/Nagabhata_II König Nagabhata II. (800–833)] <br />
*'''825:''' Der Historiker Shyam Manohar Mishra datiert den Tod Nagabhatas II auf etwa dieses Jahr.
*[[832#INDIEN | Fortsetzung 832]]
*'''832:''' Nach jainistischen Berichten stirbt Āma, mit dem Nagabhata II von einigen früheren Historikern identifiziert wird.
*'''833:''' Nagabhata II stirbt, seine Herrschaft endet, und er wird von Ramabhadra abgelöst. [https://en.wikipedia.org/wiki/Ramabhadra '''König Ramabhadra (833-836)''']
*'''zuletzt 814'''
'''Malla'''
*'''994:''' [https://en.wikipedia.org/wiki/Jagat_Malla '''König Jagat Malla (994–1007)''']
*[[1007#INDIEN | Fortsetzung 1007]]
*zuletzt 757'''


'''Chauhan-Dynastie'''
'''Chauhan-Dynastie'''


*[https://en.wikipedia.org/wiki/Govindaraja_I König Govindaraja I. (809–836)]  
*[https://en.wikipedia.org/wiki/Govindaraja_I König Govindaraja I. (809–836)]  
*'''836:''' Um 836 endet die Regierungszeit Govinda-rajas, der bis zu diesem Zeitpunkt als König der Shakambhari-Chahamana über Teile des heutigen Rajasthan unter der Oberhoheit Nagabhatas II. geherrscht hat. Nach seinem Tod oder seinem Ausscheiden aus der Herrschaft folgt ihm sein Sohn Chandraraja II nach, der die Nachfolge innerhalb der Chahamana-Dynastie fortführt und damit die königliche Linie weiterführt. [https://en.wikipedia.org/wiki/Chandraraja_II '''König Chandraraja II. (836–863)''']
*[[836#INDIEN | Fortsetzung 836]]
*'''zuletzt 809'''
'''Östliche Chalukya'''
*'''848:''' [https://en.wikipedia.org/wiki/Vijayaditya_III '''König Vijayaditya III. (848–892)''']
*[[848#INDIEN | Fortsetzung 848]]
*'''Zuletzt 808'''


'''Rashtrakuta'''
'''Rashtrakuta'''


*[https://en.wikipedia.org/wiki/Amoghavarsha König Amoghavarsha (814-878)] <br />
*[https://en.wikipedia.org/wiki/Amoghavarsha König Amoghavarsha (814-878)] <br />
*'''835:''' Im Jahr 835 liegen die Baroda-Tafeln vor, die zusammen mit den Surat-Aufzeichnungen Auskunft darüber geben, wie Amoghavarsha I. nach den Revolten durch die Unterstützung seines Vetters Karka, auch Patamalla genannt, seine Stellung bis 821 wiederherstellt und erneut als Kaiser der Rashtrakutas herrscht.
*[[846#INDIEN | Fortsetzung 846]]
*'''846:''' Im Jahr 846 tötet Amoghavarsha I. den östlichen Chalukya-Herrscher Vishnuvardhana V., nachdem dieser den nördlichen Kalachuri-Lehnsfürsten der Rashtrakutas in Tripuri in Zentralindien angegriffen und Elichpur bei Nasik erobert hat, und Amoghavarsha pflegt danach ein freundschaftliches Verhältnis zum nächsten östlichen Chalukya-Herrscher Gunaga Vijayaditya III., während er seine Beziehungen im Süden durch militärische und diplomatische Massnahmen stabil hält.
*'''870:''' Im Jahr 870 unterdrückt Amoghavarsha I. den aufrührerischen Alupa-Herrscher von Süd-Canara unter dem Prinzen Vimaladitya und sichert damit seine Oberhoheit in dieser Region, während er zugleich weiterhin freundschaftliche Beziehungen zu den Pallavas pflegt, die mit ihm über Heiratsverbindungen verbunden sind und sich vor allem mit der Abwehr der Pandyas befassen.
*'''871:''' Im Jahr 871 liegen die Sanjan-Tafeln vor, die zusammen mit der Manne-Inschrift von 803 wichtige biographische Informationen über Amoghavarsha I. liefern, darunter die Angabe über seine Geburt im Jahr 800 in Sribhavan am Narmada-Ufer während der Rückkehr Govindas III. von dessen Feldzügen in Nordindien.
*'''876:''' Im Jahr 876 existiert eine altkannadische Inschrift des Rashtrakuta-Kaisers Amoghavarsha I. im Veerabhadra-Tempel in Kumsi, die ihn als Herrscher dokumentiert und in der seine Titulaturen und sein kaiserlicher Status im Rashtrakuta-Reich sichtbar werden.
*'''877:''' Im Jahr 877 dauert die Regierungszeit Amoghavarshas I. noch an, wobei überliefert ist, dass seine Herrschaft bis zu diesem Jahr reicht und er danach freiwillig von seinem kaiserlichen Thron zurücktritt, während eine Angabe auch festhält, dass er von 815 bis 877 als Kaiser herrscht und somit eine 64-jährige Herrschaft ausübt.
*'''878:''' Im Jahr 878 stirbt Amoghavarsha I., der auch als Amoghavarsha Nrupatunga bekannt ist, im Alter von etwa 77 bis 78 Jahren möglicherweise in Manyakheta im Rashtrakuta-Reich, wobei seine Gesamtlebensspanne von etwa 800 bis 878 reicht und seine Herrschaft von 814 bis zu seinem Tod dauert; seine Regierungszeit umfasst 64 Jahre und gehört zu den am genauesten datierten längsten monarchischen Regierungszeiten, und es wird berichtet, dass er die Hauptstadt des Rashtrakuta-Reiches von Mayurkhandi im heutigen Distrikt Bidar nach Manyakheta im heutigen Distrikt Kalaburagi im heutigen Bundesstaat Karnataka verlegt und dort eine kaiserliche Hauptstadt errichtet, die der Stadt des Gottes Indra entsprechen soll, mit aufwendig gestalteten Gebäuden für das Herrscherhaus aus bester handwerklicher Arbeit. [https://en.wikipedia.org/wiki/Krishna_II '''König Krishna II. (878–914)''']
*'''zuletzt 821'''
'''Westliche Ganga-Dynastie'''
*'''938:''' [https://en.wikipedia.org/wiki/Butuga_II '''König Butuga II. (938-961)''']
*[[961#INDIEN | Fortsetzung 961]]
*'''zuletzt 816'''


'''Pallava'''
'''Pallava'''


*[https://en.wikipedia.org/wiki/Dantivarman König Dantivarman (796–846)] <br />
*[https://en.wikipedia.org/wiki/Dantivarman König Dantivarman (796–846)] <br />
*'''845:''' Im 49. Regierungsjahr Dantivarmans endet das durch die Telugu-Chola verursachte Interregnum. Dantivarman wird dabei von seinem Kronprinzen Nandivarman III. unterstützt, der durch die Kadamba-Prinzessin Aggalanimmadi geboren ist, und er gewinnt sein verlorenes Gebiet zurück. Die südlichen Regionen des Pallava-Reiches bleiben jedoch weiterhin unter pandyanischer Kontrolle.
*[[846#INDIEN | Fortsetzung 846]]
*'''846:''' Dantivarman herrscht insgesamt 51 Jahre lang über das Pallava-Reich und regiert bis 846 n. Chr.. [https://en.wikipedia.org/wiki/Nandivarman_III '''König Nandivarman III. (846–869)''']
*[[796#INDIEN | Fortsetzung 796]]
*'''Zuletzt 818'''


'''Pandya'''
'''Pandya'''


*[https://en.wikipedia.org/wiki/Srimara_Srivallabha König Srimara Srivallabha (815–862)]
*[https://en.wikipedia.org/wiki/Srimara_Srivallabha König Srimara Srivallabha (815–862)]
*'''830:''' Im Jahr 830 findet die Schlacht von Tellaru statt, in der Srimara Srivallabha mit den Pandya-Truppen gegen ein Bündnis unter Führung des Pallava-Herrschers Nandivarman III kämpft. Die Verbündeten der Pallava sind die Gangas, die Cholas und die Rashtrakutas, und die Pandya-Truppen unterliegen den Pallavas in dieser Schlacht. Die Pandya ziehen sich nach Süden in ihr Kernland zurück, und die Pallava-Armee rückt bis an den Fluss Vaigai vor.
*[[850#INDIEN | Fortsetzung 850]]
*'''850:''' Vor etwa 850 erobert der Chola Vijayalaya die Stadt Tanjore, wodurch er die dortigen Muttarayars besiegt, die vermutlich zu dieser Zeit den Pandyas unterstehen. Durch den Kampf gegen die Muttarayars schwächt Vijayalaya den Einfluss der Pandyas nördlich des Flusses Kaveri und stärkt zugleich die Stellung der Pallavas in dieser Region.
*'''859:''' Im Jahr 859 kann Srimara Srivallabha das zuvor erfolgreiche Bündnis der Pallavas und ihrer Verbündeten in der Schlacht von Kudamukku (Kumbakonam) besiegen. Er behauptet sich gegen die Gangas, Pallavas, Cholas, Kalingas und Magadhas, deren Allianz in dieser Schlacht bei Kudamukku zurückgeschlagen wird. Die Sinnamanur-Kupferplatten führen diesen Sieg in Kudamukku als Teil seiner militärischen Erfolge an und stellen diese als Steigerung seines militärischen Rufes dar.
*'''862:''' Um 862 setzt Srimara Srivallabha seine militärischen Unternehmungen fort und gerät in die Ereignisse um den Angriff des sri-lankischen Königs Sena II auf Madurai, während er seine Aufmerksamkeit im Norden gegen die Pallavas richtet. Nach den sri-lankischen Quellen verbündet sich Sena II mit einem rebellischen Pandya-Prinzen Varaguna II, dessen Einsetzung auf den Pandya-Thron durch Heeresführer des sri-lankischen Königs geschildert wird. Die Pandya-Seite beschreibt dagegen, dass Srimara Srivallabha einen Maya-Pandya (Varaguna II) und die von Sena II geführten singhalesischen Truppen erfolgreich abwehrt und dadurch seine eigene Herrschaft am Ende des Kampfes behauptet. Die sri-lankischen und die Pandya-Quellen widersprechen einander, und K. A. Nilakanta Sastri bewertet in seiner Darstellung „Pandyan Kingdom“ die Pandya-Überlieferung als zuverlässig und folgert, dass Srimara Srivallabha einen erfolgreichen Einfall nach Ceylon durchführt und den Versuch einer Gegeninvasion abwehrt. [https://en.wikipedia.org/wiki/Varaguna_II '''König Varaguna II. (862–879)''']


'''Anuradhapura'''
'''Anuradhapura'''


*[https://en.wikipedia.org/wiki/Aggabodhi_VIII König Aggabodhi VIII. (816–827)] <br />
*[https://en.wikipedia.org/wiki/Aggabodhi_VIII König Aggabodhi VIII. (816–827)] <br />
*'''827:''' Im Jahr 827 endet die Regierungszeit von Aggabodhi VIII als König von Anuradhapura, er wird als König von Anuradhapura von seinem Bruder Dappula III abgelöst. [https://en.wikipedia.org/wiki/Dappula_III '''König Dappula III. (827–843)''']
*[[843#INDIEN | Fortsetzung 843]]
*'''Zuletzt 816'''


==TIBET==
==TIBET==
   
   
*[https://en.wikipedia.org/wiki/Ralpachen König Ralpachen (815–838)] <br />Im Jahr 823 wird eine weitere Steininschrift geschaffen, die den Friedensvertrag zwischen Tibet und der Tang-Dynastie bezeugt. Diese Inschrift steht auf dem Pass, der die Grenze markiert.
*[https://en.wikipedia.org/wiki/Ralpachen König Ralpachen (815–838)] <br />Im Jahr 823 wird eine weitere Steininschrift geschaffen, die den Friedensvertrag zwischen Tibet und der Tang-Dynastie bezeugt. Diese Inschrift steht auf dem Pass, der die Grenze markiert.
*[[838#TIBET | Fortsetzung 838]]
*[[838#TIBET | Fortsetzung 838]] [[Kategorie:Tibet]]
 
*'''838:''' Im Jahr 838 endet sowohl das Leben als auch die Regierungszeit von Ralpachen, indem der Artikel angibt, dass er im Jahr 838 stirbt und seine Herrschaft von ungefähr 815 bis 838 dauert. Der Text berichtet, dass Ralpachen im Jahr 838 von seinem jüngeren Bruder Langdarma ermordet wird, und nennt diese Ermordung ausdrücklich als Grund für sein Lebensende und das Ende seiner Regierungszeit. Der Artikel erwähnt weiter, dass Ralpachen in der alten tibetischen Chronik „Testament von Ba“ als „Sohn Gottes“ bezeichnet wird und als einer der „drei Dharma-Könige von Tibet“ gilt, zu denen neben ihm der dreiunddreißigste König Songtsen Gampo und der achtunddreißigste König Trisong Detsen gehören, wobei diese Einordnung retrospektiv auf seine gesamte Lebenszeit, einschließlich seines Todesjahrs 838, bezogen ist.
*'''Zuletzt 823'''


==KHMER==
==KHMER==


*[https://de.wikipedia.org/wiki/Jayavarman_II. König Jayavarman II. (um 802-850)] <br />
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Jayavarman_II. König Jayavarman II. (um 802-850)] <br />
*'''850:''' Jayavarman stirbt im Jahr 850 und erhält den posthumen Namen Parameshwara; nach ihm besteigt sein Sohn Jayavarman III den Thron. [https://de.wikipedia.org/wiki/Jayavarman_III. '''König Jayavarman III. (um 850-877)
*[[850#KHMER | Fortsetzung 850]]
'''Chenla'''
*'''Zuletzt 716'''
==CHAMPA==
*'''Zuletzt 686'''


==CHINA==
==CHINA==
Zeile 937: Zeile 324:
'''Tang-Dynastie'''
'''Tang-Dynastie'''


*[http://de.wikipedia.org/wiki/Tang_Muzong '''Kaiser Tang Muzong (821–824)'''] <br />Um 823 erleidet Kaiser Muzong während eines Polospiels im Palast einen Schlaganfall und kann nicht mehr gehen. Auf Drängen von Pei Du und Li Fengji wird er zu einer Audienz mit den Beamten gebracht, und dabei wird sein ältester Sohn Li Zhan zum Kronprinzen erhoben. Im selben Jahr ernennt Kaiser Muzong Niu Sengru zum Kanzler, was Li Deyu enttäuscht; außerdem werden Pei Du und Li Shen aus der Hauptstadt entfernt.
*[http://de.wikipedia.org/wiki/Tang_Muzong Kaiser Tang Muzong (821–824)] <br />Um 823 erleidet Kaiser Muzong während eines Polospiels im Palast einen Schlaganfall und kann nicht mehr gehen. Auf Drängen von Pei Du und Li Fengji wird er zu einer Audienz mit den Beamten gebracht, und dabei wird sein ältester Sohn Li Zhan zum Kronprinzen erhoben. Im selben Jahr ernennt Kaiser Muzong Niu Sengru zum Kanzler, was Li Deyu enttäuscht; außerdem werden Pei Du und Li Shen aus der Hauptstadt entfernt.
*[[824#CHINA | Fortsetzung 824]]
*[[824#CHINA | Fortsetzung 824]] [[Kategorie:Tang-Dynastie]]
 
*'''824:''' Im Frühjahr 824 kehrt die alte Krankheit von Kaiser Muzong zurück, und er stirbt kurz darauf. Li Zhan folgt ihm als Kaiser Jingzong nach. [https://en.wikipedia.org/wiki/Emperor_Jingzong_of_Tang '''Kaiser Jingzong (824–827)''']
*[[827#CHINA | Fortsetzung 827]]
*'''Zuletzt 823'''


==KOREA==
==KOREA==
Zeile 949: Zeile 332:
    
    
*[https://en.wikipedia.org/wiki/Heondeok_of_Silla König Heondeok (809-826)] <br />In diesem Jahr kommt es zum Aufstand des Sohnes von Kim Hŏnch'ang, der sich im Vorjahr erhoben hat. Beide Aufstände werden niedergeschlagen.
*[https://en.wikipedia.org/wiki/Heondeok_of_Silla König Heondeok (809-826)] <br />In diesem Jahr kommt es zum Aufstand des Sohnes von Kim Hŏnch'ang, der sich im Vorjahr erhoben hat. Beide Aufstände werden niedergeschlagen.
*[[824#KOREA | Fortsetzung 824]]
*[[824#KOREA | Fortsetzung 824]] [[Kategorie:Silla]]
 
*'''824:''' Beunruhigt durch Bedrohungen aus dem Norden lässt der König eine 300 Ri lange Mauer nahe dem Taedong-Fluss errichten, der zu dieser Zeit die nördliche Grenze des Landes bildet.
*[[826#KOREA | Fortsetzung 826]]
*'''826:''' [https://en.wikipedia.org/wiki/Heungdeok_of_Silla '''König Heungdeok (826-836)''']
*'''Zuletzt 823'''


'''Balhae'''
'''Balhae'''
   
   
*[https://en.wikipedia.org/wiki/S%C5%8Fn_of_Balhae König Sŏn (818–830)] <br />
*[https://en.wikipedia.org/wiki/S%C5%8Fn_of_Balhae König Sŏn (818–830)] <br />
*'''830:''' Im Jahr 830 stirbt König Sŏn, und sein Enkel Tae Ijin tritt die Nachfolge auf dem Thron von Balhae an. [https://en.wikipedia.org/wiki/Tae_Ijin '''König Tae Ijin (830–857)''']
*[http://en.wikipedia.org/wiki/Mu_of_Balhae Liste der Könige von Balhae]
*[[857#KOREA | Fortsetzung 857]]
*'''zuletzt 818'''


==JAPAN==
==JAPAN==
Zeile 969: Zeile 342:
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Saga_(Tenn%C5%8D) Tennõ Saga (809–823)] <br />823 überträgt Saga den Tempel Tō‑ji an Kūkai. Im Jahr zuvor hat er Saichōs lang gehegten Wunsch nach der Einrichtung einer Ordinationsplattform anerkannt. Ebenfalls 823 dankt Saga zugunsten von Prinz Ōtomo (später Kaiser Junna) ab, wird zum abgedankten Kaiser und ernennt seinen Sohn Prinz Masayoshi (später Kaiser Ninmyō) zum Kronprinzen. Fujiwara no Fuyutsugu, ein enger Vertrauter Sagas, der finanzielle Sparsamkeit zur Erhaltung des Ritsuryō‑Systems befürwortet, widerspricht der Abdankung, da ein weiterer abgedankter Kaiser neben Kaiser Heizei in Zeiten wiederholter Missernten eine erhebliche finanzielle Belastung darstellt, doch Saga setzt die Abdankung fort, möglicherweise um die Gewohnheit zu durchbrechen, dass grundsätzlich der älteste Sohn des Kaisers den Thron erbt, und um einem weiteren Sohn Kaiser Kanmus den Thron zu überlassen, wobei seine vergleichsweise frühe Abdankung auch als Rücksichtnahme auf seinen gleichaltrigen Halbbruder Prinz Ōtomo gilt.
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Saga_(Tenn%C5%8D) Tennõ Saga (809–823)] <br />823 überträgt Saga den Tempel Tō‑ji an Kūkai. Im Jahr zuvor hat er Saichōs lang gehegten Wunsch nach der Einrichtung einer Ordinationsplattform anerkannt. Ebenfalls 823 dankt Saga zugunsten von Prinz Ōtomo (später Kaiser Junna) ab, wird zum abgedankten Kaiser und ernennt seinen Sohn Prinz Masayoshi (später Kaiser Ninmyō) zum Kronprinzen. Fujiwara no Fuyutsugu, ein enger Vertrauter Sagas, der finanzielle Sparsamkeit zur Erhaltung des Ritsuryō‑Systems befürwortet, widerspricht der Abdankung, da ein weiterer abgedankter Kaiser neben Kaiser Heizei in Zeiten wiederholter Missernten eine erhebliche finanzielle Belastung darstellt, doch Saga setzt die Abdankung fort, möglicherweise um die Gewohnheit zu durchbrechen, dass grundsätzlich der älteste Sohn des Kaisers den Thron erbt, und um einem weiteren Sohn Kaiser Kanmus den Thron zu überlassen, wobei seine vergleichsweise frühe Abdankung auch als Rücksichtnahme auf seinen gleichaltrigen Halbbruder Prinz Ōtomo gilt.
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Junna '''Tennõ Junna (823–833)'''] <br />Am 16. April beziehungsweise 29. Mai besteigt Ōtomo als Kaiser Junna nach der Abdankung agas den Thron. Die Einzelheiten der Inthronisationszeremonie sind im Bericht über die Inthronisation Kaiser Junnas festgehalten. Mit Junnas Thronbesteigung ändert der Ōtomo-Klan seinen Familiennamen in Tomo, um die Verwendung des persönlichen Namens des Kaisers zu vermeiden. Am 30. Mai dankt Kaiser Saga im 14. Jahr seiner Herrschaft ab; Junna, Sagas jüngerer Bruder und der dritte Sohn Kaiser Kammus, erhält die Nachfolge. Die kaiserliche Prinzessin Ujiko wird die 16. Saiō des Ise-Schreins und bekleidet dieses Amt bis 827. Junna ist nach der traditionellen Reihenfolge der 53. Kaiser von Japan und auch als Kaiser Saiin bekannt. Während seiner Herrschaft bleiben wegen des Verlustes des Nihon Kōki viele Einzelheiten unklar. Er ernennt fähige Beamte, darunter Kiyohara no Natsuno, versucht dem politischen Verfall in den Provinzen entgegenzuwirken, führt Maßnahmen zur Bodenpolitik durch und bemüht sich um höhere Steuereinnahmen. Er überwacht außerdem die Zusammenstellung des Ryōgige und des Nihon Kōki. Junna hat sechs Kaiserinnen und kaiserliche Gemahlinnen sowie 13 kaiserliche Söhne und Töchter. Sein persönlicher Name lautet Ōtomo. Nach seiner Thronbesteigung ernennt er nicht seinen eigenen Sohn Prinz Tsuneyo, sondern Prinz Masayoshi, den rechtmäßigen Sohn Kaiser Sagas und späteren Kaiser Ninmyō, zum Kronprinzen. Da Prinz Tsuneyo während Junnas Regierungszeit an einer Krankheit stirbt, ernennt der neu gekrönte Kaiser Ninmyō Prinz Tsunesada, den Sohn Junnas und Prinzessin Masakos, einer Tochter Kaiser Sagas, zum Kronprinzen. Junna ist nach dem Text besorgt, dass Prinz Tsunesada ohne Unterstützung mächtiger Adliger Kronprinz wird, und vertraut die Angelegenheiten des Prinzen seinem loyalen Vertrauten Fujiwara no Yoshino an. Die Kaiserliche Hofbehörde bezeichnet Ōharano no Nishi no Minenoe no Misasagi im Bezirk Nishikyō in Kyōto als Ort von Kaiser Junnas Grab. Einer Überlieferung zufolge erklärt Junna vor seinem Tod Kronprinz Tsunesada, dass kein Familiengrab errichtet werden solle, weil der Geist eines Menschen nach dem Tod in den Himmel zurückkehre, leere Gräber jedoch Dämonen und böse Geister anziehen könnten. Er ordnet an, seine Knochen zu Pulver zu zermahlen und in den Bergen zu verstreuen. Er wird im heutigen Mukō in Kyōto eingeäschert; seine Knochen und Asche werden von einem Bergrücken in Ohara aus verstreut, und nach seinem Willen wird kein Grab errichtet. Deshalb ist im Engishiki kein Grabort verzeichnet. Während der Edo-Zeit wird ein willkürlich ausgewählter Ort auf dem Berg als Verehrungsstätte für den Kaiser bestimmt. Die Regierungsjahre Junnas fallen in die Äranamen Kōnin und Tenchō. Kugyō bezeichnet die wenigen mächtigsten Männer am Hof des Kaisers in der Zeit vor der Meiji-Zeit; diese Elite umfasst im Allgemeinen jeweils nur drei oder vier Männer und besteht aus erblichen Höflingen, deren Erfahrung und Herkunft sie an den Höhepunkt ihrer Laufbahn führen.
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Junna '''Tennõ Junna (823–833)'''] <br />Am 16. April beziehungsweise 29. Mai besteigt Ōtomo als Kaiser Junna nach der Abdankung agas den Thron. Die Einzelheiten der Inthronisationszeremonie sind im Bericht über die Inthronisation Kaiser Junnas festgehalten. Mit Junnas Thronbesteigung ändert der Ōtomo-Klan seinen Familiennamen in Tomo, um die Verwendung des persönlichen Namens des Kaisers zu vermeiden. Am 30. Mai dankt Kaiser Saga im 14. Jahr seiner Herrschaft ab; Junna, Sagas jüngerer Bruder und der dritte Sohn Kaiser Kammus, erhält die Nachfolge. Die kaiserliche Prinzessin Ujiko wird die 16. Saiō des Ise-Schreins und bekleidet dieses Amt bis 827. Junna ist nach der traditionellen Reihenfolge der 53. Kaiser von Japan und auch als Kaiser Saiin bekannt. Während seiner Herrschaft bleiben wegen des Verlustes des Nihon Kōki viele Einzelheiten unklar. Er ernennt fähige Beamte, darunter Kiyohara no Natsuno, versucht dem politischen Verfall in den Provinzen entgegenzuwirken, führt Maßnahmen zur Bodenpolitik durch und bemüht sich um höhere Steuereinnahmen. Er überwacht außerdem die Zusammenstellung des Ryōgige und des Nihon Kōki. Junna hat sechs Kaiserinnen und kaiserliche Gemahlinnen sowie 13 kaiserliche Söhne und Töchter. Sein persönlicher Name lautet Ōtomo. Nach seiner Thronbesteigung ernennt er nicht seinen eigenen Sohn Prinz Tsuneyo, sondern Prinz Masayoshi, den rechtmäßigen Sohn Kaiser Sagas und späteren Kaiser Ninmyō, zum Kronprinzen. Da Prinz Tsuneyo während Junnas Regierungszeit an einer Krankheit stirbt, ernennt der neu gekrönte Kaiser Ninmyō Prinz Tsunesada, den Sohn Junnas und Prinzessin Masakos, einer Tochter Kaiser Sagas, zum Kronprinzen. Junna ist nach dem Text besorgt, dass Prinz Tsunesada ohne Unterstützung mächtiger Adliger Kronprinz wird, und vertraut die Angelegenheiten des Prinzen seinem loyalen Vertrauten Fujiwara no Yoshino an. Die Kaiserliche Hofbehörde bezeichnet Ōharano no Nishi no Minenoe no Misasagi im Bezirk Nishikyō in Kyōto als Ort von Kaiser Junnas Grab. Einer Überlieferung zufolge erklärt Junna vor seinem Tod Kronprinz Tsunesada, dass kein Familiengrab errichtet werden solle, weil der Geist eines Menschen nach dem Tod in den Himmel zurückkehre, leere Gräber jedoch Dämonen und böse Geister anziehen könnten. Er ordnet an, seine Knochen zu Pulver zu zermahlen und in den Bergen zu verstreuen. Er wird im heutigen Mukō in Kyōto eingeäschert; seine Knochen und Asche werden von einem Bergrücken in Ohara aus verstreut, und nach seinem Willen wird kein Grab errichtet. Deshalb ist im Engishiki kein Grabort verzeichnet. Während der Edo-Zeit wird ein willkürlich ausgewählter Ort auf dem Berg als Verehrungsstätte für den Kaiser bestimmt. Die Regierungsjahre Junnas fallen in die Äranamen Kōnin und Tenchō. Kugyō bezeichnet die wenigen mächtigsten Männer am Hof des Kaisers in der Zeit vor der Meiji-Zeit; diese Elite umfasst im Allgemeinen jeweils nur drei oder vier Männer und besteht aus erblichen Höflingen, deren Erfahrung und Herkunft sie an den Höhepunkt ihrer Laufbahn führen.
*[[824#JAPAN | Fortsetzung 824]]
*[[824#JAPAN | Fortsetzung 824]] [[Kategorie:Japan]]
 
*'''824:''' Junna: Die Ära Kōnin endet, und die Ära Tenchō beginnt; sie dauert bis 834.
*'''824:''' [http://de.wikipedia.org/wiki/Heizei Heizei] Am 5. August stirbt der ehemalige Tennõ Heizei im Alter von 51 Jahren, 14 Jahre nach seiner krankheitsbedingten Abdankung.
*'''824:''' [http://de.wikipedia.org/wiki/Saga_(Tenn%C5%8D) Saga] Nach der Abdankung verändert sich die Rolle des abgedankten Kaisers Saga grundlegend. Unter dem Ritsuryō‑System besitzt der abgedankte Kaiser eigentlich politische Macht wie der amtierende Kaiser und steht in der Position eines Mitregenten, doch Saga lehnt den offiziellen Titel eines abgedankten Kaisers ab und weigert sich, weiter an der Staatspolitik teilzunehmen, wobei der einzige bekannte Eingriff Sagas in die nationale Politik nach seiner Abdankung in der Rückberufung der im Zusammenhang mit dem Kusuko‑Zwischenfall Verbannten im Jahr 824 besteht, im Monat nach dem Tod Kaiser Heizeis.
*'''825:''' Junna: Fujiwara no Fuyutsugu ist Sadaijin und bleibt dies bis 826. Fujiwara no Otsugu ist Udaijin und bekleidet dieses Amt bis 832. Fujiwara no Otsugu ist bis zu diesem Jahr Dainagon.
*'''826:''' Junna: Fujiwara no Fuyutsugu endet sein Amt als Sadaijin. Prinz Tsuneyo stirbt.
*'''827:''' Junna: Die kaiserliche Prinzessin Ujiko endet ihr Amt als 16. Saiō des Ise-Schreins. Prinz Motosada, der dritte Sohn Junnas und der Kaiserin Prinzessin Shōshi beziehungsweise Masako, wird geboren.
*'''828:''' Junna: Yoshimine no Yasuyo, ein Halbbruder Kaiser Junnas, wird Dainagon und bleibt es bis 830. Kiyohara no Natsuno wird Dainagon und bekleidet dieses Amt bis 832.
*'''829:''' Junna: Prinz Tsunefusa, der vierte Sohn Junnas und der Kaiserin Prinzessin Shōshi beziehungsweise Masako, wird geboren. Fujiwara no Mimori wird Dainagon und bleibt es bis 838.
*'''830:''' Junna: Yoshimine no Yasuyo endet sein Amt als Dainagon.
*'''832:''' Junna: Fujiwara no Otsugu wird Sadaijin und bleibt dies bis 843. Kiyohara no Natsuno wird Udaijin und bekleidet dieses Amt bis 837. Fujiwara no Otsugu endet sein Amt als Udaijin. Kiyohara no Natsuno endet sein Amt als Dainagon.
*'''833:''' Junna: Am 22. März dankt Junna im zehnten Jahr seiner Herrschaft zugunsten seines Adoptivsohns ab; Kaiser Ninmyō erhält kurz darauf den Thron. Junna wird zurückgetretener Kaiser und zieht nach Junna-in, einer Villa im Bezirk Ukyo in Kyōto. Nach seiner Abdankung leben zwei ehemalige Kaiser: Saga wird als älterer zurückgetretener Kaiser bezeichnet, Junna als jüngerer zurückgetretener Kaiser. Später wirkt das Oberhaupt des Minamoto-Klans als Verwalter von Junna-in; die Villa wird zur Shōgakuin-Akademie, die auch Saiin genannt wird. [https://de.wikipedia.org/wiki/Nimmy%C5%8D '''Tennō Nimmyō (833–850)''']
*'''833:''' [http://de.wikipedia.org/wiki/Saga_(Tenn%C5%8D) Saga] 833 lässt der ehemalige Kaiser Saga einen neuen Palast in Saga‑in, dem späteren Daikaku‑ji, erbauen, einem außerhalb Kyōtos gelegenen Nebenpalast, der bereits während seiner Regierungszeit angelegt wird, und zieht gemeinsam mit der Kaiserinwitwe Kachiko dorthin. Der Garten des Palastes enthält den Ōsawa‑Teich, einen der ältesten erhaltenen Teiche eines japanischen Gartens aus der Heian‑Zeit, der nach dem chinesischen Dongting‑See gestaltet ist.
*'''834:''' Die kaiserliche Prinzessin Sadako stirbt. Die Ära Tenchō endet.
*'''837:''' Kiyohara no Natsuno endet sein Amt als Udaijin.
*'''838:''' Fujiwara no Mimori endet sein Amt als Dainagon.
*'''840:''' [https://de.wikipedia.org/wiki/Junna Junna] Am 8. Mai beziehungsweise 11. Juni stirbt der ehemalige Kaiser Junna im Alter von 55 Jahren. Er hinterlässt den Wunsch nach einer einfachen Bestattung; seine Asche wird auf dem Berg Oshio in Oharano verstreut. Nach seinem Tod sorgt Fujiwara no Yoshifusa dafür, dass Montoku statt Kronprinz Tsunesada auf den Thron kommt.
*'''842:''' [http://de.wikipedia.org/wiki/Saga_(Tenn%C5%8D) Saga] Am 24. August 842 stirbt der ehemalige Kaiser Saga im Alter von 57 Jahren. Er hinterlässt ein Testament mit Zitaten aus chinesischen Klassikern, in dem er seinen Wunsch nach einem schlichten Begräbnis äußert, anders als frühere Kaiser und abgedankte Kaiser. Gemäß seinen wiederholten Bitten soll sein Grab in einem abgelegenen, kargen Gebiet nördlich der Berge liegen, ohne Siegel oder Erdaufschüttung, lediglich eingeebnet, mit einer Grube, die groß genug ist, um den Sarg aufzunehmen, ohne gepflanzte Bäume, der natürlichen Bewachsung überlassen und ohne längere Zeit dort abgehaltene Rituale. Dementsprechend wird die Bestattung am selben Tag seines Todes vollzogen, und seine sterblichen Überreste werden in einem abgelegenen Berggebiet nordwestlich von Daikaku‑ji beigesetzt, so dass das Grab nicht in den Engishiki verzeichnet ist und der genaue Ort ab der Kamakura‑Zeit unbekannt ist.
*'''Zuletzt 823'''
 
==KALINGGA==
 
*'''Zuletzt 725'''


==QUELLEN==
==QUELLEN==

Version vom 14. August 2026, 19:51 Uhr

820 | 821 | 822 | 823 | 824 | 825 | 826

MAYA

Copan

PIKTEN

KELTEN

  • Der König von Meath ist gleichzeitig auch Hochkönig von Irland.

Ailech

  • König Murchad mac Máele Dúin (819–823)
    Murchads Misserfolge führen zu seiner Absetzung durch seinen zweiten Cousin Niall Caille, der im Jahr 846 stirbt. Murchad verliert damit die Herrschaft über Ailech.
  • König Niall Caille (823–846)
    Niall mac Áeda gehört dem Cenél nEógain an, einem nördlichen Zweig der Uí Néill, einer Verwandtschaftsgruppe, deren Herrscher große Teile Irlands beherrschen. Er ist ein Sohn von Áed mac Néill, der Áed Oirdnide genannt wird und selbst Hochkönig gewesen ist. Nach dem Banshenchas aus dem 12. Jahrhundert ist seine Mutter Medb, eine Tochter Indrechtach mac Muiredaigs von den Uí Briúin von Connacht. Das Hochkönigtum von Irland wird in der Praxis zwischen dem nördlichen Cenél nEógain und dem südlichen Zweig Clann Cholmáin der Uí Néill geteilt. Niall ist mit Gormflaith ingen Donncadha verheiratet, einer Schwester Conchobar mac Donnchadas. Seine Kinder umfassen Áed Findliath, der so genannt wird, um ihn von seinem Großvater zu unterscheiden und später Hochkönig wird, eine namentlich nicht überlieferte Tochter, die Conaing mac Flainn von den Síl nÁedo Sláine heiratet, sowie mehrere weitere Söhne.
  • Fortsetzung 825

Ulster

Connacht

Meath

Leinster

Gwynedd

Powys

NORDGERMANEN

Wikinger

  • Wikingerzeit: Wikinger versuchen die irische Klosterinsel Skellig Michael zu erobern.

Dänemark

  • König Horik I. (813-854)
    823 beginnt das Bündnis zu zerbrechen, als die Söhne Gudfreds Harald mit Vertreibung aus dem Reich drohen. Harald flieht zu Ludwig und bittet um Unterstützung. Zwei kaiserliche Gesandte besuchen Dänemark und sammeln ausführliche Informationen über die Lage. Bei ihrer Rückkehr bringen sie Erzbischof Ebo von Reims mit, der mit einigem Erfolg Zeit in Dänemark zur Missionierung verbracht hat.
  • König Harald Klak (2. Amtszeit (819–827)
  • Fortsetzung 825

ANGELSACHSEN

Northumbria

Mercia

  • König Ceolwulf I. (821–823)
    Ceolwulfs Herrschaft dauert nur zwei Jahre; 823 wird er von Beornwulf gestürzt und als König von Mercien abgelöst.
  • König Beornwulf (823–825)
    Über Beornwulfs Herkunft ist wenig Genaues bekannt. Sein Vater ist der mercische Ealdorman Beorhtweald. Beornwulf könnte aufgrund der Stellung seiner Unterschrift in den Dokumenten in der Herrschaftsordnung des Königreichs nicht zur allerhöchsten Gesellschaftsschicht gehören. Während seiner Herrschaft verliert Mercien seine dominante Rolle unter den Königreichen Englands. Der Konflikt mit dem Erzbischof von Canterbury, Wulfred, um die weltliche Kontrolle von Klöstern beginnt bereits unter Cenwulf. Beornwulf schließt die bereits durch Ceolwulf begonnene Eroberung des walisischen Königreichs Powys erfolgreich ab. Nicht nur Kent befindet sich unter der Oberherrschaft Merciens, sondern auch Sussex, Essex, Middlesex, Surrey und East Anglia stehen unter der direkten Kontrolle des Herrschers von Mercien. Das einzige Königreich südlich des Humbers, das seine Unabhängigkeit bewahren kann, ist Wessex. Als Folge der verlorenen Schlacht bricht das Herrschaftssystem Merciens zusammen. Während der politischen und dynastischen Instabilität innerhalb Merciens vor Beornwulfs Regierungsübernahme sind persönliche Loyalitäten und Gefolgschaften zerbrochen, wodurch der Einsatz königlicher Macht und die Kontrolle des Regierungsapparats geschwächt worden sind. Egbert entsendet Truppen unter der Führung seines Sohnes Æthelwulf nach Kent, wo dieser König Baldred vertreibt. Die Bevölkerung von Sussex und Surrey unterwirft sich König Egbert, und auch Essex scheint dessen Oberherrschaft zu akzeptieren. Nachdem das Königreich der Ostangeln seine Unabhängigkeit zurückerlangt hat, schließt auch es Frieden mit Wessex.
  • Das Erzbistum Canterbury kommt zu Kent, das wieder einen eigenen König hat.
  • Fortsetzung 825

Wessex

Essex

  • König Sigered (798–825)
    Sigered wird in einer Urkunde erneut erwähnt, und zwar als subregulus, diesmal in einer Charta des Cenwulf-Nachfolgers Ceolwulf. Damit bleibt sein untergeordneter Status gegenüber Mercia auch in diesem Jahr bestehen.
  • Fortsetzung 825

Kent

  • König Baldred (823-825)
    Baldred ist König von Kent von 823 bis 826 oder 827. Ceolwulf I., König von Mercien, hat zuvor unmittelbar über Kent geherrscht und ist von Beornwulf abgesetzt worden. Etwa zur selben Zeit beginnen Münzpräger in Canterbury, Münzen im Namen Baldreds, des Königs von Kent, auszugeben. Es ist ungewiss, ob Baldred unabhängig ist oder als Unterkönig von Mercien herrscht. Neunzehn seiner Münzen sind bekannt.
  • Erzbischof Wulfred (Canterbury, 805-832)
    Nach der Absetzung Ceolwulfs im Jahr 823 verbessert sich Wulfreds Lage.
  • Fortsetzung 825

FRÄNKISCHES REICH

  • König, Kaiser Ludwig der Fromme (814–840)
  • Römischer Mitkaiser Lothar I. (817/823–855) und König von Italien / König der Langobarden (822–855)
    5. April: Papst Paschalis I. krönt Lothar I. zum Mitkaiser im fränkischen Reich, das sein Vater Ludwig der Fromme regiert. Karl, der Sohn Ludwigs aus zweiter Ehe mit Judith, wird geboren, für den später ein neues Teilreich Schwaben geschaffen werden soll.
  • Erzbischof Ebo (Reims, 1. Amtszeit 816-835; Bischof von Hildesheim 845–851)
    Lothar wird am 13. Juni Vater Karl des Kahlen geworden, aus der zweiten Ehe Ludwigs mit Kaiserin Judith, diese sendet bald nach der Geburt ihres Sohnes einen Ring an Ebo in Dänemark und bittet ihn, den jüngsten Kaisersohn niemals im Gebet zu vergessen, im Sommer 823 unternimmt Ebo seine erste Missionsreise nach Dänemark, begleitet von den Bischöfen Halitgar von Cambrai und Willerich von Bremen, und im selben Jahr wird seine Bestellung zum Legaten von Papst Eugen II., der von 824 bis 827 regiert, erneuert, er ist auf dem Reichstag zu Compiègne im November 823 anwesend, und als Stützpunkt und geistliche Bildungsstätte für die dänische Mission gründet er im heutigen Münsterdorf in Holstein am Ufer der Stör im Schutz der Wallburg Esseveldoburg ein kleines Bethaus, die „Cella Welana“.
  • Abt Hilduin (Saint-Denis, 814–840)
  • Abt Adalhard (Corvey, 822-826)
  • Bischof Gondulf (Metz, 816–823)
    Gondulf stirbt nach einer mehr als sechsjährigen Amtszeit am 6. September 823 und wird im Kloster Gorze beigesetzt; sein Gedenktag wird später auf den 6. September festgelegt. Sein Nachfolger im Amt ist Drogo als Bischof von Metz.
  • Bischof Drogo (Metz, 823–855)
    Drogo, geboren am am 17. Juni 801 als Sohn von Kaiser Karl dem Großen und dessen Konkubine Regina geboren und auf Zwang Ludwigs des Frommen zum Geistlichen ausgebildet, wird am 28. Juni zum Bischof von Metz ernannt. Er ist ein großer Kunstliebhaber und einer der bedeutendsten Mäzene des 9. Jahrhunderts. Er lässt die Kathedrale von Metz mit Werken ausstatten, die in ihrer Schönheit und Kostbarkeit zu den Höhepunkten der karolingischen Renaissance zählen. Dazu gehören drei Handschriften, deren jüngste und zugleich schönste das Drogo-Sakramentar ist. Drogo ist nicht der einzige Karolinger, der eine geistliche Laufbahn einschlagen hat: Sein jüngerer Bruder Hugo ist Abt von Saint-Quentin, Saint-Bertin und Lobbes.
  • Bischof Waltcaud (Lüttich, 810/811-831)
  • Erzbischof Hadebald (Köln, 819–841)
  • Bischof Willerich (Bremen, 805–837)
    Willerich und Bischof Halitgar von Cambrai begleiten den Erzbischof und päpstlichen Legaten Ebo von Reims auf dessen erster Missionsreise nach Dänemark, die wenig Erfolg zeigt.
  • Erzbischof Haistulph (Mainz, 813–825)
  • Erzbischof Hetti (Trier, 814–847)
  • Bischof Wolfgar (Würzburg, 809–831)
  • Abt Eigil (Fulda, 818–822)
  • Abt Hrabanus Maurus (Fulda, 822–842)
  • Bischof Wolfleoz (Konstanz, 811–838/39)
  • Abt Gozbert (St. Gallen, 816–837)
  • Bischof Haito (Basel, 805-823)
    Haito tritt von allen seinen Ämtern zurück, um seinen Lebensabend als einfacher Mönch auf der Reichenau zu verbringen. *Bischof Udalricus (Basel, 823–835)
    In der ältesten bekannten Bischofsliste aus der Abtei Münster im Elsass erscheint Udalricus unter Papst Paschalis I., dessen Pontifikat von 817 bis 824 dauert. Ende 823 wird Udalricus zum Bischof von Basel bestimmt.
  • Abt Erlebald (Reichenau, 823–838)
    Erlebald entstammt einem schwäbischen Grafengeschlecht und ist ein Neffe von Abt Waldo. Er kommt um 790 als Mönch in das Kloster Reichenau. Zunächst ist er Schüler von Abt Haito, der ihn an die Hofschule Karls des Großen nach Aachen entsendet; dort wird er vermutlich von Clemens von Irland unterrichtet. Nach seiner Rückkehr in die Abtei Reichenau wird er ein enger Vertrauter Abt Haitos und begleitet ihn 811 auf dessen diplomatischer Reise nach Byzanz. Die Reichenauer Konventsmitglieder wählen Erlebald in diesem Jahr einstimmig zum neuen Abt. Während Erlebalds Abbatiat erreicht der Konvent seinen personellen Höchststand. Erlebald bemüht sich besonders um den Ausbau der Klosterbibliothek und lässt das Verbrüderungsbuch der Abtei Reichenau anlegen. Er erteilt einem seiner Mönche den Auftrag, die Geschichte der Gründung des benachbarten Klosters Schienen aufzuschreiben. Daraufhin werden Reliquien des heiligen Genesius in das Kloster Reichenau übertragen. Unter Abt Erlebald wird die von Haito errichtete Kreuzbasilika durch ein Westquerhaus mit Doppelturmfassade ergänzt. Erlebald verweigert Ratold den Wunsch, sich in der von Egino von Verona gegründeten Zelle an der Westspitze der Reichenau niederzulassen. Stattdessen weist er ihm am gegenüberliegenden Ufer des Bodensees einen Platz zu. Ratold errichtet dort eine Kirche und eine Klosterzelle, aus der später die Stadt Radolfzell hervorgeht.
  • Fortsetzung 824

Grafschaft Aragón und Conflent

Grafschaft Barcelona, Girona, Besalú und Osona

Grafschaft Urgell, Cerdaña und Osona

Herzogtum Gascogne

Grafschaft Toulouse

Herzogtum Sachsen

​ Herzogtum Baiern

  • Erzbischof Adalram (Salzburg, 821–836)
  • Bischof Baturich (Regensburg, 817–847)
  • Bischof Adalung (Eichstätt, 822–837)
  • Bischof Hitto (Freising, 810/12–835)
  • Bischof Reginhar (Passau, 817–838)
    Confirmatio Ludovici Pii
    Vor 823 verlegt der erste Passauer Bischof Vivilo angesichts der anrückenden Awaren nach der späteren Darstellung Bischof Pilgrims den Bischofssitz als letzter Bischof von Lorch im Jahr 739 nach Passau. Damit soll Passau die Rechtsnachfolge des größten Bistums im Südosten des deutschen Kulturraums zustehen. Das Stift St. Florian untersteht bereits im 9. Jahrhundert dem Bistum Passau. Karl der Große schenkt dem Bistum Passau die Martinskirche in Linz, während die Burg Linz zum Königsgut gehört. Die Confirmatio Ludovici Pii ist eine frühmittelalterliche Urkunde, welche dem Bistum Passau nach dem Abzug der Awaren bestimmte Besitzungen im heutigen Niederösterreich und Oberösterreich bestätigt. Während der Reichsversammlung in Frankfurt im Frühling 823 restituiert Kaiser Ludwig der Fromme dem Hochstift Passau gewisse Schenkungen seines Vaters, die dem Stift inzwischen durch verschiedene Markgrafen entzogen worden sind. Die auf den 28. Juni datierte Confirmatio Ludovici Pii bestätigt dem Bischof von Passau die Besitzungen von Traismauer, Wachau, Pielach, Naarn im Machlande, Ried in der Riedmark, Aschbach, Wolfsbach, Erlauf beziehungsweise Pöchlarn, Ardagger und Saxen; in Ardagger und Saxen bestätigt sie jeweils zwei Kirchen im Siedlungsgebiet. Die längere Fassung nennt zusätzlich die Leitha-Region und Zeiselmauer. Die meisten dieser Orte werden in dieser Urkunde erstmals geschichtlich erwähnt. Die Urkunde liegt in zwei Fassungen vor: Das echte, kürzere Dokument ist als Abschrift im Codex Lonsdorfianus erhalten, während das rückdatierte, längere Dokument in einem besiegelten und einem unbesiegelten Original vorliegt. Das älteste erhaltene Exemplar der Urkunde wird im Bayerischen Hauptstaatsarchiv in München aufbewahrt.
  • Fortsetzung 824

Herzogtum Mailand

Markgrafschaft Friaul

  • Markgraf Balderich (819–828)
    Ljudevit flieht zuerst nach Dalmatien, wo er – in Unkenntnis von Bornas Tod – bei diesem Zuflucht zu finden hofft. Dort gerät er in Streit mit seinem Gastgeber, einem serbischen Unterfürsten, den er tötet, und flieht dann zu Bornas Onkel Ljudemisl. Dieser lässt ihn noch im gleichen Frühjahr auf Druck der Franken ermorden. Die Nachricht von Ljudevits Tod trifft im Juni bei einer Reichsversammlung in Frankfurt ein, als gerade neue Maßnahmen zur Niederwerfung des Aufstandes beschlossen werden sollen.
  • Fortsetzung 824

Markgrafschaft Toskana

  • Markgraf Bonifatius I. (812–823)
    Bonifatius I. stirbt 823. Er hinterlässt einen Sohn namens Bonifatius, der Markgraf der Toskana wird, und einen weiteren Sohn namens Berard, der seinem Bruder bei der Verteidigung Korsikas hilft. Seine einzige Tochter Richilda wird Äbtissin von SS. Benedetto e Scolastica in Lucca.
  • Fortsetzung 828

Herzogtum Spoleto

Herzogtum Benevent

SPANIEN

Asturien

KIRCHENSTAAT

  • Papst Paschalis I. (817–824)
    Paschalis salbt und krönt in Rom am Ostersonntag Lothar I., den Sohn Ludwigs des Frommen, zum Kaiser des Heiligen Römischen Reiches. Lothar I. ist nach der Krönung weniger bereit, mit der römischen Kurie zusammenzuarbeiten als sein Vater und hält einen Gerichtshof ab, bei dem er die Abtei Farfa nördlich von Rom von der päpstlichen Besteuerung befreit. Die aristokratischen Gegner Paschalis’ I. im päpstlichen Palast, insbesondere sein ehemaliger Legat Theodor und dessen Schwiegersohn Leo, wenden sich in diesem Jahr an den jungen fränkischen Herrscher Lothar I., um Unterstützung in ihrem Widerstand gegen Paschalis I. zu erhalten. Diese Entscheidung führt zur Empörung des römischen Adels und zu einem Aufstand gegen die Autorität der römischen Kurie in Norditalien unter Führung von Theodor und Leo, der rasch niedergeschlagen wird, wobei zwei Anführer von Angehörigen des päpstlichen Haushalts ergriffen, geblendet und anschließend enthauptet werden. Paschalis I. weist jede Beteiligung an diesen Taten von sich, doch der Kaiser bleibt misstrauisch und entsendet zwei Kommissare, um die Vorgänge zu untersuchen, und Paschalis I. weigert sich, sich der Autorität des kaiserlichen Gerichtes zu unterwerfen, legt jedoch vor einer Synode von vierunddreißig Bischöfen einen Reinigungseid ab. Die Kommissare kehren nach Aachen zurück, und Kaiser Ludwig der Fromme lässt die Angelegenheit fallen. In diesem Jahr salbt Paschalis I. nach der deutschen Seite Lothar I. zum Kaiser, und Lothar I. versucht bald darauf, Papsttum und Kirchenstaat enger an das Kaisertum zu binden, während Paschalis I. seinerseits versucht, Einfluss in der fränkischen Reichskirche zu gewinnen und seine Stellung in Rom zu festigen.
  • Fortsetzung 824

REPUBLIK VENEDIG

WESTSLAWEN

Abodriten

  • Samtherrscher Ceadrag (819-838/839)
    Ceadrag wird auf dem Reichstag verklagt, dass er gegen die Franken nicht gerade treu sei und es schon lange versäumt habe, dem Kaiser zu huldigen. Der Kaiser entsendet eine Abordnung, die Ceadrag mit einigen Großen seines Volkes an den Kaiser zurückschickt mit dem Versprechen, im nächsten Winter vor ihm zu erscheinen. Ceadrag hält dieses Versprechen ein und besucht im November 823 den Reichstag in Compiègne, wo er sich wegen seines langjährigen Ausbleibens in annehmbarer Weise vor dem Kaiser rechtfertigt. Obwohl er in mancher Beziehung schuldig erscheint, bleibt er doch mit Rücksicht auf die Verdienste seiner Vorfahren nicht nur straffrei, sondern darf auch reich beschenkt in sein Land zurückkehren.
  • Fortsetzung 826

SÜDSLAWEN

Pannonien

  • Fürst Ljudevit (810-823)
    Um 823, bald nach dem Zwischenfall mit den Serben, sendet Ljudevit einen Gesandten an den fränkischen Hof und erklärt, dass er bereit ist, Kaiser Ludwig den Frommen als obersten Herrscher anzuerkennen, bricht diese Annäherung jedoch ab, indem er erneut flieht, diesmal zu Ljudemisl nach Dalmatien, der als Onkel Bornas in dem inzwischen von Vladislav beherrschten Gebiet eine einflussreiche Stellung einnimmt. Ljudemisl empfängt den geflohenen Ljudevit, tötet ihn jedoch schließlich hinterlistig, womit Ljudevits Herrschaft und sein jahrelanger Widerstand gegen die fränkische Oberhoheit ein abruptes Ende finden.

Kroatien

Serbien

ERSTES BULGARISCHES REICH

BYZANTINISCHES REICH

  • Kaiser Michael II. (820–829)
    Der byzantinische Gegenkaiser Thomas der Slawe, der im Vorjahr wegen des Eingreifens des bulgarischen Khans Omurtag die Belagerung Konstantinopels abbrechen musste, versucht die Belagerung wieder aufzunehmen, wird von den Truppen Kaiser Michaels II. im Mai jedoch geschlagen und auf einige wenige feste Plätze in Thrakien zurückgedrängt.
    Oktober: Thomas der Slawe wird von seinen eigenen Leuten an Kaiser Michael II. ausgeliefert und gepfählt. Sein Mitregent Anastasios erleidet das gleiche Schicksal. Zwei Unterstützer des Thomas, Choireas und Gazarenos Koloneiates, können sich noch einige Monate in Kleinasien halten.
    Sarazenen aus dem westlichen Mittelmeerraum fallen auf der zum byzantinischen Kaiserreich gehörenden Insel Kreta ein.
  • Patriarch Theodotos I. (Konstantinopel, 815–821)
  • Patriarch Antonios I. (Konstantinopel, 821–836)
  • Fortsetzung 828

IBERIEN

KACHETIEN

ARABER

(207/208 = 15./16. Mai)

Abbasiden

Samaniden

Rustamiden

  • Imam Abd al-Wahhab ibn Abd al-Rahman (788–823)
    Abd al-Wahhab stirbt vermutlich 823/824. Sein Mandat reicht bis zu seinem Tod im Jahr 208 der Hidschra, und danach folgen die Imame in direkter Linie bis zum Ende des Reiches aufeinander.
  • Imam Aflah ibn Abd al-Wahhab (823–872)
    Aflah ibn Abd al-Wahhab ist der dritte Imam der ibaditischen Dynastie der Rustamiden im zentralen Maghreb. Sein Großvater Ibn Rustam gründete diese Dynastie in Tahert. In seiner Jugend erlebte Aflah die Auseinandersetzungen, denen sein Vater Abd al-Wahhab gegenüber den Muʿtaziliten begegnete. Sein Vater Abd al-Wahhab und dessen Vertreter beziehungsweise Amil auf Djerba ordneten vor ihrem Tod den Bau der Tadschdit-Moschee beziehungsweise „Neuen Moschee“ in berberischer Sprache auf Djerba an. Aflah traf Abu Ghanim al-Churasani, den Verfasser der ersten bekannten ibaditischen kanonischen Sammlung mit dem Titel Mudawwana. Er studierte die Schriften Abu Sufyans und überlieferte die Traditionen der frühen Gefährten des Propheten. Aflah gilt als Mufti und Theologe und versammelt noch vor dem Erreichen der Pubertät drei Studienzirkel, Halqa, um sich. Ihm wird ein kurzes didaktisches Gedicht über die Suche nach religiösem Wissen mit dem Titel „Qasida fi fadl al-ilm wa-l-mutaallim“ zugeschrieben, das jedoch in der mittelalterlichen Literatur nicht erwähnt wird. Seine unveröffentlichten Dschawabat, „Antworten“, werden erwähnt; Handschriften weisen darauf hin, dass diese Antworten für einen oder mehrere bestimmte Gesprächspartner bestimmt sind, deren Identität nicht festgestellt ist. Die meisten Handschriften enthalten nur eine Auswahl rechtlichen Materials, das wahrscheinlich längeren Fassungen der Dschawabat entnommen ist. Die Spaltung im Dschebel Nefussa geht aus der zweiten Abspaltung unter Imam Abd al-Wahhab hervor. Aflah setzt sich nach späterer Überlieferung gegen Yazid ibn Fandin, den Führer der Nekkariten, sowie gegen die Muʿtaziliten ein und schreibt angeblich Sendschreiben gegen die Nafathiyya, eine neu gegründete schismatische Bewegung unter Farj ibn Nar.
    Aflah ibn Abd al-Wahhab wird 823 Imam der ibaditischen Dynastie der Rustamiden und regiert von 823 bis 872. Während seiner Zeit erfreut sich der ibaditische Islam weiterhin beträchtlicher Beliebtheit im zentralen Maghreb, im südlichen Ifriqiya und in Tripolitanien. Das von ihm geführte Imamat zählt zu den einflussreichsten Mächten Nordafrikas. Unter seiner Herrschaft entwickelt sich Tahert wegen seiner begünstigten Verbindungen zum Mittelmeer, zum Osten und zu den Handelswegen der Sahara zu einem florierenden Zentrum des Sklavenhandels. Aflah verbessert die landwirtschaftliche Infrastruktur durch den Bau landwirtschaftlicher Gebäude und durch eine weitreichende Erweiterung der Bewässerungssysteme. Seine außergewöhnlich lange Herrschaft gilt als das goldene Zeitalter des rustamidischen Imamats. Trotz Unruhen in der östlichen Provinz des Reiches bleibt seine Herrschaft verhältnismäßig friedlich. Durch flexible Diplomatie und Großzügigkeit setzt er seine Autorität über die nomadischen Stämme der Region durch und festigt seine Macht. Die Beziehungen zu den Umayyaden von Córdoba sind günstig. Aflah führt den Bau der Tadschdit-Moschee oder „Neuen Moschee“ auf Djerba fort, deren Errichtung sein Vater Abd al-Wahhab und dessen Vertreter beziehungsweise Amil auf Djerba vor ihrem Tod angeordnet haben. Nach S. Ibn Yaqub wird ihre Errichtung an das Ende des 9. Jahrhunderts datiert, weil die beiden Moscheen der Region, Tagumin und Tawargit, von denen letztere verschwunden ist, nicht mehr ausreichen, um die Bevölkerung aufzunehmen; er bestätigt, dass Tadschdit auf Befehl des rustamidischen Staates erbaut wird. Nach ihm entwickelt sich die Madrasa, sobald die Moschee geschaffen ist; um den Ort der Anbetung befinden sich Bauten für Unterricht sowie für die Unterbringung von Schülern und Lehrern, worauf noch Erdhügel in der Umgebung hinweisen. Aflah sieht sich wachsender Opposition aus Stammeskonflikten und antiautoritären charidschitischen Tendenzen gegenüber. Seine Herrschaft wird hauptsächlich von der muʿtazilitischen Bewegung geprägt. Er erlebt die Folgen ihres Aufstiegs und Triumphs sowie ihres späteren Niedergangs. Als Erwachsener führt er eine gewaltsame Unterdrückung gegen die Muʿtaziliten durch. Später gliedert er die Muʿtaziliten wieder in die Gemeinschaft von Tahert ein und wird Imam der ibaditisch-sufritisch-wasilitischen Fraktion, der Muʿtaziliten. Sie gewinnen erheblichen Einfluss, gehören zu seinem inneren Kreis und werden sogar mit seinem Schutz betraut; sie sind Nomaden in der Umgebung von Tahert. Aflah unterhält eine Gesandtschaft bis in den Sudan; der Staat, mit dem diese Gesandtschaft besteht, ist unbekannt, wahrscheinlich handelt es sich um einen Staat namens Gao. Die Macht Imam Aflahs beunruhigt die Abbasiden so sehr, dass sie ihm vorwerfen, gegen ihre Dynastie zu verschwören und die Machtergreifung in Bagdad vorzubereiten. Sein Sohn Abu al-Yaqzan versammelt während seiner Pilgerfahrt in Mekka angeblich charidschitische Führer aus dem Osten, wird dort gefangen genommen und später nach Bagdad gebracht und dort bis zum Tod al-Mutawakkils inhaftiert. Aflah dehnt seinen Handel bis nach Niger, Mali und Tschad aus und bekehrt den gesamten Maghreb zu seiner Lehre. Nach Aflahs Tod wird die innere Geschichte des rustamidischen Reiches unruhig. Nachdem die Abbasiden seinen vorgesehenen Erben Abu al-Yaqzan gefangen genommen haben, führt die Nachfolge seines jüngeren Sohnes Abu Bakr rasch zu einer politischen Krise.
  • Fortsetzung 836

Idrisiden

Aghlabiden

Sidschilmasa

  • Die Dynastie der Midrariden übernimmt die Herrschaft im charidschitischen Emirat Sidschilmasa im späteren Marokko. Über die einzelnen Herrscher sind keine Wikipedia-Artikel vorhanden, selbst über die Dynastie der Midrariden nicht.

Emirat von Córdoba

CHASAREN

UIGURISCHES KAGANAT

INDIEN

Pratihara

Chauhan-Dynastie

Rashtrakuta

Pallava

Pandya

Anuradhapura

TIBET

  • König Ralpachen (815–838)
    Im Jahr 823 wird eine weitere Steininschrift geschaffen, die den Friedensvertrag zwischen Tibet und der Tang-Dynastie bezeugt. Diese Inschrift steht auf dem Pass, der die Grenze markiert.
  • Fortsetzung 838

KHMER

CHINA

(58. (59.) Zyklus - Jahr des Wasser-Hasen; am Beginn des Jahres Wasser-Tiger)

Tang-Dynastie

  • Kaiser Tang Muzong (821–824)
    Um 823 erleidet Kaiser Muzong während eines Polospiels im Palast einen Schlaganfall und kann nicht mehr gehen. Auf Drängen von Pei Du und Li Fengji wird er zu einer Audienz mit den Beamten gebracht, und dabei wird sein ältester Sohn Li Zhan zum Kronprinzen erhoben. Im selben Jahr ernennt Kaiser Muzong Niu Sengru zum Kanzler, was Li Deyu enttäuscht; außerdem werden Pei Du und Li Shen aus der Hauptstadt entfernt.
  • Fortsetzung 824

KOREA

Silla

Balhae

JAPAN

  • Tennõ Saga (809–823)
    823 überträgt Saga den Tempel Tō‑ji an Kūkai. Im Jahr zuvor hat er Saichōs lang gehegten Wunsch nach der Einrichtung einer Ordinationsplattform anerkannt. Ebenfalls 823 dankt Saga zugunsten von Prinz Ōtomo (später Kaiser Junna) ab, wird zum abgedankten Kaiser und ernennt seinen Sohn Prinz Masayoshi (später Kaiser Ninmyō) zum Kronprinzen. Fujiwara no Fuyutsugu, ein enger Vertrauter Sagas, der finanzielle Sparsamkeit zur Erhaltung des Ritsuryō‑Systems befürwortet, widerspricht der Abdankung, da ein weiterer abgedankter Kaiser neben Kaiser Heizei in Zeiten wiederholter Missernten eine erhebliche finanzielle Belastung darstellt, doch Saga setzt die Abdankung fort, möglicherweise um die Gewohnheit zu durchbrechen, dass grundsätzlich der älteste Sohn des Kaisers den Thron erbt, und um einem weiteren Sohn Kaiser Kanmus den Thron zu überlassen, wobei seine vergleichsweise frühe Abdankung auch als Rücksichtnahme auf seinen gleichaltrigen Halbbruder Prinz Ōtomo gilt.
  • Tennõ Junna (823–833)
    Am 16. April beziehungsweise 29. Mai besteigt Ōtomo als Kaiser Junna nach der Abdankung agas den Thron. Die Einzelheiten der Inthronisationszeremonie sind im Bericht über die Inthronisation Kaiser Junnas festgehalten. Mit Junnas Thronbesteigung ändert der Ōtomo-Klan seinen Familiennamen in Tomo, um die Verwendung des persönlichen Namens des Kaisers zu vermeiden. Am 30. Mai dankt Kaiser Saga im 14. Jahr seiner Herrschaft ab; Junna, Sagas jüngerer Bruder und der dritte Sohn Kaiser Kammus, erhält die Nachfolge. Die kaiserliche Prinzessin Ujiko wird die 16. Saiō des Ise-Schreins und bekleidet dieses Amt bis 827. Junna ist nach der traditionellen Reihenfolge der 53. Kaiser von Japan und auch als Kaiser Saiin bekannt. Während seiner Herrschaft bleiben wegen des Verlustes des Nihon Kōki viele Einzelheiten unklar. Er ernennt fähige Beamte, darunter Kiyohara no Natsuno, versucht dem politischen Verfall in den Provinzen entgegenzuwirken, führt Maßnahmen zur Bodenpolitik durch und bemüht sich um höhere Steuereinnahmen. Er überwacht außerdem die Zusammenstellung des Ryōgige und des Nihon Kōki. Junna hat sechs Kaiserinnen und kaiserliche Gemahlinnen sowie 13 kaiserliche Söhne und Töchter. Sein persönlicher Name lautet Ōtomo. Nach seiner Thronbesteigung ernennt er nicht seinen eigenen Sohn Prinz Tsuneyo, sondern Prinz Masayoshi, den rechtmäßigen Sohn Kaiser Sagas und späteren Kaiser Ninmyō, zum Kronprinzen. Da Prinz Tsuneyo während Junnas Regierungszeit an einer Krankheit stirbt, ernennt der neu gekrönte Kaiser Ninmyō Prinz Tsunesada, den Sohn Junnas und Prinzessin Masakos, einer Tochter Kaiser Sagas, zum Kronprinzen. Junna ist nach dem Text besorgt, dass Prinz Tsunesada ohne Unterstützung mächtiger Adliger Kronprinz wird, und vertraut die Angelegenheiten des Prinzen seinem loyalen Vertrauten Fujiwara no Yoshino an. Die Kaiserliche Hofbehörde bezeichnet Ōharano no Nishi no Minenoe no Misasagi im Bezirk Nishikyō in Kyōto als Ort von Kaiser Junnas Grab. Einer Überlieferung zufolge erklärt Junna vor seinem Tod Kronprinz Tsunesada, dass kein Familiengrab errichtet werden solle, weil der Geist eines Menschen nach dem Tod in den Himmel zurückkehre, leere Gräber jedoch Dämonen und böse Geister anziehen könnten. Er ordnet an, seine Knochen zu Pulver zu zermahlen und in den Bergen zu verstreuen. Er wird im heutigen Mukō in Kyōto eingeäschert; seine Knochen und Asche werden von einem Bergrücken in Ohara aus verstreut, und nach seinem Willen wird kein Grab errichtet. Deshalb ist im Engishiki kein Grabort verzeichnet. Während der Edo-Zeit wird ein willkürlich ausgewählter Ort auf dem Berg als Verehrungsstätte für den Kaiser bestimmt. Die Regierungsjahre Junnas fallen in die Äranamen Kōnin und Tenchō. Kugyō bezeichnet die wenigen mächtigsten Männer am Hof des Kaisers in der Zeit vor der Meiji-Zeit; diese Elite umfasst im Allgemeinen jeweils nur drei oder vier Männer und besteht aus erblichen Höflingen, deren Erfahrung und Herkunft sie an den Höhepunkt ihrer Laufbahn führen.
  • Fortsetzung 824

QUELLEN

Blaue Stichwörter verweisen stets direkt auf den entsprechenden Wikipedia-Artikel; alle anderen Links sind nach der jeweiligen Quelle benannt.

12.07.2023 Artikel eröffnet

17.08.2023 Grundstock erstellt

13.08.2026 Grundstock ergänzt

820 | 821 | 822 | 823 | 824 | 825 | 826