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*[http://de.wikipedia.org/wiki/Severus_Alexander Kaiser Severus Alexander (222–235)] <br />März: Severus Alexander wird in Mainz von Soldaten erschlagen, die Maximinus Thrax zum neuen Kaiser erheben. | *[http://de.wikipedia.org/wiki/Severus_Alexander Kaiser Severus Alexander (222–235)] <br />März: Severus Alexander wird in Mainz von Soldaten erschlagen, die Maximinus Thrax zum neuen Kaiser erheben. | ||
*[http://de.wikipedia.org/wiki/Julia_Mamaea '''Julia Mamaea'''] <br />Severus Alexander sieht sich zu großen Feldzügen gezwungen. Im Jahr 232 muss er im Osten einen gefährlichen Angriff des persischen Königs Ardaschir I. abwehren, und in der zweiten Jahreshälfte 234 oder zu Beginn des Jahres 235 zieht er mit dem Heer an die Rheingrenze, um einen Germaneneinfall zurückzuschlagen. Julia Mamaea begleitet ihn stets und nimmt wie gewohnt eine maßgebliche Rolle in der Entscheidungsfindung ein. Sie scheut militärische Risiken und bevorzugt Verhandlungen, und sie bringt kein Verständnis für die von den Soldaten erwarteten Geldgeschenke auf, an die diese unter Septimius Severus und Caracalla gewöhnt sind. Auf dem Germanenfeldzug will sie vorhandene Geldmittel lieber zur Friedenssicherung einsetzen, was in der Truppe Empörung weckt, weil die Soldaten auf Sieg und Beute hoffen und bei einem neuen Herrscher großzügige Donative erwarten. Der Hass vieler Soldaten richtet sich gegen Julia Mamaea, die sie als geizig ansehen, und die Enttäuschung über den ausgebliebenen Lohn erleichtert den Ausbruch einer Rebellion. Meuternde Soldaten erheben den Offizier Maximinus Thrax zum Gegenkaiser, und nun zeigt sich die Brüchigkeit der Herrschaft Alexanders, da niemand bereit ist, für ihn zu kämpfen. Auf Befehl des Maximinus werden Julia Mamaea und Severus Alexander im März in der Nähe von Mogontiacum in ihrem Zelt im Feldlager ermordet. Der genannte Todesort vicus Britanniae wird von manchen Forschern mit Mainz-Bretzenheim gleichgesetzt, doch ist diese Deutung umstritten. Mit ihrem Tod endet die Dynastie der Severer, und es beginnt die Epoche der Soldatenkaiser. Die Quellenlage zu Julia Mamaea ist insgesamt ungünstig. Der grundsätzlich zuverlässige Zeitgenosse Cassius Dio überliefert nur wenig über sie und bricht sein Geschichtswerk noch vor dem Germanenfeldzug ab. Hauptquellen sind der ebenfalls zeitgenössische Herodian und die spätantike Historia Augusta, die jedoch allgemein und insbesondere für die Darstellung der Regierungszeit Alexanders als wenig vertrauenswürdig gilt. Herodian würdigt die sorgfältige Erziehung Alexanders durch seine Mutter als ihr wesentliches Verdienst, schildert sie aber zugleich als geldgierig und kleinlich und wirft ihr vor, im Perserkrieg aus Feigheit und übertriebener Mutterliebe ein entschlossenes Vorgehen verhindert und damit das Scheitern des Feldzugs verursacht zu haben. Die dramatische Szene, in der Alexander kurz vor seinem Tod seine Mutter anklammert und sie anklagend für die Katastrophe verantwortlich macht, gilt als literarische Erfindung Herodians. Der Verfasser der Historia Augusta zeichnet Julia Mamaea ebenfalls als habgierig und behauptet, Alexander unternehme nichts ohne ihren Rat, lobt sie an anderer Stelle aber auch als hervorragende Mutter. In seiner Darstellung tritt sie insgesamt zurück, weil eine starke Betonung ihrer Rolle das Idealbild des Kaisers stören würde. Auch der spätantike Autor der Epitome de Caesaribus greift das Motiv ihres angeblichen Geizes auf und erzählt die Anekdote, Julia Mamaea habe den Kaiser gezwungen, Essensreste aufzubewahren und bei der nächsten Mahlzeit zu verzehren. In antiken Quellen spiegelt sich ihr außerordentlich starker Einfluss zudem in der Bezeichnung Alexanders als "Alexander, der Sohn der Mamaea" (lateinisch Alexander Mamaeae), die später von byzantinischen Autoren übernommen wird. <br />Artikel des Tages: Julia Avita Mamaea (inschriftlich auch Mamea, griechisch Ἰουλία Μαμαία; † März 235 in der Nähe von Mogontiacum, dem späteren Mainz) war die Mutter des römischen Kaisers Severus Alexander, der von 222 bis 235 regierte. Anfangs war sie wegen des jugendlichen Alters ihres Sohnes faktisch Regentin, aber auch nachdem er das Erwachsenenalter erreicht hatte, blieb sie die dominierende Gestalt am Hof. Ihre Machtstellung war jedoch prekär, da sie sich weder bei den Prätorianern noch im Heer Autorität verschaffen konnte. Schließlich wurden Alexander und Mamaea auf einem Germanenfeldzug bei einem Soldatenaufstand ermordet. Damit ging die Dynastie der Severer unter. Es folgte die Epoche der Soldatenkaiser. | |||
*[http://de.wikipedia.org/wiki/Maximinus_Thrax '''Kaiser Maximinus Thrax (235–238)'''] | *[http://de.wikipedia.org/wiki/Maximinus_Thrax '''Kaiser Maximinus Thrax (235–238)'''] | ||
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Reichskrise_des_3._Jahrhunderts '''Reichskrise des 3. Jahrhunderts'''] <br />Mit Maximinus Thrax beginnt die Zeit der Soldatenkaiser und der Reichskrise des 3. Jahrhunderts. <br />[http://www.deutschlandfunknova.de/beitrag/imperium-romanum-maximinus-thrax-und-die-reichskrise Eine Stunde History 2025] | *[https://de.wikipedia.org/wiki/Reichskrise_des_3._Jahrhunderts '''Reichskrise des 3. Jahrhunderts'''] <br />Mit Maximinus Thrax beginnt die Zeit der Soldatenkaiser und der Reichskrise des 3. Jahrhunderts. <br />[http://www.deutschlandfunknova.de/beitrag/imperium-romanum-maximinus-thrax-und-die-reichskrise Eine Stunde History 2025] | ||
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*[http://de.wikipedia.org/wiki/Harzhornereignis '''Harzhornereignis'''] <br />um 235: Zwischen römischen Legionären und Germanischen Kriegern kommt es zu mehreren Kampfhandlungen, dem sogenannten Harzhornereignis. <br />Artikel des Tages: Unter dem Begriff ''Harzhornereignis'' wird eine Reihe von Kampfhandlungen zusammengefasst, die zwischen tausenden römischen Legionären, deren Hilfstruppen und einer unbekannten Anzahl Germanen um das Jahr 235 am Westrand des Harzes, dem sogenannten „Harzhorn“, im südöstlichen Niedersachsen, stattfanden. Das Areal wurde erst im Jahr 2000 von Raubgräber entdeckt und wird erst seit 2008 intensiv wissenschaftlich erforscht. Die nahezu unberührten Fundstellen befinden sich nahe des Kalefelder Ortsteils Wiershausen im Landkreis Northeim und erstreckten sich anfänglich über eine Fläche von 2,0 × 0,5 Kilometern. Ende 2010 wurde in etwa drei Kilometer Entfernung ein weiteres umfangreiches Fundgebiet entdeckt. Bisher konnten über tausend Artefakte geborgen werden. Neben dem Römerlager Hedemünden, dem Fundplatz Bentumersiel sowie der Fundregion Kalkriese handelt es sich um eine der größten Fundstellen römischer Militaria im norddeutschen Raum. | *[http://de.wikipedia.org/wiki/Harzhornereignis '''Harzhornereignis'''] <br />um 235: Zwischen römischen Legionären und Germanischen Kriegern kommt es zu mehreren Kampfhandlungen, dem sogenannten Harzhornereignis. <br />Artikel des Tages: Unter dem Begriff ''Harzhornereignis'' wird eine Reihe von Kampfhandlungen zusammengefasst, die zwischen tausenden römischen Legionären, deren Hilfstruppen und einer unbekannten Anzahl Germanen um das Jahr 235 am Westrand des Harzes, dem sogenannten „Harzhorn“, im südöstlichen Niedersachsen, stattfanden. Das Areal wurde erst im Jahr 2000 von Raubgräber entdeckt und wird erst seit 2008 intensiv wissenschaftlich erforscht. Die nahezu unberührten Fundstellen befinden sich nahe des Kalefelder Ortsteils Wiershausen im Landkreis Northeim und erstreckten sich anfänglich über eine Fläche von 2,0 × 0,5 Kilometern. Ende 2010 wurde in etwa drei Kilometer Entfernung ein weiteres umfangreiches Fundgebiet entdeckt. Bisher konnten über tausend Artefakte geborgen werden. Neben dem Römerlager Hedemünden, dem Fundplatz Bentumersiel sowie der Fundregion Kalkriese handelt es sich um eine der größten Fundstellen römischer Militaria im norddeutschen Raum. | ||
Bosporanisches Reich | Bosporanisches Reich | ||
Aktuelle Version vom 16. Februar 2026, 08:52 Uhr
RÖMISCHES REICH
(ab urbe condita CMLXXXVIII = 988)
Italien
- Kaiser Severus Alexander (222–235)
März: Severus Alexander wird in Mainz von Soldaten erschlagen, die Maximinus Thrax zum neuen Kaiser erheben. - Julia Mamaea
Severus Alexander sieht sich zu großen Feldzügen gezwungen. Im Jahr 232 muss er im Osten einen gefährlichen Angriff des persischen Königs Ardaschir I. abwehren, und in der zweiten Jahreshälfte 234 oder zu Beginn des Jahres 235 zieht er mit dem Heer an die Rheingrenze, um einen Germaneneinfall zurückzuschlagen. Julia Mamaea begleitet ihn stets und nimmt wie gewohnt eine maßgebliche Rolle in der Entscheidungsfindung ein. Sie scheut militärische Risiken und bevorzugt Verhandlungen, und sie bringt kein Verständnis für die von den Soldaten erwarteten Geldgeschenke auf, an die diese unter Septimius Severus und Caracalla gewöhnt sind. Auf dem Germanenfeldzug will sie vorhandene Geldmittel lieber zur Friedenssicherung einsetzen, was in der Truppe Empörung weckt, weil die Soldaten auf Sieg und Beute hoffen und bei einem neuen Herrscher großzügige Donative erwarten. Der Hass vieler Soldaten richtet sich gegen Julia Mamaea, die sie als geizig ansehen, und die Enttäuschung über den ausgebliebenen Lohn erleichtert den Ausbruch einer Rebellion. Meuternde Soldaten erheben den Offizier Maximinus Thrax zum Gegenkaiser, und nun zeigt sich die Brüchigkeit der Herrschaft Alexanders, da niemand bereit ist, für ihn zu kämpfen. Auf Befehl des Maximinus werden Julia Mamaea und Severus Alexander im März in der Nähe von Mogontiacum in ihrem Zelt im Feldlager ermordet. Der genannte Todesort vicus Britanniae wird von manchen Forschern mit Mainz-Bretzenheim gleichgesetzt, doch ist diese Deutung umstritten. Mit ihrem Tod endet die Dynastie der Severer, und es beginnt die Epoche der Soldatenkaiser. Die Quellenlage zu Julia Mamaea ist insgesamt ungünstig. Der grundsätzlich zuverlässige Zeitgenosse Cassius Dio überliefert nur wenig über sie und bricht sein Geschichtswerk noch vor dem Germanenfeldzug ab. Hauptquellen sind der ebenfalls zeitgenössische Herodian und die spätantike Historia Augusta, die jedoch allgemein und insbesondere für die Darstellung der Regierungszeit Alexanders als wenig vertrauenswürdig gilt. Herodian würdigt die sorgfältige Erziehung Alexanders durch seine Mutter als ihr wesentliches Verdienst, schildert sie aber zugleich als geldgierig und kleinlich und wirft ihr vor, im Perserkrieg aus Feigheit und übertriebener Mutterliebe ein entschlossenes Vorgehen verhindert und damit das Scheitern des Feldzugs verursacht zu haben. Die dramatische Szene, in der Alexander kurz vor seinem Tod seine Mutter anklammert und sie anklagend für die Katastrophe verantwortlich macht, gilt als literarische Erfindung Herodians. Der Verfasser der Historia Augusta zeichnet Julia Mamaea ebenfalls als habgierig und behauptet, Alexander unternehme nichts ohne ihren Rat, lobt sie an anderer Stelle aber auch als hervorragende Mutter. In seiner Darstellung tritt sie insgesamt zurück, weil eine starke Betonung ihrer Rolle das Idealbild des Kaisers stören würde. Auch der spätantike Autor der Epitome de Caesaribus greift das Motiv ihres angeblichen Geizes auf und erzählt die Anekdote, Julia Mamaea habe den Kaiser gezwungen, Essensreste aufzubewahren und bei der nächsten Mahlzeit zu verzehren. In antiken Quellen spiegelt sich ihr außerordentlich starker Einfluss zudem in der Bezeichnung Alexanders als "Alexander, der Sohn der Mamaea" (lateinisch Alexander Mamaeae), die später von byzantinischen Autoren übernommen wird.
Artikel des Tages: Julia Avita Mamaea (inschriftlich auch Mamea, griechisch Ἰουλία Μαμαία; † März 235 in der Nähe von Mogontiacum, dem späteren Mainz) war die Mutter des römischen Kaisers Severus Alexander, der von 222 bis 235 regierte. Anfangs war sie wegen des jugendlichen Alters ihres Sohnes faktisch Regentin, aber auch nachdem er das Erwachsenenalter erreicht hatte, blieb sie die dominierende Gestalt am Hof. Ihre Machtstellung war jedoch prekär, da sie sich weder bei den Prätorianern noch im Heer Autorität verschaffen konnte. Schließlich wurden Alexander und Mamaea auf einem Germanenfeldzug bei einem Soldatenaufstand ermordet. Damit ging die Dynastie der Severer unter. Es folgte die Epoche der Soldatenkaiser. - Kaiser Maximinus Thrax (235–238)
- Reichskrise des 3. Jahrhunderts
Mit Maximinus Thrax beginnt die Zeit der Soldatenkaiser und der Reichskrise des 3. Jahrhunderts.
Eine Stunde History 2025 - Konsul Gnaeus Claudius Severus
- Konsul Tiberius Claudius Quintianus
- Bischof Pontianus (Rom, 230–235)
Nachdem er von Kaiser Maximinus Thrax ins Exil nach Sardinien geschickt worden ist, tritt Pontianus von seinem Amt als Bischof von Rom zurück. - Bischof Anterus (Rom, 235–236)
- Der am 28. September als Bischof zurückgetretene Pontianus wird in einem Steinbruch auf Sardinien erschlagen.
- Harzhornereignis
um 235: Zwischen römischen Legionären und Germanischen Kriegern kommt es zu mehreren Kampfhandlungen, dem sogenannten Harzhornereignis.
Artikel des Tages: Unter dem Begriff Harzhornereignis wird eine Reihe von Kampfhandlungen zusammengefasst, die zwischen tausenden römischen Legionären, deren Hilfstruppen und einer unbekannten Anzahl Germanen um das Jahr 235 am Westrand des Harzes, dem sogenannten „Harzhorn“, im südöstlichen Niedersachsen, stattfanden. Das Areal wurde erst im Jahr 2000 von Raubgräber entdeckt und wird erst seit 2008 intensiv wissenschaftlich erforscht. Die nahezu unberührten Fundstellen befinden sich nahe des Kalefelder Ortsteils Wiershausen im Landkreis Northeim und erstreckten sich anfänglich über eine Fläche von 2,0 × 0,5 Kilometern. Ende 2010 wurde in etwa drei Kilometer Entfernung ein weiteres umfangreiches Fundgebiet entdeckt. Bisher konnten über tausend Artefakte geborgen werden. Neben dem Römerlager Hedemünden, dem Fundplatz Bentumersiel sowie der Fundregion Kalkriese handelt es sich um eine der größten Fundstellen römischer Militaria im norddeutschen Raum.
Bosporanisches Reich
Bithynia et Pontus
Armenia
Osrhoene
- Klientelkönig Ma’nu (IX.) Bar Abgar (X.) Severus (216–242)
Syria
Aegyptus
IBERIA
SASSANIDENREICH
Kuschan-Sassaniden
SKYTHEN
Parataraja
- Raja Bhimarjuna (ca. 220–235)
- Raja Koziya (ca. 235–265)
- Fortsetzung 265
Kuschana
Westliche Satrapen
- Satrap Viradaman (234–238)
AKSUMITISCHES REICH
INDIEN
Chera
Anuradhapura
CHINA
(48./49. Zyklus - Jahr des Holz-Hasen; am Beginn des Jahres Holz-Tiger)
Wei-Dynastie
Shu Han
Wu-Dynastie
JAPAN
Yayoi-Zeit
Yamatai
KOREA
Goguryeo
Baekje
Gaya
Silla
QUELLEN
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22.12.2012 Artikel eröffnet
16.03.2025 Grundstock erstellt