782
MAYA
Palenque
Calakmul
Talol
Tikal
Quiriguá
Copan
PIKTEN
- König Talorgan mac Unuist (778-782)
Im Jahr 782 melden die Annalen von Ulster den Tod eines piktischen Königs: "Dub Tholargg rex Pictorum citra Monoth", also "Tholargg der Schwarze, König der Pikten diesseits des Mounth", womit die Monts Grampians bezeichnet sind. Die Identifizierung dieses Herrschers mit einem der beiden gleichnamigen zeitgenössischen Könige der Chronique Picte, Talorgan mac Drust oder Talorgan mac Unuist, führt zu mehreren möglichen Deutungen. Cummins datiert das Ende der Herrschaft von Talorgan mac Drust auf 782 oder 783. Fraser sieht Talorgan mac Unuist, den er mit „Dub Tholargg“ identifiziert, auf dieser Seite des Mounth von 780 bis 782 herrschen. Cummins setzt das Ende der Herrschaft von Talorgan mac Drust alternativ auf 783. Für Cummins beginnt im Anschluss daran die Herrschaft von Talorgan mac Oengus im Jahr 783. Cummins datiert das Ende der Herrschaft von Talorgan mac Oengus auf 784 oder 785. - König Drest VIII. (782-783)
Drest, Sohn von Talorgan (Gälisch: Drest mac Talorgan), ist König der Pikten bis 783. Über Drests Nachfolger Talorgan III. ist kein Wikipedia-Artikel vorhanden. - Fortsetzung 785
KELTEN
Uí Néill
Ailech
Ulaid
Connacht
- König Artgal mac Cathail (777-782)
Artgal mac Cathail dankt ab und unternimmt eine Pilgerreise nach Iona. - König Tipraiti mac Taidg (782–786)
Von 782 bis 786 regiert Tipraiti mac Taidg als König von Connacht aus dem Zweig der Uí Briúin der Connachta; er gehört zum Síl‑Muiredaig‑Sept der Uí Briúin. - Fortsetzung 783
Leinster
- König Ruaidrí mac Fáeláin (776–785)
Zwischen Ruaidrí und seinem Rivalen Bran aus der Sippe der Uí Muiredaig bricht ein offener Krieg aus. Bran erleidet in der Schlacht von Curragh bei Kildare eine Niederlage und gerät in Gefangenschaft. Brans Verbündete Mugrón mac Flainn, König von Uí Fhailgi, sowie Dub dá Crích, Sohn des Laidcnén aus den Uí Cheinnselaig, kommen in dieser Schlacht ums Leben. - Fortsetzung 785
Uí Mháine
- König Conall mac Fidhghal (780–782)
Conall mac Fidhghal stirbt im Jahr 782. Die weiteren Nachfolger regieren ebenfalls nur kurz; die Regierungszeiten sind nicht sicher datierbar, auch sonst ist nichts Genaueres bekannt, sodass eine Aufnahme in diese Chronik nicht sinnvoll ist. Erst mit dem 33. König Murchadh mac Aodha kommt im Jahr 936 wieder ein Herrscher auf den Thron, über den wieder mehr bekannt ist. - Fortsetzung 936
Dalriada
- König Donncoirce (782-792)
Mit dem Tod von Fergus mac Echdach in den Jahren 781 oder 782 beginnt die Herrschaft von Donncoirce als König von Dál Riata. Er ist der letzte König von Dál Riata, der in den erhaltenen irischen Annalen so genannt wird. Er erscheint weder als König in den Synchronismen von Flann Mainistrech noch im Duan Albanach, und er ist unter diesem Namen auch in keiner der überlieferten Genealogien belegt. W. A. Cummins schlägt vor, dass er mit jenem Domnall identisch sein könnte, der in den schottischen Königslisten mit einer Regierungszeit von 24 Jahren verzeichnet ist. Alan Orr Anderson deutet Donncoirce als möglichen Beinamen, vielleicht mit der Bedeutung „Brauner Hafer“. Dauvit Broun ordnet in seiner Rekonstruktion der späten Könige von Dál Riata den Beginn der Herrschaft Donncoirces an das Ende der Herrschaft von Fergus mac Echdach. - Fortsetzung 792
Gwynedd
Königreich Powys
ANGELSACHSEN
Northumbria
- König Ælfwald I. (778/779–788)
- Erzbischof Eanbald I. (York, 780-796)
Eanbald führt wahrscheinlich eine Kirchenversammlung. - Higbald (Lindisfarne, 780–802)
- Fortsetzung 783
Mercia
- König Offa (757–796)
- Bischof Unwona (Leicester, 781/785-801/803)
- Bischof Hygeberht (Lichfield, 779–787)
East Anglia
Königreich Wessex
Königreich Essex
Königreich Kent
- König Ecgberht II. (Westkent, 764/765–779/784)
- König Ealhmund (779/784–784/785)
- Erzbischof Jænberht (Canterbury, 765–792)
FRÄNKISCHES REICH
- König Karl der Große (768–800)
Karl der Große (34) hält eine Reichsversammlung in Sachsen ab, bei der der sächsische Widerstand gebrochen scheint und sächsische Adelige in die fränkische Herrschaft eingebunden werden. Im selben Jahr erheben sich erneut große Teile der Sachsen unter der Führung Widukinds, obwohl ein gemeinsames fränkisch‑sächsisches Truppenaufgebot gegen die Slawen vorgesehen ist. Am Süntel im Weserbergland schlagen die Sachsen ein fränkisches Heer vernichtend, was die Originalfassung der Reichsannalen verschweigt, die Einhardsannalen aber einräumen. Karl marschiert daraufhin eilig an die Weser, um den Aufstand niederzuschlagen, und ein Teil der Rebellen unterwirft sich erneut. Bei Verden an der Aller kommt es noch im Jahr 782 zum sogenannten Blutgericht von Verden, bei dem nach den Reichsannalen 4500 Sachsen auf Befehl Karls getötet werden. Im gleichen Jahr führt Karl in Sachsen die fränkische Grafschaftsverfassung ein, lässt erneut Geiseln stellen, ordnet Deportationen von Sachsen an und erlässt die Capitulatio de partibus Saxoniae mit harten, meist tödlichen Strafen für Abweichungen vom christlichen Glauben, Übergriffe auf christliche Würdenträger oder Einrichtungen sowie heidnische Kulthandlungen. - Alkuin
Der angelsächsische Gelehrte Alkuin kommt an den Hof Karls des Großen, wo er Leiter der Hofschule wird. Er kritisiert Karls rigorose Missions- und Herrschaftspolitik in Sachsen. Gemeinsam mit Paulus Diaconus und anderen Gelehrten führt sein Wirken zu einem Aufschwung des Bildungswesens (Karolingische Renaissance). - Erzbischof Turpin (Reims, 748–794)
- Arn
Der Diakon Arn (und spätere Bischof) ist Benediktinermönch im Kloster des heiligen Amandus in Elno (später Saint-Amand-les-Eaux) in der Grafschaft Flandern. Am 26. Mai übernimmt Arn das Amt des Abtes im Kloster Elno. - Benedikt von Aniane
Der Geistliche Witiza gründet im Languedoc das Kloster Aniane, nach dem er später Benedikt von Aniane genannt wird. - Bischof Angilram (Metz, 768–791)
- Bischof Alberich (Utrecht, 777-784)
- Bischof Agilfried (Lüttich, 769–787)
- Erzbischof Lullus (Mainz, 754-786)
- Bischof Wiomad (Trier, 762-791)
- Bischof Berowelf (Würzburg, 769–794)
- Abt Baugulf (Fulda, 779–802)
- Bischof Johannes II. (Konstanz, 760–782)
Johannes bleibt bis zu seinem Tod Bischof von Konstanz sowie Abt von St. Gallen und Reichenau. Nach den Einträgen im Reichenauer Nekrolog stirbt er am 9. Februar in Konstanz. - Bischof Egino (782–811)
Egino tritt wahrscheinlich das Amt des Bischofs von Konstanz an. Anders als seine Vorgänger ist Egino nicht zugleich Abt des Klosters Reichenau und der Abtei St. Gallen. Als Bischof besitzt er jedoch die Aufsicht über die Abtei St. Gallen und ist deren rector. - Abt Ratpert (St. Gallen, 782)
Im Jahr 782 erscheint in den ältesten Äbtelisten ein Abt des Klosters St. Gallen mit dem Namen Ratpert. Über sein Leben existieren nur wenige Aufzeichnungen. Sein Vorgänger Johannes II. von Konstanz stirbt laut den überlieferten Angaben am 9. Februar. Da die erste Urkunde seines Nachfolgers Waldo von Reichenau vom 8. November desselben Jahres stammt, liegt Ratperts Amtszeit zwischen diesen beiden Daten und dauert ungefähr acht Monate. Diese Angaben gelten jedoch als unsicher. Ratpert stirbt um das Jahr 782. - Abt Waldo von Reichenau (St. Gallen 782–784)
Waldo von Reichenau entstammt einem hohen fränkischen Geschlecht. Im Jahr 770 ist er erstmals in St. Gallen als Diakon und Urkundenschreiber bezeugt. Für die Zeit von 770 bis 779 sind 17 von ihm unterzeichnete oder geschriebene Urkunden bekannt. Von ihm stammen auch die ersten Dorsualnotizen auf den Urkunden, womit ein geordnetes Aufbewahren der Urkunden, das Klosterarchiv, beginnt. Die St. Galler Klosterbibliothek verdankt ihm eine wesentliche Bereicherung, da er an der Herstellung mehrerer Codices beteiligt ist. 782 wird Waldo zum Abt des Klosters St. Gallen ernannt. Dies führt zu Konflikten mit Bischof Egino von Konstanz. - Abt Petrus (Reichenau, 782–786)
Petrus, der aus dem Geschlecht der Agilolfinger stammt und zuvor Mönch im Kloster Reichenau ist, wird im betagten Alter zum Abt des Klosters Reichenau gewählt. Mit seinem Abbatiat beginnt die Loslösung der Abtei Reichenau vom Bistum Konstanz. Diese wiedergewonnene Selbstständigkeit kann erfolgreich durchgesetzt werden, auch weil Gerold, der Bruder der Königin Hildegard und ein enger Vertrauter sowie Ratgeber seines Schwagers Karls des Großen, ein Wohltäter und Stifter des Inselklosters ist und ihm zahlreiche Schenkungen macht. - Fortsetzung 783
Aquitanien
Grafschaft Toulouse
Herzogtum Sachsen
- Herzog Widukind (777-785)
- Reichsversammlung
Im Jahr 782 findet erneut eine Reichsversammlung an den Lippequellen statt. Als genauer Ort kommt Bad Lippspringe oder das nicht weit entfernte Paderborn mit seiner Pfalz in Frage. Zu dieser erscheinen angeblich alle Sachsen außer Widukind. Es geht um die weltliche Einordnung des eroberten Gebietes in das fränkische Herrschaftssystem. In Sachsen wird die Grafschaftsverfassung eingeführt und das Gebiet in Grafschaften eingeteilt. Die Grafen entstammen nach den Lorscher Annalen zumeist dem sächsischen Adel. Vielfach wird angenommen, dass auch die Capitulatio de partibus Saxoniae auf der Versammlung beschlossen werden. In diesen soll unter anderem mit Hilfe teils drakonischer Strafen dem Christentum zum Durchbruch verholfen und das Heidentum zurückgedrängt werden. Mit diesen Maßnahmen versucht Karl der Große das bisherige politisch-rechtliche Gefüge der Sachsen systematisch zu zerstören. Auf der Reichsversammlung ist auch eine Delegation des Dänenkönigs Sigifrid anwesend. Dies gilt als bemerkenswert, weil Widukind in Dänemark Schutz gefunden hat. Es liegt nahe, dass es bei den Verhandlungen um die Auslieferung Widukinds geht. Unklar bleibt, ob der Dänenkönig darauf eingeht und deshalb Widukind im selben Jahr nach Sachsen zurückkehrt. Auch eine Delegation der Awaren ist anwesend, um über Frieden zu verhandeln. - Schlacht am Süntel
Die fränkische Grafschaftverfassung reizt die Sachsen zum Widerstand, die sich unter dem aus Dänemark zurückgekehrten Widukind sammeln. Die Sachsen beziehen am Süntel Stellung. Dort befinden sich eine alte heidnische Kultstätte auf dem Hohenstein sowie die Höhenburg Amelungsburg. Mehrere fränkische Heere befinden sich zu dieser Zeit auf einem Feldzug gegen die Sorben. Als sie vom sächsischen Aufstand erfahren, geben sie ihr ursprüngliches Ziel sofort auf und wenden sich gegen das sächsische Volksheer. Auch der fränkische Graf Theoderich setzt in aller Eile Truppen aus Ripuarien gegen die Sachsen in Bewegung und vereinigt sich mit den anderen fränkischen Heeren. Das reguläre Heer unter Geilo setzt über die Weser und lagert am Ufer eines Flusses. Wahrscheinlich um die Ehre des erwarteten Sieges allein zu gewinnen, beginnt es einen übereilten Angriff auf das Lager der Sachsen, die die Franken in guter Ordnung erwarten. Ein Teil der sächsischen Krieger umgeht den Angriff, sodass die Franken in die Zange genommen und beinahe vollständig vernichtet werden. Zwei der ranghöchsten fränkischen Beamten kommen dabei ums Leben. Das Schlachtfeld erhält danach den Namen Dachtelfeld (von tachteln = schlagen). Der abführende Bach färbt sich vom Blut der Erschlagenen rot und wird bis heute Blutbach genannt. In der Nähe des Hohensteins erinnert auch der Name des Totentals an die Ereignisse. Der Archäologe Erhard Cosack vermutet den Ort der Schlacht bei Hachmühlen an der Deisterpforte. - Blutgericht von Verden
Oktober: Daraufhin begibt sich Karl der Große wiederum nach Sachsen und versammelt die sächsischen Großen an der Mündung der Aller in die Weser. Die bei Verden versammelten Sachsen benennen Widukind als Urheber des Aufstands. Karl fordert die Auslieferung der Rädelsführer und lässt sie an einem Tag hinrichten, wobei bis zu viertausend beziehungsweise 4500 zur Hinrichtung ausgeliefert und am Fluss Aller an einem Ort namens Verden enthauptet werden. Wilhelm von Bippen zweifelt 1889 die Darstellung der Reichsannalen an, und seitdem ist diese Darstellung umstritten. - 1103D: Der christliche Missionar Marian von Bardowick wird während des Sachsenaufstandes von Heiden erschlagen.
- Fortsetzung 783
Herzogtum Baiern
- Herzog Tassilo III. (748–788)
- Bischof Simpert (Regensburg, 768–791)
- Bischof Willibald (Eichstätt, 741–787)
- Bischof Waldrich (Passau, 777–804)
- Bischof Simpert (Augsburg, 778–807)
- Bischof Virgil (Salzburg, 746–784)
- Kloster Frauenchiemsee
0901D: Herzog Tassilo III. gründet zusammen mit Liutberga von Bayern das Kloster Frauenchiemsee auf der Fraueninsel im Chiemsee und weihen am 1. September die Kirche des Klosters; dieser Tag gilt als offizielles Gründungsdatum. Die Forschung betrachtet dieses Datum zunächst als zu früh und zweifelt lange an seiner Richtigkeit. Nach historischen und archäologischen Untersuchungen setzt sich inzwischen jedoch wieder die Auffassung durch, dass diese Datierung der Gründung und Weihe korrekt ist. - Fortsetzung 784
Herzogzum Mailand
Herzogtum Treviso
- Bischof Fortunatus II. (Treviso, 777-806, Pula, 806-810, Patriarch Fortunatus II. (810-820)
Sein Onkel Johannes, der Patriarch von Grado und Fortunatus' Vorgänger im Amt, wird auf Veranlassung des gleichnamigen venezianischen Dogen Johannes ermordet. Fortunatus wird der Nachfolger des ermordeten Patriarchen. - Fortsetzung 803
Herzogtum Spoleto
Herzogtum Benevent
SPANIEN
Königreich Asturien
KIRCHENSTAAT
REPUBLIK VENEDIG
ERSTES BULGARISCHES REICH
BYZANTINISCHES REICH
- Regentin Irene (780-790)
Irene führt einen Feldzug gegen die Araber, der mit einer Niederlage der Byzantiner endet und sie zu einem Tributfrieden mit dem Kalifen Hārūn ar-Raschīd zwingt. - Kaiser Konstantin VI. (780–797)
- Patriarch Johannes (Grado, 766–802)
- Patriarch Paulos IV. (780–784)
- Fortsetzung 783
IBERIEN
ARABER
(165/166 - 14./15. August)
Abbasiden
- Kalif al-Mahdi (775–785)
Am 9. Februar bricht Harun ar-Raschid, der Sohn des Kalifen, aus Bagdad auf, und die Araber überschreiten die Kilikischen Tore des Taurusgebirges und nehmen rasch die Grenzfestung Magida. Sie rücken über die Heerstraßen auf das anatolische Hochland nach Phrygien vor, wo Harun seinen Hadschib al‑Rabi ibn Yunus mit einem Teil des Heeres zur Belagerung von Nakoleia und zur Sicherung des Rückens zurücklässt und eine weitere Abteilung von angeblich 30'000 Mann unter al‑Barmaki, wahrscheinlich Yahya ibn Khalid aus der Barmakidenfamilie, zum Plündern der reichen Westküsten Kleinasiens entsendet. Harun selbst führt das Hauptheer in das Opsikion‑Thema vor. Nach Warren Treadgold leitet der Eunuch Staurakios, Irenes Hauptminister, die byzantinische Abwehr mit der Strategie, eine sofortige Großschlacht mit Haruns Heer zu vermeiden und die getrennten Teile einzeln zu bekämpfen. Die Thrakesier unter Lachanodrakon schlagen al‑Barmaki bei Darenos und fügen ihm schwere Verluste zu, je nach Quelle 10'000 bis 15'000 Mann. Über den Ausgang der Belagerung Nakoleias durch al‑Rabi ist nur bekannt, dass er wahrscheinlich geschlagen wird, wobei einige Quellen eine Einnahme, andere große arabische Verluste und das Scheitern der Eroberung berichten. Ein Teil des Hauptheeres unter Yazid ibn Mazyad asch‑Schaibani stößt bei Nikaia auf eine byzantinische Streitmacht unter einem Grafen der Grafen namens Niketas. Im folgenden Kampf wird Niketas im Zweikampf vom arabischen General aus dem Sattel gehoben und verwundet und zieht sich wahrscheinlich nach Nikomedia zurück, wo die kaiserlichen Tagmata unter dem Inhaber des Amtes Domestikos der Schulen, Antonius, versammelt sind. Harun ignoriert diese Truppe und marschiert weiter nach Chrysopolis gegenüber von Konstantinopel am Bosporus. Da er weder Schiffe zum Übergang noch die Absicht hat, Konstantinopel anzugreifen, dient der Vormarsch als demonstrative Machtausübung. Obwohl Harun bislang erfolgreich ist, wird seine Lage durch die Bedrohung seiner Verbindungslinien nach dem vermuteten Schlag gegen al‑Rabi gefährlich. Er bricht den Vormarsch ab, zieht nach Plünderung der asiatischen Vorstädte Konstantinopels das Heer durch das Tal des Sangarios östlich von Nikaia zurück und wird dabei von den Tagmata unter Antonius im Rücken und den Bucellariern unter ihrem Feldherrn Tatzates an der Front eingeschlossen. Tatzates, ein armenischer Fürst, der 760 aus seiner arabisch beherrschten Heimat zu den Byzantinern übergelaufen ist und dem ikonoklastischen Regime Konstantins V. nahesteht, nimmt heimlich Kontakt zu Harun auf und bietet ihm Hilfe gegen Vergebung und sichere Rückkehr mit Familie nach Armenien an. Seine Haltung erklärt Theophanes mit Feindschaft gegen Irene und Staurakios, während Ralph‑Johannes Lilie darin mangelnde Aufstiegschancen unter der neuen Regierung sieht. Als Harun Verhandlungen anbietet, entsendet Irene die hohen Würdenträger Antonius, den Magistros Peter und Staurakios, die wegen ihrer vermeintlich starken Position weder eigene Sicherheiten noch Geiseln verlangen und im arabischen Lager festgesetzt werden. Zusammen mit dem Abfall Tatzates und der Unzuverlässigkeit seiner Truppen zwingt dies Irene, über ihre Freilassung zu verhandeln, insbesondere über Staurakios. Beide Reiche schließen einen dreijährigen Waffenstillstand bei schwerer jährlicher Tributzahlung in Höhe von 70'000 bis 100'000 Goldnomismata, teils ergänzt um 10'000 Stück Seide. Nach at‑Tabari soll der Tribut bei "siebzig oder neunzigtausend Dinar" liegen und jeweils Anfang April und im Juni gezahlt werden, außerdem stellen die Byzantiner Verpflegung und Führer für Haruns Rückmarsch und liefern Tatzates’ Frau und Besitz aus. Harun entlässt alle seine Gefangenen, nach Tabari 5643 Menschen, behält aber die reiche Beute und kehrt im September in das Kalifat zurück. Tabari berichtet, dass Haruns Heer 194'450 Dinar Gold und 21'414'800 Dirham Silber erbeutet, 54'000 Byzantiner in der Schlacht und 2090 in Gefangenschaft tötet, über 20'000 Reittiere erbeutet und 100'000 Rinder und Schafe schlachtet, wobei die Beutepreise so niedrig sind, dass ein Arbeitspferd für einen Dirham, ein Maultier für weniger als zehn Dirham, ein Panzerhemd für weniger als einen Dirham und zwanzig Schwerter für einen Dirham verkauft werden, zu einer Zeit, in der ein bis zwei Dirham der übliche Tagelohn eines Arbeiters oder Soldaten sind. - Imam der Ismailiten: Muhammad ibn Isma'il (775-813)
- Imam der Zwölferschiiten: Mūsā al-Kāzim (765–799)
- Patriarch Elias II. (Jerusalem, 770–797)
- Papst und Patriarch Johannes IV. (Alexandria, 777–799)
- Griechisch-orthodoxer Patriarch Politianos (768–813)
- Fortsetzung 783
Tahert
Emirat Noukour
Emirat von Córdoba
TURK-SCHAHI
UIGURISCHES KAGANAT
- Kagan Tun Baga Tarkhan (780–789)
Der Leichnam des vorherigen Kanzlers Tudun gelangt mit einer Gesandtschaft in die uigurische Hauptstadt zurück, wo Tun Baga Tarkhans neuer Kanzler Inanchu Bilge aus dem Xiedie‑Clan die Gesandtschaft empfängt und später zu einem wichtigen Mitglied des Khaganats aufsteigt. Tun Baga Tarkhan fordert von Kaiser Dezong Blutgeld, um einen Krieg zu vermeiden. - Fortsetzung 787
INDIEN
Pratihara
Chauhan-Dynastie
Östliche Chalukya
Rashtrakuta
- König Dhruva Dharavarsha (780-793)
Im Jahr 782 bezeichnet die Garugadahalli‑Inschrift Dhruva Dharavarsha ebenfalls als König und bestätigt damit seine Stellung als Herrscher. - Fortsetzung 783
Westliche Ganga-Dynastie
Pallava
Anuradhapura
TIBET
CHINA
(57./58. Zyklus - Jahr des Wasser-Hundes; am Beginn des Jahres Metall-Hahn)
Tang-Dynastie
- Kaiser Tang Dezong (779–805)
Bis Frühjahr scheint Dezong kurz vor dem Durchbruch zur Wiederherstellung der kaiserlichen Autorität zu stehen. Doch er verprellt Zhu Tao, indem er ihm nicht die gewünschte Präfektur Shen‑Zhou gibt, und beleidigt Wang Wujun, indem er ihn nur als untergeordneten Militärpräfekten einsetzt. Außerdem weist er Li Nas Kapitulation zurück. Zhu und Wang verbünden sich daraufhin mit Tian Yue, entsetzen Wei‑Zhou, schlagen die kaiserlichen Heere und ermöglichen Li Na die Flucht nach Yun‑Zhou; alle vier Kommandeure nehmen Fürstentitel an und distanzieren sich vom Tang‑Hof, behalten aber Dezongs Äranamen bei und ziehen schließlich auch Li Xilie auf ihre Seite. In dieser Phase stirbt Cui Youfu, Lu Qi rückt neben Yang Yan zum Kanzler auf, beeinflusst Dezong stark und überzeugt ihn von Yangs angeblichem Hochverrat, worauf Yang hingerichtet wird. Unter Lus Einfluss wird Dezong zunehmend hart, was Beamte und Volk gegen ihn einnimmt. Zur Finanzierung der Mehrfrontenkriege führt er neue Haus‑ und Verkehrsteuern ein, die die Bevölkerung schwer belasten und zur Denunziation bei Steuervergehen ermutigen; Beschwerden mehren sich im ganzen Reich. Der Gelehrte Lu Zhi warnt Dezong eindringlich vor weiteren Feldzügen und neuen Abgaben, da das Reich kurz vor einem Flächenaufstand steht, doch Dezong ignoriert ihn. - Fortsetzung 783
KOREA
Silla
Balhae
JAPAN
- Tennō Kammu (781–806)
- Enryaku (Ära)
0929D: Die nur knapp zwei Jahre dauernde japanische Ära Ten’ō endet. Am nächsten Tag beginnt die Ära Enryaku. - Fortsetzung 784
QUELLEN
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30.08.2023 Artikel eröffnet
27.09.2023 Grundstock erstellt
15.03.2026 Grundstock ergänzt