814
NORDGERMANEN
Dänemark
- König Horik I. (813-854)
814–815: Harald sammelt mit Ragnfred eine Streitmacht und greift seine Rivalen an. In der Schlacht werden Ragnfred und der älteste Sohn Gudfreds getötet, doch die übrigen vier Brüder erringen den Sieg. Harald erkennt seine Niederlage an und flieht zum neuen fränkischen Kaiser Ludwig dem Frommen, der gerade seinem Vater Karl dem Großen nachfolgt. Ludwig befiehlt Harald, in Sachsen zu bleiben und auf eine passende Gelegenheit zu warten, zu der die Franken ihm zur Wiedererlangung seines Throns helfen können. Während des Winters lässt Ludwig die Sachsen und Obodriten einen Einfall in Dänemark vorbereiten. - Harald Klak
Zu Beginn des Jahres, nach dem Tod Karls des Grossen, setzt Ludwig der Fromme seine Aussenpolitik fort, und Harald erscheint als besiegter und vertriebener König der Dänen an seinem Hof. Reginfrid und der älteste Sohn Gudfreds sind im Kampf gefallen, und Harald gibt seinen Anspruch auf, sucht den Schutz Ludwigs und wird von ihm aufgenommen, nach Sachsen geschickt und dort zurückgehalten, bis der Kaiser ihm militärische Hilfe gewähren kann. Im Winter 814/815 befiehlt Ludwig den Sachsen und Obodriten, sich auf einen Feldzug zur Wiedererhebung Haralds vorzubereiten, doch zweimal verhindert plötzliches Tauwetter den Marsch über die Elbe. Im Mai 815 zieht schliesslich ein Heer aus sächsischen Grafen und obodritischen Truppen unter dem Gesandten Baldrich über die Eider nach Silendi und legt in den Küstengebieten der Dänen Verwüstungen an, während die Söhne Gudfreds mit einer Flotte von zweihundert Schiffen auf einer Insel bleiben und eine offene Schlacht meiden. Nach der Verwüstung und der Einnahme von Geiseln kehren die fränkischen Truppen mit Harald nach Sachsen zurück, wo Ludwig in Paderborn eine Reichsversammlung abhält, die Angelegenheiten der Slawen und Harald regelt und Harald vorerst in Sachsen belässt. - Reginfrid
Reginfrid nicht mehr König, versucht aber als Einziger der drei abgesetzten Mitkönige, das dänische Königreich zurückzugewinnen. Er unternimmt einen erneuten Einfall in Dänemark, um die Herrschaft wieder zu erlangen. Bei diesem Versuch, das Reich zurückzugewinnen, fällt Reginfrid im Jahr 814. Sein Tod wird in den Annales regni Francorum verzeichnet und markiert das Ende seines Herrschaftsanspruchs in Dänemark. - Fortsetzung 815
PIKTEN
KELTEN
- Der König von Ailech ist gleichzeitig auch Hochkönig von Irland
Ailech
Ulster
Connacht
Meath
Leinster
- König Muiredach mac Brain (808–818)
Es wird eine Schlacht zwischen den Uí Cheinnselaig aus Süd-Leinster und den Söhnen von Bran aufgezeichnet. Die Söhne von Bran, wahrscheinlich Muiredach mac Brain und sein Bruder Cellach mac Brain, gewinnen die Schlacht. - Fortsetzung 818
Gwynedd
Powys
ANGELSACHSEN
Northumbria
- König Eardwulf (2. Amtszeit 808-810/812/830)
- König Eanred (810-840/841 oder 830-854)
- Erzbischof Wulfsige (York, 808-837)
- Bischof Egbert (Lindisfarne, 802–821)
- Bischof Tidfrith (Hexham, 813-821/822)
Mercia
- König Cenwulf (796–821)
- Erzbischof Wulfred (Canterbury, 805-832)
Wulfred reist nach Rom, um Papst Leo III. zu besuchen; der genaue Anlass ist unbekannt, hängt aber vermutlich mit der Auseinandersetzung um die Laienherrschaft über Klöster zusammen, und er wird von Bischof Wigberht von Sherborne begleitet. - Fortsetzung 816
Wessex
Essex
- König Sigered (798–825)
Ab 814 erscheint möglicherweise ein Sigered als dux, der Cenwulfs Chartas beurkundet. Der Text weist zugleich darauf hin, dass einige Historiker diese Person mit dem König Sigered identifizieren, während andere die Gleichsetzung nicht als gesichert ansehen. Auch die Möglichkeit zweier unterschiedlicher Personen wird genannt. - Fortsetzung 821
FRÄNKISCHES REICH
- Kaiser Karl der Große (800–814)
- Mitkaiser (Aquitanien, 781–814), nun Kaiser Ludwig der Fromme (814–840)
Nach dem Tod Karls des Großen am 28. Januarzieht Ludwig unverzüglich nach Aachen, übernimmt die Herrschaft im Gesamtreich, benötigt keine erneute Kaiserkrönung, da er bereits Kaiser ist, und beginnt seine Herrschaftsübernahme, die mühelos, aber nicht bruchlos verläuft. - Adalhard
Nach dem Regierungsantritt Ludwigs des Frommen entfernt dieser die Berater seines Vaters. Adalard wird deshalb im Jahr in das von Abt Arnoul geleitete Kloster Noirmoutier verbannt. - Reichsabtei Kornelimünster
Benedikt von Aniane gründet mit Unterstützung von Ludwig dem Frommen die Reichsabtei Kornelimünster in der gleichnamigen Ortschaft an der Inde in der Nähe von Aachen. Sie soll auf der Basis der Regula Benedicti, der Regel des Benedikt von Nursia, als Vorbild für die Erneuerung des Klosterwesens und des Mönchtums im fränkischen Reich dienen - König Bernhard (Italien, 810–818)
Bernards Reich umfasst nicht Bayern, da sein Vater Pippin vor Karl dem Großen stirbt und somit die Thronfolgeregelung von 806 nicht vollständig in Kraft tritt. Bereits 814 verleiht Bernards Onkel väterlicherseits, der neue Kaiser Ludwig der Fromme, Bayern und seine östlichen Abhängigkeiten seinem ältesten Sohn Lothar. Somit beginnt sich eine komplexe Situation hinsichtlich der Abgrenzung zwischen den Zuständigkeiten Bernards und Lothars an den südöstlichen Grenzen des Karolingischen Reiches abzuzeichnen. - Erzbischof Wulfar (Reims, 812-816)
Wulfar beruft eine Synode in Noyon ein, zu der Äbte, Bischöfe und Grafen zusammenkommen. - Abt Hilduin (Saint-Denis, 814–840)
Waldo, Abt von Reichenau und Abt von Saint-Denis, stirbt im März. Nach seinem Tod folgt Hilduin, der ein Weltgeistlicher und kein Mönch ist, als Abt von Saint-Denis nach. - Bischof Theodulf (Orléans, 798-818)
Als Karl stirbt, ist Theodulf unter den Zeugen seines Testaments. Auch zu Karls Sohn und Nachfolger Ludwig dem Frommen steht er zunächst in guter Beziehung. - Bischof Waltcaud (Lüttich, 810/811-831)
Ludwig der Fromme hält sich kurz nach dem Tod Karls des Großen in Lüttich auf. - Erzbischof Hildebold (Köln, 795–818)
Hildebold spendet seinem Freund Kaiser Karl in Aachen die Sterbesakramente. Er erteilt ihm die Krankensalbung und reicht ihm die Kommunion. In dieser Situation begleitet er den Kaiser in den letzten Stunden seines Lebens. Kurz zuvor hat er bereits als erster Zeuge das Testament des Kaisers unterzeichnet und bestätigt damit dessen Bestimmungen. - Bischof Willerich (Bremen, 805–837)
- Erzbischof Haistulph (813–825)
Haistulph weiht am 23. Dezember weiht Hrabanus Maurus zum Priester, der ihm später auf den bischöflichen Stuhl von Mainz folgen soll. Auf Haistulph geht die Anregung zur Erstellung des Werkes De institutione clericorum und der Matthäus-Kommentare zurück, die ihm wie auch eine Predigtsammlung dediziert werden. - Erzbischof Amalarius (Trier, 809–814)
- Erzbischof Hetti (Trier, 814–847)
Hetti gehört einer vornehmen austrasischen Familie an. Seine Schwester Warentrud ist Äbtissin in Pfalzel, und sein Neffe Grimald von Weißenburg ist Abt von St. Gallen. Bevor Hetti Bischof wird, ist er Abt von Mettlach. Zwischen 814 und 816 lässt sich die Besteigung des erzbischöflichen Stuhls in Trier als Nachfolger von Erzbischof Amalarius Fortunatus urkundlich grob datieren. Spätestens 814 ist Hetto Erzbischof von Trier und bleibt es in diesem Amt bis zu seinem Tod, wobei er zugleich als politischer und kirchlicher Führer wirkt. Als Erzbischof von Trier erhält Hetto von Ludwig dem Frommen die Bestätigung des Immunitätsprivilegs gegenüber den weltlichen Gerichten, das zuvor Bischof Wermad gewährt worden ist, der vor der Erhebung Triers zum Erzbistum dort Bischof gewesen ist. Hetti hinterlässt zudem ein Traktat für angehende Kleriker. - Bischof Wolfgar (Würzburg, 809–831)
- Abt Ratgar (Fulda, 802–817)
- Bischof Wolfleoz (Konstanz, 811–838/39)
- Abt Waldo von Reichenau (Saint-Denis 806–814)
Waldo stirbt am 29. oder 30. März in der Abtei Saint-Denis bei Paris, wo er ebenfalls Abt gewesen ist; Haito, Bischof von Basel, tritt die Nachfolge als Abt von Reichenau an (bis 823) - Bischof Haito (Basel, 805-823)
- Fortsetzung 815
Grafschaft Aragón und Conflent
Grafschaft Barcelona
Grafschaft Urgell, Cerdaña und Osona
Herzogtum Gascogne
- Herzog Sancho I. (800-812)
Als Ludwig der Fromme Karl den Großen nachfolgt, bleibt Sancho Loup in Aquitanien. - Fortsetzung 816
Grafschaft Toulouse
Abodriten
- Samtherrscher Sclaomir (810–819)
In diesem Jahr stirbt Karl der Große. Nach seinem Tod kommt es unter den abodritischen Kleinstämmen zu innerabodritischen Streitigkeiten um die Samtherrschaft. - Fortsetzung 816
Herzogtum Sachsen
- Bischof Hardward (Minden, 813–853)
- Bischof Meginhard (Osnabrück, 805–829)
- Bischof Gerfried (Münster, 809–839)
- Bischof Hathumar (Paderborn, 806–815)
Herzogtum Baiern
- Herzog Karl der Große (788–814)
- Herzog? König? Lothar I. (814-817)
Seit August 814 regiert Lothar, der älteste Sohn Ludwigs des Frommen, Bayern, aber in welchem Rang? Die deutsche Wikipedia nennt den Rang als König, erwähnt aber im Artikel zum Jahr 814, dass am 28. Januar nach dem Tode Karls des Großen sein Enkel Lothar I. HERZOG von Bayern werde; die französische und englische Wikipedia erwähnen nur, dass er Bayern "regiert", ohne sich auf einen Titel festzulegen. In den Infokästen werden nur die Regentschaften ab 817 gelistet. - Erzbischof Arn (Salzburg, 798-821)
- Bischof Adalwin (Regensburg, 791–816)
- Bischof Agan (Eichstätt, 806–822)
- Bischof Hitto (Freising, 810/12–835)
- Bischof Hatto (Passau, 806–817)
- Fortsetzung 816
Herzogtum Mailand
Herzogtum Treviso
Markgrafschaft Friaul
Markgrafschaft Toskana
Herzogtum Spoleto
Herzogtum Benevent
- Herzog Grimoald IV. (806–817)
Grimoald verspricht Ludwig dem Frommen einen jährlichen Tribut von 7000 Solidi. Dieses Versprechen wird jedoch nicht eingehalten. - Fortsetzung 817
SPANIEN
Asturien
KIRCHENSTAAT
- Papst Leo III. (795–816)
Nach dem Tod Karls des Großen wird die antipäpstliche Gruppe der verbannten Pascale und Campolo erneut aktiv und plant einen weiteren Anschlag gegen den Papst. Die Verantwortlichen werden jedoch entdeckt und sofort abgeurteilt und hingerichtet. Ludwig schickt den König von Italien, Bernardo, nach Rom, um die Lage zu untersuchen; Bernardo beendet die Angelegenheit, indem er weitere Unruhen unterdrückt. Danach wird die Situation dem Herzog Guinigisio I. von Spoleto anvertraut, der mit seinen Truppen in der Stadt Stellung bezieht und neue Todesurteile vollstreckt. - Fortsetzung 816
REPUBLIK VENEDIG
- Doge Agnello Particiaco (810–827)
Um 814 versucht Agnello, eine Dynastie zu etablieren. Zu diesem Zweck entsendet er seinen Sohn Iustinianus an den Hof Kaiser Leos V., der ihm den Titel eines Ipato, eines Konsuls, verleiht. Kaiser Leo V. erhebt jedoch Iustinianus’ Bruder Iohannes zum Mitherrscher seines Vaters. Gegen diese Zurücksetzung wehrt sich der ältere Iustinianus. Er weigert sich, im Dogenpalast zu residieren, und lässt sich stattdessen auf San Servolo nieder. Schließlich lenkt der Vater ein und erhebt Iustinianus zum Mitdogen. Iohannes wird ins Exil nach Zara an der dalmatinischen Küste geschickt. Nun gelangen Iustinianus und sein Sohn Agnello auf den Dogenstuhl. - Das Dogenkastell, ein Vorläuferbau des Dogenpalastes wird in Venedig nach der Verlegung des Dogensitzes von Malamocco nach Rivo Alto errichtet.
- Fortsetzung 819
WESTSLAWEN
Obodriten
SÜDSLAWEN
Pannonien
Kroatien
Serbien
- Fürst VRadoslav (814–822)
Am Ende des 8. Jahrhunderts herrscht Fürst Višeslav über die frühmittelalterliche Fürstentümer Serbien. Während seiner Herrschaft besteht kein Krieg zwischen dem serbischen Fürstentum und seinem östlichen Nachbarn, dem bulgarischen Khanat. In dieser Zeit läuft bereits der Prozess der allmählichen Christianisierung der Serben, der in der ersten Hälfte des 7. Jahrhunderts begonnen hat und bis zur Mitte des 9. Jahrhunderts andauert. Zu Beginn des 9. Jahrhunderts folgt Radoslav, griechisch Rodosthlabos, serbisch Radoslav oder Rodoslav, als Fürst auf seinen Vater Višeslav nach und herrscht über die frühmittelalterliche Fürstentümer Serbien. Während der Regierungszeit der Fürsten Višeslav, Radoslav und Prosigoj besteht weiterhin kein Krieg zwischen der serbischen Fürstentümer und dem bulgarischen Khanat. In der Regierungszeit von Fürst Radoslav sowie seiner unmittelbaren Vorgänger und Nachfolger setzt sich der Prozess der allmählichen Christianisierung der Serben fort, der bereits im 7. Jahrhundert beginnt und bis zur Mitte des 9. Jahrhunderts reicht. - Fortsetzung 819
ERSTES BULGARISCHES REICH
- Khan Krum (803–814)
Am 13. April erleidet Krum einen Blutsturz und stirbt, während seine großangelegten militärischen Vorbereitungen gegen Konstantinopel die byzantinische Führung so beunruhigen, dass sie die Hilfe des karolingischen Kaisers Ludwig des Frommen anfordert. Zu Krums Maßnahmen gehört die Aufstellung von 5000 eisenbeschlagenen Wagen zur Beförderung des Belagerungsgeräts, mit denen er seinen Misserfolg bei der zweiten bulgarischen Belagerung Konstantinopels im Vorjahr rächen will. Mit Krums Tod enden die unmittelbaren Auseinandersetzungen vorläufig und der Weg zu einem Ausgleich öffnet sich. - Khan Omurtag (814–831)
Nach dem Tod Krums folgen für kurze Zeit dessen Brüder nach, die in byzantinischen Quellen Dukumos und Ditzeugos heissen. Im Jahr 814 beginnt die Regierungszeit Omurtags als Khan der Bulgaren. 814-831: Gleich zu Beginn seiner Herrschaft unterzeichnet Omurtag einen 30-jährigen Friedensvertrag mit dem benachbarten Byzantinischen Reich, der bis zu seinem Lebensende in Kraft bleibt. Er wehrt sich erfolgreich gegen die aggressive Politik des Frankenreichs, das die nordwestlichen Gebiete Bulgariens einnimmt. Er unterdrückt Unruhen unter mehreren slawischen Stämmen. Er führt Verwaltungsreformen durch, die Macht und Autorität der Zentralregierung stärken. Seine Herrschaft ist geprägt von einer starken Entwicklung der bulgarischen Architektur mit einer Reihe bedeutender Bauprojekte. Der byzantinische Einfluss wirkt sich auf Omurtags Bautätigkeit aus, etwa in der Hauptstadt Pliska. Aus dieser Zeit sind griechische Inschriften erhalten. Der Endpunkt dieser Entwicklung ist die endgültige Christianisierung Bulgariens ein halbes Jahrhundert später. Omurtag unterstützt Kaiser Michael II. im Kampf gegen den Usurpator Thomas. Gegenüber dem Adel betreibt Omurtag eine insgesamt erfolgreiche Zentralisierungspolitik.
Wohl nach 814 kommt es zu harten Repressalien gegen die christlich-byzantinische Bevölkerung, die im bulgarischen Herrschaftsgebiet lebt. Dabei ist unklar, ob die christenfeindlichen Massnahmen von Omurtag oder von seinem direkten Vorgänger Ditzeugos ausgehen. In byzantinischen Quellen stehen Berichte, nach denen die Christen in Thrakien die Wahl haben, das Fleischverbot der Fastenzeit zu brechen oder zu sterben. 14 Männer erleiden das Martyrium. Andere Quellen berichten von Massakern an Gefangenen. In manchen Quellen steht Omurtag direkt für die christenfeindlichen Massnahmen verantwortlich. In der Folgezeit entspannen sich dennoch die Beziehungen zu Byzanz. - Fortsetzung 815
BYZANTINISCHES REICH
- Kaiser Leo V, (813–820)
Am Weihnachtsabend entsteht in Konstantinopel unter Teilen des Klerus und der Bevölkerung Unruhe wegen der Haltung des Kaisers zu den Bildern, in diesem Jahr sacken die Bulgaren unter Krum Arcadiopolis und weitere thrakische Städte, Krum plant eine großangelegte Belagerung Konstantinopels, stirbt aber vor Beginn der Belagerung an einem Schlaganfall, dadurch geht die bulgarische Bedrohung zurück. Leo beginnt Ende 814 mit einem Vorgehen gegen die Bilderverehrer, er sieht die militärischen Erfolge der syrischen Kaiser Leo III. und Konstantin V. und nimmt deren bilderfeindliche Politik wieder auf, er informiert seine Berater, dass nach seiner Auffassung die jüngsten Kaiser wegen ihrer Verehrung von Bildern Niederlagen erlitten haben, er beauftragt eine theologische Kommission unter der Leitung des Mönchs Johannes Grammatikos, die ikonodulen Patriarch Nikephoros I. widerspricht der Kommission. Die Geistlichen Konstantinopels versammeln sich am Weihnachtsabend 814 im Patriarchenpalast, Patriarch Nikephoros widerlegt das Dokument der Kommission und lässt die Geistlichen ein Gelöbnis unterschreiben, in dem sie versprechen, die Bilderverehrung mit ihrem Leben zu verteidigen. - Patriarch Fortunatus II. (Grado, 2. Amtszeit 809–820)
- Patriarch Nikephoros I. (Konstantinopel, 806–815)
Dezember: Nach erfolglosen theologischen Auseinandersetzungen kommt es zu persönlichen Beleidigungen. Nikephoros reagiert zunächst mit Exkommunikation auf seine Absetzung, wird jedoch unter Kaiser Leo V. dem Armenier gezwungen nachzugeben und in Klöster verbannt. - Fortsetzung 815
IBERIEN
KACHETIEN
ARABER
(198/199 - 21./22. August)
Abbasiden
- Kalif al-Ma'mūn (813–833)
- Imam der Ismailiten: Ahmad al-Wafi (813–828)
- Imam der Zwölferschiiten: ʿAlī ibn Mūsā ar-Ridā (799-818)
- Patriarch Thomas I. (Jerusalem, 807–821)
- Papst und Patriarch Markus II. (Alexandria, 799–819)
- Griechisch-orthodoxer Patriarch Eustatios (Alexandria, 813–817)
Rustamiden
Idrisiden
Aghlabiden
Emirat von Córdoba
- Emir al-Hakam I. (796–822)
Im Jahr 814 übernehmen andere Gruppen zeitweise in Alexandria die Macht. Der Text nennt dies als Teil der Folge von Vertreibungen und Wanderungen nach den Unruhen in al-Andalus. - Fortsetzung 818
CHASAREN
UIGURISCHES KAGANAT
INDIEN
Pratihara
- König Nagabhata II. (800–833)
Die Regierungszeit von Govinda III. endet (793–814), der zuvor Nagabhata besiegt hat. - Fortsetzung 825
Chauhan-Dynastie
Rashtrakuta
- König Govinda III. (793–814)
Govinda stirbt. Auf ihn folgt sein Sohn Amoghavarsha I. - König Amoghavarsha (814-878)
Amoghavarsha Nrupatunga beginnt als König der Rashtrakutas zu herrschen, und er ist von diesem Zeitpunkt an bis zu seinem Tod im Jahr 878 als Herrscher des Reiches eingesetzt, sodass seine Regierungszeit eine der am genauesten datierten und längsten monarchischen Regierungszeiten darstellt. (Anmerkung Rk: in den englischen Wikipedia-Artikeln werden die indischen Herrscher sehr häufig als Kaiser benannt, während die deutschen Artikel sie als Könige bezeichnen). Während seiner Regierungszeit schafft es Amoghavarsha I., zahlreiche Gelehrte der Kannada- und Sanskrit-Literatur an seinem Hof zu versammeln, darunter den Jain-Mathematiker Mahaviracharya, der das Werk „Ganita-sara-samgraha“ verfasst, Shakatayan und Srivijaya als Jain-Kannada-Sprachtheoretiker sowie die Jain-Mönche Acharya Jinasena, Acharya Virasena und Acharya Gunabhadra, und er verfasst oder ko-verfasst als dichterisch und wissenschaftlich gebildeter Herrscher das Werk „Kavirajamarga“, das früheste erhaltene literarische Werk in Kannada, sowie die religiöse Sanskritschrift „Prashnottara Ratnamalika“, er führt Ehrennamen wie Nrupathunga, Atishadhavala, Veeranarayana, Rattamarthanda und Srivallabha, und laut dem arabischen Reisenden Sulaiman al-Tajir gilt sein Reich als eines von vier grossen Weltreichen jener Zeit, während die Einleitung des „Ganita-sara-samgraha“ ihn als Herrscher schildert, unter dem das Volk glücklich ist und das Land reiche Ernten hervorbringt, und ihm den Wunsch zuschreibt, dass sein Reich weit und breit wachse. - Fortsetzung 815
Westliche Ganga-Dynastie
Pallava
Anuradhapura
TIBET
KHMER
CHINA
(58. (59.) Zyklus - Jahr des Holz-Pferdes; am Beginn des Jahres Wasser-Schlange)
Tang-Dynastie
- Kaiser Tang Xianzong (805–820)
- Wu Shaoyang stirbt, und sein Sohn Wu Yuanji wird nicht anerkannt, woraufhin dieser militärisch gegen Nachbarregionen vorgeht. Kaiser Xianzong startet eine Kampagne gegen ihn. Li Shidao unterstützt Wu indirekt und lässt Attentate durchführen. Im Sommer wird der Kanzler Wu Yuanheng ermordet und Pei Du verletzt. Daraufhin beginnt auch ein Feldzug gegen Wang Chengzong.
- Erdbeben im Gebiet von Xichang in Sichuan
Am 6. April ereignet sich im Gebiet von Xichang in der chinesischen Provinz Sichuan ein Erdbeben, das im Jiu Tangshu in Kapitel 37 und im Xin Tangshu in Kapitel 35 mit über 100 Toten beschrieben wird, dessen verursachte Schäden erkennen lassen, dass das Beben im Epizentrum die Stärke IX auf der Mercalli-Skala erreicht und auf dieser Grundlage berechnete Werte eine Magnitude von 7 ergeben, wobei das Epizentrum in der Gegend der Koordinaten 27° 54′ 0″ nördlicher Breite und 102° 12′ 0″ östlicher Länge liegt. - Fortsetzung 817
KOREA
Silla
Balhae
JAPAN
- Tennõ Saga (809–823)
Im Mai beginnt Saga, um finanzielle Belastungen zu vermeiden, mit der „dynastischen Ausdünnung“, indem er vielen seiner Kinder den Familiennamen „Minamoto“ verleiht, beginnend mit seinem siebten Sohn Minamoto no Makoto, und sie in den Stand von Gemeinen versetzt. Einer dieser herabgesetzten Prinzen ist Minamoto no Tōru, der als Inspiration für die Hauptfigur des Romans „Die Geschichte vom Prinzen Genji“ gilt. - Shinsen Shōjiroku
814/815: Das japanische Shinsen Shōjiroku, ein in 30 Teilen gegliedertes japanisches genealogisches Werk, wird auf Anordnung des Tennō Saga kompiliert. - Fortsetzung 816
QUELLEN
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23.07.2023 Artikel eröffnet
27.08.2023 Grundstock erstellt
06.07.2026 Grundstock ergänzt