-355
Erscheinungsbild
RÖMISCHE REPUBLIK
(ab urbe condita CCCIC = 399)
- Konsul Gaius Sulpicius Peticus (3. Amtszeit)
Sulpicius ist einer der Interreges, die die Wahlen für dieses Jahr durchgeführt und erreicht hat, dass entgegen den Licinisch‑Sextischen Gesetzen wieder zwei Patrizier zu Konsuln gewählt worden sind. Er gehört selbst zu den Gewählten und tritt nun sein drittes Konsulat an, das er gemeinsam mit seinem früheren Magister equitum Marcus Valerius Poplicola ausübt. Beide Konsuln geraten in heftige Konflikte mit den Volkstribunen, weil sie für das nächste Jahr erneut die Wahl zweier patrizischer Konsuln durchsetzen wollen, und setzen ihren Plan trotz starken Widerstands durch. Für das Jahr 355 berichten einige römische Historiker nach Livius, beide Konsuln zögen gegen die Tiburtiner ins Feld und eroberten ohne größere Mühe die Stadt Empulum. Andere Quellen schreiben diese Unternehmung allein Valerius zu, während Sulpicius gleichzeitig gegen die Etrusker von Tarquinii kämpft. - Fortsetzung 354
ILLYRER
GRIECHEN
(1./2. Jahr der 106. Olympiade)
Syrakus
- Tyrann Dion von Syrakus (357-354)
- In Ortygia kapitulieren die letzten Söldner des ehemaligen Tyrannen Dionysios II., die unter dem Kommando seines Sohnes Apollokrates stehen, gegen freien Abzug. Apollokrates begibt sich zu seinem Vater aufs Festland; Dionysios II. zieht sich nach Lokroi, die Heimatstadt seiner Mutter Doris, zurück und versucht von dort, den Rest seines früheren Herrschaftsbereichs in Unteritalien und auf Sizilien zu behaupten. In Lokroi wird er zunächst bereitwillig aufgenommen, beginnt dann aber selbst als Tyrann zu herrschen. Feindlich gesinnte antike Quellen schreiben ihm in Lokroi brutale Gewalttaten zu.
- Fortsetzung 353
Epirus
Makedonien
- König Philipp II. (359–336)
Philipp beginnt mit der Belagerung von Methone, einer wichtigen Hafenstadt an der nordägäischen Küste; sie ist die letzte bedeutende Verbündete Athens in unmittelbarer Nähe Makedoniens und stellt damit ein Hindernis für Philipps weitere Expansion entlang der Küste dar. Während dieser Belagerung verliert Philipp durch einen Pfeilschuss ein Auge, was ihn jedoch nicht davon abhält, die Belagerung fortzusetzen. In Thrakien benennt Philipp die Stadt Krenides in Philippi um. Er erobert später die Hafenstädte Abdera und Maroneia (die zu Athen gehören). - Prinz Alexander (1)
- Regent Lyppeion (Paionien, 359/8–335)
- Die Belagerung von Methone durch Philipp II. endet. Er gewährt den Einwohnern der Stadt nach deren Kapitulation freies Geleit und lässt die Stadt schleifen.
- Fortsetzung 354
Dritter Heiliger Krieg (356–346)
- Der Phoker Feldherr Philomelos fällt im Frühjahr in Ostlokris ein und besiegt Lokrer und Thessaler, erleidet aber im Herbst bei Neon eine Niederlage gegen die Boioter und stürzt sich anschließend in einen Abgrund.
- Fortsetzung 354
Attischer Seebund, nun Athen
- Bundesgenossenkrieg (357-355)
Unter dem Druck persischer Unterstützung für die abgefallenen Städte und der makedonischen Expansion erkennt Athen, dass eine Fortsetzung des Krieges kaum Erfolgsaussichten hat. Athen erklärt sich daher bereit, die Unabhängigkeit von Chios, Rhodos, Kos und Byzanz anzuerkennen und de facto auf seine Hegemonie über diese Städte zu verzichten. Die Unabhängigkeit der Bundesgenossen markiert einen entscheidenden Schritt im Niedergang der athenischen Seemacht und schwächt Athen im Vorfeld des weiteren Aufstiegs Makedoniens. - Platon (72)
- Aristoteles (31)
- Isokrates, Inhaber und Leiter einer Rednerschule, ruft in seiner Rede Areopagitikos Athen zur Wiederherstellung der solonischen Verfassung und zur alten, als tugendhaft dargestellten Ordnung Athens auf.
- Fortsetzung 354
Sparta
Bosporanisches Reich
Bithynien
Salamis
ODRYSEN
ACHÄMENIDENREICH
- Großkönig Artaxerxes III. (358–338)
- Satrap Ariamnes (Nordkappadokien, 362-350)
- Satrap Mausolus (Karien, 377–353)
Der Bundesgenossenkrieg (Sozialkrieg) endet rasch, begünstigt durch Athener Niederlagen zur See, den Verlust von Amphipolis an Philipp II. von Makedonien und die finanzielle Schwäche Athens. Artaxerxes III. setzt die Friedensbedingungen fest, und während oder kurz nach dem Krieg gelingt es den karischen Satrapen, die Inseln Rhodos, Kos und Chios politisch zu kontrollieren und Athener Autorität dort weitgehend zu verdrängen. Auf Rhodos wird die bisherige, Athen-treue Demokratie durch eine von karischer Macht gestützte Oligarchie ersetzt, die sich auf eine Garnison stützt. Gegen Ende von Mausolos’ Regierungszeit erobert und beeinflusst er weitere Städte an der kleinasiatischen Küste, darunter Teile von Ionien, und intensiviert die Kontrolle über karische Städte wie Iasos, Milet und Knidos. Der Astronom Eudoxos von Knidos hält sich am Hof des Mausolos auf und wirkt wahrscheinlich moderierend auf die Politik seiner Heimatstadt, sodass diplomatische und kulturelle Mittel die direkte Gewalt ergänzen. Zugleich greift Mausolos militärisch listig ein, indem er etwa seinem Bruder Idrieus die Einnahme der befestigten Stadt Latmos überträgt und später durch vorgetäuschte Geiselrückgabe einen nächtlichen Überfall auf die unbewachte Stadt organisiert, während Artemisia nach einer anderen Überlieferung Latmos durch eine als religiöse Prozession getarnte Truppenbewegung erobert. - Fortsetzung 353
ÄGYPTEN
Spätzeit, 30. Dynastie
INDIEN
Anuradhapura
CHINA
Zeit der Streitenden Reiche
(39./40. Zyklus - Jahr des Feuer-Hasen; am Beginn des Jahres Feuer-Tiger)
Qin
- Herzog Xiao (361-338)
Xiao trifft Markgraf Hui von Wei zu einem Gipfel in Duping, was Qins Rückkehr in die Bündnispolitik der Großmächte markiert. Die innenpolitischen Veränderungen machen Qin zunehmend zu einem straff organisierten, militaristischen Staat, in dem strenge Gesetze, militärische und landwirtschaftliche Leistungen sowie Zwangsumsiedlungen zur Urbarmachung neuer Gebiete das gesellschaftliche Leben prägen. - Fortsetzung 354
Zhou
Zhao
Wei
Qi
Chu
JAPAN
QUELLEN
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16.01.2026 Artikel eröffnet und Grundstock erstellt