757
MAYA
Quiriguá
Copan
PRÄ-INKAS
- zuletzt 700
PIKTEN
KELTEN
Uí Néill
Ulaid
Connacht
Leinster
Uí Mháine
Dalriada
Königreich Strathclyde
Gwynedd
Königreich Powys
ANGELSACHSEN
Northumbria
- König Eadberht (737–758)
Im Jahr 757/758 schreibt Papst Paul I. einen Brief an Eadberht und Egbert, in dem er die Rückgabe von drei eingezogenen Klöstern fordert. Egbert lehnt Bedas Forderung nach Bistumsteilung weitgehend ab, setzt aber Reformen um und stärkt die kirchliche Autonomie. - Erzbischof Egbert (York, 735-766)
- Bischof Frithubeorht (Hexham, 734–766)
- Bischof Cynewulf (Lindisfarne, 740–780)
- Fortsetzung 758
Mercia
- König Æthelbald (716–757)
Æthelbald wird bei Seckington, nahe Tamworth, von seinen eigenen Leibwächtern ermordet. Sein Nachfolger ist für kurze Zeit Beornrad, bevor sich schließlich Offa, ebenfalls ein Nachfahre aus Æthelbalds Familie, nach einem kurzen Bürgerkrieg durchsetzt und Mercia in eine noch glanzvollere Zeit führt. Æthelbald wird in Repton begraben, wo es möglicherweise ein frühes Bildnis von ihm auf einem Steinkreuz gibt. - König Beornrad (757)
- König Offa (757–796)
Nach seiner Thronbesteigung konsolidiert Offa zunächst seine Herrschaft im eigenen Reich, denn die vorangegangene Schwäche nutzen Nachbarn wie Wessex, um sich der Oberherrschaft Mercias zu entziehen. Offa arbeitet daran, die traditionelle Hegemonie Mercias über die südlichen Angelsachsen wiederherzustellen und die lokalen Könige enger an sich zu binden. Er beginnt, abhängige Herrscher im Südosten einzusetzen und ein Netz von Unterkönigen zu schaffen, die ihm verpflichtet sind. Zugleich reduziert er in den folgenden Jahren mehrfach den Rang solcher Herrscher vom König zum dux (Herzog), um ihre Selbstständigkeit weiter einzuschränken. Offa führt eine umfassende Reform des englischen Silbermünzwesens durch und lässt erstmals systematisch Penny‑Münzen prägen. Diese Münzen zeigen Porträts sowohl Offas als auch seiner Gemahlin Cynethryth, was ihre herausgehobene Stellung unter den angelsächsischen Herrschern unterstreicht. Die Münzstätten befinden sich in Canterbury, London und in East Anglia, wodurch die territoriale Ausdehnung seiner Kontrolle sichtbar wird. In den 770er Jahren kommen schwerere Silbermünzen hinzu, und zudem erscheinen einige Goldmünzen nach dem Vorbild arabischer Denare, was auf weite Handelskontakte hinweist. - Bischof Milred (Worcester, 743/745–775)
Milred nimmt am großen Konzil von Clofesho teil, das kirchliche Fragen im angelsächsischen Raum behandelt. In den folgenden Jahren erscheint er regelmäßig als Zeuge in Urkunden der merzischen Könige Æthelbald und Offa und bestätigt so wichtige Schenkungen und Rechtsakte. - Fortsetzung 764
East Anglia
Königreich Wessex
- König Sigeberht (756–757)
Schon bald nach Sigebehrts Regierungsantritt kritisieren Adlige und Ratgeber seinen Herrschaftsstil. Das westsächsische Witenagemot, die Versammlung der Großen des Reiches, setzt Sigeberht ab und überträgt ihm nur noch die Herrschaft über Hamtunscir (Hampshire). - König Cynewulf (757–786)
Cynewulf wird als neuer König von Wessex eingesetzt, während Sigeberht formal nur noch regionaler Herrscher in Hampshire ist. Auch in Hampshire stößt Sigeberht auf Widerstand, seine Autorität ist schwach und seine Gegner gewinnen an Einfluss. Er wird beschuldigt, Ealdorman Cumbran, seinen letzten bedeutenden Anhänger, ermordet zu haben. Daraufhin vertreibt König Cynewulf ihn aus dem Land, sodass Sigeberht flieht. Sigeberht sucht Zuflucht im Weald, einem Wald- und Grenzgebiet zwischen den Königreichen Kent und Sussex. Nach dem Jahr 757 wird er bei Pryfetesflodan, dem späteren Privett in Hampshire, von einem Schweinehirten erschlagen, der den Tod des Ealdorman Cumbran rächen will. Kurz nach seiner Erhebung sucht Cynewulf den Ausgleich mit Æthelbald von Mercia; die beiden Herrscher treffen sich, und es besteht die Möglichkeit, dass Cynewulf zunächst dessen Oberhoheit anerkennt, auch wenn andere Deutungen annehmen, dass eher Æthelbald die Königswürde Cynewulfs bestätigt. Noch im Jahr 757 wird Æthelbald ermordet, wodurch in Mercia ein Thronstreit beginnt; diese Phase innerer Unruhe im nördlichen Nachbarreich verschafft Cynewulf Handlungsspielraum, um die Unabhängigkeit Wessex’ zu festigen. In den folgenden Jahren führt Cynewulf fast ständig Grenzkriege, vor allem gegen die Briten in Cornwall, um die Herrschaft der Westsachsen über die westlichen Randgebiete auszudehnen und zu sichern. Cynewulf tritt als Wohltäter der Kirche auf und bestätigt oder verleiht Klöstern und Bistümern Besitz; mehrere Urkunden nennen ihn als Schenker oder Bestätiger von Landübertragungen. Zugleich greift er auf kirchlichen Besitz zu und zieht Güter ein, die geistliche Institutionen für sich beanspruchen; die Herrschaftspraxis des Königs schwankt daher zwischen Förderung und Einschränkung kirchlicher Ansprüche. - Fortsetzung 779
Königreich Essex
- König Swithred (746-758) br />
Königreich Kent
- König Eardwulf (West-Kent, 748–vor 762)
- König Æthelberht II. (Ost-Kent, 725–762)
- Erzbischof Cuthberth (Canterbury, 740–758)
FRÄNKISCHES REICH
- König Pippin der Jüngere (751–768)
Synode von Compiègne
0523D: Pippin beruft eine Reichssynode nach Compiègne in der Picardie ein, die zugleich als Reichstag und als kirchliche Synode fungiert. Die Versammlung findet in Compiègne statt, einem Königshof Pippins in der Nähe wichtiger fränkischer Machtzentren. Etwa zwanzig Bischöfe aus verschiedenen Teilen des Frankenreiches nehmen teil, dazu weitere Kleriker und fränkische Große des Reiches. Die Synode bestätigt Privilegien und Stiftungen, unter anderem ein Privileg des Bischofs Chrodegang von Metz, das die Gründung oder Ausstattung der Abtei Gorze betrifft und in Compiègne unterzeichnet wird. Der baierische Herzog Tassilo schwört vor Pippin und seinen Söhnen als Vasall Treue.
Der byzantinische Kaiser Konstantin V. schenkt Pippin eine Orgel, die damit erstmals im Westen bekannt wird. - Karl (später "der Große") (9)
- Erzbischof Turpin (Reims, 748–794)
- Bischof, nun Erzbischof Chrodegang (Metz, 742-766)
- Bischof Gregor (Utrecht (754-775)
- Erzbischof Lullus (Mainz, 754-786)
- Bischof Megingaud (Würzburg, 754–769)
Megingaud nimmt am Konzil in Compiègne teil. - Abt Sturmius (Fulda, 744–779)
- Bischof Sidonius (Konstanz, 746–760)
- Abt Otmar von St. Gallen (Kloster St. Gallen, 719–759)
- Fortsetzung 758
Herzogtum Aquitanien
Herzogtum Baiern
- Herzog Tassilo III. (748–788)
Tassilo übernimmt als junger Herzog selbständig die Regierung in Baiern und beginnt, aktiv in das kirchliche Leben einzugreifen. Er beruft die sogenannten Tassilo-Synoden ein, darunter die Synode von Aschheim (wohl um 756) sowie Synoden in Dingolfing und Neuching; die Synode von Neuching erlässt eines der frühesten bayerischen Schulgesetze und stärkt die herzogliche Kirchenorganisation. Tassilo baut eine Herzogskirche auf, indem er Klöster stiftet und sich an Adelsklostergründungen beteiligt, sodass geistliche Institutionen eng an seine Herrschaft gebunden sind. - Bischof Gaubald (Regensburg, 739–761)
- Bischof Willibald (Eichstätt, 741–787)
- Bischof Joseph von Verona (Freising, 747/748-764)
- Bischof Sidonius (Passau, 754–763/764)
- Bischof Wikterp (Augsburg, 739-772)
- Bischof Virgil (Salzburg, 746–784)
Virgilius schickt auf Bitten des karantanischen Fürsten Cheitumar den Missionsbischof Modestus mit mehreren Priestern zur Missionierung Karantaniens aus. - Fortsetzung 761
LANGOBARDENREICH
- König Ratchis (2. Amtszeit 756–757)
Gegen die erneute Königsherrschaft Ratchis’ regt sich Widerstand, insbesondere in den südlichen Gebieten. Die Rebellion der Herzöge von Spoleto und Benevent schwächt seine Stellung. 757 legt Ratchis endgültig die Krone nieder, und Desiderius folgt ihm als König der Langobarden nach. Ratchis verbleibt danach im 8. Jahrhundert ohne weitere politische Rolle, sein genaues Todesdatum bleibt unbekannt. - König Desiderius (757–774)
Desiderius stammt aus Brescia und gehört nicht dem alten langobardischen Hochadel an, sondern entstammt dem sich neu bildenden Dienstadel. Unter König Aistulf dient er zunächst als Marschall (comes stabuli) und steigt später zum Herzog der Toskana und zum König des Langobardenreichs auf. Desiderius ist mit Ansa aus Brescia verheiratet, die seine Religionspolitik maßgeblich beeinflusst und Klöster wie S. Michele und S. Pietro in Brescia gründet. Der Geschichtsschreiber Paulus Diaconus beschreibt sie in panegyrischer Tradition als „coniunx pulcherrima“, also als sehr schöne Ehefrau. Das Paar hat fünf Kinder, vier Töchter und einen Sohn; von drei Töchtern sind die Namen Anselperga, Adelperga und Liutberga (oder Liutpirc) bekannt. Eine weitere, namentlich unbekannte Tochter ist mit Karl dem Großen verheiratet, und Sohn Adelchis soll mit Karls Schwester verlobt werden, wobei Gerperga (Gerberga) als Witwe Karlmanns eigenständig zu Desiderius flieht und nicht mit dieser Tochter identisch ist. - Erzbischof Leto Marcellino (745-759)
Herzogtum Friaul
Herzogtum Spoleto
- Herzog Alboin (757–758)
Die Adeligen von Spoleto wählen Alboin zum Herzog (Dux) von Spoleto, ohne zuvor die Zustimmung des langobardischen Königs einzuholen.
Herzogtum Benevent
SPANIEN
Königreich Asturien
- König Alfons I. (Asturien, 739–757)
Alfons stirbt, wahrscheinlich in Cangas, - König Fruela I. (757-768)
Fruela I., 722 als Sohn von König Alfons I. von Asturien und Ermesinda, der Tochter von Pelagius, geboren, besteigt den Thron von Asturien. Er führt den Krieg seines Vaters gegen die Mauren fort und unterdrückt Aufstände sowohl der Basken als auch der Galicier. Nach seinem Sieg über die Basken nimmt er Munia, eine baskische Adlige aus Álava, zur Frau. Das Baskenland bleibt nach dem Aufstand weitgehend unberührt, während Fruela nach der Niederschlagung des galicischen Aufstands in Galicien Verwüstungen anrichtet. Fruela besiegt ein Heer aus Córdoba unter der Führung von Omar, dem Sohn von Abd ar-Rahman I; Omar kommt bei der Schlacht ums Leben - Fortsetzung 761
KIRCHENSTAAT
- Papst Stephan II. (752–757)
0426D: Stephan II. stirbt in Rom. - Papst Paul I. (757–767)
Paul wurde um das Jahr 700 in Rom geboren, als Angehöriger einer römischen Adelsfamilie, die in der Überlieferung mit dem Geschlecht der Orsini verbunden wird. Gemeinsam mit seinem älteren Bruder Stephan wurde er im Lateranpalast für das Priesteramt ausgebildet. Paulus wirkte zunächst als Diakon in Rom und übernahm für seinen Bruder Stephan, der inzwischen eine führende Rolle in der Kirche innehatte, immer wieder diplomatische Aufgaben. Besonders häufig trat er in Verhandlungen mit den langobardischen Königen auf. 752 wurde sein Bruder Stephan zum Papst gewählt. Während dessen Pontifikats arbeitete Paulus eng mit ihm zusammen und steht seinem Bruder als vertrauter Berater und Gesandter zur Seite, besonders in den komplexen Beziehungen zu den Langobarden und zu den fränkischen Herrschern.
Nach Stephans Tod will ein Teil des römischen Klerus den Erzdiakon Theophylakt als neuen Papst durchsetzen, während der andere Teil eine Fortsetzung der Politik Stephans II. unter Paulus anstrebt. Paulus setzt sich in diesem Machtkampf gegen die Anhänger des Erzdiakons durch und gewinnt die Mehrheit, die Kontinuität in der Außen- und Bündnispolitik wünscht. Am 29. Mai wird er zum Papst gewählt und übernimmt als Paul I. das Amt des Bischofs von Rom und die Herrschaft über die sich herausbildenden Kirchenstaaten. Das Pontifikat Pauls I. wird von drei großen politischen Fronten bestimmt: den Franken, den Langobarden und dem byzantinischen Kaiser. Er bemüht sich darum, das Bündnis mit den Franken, insbesondere mit König Pippin dem Jüngeren, ungeschmälert aufrechtzuerhalten, weil er darin die wichtigste Stütze gegen die Langobarden und gegen den Einfluss des Kaisers in Konstantinopel sieht. Gleichzeitig sorgt sich Paul beständig über die Bedrohung durch den Langobardenkönig Desiderius, dessen Reich große Teile Mittelitaliens beherrscht. Die Langobarden halten die Städte Imola, Osimo, Bologna und Ancona, die der römische Stuhl für sich beansprucht, und verschärfen den Druck auf den päpstlichen Besitz. - Fortsetzung 758
REPUBLIK VENEDIG
KARANTANIEN
- Fürst Cheitumar (751-769)
Neben dem geistlichen Berater des Fürsten, Maioranus, entsendet Virgilius den Chorbischof Modestus nach Karantanien, der dort als Missionsleiter wirkt und Kirchen gründet. Modestus lässt im Raum von Maria Saal eine Kirche errichten, die später als Marienkirche bekannt ist und als Sankt Maria ad Carantanum bezeichnet wird. Diese Kirche wird in schriftlichen Quellen erstmals für das Jahr 860 erwähnt, was die bleibende Bedeutung dieses frühen kirchlichen Zentrums dokumentiert. - Fortsetzung 767
ERSTES BULGARISCHES REICH
BYZANTINISCHES REICH
- Kaiser Konstantin V. (741–775)
Konstantin V. begnügt sich nicht mit dem letztjährigen Erfolg bei Marcellae, sondern unternimmt nun einen großen Feldzug gegen Bulgarien, das inzwischen weiterhin von Khan Winech regiert wird. Der Feldzug erfolgt zweigleisig: Eine byzantinische Kriegsflotte von etwa 500 Schiffen setzt über das Schwarze Meer und verwüstet plündernd das Gebiet um das Donaudelta.
757 reicht der bloße Verdacht von Konstantins Anwesenheit aus, um arabische Truppen zum Rückzug zu treiben; im selben Jahr schließt er einen Waffenstillstand mit den Arabern und tauscht Kriegsgefangene aus. - Patriarch Konstantin II. (Konstantinopel, 754-766)
- Fortsetzung 759
IBERIEN
DABUYIDEN
ARABER
(139/140 - 24./25. Mai)
Abbasiden
- Kalif al-Mansūr (754–775)
- 0309D: Schweres Erdbeben in Syrien und Palästina.
- Statthalter Abu Awn Abd al-Malik ibn Yazid (Ägypten, 2. Amtszeit 755–758)
- Statthalter Habib ibn Abd al-Rahman al-Fihri (Ifriqiya, 755–757)
Anfang Jahr marschieren die Warfajuma unter Asim ibn Dschamil mit der schwarzen Fahne der Abbasiden ohne Widerstand in Kairuan ein. Abd al-Wareth, der Fihride, verschwindet zu dieser Zeit aus den Quellen und tritt historisch nicht mehr klar in Erscheinung. Habib, der aus Gabès vertrieben wird, sammelt seine Kräfte erneut im Aurès-Gebirge und unternimmt einen Vorstoß, um Kairuan zurückzugewinnen, wird jedoch von den Berbern vor den Toren der Stadt geschlagen und in den Monaten Mai–Juni 757 getötet. Über das, was danach in Kairuan geschieht, besteht in den Quellen Streit, doch arabische Chronisten berichten, die Warfajuma-Berber plündern nach der Einnahme die Stadt und verüben große Massaker an der Zivilbevölkerung. Die sufritisch-charidschitischen Führer der Warfajuma betrachten alle Nicht-Charidschiten als Abtrünnige, die den Tod verdienen, und rechtfertigen so ein extremes Vorgehen gegen die Einwohner Kairuans. Parallel dazu nutzen die Ibaditen, die Abd ar-Rahman ibn Habib 752 in die Berge des Dschabal Nafusa bei Tripolitanien vertrieben hat, den innerfamiliären Konflikt der Fihriden, um sich zu erheben. Unter ihrem neuen Imam Abu al-Chattab al-Maʿafiri organisieren sie sich neu und erobern um 757 Tripolis; obwohl auch sie eine charidschitische Richtung vertreten, gelten sie als deutlich weniger fanatisch als die Sufriten und sind entsetzt über die Gräuel in Kairuan. 758 ziehen die Ibaditen gegen die Warfajuma, besiegen sie, nehmen Kairuan ein, beenden den sufritischen Terror und errichten ein ibaditisch-charidschitisches Imamat über Ifriqiya. Die Warfajuma‑Berber und ihre sufritischen Verbündeten rücken aus dem Süden Tunesiens vor, nehmen Kairouan ein und töten Abd ar-Rahman ibn Habib, womit die Herrschaft der Fihriden in Ifriqiya zusammenbricht. Unmittelbar nach seinem Tod sammeln sich verschiedene Fihriden‑Zweige um die Nachfolge, doch innere Teilungsabkommen zwischen Habib, Ilyas und Amran ibn al‑Habib schwächen ihre Position. In den Jahren 757/758 kehren die früher vertriebenen Ibaditen unter ihrem Imam Abu al‑Khattab al‑Maʿafiri zurück, erobern von Jabal Nafusa aus Tripolis und nehmen anschließend Kairouan ein, worauf in Ifriqiya ein kharijitisches Imamat entsteht. - Imam Ja'far al-Sadiq (732–765)
- Patriarch Theodoros II. (Jerusalem, 745/749–770)
- Papst und Patriarch Michael I. (Alexandria, 743–767)
- Griechisch-orthodoxer Patriarch Kosmas I. (Alexandria, 727–768)
- Fortsetzung 758
Emirat von Córdoba
MAKURIA
UIGURISCHES KAGANAT
- Kagan Bayanchur (747–759)
Im Herbst erobern die Verbündeten Chang’an zurück, sodass Kaiser Suzong seine Regierung in der Hauptstadt wiederherstellen kann. Die uigurischen Verbände bestehen auf der zugesagten Plünderung Chang’ans, doch Li Chu bittet Ulu Bilge Yabgu, dies aufzuschieben. Li Chu argumentiert, dass eine Plünderung Chang’ans den Widerstand der Bevölkerung im osttangischen Luoyang, damals Hauptstadt des Yan-Regimes, nur verschärfen würde. Er regt an, statt Chang’an die Stadt Luoyang zur Beute der Uiguren zu machen. - Fortsetzung 758
TÜRGESCH
INDIEN
Kaschmir
Pratihara
Malla
- König Kinu Malla (733–742)
- König Kanu Malla (757–764)
Kanu Malla ist der sechste König von Mallabhum und regiert von 757 bis 764. In den Quellen erscheint er auch unter den Varianten Kau Malla und Kalu Malla, die als alternative Schreib- oder Rufnamen verwendet werden. In seiner Regierungszeit führt Kanu Malla Krieg gegen den König des Kakatiya-Staates, der im Gebiet des späteren Patrasayar lokalisiert ist; er besiegt den Kakatiya-König und erweitert dadurch die Grenzen des Reiches Mallabhum um das eroberte Territorium. Über Kanu Mallas Nachfolger sind nur gerade ihre Namen und Regierungszeiten bekannt ohne weitere Details, sodass sich ihre Aufnahme in diese Chronik nicht lohnt; erst mit Jagat Malla tritt wieder ein König auf, über den mehr bekannt ist. - Fortsetzung 994
Chauhan-Dynastie
Rashtrakuta
- König Krishna I. (756-774)
Krishna I. führt einen entscheidenden Feldzug gegen die Badami-Chalukyas. In diesem Feldzug besiegt er den letzten Badami-Chalukya-König Kirtivarman II. (Kirtivarman II.) und beendet damit die Vorherrschaft dieser Dynastie im Dekkan. Dieser Sieg ist durch eine Kupferplattenschrift des Kaisers Govinda III. von 807 sowie durch eine Kupferplatte des Gujarat-Rashtrakuta-Herrschers Karka aus Baroda bezeugt. Mit dem Sturz Kirtivarmans II. übernimmt Krishna die Kontrolle über weite Teile des früheren Chalukya-Gebietes und macht die Rashtrakutas zur dominierenden Macht im westlichen und zentralen Dekkan. Nach seiner Thronfestigung nimmt Krishna mehrere Ehrentitel an: Er ist unter den Namen Kanhardeva oder Kanhesvara bekannt und führt die Titel Akalavarsha, Shubatunga, Prithvivallabha und Shrivallabha, die seine militärische Tüchtigkeit, seine königliche Würde und seine Stellung als "Liebling der Erde" betonen. Im Hofzeremoniell und in Inschriften erscheint er damit als voll ausgebildeter Großkönig, dessen Herrschaftsanspruch religiös und politisch legitimiert ist. In den Jahren nach 757 setzt Krishna die Expansion der Rashtrakuta-Herrschaft fort. Er führt Feldzüge gegen das West-Ganga-Reich und besiegt den Ganga-König Sripurusha; dadurch gewinnt er Gebiete in Gangavadi, dem Gebiet des heutigen südlichen Karnataka, hinzu. Er schlägt die Shilaharas von Süd-Konkan und sichert sich so die Kontrolle über wichtige Küstenregionen und Handelswege. Gegen Osten richtet er sich gegen die östlichen Chalukyas und besiegt den Herrscher Vishnuvardhana IV., was den Einfluss der Rashtrakutas bis in den Osten des Dekkan ausdehnt. Unter seiner Herrschaft umfasst das Reich große Teile des späteren Maharashtra, erhebliche Teile von Karnataka sowie weitere Regionen Mittelindiens. Krishna setzt so die Transformation der Rashtrakutas von einer regionalen Macht zu einem Großreich fort. Parallel zu seinen Kriegen tritt er als wichtiges Fördererpersönlichkeit sakraler Architektur auf: Er lässt der Überlieferung nach 18 Shiva-Tempel errichten, die über sein Herrschaftsgebiet verteilt sind und sowohl religiöse als auch repräsentative Funktionen erfüllen. Das berühmteste Projekt ist der Kailasa-Tempel (Kailasa- oder Kannadeswara-Tempel) in Ellora, ein monolithischer Felsentempel, der dem Gott Shiva geweiht ist und in epigraphischen Quellen allgemein Krishna I zugeschrieben wird. Inschriften der Rashtrakutas bezeichnen diesen Tempel ursprünglich als Krishneshvara und stellen ihn als monumentalen Ausdruck königlicher Frömmigkeit und Macht dar. Der Bau beginnt unter Krishna und prägt fortan das religiöse und künstlerische Profil der Dynastie. Trotz seiner engen Verbindung zu Shiva und zur hinduistischen Tradition zeigt Krishna eine ausgeprägte Nähe zum Jainismus. Die Nerur-Kupferplatteninschrift, die in seiner Regierungszeit entsteht, hält eine königliche Landschenkung an den Jain-Mönch Acharya Aryanadi fest. Die Inschrift beginnt mit der Darstellung der königlichen Genealogie und geht dann zu der Schenkung eines Dorfes über, das der Versorgung eines Jain-Heiligtums bzw. eines Jain-Mönchs dient. Diese Urkunde gilt als frühes epigraphisches Zeugnis für die jainafreundliche Patronage der Rashtrakutas unter Krishna. In der jainistischen Überlieferung bleibt er als Förderer des berühmten Jain-Logikers und Philosophen Akalanka (Akalanka Bhatta) präsent, der das Werk Rajavartika, einen bedeutenden Kommentar zum Tattvartha-Sutra, verfasst. Zugleich zeigen die Quellen, dass die Rashtrakuta-Könige trotz starker jainistischer Neigungen mehrere Religionen unterstützen und insbesondere auch den hinduistischen Kult verehren, wozu der Bau des Kailasa-Tempels als prominentes Beispiel gehört. - Fortsetzung 774
Westliche Ganga-Dynastie
Pallava
Anuradhapura
TIBET
CHINA
(57./58. Zyklus - Jahr des Feuer-Hahns; am Beginn des Jahres Feuer-Affe)
Tang-Dynastie
- Kaiser Suzong (756-762)
- An-Lushan-Rebellion (755-763)
Li Tan erhebt wiederholt Korruptionsvorwürfe gegen Li Fuguo und Konsort Zhang. Sie beschuldigen ihn daraufhin fälschlich der Ermordungsabsicht gegenüber Li Chu, was zu Suzongs Befehl führt, Li Tan solle Selbstmord begehen. Li Chu und Li Mi fürchten sich danach ebenfalls um ihr Leben. Da Suzong alleine mit eigenen Truppen Chang'an nicht zurückerobern kann, geht er eine Allianz mit dem Khan der Huige ein. Das Heer der Huige stößt zu Suzong und den Tang-Truppen. Suzong verspricht den Huige das Recht zur Plünderung von Chang'an bei erfolgreicher Rückeroberung. Li Chu erhält das Kommando über das vereinte Heer. Die Alliierten nehmen im Herbst Chang'an ein. Suzong baut die Regierung wieder auf. Die Huige sind zur Plünderung bereit, doch Li Chu kann sie überzeugen, stattdessen Luoyang zu plündern, sobald dieses erobert ist. Nach der Rückeroberung von Chang'an zieht sich Li Mi zurück und überlässt Li Fuguo, Kaiserin Zhang und Li Chu die Führung am Hof. Suzong hat Angst, Li Fuguo zu widersprechen, da dieser die Garde befehligt. Zhang möchte ihren Sohn Li Shao zum Kronprinzen machen, jedoch bestimmt Suzong seinen ältesten Sohn Li Chu als Thronfolger und nennt ihn fortan Li Yu. Suzong empfängt auch seinen Vater, den zurückgetretenen Kaiser Xuanzong, in einem eigenen Palast in Chang'an. Einen Monat später wird Luoyang von Tang- und Huige-Truppen erobert und schwer geplündert. Die meisten Yan-Gebiete unterwerfen sich wieder dem Tang, aber der Krieg gegen Yan ist noch nicht beendet. Suzong verheiratet seine Tochter Prinzessin Ningguo mit dem Khan der Huige zur Festigung der Allianz. Neue Unruhe entsteht, als der ehemalige Yan-General Shi Siming wieder rebelliert. Er tötet den Yan-Kaiser An Qingxu und übernimmt die Führung von Yan. Shi Siming kann Luoyang zurückerobern, hält aber an Chang'an nicht stand, und die Fronten erstarren im Stellungskrieg. - Fortsetzung 760
KOREA
Silla
- König Gyeongdeok (742–765)
Gyeongdeok ordnet eine umfassende Standardisierung von Ortsnamen in Silla sowie in den unterworfenen Reichen Goguryeo und Baekje an. Die im Samguk sagi überlieferten Listen zeigen, dass die alten Ortsnamen in chinesische Schriftformen übertragen werden, oft mit einer neuen semantischen Bedeutung und einer phonetischen Transkription des ursprünglichen Namens, wie am Beispiel des Ortes Chip’umch’on, der zu Sanum im Bezirk Kwólsóng gun wird. - Fortsetzung 758
Balhae
JAPAN
- Tennō Kōken (1. Amtszeit 749–758)
Kōken deckt eine Verschwörung von Tachibana no Naramaro gegen sich auf und schlägt diese nieder, wobei mehrere Verschwörer hingerichtet werden.
Prinz Ōi, 733 geboren, ist ein Enkel des Tennō Tenmu und ist mit einer Schwiegertochter des einflussreichen Hofbeamten Fujiwara no Nakamaro verheiratet. In diesem Jahr bestimmt ihn Kōken zum Thronfolger - Tempyō-Hōji (Japan)
0906D: Beginn der japanischen Ära Tempyō-Hōji - Fortsetzung 758
KALINGGA
- Zuletzt 725
QUELLEN
Blaue Stichwörter verweisen stets direkt auf den entsprechenden Wikipedia-Artikel; alle anderen Links sind nach der jeweiligen Quelle benannt.
23.10.2023 Artikel eröffnet und Grundstock erstellt
17.01.2026 Grundstock ergänzt