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Version vom 7. August 2016, 07:49 Uhr

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LEXIKON

Schauspiel "Orestie" (Aischylos)

  • Auch wenn man vielleicht nicht so weit gehen möchte wie der Dichter Algernon Swinburne, der Aischylos’ Orestie als „die größte Schöpfung des menschlichen Geistes“ bezeichnete, so sind es doch drei starke Stücke Dramenliteratur. Mit mythischer Wucht stellen die ersten beiden Tragödien der Trilogie den Kreislauf aus Mord, Rache und erneutem Mord dar. Deutlich wird, dass diese ewige Wiederholung zermürbt: Orestes begeht seinen Muttermord zögernd, mit Skrupeln und ist hinterher ein von Rachegöttinnen Getriebener. Und staunend steht man im dritten Stück vor der Revolution, die diesen Kreislauf durchbricht: der Einsetzung eines Bürgergerichts – auch wenn es am Ende nicht ganz ohne göttliche Hilfe geht und auch wenn das entscheidende Argument der Götter für den Freispruch des Muttermörders – die Mutter sei als bloßes Gefäß für den zeugenden Samen zu vernachlässigen – patriarchalisch verblendet und biologisch freilich falsch ist. Dennoch: Es ist eindrucksvoll zu sehen, wie Blutrache sich in ordentliche Gerichtsbarkeit verwandeln kann, und verständlich, dass auch moderne Regisseure, vor dem Hintergrund aktueller politischer Umwälzungen wie etwa der Perestroika, sich die antike Trilogie vornehmen. (getAbstract)

QUELLEN

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06.10.2015 Artikel eröffnet