830
MAYA
Xunantunich
- Die Stele 9 in Xunantunich aus dem Jahr 830 ist der Stele 8 überaus ähnlich. Sie lässt es wahrscheinlich erscheinen, dass derselbe Regent zu dieser Zeit noch Xunantunich regiert.
- Fortsetzung 849
Copan
- Ajaw Ukit Took (822-830)
Im Jahr 830 liegt der Zeitraum, bis zu dem der plötzliche Zusammenbruch des Stadtstaates Copán erfolgt sein soll; hier endet damit auch meine Chronik über Copan.
PIKTEN
KELTEN
- Der König von Meath ist gleichzeitig auch Hochkönig von Irland.
Ailech
Ulster
Connacht
Meath
Leinster
Gwynedd
- König Merfyn Frych (826–844)
Mercia kann sich von Ecgberhts Herrschaft lösen, wird danach jedoch von dynastischen Streitigkeiten belastet und erreicht seine frühere Vorherrschaft weder in Wales noch im östlichen England wieder. Thornton schlägt vor, dass Merfyn wahrscheinlich zu den walisischen Königen gehört, die Ecgberht von Wessex in diesem Jahr besiegt; wie sich dies auf Merfyns Herrschaft auswirkt, ist unbekannt. - Fortsetzung 844
Powys
NORDGERMANEN
Schweden
- Der fränkische Benediktinermönch Ansgar von Bremen kommt als erster christlicher Missionar nach Schweden.
Dänemark
ANGELSACHSEN
Northumbria
- König Eardwulf (2. Amtszeit 808-810/812/830)
Für das Jahr 830 nennt der Text eine mögliche zweite zeitliche Grenze für Eardwulfs Tod. Nach einer neueren Deutung endet Eardwulfs zweite Herrschaft um 830. In derselben Deutung werden auch die Regierungszeiten der späteren Könige von Northumbria entsprechend verschoben. Eardwulf wird im Kloster von Breedon on the Hill beigesetzt, wo ihm die Church of St Mary and St Hardulph geweiht wird. - König Eanred (810-840/841 oder 830-854)
Nach einer Forschungsmeinung herrscht Eardwulf bis etwa 830, wodurch sich die Regierungszeit Eanreds entsprechend nach hinten verschiebt. - Erzbischof Wulfsige (York, 808-837)
- Bischof Heathwred (Lindisfarne, 821–830)
- Fortsetzung 837
Mercia
- König Wiglaf (2. Amtszeit 830–839)
Wiglaf erlangt nach dem Bericht der Chronik das Königreich Mercia erneut. Historiker deuten seine Rückkehr auf den Thron im Allgemeinen als Ende der Oberherrschaft Egberts über Mercia. Egbert behält Mercia bis zu einem Zeitpunkt im Jahr 830 unter seiner Kontrolle und ist dort lange genug an der Macht, um in London geprägte Münzen mit dem Titel „Rex M“, also „König der Mercier“, ausgeben zu lassen. Frank Stenton führt an, die Formulierung der Chronik mache es wahrscheinlich, dass Wiglaf das Königreich gewaltsam zurückgewinnt; hätte Egbert ihm das Königreich übertragen, wäre dies nach dieser Auffassung verzeichnet worden. Der Zusammenbruch der rheinischen und fränkischen Handelsnetze erfolgt irgendwann in den 820er oder 830er Jahren. Im Februar dieses Jahres bricht außerdem ein Aufstand gegen Ludwig den Frommen aus, der erste einer Reihe innerer Konflikte, die während der 830er Jahre und darüber hinaus andauern. Nach Wiglafs Rückkehr zur Macht in Mercia nimmt Egberts Einfluss ab, und König Æthelstan von Ostanglien prägt wahrscheinlich um diese Zeit Münzen. - Fortsetzung 831
East Anglia
Wessex
- König Ecgberht (802–839)
Ecgberht führt einen erfolgreichen Feldzug gegen Wales an, fast sicher mit der Absicht, den westsächsischen Einfluss in den zuvor mercischen walisischen Gebieten auszuweiten. Im Jahr 830 gewinnt Mercia unter Wiglaf seine Unabhängigkeit zurück; die Chronik vermerkt, Wiglaf „erlangt das Königreich Mercia wieder“. Um 830 prägt Æthelstan von East Anglia Münzen und demonstriert damit Unabhängigkeit, nachdem Ecgberhts Einfluss durch Wiglafs Rückkehr geschwächt ist. In den 830er Jahren bricht das rheinische und fränkische Handelsnetz zusammen. In den 830er Jahren beginnt eine Reihe innerfränkischer Konflikte, die die Unterstützung für Ecgberht beeinträchtigen können. - Erzbischof Wulfred (Canterbury, 805-832)
- Fortsetzung 832
FRÄNKISCHES REICH
- Innerdynastische Kämpfe der Karolinger 830–842
Lothar sieht seine Aussicht auf eine künftige Gesamtherrschaft schwinden. Auch Pippin und Ludwig befürchten weitere Schritte zugunsten ihres jüngeren Bruders Karl; die kirchliche Reformpartei widersetzt sich ebenfalls der Neuaufteilung. Eine Gehorsamsaufkündigung des Heeres leitet einen Staatsstreich ein. Zu den Männern, die dabei die Reichseinheit wahren wollen, gehören Wala, der Abt von Corbie, der frühere Kanzler Helisachar und der Erzkapellan Hilduin. Pippin, Ludwig und schließlich Lothar schliessen sich der Palastrebellion an; Lothar übernimmt die Führung. Auf der Reichsversammlung von Compiègne Ende April oder Anfang Mai werden die Beschlüsse der Wormser Reichsversammlung aufgehoben. Lothar übernimmt die Regierung im Namen seines Vaters, während Judith und ihre Brüder in aquitanische Klöster geschickt werden. Karl soll auf ein Leben als Mönch vorbereitet werden und damit aus dem politischen Leben ausscheiden. Einige Monate später gewinnt Ludwig der Fromme Ludwig den Deutschen und Pippin von Aquitanien mit Angeboten von Gebietsvergrösserungen für sich. Auf der Reichsversammlung von Nimwegen im Oktober muss Lothar die Oberherrschaft seines Vaters wieder anerkennen. - König, Kaiser Ludwig der Fromme (814–840)
Ludwig ruft während der Fastenzeit zu einem nicht akut notwendigen Feldzug gegen die Bretonen auf, was im April zu einem offenen Aufstand führt, den Mühlbacher, Theodor Schieffer und Boshof als loyale Revolution deuten, bei der Lothar aus Italien zurückgeholt und wieder Mitregent wird, Ludwig in leichte Haft gerät, Judith der Ehebruchs mit Bernhard von Septimanien beschuldigt und in ein Kloster bei Poitiers verbannt wird, bevor im Oktober auf der Reichsversammlung von Nimwegen ein Umschwung erfolgt, Ludwig wieder in seine Herrschaft eingesetzt, die Verschworenen verhaftet oder verbannt, Judith nach Aachen zurückgeholt und Lothar 831 erneut nach Italien geschickt wird. - Reichsversammlung von Nimwegen
Im Oktober findet die Reichsversammlung von Nimwegen in der Pfalz Nimwegen statt. Ihr Hauptthema ist die Regelung des Konflikts Kaiser Ludwigs des Frommen mit der Rebellion, die seine Söhne Lothar, Ludwig der Deutsche und Pippin unterstützen. Die Versammlung ist eine Etappe des langen Familienzwists des karolingischen Hauses. Die Annales Mettenses Priores berichten über das Jahr 830. Die Annales Fuldenses ordnen die Reichsversammlung allerdings dem Jahr 831 zu; das im Text aufgeführte Literaturverzeichnis bezeichnet diese Zuordnung als irrig. - Römischer Kaiser Lothar I. (817/823–855 (bis 840 als Mitkaiser), (Unter-)König von Italien / König der Langobarden Lothar I. (822–855)
- Erzbischof Ebo (Reims, 1. Amtszeit 816-835)
Ebo unterstützt die erste Empörung der drei älteren Kaisersöhne gegen ihren Vater noch nicht, er bleibt vorerst außerhalb dieser ersten Erhebung, die sich gegen Ludwigs neue Erbteilungspläne richtet, und seine Parteistellung wechselt erst im Verlauf der Folgejahre. - Abt Hilduin (Saint-Denis, 814–840)
Im Jahr 830 gibt es eine kurze Unterbrechung in Hilduins Amtsführung als Abt von Saint-Denis. Er ist seit 814 Abt von Saint-Denis, mit dieser kurzen Unterbrechung im Jahr 830, und führt sein Amt bis zu seiner Amtsenthebung 840. - Abt Wala (Corvey, 826–831)
- Bischof Friedrich I. (Utrecht, 826-838)
- Bischof Drogo (Metz, 823–855)
- Bischof Waltcaud (Lüttich, 810/811-831)
- Erzbischof Hadebald (Köln, 819–841)
- Bischof Willerich (Bremen, 805–837)
- Erzbischof Otgar (Mainz, 826–847)
- Erzbischof Hetti (Trier, 814–847)
- Bischof Wolfgar (Würzburg, 809–831)
- Abt Hrabanus Maurus (Fulda, 822–842)
- Bischof Wolfleoz (Konstanz, 811–838/39)
- Abt Gozbert (St. Gallen, 816–837)
- Bischof Udalricus (Basel, 823–835)
- Abt Erlebald (Reichenau, 823–838)
Erlebald erhält von Ratold Reliquien des heiligen Evangelisten Markus. Diese Reliquien werden zunächst als Reliquien des heiligen Valens ausgegeben. - Bischof David (Lausanne, 827–850)
- Fortsetzung 831
Grafschaft Aragón und Conflent
Grafschaft Urgell, Cerdaña und Osona
Grafschaft Nantes
Herzogtum Gascogne
Grafschaft Toulouse
Sachsen
- Bischof Hardward (Minden, 813–853)
- Erkanbert
Der ehemalige Bischof Erkanbert stirbt am 7. Juni in Minden. Sein Gedenktag ist sein Todestag, der 7. Juni, und er wird als Heiliger verehrt. - Bischof Meginhard (Osnabrück, 805–829)
- Bischof Goswin (Osnabrück, 829–845)
- Bischof Gunthar (Hildesheim, um 815-835)
- Bischof Gerfried (Münster, 809–839)
- Bischof Thiatgrim (Halberstadt, 827–840)
- Bischof Badurad (Paderborn, 815–862)
- Fortsetzung 833
Herzogtum Alemannien
- Herzog Karl der Kahle ((829–831)
- Der Codex Hirsaugiensis berichtet von der Translation der Gebeine des hl. Aurelius um das Jahr 830 nach Hirsau. Vorübergehend seien sie in der abseits gelegenen Nazariuskapelle niedergelegt worden, über deren Aussehen nichts bekannt ist.
Baiern
- Erzbischof Adalram (Salzburg, 821–836)
- Bischof Baturich (Regensburg, 817–847)
- Bischof Adalung (Eichstätt, 822–837)
- Bischof Hitto (Freising, 810/12–835)
Um das Jahr 830 gründet Hitto das Kloster Weihenstephan. Diese Gründung erfolgt in seiner Funktion als Bischof von Freising und steht im Kontext seiner Tätigkeit im Bistum. - Bischof Reginhar (Passau, 817–838)
- Fortsetzung 832
Herzogtum Mailand
Markgrafschaft Friaul
- Markgraf Unruoch II. (829-846)
- Hunfrid
Um 830 stirbt der ehemalige Herzog von Friaul, Hunfried. - Fortsetzung 836
Markgrafschaft Toskana
SPANIEN
Asturien
- König Alfons II. (791-842)
Um 830 wird in Compostela der Fund der Grabstätte des Apostels Santiago überliefert. Dieser Vorgang macht den Ort zu einem wichtigen Zentrum der Wallfahrt. - Fortsetzung 842
Navarra
Grafschaft Barcelona
- Graf Bernhard von Septimanien (1. Amtszeit 626-832)
Im Oktober kann Kaiser Ludwig der Fromme seine Macht wieder festigen, nachdem Lothar in den Auseinandersetzungen unter den karolingischen Erben zunächst über seinen Vater triumphiert hat. Bernhard ist bis 830 Graf von Autun. - Fortsetzung 831
ITALIEN
Republik Venedig
- Doge Johannes I. Particiaco (829–836)
Um 830: Johannes schließt nach den Angaben des Artikels vielleicht um 830 ein Abkommen mit den Narentanern. Caroldos Chronik berichtet ebenfalls von einem Friedensschluss mit einem Gesandten der Narentaner und davon, dass sich dieser Gesandte auf Anregung des Dogen taufen lässt; sie nennt dafür kein bestimmtes Jahr. - Fortsetzung 834
Kirchenstaat
- Papst Gregor IV. (827-844.)
Im Oktober kommt es nach einer kurzen Rebellion und einer Aussöhnung zwischen Ludwig dem Frommen und seinen Söhnen dazu, dass Gregor erklärt, Ludwigs zweite Ehefrau Judith müsse aus dem Kloster entlassen werden, in dem sie gezwungen worden ist, den Schleier zu nehmen. Judith soll zu Ludwig zurückkehren. - Fortsetzung 832
Herzogtum Spoleto
Herzogtum Benevent
WESTSLAWEN
Abodriten
Mährerreich
- Fürst Mojmir I. (830-846)
Mojmir I. setzt sich in den 820er Jahren oder spätestens um 830 als Machthaber von Mähren durch. Der Wikipedia-Artikel bezeichnet ihn als ersten historisch belegten Herrscher der Mährer und gibt seine Herrschaftszeit mit spätestens um 830 bis 846 an. In einer Forschungsmeinung Eric J. Goldbergs steigt Mojmir in den frühen 830er Jahren „im wesentlichen zu einem König“ auf, stellt für Ludwig den Deutschen eine „ernsthafte Bedrohung“ dar und versucht, ein „unabhängiges slawisches Königreich“ zu schaffen. Nach der Darstellung des Artikels scheint das noch unter Karl dem Grossen errichtete System tributär-vasallenhafter Abhängigkeit seit der innerfränkischen Krise in den 830er Jahren praktisch zusammengebrochen zu sein. Über Mojmirs Herkunft und seine Herrschaftsführung gibt es laut Artikel keine zuverlässigen Angaben. Die mährische Dynastie der Mojmiriden ist nach ihm benannt, obwohl er möglicherweise nicht ihr erster Herrscher ist. Nach Pešinas historisch nicht belegter Überlieferung hat der ältere Fürst „Mojmir“ drei Söhne: Ljudevit, Boso und Mojmir I. Einer anderen Theorie zufolge ist Vojnomir, ein slawischer Markgraf in den Diensten Erichs von Friaul, ein Vorgänger Mojmirs. Manche Forscher bringen den Namen Mojmir mit einer möglichen alanischen Herkunft der Dynastie oder der Mährer in Verbindung; der Artikel erwähnt vergleichbare Hypothesen zu weiteren Völkern. - Fortsetzung 831
SÜDSLAWEN
Unterpannonien
Kroatien
Serbien
- Fürst Prosigoj (822?-830)
- Fürst Vlastimir (um 830- 851)
Vlastimir ist ein serbischer Fürst und gehört zur Dynastie der Vlastimirović. Er folgt seinem Vater Prosigoj als Archont von Serbien nach, vereinigt die serbischen Stämme in seiner Umgebung und herrscht in einer Zeit, in der das Erste Bulgarische Reich eine wachsende Bedrohung darstellt. Die Serben leben in Župen, einer Verbindung von Dorfgemeinschaften, an deren Spitze jeweils ein Župan steht. Die Župane berichten dem serbischen Fürsten und sind verpflichtet, ihn im Krieg zu unterstützen. Der serbische Thron geht nach der Darstellung Konstantins VII. Porphyrogennetos auf den Sohn, also den Erstgeborenen, über; in einer Aufzählung erscheint jedoch auch ein Triumvirat. Serbien umfasst ungefähr das spätere Raszien einschließlich Bosnien und eines Teils von Zagorje. Zu den anderen erwähnten späteren Fürstentümern gehören Paganien, Zachlumien, Travunien einschließlich der Kanaliten und Duklja. Vlastimir ist ein Nachkomme des namenlosen serbischen Herrschers des 7. Jahrhunderts, der die Serben auf den Balkan führt und den Schutz des Kaisers Herakleios erhält. Višeslav, Vlastimirs Urgroßvater, ist der erste namentlich bekannte serbische Herrscher und besitzt Tara, Piva und Lim als Erblande. Auf Višeslav folgen Radoslav und danach Prosigoj. Das Bulgarische Reich verfolgt eine Politik der Ausdehnung. Es fordert zunächst von benachbarten Völkern Tribut und militärische Hilfe im Rahmen eines Bündnisses, während diese ihre innere Selbstverwaltung und ihre örtlichen Herrscher behalten. Sobald diese Form der Beziehung endet, hebt Bulgarien die Selbstverwaltung auf, errichtet direkte und uneingeschränkte Herrschaft und gliedert das Nachbarvolk vollständig in sein politisches und kulturelles System ein. Nach dem Sieg über Bulgarien erweitert Vlastimir sein Herrschaftsgebiet nach Westen, nimmt Bosnien und die Herzegowina beziehungsweise Hum ein und verheiratet seine Tochter mit Krajina, dem Sohn des örtlichen Župan von Trebinje, Beloje. Krajina trägt danach den Titel eines Archonten und die Familie Belojević erhält die Herrschaft über Travunien. Krajina und Vlastimirs Tochter haben einen Sohn namens Hvalimir, der später Župan von Travunien wird. Vlastimir hat drei Söhne, Mutimir, Strojimir und Gojnik, sowie eine namentlich nicht genannte Tochter. - Fortsetzung 836
ERSTES BULGARISCHES REICH
BYZANTINISCHES REICH
IBERIEN
- Fürst Aschot I. (813–830)
Am 29. Januar wird Aschot im Nigali-Tal in einer Kirche von Abtrünnigen ermordet. Da er ein Patron der christlichen Kultur und ein Freund der Kirche ist, wird er von der georgisch-orthodoxen Kirche heiliggesprochen. Nach Aschots Tod wird sein Besitz unter seinen drei Söhnen Bagrat I., Adarnase II. und Guaram Mampali aufgeteilt. Seine Tochter heiratet Teodosi II. von Abchasien. - Fortsetzung unter TAO-KLARDSCHETIEN
TAO-KLARDSCHETIEN
- Kuropalat Bagrat I. (830–876)
Bagrat I., um 822 geboren, trägt von diesem Jahr an den Titel Kuropalates. - Fortsetzung 842
KACHETIEN
ARABER
(214/215 = 27./28. Februar)
Abbasiden
- Kalif al-Ma'mūn (813–833)
al-Ma'mūn kann sich erstmals gegen Ende seiner Herrschaft dem Ghazw gegen die Byzantiner widmen und bricht im März zu einem ersten Feldzug auf. Er zieht von Bagdad über Tikrit, Mossul, Manbidsch, Dābiq nach Antiochia und weiter über al-Massīsa nach Tarsus, von wo er im Juli auf byzantinisches Gebiet vordringt und verschiedene Festungen einnimmt. Auf dem Weg nach Syrien plant er nach einem Bericht al-Chatīb al-Baghdādīs auch, die Mutʿa‑Ehe als erlaubt zu erklären, wird aber von Qādī Yahyā ibn Aktham mit juristischen Argumenten davon abgehalten. Er lässt geodätische Vermessungen zur Bestimmung des Erdumfangs nach dem Prinzip der Gradmessung durchführen, die in der Ebene von Sindschar einen Wert von 111,814 Kilometern zwischen zwei Breitengraden ergeben und eine Weltkarte anfertigen. In diesem Zeitraum stellt er den Philosophen al-Kindī ein, um ältere Übersetzungen griechischer Werke zu überprüfen, und lässt zahlreiche Werke zur Logik, Mathematik, Medizin und Astronomie ins Arabische übersetzen, wozu er eine Delegation mit al-Haddschādsch ibn Matar, Yahyā ibn al-Bitrīq und Salmā nach Byzanz schickt und weitere griechische Bücher aus einem Haus auf Zypern nach Bagdad bringen lässt, die er in der „Bibliothek der Weisheit“ unter dem Bibliothekar Sahl ibn Hārūn sammelt. - Imam der Zwölferschiiten Muhammad al-Dschawād (819–835)
Die Ehe Muhammad al-Dschawāds mit der Tochter des Kalifen wird vollzogen, als al-Ma'mun ihn von Medina nach Bagdad einlädt. Das Paar bleibt dort bis zur Haddsch-Zeit. - Patriarch Basileios (821–839)
- Papst und Patriarch Yakub (Alexandria, 819-830)
- Papst und Patriarch Simeon II. (830)
Am 15. Februar beginnt Simeons Amtszeit als 51. Papst von Alexandria und Patriarch des Stuhls des heiligen Markus. Er ist der Sohn orthodoxer christlicher Eltern aus dem Adel von Alexandria in Ägypten. Von Kindheit an wächst er im Glauben auf und lernt die Lehren der Kirche kennen. Er entscheidet sich für das Mönchsleben, geht in die Wüste Sketis und wird in der Zelle seines Vorgängers Jakob Mönch. Viele Jahre lebt er bei Papst Jakob, führt ein entbehrungsreiches asketisches Leben und widmet sich häufig dem Gottesdienst. Als Markus II. Patriarch wird, bittet er Simeons geistlichen Vater Jakob um Simeon, der für seinen guten Ruf und sein gesundes Urteil bekannt ist. Simeon bleibt bis zu Markus’ Tod bei ihm. Als sein geistlicher Vater Jakob Patriarch wird, behält dieser Simeon bei sich und zieht häufig Nutzen aus ihm. Nach Jakobs Tod einigen sich die Bischöfe, Priester und Ältesten einmütig darauf, Simeon aufgrund der Rechtschaffenheit und des orthodoxen Glaubens, die sie während seines Aufenthalts bei den beiden vorhergehenden Patriarchen an ihm beobachten, zum Patriarchen zu erheben. Sie ergreifen ihn, binden ihn und weihen ihn zum Patriarchen. Er führt ein engelsgleiches Leben, das dem Herrn wohlgefällig ist. Seine Amtszeit dauert fünfeinhalb Monate. Er wird in der Kirche des heiligen Markus bestattet; sein Nachfolger ist Josef I. Simeon ist Ägypter und gehört der koptisch-orthodoxen Kirche an. Am 6. Oktober, dem 9. Babah des koptischen Kalenders, stirbt er in Frieden; sein Gedenktag ist der 6. Oktober. - Griechisch-orthodoxer Patriarch Christophoros I. (Alexandria, 817–841)
- Fortsetzung 831
Emirat von Kreta
Samaniden
- Emir Nuh ibn Asad (Samarkand, 819–841/842)
- Emir Yahya ibn Asad (Schasch, 819–855)
- Emir Ahmad ibn Asad (Ferghana, 819–864/65)
- Emir Ilyas ibn Asad (Herat, 819–856)
Rustamiden
Aghlabiden
Idrisiden
Emirat von Córdoba
CHASAREN
UIGURISCHES KAGANAT
INDIEN
Pratihara
Chauhan-Dynastie
Rashtrakuta
Pallava
Pandya
- König Srimara Srivallabha (815–862)
In der Schlacht von Tellaru kämpft Srimara Srivallabha mit den Pandya-Truppen gegen ein Bündnis unter Führung des Pallava-Herrschers Nandivarman III. Die Verbündeten der Pallava sind die Gangas, die Cholas und die Rashtrakutas, und die Pandya-Truppen unterliegen den Pallavas in dieser Schlacht. Die Pandya ziehen sich nach Süden in ihr Kernland zurück, und die Pallava-Armee rückt bis an den Fluss Vaigai vor. - Fortsetzung 850
Anuradhapura
TIBET
KHMER
CHINA
(58. (59.) Zyklus - Jahr des Metall-Hundes; am Beginn des Jahres Erde-Hahn)
Tang-Dynastie
- Kaiser Wenzong (826–840)
Innerhalb der Verwaltung Kaiser Wenzongs beginnt der später als Niu-Li-Fraktionskämpfe bezeichnete Parteienstreit. Wei Chuhou ist inzwischen gestorben, und der betagte Kanzler Pei Du übernimmt weniger Einfluss auf Regierungsentscheidungen; schließlich wird er aus der Hauptstadt versetzt, um als Militärgouverneur zu dienen. Die nachfolgenden Kanzler Li Zongmin und Niu Sengru gelten als Fraktionsvertreter der später nach Niu Sengru benannten Niu-Fraktion. Sie entfernen gemeinsam die Verbündeten ihres politischen Gegners Li Deyu aus der Regierung. Li Deyu gilt später als Namensgeber der Li-Fraktion. Pei Du hat Li Deyu für das Kanzleramt empfohlen, doch Li Zongmin setzt sich mit Unterstützung der Eunuchen gegen Li Deyu durch. Kaiser Wenzong ist des Einflusses der Eunuchen auf seine Regierungstätigkeit und ihrer Kontrolle über den Palast überdrüssig. Er plant deshalb heimlich mit dem Beamten Song Shenxi, die Eunuchen, insbesondere Wang Shoucheng, zu entmachten. Um die Planung voranzutreiben, ernennt Kaiser Wenzong Song Shenxi ebenfalls zum Kanzler. Niu Sengru bekleidet von 830 bis 832 und Song Shenxi von 830 bis 831 das Kanzleramt. Pei Du und Wang Bo scheiden im Jahr 830 aus dem Kreis der Kanzler aus. - Fortsetzung 831
KOREA
Balhae
- König Sŏn (818–830)
Sŏn stirbt, und sein Enkel Tae Ijin tritt die Nachfolge auf dem Thron von Balhae an. - König Tae Ijin (830–857)
Tae Ijins bemüht sich um die Festigung eines zentralisierten Verwaltungssystems und organisiert ein stehendes Heer. Der Äraname seiner Regierungszeit ist Hamhwa. - Fortsetzung 857
Silla
JAPAN
- Tennõ Junna (823–833)
Yoshimine no Yasuyo endet sein Amt als Dainagon. - Fortsetzung 831
QUELLEN
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28.10.2018 Artikel eröffnet
10.08.2023 Grundstock erstellt
01.10.2026 Grundstock ergänzt