799
MAYA
Palenque
- Ajaw Janaab Pakal III. (799)
Am 13. November 799 besteigt Janaab Pakal III., auch Wak Kimi Janaab Pakal oder „Sechs Tod“ genannt, den Thron der Maya-Stadt Palenque. Dieses Ereignis ist durch eine einzige bekannte Inschrift auf einem Tongefäß überliefert. Die Inschrift nennt das Datum in der Langen Zählung als 9.18.9.4.4 sowie in der Kalenderrunde als 7 K'an 17 Muwan. Dieses Datum stellt zugleich das letzte bekannte überlieferte Datum aus Palenque dar. Zu dieser Zeit befindet sich die Stadt im endgültigen Niedergang. Die Bevölkerungszahl sinkt, und es lassen sich keine größeren Bauprojekte mehr nachweisen.
Talol
Tikal
Copan
NORDGERMANEN
- Beginn der Wikinger-Überfälle auf das Frankenreich
- Fortsetzung 800
PIKTEN
KELTEN
- Der König von Ailech ist gleichzeitig auch Hochkönig von Irland
Ailech
Ulster
Connacht
Meath
- König Domnall mac Donnchada Midi (797-799)
Im Jahr 799 wird Domnall mac Donnchada Midi von seinen eigenen Verwandten ermordet. - König Muiredach mac Domnaill Midi (799–802)
Danach wird sein Onkel Muiredach mac Domnaill Midi König von Meath. Ebenfalls im Jahr 799 erscheint Muiredach erstmals als Anführer der Streitkräfte von Meath in einem Sieg über die Cenél Cairpri von Tethba in der Schlacht von Finnabair in Tethba, in der der König der Cenél Cairpri fällt. Die Annalen von Ulster setzen dieses Ereignis vor Domnalls Ermordung, während die Annalen der Vier Meister es danach einordnen. - Fortsetzung 802
Leinster
Gwynedd
Powys
ANGELSACHSEN
Northumbria
- König Eardwulf (1. Amtszeit 796-806)
Eardwulf lässt den Ealdorman „Moll“ hinrichten. Moll ist wahrscheinlich ein Nachfahre des ehemaligen Königs Æthelwald Moll. Eardwulf hat zur Kirche ein ambivalentes Verhältnis. Erzbischof Eanbald II. von York gewährt Eardwulfs Feinden Asyl und eignet sich einige Ländereien an, worauf Eardwulf schließlich militärisch vorgeht. Die Klöster in Ripon und Hexham scheinen Eardwulf zu unterstützen. - Erzbischof Eanbald II. (York, 796–808)
- Fortsetzung 800
Mercia
- König Cenwulf (796–821)
Eine Urkunde zeigt, dass Wessex und Mercia schon seit einiger Zeit voneinander entfremdet sind, auch wenn diese Urkunde nicht als sicher echt gilt. Im selben Jahr liegt eine gefälschte Urkunde vor, die eine Ehefrau Cenwulfs namens Cynegyth nennt. - Bischof Unwona (Leicester, 781/785-801/803)
- Erzbischof Hygeberht (Lichfield, 787–799)
Hygeberht wird in Urkunden weiterhin als Erzbischof genannt, doch Hinweise deuten darauf, dass er nicht mehr alle Suffraganbischöfe kontrolliert, die ihm früher unterstellt sind. Bei Hygeberhts Nachfolgern ist nur der Name und die ungefähre Amtszeit bekannt, sodass sich eine Aufnahme in diese Chronik nicht lohnt; erst 1053 tritt wieder ein Bischof an, über den mehr bekannt ist (Leofwin) - Fortsetzung 800
Wessex
- König Beorhtric (786–802)
Für die späten 790er Jahre wird erwogen, dass der vertriebene Ecgberht möglicherweise nach Wessex zurückkehrt und dort zumindest in Teilen des Königreiches als König anerkannt wird. Gleichzeitig gewinnt Cenwulf, der nachfolgende König von Mercia, im Laufe einiger Jahre die Vorherrschaft Mercias zurück. Ab 799 scheinen die Beziehungen Beorhtrics zu den Merzianern wieder der Situation zu ähneln, wie sie vor Offas Tod besteht, sodass Beorhtric erneut in eine gewisse Abhängigkeit von Cenwulf gerät. - Fortsetzung 801
Essex
Kent
FRÄNKISCHES REICH
- König Karl der Große (768–800)
Papst Leo III. gerät in Rom in innere Spannungen und in einen Aufstand. Im Frühjahrwird der Papst angeblich geblendet und der Zunge beraubt. Später flieht er nach Paderborn, wo er Karl dem Großen begegnet und dessen militärische Unterstützung erhält.
Karl der Große (51) hält sich im Sommer in seiner Pfalz in Paderborn auf. Dort ist er auf dem Höhepunkt seiner Macht und befindet sich in einem Vorposten im wenige Jahre zuvor blutig umkämpften Sachsenland. Mit der fränkischen Herrschaft bringt er das Christentum in die sächsischen Gaue, unterstützt von angelsächsischen Missionaren und dem Schwert. Im Zusammenhang mit den Awaren kommt es 799/803 zu einem Aufstand gegen die fränkische Oberherrschaft. Dieser Aufstand bleibt wirkungslos, zumal die Franken nicht in die inneren Strukturen des Awarenreichs eingreifen. - Gerold von Schwaben, der Schwager Karls des Großen, stirbt auf einem Feldzug gegen die Awaren; die Kaiserchronik sagt, Widukind sei von Gerold von Schwaben erschlagen worden.
- Marcha orientalis
Zweiter Awarenaufstand (nach 797), danach gründet Karl der Große die Marcha orientalis. - Auf einer Synode in Aachen wird der Adoptianismus erneut als Irrlehre verworfen.
- Unterkönig Karl der Jüngere (Franken, 781-811)
Karl der Große hält in Paderborn eine Reichsversammlung ab und schickt seinen Sohn Karl mit der Hälfte des Heeres weiter in den Bardengau, um die Lage dort zu stabilisieren. - Unterkönig Ludwig der Fromme (Aquitanien, 781–814)
- Unterkönig Pippin (Italien, 781-810)
Pippin zieht mit seinem Vater gegen die Sachsen. Noch im selben Jahr kommt es zu Kämpfen der Bayern mit den Awaren. Daher entsteht die Awarenmark als Grenzsicherung. - Alkuin
- Bischof Theodulf (Orléans, 798-818)
- Bischof Gerobald (Lüttich, 787-809)
Um 799 lässt Gerbald in Visé die Kirche Saint-Martin errichten. Nach späteren, von Historikern als wenig zuverlässig bewerteten Berichten soll Papst Leo III. auf Bitten Gerbalds am 4. Oktober 799 in Anwesenheit Karls des Großen Suitbert in den Heiligenstand erheben. - Erzbischof Hildebold (Köln, 795–818)
Hildebold führt Papst Leo III. zu Karl dem Großen nach Paderborn. Er begleitet den Papst an den Hof und wirkt als Vermittler zwischen Papsttum und König. Seine Vertrauensstellung bei Karl und seine Rolle im kirchlichen Gefüge treten hierbei deutlich hervor. Er bestätigt damit seine Bedeutung als zentrale Figur im Reichskirchensystem Karls des Großen. - Erzbischof Richulf (Mainz, 787–813)
- Erzbischof Richbod (Trier, 791–804)
- Bischof Liutrit (Würzburg, 795–802)
- Abt Baugulf (Fulda, 779–802)
- Bischof Egino (Konstanz, 782–811)
- Abt Waldo von Reichenau (Reichenau 786–806)
- Fortsetzung 800
Grafschaft Urgell, Cerdaña und Osona
- Graf Borrell von Osona (798–820)
Borrell spielt eine herausragende Rolle bei der Eroberung von Osona. Für seine Dienste in dieser Kampagne wird er wahrscheinlich zum Grafen von Osona ernannt. Osona gilt dabei als strategisch wichtige Region zwischen den pyrenäischen Bergen und dem Inneren der Halbinsel. - Fortsetzung 801
Grafschaft Toulouse
Abodriten
Herzogtum Sachsen
- Domkapitel Paderborn
Im April flüchtet Papst Leo III. aufgrund von Umsturzversuchen in Rom mit Hilfe Karls des Großen nach Paderborn. Im Sommer wird auf einer Synode in Paderborn das Domkapitel von Papst und König kanonisch errichtet. Es handelt sich um das einzige altsächsische Domkloster, dessen Gründungsjahr und Einzelheiten des Gründungsvorgangs überliefert sind. Vermutlich werden auf der Paderborner Synode auch die übrigen sächsischen Domkapitel in Bremen, Minden, Münster, Osnabrück und Verden gegründet. Obwohl die Gründungsurkunde später verloren geht, lässt sich aus Parallelquellen erschließen, dass 15 Bischöfe die Errichtung unterzeichnet haben - Gymnasium Theodorianum (Paderborn)
Als Gründungsjahr des Gymnasiums Theodorianum wird landläufig das Jahr 799 genannt. Anlässlich des Besuches Papst Leos III. macht Karl der Große dem Kloster eine Schenkung, die wohl auch eine Domschule umfasst. Die Domschule liegt in der Nähe der Karlsburg zunächst unter Bischof Badurad nördlich, dann unter Bischof Meinwerk westlich des Kreuzgangs des Domes. Aus Meinwerks Zeit ist auch der erste Schulleiter bekannt: Altmann wird später Stiftspropst von Aachen und Bischof von Passau. - Paderborner Epos
Paderborner Epos beschreibt die Zusammenkunft von Papst Leo III. mit Karl dem Großen in Paderborn. Der Anlass des Besuches ist ein Attentat, das kurz zuvor in Rom auf den Papst verübt worden ist. Die Zusammenkunft selbst wird als wichtige Vorbereitung zur Kaiserkrönung Karls im Jahr 800 dargestellt. Ob im September 799 Leo und Karl über die Kaiserkrönung regelrecht verhandelt haben, wird in der Literatur mehrheitlich bestritten. Das Epos behandelt die Verhandlungen zwischen Papst Leo III. und Karl dem Großen sowie die Ursachen und Umstände der Flucht Leos aus Rom. Im Jahr 1712 wird die Handschrift zusammen mit anderen während des Toggenburgerkrieges als Beute nach Zürich verschleppt und kehrt nicht mehr nach St. Gallen zurück. Die Handschrift ist die einzige überlieferte Handschrift des fraglichen Fragments von 536 Versen und stammt aus einer Sammelhandschrift aus St. Gallen, die sich bis zur Redaktionszeit dieser Chronik in der Zentralbibliothek Zürich befindet. Im Jahr 2006 verständigen sich die Kantone St. Gallen und Zürich über dieses Kulturgut. Der Text nennt diese Verständigung als Bezug zum Kulturgüterstreit zwischen Zürich und St. Gallen. - Fortsetzung 804
Herzogtum Baiern
- Herzog Karl der Große (788–814)
- Erzbischof Arn (Salzburg, 798-821)
Arn begleitet Papst Leo III., der vor seinen Gegnern zu Karl dem Großen geflohen ist, zurück nach Rom. - Bischof Adalwin (Regensburg, 791–816)
- Bischof Gerhoh (Eichstätt, 787–806)
- Bischof Atto (Freising, 783/784–810/811)
Bischof Waldrich (Passau, 777–804)
- Bischof Simpert (Augsburg, 778–807)
Simpert nimmt als persönlicher Beauftragter Karls des Großen an der Provinzialsynode in Reisbach in Niederbayern teil. Auf dieser Synode diskutieren die Anwesenden unter anderem rechtliche Fragen des Klerus sowie die Teilnahme von Laien am Gottesdienst. In dieser Zeit wächst Simperts Ansehen, sodass er in Kirche und Reichspolitik als wichtige Persönlichkeit gilt. - Fortsetzung 800
Herzogzum Mailand
Herzogtum Treviso
Markgrafschaft Friaul
- Markgraf Erich (789–799)
Im Jahr 799 stirbt Erichs Vater am Vorabend einer Schlacht mit den mutmaßlichen Awaren. Noch im selben Jahr befindet sich Erich in Liburnien auf einem Feldzug gegen die Slawen. Nach Einhards Bericht wird Erich durch den Verrat der Bewohner von Tharsatika getötet; andere Darstellungen identifizieren den Ort mit Trsat, während wiederum die civitas Tergeste an der Adriaküste als wahrscheinlicher gilt. - Markgraf Hunfrid (799-808)
Hunfried von Rätien wurde um 775 als Sohn Guérins III. von Thurgau und einer unbekannten Mutter geboren. Seit 798 ist er mit Hitta, der Tochter von Ulrich Wulfhard von Argengau und Linzgau, verheiratet. 799 wird er nach dem Tod von Erich dessen Nachfolger als Herzog von Friaul. - Fortsetzung 800
Herzogtum Spoleto
- Herzog Winigis (789–822)
Winigis ist von Karl dem Großen zum missus dominicus im Ducatus Romae bestellt und befindet sich am 25. April in der Basilika des Heiligen Petrus, als Papst Leo III. angegriffen wird. Er bringt den Papst danach nach Spoleto in Sicherheit, bis dieser wieder gefahrlos nach Rom zurückkehren kann. - Fortsetzung 801
Herzogtum Benevent
SPANIEN
Königreich Asturien
KIRCHENSTAAT
- Papst Leo III. (795–816)
Am 25. April wird Leo III. bei der Prozession der Großen Litaneien auf dem Weg zur Flaminischen Pforte von bewaffneten Männern angegriffen. Er wird zu Boden geworfen, man versucht, ihm die Augen auszureißen und die Zunge abzuschneiden; anschließend wird er in das Kloster Sant’Erasmo auf dem Cälius gebracht, entkommt aber mit Hilfe seiner Unterstützer. Der Anschlag wird durch die Hilfe des Herzogs von Spoleto, Guinigiso, und der missi dominici Karls des Großen abgewehrt. Leo begibt sich daraufhin mit einem Gefolge von 200 Personen vorübergehend nach Paderborn, wo Karl der Große sich aufhält. Dort beraten sich Karl und der Theologe Alkuin von York über die gegen den Papst erhobenen Vorwürfe; Alkuin mahnt größte Vorsicht an und betont, dass kein irdisches Machtzentrum den Papst richten könne. Am 29. November kehrt Leo unter Begleitung fränkischer Bischöfe und Adliger nach Rom zurück und wird triumphal empfangen. Die begleitenden Bischöfe sammeln Dokumente und Zeugenaussagen zu den Vorwürfen und senden sie zusammen mit den Verantwortlichen des Angriffs an Karl den Großen.
Ebenfalls 799 findet in Aachen ein Konzil statt, das Karl der Große selbst leitet. Dort widerlegt Alkuin von York die Thesen des Bischofs Felice von Urgell zur wieder aufkommenden adoptionistischen Lehre; Felice erkennt die Niederlage an, widerruft und legt ein Glaubensbekenntnis ab. Danach wird eine Kommission nach Südfrankreich geschickt, um die Gehorsamkeit gegenüber der Kirche von Rom wiederherzustellen. - Fortsetzung 800
REPUBLIK VENEDIG
WESTSLAWEN
Sorben
SÜDSLAWEN
Kroatien
- Fürst Višeslav (c.785–c.802)
Višeslav nimmt als militärischer Befehlshaber am Belagerungskrieg um Tersatto (Trsat) teil. Dieser Belagerungskrieg dient dem Schutz des Hafens von Rijeka. Auf der einen Seite stehen die Verteidiger unter der Führung von Višeslav, auf der anderen Seite das fränkische Invasionsheer des Karolingerreiches. Während dieser Belagerung wird der fränkische Heerführer Erik von Friaul getötet. - Fortsetzung 802
ERSTES BULGARISCHES REICH
BYZANTINISCHES REICH
- Kaiserin Irene (797-802)
- Patriarch Johannes (Grado, 766–802)
- Patriarch Tarasios (Konstantinopel, 784–806)
IBERIEN
ARABER
(182/183 - 11./12. Februar)
Abbasiden
- Kalif Hārūn ar-Raschīd (786-809)
Im Jahr 799 trifft eine fränkische Gesandtschaft bei Hārūn ein, um ihm Freundschaft anzutragen. Hārūn empfängt die Mission der Franken und pflegt damit den diplomatischen Kontakt zu Karl dem Großen, wobei die Atmosphäre von Geschenkaustausch und höfischer Pracht an seinem Hof mit den späteren legendären Darstellungen korrespondiert. Die fränkische Gesandtschaft leitet eine Phase gegenseitiger Beziehungen ein, die später durch Geschenke, Verhandlungen über den Zugang zu heiligen Stätten und gemeinsame Gegnerschaft zu Byzanz vertieft werden. - Imam der Ismailiten: Muhammad ibn Isma'il (775-813)
- Imam der Zwölferschiiten: Mūsā al-Kāzim (765–799)
Am 1. September stirbt Mūsā in Bagdad, ohne dass einer seiner Anhänger seinem Tod beiwohnt, was die Situation für die Gemeinde besonders unsicher macht. Bei seinem Tod hinterlässt er nach den Angaben der Überlieferung 18 Söhne und 15 Töchter, die alle von Sklavinnen stammen. Seine Bestattung erfolgt in al-Kazimiyya, einem später nach ihm benannten Vorort im Nordosten Bagdads, wo er zusammen mit seinem Enkel, dem späteren Imam Muhammad at-Taqī, begraben wird. Der Tod Mūsā al-Kāzims löst in der imamitischen Gemeinde eine erneute, tiefe Nachfolgekrise aus, weil viele Anhänger den Verlust des Imams nicht akzeptieren wollen. Eine große Zahl seiner Anhänger und Vertreter in verschiedenen Regionen ist der Überzeugung, dass Mūsā in Wahrheit nicht gestorben ist, sondern sich nur verborgen hält, um als Qāʾim bald in die Welt zurückzukehren. In diesem Umfeld tritt ein Klient der Banū Asad namens Muhammad ibn Baschīr hervor und behauptet, er sei der Stellvertreter und Bevollmächtigte Mūsās, also sein waṣī, und verfüge über besondere Vollmachten. Der imamitische Doxograph al-Qummī, der vor 905 sein Werk „Buch der Lehren und Sekten“ (Kitāb al-Maqālāt wa-l-firaq) verfasst, berichtet, dass Muhammad ibn Baschīr Taschenspielertricks und Gaukeleien einsetzt und sogar behauptet, Mūsā al-Kāzim sei Gott, der sich erst den Menschen gezeigt und sich dann ihren Blicken entzogen habe, obwohl er weiterhin unter ihnen weile. Diese Sichtweise führt zu einer Sektenbildung, die den Tod Mūsās leugnet und ihn zur göttlichen Gestalt erhebt. Parallel dazu erkennen einige von Mūsās Anhängern seinen Sohn ʿAlī ar-Ridā als rechtmäßigen Nachfolger und neuen Imam an. Die Anhänger Muhammad ibn Baschīrs bestreiten jedoch das Imamat ʿAlīs und bezeichnen seinen Anspruch als Lüge, da sie weiterhin an der fortdauernden Autorität Mūsās festhalten. Sie vertreten die Auffassung, Mūsā habe während seiner Abwesenheit Muhammad ibn Baschīr zu seinem Stellvertreter mit allen Vollmachten eingesetzt, weshalb dieser der wahre Imam nach ihm sei. Imamitische Autoren versuchen später, diese Spaltung ökonomisch zu erklären und argumentieren, dass Mūsās Vertreter in verschiedenen Städten zum Zeitpunkt seines Todes große Geldsummen angesammelt haben, die sie wegen seiner Gefangenschaft nicht an ihn übergeben konnten. Um diese Gelder behalten zu können, leugnen sie den Tod Mūsās und behaupten, er werde eines Tages zurückkehren, sodass jede Abrechnung mit einem neuen Imam hinausgeschoben wird. - Imam der Zwölferschiiten: ʿAlī ibn Mūsā ar-Ridā (799-818)
Abū l-Hasan ʿAlī ibn Mūsā ar-Ridā wurde 768 in Medina geboren und ist ein Sohn von Mūsā ibn Dschaʿfar al-Kāzim. Seine Mutter ist eine nubische Sklavin, deren Name unterschiedlich als Schahd, Sahā oder Tahīya angegeben wird. In der frühen Phase seines Lebens lebt ʿAlī in Medina, ohne wahrnehmbar in Erscheinung zu treten; aus dieser Zeit sind lediglich die Überlieferung von Hadithen und die Ausgabe von Fatwas bekannt. Als sein Vater im Gefängnis stirbt, wenden sich die meisten der Anhänger des Vaters ʿAlī zu und erkennen ihn als Imam an. Diese Gruppe wird Qatʿīya genannt, weil sie den Tod Mūsās mit Sicherheit annimmt. Einige andere Anhänger lehnen ʿAlī ab und lehren, dass Mūsā al-Kāzim aus dem Gefängnis geflohen sei, in der Verborgenheit weile und als Mahdi zurückkehren werde; diese Gruppe wird als Wāqifīya bezeichnet. - Patriarch Georgios II. (797–807)
- Papst und Patriarch Johannes IV. (Alexandria, 777–799)
Als sich sein Lebensende nähert, ruft Johannes die Priester zu sich. Er sagt ihnen, dass er am 16. Tubah geboren, an diesem Tag zum Papst geweiht worden sei und an eben diesem Tag auch aus dieser Welt scheiden werde. Die Priester und Bischöfe weinen und fragen, wer nach ihm ihr Vater werden soll. Johannes antwortet, dass der Herr Jesus Christus seinen Schüler, Priester Markus, für dieses Amt erwählt hat. - Papst und Patriarch Markus II. (Alexandria, 799–819)
Mark II. ist der 49. koptische Patriarch von Alexandria und amtiert ab dem 26. Januar bis zu seinem Tod am 17. April 819. - Griechisch-orthodoxer Patriarch Politianos (Alexandria, 768–813)
- Fortsetzung 800 [[Kategorie:Abbasiden]
Rustamiden
Emirat Noukour
Idrisiden
Emirat von Córdoba
- Emir al-Hakam I. (796–822)
- Die Basken erheben sich und töten den maurischen Gouverneur von Pamplona.
- Fortsetzung 800
CHASAREN
UIGURISCHES KAGANAT
INDIEN
Pratihara
Chauhan-Dynastie
Östliche Chalukya
Rashtrakuta
Westliche Ganga-Dynastie
Pallava
Anuradhapura
TIBET
- König Muné Tsenpo (797–799)
Muné Tsenpo wird nach einer kurzen Herrschaft Berichten zufolge auf Anordnung seiner Mutter Tsephongsa vergiftet, die eifersüchtig auf die Schönheit seiner Frau ist (möglicherweise schon bereits im Jahr 797). - König Mutik Tsenpo (799-800)
Möglicherweise übernimmt Mutik Tsenpo die Herrschaft auch schon 797. Einige Quellen berichten, dass er während seiner Regierungszeit einen hohen Minister ermordet und danach nach Lhodak Kharchu, auch Lho-brag oder Lhodrag genannt, nahe der Grenze zu Bhutan im Süden, verbannt wird, sodass Sadnalegs stattdessen den Thron übernimmt. In anderen Darstellungen wird Mutik Tsenpo mit Sadnalegs im Zusammenhang der Thronfolge genannt, wobei die Überlieferung des gesamten Zeitraums zwischen Trisong Detsen und Sadnalegs als unklar und widersprüchlich beschrieben wird. - Fortsetzung 800
CHINA
(58./59. Zyklus - Jahr des Erde-Hasen; am Beginn des Jahres Erde-Tiger)
Tang-Dynastie
- Kaiser Tang Dezong (779–805)
Wu Shaocheng, der nun Zhangyi (früher Huaixi) beherrscht, beginnt sein Umland zu plündern, ohne dass die Quellen klare Motive nennen. Dezong befiehlt die Militärgouverneure der Nachbarregionen – Yu Di (Shannan Ost), Han Hong (Xuanwu), Yi Shen (Anhuang) und Shangguan Shui (Chenxu) – zum gemeinsamen Angriff. Anfangs haben sie Erfolg, scheitern aber an mangelnder Koordination und brechen um die Jahreswende 800 plötzlich zusammen, wodurch Wu große Vorräte erbeutet. Darauf überträgt Dezong Han Quanyi von Xiasui den Oberbefehl, doch dieser wird mehrfach von Wu geschlagen. Auf Rat des Xichuan‑Gouverneurs Wei Gao und des Kanzlers Jia Dan stellt Dezong Wu Shaocheng Ende 800 eine Begnadigung in Aussicht und beendet so den erfolglosen Feldzug. Um diese Zeit haben Wei Gao und der Nanzhao‑König Yimouxun, der nach der Schlacht von Shenchuan wieder in das chinesische Tributsystem eingetreten ist, den Tibetern mehrere Niederlagen beigebracht. Tibet stellt nun eine deutlich geringere Bedrohung für die Sicherheit der Tang‑Grenzen dar. - Fortsetzung 805
KOREA
Silla
Balhae
JAPAN
QUELLEN
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14.11.2019 Artikel eröffnet
10.09.2023 Grundstock erstellt