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RÖMISCHE REPUBLIK

(ab urbe condita CCCLXIV = 364)

  • Quintus Fabius Ambustus, Kaeso Fabius Ambustus, Numerius Fabius Ambustus, Quintus Sulpicius Longus, Quintus Servilius Fidenas und Publius Cornelius Maluginensis werden römische Konsulartribunen.
  • Diktator Marcus Furius Camillus (2. Amtszeit)
    Die Gallier siegen in der Schlacht an der Allia und öffnen sich damit den Weg nach Rom. Rom wird belagert; nach der traditionellen Version ziehen sich die Römer auf das Kapitol zurück und verteidigen sich dort, wobei Marcus Manlius Capitolinus eine hervorgehobene Rolle spielt. Es besteht jedoch die Möglichkeit, dass die Gallier in Wahrheit auch die römische Zitadelle einnehmen. Der Prozess und das Exil des Camillus erscheinen in der modernen Forschung als Konstruktion der römischen Annalistik, um den Helden von der Niederlage an der Allia abzusetzen. Dadurch kann Camillus als von offizieller Seite aus dem Exil zurückberufener Retter erscheinen, den der Senat zum Diktator ernennt, um die militärische Führung gegen die Gallier zu übernehmen.
    In der französischen Wikipedia tritt Camillus als Diktator an die Spitze eines Heeres aus Überlebenden der Niederlage an der Allia und erscheint in Rom, als der gallische Anführer Brennus auf dem Forum von den auf dem Kapitol verschanzten Römern eine Goldsumme fordert. Brennus bestimmt das Lösegeld über eine Waage, auf deren Gegengewicht er zusätzlich sein Schwert legt, und ruft „Vae victis!“ – „Wehe den Besiegten!“. Camillus antwortet nach Tite-Livius, die Römer hätten von ihren Vätern gelernt, das Vaterland mit Eisen und nicht mit Gold zu retten, und zwingt die Gallier zur Schlacht, in der sie besiegt werden. So rettet Camillus die militärische Ehre Roms, gewinnt das Lösegeld zurück und erspart den Römern eine schwere Demütigung.
    Die russische Wikipedia fügt weitere Züge hinzu: Camillus befindet sich zu Beginn der Ereignisse in Ardea im Exil. Er hält dort eine Rede, erinnert an die römischen Taten und erklärt, jetzt sei der Moment, diese zu vergelten. Er betont, dass die Römer ihre Schlachten eher durch Einschüchterung als durch reine Kraft gewinnen, und überzeugt die Einwohner von Ardea, sich in seine Armee einzureihen, weil sie in ihm den einzigartigen Feldherrn ihrer Zeit erkennen. Mit diesen Truppen überfällt er das schlafende gallische Lager, das ungeschützt und unbewacht ist, und richtet ein Massaker an. Nach diesen Erfolgen erhält Camillus das Angebot, aus dem Exil zurückzukehren und offiziell den Kampf gegen die Gallier zu führen. Er wird zum Diktator ernannt, sammelt Truppen in verbündeten Städten sowie die Reste des römischen Heeres bei Veiī und beginnt von dort die Vorbereitung auf den Gegenangriff.
    Mit dieser Diktatur verbindet sich in der russischen Wikipedia das berühmte Motiv von der Rettung Roms durch die Gänse: Der Gesandte Pontius Cominius dringt bei Nacht über einen Pfad auf das Kapitol vor, um dort den Beschluss des Senats zu überbringen, Camillus zum Diktator zu ernennen. Die Gallier entdecken später denselben Pfad und versuchen einen nächtlichen Sturmangriff, werden aber durch das Geschnatter der der Juno geweihten Gänse verraten. Die Gänse wecken Marcus Manlius, der seinerseits die Verteidiger alarmiert und den Angriff abwehrt. Quintus Sulpicius kündigt an, alle Wachposten hinrichten zu lassen, doch auf Drängen der Truppen wird lediglich derjenige Soldat hingerichtet, der in der Nähe des Pfades Wache gehalten hat; er wird von der Felswand gestürzt. Mit diesen Ereignissen verbindet sich auch der berühmte Topos der „Waage des Brennus“: Die Gallier geben zu verstehen, dass sie für eine geringe Summe bereit sind, die Belagerung zu beenden. Der Senat beauftragt die tribuni militum, einen Frieden zu schließen. Quintus Sulpicius und Brennus vereinbaren ein Lösegeld von tausend Pfund Gold, wodurch das Volk, das einst über die Welt herrschen soll, auf diesen Betrag „geschätzt“ wird. Als sich herausstellt, dass die von den Galliern mitgebrachten Gewichte falsch sind und Sulpicius die Verwendung verweigert, wirft Brennus zusätzlich sein Schwert auf die Waage und spricht wiederum „Vae victis“. Camillus erscheint mit seinem Heer, erklärt als Diktator den geschlossenen Vergleich für ungültig, befiehlt, die Waffen zu rüsten und erklärt, man müsse das Vaterland mit Eisen und nicht mit Gold befreien, im Angesicht der Tempel, der Ehefrauen, der Kinder und der Heimat. Die römische Armee unter Camillus besiegt kurz darauf das gallische Heer endgültig.
    Nach der Zerstörung Roms wollen Teile der Plebs in das verwüstete Veiī übersiedeln, doch Camillus drängt sie, in Rom zu bleiben und sich am Wiederaufbau der zerstörten Stadt zu beteiligen. Obwohl er in den ständischen Konflikten auf Seiten der Patrizier steht, bewegt er diese, bestimmte Zugeständnisse zugunsten der Plebejer zu machen.
    Moderne Analysen sehen in der geschilderten Abfolge eine stark legendarische Konstruktion der Annalistik des 1. Jahrhunderts v. Chr.; alternative Überlieferungen (Strabon, Polybios) lassen Camillus ganz aus und schreiben den Sieg über die Gallier Truppen aus Caere zu, die den Römern die gezahlte Lösegeldsumme zurückgeben.
  • Marcus Manlius Capitolinus
    390/387: Nach einer vernichtenden Niederlage der Römer an der Allia im Jahr 390 (nach anderer Überlieferung 387) dringen die Gallier unter der Führung des Brennus nach Rom ein und stecken große Teile der Stadt in Brand. Viele Bewohner fliehen vor den plündernden Angreifern; einige, darunter Marcus Manlius Capitolinus, fliehen auf das Kapitol, den Burgberg Roms, beziehungsweise in die Zitadelle des Kapitols. Während der gallischen Belagerung Roms halten sich die Römer mit einer kleinen Besatzung auf dieser Zitadelle, während der Rest der Stadt aufgegeben ist. In einer Nacht versuchen die Gallier, lautlos die Hänge des Kapitols hinaufzusteigen und die Zitadelle zu erobern. Sie bewegen sich geräuschlos und wecken zunächst niemanden. Die den Gänsen des Kapitols – den heiligen Gänsen der Iuno – geweihten Tiere, die trotz der Hungersnot verschont geblieben sind, werden wach und schnattern. Durch dieses Geschnatter werden die gallischen Angreifer entdeckt und Marcus Manlius, der als Garnisonskommandant auf dem Kapitol/Zitadelle wacht, wird geweckt. Marcus Manlius eilt an den bedrohten Abschnitt. Er ruft die Soldaten, die versuchen zu verstehen, was geschieht. Er stößt mit seinem Schild den ersten Gallier, der den Gipfel der Zitadelle erreicht, zurück. Dieser stürzt in die Tiefe und reißt seine Gefährten mit sich. Auf diese Weise rettet Manlius mit Hilfe seiner Gefährten das Kapitol und damit den Staat. Aufgrund dieser Tat erhält er den Beinamen „Capitolinus“ und gilt fortan als einer der Helden der Republik, vergleichbar mit Horatius Cocles und Gaius Mucius Scaevola. Diese Episode wird von Titus Livius im fünften Buch seiner Geschichte Roms ausführlich geschildert. Nach der Plünderung Roms durch die Gallier geraten die Plebejer in eine erbärmliche Lage und müssen große Geldsummen bei den Patriziern leihen. Sie werden erneut zur verschuldeten Unterschicht Roms. Marco Manlius, der Held Roms, wendet sich ihrer Sache zu und tritt als erster Patrizier als Vertreter der plebejischen Interessen auf. Als er sieht, wie ein Zenturio wegen Schulden vor Gericht geführt wird und ihm Gefängnis und Versklavung drohen, greift er ein. Er zahlt aus eigenen Mitteln die Schulden des Mannes und befreit ihn damit. Er erklärt, es sei vergebens gewesen, die Burg und das Kapitol gerettet zu haben, wenn er nun zusehen müsse, wie ein Mitbürger und Waffengefährte in Ketten gelegt und wie ein Kriegsgefangener der siegreichen Gallier in die Sklaverei geführt werde. Vor den Augen aller begleicht er die Schuld beim Gläubiger und gibt dem Kameraden die Freiheit zurück; dieser ruft Götter und Menschen dazu auf, Marco Manlius, seinen Befreier und „Vater der römischen Plebs“, zu danken. Marco Manlius verkauft sogar sein Land, um weitere arme Schuldner zu unterstützen. Zugleich beschuldigt er die Senatoren der Veruntreuung öffentlicher Gelder. Er geht über die bisherigen agrarrechtlichen Forderungen hinaus und greift das öffentliche Kreditwesen als für die Verschuldeten besonders drückend an, da Schulden nicht nur Armut und Ehrverlust bedeuten, sondern freie Männer mit der Angst vor Geißelung und Ketten schrecken. Infolge seines Engagements für die Plebs wächst seine Popularität bei den Plebejern. Gleichzeitig beschuldigt er die Patrizier, das von den Galliern erbeutete Gold dem Staatsschatz entzogen zu haben.
  • Fortsetzung 389

GRIECHEN

(2./3. Jahr der 97. Olympiade)

Syrakus

  • Tyrann Dionysios I. (405–367)
    In Unteritalien haben sich die meisten Griechenstädte zu einem Bund verpflichtet, um sich gegenseitig militärisch zu unterstützen, sowohl gegen die lukanische Bevölkerung als auch gegen ein befürchtetes Ausgreifen des Dionysios. Im Herbst 390 greift Dionysios die Stadt Rhegion an, um die Meerenge von Messina zu kontrollieren, und stützt sich dabei auf sein Bündnis mit Lokroi, der Heimat seiner Frau Doris. Der erste Angriff misslingt, und der Herrscher sucht daraufhin das Bündnis mit den Lukaniern.
  • Fortsetzung 389

Molosser / Epirus

Makedonien

Pherai

  • Tyrann Lykophron (404-390)
  • Tyrann Jason (390-370)
    Um 390übernimmt Jason in Pherai die Herrschaft und folgt damit seinem Vater oder Schwiegervater Lykophron als Tyrann nach, wobei die genaue verwandtschaftliche Beziehung in der Überlieferung unsicher bleibt. Mit dem Machtantritt Jasons geht ein Generationswechsel innerhalb der lokalen Tyrannis einher, denn er gehört zur sogenannten „Jüngeren Tyrannis“ in Griechenland, die energischer und professioneller auftritt als ihre Vorgänger. Jason nutzt die bestehende Machtbasis Lykophrons, führt sie aber in eine neue Phase, indem er seine Herrschaft systematischer organisiert, auf militärische Schlagkraft setzt und klare hegemoniale Ziele innerhalb Thessaliens und darüber hinaus formuliert.
  • Fortsetzung 380

Athen

  • Der attischen Flotte unter Thrasybulos gelingt es, mehrere Inseln für Athen zurückzuerobern. Das persische Achämenidenreich rückt daraufhin von seiner pro-athenischen Politik ab.
  • Platon (38)
    Protagoras (Dialog)
    Protagoras wird im Text als früher Sophist mit einer Lebenszeit ungefähr von 485 bis etwa 415 bezeichnet. Dieses Jahr markiert damit im historischen Hintergrund ungefähr das Ende seines Wirkens. Seine Lehren, vor allem der Satz, der Mensch sei Maß aller Dinge, werden als Teil der sophistischen Aufklärung beschrieben. Um 445/443 hält er sich in Thurioi auf, bevor er nach Sizilien weiterzieht. Der Text verbindet diese Zeit mit seiner Stellung als bereits anerkannter Sophist und mit seinem Auftreten als „Staatsphilosoph“. Damit wird Protagoras als Figur in einen Zeitraum eingeordnet, in dem er bereits über Athen hinaus wirkt. In der Zeit vor dem Peloponnesischen Krieg kehrt Protagoras nach Athen und verweilt dort erneut; zugleich bleibt unklar, wie oft und wie lange er sich dort aufhält. Diese Jahre gehören zu der athenischen Phase, in der Perikles noch die entscheidende Macht im Staat innehat und die Stadt kulturell aufblüht.So bildet die Periode den politischen und geistigen Hintergrund für die Begegnung zwischen Sokrates und dem Sophisten.
    Der Dialog spielt nach den Anhaltspunkten des Wikipediaartikels um das Jahr 435; Sokrates ist damals etwa 35 Jahre alt, und die Ära des Perikles geht zu Ende. In Athen herrscht zu dieser Zeit bereits die politische und kulturelle Ordnung, die sich nach den Perserkriegen entwickelt hat, und die Demokratie beginnt sich als Staatsform zu entfalten. Der Text ordnet den historischen Hintergrund damit in eine Phase ein, in der Athen vor dem offenen Niedergang seiner Vormachtstellung steht, zugleich aber schon ein Zentrum von Philosophie, Rhetorik und Prosa ist. Mit dem Beginn des Peloponnesischen Krieges im Jahr 431 setzt der langsame Niedergang der Vormachtstellung Athens ein. Der zuvor beschriebene wirtschaftliche, kulturelle und politische Aufschwung wird dadurch in eine Krisenzeit überführt, ohne dass die kulturelle Blüte sofort endet. Gerade dieser Spannungsbogen bildet den historischen Rahmen für Platons spätere Darstellung des Gesprächs zwischen Sokrates und Protagoras. Nach der Niederlage gegen Sparta übernehmen 30 Tyrannen vorübergehend die Macht, bis die Demokratie 403 wiederhergestellt wird.
    Nach Sokrates’ Tod im Jahr 399 beginnt Platon mit der Darstellung des sokratischen Denkens in Dialogen. Ebenfalls nach 399 prägt die Verurteilung des Sokrates Platons weiteres Leben stark, und Platon gründet eine eigene philosophische Schule. Der Protagoras zählt zu den frühen Dialogen Platons und entsteht höchstwahrscheinlich in den Jahren zwischen 398 und 389, also im Jahrzehnt nach Sokrates’ Tod.
    Artikel des Tages: Der Protagoras ist ein in Dialog­form ver­fass­tes Werk des grie­chi­schen Philo­sophen Platon. Wieder­gege­ben wird ein fikti­ves Ge­spräch von Platons Lehrer Sokra­tes mit dem Sophis­ten Prota­goras, der als Lehr­meis­ter nach Athen gekom­men ist. Prota­goras behaup­tet, die Fähig­keit zu erfolg­reichem Auf­treten vermit­teln zu können. Neben­figuren des Dialogs sind der reiche Kallias als Gast­geber des Prota­goras, der Sophist Hippias von Elis, der Rhe­torik­lehrer Prodikos von Keos, die vor­neh­men, später als Politi­ker ein­fluss­reichen Athe­ner Alkibiades und Kritias sowie ein junger Be­kann­ter des Sokra­tes namens Hippo­krates. Die Diskus­sion dreht sich vor allem um Kern­themen der platoni­schen Ethik: die Hand­lungs­theorie und die Frage, ob die aretḗ (Vor­treff­lich­keit, Tüchtig­keit, Tugend) ein lehr­bares Wissen ist.
  • Fortsetzung 389

Korinth

  • Korinthischer Krieg (395–387)
    Im Jahr 390 wird der Krieg in der Region Korinth vorläufig zugunsten der Athener abgesichert. Eine athenische Entsatzarmee unter Iphikrates sichert die Stadt Korinth zunächst gegen die Spartaner. Die Spartaner hatten zuvor kleinere Feldzüge im Gebiet um Korinth unternommen, die unter anderem zur Schlacht bei Lechaion geführt hatten. Der Krieg wird außerdem durch persische Eingriffe weiter beeinflusst, während der Konflikt an Land und zur See weiter andauert.
  • Fortsetzung 389

Sparta

Bosporanisches Reich

Salamis

ODRYSEN

  • König Amadok I. (410–390) Im Jahr 390/389 rebelliert Seuthes II. gegen Amadokus; Seuthes verachtet und greift seinen Oberherrn an. Der athenische Feldherr Thrasybulos muss daraufhin Amadokus I. und Seuthes II. versöhnen und ihr Bündnis mit Athen erneuern. Amadokus I. stirbt wahrscheinlich bald nach 390/389.
  • König Hebryzelmis (390/389-384)
    Kurz nach 390/389 folgt Hebryzelmis Amadokos I. als Oberkönig des odrysischen Thrakien nach. Er stößt dabei offenbar auf den Widerstand von Seuthes II., dem früheren Protegé und nunmehrigen Rivalen des Amadokos I. Hebryzelmis setzt sich in diesem Machtkampf anscheinend durch, während Seuthes II. seine eigenen Ländereien nur mit Hilfe des athenischen Feldherrn Iphikrates behält oder zurückgewinnt, obwohl Athen mit Hebryzelmis verbündet ist.
    Hebryzelmis regiert nach einer Angabe in den Jahren 394–384, nach anderen Angaben in den Jahren 390–384. Im Verlauf seiner Herrschaft wird die Macht des Odrysischen Königreichs über die thrakischen Gebiete, die unter Seuthes II. im Süden und Westen des Flusses Melas verloren gegangen sind, wiederhergestellt. Er gehört der odrysischen herrschenden Dynastie an und pflegt traditionelle freundschaftliche Beziehungen zu Athen auf handels‑, politik‑ und militärpolitischer Ebene. Das Odrysische Reich stellt Athen zu seiner Unterstützung militärische Kontingente. Im Zusammenhang mit diesen Beziehungen prägt der odrysische König eine besondere Münze mit dem Bildnis der Medusa zu Ehren eines Vertrages mit Athen. Seine Münzen lässt Hebryzelmis in Kipsela (Ipsala), einer Stadt am linken Ufer des Flusses Mariza, schlagen. Es werden vier Typen von Bronzemünzen ausgegeben, von denen der verbreitetste den Kopf einer Göttin mit gezackter Krone zeigt; die Qualität der Ausführung ist hoch, die Arbeit der Münzmeister fein und professionell. Andere Münztypen tragen ein „heraldisches“ Zeichen in Form eines zweihenkligen Gefäßes, das sich auch auf den Münzen von Kotys I. und Kersobleptes findet und zur Zuordnung dieser Herrscher zu demselben Zweig der Königsdynastie herangezogen wird.
  • Kotys
    Kotys' Abstammung ist lange unklar, doch eine attische Inschrift von 330 nennt einen Reboulas als Bruder des Kotys und Sohn eines Königs Seuthes, was Kotys als Sohn des Seuthes I ausweist. Da Seuthes II bei der Abdankung des Seuthes I im Jahr 411 erst etwa sieben Jahre alt ist, erkennt die heutige Forschung Seuthes I. als Vater des Kotys an. In diese Zeit fällt wohl auch die Geburt der Tochter des Kotys, die später den athenischen Feldherrn Iphikrates heiratet, sowie die Geburt ihres Sohnes Menestheus, sodass Kotys bereits vor 400 als erwachsener Angehöriger des Königshauses präsent ist. Im Jahr 390 kommt der athenische Feldherr Iphikrates nach Thrakien, unterstützt seinen Kollegen Thrasybulos und vermittelt Frieden zwischen den thrakischen Herrschern Amadokos I. und Seuthes II.; beide werden Verbündete Athens. Iphikrates bleibt etwa zwei Jahre in Thrakien und heiratet in prunkvollem Rahmen eine Tochter des Kotys, was zeigt, dass Kotys bereits damals eine herausgehobene, wenn auch politisch noch nicht voll greifbare Stellung im odrysischen Königshaus innehat.
  • Fortsetzung 386

ACHÄMENIDENREICH

ÄGYPTEN

Spätzeit, 29. Dynastie

KUSCH

KARTHAGO

INDIEN

Anuradhapura

CHINA

Zeit der Streitenden Reiche
(38./39. Zyklus, Jahr des Metall-Hasen; am Beginn des Jahres Metall-Tiger)

Qin

Zhou

Han

Zhao

Wei

Qi

Chu

JAPAN

QUELLEN

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07.06.2020 Artikel eröffnet

18.06.2023 Grundstock erstellt

09.04.2026 Grundstock ergänzt

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