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[http://de.wikipedia.org/wiki/ | *[http://de.wikipedia.org/wiki/Marcus_Popillius_Laenas_(Konsul_359_v._Chr.) Konsul Marcus Popillius Laenas (3. Amtszeit?)] <br />Für das Jahr 354 berichtet Titus Livius, dass einige Annalisten einen Konsul mit dem Namen Marcus Popillius nennen, der meist mit Marcus Popillius Laenas identifiziert wird. Wäre diese Identifizierung richtig, ist er zum dritten Mal Konsul, doch eine andere von Livius überlieferte Tradition und die sonstige Überlieferung nennen stattdessen Titus Quinctius Pennus Capitolinus Crispinus: <br />[https://en.wikipedia.org/wiki/Titus_Quinctius_Pennus_Capitolinus_Crispinus '''Konsul Titus Quinctius Pennus Capitolinus Crispinus (1. Amtszeit)'''] <br />Titus Quinctius Pennus Capitolinus Crispinus bekleidet 354 zum ersten Mal das Konsulat, sollte Livius recht haben. | ||
* | *[http://de.wikipedia.org/wiki/Marcus_Fabius_Ambustus_(Konsul_360_v._Chr.) Konsul Marcus Fabius Ambustus (3. Amtszeit)] <br />354 gelingt es den patrizischen Konsuln, nochmals zwei Patrizier als Nachfolger durchzusetzen, und Marcus Fabius Ambustus ist auf jeden Fall Konsul, diesmal zum dritten Mal. Er erobert die Stadt Tibur, die daraufhin Frieden schließen muss, und führt außerdem einen erfolgreichen Feldzug gegen Tarquinia. Als Vergeltung dafür, dass Tarquinia 358 römische Gefangene in der Stadt getötet und den Göttern geopfert hat, lässt Fabius nun 358 vornehme Tarquinier auf dem Forum Romanum auspeitschen und hinrichten und schließt zudem den ersten Bündnisvertrag Roms mit den Samniten. Die Darstellung der Ereignisse variiert in den Quellen. Diodor berichtet ähnlich, nennt aber Praeneste statt Tibur als Stadt, die zum Frieden gezwungen wird; beide Städte führen damals gemeinsame Kriege gegen Rom und können in der Überlieferung verwechselt werden. Eine in Ägypten gefundene Papyruschronik sowie die römischen Triumphalakten bestätigen jedoch die Angabe, dass Fabius Tibur unterwirft, was diese Version stützt. Für 353 setzt sich wohl unter seinem Einfluss erneut ein patrizisches Konsulnpaar durch; im folgenden Jahr gelingt dies zwar nicht, doch dürfen die amtierenden Konsuln ihre Nachfolger nicht selbst wählen. | ||
*Die Samniten im Süden Italiens schließen einen Vertrag mit der Römischen Republik, in dem der Fluss Liris als Grenze zwischen den beiden Völkern festgelegt wird. Das Zweckbündnis, um sich gegen die Kelten und gegen die umliegenden Völker behaupten zu können, hält allerdings nur bis ins Jahr 343 v. Chr., in dem der erste der Samnitenkriege ausbricht. | |||
*[[-353#RÖMISCHE_REPUBLIK | Fortsetzung 353]] [[Kategorie:Römische Republik]] | |||
==ILLYRER== | |||
[http://de.wikipedia.org/wiki/ | *[https://en.wikipedia.org/wiki/Pleuratus_I König Pleuratos I. (356–335)] <br /> | ||
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==GRIECHEN== | |||
(2./3. Jahr der 106. Olympiade) | |||
'''Syrakus''' | |||
*[http://de.wikipedia.org/wiki/Dion_von_Syrakus Tyrann Dion von Syrakus (357-354)] <br />Dions (55) eigene Mittel sind erschöpft, er versucht durch Konfiskation von Gütern seiner Gegner und durch Beiträge seiner Anhänger den Sold aufzubringen. Rückstände in der Soldzahlung erzeugen Unmut in der Bevölkerung und schwächen sogar die Loyalität der Söldner, die die Aussichtslosigkeit der Lage erkennen. Der athenische Offizier Kallippos, einst Dions Gastfreund und Vertrauter, nutzt diese Situation und organisiert einen Staatsstreich. Seine Anhänger besetzen Schlüsselstellungen, dringen in Dions Haus ein und ermorden ihn in Syrakus, wobei keiner der anwesenden Freunde oder Leibwächter eingreift. Kallippos rechtfertigt die Tat als Tyrannenmord und setzt sich als führender Politiker durch, ohne jedoch eine neue Tyrannis zu errichten; die demokratischen Institutionen bleiben formal bestehen. Der Kampf gegen die verbliebenen Anhänger Dionysios’ II. auf Sizilien geht weiter. Dions Schwester Aristomache und seine Gattin Arete werden nach seinem Tod inhaftiert, wobei Arete wahrscheinlich noch im Gefängnis einen Sohn zur Welt bringt. Sie hat bereits einen Sohn namens Hipparinos; aus Furcht vor möglichen dynastischen Ansprüchen dionischer Parteigänger hält das Regime beide Frauen fest, lässt sie nach dem Sturz des Kallippos frei und nach Griechenland bringen, wo sie jedoch auf der Überfahrt umkommen. <br />In der Antike entsteht ein umfangreiches, zum größten Teil verlorenes Schrifttum über Dion, dessen Urteile zwischen Bewunderung und Kritik schwanken. Wegen Platons Autorität setzt sich langfristig eine sehr positive, idealisierende Sicht durch, in der Dion als patriotischer Philosoph erscheint. In der dionfreundlichen Tradition wird Dion in einem Platon zugeschriebenen Epigramm als ruhmreicher Sieger über die Tyrannis gefeiert, dessen Hoffnungen durch Daimonen zerstört werden. Der siebte Brief Platons schildert Dion als Mann, der Syrakus und ganz Sizilien von Knechtschaft befreien und mit den besten Gesetzen versehen will, um den platonischen Idealstaat soweit möglich zu verwirklichen. Der vierte platonische Brief mahnt Dion zur Mäßigung seiner Ruhmsucht und warnt vor der Isolation, die aus Selbstherrlichkeit folgt, was zeigt, dass selbst ihm wohlgesinnte Platoniker seine mangelnde Konzilianz problematisch finden. Aristoteles stellt Dion in der Politik als beispielhaften Kämpfer gegen die Tyrannis dar, der nicht Reichtum oder Macht, sondern Ruhm sucht und dafür sein Leben riskiert, und erwähnt beiläufig seine Verachtung gegenüber dem trunksüchtigen Dionysios II. Weitere platonische und spätere Autoren wie Aischines von Sphettos, Timonides von Leukas, Diodor, Cicero, Valerius Maximus, Plutarch und Arrian zeichnen überwiegend ein vorteilhaftes Bild, wobei Plutarch zugleich Dions Schroffheit und Strenge hervorhebt und als Feldzugsmotiv eine persönliche Kränkung annimmt. Timonides’ Bericht, auf dem Plutarch wohl weitgehend beruht, ist jedoch ausdrücklich parteiisch zugunsten Dions. Parallel dazu entsteht eine dionfeindliche Tradition, deren Werke – etwa von Philistos, Athanis von Syrakus und Kallippos – verloren sind. Philistos interpretiert Dion aus tyrannenfreundlicher und karthagerfeindlicher Perspektive als Verräter, Athanis und andere Gegner betonen seine Machtpolitik und die Sicht der Anhänger des Herakleides. Spuren dieser dionfeindlichen Sicht finden sich bei Cornelius Nepos, der Dions anfängliche Tugend lobt, ihm aber später willkürliche und harte Maßnahmen vorwirft und sein Scheitern als Folge tyrannischer Methoden deutet. Athenaios berichtet, Dion sei getötet worden, als er selbst nach der Tyrannenherrschaft strebt. <br />Artikel des Tages: Dion von Syrakus (* 409; † 354 in Syrakus) war ein griechischer Politiker auf Sizilien und Freund des Philosophen Platon. Als Vertrauter, Schwager und Schwiegersohn des Tyrannen Dionysios I. gehörte Dion zu den maßgeblichen Persönlichkeiten seiner Heimatstadt Syrakus, die damals einen großen Teil Siziliens beherrschte. Unter Dionysios II., dem Sohn und Nachfolger des Tyrannen, versuchte er seinen Einfluss zu wahren und mit Platons Hilfe zu festigen, wurde aber vom Herrscher in die Verbannung geschickt. Es gelang ihm, mit einer in Griechenland angeworbenen Söldnerstreitmacht Dionysios II. zu stürzen und selbst die Staatsführung zu übernehmen. In den folgenden Machtkämpfen verlor er aber an Rückhalt in der Bevölkerung, wurde tyrannischer Bestrebungen verdächtigt und büßte auch die Unterstützung der Oberschicht ein. Er geriet in zunehmende Isolation und wurde schließlich ermordet. Damit scheiterte sein Versuch, eine neue Verfassung einzuführen. Inwieweit er sich von Prinzipien der platonischen Staatstheorie leiten ließ, ist umstritten. Die Nachwelt hat ihn meist als Musterbeispiel eines an der Realpolitik tragisch gescheiterten Idealisten betrachtet. In der modernen Forschung machen sich aber kritischere Einschätzungen geltend. | |||
*[[-353#GRIECHEN | Fortsetzung 353]] [[Kategorie:Syrakus]] | |||
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'''Epirus''' | |||
*[http://de.wikipedia.org/wiki/Arybbas_(Epirus) König Arybbas (370-343/342)] <br /> | |||
'''Makedonien''' | |||
*[http://de.wikipedia.org/wiki/Philipp_II._(Makedonien) König Philipp II. (359–336)] <br /> | |||
*[http://de.wikipedia.org/wiki/Alexander_der_Gro%C3%9Fe Prinz Alexander (2)] <br /> | |||
*[http://en.wikipedia.org/wiki/Lyppeius Regent Lyppeion (Paionien, 359/8–335)] | |||
*Die Belagerung von Methone durch Philipp II. endet. Er gewährt den Einwohnern der Stadt nach deren Kapitulation freies Geleit und lässt die Stadt schleifen. | |||
*[[-352#GRIECHEN | Fortsetzung 352]] [[Kategorie:Makedonien]] | |||
[http://de.wikipedia.org/wiki/Dritter_Heiliger_Krieg Dritter Heiliger Krieg (356–346)] | |||
*Onomarchos drängt seine Landsleute zur Fortsetzung des Krieges, wird Nachfolger des Philomelos und ordnet Waffenproduktion und neue Söldneranwerbungen an. 354 führt er eine Offensive gegen die Lokrer, erobert Thronion und Amphissa, verwüstet Doris, besetzt in Boiotien Orchomenos, scheitert aber vor Chaironeia und zieht sich zurück. Etwa zur gleichen Zeit zieht König Philipp II. von Makedonien nach Thessalien, greift den Tyrannen Lykophron von Pherai an und provoziert dessen Hilferuf an die Phoker. Phayllos, der Bruder des Onomarchos, zieht mit 7000 Mann zu Lykophrons Unterstützung, wird aber von Philipp geschlagen, woraufhin Onomarchos selbst mit einem großen Heer nach Thessalien marschiert, Philipp in zwei Gefechten besiegt und ihn zum Rückzug zwingt. | |||
*[[-353#GRIECHEN | Fortsetzung 353]] [[Kategorie:Dritter Heiliger Krieg]] | |||
'''Athen''' | |||
*[http://de.wikipedia.org/wiki/Platon Platon (73)] <br />Dion versucht, die Verfassung umzugestalten und wird verdächtigt, eine neue Tyrannis errichten zu wollen; nach inneren Kämpfen wird er ermordet. Platon reagiert auf seinen Tod mit einem Epigramm zu Ehren Dions und richtet den Siebten Brief an dessen Verwandte und Anhänger, in dem er sein eigenes Verhalten erklärt. <br />[http://de.wikipedia.org/wiki/Kritias_(Platon) '''Kritias (Dialog)'''] <br />Platon bricht die Arbeit an seinem Dialog Kritias um 354 ab, der damit Fragment bleibt. ''Kritias'' und ''Timaios'' sind als zusammengehörige Teile einer geplanten Trilogie mit einem weiteren, nie verfassten Dialog Hermokrates gedacht. Der Dialog bricht genau an der Stelle ab, an der Zeus in einer Götterversammlung nach dem sittlichen Verfall der Atlanter sprechen soll; der eigentliche Kriegsverlauf bleibt daher ungeschildert. Anders als sonst bei Platon stehen hier keine argumentativen Diskussionen, sondern ein fiktiver historischer Bericht im Vordergrund. Am Gespräch nehmen Sokrates, Kritias, Timaios von Lokroi und Hermokrates von Syrakus teil, wobei Kritias fast allein das Wort führt. Unklar ist, ob Timaios eine historische Persönlichkeit oder eine reine literarische Erfindung Platons ist, während Sokrates, Kritias und Hermokrates historisch sicher bezeugt sind. ''Kritias'' beschreibt ein idealisiertes Ur-Athen, dessen Territorium bis zum Isthmos von Korinth reicht, klimatisch begünstigt und außerordentlich fruchtbar ist. Die Gesellschaft ist streng in Stände gegliedert; ein kriegerischer Wächterstand ohne Privateigentum schützt Bauern und Handwerker und verwaltet ganz Griechenland, wobei Bescheidenheit, Tugend und konservative Stabilität betont werden. Der Text erklärt den Verfall des späteren Attika durch Naturkatastrophen, Erosion und den Verlust der alten Zivilisation und Aufzeichnungen. Atlantis erscheint als riesiges See- und Handelsreich im Atlantik, dessen Hauptinsel größer als "Libyen" und "Asien" zusammen ist und in zehn Königreiche unter der Oberherrschaft des Atlas geteilt wird. Der Artikel schildert ausführlich die Topographie, den Reichtum (etwa das Metall Oreichalkos), die monumentale Hauptstadt mit Ringkanälen, Poseidontempel und Königspalast sowie die gewaltige Militärmacht der Atlanter. Die Könige sind zunächst gesetzestreu und göttlich geprägt, verfallen aber im Laufe der Generationen der Habsucht; Zeus bereitet deshalb eine Bestrafung vor – an dieser Stelle endet der Dialog. Der Atlantis-Stoff gilt der Forschung überwiegend als freie Erfindung Platons, mit Anregungen aus Mythologie (etwa Phaiaken-Mythos, Goldenes Zeitalter) und historischen Mächten wie Perserreich, Karthago und Sparta. Ur-Athen trägt deutliche spartanische Züge (Landmacht, Askese, konservative Ordnung), während Atlantis Züge des imperialen Athen und seiner Seemachtspolitik spiegelt. Platon nutzt die Atlantis-Erzählung, um zentrale Thesen seiner politischen Philosophie anschaulich zu machen und die moralischen Ursachen des politischen Niedergangs Athens literarisch zu kritisieren. | |||
*[http://de.wikipedia.org/wiki/Aristoteles Aristoteles (32)] <br /> | |||
*[http://de.wikipedia.org/wiki/Plutarch_von_Eretria Plutarch von Eretria] ruft die Athener gegen seinen Rivalen, Kallias von Chalkis zu Hilfe, der mit Philipp II. von Makedonien verbündet ist. Eine Hilfsexpedition wird gegen den Willen Demosthenes’ bewilligt. | |||
*[[-353#GRIECHEN | Fortsetzung 353]] [[Kategorie:Athen]] | |||
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'''Sparta''' | |||
*[https://en.wikipedia.org/wiki/Cleomenes_II König der Agiaden: Kleomenes II. (370–309)] <br /> | |||
*[http://de.wikipedia.org/wiki/Archidamos_III. König der Eurypontiden: Archidamos III. (359/358–338)] <br /> | |||
'''Bosporanisches Reich''' | |||
*[https://en.wikipedia.org/wiki/Leucon_I König Leukon I. (389–349)] <br /> | |||
*[https://en.wikipedia.org/wiki/Gorgippus König Gorgippos (389–349)] <br /> | |||
'''Bithynien''' | |||
*[http://de.wikipedia.org/wiki/Bas_(Bithynien) Regent Bas (376-326)] <br /> | |||
'''Salamis''' | |||
*[https://en.wikipedia.org/wiki/Evagoras_II König Euagoras II. (361–351)] <br /> | |||
==ODRYSEN== | |||
*[http://en.wikipedia.org/wiki/Amadocus_II König Amadokos II. (360-351)] <br /> | |||
==ACHÄMENIDENREICH== | |||
*[http://de.wikipedia.org/wiki/Artaxerxes_III. Großkönig Artaxerxes III. (358–338)] <br /> | |||
*[https://en.wikipedia.org/wiki/Ariamnes Satrap Ariamnes (Nordkappadokien, 362-350)] <br /> | |||
*[https://en.wikipedia.org/wiki/Mausolus Satrap Mausolus (Karien, 377–353)] <br /> | |||
==ÄGYPTEN== | |||
Spätzeit, 30. Dynastie | |||
*[http://de.wikipedia.org/wiki/Nektanebos_II. Pharao Nektanebos II. (359-341)] <br /> | |||
==INDIEN== | |||
'''Anuradhapura''' | |||
*[https://en.wikipedia.org/wiki/Mutasiva König Mutasiva (367–307)] <br /> | |||
==CHINA== | |||
Zeit der Streitenden Reiche <br />(39./40. Zyklus - Jahr des Feuer-Hasen; am Beginn des Jahres Feuer-Tiger) | |||
'''Qin''' | |||
*[https://en.wikipedia.org/wiki/Duke_Xiao_of_Qin Herzog Xiao (361-338)] <br />Der Staat Zhao greift den Verbündeten Wei an und erobert die Orte Qi und Fuqiu, worauf Wei Zhao‑Hauptstadt Handan belagert. Während Weis Hauptheer vor Handan steht, nutzt Herzog Xiao die Lage und schickt ein Qin‑Heer gegen die Weis Festung Yuanli; es tötet 7000 Soldaten von Wei und besetzt Shaoliang. Im gleichen Jahr befiehlt Herzog Xiao Gongsun Zhuang einen Angriff auf Han und die Belagerung von Jiaocheng; obwohl die Stadt nicht fällt, sichern sich die Qin‑Truppen Shangzhi, Anling und Shanshi und befestigen sie als Einflussbrücke in die Grenzregion von Han und Wei. | |||
*[[-352#CHINA | Fortsetzung 352]] [[Kategorie:Qin]] | |||
'''Zhou''' | |||
*[https://en.wikipedia.org/wiki/King_Xian_of_Zhou König Xian (368–321)] <br /> | |||
'''Zhao''' | |||
*[https://en.wikipedia.org/wiki/Marquess_Cheng_of_Zhao Markgraf Cheng (374–350)] <br /> | |||
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'''Wei''' | |||
*[https://en.wikipedia.org/wiki/King_Hui_of_Wei Markgraf Hui (369–344)] <br />Wei beginnt mit einer Belagerung von Handan, der Hauptstadt des Staates Zhao, die sich bis ins Folgejahr hinzieht und den Staat Qi auf den Plan rufen wird. | |||
*[[-350#CHINA | Fortsetzung 350]] [[Kategorie:Wei]] | |||
'''Qi''' | |||
*[https://en.wikipedia.org/wiki/King_Wei_of_Qi König Wei (356–320)] <br />[http://de.wikipedia.org/wiki/Schlacht_von_Guiling '''Schlacht von Guiling (354-353)'''] <br />Der Staat Wei führt ein großes Heer gegen den Staat Zhao und belagert dessen Hauptstadt Handan. Die Belagerung zieht sich hin, Zhao erleidet schwere Verluste und ist militärisch stark geschwächt; im Folgejahr wird Qi um Hilfe gebeten. | |||
*[[-353#CHINA | Fortsetzung 353]] [[Kategorie:Qi]] | |||
'''Chu''' | |||
*[https://en.wikipedia.org/wiki/King_Xuan_of_Chu König Xuan (369–340)] <br />Während seiner Regierungszeit entsendet Chu Truppen, um den Staat Zhao gegen eine Invasion des Staates Wei zu unterstützen. | |||
*[[-340#CHINA | Fortsetzung 340]] [[Kategorie:Chu]] | |||
==JAPAN== | |||
*[http://de.wikipedia.org/wiki/K%C5%8Dan_(Tenn%C5%8D) Tennō Kōan (392-291)] <br /> | |||
==QUELLEN== | ==QUELLEN== | ||
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Aktuelle Version vom 17. Januar 2026, 20:45 Uhr
RÖMISCHE REPUBLIK
(ab urbe condita CD = 400)
- Konsul Marcus Popillius Laenas (3. Amtszeit?)
Für das Jahr 354 berichtet Titus Livius, dass einige Annalisten einen Konsul mit dem Namen Marcus Popillius nennen, der meist mit Marcus Popillius Laenas identifiziert wird. Wäre diese Identifizierung richtig, ist er zum dritten Mal Konsul, doch eine andere von Livius überlieferte Tradition und die sonstige Überlieferung nennen stattdessen Titus Quinctius Pennus Capitolinus Crispinus:
Konsul Titus Quinctius Pennus Capitolinus Crispinus (1. Amtszeit)
Titus Quinctius Pennus Capitolinus Crispinus bekleidet 354 zum ersten Mal das Konsulat, sollte Livius recht haben. - Konsul Marcus Fabius Ambustus (3. Amtszeit)
354 gelingt es den patrizischen Konsuln, nochmals zwei Patrizier als Nachfolger durchzusetzen, und Marcus Fabius Ambustus ist auf jeden Fall Konsul, diesmal zum dritten Mal. Er erobert die Stadt Tibur, die daraufhin Frieden schließen muss, und führt außerdem einen erfolgreichen Feldzug gegen Tarquinia. Als Vergeltung dafür, dass Tarquinia 358 römische Gefangene in der Stadt getötet und den Göttern geopfert hat, lässt Fabius nun 358 vornehme Tarquinier auf dem Forum Romanum auspeitschen und hinrichten und schließt zudem den ersten Bündnisvertrag Roms mit den Samniten. Die Darstellung der Ereignisse variiert in den Quellen. Diodor berichtet ähnlich, nennt aber Praeneste statt Tibur als Stadt, die zum Frieden gezwungen wird; beide Städte führen damals gemeinsame Kriege gegen Rom und können in der Überlieferung verwechselt werden. Eine in Ägypten gefundene Papyruschronik sowie die römischen Triumphalakten bestätigen jedoch die Angabe, dass Fabius Tibur unterwirft, was diese Version stützt. Für 353 setzt sich wohl unter seinem Einfluss erneut ein patrizisches Konsulnpaar durch; im folgenden Jahr gelingt dies zwar nicht, doch dürfen die amtierenden Konsuln ihre Nachfolger nicht selbst wählen. - Die Samniten im Süden Italiens schließen einen Vertrag mit der Römischen Republik, in dem der Fluss Liris als Grenze zwischen den beiden Völkern festgelegt wird. Das Zweckbündnis, um sich gegen die Kelten und gegen die umliegenden Völker behaupten zu können, hält allerdings nur bis ins Jahr 343 v. Chr., in dem der erste der Samnitenkriege ausbricht.
- Fortsetzung 353
ILLYRER
GRIECHEN
(2./3. Jahr der 106. Olympiade)
Syrakus
- Tyrann Dion von Syrakus (357-354)
Dions (55) eigene Mittel sind erschöpft, er versucht durch Konfiskation von Gütern seiner Gegner und durch Beiträge seiner Anhänger den Sold aufzubringen. Rückstände in der Soldzahlung erzeugen Unmut in der Bevölkerung und schwächen sogar die Loyalität der Söldner, die die Aussichtslosigkeit der Lage erkennen. Der athenische Offizier Kallippos, einst Dions Gastfreund und Vertrauter, nutzt diese Situation und organisiert einen Staatsstreich. Seine Anhänger besetzen Schlüsselstellungen, dringen in Dions Haus ein und ermorden ihn in Syrakus, wobei keiner der anwesenden Freunde oder Leibwächter eingreift. Kallippos rechtfertigt die Tat als Tyrannenmord und setzt sich als führender Politiker durch, ohne jedoch eine neue Tyrannis zu errichten; die demokratischen Institutionen bleiben formal bestehen. Der Kampf gegen die verbliebenen Anhänger Dionysios’ II. auf Sizilien geht weiter. Dions Schwester Aristomache und seine Gattin Arete werden nach seinem Tod inhaftiert, wobei Arete wahrscheinlich noch im Gefängnis einen Sohn zur Welt bringt. Sie hat bereits einen Sohn namens Hipparinos; aus Furcht vor möglichen dynastischen Ansprüchen dionischer Parteigänger hält das Regime beide Frauen fest, lässt sie nach dem Sturz des Kallippos frei und nach Griechenland bringen, wo sie jedoch auf der Überfahrt umkommen.
In der Antike entsteht ein umfangreiches, zum größten Teil verlorenes Schrifttum über Dion, dessen Urteile zwischen Bewunderung und Kritik schwanken. Wegen Platons Autorität setzt sich langfristig eine sehr positive, idealisierende Sicht durch, in der Dion als patriotischer Philosoph erscheint. In der dionfreundlichen Tradition wird Dion in einem Platon zugeschriebenen Epigramm als ruhmreicher Sieger über die Tyrannis gefeiert, dessen Hoffnungen durch Daimonen zerstört werden. Der siebte Brief Platons schildert Dion als Mann, der Syrakus und ganz Sizilien von Knechtschaft befreien und mit den besten Gesetzen versehen will, um den platonischen Idealstaat soweit möglich zu verwirklichen. Der vierte platonische Brief mahnt Dion zur Mäßigung seiner Ruhmsucht und warnt vor der Isolation, die aus Selbstherrlichkeit folgt, was zeigt, dass selbst ihm wohlgesinnte Platoniker seine mangelnde Konzilianz problematisch finden. Aristoteles stellt Dion in der Politik als beispielhaften Kämpfer gegen die Tyrannis dar, der nicht Reichtum oder Macht, sondern Ruhm sucht und dafür sein Leben riskiert, und erwähnt beiläufig seine Verachtung gegenüber dem trunksüchtigen Dionysios II. Weitere platonische und spätere Autoren wie Aischines von Sphettos, Timonides von Leukas, Diodor, Cicero, Valerius Maximus, Plutarch und Arrian zeichnen überwiegend ein vorteilhaftes Bild, wobei Plutarch zugleich Dions Schroffheit und Strenge hervorhebt und als Feldzugsmotiv eine persönliche Kränkung annimmt. Timonides’ Bericht, auf dem Plutarch wohl weitgehend beruht, ist jedoch ausdrücklich parteiisch zugunsten Dions. Parallel dazu entsteht eine dionfeindliche Tradition, deren Werke – etwa von Philistos, Athanis von Syrakus und Kallippos – verloren sind. Philistos interpretiert Dion aus tyrannenfreundlicher und karthagerfeindlicher Perspektive als Verräter, Athanis und andere Gegner betonen seine Machtpolitik und die Sicht der Anhänger des Herakleides. Spuren dieser dionfeindlichen Sicht finden sich bei Cornelius Nepos, der Dions anfängliche Tugend lobt, ihm aber später willkürliche und harte Maßnahmen vorwirft und sein Scheitern als Folge tyrannischer Methoden deutet. Athenaios berichtet, Dion sei getötet worden, als er selbst nach der Tyrannenherrschaft strebt.
Artikel des Tages: Dion von Syrakus (* 409; † 354 in Syrakus) war ein griechischer Politiker auf Sizilien und Freund des Philosophen Platon. Als Vertrauter, Schwager und Schwiegersohn des Tyrannen Dionysios I. gehörte Dion zu den maßgeblichen Persönlichkeiten seiner Heimatstadt Syrakus, die damals einen großen Teil Siziliens beherrschte. Unter Dionysios II., dem Sohn und Nachfolger des Tyrannen, versuchte er seinen Einfluss zu wahren und mit Platons Hilfe zu festigen, wurde aber vom Herrscher in die Verbannung geschickt. Es gelang ihm, mit einer in Griechenland angeworbenen Söldnerstreitmacht Dionysios II. zu stürzen und selbst die Staatsführung zu übernehmen. In den folgenden Machtkämpfen verlor er aber an Rückhalt in der Bevölkerung, wurde tyrannischer Bestrebungen verdächtigt und büßte auch die Unterstützung der Oberschicht ein. Er geriet in zunehmende Isolation und wurde schließlich ermordet. Damit scheiterte sein Versuch, eine neue Verfassung einzuführen. Inwieweit er sich von Prinzipien der platonischen Staatstheorie leiten ließ, ist umstritten. Die Nachwelt hat ihn meist als Musterbeispiel eines an der Realpolitik tragisch gescheiterten Idealisten betrachtet. In der modernen Forschung machen sich aber kritischere Einschätzungen geltend. - Fortsetzung 353
Epirus
Makedonien
- König Philipp II. (359–336)
- Prinz Alexander (2)
- Regent Lyppeion (Paionien, 359/8–335)
- Die Belagerung von Methone durch Philipp II. endet. Er gewährt den Einwohnern der Stadt nach deren Kapitulation freies Geleit und lässt die Stadt schleifen.
- Fortsetzung 352
Dritter Heiliger Krieg (356–346)
- Onomarchos drängt seine Landsleute zur Fortsetzung des Krieges, wird Nachfolger des Philomelos und ordnet Waffenproduktion und neue Söldneranwerbungen an. 354 führt er eine Offensive gegen die Lokrer, erobert Thronion und Amphissa, verwüstet Doris, besetzt in Boiotien Orchomenos, scheitert aber vor Chaironeia und zieht sich zurück. Etwa zur gleichen Zeit zieht König Philipp II. von Makedonien nach Thessalien, greift den Tyrannen Lykophron von Pherai an und provoziert dessen Hilferuf an die Phoker. Phayllos, der Bruder des Onomarchos, zieht mit 7000 Mann zu Lykophrons Unterstützung, wird aber von Philipp geschlagen, woraufhin Onomarchos selbst mit einem großen Heer nach Thessalien marschiert, Philipp in zwei Gefechten besiegt und ihn zum Rückzug zwingt.
- Fortsetzung 353
Athen
- Platon (73)
Dion versucht, die Verfassung umzugestalten und wird verdächtigt, eine neue Tyrannis errichten zu wollen; nach inneren Kämpfen wird er ermordet. Platon reagiert auf seinen Tod mit einem Epigramm zu Ehren Dions und richtet den Siebten Brief an dessen Verwandte und Anhänger, in dem er sein eigenes Verhalten erklärt.
Kritias (Dialog)
Platon bricht die Arbeit an seinem Dialog Kritias um 354 ab, der damit Fragment bleibt. Kritias und Timaios sind als zusammengehörige Teile einer geplanten Trilogie mit einem weiteren, nie verfassten Dialog Hermokrates gedacht. Der Dialog bricht genau an der Stelle ab, an der Zeus in einer Götterversammlung nach dem sittlichen Verfall der Atlanter sprechen soll; der eigentliche Kriegsverlauf bleibt daher ungeschildert. Anders als sonst bei Platon stehen hier keine argumentativen Diskussionen, sondern ein fiktiver historischer Bericht im Vordergrund. Am Gespräch nehmen Sokrates, Kritias, Timaios von Lokroi und Hermokrates von Syrakus teil, wobei Kritias fast allein das Wort führt. Unklar ist, ob Timaios eine historische Persönlichkeit oder eine reine literarische Erfindung Platons ist, während Sokrates, Kritias und Hermokrates historisch sicher bezeugt sind. Kritias beschreibt ein idealisiertes Ur-Athen, dessen Territorium bis zum Isthmos von Korinth reicht, klimatisch begünstigt und außerordentlich fruchtbar ist. Die Gesellschaft ist streng in Stände gegliedert; ein kriegerischer Wächterstand ohne Privateigentum schützt Bauern und Handwerker und verwaltet ganz Griechenland, wobei Bescheidenheit, Tugend und konservative Stabilität betont werden. Der Text erklärt den Verfall des späteren Attika durch Naturkatastrophen, Erosion und den Verlust der alten Zivilisation und Aufzeichnungen. Atlantis erscheint als riesiges See- und Handelsreich im Atlantik, dessen Hauptinsel größer als "Libyen" und "Asien" zusammen ist und in zehn Königreiche unter der Oberherrschaft des Atlas geteilt wird. Der Artikel schildert ausführlich die Topographie, den Reichtum (etwa das Metall Oreichalkos), die monumentale Hauptstadt mit Ringkanälen, Poseidontempel und Königspalast sowie die gewaltige Militärmacht der Atlanter. Die Könige sind zunächst gesetzestreu und göttlich geprägt, verfallen aber im Laufe der Generationen der Habsucht; Zeus bereitet deshalb eine Bestrafung vor – an dieser Stelle endet der Dialog. Der Atlantis-Stoff gilt der Forschung überwiegend als freie Erfindung Platons, mit Anregungen aus Mythologie (etwa Phaiaken-Mythos, Goldenes Zeitalter) und historischen Mächten wie Perserreich, Karthago und Sparta. Ur-Athen trägt deutliche spartanische Züge (Landmacht, Askese, konservative Ordnung), während Atlantis Züge des imperialen Athen und seiner Seemachtspolitik spiegelt. Platon nutzt die Atlantis-Erzählung, um zentrale Thesen seiner politischen Philosophie anschaulich zu machen und die moralischen Ursachen des politischen Niedergangs Athens literarisch zu kritisieren. - Aristoteles (32)
- Plutarch von Eretria ruft die Athener gegen seinen Rivalen, Kallias von Chalkis zu Hilfe, der mit Philipp II. von Makedonien verbündet ist. Eine Hilfsexpedition wird gegen den Willen Demosthenes’ bewilligt.
- Fortsetzung 353
Sparta
Bosporanisches Reich
Bithynien
Salamis
ODRYSEN
ACHÄMENIDENREICH
- Großkönig Artaxerxes III. (358–338)
- Satrap Ariamnes (Nordkappadokien, 362-350)
- Satrap Mausolus (Karien, 377–353)
ÄGYPTEN
Spätzeit, 30. Dynastie
INDIEN
Anuradhapura
CHINA
Zeit der Streitenden Reiche
(39./40. Zyklus - Jahr des Feuer-Hasen; am Beginn des Jahres Feuer-Tiger)
Qin
- Herzog Xiao (361-338)
Der Staat Zhao greift den Verbündeten Wei an und erobert die Orte Qi und Fuqiu, worauf Wei Zhao‑Hauptstadt Handan belagert. Während Weis Hauptheer vor Handan steht, nutzt Herzog Xiao die Lage und schickt ein Qin‑Heer gegen die Weis Festung Yuanli; es tötet 7000 Soldaten von Wei und besetzt Shaoliang. Im gleichen Jahr befiehlt Herzog Xiao Gongsun Zhuang einen Angriff auf Han und die Belagerung von Jiaocheng; obwohl die Stadt nicht fällt, sichern sich die Qin‑Truppen Shangzhi, Anling und Shanshi und befestigen sie als Einflussbrücke in die Grenzregion von Han und Wei. - Fortsetzung 352
Zhou
Zhao
Wei
- Markgraf Hui (369–344)
Wei beginnt mit einer Belagerung von Handan, der Hauptstadt des Staates Zhao, die sich bis ins Folgejahr hinzieht und den Staat Qi auf den Plan rufen wird. - Fortsetzung 350
Qi
- König Wei (356–320)
Schlacht von Guiling (354-353)
Der Staat Wei führt ein großes Heer gegen den Staat Zhao und belagert dessen Hauptstadt Handan. Die Belagerung zieht sich hin, Zhao erleidet schwere Verluste und ist militärisch stark geschwächt; im Folgejahr wird Qi um Hilfe gebeten. - Fortsetzung 353
Chu
- König Xuan (369–340)
Während seiner Regierungszeit entsendet Chu Truppen, um den Staat Zhao gegen eine Invasion des Staates Wei zu unterstützen. - Fortsetzung 340
JAPAN
QUELLEN
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02.04.2014 Artikel eröffnet
16.07.2023 Grundstock erstellt
14.01.2026 Grundstock ergänzt