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*[http://de.wikipedia.org/wiki/Alexander_der_Gro%C3%9Fe König Alexander der Große (336-323)] <br />Alexander | *[http://de.wikipedia.org/wiki/Alexander_der_Gro%C3%9Fe König Alexander der Große (336-323)] <br />An der Jahreswende von 330 auf 329 überschreitet Alexander (27) mit seinem Heer von Alexandria in Arachosien (Kandahar) kommend den Hindukusch nach Norden, um anschließend in die Landschaft Baktrien einzuziehen. Das Heer ist nach dem schweren Übergang über das zentralasiatische Gebirgsmassiv während der Wintermonate und nach längeren Phasen von Hunger- und Durststrecken ausgezehrt und durch Truppenabstellungen zur Provinzsicherung auf etwa 25'000 Mann, ungefähr die Hälfte der ursprünglichen Stärke, geschrumpft. Das Heer sieht sich vollständig von Feindesland umgeben. In Baktrien regiert Bessos, der sich zum Großkönig erklärt hat, nachdem er Dareios III. ermordet hat. Alexander setzt sich zum Ziel, den Königsmörder Bessos zu ergreifen, doch entzieht sich dieser durch einen Rückzug nach Norden einer direkten Konfrontation. Beim Vormarsch nach Baktrien und weiter in Richtung des Flusses Oxus verfolgt Alexander den weiterhin flüchtigen Bessos, der sich als neuer Großkönig ausgibt und in Sogdien sowie Baktrien Anhänger sucht. Um diese Regionen militärisch zu sichern, lässt Alexander Städte befestigen oder neu gründen und setzt persische Statthalter ein, die seine Herrschaft vor Ort vertreten. Der Marsch durch wüstenartige Landschaften fordert viele Opfer, da Wasserstellen selten sind und ein Teil der Lasttiere unterwegs aufgegeben werden muss. Schließlich erreicht das Heer den Oxus (Amudarja), wo sich Alexander mit dem Problem der Flussüberquerung konfrontiert sieht, nachdem Bessos alle vorhandenen Boote zerstören lässt. Die Makedonen improvisieren daher mit Floßkonstruktionen aus verfügbarem Material, um Menschen, Pferde und Ausrüstung auf das nördliche Ufer zu bringen. Auf der weiteren Verfolgung bricht in Bessos’ Umgebung Unzufriedenheit aus, sodass seine eigenen Gefolgsleute ihn festsetzen und an Alexander ausliefern. Alexander lässt Bessos verstümmeln, indem ihm Nase und Ohren abgeschnitten werden, und übergibt ihn anschließend persischen Würdenträgern, die ihn an den Ort bringen, an dem Dareios ermordet worden ist, um dort seine Hinrichtung vollziehen zu lassen. Mit dieser Inszenierung präsentiert Alexander sich als Rächer des ehemaligen Großkönigs und als legitimer Nachfolger an der Spitze des Perserreiches. In Sogdien verweigert der Statthalter Spitamenes die Unterwerfung und beginnt einen langwierigen Guerillakrieg gegen Alexander. <br />In Marakanda nimmt Alexander erstmals Kontakte zum Reitervolk der Skythen auf, deren in Europa und am Aralsee siedelnde Unterstämme diplomatische Missionen zu ihm senden. Etwas weiter nördlich, jenseits des Jaxartes (Syrdarja), lebt der Unterstamm der Skythen, die Saken, die mit ihren Raubzügen eine ständige Bedrohung für Sogdien darstellen. Die Fürsten der Saken sind über die Vorgänge in Sogdien gut informiert, einige ihrer Reiterhorden kämpfen bereits auf Seiten des Spitamenes, und sie erkennen nun die Gelegenheit, durch einen Sieg über die Makedonen und die anschließende Ausplünderung der Provinz reiche Beute zu machen. Am Nordufer des Jaxartes ziehen die Saken ein großes Reiterheer zusammen. Alexander erfährt in Marakanda von dieser neuen Bedrohung und verzichtet vorerst auf einen direkten Zug gegen Spitamenes, um stattdessen mit seinem Heer in Richtung Jaxartes zu marschieren. Auf diesem Marsch erobert und zerstört er innerhalb von zwei Tagen sieben Städte, darunter die in der Nähe des Südufers gelegene Stadt Kyropolis. Kyropolis ist die nördlichste Stadt des persischen Reiches in Asien und wurde von Kyros II. als Grenzbollwerk gegen die in den nördlichen Steppen lebenden Skythen gegründet. Nach Alexanders Abzug aus Marakanda kehrt Spitamenes mit seinen Reitertruppen aus der Steppe zurück und nimmt die Belagerung von Marakanda auf. Alexander kehrt nicht um, sondern sendet eine 2300 Mann starke Truppe unter Pharnuches, um Marakanda zu entsetzen. <br />[http://de.wikipedia.org/wiki/Chudschand '''Chudschand (Siedlung)'''] <br />Bevor Alexander den Jaxartes überschreitet, um die am Nordufer wartenden Skythen zum Kampf zu stellen, gründet er am Südufer eine neue Stadt, Alexandria Eschatē ("die Äußerste, die Entfernteste"), das spätere Chudschand. Diese Stadt soll mit kriegsinvaliden Griechen und mit der einheimischen Bevölkerung der zuvor zerstörten sieben Städte besiedelt und mit einer Schutztruppe versehen werden und wie zuvor Kyropolis den Schutz der Nordgrenze des Alexanderreichs gegen die Skythen gewährleisten. Die Skythen beobachten vom Nordufer aus die Arbeiten an der Stadtmauer und versuchen, diese durch Pfeilbeschuss zu stören, doch die Reichweite ihrer Pfeile reicht nicht über die Breite des Flusses, sodass der Beschuss wirkungslos bleibt. <br />[http://de.wikipedia.org/wiki/Schlacht_am_Jaxartes '''Schlacht am Jaxartes'''] <br />Nachdem die Mauern nach siebzehntägiger Bauzeit hoch genug sind, um die Stadt wirkungsvoll zu schützen, entschließt sich Alexander zur Schlacht mit den Skythen. Er lässt alle auffindbaren Boote entlang des Jaxartes requirieren, damit seine Krieger gleichzeitig über den Fluss setzen können, und nutzt die große Zahl der Boote, um den Skythen mehr Ziele zu bieten, als deren Feuerkraft bewältigen kann. Er lässt seine Feldartillerie, Ballisten für den direkten Zielbeschuss, am Südufer aufstellen, damit sie den Booten Feuerschutz geben können; die Reichweite der Ballisten übertrifft die der einfachen Bögen deutlich und ermöglicht es, die Skythen am gegenüberliegenden Ufer zu treffen. Nachdem eine ihrer Führungsfiguren unter dem Beschuss der Artillerie fällt, ziehen sich die Skythen vom Ufer zurück und erkennen ihre Unterlegenheit gegenüber der ihnen unbekannten, weiterentwickelten Artillerie. Dadurch ermöglichen sie das Anlanden Alexanders am Nordufer, wo dieser zuerst seine Bogenschützen und Schleuderer an Land setzen lässt, die die Skythen auf Distanz halten und als Deckung für die nachfolgende Kavallerie und Infanterie dienen sollen. Nachdem sein Heer in Schlachtformation aufgestellt ist, lässt Alexander eine Abteilung berittener griechischer Söldner und vier Schwadronen Lanzenreiter als Vorhut vorrücken, um die zunächst abwartenden Skythen zu einer Attacke zu provozieren. Die Skythen greifen die Vorhut an und folgen ihrer üblichen Taktik, sie im Kreis zu umreiten und gleichzeitig mit Pfeilen zu beschießen. Alexander führt daraufhin seine Bogenschützen, die Agrianen und die Speerwerfer in enger Formation an die bedrängte Vorhut heran, flankiert von drei Abteilungen Hetairenreiterei und allen berittenen Speerwerfern. Mit der übrigen Kavallerie greift er selbst die Skythen an, die sich ganz auf die Vorhut konzentriert haben, und zwingt sie, ihre Kreisbewegung aufzugeben. Die Skythen reiten nun direkt den wartenden Bogenschützen und Speerwerfern entgegen und geraten unter deren Beschuss, während sie zusätzlich von der makedonischen Kavallerie bedrängt werden und schwere Verluste erleiden. Nachdem auch ihr Anführer Satrakes gefallen ist, fliehen die Skythen in Richtung ihrer Steppe. Alexander verfolgt die fliehenden Skythen eine Zeit lang in ihr Hinterland, muss die Verfolgung aber bald abbrechen und umkehren, weil er nach dem Trinken von Wasser aus dem Jaxartes von einer schweren Diarrhö befallen wird. Am Ort seiner Umkehr errichtet er Altäre für die mythischen Wanderheroen Herakles und Dionysos als äußerste Grenzpunkte seines Reiches im Norden der Oikumene. Es heißt, Alexander habe bei seinem Zug in das Skythenland sogar die Steinmale des Dionysos hinter sich gelassen und ihn damit übertroffen. Auf jeden Fall stellt Alexander den Welteroberer Kyros II. in den Schatten, der nur bis zum Jaxartes gelangt ist. Bereits zuvor hat Alexander Altäre am Nordufer des Istros (Donau) und am Westufer des Nils errichtet und wird dies später auch am Ufer des Hyphasis (Beas) und an der Indusmündung wiederholen. <br />Nach seiner Rückkehr nach Alexandria Eschatē empfängt Alexander in den folgenden Tagen eine Delegation der Skythen, die im Namen ihres Königs um Frieden bittet. Auf ihr Versprechen hin, nie wieder plündernd in Sogdien einzufallen, lässt Alexander als Geste des Respekts alle Gefangenen bedingungslos frei. Etwas später empfängt er in Baktrien eine weitere Abordnung der Skythen, die ihm eine formelle Allianz und die Ehe mit einer Tochter ihres Königs anbieten; er nimmt die Allianz an, lehnt aber die Ehe mit der Skythenprinzessin ab, die stattdessen mit einem seiner Offiziere verheiratet werden soll. Möglicherweise trägt diese Begebenheit zur Entstehung der Legende vom Treffen Alexanders mit der Amazonenkönigin Thalestris bei. Für den Rest seines Lebens bleiben die Reitervölker Zentralasiens ruhig, und erst zur Zeit der hellenistischen Diadochenreiche, insbesondere des Griechisch-Baktrischen Königreichs, beginnen sie wieder, über den Jaxartes nach Süden auszubrechen. Nach seiner Auseinandersetzung mit den Skythen wendet sich Alexander erneut der Bekämpfung des Spitamenes zu, der in der Zwischenzeit am Polytimetos (Serafschan) einen vollständigen Sieg über Pharnuches errungen hat. Zur Schlacht und der Begleitumstände siehe auch [https://www.dl1.de-de.nina.az/Schlacht_am_Jaxartes.html dl1.de-de.nina] <br />[http://de.wikipedia.org/wiki/Kandahar '''Kandahar'''], [http://de.wikipedia.org/wiki/Ghazni '''Ghazni'''] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Tscharikar '''Tscharikar (Siedlungen)'''] <br />Alexander gründet während seines Zuges im späteren Afghanistan drei nach ihm Alexandreia benannte Städte (heute: Kandahar, Ghazni und Tscharikar am Hindukusch). | ||
*[http://en.wikipedia.org/wiki/Patraus Regent Patraos (Paionien, 335–315)] <br /> | *[http://en.wikipedia.org/wiki/Patraus Regent Patraos (Paionien, 335–315)] <br /> | ||
*[http://de.wikipedia.org/wiki/Antipatros_(Makedonien) Satrap Antipatros (Makedonien und Illyien, 334-319)] <br /> | *[http://de.wikipedia.org/wiki/Antipatros_(Makedonien) Satrap Antipatros (Makedonien und Illyien, 334-319)] <br /> | ||
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*[http://de.wikipedia.org/wiki/Bessos König Artaxerxes V. (330–329)] <br />Im Frühjahr überschreitet Alexander der Große den Hindukusch östlich des baktrischen Kernlands und steigt am Oberlauf des Oxos (Amu-Darja) wieder ins Tiefland hinab. Bessos bzw. Artaxerxes (wie er sich als König nun nennt) hat in der Zwischenzeit das Gebiet nördlich des Hindukusch verwüstet, um Alexanders Vormarsch zu erschweren, bezieht weiter westlich Stellung, weist den Rat des Meders Bagodaras (Gobares), sich zu unterwerfen, zornig zurück und zwingt diesen dadurch zur Flucht zu Alexander. Statt Alexander abzuwarten, räumt Artaxerxes daraufhin kampflos Baktrien, zieht sich über den Oxos nach Sogdien zurück und lässt die örtlichen Flussboote verbrennen, um die Verfolgung zu behindern. Alexander besetzt Baktrien ohne Widerstand, führt anschließend mit seinem Heer einen schwierigen Wüstenmarsch zum Oxos durch und überschreitet den Fluss in fünf Tagen auf aufgeblasenen Zelthäuten und selbstgebauten Flößen. In dieser Situation verliert Artaxerxes, der nach Ansicht seiner Anhänger als Feldherr ähnlich versagt wie zuvor Dareios III., deren Rückhalt und wird von Spitamenes und Dataphernes gefangen genommen und Alexander zur Übergabe angeboten. Alexander beauftragt seinen Gefährten Ptolemaios, mit ausgewählten Truppen auszurücken, um Artaxerxes in Empfang zu nehmen, wobei Ptolemaios’ eigene, bei Arrian überlieferte Darstellung und der Bericht des Aristobulos sich in Details der Übergabe widersprechen. Ptolemaios erreicht den Aufenthaltsort von Artaxerxes, belagert ihn und nimmt ihn gefangen beziehungsweise übernimmt ihn direkt von Spitamenes und Dataphernes, je nach Quelle. Anschließend lässt Ptolemaios Artaxerxes nackt und in ein hölzernes Kummet geschmiedet am Straßenrand aufstellen, an dem Alexander mit seinem Heer vorbeizieht. Alexander verhört Artaxerxes zu seinen Motiven für den Mord an Dareios III., worauf dieser versucht, die Schuld auf die Gemeinschaft der Verschwörer abzuwälzen. Alexander ordnet daraufhin seine Auspeitschung und die Überführung nach Baktra an, wo Artaxerxes durch Abschneiden von Ohren und Nase verstümmelt und schließlich dem Dareios-Bruder Oxyathres ausgeliefert wird. Oxyathres lässt Artaxerxes nach Ekbatana bringen, wo er auf besonders grausame Weise hingerichtet wird, wobei die Quellen zwischen Zerstückelung und Kreuzigung schwanken. Damit endet das kurze Königtum des Bessos/Artaxerxes V. und sein Leben als Satrap, Usurpator und Gegner Alexanders des Großen. | *[http://de.wikipedia.org/wiki/Bessos König Artaxerxes V. (330–329)] <br />Im Frühjahr überschreitet Alexander der Große den Hindukusch östlich des baktrischen Kernlands und steigt am Oberlauf des Oxos (Amu-Darja) wieder ins Tiefland hinab. Bessos bzw. Artaxerxes (wie er sich als König nun nennt) hat in der Zwischenzeit das Gebiet nördlich des Hindukusch verwüstet, um Alexanders Vormarsch zu erschweren, bezieht weiter westlich Stellung, weist den Rat des Meders Bagodaras (Gobares), sich zu unterwerfen, zornig zurück und zwingt diesen dadurch zur Flucht zu Alexander. Statt Alexander abzuwarten, räumt Artaxerxes daraufhin kampflos Baktrien, zieht sich über den Oxos nach Sogdien zurück und lässt die örtlichen Flussboote verbrennen, um die Verfolgung zu behindern. Alexander besetzt Baktrien ohne Widerstand, führt anschließend mit seinem Heer einen schwierigen Wüstenmarsch zum Oxos durch und überschreitet den Fluss in fünf Tagen auf aufgeblasenen Zelthäuten und selbstgebauten Flößen. In dieser Situation verliert Artaxerxes, der nach Ansicht seiner Anhänger als Feldherr ähnlich versagt wie zuvor Dareios III., deren Rückhalt und wird von Spitamenes und Dataphernes gefangen genommen und Alexander zur Übergabe angeboten. Alexander beauftragt seinen Gefährten Ptolemaios, mit ausgewählten Truppen auszurücken, um Artaxerxes in Empfang zu nehmen, wobei Ptolemaios’ eigene, bei Arrian überlieferte Darstellung und der Bericht des Aristobulos sich in Details der Übergabe widersprechen. Ptolemaios erreicht den Aufenthaltsort von Artaxerxes, belagert ihn und nimmt ihn gefangen beziehungsweise übernimmt ihn direkt von Spitamenes und Dataphernes, je nach Quelle. Anschließend lässt Ptolemaios Artaxerxes nackt und in ein hölzernes Kummet geschmiedet am Straßenrand aufstellen, an dem Alexander mit seinem Heer vorbeizieht. Alexander verhört Artaxerxes zu seinen Motiven für den Mord an Dareios III., worauf dieser versucht, die Schuld auf die Gemeinschaft der Verschwörer abzuwälzen. Alexander ordnet daraufhin seine Auspeitschung und die Überführung nach Baktra an, wo Artaxerxes durch Abschneiden von Ohren und Nase verstümmelt und schließlich dem Dareios-Bruder Oxyathres ausgeliefert wird. Oxyathres lässt Artaxerxes nach Ekbatana bringen, wo er auf besonders grausame Weise hingerichtet wird, wobei die Quellen zwischen Zerstückelung und Kreuzigung schwanken. Damit endet das kurze Königtum des Bessos/Artaxerxes V. und sein Leben als Satrap, Usurpator und Gegner Alexanders des Großen. | ||
*[ | *[http://en.wikipedia.org/wiki/Ariarathes_I_of_Cappadocia Satrap Ariarathes I. (Nordkappadokien, 350?-322)] <br /> | ||
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Aktuelle Version vom 6. März 2026, 14:08 Uhr
RÖMISCHE REPUBLIK
(ab urbe condita CDXXV = 425)
- Die Römer unter den Konsuln L. Aemilius Mamercinus Privernas und C. Plautius Decianus unterwerfen die volskische Stadt Privernum, die civitas sine suffragio (Stadt ohne Wahlrecht) wird.
- Fortsetzung 328
ILLYRER
GRIECHEN
(3./4. Jahr der 112. Olympiade)
Epirus
Alexanderreich
- König Alexander der Große (336-323)
An der Jahreswende von 330 auf 329 überschreitet Alexander (27) mit seinem Heer von Alexandria in Arachosien (Kandahar) kommend den Hindukusch nach Norden, um anschließend in die Landschaft Baktrien einzuziehen. Das Heer ist nach dem schweren Übergang über das zentralasiatische Gebirgsmassiv während der Wintermonate und nach längeren Phasen von Hunger- und Durststrecken ausgezehrt und durch Truppenabstellungen zur Provinzsicherung auf etwa 25'000 Mann, ungefähr die Hälfte der ursprünglichen Stärke, geschrumpft. Das Heer sieht sich vollständig von Feindesland umgeben. In Baktrien regiert Bessos, der sich zum Großkönig erklärt hat, nachdem er Dareios III. ermordet hat. Alexander setzt sich zum Ziel, den Königsmörder Bessos zu ergreifen, doch entzieht sich dieser durch einen Rückzug nach Norden einer direkten Konfrontation. Beim Vormarsch nach Baktrien und weiter in Richtung des Flusses Oxus verfolgt Alexander den weiterhin flüchtigen Bessos, der sich als neuer Großkönig ausgibt und in Sogdien sowie Baktrien Anhänger sucht. Um diese Regionen militärisch zu sichern, lässt Alexander Städte befestigen oder neu gründen und setzt persische Statthalter ein, die seine Herrschaft vor Ort vertreten. Der Marsch durch wüstenartige Landschaften fordert viele Opfer, da Wasserstellen selten sind und ein Teil der Lasttiere unterwegs aufgegeben werden muss. Schließlich erreicht das Heer den Oxus (Amudarja), wo sich Alexander mit dem Problem der Flussüberquerung konfrontiert sieht, nachdem Bessos alle vorhandenen Boote zerstören lässt. Die Makedonen improvisieren daher mit Floßkonstruktionen aus verfügbarem Material, um Menschen, Pferde und Ausrüstung auf das nördliche Ufer zu bringen. Auf der weiteren Verfolgung bricht in Bessos’ Umgebung Unzufriedenheit aus, sodass seine eigenen Gefolgsleute ihn festsetzen und an Alexander ausliefern. Alexander lässt Bessos verstümmeln, indem ihm Nase und Ohren abgeschnitten werden, und übergibt ihn anschließend persischen Würdenträgern, die ihn an den Ort bringen, an dem Dareios ermordet worden ist, um dort seine Hinrichtung vollziehen zu lassen. Mit dieser Inszenierung präsentiert Alexander sich als Rächer des ehemaligen Großkönigs und als legitimer Nachfolger an der Spitze des Perserreiches. In Sogdien verweigert der Statthalter Spitamenes die Unterwerfung und beginnt einen langwierigen Guerillakrieg gegen Alexander.
In Marakanda nimmt Alexander erstmals Kontakte zum Reitervolk der Skythen auf, deren in Europa und am Aralsee siedelnde Unterstämme diplomatische Missionen zu ihm senden. Etwas weiter nördlich, jenseits des Jaxartes (Syrdarja), lebt der Unterstamm der Skythen, die Saken, die mit ihren Raubzügen eine ständige Bedrohung für Sogdien darstellen. Die Fürsten der Saken sind über die Vorgänge in Sogdien gut informiert, einige ihrer Reiterhorden kämpfen bereits auf Seiten des Spitamenes, und sie erkennen nun die Gelegenheit, durch einen Sieg über die Makedonen und die anschließende Ausplünderung der Provinz reiche Beute zu machen. Am Nordufer des Jaxartes ziehen die Saken ein großes Reiterheer zusammen. Alexander erfährt in Marakanda von dieser neuen Bedrohung und verzichtet vorerst auf einen direkten Zug gegen Spitamenes, um stattdessen mit seinem Heer in Richtung Jaxartes zu marschieren. Auf diesem Marsch erobert und zerstört er innerhalb von zwei Tagen sieben Städte, darunter die in der Nähe des Südufers gelegene Stadt Kyropolis. Kyropolis ist die nördlichste Stadt des persischen Reiches in Asien und wurde von Kyros II. als Grenzbollwerk gegen die in den nördlichen Steppen lebenden Skythen gegründet. Nach Alexanders Abzug aus Marakanda kehrt Spitamenes mit seinen Reitertruppen aus der Steppe zurück und nimmt die Belagerung von Marakanda auf. Alexander kehrt nicht um, sondern sendet eine 2300 Mann starke Truppe unter Pharnuches, um Marakanda zu entsetzen.
Chudschand (Siedlung)
Bevor Alexander den Jaxartes überschreitet, um die am Nordufer wartenden Skythen zum Kampf zu stellen, gründet er am Südufer eine neue Stadt, Alexandria Eschatē ("die Äußerste, die Entfernteste"), das spätere Chudschand. Diese Stadt soll mit kriegsinvaliden Griechen und mit der einheimischen Bevölkerung der zuvor zerstörten sieben Städte besiedelt und mit einer Schutztruppe versehen werden und wie zuvor Kyropolis den Schutz der Nordgrenze des Alexanderreichs gegen die Skythen gewährleisten. Die Skythen beobachten vom Nordufer aus die Arbeiten an der Stadtmauer und versuchen, diese durch Pfeilbeschuss zu stören, doch die Reichweite ihrer Pfeile reicht nicht über die Breite des Flusses, sodass der Beschuss wirkungslos bleibt.
Schlacht am Jaxartes
Nachdem die Mauern nach siebzehntägiger Bauzeit hoch genug sind, um die Stadt wirkungsvoll zu schützen, entschließt sich Alexander zur Schlacht mit den Skythen. Er lässt alle auffindbaren Boote entlang des Jaxartes requirieren, damit seine Krieger gleichzeitig über den Fluss setzen können, und nutzt die große Zahl der Boote, um den Skythen mehr Ziele zu bieten, als deren Feuerkraft bewältigen kann. Er lässt seine Feldartillerie, Ballisten für den direkten Zielbeschuss, am Südufer aufstellen, damit sie den Booten Feuerschutz geben können; die Reichweite der Ballisten übertrifft die der einfachen Bögen deutlich und ermöglicht es, die Skythen am gegenüberliegenden Ufer zu treffen. Nachdem eine ihrer Führungsfiguren unter dem Beschuss der Artillerie fällt, ziehen sich die Skythen vom Ufer zurück und erkennen ihre Unterlegenheit gegenüber der ihnen unbekannten, weiterentwickelten Artillerie. Dadurch ermöglichen sie das Anlanden Alexanders am Nordufer, wo dieser zuerst seine Bogenschützen und Schleuderer an Land setzen lässt, die die Skythen auf Distanz halten und als Deckung für die nachfolgende Kavallerie und Infanterie dienen sollen. Nachdem sein Heer in Schlachtformation aufgestellt ist, lässt Alexander eine Abteilung berittener griechischer Söldner und vier Schwadronen Lanzenreiter als Vorhut vorrücken, um die zunächst abwartenden Skythen zu einer Attacke zu provozieren. Die Skythen greifen die Vorhut an und folgen ihrer üblichen Taktik, sie im Kreis zu umreiten und gleichzeitig mit Pfeilen zu beschießen. Alexander führt daraufhin seine Bogenschützen, die Agrianen und die Speerwerfer in enger Formation an die bedrängte Vorhut heran, flankiert von drei Abteilungen Hetairenreiterei und allen berittenen Speerwerfern. Mit der übrigen Kavallerie greift er selbst die Skythen an, die sich ganz auf die Vorhut konzentriert haben, und zwingt sie, ihre Kreisbewegung aufzugeben. Die Skythen reiten nun direkt den wartenden Bogenschützen und Speerwerfern entgegen und geraten unter deren Beschuss, während sie zusätzlich von der makedonischen Kavallerie bedrängt werden und schwere Verluste erleiden. Nachdem auch ihr Anführer Satrakes gefallen ist, fliehen die Skythen in Richtung ihrer Steppe. Alexander verfolgt die fliehenden Skythen eine Zeit lang in ihr Hinterland, muss die Verfolgung aber bald abbrechen und umkehren, weil er nach dem Trinken von Wasser aus dem Jaxartes von einer schweren Diarrhö befallen wird. Am Ort seiner Umkehr errichtet er Altäre für die mythischen Wanderheroen Herakles und Dionysos als äußerste Grenzpunkte seines Reiches im Norden der Oikumene. Es heißt, Alexander habe bei seinem Zug in das Skythenland sogar die Steinmale des Dionysos hinter sich gelassen und ihn damit übertroffen. Auf jeden Fall stellt Alexander den Welteroberer Kyros II. in den Schatten, der nur bis zum Jaxartes gelangt ist. Bereits zuvor hat Alexander Altäre am Nordufer des Istros (Donau) und am Westufer des Nils errichtet und wird dies später auch am Ufer des Hyphasis (Beas) und an der Indusmündung wiederholen.
Nach seiner Rückkehr nach Alexandria Eschatē empfängt Alexander in den folgenden Tagen eine Delegation der Skythen, die im Namen ihres Königs um Frieden bittet. Auf ihr Versprechen hin, nie wieder plündernd in Sogdien einzufallen, lässt Alexander als Geste des Respekts alle Gefangenen bedingungslos frei. Etwas später empfängt er in Baktrien eine weitere Abordnung der Skythen, die ihm eine formelle Allianz und die Ehe mit einer Tochter ihres Königs anbieten; er nimmt die Allianz an, lehnt aber die Ehe mit der Skythenprinzessin ab, die stattdessen mit einem seiner Offiziere verheiratet werden soll. Möglicherweise trägt diese Begebenheit zur Entstehung der Legende vom Treffen Alexanders mit der Amazonenkönigin Thalestris bei. Für den Rest seines Lebens bleiben die Reitervölker Zentralasiens ruhig, und erst zur Zeit der hellenistischen Diadochenreiche, insbesondere des Griechisch-Baktrischen Königreichs, beginnen sie wieder, über den Jaxartes nach Süden auszubrechen. Nach seiner Auseinandersetzung mit den Skythen wendet sich Alexander erneut der Bekämpfung des Spitamenes zu, der in der Zwischenzeit am Polytimetos (Serafschan) einen vollständigen Sieg über Pharnuches errungen hat. Zur Schlacht und der Begleitumstände siehe auch dl1.de-de.nina
Kandahar, Ghazni und Tscharikar (Siedlungen)
Alexander gründet während seines Zuges im späteren Afghanistan drei nach ihm Alexandreia benannte Städte (heute: Kandahar, Ghazni und Tscharikar am Hindukusch). - Regent Patraos (Paionien, 335–315)
- Satrap Antipatros (Makedonien und Illyien, 334-319)
- Aristoteles (55)
Der Philosoph Aritoteles lebt in Athen; dort leitet er das von ihm gegründete Lykeion. - Satrap Menandros (Lydien, 331-320)
- Satrap Asandros (Lydien 334-323)
- Satrap Antigonos (Phrygien 333-311)
- Satrap Balakros (Kilikien, 333-324)
- Satrap Mithrenes (Armenien, (331–323)
- Satrap Mazaios (Babylonien 331-328)
- Satrap Abulites (Susiana 331-324)
- Satrap Phrasaortes (Persis, 330-327/326)
- Satrap Astaspes (Karmanien, 330-324)
- Satrap Arsakes (Aria und Drangiane, 330-328)
- Satrap Oxydates (Medien, 330-328)
- Satrap Kleomenes von Naukratis (Ägypten, 331-323)
- Fortsetzung 328
Sparta
Bosporanisches Reich
Bithynien
Salamis
Pontos
ACHÄMENIDENREICH
- König Artaxerxes V. (330–329)
Im Frühjahr überschreitet Alexander der Große den Hindukusch östlich des baktrischen Kernlands und steigt am Oberlauf des Oxos (Amu-Darja) wieder ins Tiefland hinab. Bessos bzw. Artaxerxes (wie er sich als König nun nennt) hat in der Zwischenzeit das Gebiet nördlich des Hindukusch verwüstet, um Alexanders Vormarsch zu erschweren, bezieht weiter westlich Stellung, weist den Rat des Meders Bagodaras (Gobares), sich zu unterwerfen, zornig zurück und zwingt diesen dadurch zur Flucht zu Alexander. Statt Alexander abzuwarten, räumt Artaxerxes daraufhin kampflos Baktrien, zieht sich über den Oxos nach Sogdien zurück und lässt die örtlichen Flussboote verbrennen, um die Verfolgung zu behindern. Alexander besetzt Baktrien ohne Widerstand, führt anschließend mit seinem Heer einen schwierigen Wüstenmarsch zum Oxos durch und überschreitet den Fluss in fünf Tagen auf aufgeblasenen Zelthäuten und selbstgebauten Flößen. In dieser Situation verliert Artaxerxes, der nach Ansicht seiner Anhänger als Feldherr ähnlich versagt wie zuvor Dareios III., deren Rückhalt und wird von Spitamenes und Dataphernes gefangen genommen und Alexander zur Übergabe angeboten. Alexander beauftragt seinen Gefährten Ptolemaios, mit ausgewählten Truppen auszurücken, um Artaxerxes in Empfang zu nehmen, wobei Ptolemaios’ eigene, bei Arrian überlieferte Darstellung und der Bericht des Aristobulos sich in Details der Übergabe widersprechen. Ptolemaios erreicht den Aufenthaltsort von Artaxerxes, belagert ihn und nimmt ihn gefangen beziehungsweise übernimmt ihn direkt von Spitamenes und Dataphernes, je nach Quelle. Anschließend lässt Ptolemaios Artaxerxes nackt und in ein hölzernes Kummet geschmiedet am Straßenrand aufstellen, an dem Alexander mit seinem Heer vorbeizieht. Alexander verhört Artaxerxes zu seinen Motiven für den Mord an Dareios III., worauf dieser versucht, die Schuld auf die Gemeinschaft der Verschwörer abzuwälzen. Alexander ordnet daraufhin seine Auspeitschung und die Überführung nach Baktra an, wo Artaxerxes durch Abschneiden von Ohren und Nase verstümmelt und schließlich dem Dareios-Bruder Oxyathres ausgeliefert wird. Oxyathres lässt Artaxerxes nach Ekbatana bringen, wo er auf besonders grausame Weise hingerichtet wird, wobei die Quellen zwischen Zerstückelung und Kreuzigung schwanken. Damit endet das kurze Königtum des Bessos/Artaxerxes V. und sein Leben als Satrap, Usurpator und Gegner Alexanders des Großen. - Satrap Ariarathes I. (Nordkappadokien, 350?-322)
- Fortsetzung 327
KUSCH
INDIEN
Magadha
- König Mahapadma Nanda (ca 345-329)
- König Dhana Nanda (329-321)
Dhana Nanda ist der letzte König der Nanda-Dynastie in Magadha im Nordosten Indiens. Er ist der Sohn von Mahapadma Nanda, dem Begründer der Dynastie, und besteigt nach seinem Vater den Thron. Dhana Nanda baut eine riesige Armee auf; sie umfasst ca. 200'000 Infanteristen, 20'000 Kavalleristen, 2000 Streitwagen und 3000 Kriegselefanten. Sein Reichtum ist enorm; er lagert Goldschätze in einer im Flussbett des Ganges ausgehobenen Höhle. Er sichert mit seiner Armee die Herrschaft über ein großes Reich und verlangt hohe Abgaben, was ihn bei der Bevölkerung und Nachbarstaaten unbeliebt macht. - Fortsetzung 326
Anuradhapura
CHINA
Zeit der Streitenden Reiche
(39./40. Zyklus - Jahr des Wasser-Drachen; am Beginn des Jahres Metall-Hase)
Qin
- König Huiwen (338–311)
Ying Dang, später bekannt als König Wu von Qin, wird als Sohn von König Huiwen von Qin und Königin Huiwen geboren. Er gehört dem Haus Ying der Qin-Dynastie an. - Fortsetzung 325
Zhou
Zhao
Han
Wei
Qi
Yan
Chu
- König Wei (339–329)
Nach seinem Tod erhält Wei postum den Namen "Ehrfurchtgebietender König von Chu" (Chu Wei Wang), der im Englischen oft fälschlich wie ein persönlicher Name behandelt wird. Sein Sohn Huai folgt ihm im Folgejahr auf den Thron und wird postum als König Huai von Chu. - Fortsetzung 328
JAPAN
QUELLEN
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11.08.2023 Artikel eröffnet und Grundstock erstellt
28.11.2025 Grundstock ergänzt