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== | ==WELTALL== | ||
*Babylonische Astronomen protokollieren im 18. Regierungsjahr des achämenidischen Königs Dareios II. (406/405) ihre Beobachtungsergebnisse der Mondfinsternis vom 4.–5. Oktober (15. Tašritu). | |||
*[[-404#WELTALL | Fortsetzung 404]] [[Kategorie:Weltall]] | |||
==RÖMISCHE REPUBLIK== | |||
(ab urbe condita CCCXLVIII = 348) | |||
[http://de.wikipedia.org/wiki/ | *[http://de.wikipedia.org/wiki/Gnaeus_Cornelius_Cossus_(Konsulartribun_406_v._Chr.) '''Konsulartribun Gnaeus Cornelius Cossus (1. Amtszeit)'''] <br />Gnaeus Cornelius Cossus ist zum ersten Mal Konsulartribun und wird mit der Führung der Geschäfte in Rom beauftragt, während seine Amtskollegen gegen die Volsker ziehen. Im selben Jahr wird er als tribunus consularis gewählt, gemeinsam mit Publius Cornelius Rutilus Cossus, Numerius Fabius Ambustus und Lucius Valerius Potitus, der sein zweites Tribunat versieht. Der Senat beschließt, gegen Veji Krieg zu erklären, doch lässt sich wegen der andauernden Operationen gegen die Volsker und wegen der Opposition der Volkstribunen keine Heeresfolge für diesen Krieg organisieren. Die Volkstribunen erklären, der wichtigste Krieg sei der Krieg der Patrizier gegen die Plebejer, die durch den Militärdienst absichtlich drangsaliert und dem Feind preisgegeben würden, und dass die Patrizier sie von Rom fernhielten, um die von der Plebs geforderten Reformen zu verhindern. Es wird dennoch beschlossen, den Krieg gegen die Volsker fortzuführen; Gnaeus Cornelius bleibt zur Bewachung Roms zurück, während Lucius Valerius und Publius Cornelius Ablenkungsoperationen gegen Anzio und Ecetra führen und Numerius Fabius nach Anxur zieht, die Stadt erobert und zur Plünderung freigibt. In diesem Jahr erlässt der Senat zudem ein Gesetz zugunsten der Soldaten, wonach diese aus der Staatskasse besoldet werden, während sie bisher auf eigene Kosten Dienst leisten. | ||
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Numerius_Fabius_Ambustus '''Konsulartribun Numerius Fabius Ambustus (1. Amtszeit)'''] <br />Numerius Fabius Ambustus wird zum Konsulartribunen gewählt. Der Senat beschließt, Veji den Krieg zu erklären, doch gelingt es nicht, eine militärische Aushebung zu organisieren, sowohl wegen der fortdauernden Operationen gegen die Volsker als auch wegen des Widerstands der Volkstribunen, die in den Feldzügen ein Mittel der Patrizier sehen, Reformforderungen der Plebs zu umgehen. Es wird dennoch beschlossen, den Krieg gegen die Volsker fortzusetzen: Während Gneo Cornelio in Rom bleibt, führen Lucio Valerio und Publio Cornelio Ablenkungsmanöver in Richtung Anzio und Ecetra durch, während Numerius Fabius nach Anxur zieht, die Stadt erobert und plündern lässt. Er verhindert zunächst, dass seine Soldaten Beute machen, bis seine Kollegen eintreffen, woraufhin die drei Heere gemeinsam die wohlhabende Stadt plündern. In diesem Jahr erlässt der Senat außerdem ein Gesetz zugunsten der Soldaten, wonach diese aus der Staatskasse bezahlt werden, während sie zuvor auf eigene Kosten dienten. | |||
*[http://de.wikipedia.org/wiki/Publius_Cornelius_Rutilus_Cossus '''Konsulartribun Publius Cornelius Rutilus Cossus'''] <br />Rutilus Cossus wird zum Konsulartribun gewählt. Der Senat fordert einen neuen Krieg gegen Veii, doch die Konsulartribunen lehnen dies ab, da der Krieg gegen die Volsker noch andauert. Rutilus Cossus übernimmt das Kommando gegen Ecetra, während Fabius Anxur angreift. Die Konsulartribunen teilen die Beute unter den Soldaten, was das Verhältnis zwischen Plebejern und Patriziern verbessert. Der Senat ordnet daraufhin an, dass Bürger während des Militärdienstes besoldet werden. | |||
*[http://de.wikipedia.org/wiki/Lucius_Valerius_Potitus_(Konsul_393_v._Chr.) Konsulartribun Lucius Valerius Potitus (2. Amtszeit)] <br />Valerius Potitus wird auch für das Jahr 406 zum Konsulartribunen gewählt. Er greift Antium an. In diesem Jahr führt er zusammen mit drei Verwandten seiner früheren Kollegen des Jahres 414 das Amt aus: Publius Cornelius Rutilus Cossus, Gnaeus Cornelius Cossus und Numerius Fabius Ambustus. Es herrscht Krieg gegen die Volsker und die Vejer, wobei Valerius das Heer in Antium kommandiert. Während frühere Kämpfe defensive Schlachten in der Nähe des Algidus sind, gewinnen die Römer in diesem Jahr gegen die Volsker Gelände. Die Konsularen setzen ein neues Gesetz durch, das den Sold für Soldaten festlegt und Rom in Richtung eines professionalisierten Heeres schiebt. Diodorus lässt in seinem Bericht des Jahres Gnaeus Cornelius aus dem Kollegium weg, und Livy lässt Cornelius zwar eine passive Rolle spielen und in Rom bleiben, was darauf hindeuten kann, dass das Kollegium nur aus drei Mitgliedern besteht: Rutilus, Fabius und Valerius. | |||
*[[-405#RÖMISCHE_REPUBLIK | Fortsetzung 405]] [[Kategorie:Römische Republik]] | |||
== | ==GRIECHEN== | ||
(2./3. Jahr der 93. Olympiade) | |||
[http://de.wikipedia.org/wiki/Die_Bakchen '''Schauspiel "Die Bakchen" (Euripides)'''] | '''Syrakus''' | ||
*[http://de.wikipedia.org/wiki/Dionysios_I._von_Syrakus Dionysios] <br />Im Dezember erobern die Karthager die Stadt Akragas (Agrigent), nachdem Dionysios dort gegen sie gekämpft hat. Er tritt jetzt als Volksredner gegen die Feldherrn auf, denen er die Verantwortung für die Niederlage zuschreibt, und verbindet diesen Angriff mit genereller Kritik an den „Mächtigen“ und „Reichen“, denen er mangelnden Patriotismus vorwirft. So profiliert er sich als Sprecher typischer demokratischer Anliegen, erhält aber wegen seiner Agitation eine Geldbuße, die der vornehme Philistos für ihn bezahlt und sich damit als enger Verbündeter erweist. Dionysios erreicht, dass die bisherigen Feldherrn abgesetzt werden; in das neue Kollegium der Feldherrn wird er selbst gewählt. | |||
*[[-405#GRIECHEN | Fortsetzung 405]] [[Kategorie:Syrakus]] | |||
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'''Molosser / Epirus''' | |||
*[http://de.wikipedia.org/wiki/Tharyps König Tharyps (430–385)] <br /> | |||
'''Makedonien''' | |||
*[http://de.wikipedia.org/wiki/Archelaos_I. König Archelaos I. (413–399)] <br /> | |||
'''Pherai''' | |||
*[http://de.wikipedia.org/wiki/Lykophron_von_Pherai Lykophron] <br />In diesem Jahr entsteht in Thessalien eine allgemeine Unruhe. Ein Demagoge namens Prometheus versucht zusammen mit dem aus Athen verbannten Kritias, die Penesten zu bewaffnen, damit sie ihre Herren stürzen können. Auf diesem Hintergrund greift Lykophron in Pherai nach der Macht und setzt sich dort durch. | |||
*[[-404#GRIECHEN | Fortsetzung 404]] [[Kategorie:Pherai]] | |||
'''Athen''' | |||
*[http://de.wikipedia.org/wiki/Peloponnesischer_Krieg Peloponnesischer_Krieg (431-404)] <br />[http://de.wikipedia.org/wiki/Schlacht_von_Mytilene '''Schlacht von Mytilene'''] <br />Während des Ionisch-Dekeleischen Krieges kämpft Athen gegen eine peloponnesische Koalition, deren Fähigkeit zur Ausrüstung immer neuer Flotten dank persischer Subsidien nahezu unbegrenzt erscheint. So stellt Sparta vier Jahre nach dem vollständigen Verlust in der Schlacht von Kyzikos (410) wieder eine Flotte zusammen, die der athenischen zahlenmäßig deutlich überlegen ist. Ende des Jahres 407 wechseln auf beiden Seiten die Flottenführer. In Athen wird Alkibiades, der Sieger von Kyzikos, abberufen und durch den Strategen Konon ersetzt, dem ein Ruf als ausgezeichneter Seemann vorausgeht. Auf spartanischer Seite führt der turnusmäßige Wechsel zur Ablösung des in der Schlacht von Notion erfolgreichen Lysander durch den noch recht jungen Kallikratidas. Nach dem erfolgreichen und allseits beliebten Lysander hat Kallikratidas zunächst Schwierigkeiten mit seinen Unterfeldherren und mit dem persischen Bündnispartner, dessen Subsidienzahlungen ausbleiben. Er kann sich jedoch durchsetzen und, nachdem er das Soldproblem auf andere Weise gelöst hat, weitere Schiffe an sich ziehen, sodass seine Flotte bald aus 140 Schiffen besteht. Mit diesen Kräften fährt er im Sommer 406 von Milet über Chios nach Lesbos, einer der letzten Besitzungen Athens vor der kleinasiatischen Küste. Die Insel Lesbos mit den Hauptorten Mytilene und Methymna gehört während des Peloponnesischen Krieges zu den unruhigeren Bündnispartnern Athens. In den Jahren 428 und 412 fiel sie zweimal ab und wurde anschließend durch Waffengewalt wieder zur Rückkehr in den Attischen Seebund gezwungen. Nach diesen Begebenheiten treffen die Athener jedoch Vorkehrungen, um die ihnen ergebenen Kräfte in beiden Städten zu stärken. Der Angriff des Kallikratidas gegen die Insel richtet sich zunächst gegen die Stadt Methymna im Norden, die von einer attischen Garnison verteidigt wird. Nachdem ein Appell an die Methymner erfolglos bleibt, nehmen die spartanischen Hopliten die Stadt im Sturm. Gegen die Forderungen seiner Soldaten verschont Kallikratidas die Einwohner Methymnas, verkauft jedoch die athenischen Besatzer in die Sklaverei. Anschließend richtet er eine schneidige Drohung an seinen Gegenspieler Konon, indem er erklärt, er werde seine Liaison mit dem Meere beenden. Bei seinem Amtsantritt in Samos trifft Konon die attische Flotte weitgehend demoralisiert an. Er verfügt zwar über 100 Trieren im Hafen, aber die Besatzungen reichen nur, um 70 Boote zu bemannen. Auf die Nachricht von dem Angriff auf Methymna eilt er mit diesen Schiffen nach Lesbos, ohne die Stärke der gegnerischen Flotte zu kennen. Sobald Kallikratidas seine Ankunft bemerkt, fährt er ihm von Methymna entgegen, um ihm den Rückzug nach Samos zu verlegen. Dank der Schnelligkeit seiner Schiffe gelingt es Konon jedoch zu entschlüpfen, da er wohlbedacht nur die kräftigsten Ruderer mitgenommen hat. Es entwickelt sich eine Verfolgungsjagd durch den Kanal von Lesbos nach Süden, bei der Konon absichtlich nicht zu schnell rudern lässt, um die schnellsten Schiffe der Peloponnesier hinter sich her zu ziehen. Als er auf der Höhe von Mytilene sieht, dass die feindliche Flotte weit auseinandergezogen ist, gibt er das Signal zum Angriff. Die vordersten Schiffe der Peloponnesier sind ohne Schlachtordnung gefahren und sehen angesichts der plötzlichen Bedrohung keinen anderen Ausweg, als rückwärts zu rudern, um den Kontakt mit den Nachzüglern wiederherzustellen. Die Athener verfolgen sie eine Weile, doch als das Gros der peloponnesischen Flotte eintrifft, hält Konon es für klüger, den sicheren Hafen von Mytilene anzulaufen. Das Wendemanöver kostet jedoch wertvolle Zeit, und so gelingt es den Schiffen des Kallikratidas aufzuschließen. Von allen Seiten bedrängt, laufen einige Athener an der Küste auf Land, ihre Boote zurücklassend, um sich zu Fuß hinter die Mauern von Mytilene in Sicherheit zu bringen. Andere Schiffe werden von Kallikratidas erobert, sodass Konon insgesamt 30 Trieren verliert. Mit den restlichen 40 gelangt er in den äußeren Hafen von Mytilene, jedoch nur gleichzeitig mit den Schiffen des Kallikratidas, sodass die Schlacht im Hafenbecken fortgesetzt wird. Die Athener können die Spartaner jedoch abwehren und ziehen sich schließlich ins innere Hafenbecken im Schutz der Mauern von Mytilene zurück. Die beiden Flotten liegen sich nun im Hafen von Mytilene gegenüber, die Athener im inneren Hafenbecken, die Peloponnesier im äußeren. Kallikratidas ruft daher seine Landstreitkräfte unter dem Befehl des Thorax von Methymna herbei und lässt die Stadt von allen Seiten einschließen. Die Lage der Athener erscheint verzweifelt: Die Vorräte in der Stadt reichen allenfalls für einen Monat, und Hilfe ist nicht zu erwarten, da Athen keinerlei Nachricht von den Ereignissen hat. Konon weiß sich indes zu helfen und ersinnt einen Plan. Ohne dass die Belagerer es merken, lässt er die zwei schnellsten Boote mit den kräftigsten Ruderern besetzen, die man unter einer Plane versteckt. Die beiden Schiffe unterstellt er seinen Mitfeldherren Leon und Erasinides mit dem Auftrag, Nachricht nach Athen zu bringen. Als die Aufmerksamkeit der Bewacher in der Mittagssonne nachlässt, fahren beide Boote los und durchbrechen die Blockade. Die Spartaner verfolgen nur das Schiff Leons, das den direkten Weg nach Athen einschlägt. Nach einer Weile holen sie es ein und bringen es auf, wobei Leon vermutlich den Tod findet. Das Schiff des Erasinides ist unterdessen durch den Kanal von Lesbos nach Norden zu den athenischen Besitzungen am Hellespont gerudert, von wo die Überfahrt nach Athen gelingt. Von Erasinides benachrichtigt, rüsten die Athener sofort eine Flotte aus, um Mytilene zu befreien und Konon zu retten. Ein erster Befreiungsversuch mit nur 12 Schiffen unter dem Feldherrn Diomedon endet noch mit dem Verlust von 10 Booten, aber schließlich entsenden die Athener unter Heranziehung aller Kräfte 150 Trieren an den Schauplatz der Belagerung. Als die Anfahrt der athenischen Entsatzflotte gemeldet wird, lässt Kallikratidas 50 Schiffe unter dem Befehl des Eteonikos zur Bewachung der Eingeschlossenen in Mytilene zurück und fährt mit den restlichen 120 Schiffen den Ankömmlingen entgegen. In der Schlacht bei den Arginusen wird er von den Athenern besiegt und findet selbst den Tod. Auf die Nachricht von der Niederlage lässt Eteonikos die spartanischen Trieren wie zur Feier eines großen Sieges schmücken. Mit dieser Täuschung gelingt es ihm, seine Schiffe rechtzeitig vor Ankunft der Athener nach Chios in Sicherheit zu bringen, während er selbst mit den Landtruppen nach Methymna zurückkehrt. Die Belagerung Mytilenes zwingt Athen zu einer letzten Kraftanstrengung im Ringen gegen das peloponnesisch-persische Bündnis. Wegen der kurzen Vorbereitungszeit müssen die Ruderer in der Schlacht bei den Arginusen aus allen sozialen Schichten rekrutiert werden. Dies erklärt die Erbitterung in der Stadt wegen der hohen Verluste und der unterlassenen Bergung der Toten, die sich dann im berühmten Arginusenprozess entlädt, in dem, mit der einzigen Ausnahme Konons, die letzten erfahrenen Flottenführer (darunter Diomedon und Erasinides) zum Tode verurteilt und hingerichtet werden. Ohne kompetente Nebenleute ist Konon danach außer Stande, die endgültige Niederlage Athens in der Schlacht bei Aigospotamoi (405) zu verhindern. <br />[http://de.wikipedia.org/wiki/Schlacht_bei_den_Arginusen '''Schlacht bei den Arginusen'''] <br />Die Schlacht bei den Arginusen ist eine der letzten großen Kampfhandlungen im Peloponnesischen Krieg. Sie ist zugleich die größte Seeschlacht, die sich Griechen jemals liefern. Die athenische Flotte umfasst 130 Schiffe aus Athen, 10 aus Samos sowie 10 von den übrigen Bundesgenossen (nach Xenophon Hell. I 6,25). Einer anderen Darstellung zufolge sind es 60 aus Athen, 10 aus Samos und 80 von den Verbündeten (Diodor XIII 97,1). Eine spartanische Flotte unter dem Oberbefehl des Kallikratidas hat die athenische Flotte auf Lesbos, die unter dem Befehl des Konon steht, eingekesselt. Athen kann mit letzter Kraft eine neue Flotte aufbauen und nach Norden entsenden. Als die Athener sich der Inselgruppe der Arginusen nähern, lässt Kallikratidas 50 Schiffe unter dem Kommando des Eteonikos zur Bewachung der Eingeschlossenen beim Hafen von Mytilene zurück, und mit den übrigen 120 Schiffen fährt er der anrückenden Entsatzflotte entgegen. Den linken Flügel unterstellt er dem Thebaner Thrasondas, den rechten führt er selbst. Für den von den Auguren vorhergesehenen Fall seines Ablebens hat er den Strategen Klearchos zu seinem Stellvertreter bestimmt. Die zahlenmäßige Überlegenheit erlaubt es den Athenern, in zwei hintereinander gestaffelten Linien anzufahren, um die Unerfahrenheit ihrer neu ausgehobenen Mannschaften zu kompensieren und einen Durchbruch der Spartaner zu verhindern. Die athenischen Geschwader führen von links nach rechts in der ersten Reihe Aristokrates, Diomedon, Thrasyllos, Protomachos und in der zweiten Reihe Perikles der Jüngere, Erasinides, Aristogenes und Lysias. Ins Zentrum stellen sie die samischen Verbündeten unter Hippeus und dahinter einige Transportschiffe unter den Nauarchen Theramenes und Thrasybul. Die Entscheidung fällt, als Kallikratidas beim Durchbruchversuch scheitert und mit Schiff und Steuermann in den Fluten versinkt. Die Schlacht endet mit einem glänzenden Sieg für Athen: Die Spartaner und ihre Verbündeten verlieren 77 Trieren, die Athener hingegen nur 25. Der Tod des Kallikratidas führt dazu, dass Lysander wieder den faktischen Oberbefehl der spartanischen Flotte erhält. Allerdings können die athenischen Kommandeure aufgrund eines einsetzenden Sturmes nicht mehr die Schiffbrüchigen und Toten bergen. Dies wird den Strategen von der aufgehetzten athenischen Volksversammlung zum Vorwurf gemacht und führt schließlich zum Arginusenprozess. <br />'''Arginusenprozess''' <br />Die Strategen haben laut Xenophon einige Trierarchen mit der Rettung der Schiffbrüchigen betraut. Einer von diesen, Theramenes, erkennt demnach, welche Gefahr ihm droht, und versucht, die Verantwortung stattdessen den Strategen selbst zuzuweisen. Die von ihm und anderen systematisch aufgehetzte Volksversammlung macht schließlich sechs der zehn Strategen – Perikles der Jüngere, Diomedon, Lysias, Aristokrates, Thrasyllos und Erasinides – aufgrund der unterlassenen Bergung den Prozess (Konon wird nicht angeklagt, Leon fällt bei Mytilene, Protomachos und Aristogenes entziehen sich dem Prozess und fliehen). Die Quellenlage (Xenophon Hell. I 7 und Diodor XIII 101–103) ist allerdings bezüglich des Prozesses problematisch: Theramenes ist nach Xenophons Darstellung persönlich mit der Rettung der Schiffbrüchigen und der Bergung der Toten beauftragt, nach Diodor wird ihm die Schuld nur von den Verteidigern der Strategen zugeschoben, und auch in anderen Punkten sind die beiden Darstellungen nicht deckungsgleich. Zunächst spricht man die Strategen frei, aber am nächsten Tag hat sich die Meinung im Volk geändert. Nun will man alle sechs Strategen summarisch zum Tode verurteilen. Widerspruch gegen dieses Verfahren (viele, so auch Sokrates, halten es für gesetzeswidrig, da normalerweise separate Verfahren vorgesehen sind) wird niedergebrüllt: Es heißt, es sei schlimm, wenn das Volk nicht tun könne, was es wolle (Xenophon, Hellenika, Buch I, Kapitel 7, Abschnitt 12). Am Ende werden die sechs angeklagten Strategen verurteilt und unverzüglich hingerichtet. Die entschiedene Haltung des Sokrates, der im Zusammenhang mit dem Prozess Mitglied des Ausschusses für die Durchführung von Volksentscheiden ist und sich vehement gegen eine Verurteilung stellt, bezeugt neben Xenophon auch der Historiker Valerius Maximus (Memorabilia 3,8,3). Die Beweggründe für diesen Prozess, der oft als Justizskandal bezeichnet wird, liegen in dem Schock, den die athenische Bevölkerung nach dem Verlust so vieler erfahrener Seeleute erleidet. Auch will man wohl, zum ersten Mal nach dem oligarchischen Umsturz in Athen im Jahre 411, die Macht der Volksversammlung voll zum Tragen bringen. Die Stadt schadet sich damit selbst, da man mit der Hinrichtung der Strategen auch die militärische Spitze verliert. Die Folgen zeigen sich nur ein Jahr später in der Schlacht bei Aigospotamoi. Außerdem kommt es aufgrund des Prozesses zu einer Spaltung des Demos. | |||
*[http://de.wikipedia.org/wiki/Die_Bakchen '''Schauspiel "Die Bakchen" (Euripides)'''] <br />Der griechische Dramatiker Euripides verfasst kurz vor seinem Tod das Werk ''Die Bakchen'' als dritten Teil einer Tetralogie. <br />Inhalt: Bakchen (deutsch zumeist Bacchantinnen, vgl. Mänade und Bacchant) sind die Verehrerinnen des Gottes Dionysos (latinisiert Bacchus). Dionysos, Sohn des Zeus und der Semele, der Gott des Weines und des Rausches, ist – in Menschengestalt – in seine Geburtsstadt Theben zurückgekehrt, um sich an deren Bewohnern zu rächen, die seine Göttlichkeit nicht anerkennen. Er lässt alle Frauen der Stadt in einen Wahn verfallen und führt sie hinaus auf den Berg Kithairon – darunter auch Agaue, die Mutter des Königs Pentheus. Ziel von Dionysos’ Zorn ist vor allem Pentheus, der entgegen dem Rat des Sehers Teiresias und seines Großvaters Kadmos beschließt, mit Waffengewalt gegen Dionysos und die Frauen vorzugehen. Der gefesselte Dionysos und Pentheus begegnen einander, ohne dass Pentheus Dionysos als Gott erkennt. Ein Bote berichtet, die Frauen lebten mit wilden Tieren und schlügen mit Thyrsosstäben gegen die Felsen oder in den Erdboden, so dass Wein herausquelle. Als man sie gestört habe, hätten sie mit übermenschlichen Kräften alles zerstört, was ihnen in den Weg gekommen sei. Schließlich lässt sich der von dem Gott verblendete Pentheus dazu überreden, selbst als Frau verkleidet die Orgien zu beobachten. Wieder berichtet ein Bote, wie sich die beiden auf den Weg zum Kithairon gemacht hätten, wo Dionysos Pentheus sich auf einen Baumwipfel setzen ließ. Dieser Beobachtungsposten wird Pentheus zum Verhängnis: die Frauen entdecken ihn und stürzen ihn herunter. Verzweifelt versucht er, sich zu erkennen zu geben, aber auch seine Mutter erkennt ihn nicht, und gemeinsam zerreißen die Frauen ihn. Agaue kehrt mit dem Kopf ihres Sohnes, den sie immer noch für den Kopf eines erlegten Löwen hält, nach Theben zurück und erkennt erst mit Hilfe ihres Vaters Kadmos, was sie getan hat. Nun erscheint Dionysos erstmals in göttlicher Gestalt und verkündet das Schicksal der Thebaner. | |||
*[http://de.wikipedia.org/wiki/Sokrates Sokrates (63)] <br />406/405: Auf der athenischen Akropolis ist in einer Inschrift aus dem Jahr 406/405 ein Patrokles von Alopeke als Wettkampfordner der Panathenäen verzeichnet. Der Text stellt diesen Patrokles wahrscheinlich mit dem von Platon genannten Halbbruder des Sokrates gleich. | |||
*[[-405#GRIECHEN | Fortsetzung 405]] [[Kategorie:Athen]] | |||
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'''Sparta''' | |||
*[http://de.wikipedia.org/wiki/Agis_II. König der Eurypontiden: Agis II. (427–400)] <br /> | |||
*[http://de.wikipedia.org/wiki/Pausanias_(K%C3%B6nig) König der Agiaden: Pausanias (2. Amtszeit 408–395)] <br />Pausanias unterstützt wahrscheinlich die Kandidatur des Kallikratidas als Nachfolger des Lysandros im Amt des Nauarchen. Lysandros sabotiert jedoch die Stellung seines Nachfolgers, was zur Niederlage bei den Arginusen und im folgenden Jahr zur Rückkehr des Lysandros ins Kommando führt. | |||
*[[-405#GRIECHEN | Fortsetzung 405]] [[Kategorie:Sparta]] | |||
'''Bosporanisches Reich''' | |||
*[https://en.wikipedia.org/wiki/Satyrus_I König Satyros I. (432-389)] <br /> | |||
'''Salamis''' | |||
*[https://en.wikipedia.org/wiki/Evagoras_I König Euagoras I. (411-374)] <br /> | |||
==ODRYSEN== | |||
*[https://sh.wikipedia.org/wiki/Amadok_I König Amadok I. (410–390)] <br /> | |||
==ACHÄMENIDENREICH== | |||
*[http://de.wikipedia.org/wiki/Dareios_II. Großkönig Dareios II. (423–404)] <br /> | |||
*[https://fr.wikipedia.org/wiki/Ariobarzane_de_Cius Satrap Ariobarzanes (Kios, 420-402)] <br /> | |||
*Im babylonischen Kalender fällt der Jahresbeginn des 1. Nisannu auf den 28.–29. März; der Vollmond im Nisannu auf den 10.–11. April und der 1. Tašritu auf den 20.–21. September. | |||
*[[-405#ACHÄMENIDENREICH | Fortsetzung 406]] [[Kategorie:Achämenidenreich]] | |||
==KUSCH== | |||
*[https://en.wikipedia.org/wiki/Amanineteyerike König Amanineteyerike (431–405)] <br /> | |||
==KARTHAGO== | |||
*[https://fr.wikipedia.org/wiki/Hannibal_de_Giscon Schofet Hannibal Mago (411-406)] <br />Hannibal, 65 Jahre alt, zieht mit seinem Sohn Bomilkar und seinem Neffen Himilkon nach Akragas und beginnt die Belagerung der Stadt. Doch im karthagischen Lager breitet sich die Pest aus; Hannibal stirbt zwei Wochen nach Beginn der Belagerung, sein Sohn Bomilkar wenige Tage später. Das Kommando geht auf Himilkon über. | |||
*[http://en.wikipedia.org/wiki/Himilco_(general) '''Schofet Himilko II. (406-396)'''] <br />Der karthagische Senat beauftragt Hannibal Mago mit dem Kommando über die Expedition nach Sizilien, um Hermokrates für Überfälle auf karthagische Besitzungen bei Motya und Panormus zu bestrafen. Hannibal weigert sich zunächst wegen seines Alters, akzeptiert dann aber, nachdem der Senat Himilko zu seinem Stellvertreter ernennt. Hannibal führt 60.000 Soldaten, 1000 Transporte und 120 Trieren nach Sizilien, wo Akragas und Syrakus Truppen zur Gegenwehr gesammelt haben. Im Frühjahr 406 beginnt Hannibal die Belagerung von Akragas und errichtet zwei Lager. Nach dem Fehlschlag des ersten Angriffs und dem Aufbau von Belagerungsrampen bricht eine Seuche im karthagischen Heer aus, Hannibal stirbt mit vielen seiner Soldaten. Himilko wird daraufhin zum Befehlshaber der karthagischen Streitmacht gewählt. Seine erste Aufgabe ist die Eindämmung der Seuche. Er opfert Tiere für das Meer und bringt außerdem ein Kind einem von den Griechen mit Kronos verbundenen Gott dar; danach endet die Seuche. Anschließend setzt er den Rampenbau fort und staut den Fluss Hypsas auf, um besseren Zugang zur Stadt zu erhalten. Noch bevor er die Belagerung von Akragas abschließen kann, trifft Daphaenus von Syrakus mit 35'000 sizilischen Soldaten und griechischen Truppen vom italienischen Festland ein. Die griechische Gegenoffensive unterbricht die Belagerung. Die Karthager sind bei Akragas auf Nachschub aus dem westlichen Sizilien und auf Sammeln von Vorräten angewiesen. Da es keine natürlichen Häfen in der Nähe gibt, wird die Versorgung schwierig. Daphaenus setzt Karthager mit Peltasten und Kavallerie unter Druck, und mit dem nahenden Winter verschärft sich der Mangel an Lebensmitteln. Himilko besänftigt unruhige Söldner vorübergehend mit dem Gold- und Silbergeschirr karthagischer Offiziere. Kurz vor dem Winter erfährt er von einem griechischen Getreidekonvoi, ruft 40 Trieren aus Motya und Panormus herbei und überrascht die griechische Flotte im Morgengrauen. Die Karthager versenken 8 griechische Trieren und erbeuten den gesamten Versorgungskonvoi. Danach gewinnen sie Nahrung für mehrere Monate. Die Griechen geraten nun selbst in Versorgungsnöte, weil in Akragas nicht genug Vorräte für Bevölkerung und Heer vorhanden sind. Zwietracht unter den Griechen bricht offen aus. Himilko verschärft die Lage zusätzlich, indem er einige kampanische Söldner bestechen lässt, die zu ihm überlaufen. Auch über eine Bestechung des spartanischen Feldherrn Dexippos wird geredet. Die griechische Armee zerfällt. Italienische Griechen verlassen Akragas, und bald ziehen auch andere griechische Kontingente zusammen mit der Bevölkerung nach Gela. Himilko nimmt Akragas ein, plündert die Stadt und überwintert dort mit seinem Heer. | |||
*[[-405#KARTHAGO | Fortsetzung 405]] [[Kategorie:Karthago]] | |||
==INDIEN== | |||
'''Shishunaga''' | |||
*[http://en.wikipedia.org/wiki/Shishunaga König Shishunaga (413-395)] | |||
'''Anuradhapura''' | |||
*[https://en.wikipedia.org/wiki/Pandukabhaya König Pandukabhaya (437–367)] | |||
==CHINA== | |||
Zeit der Streitenden Reiche <br />(38. (39.) Zyklus, Jahr des Holz-Schweins; am Beginn des Jahres Holz-Hund) | |||
'''Jin''' | |||
*[https://en.wikipedia.org/wiki/Duke_Lie_of_Jin Herzog Lie (415–389)] <br /> | |||
'''Qin''' | |||
*[https://en.wikipedia.org/wiki/Duke_Jian_of_Qin Herzog Jian (414–400)] <br /> | |||
'''Zhou''' | |||
*[https://en.wikipedia.org/wiki/King_Weilie_of_Zhou König Weilie (425–402)] <br /> | |||
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'''Wei''' | |||
*[https://en.wikipedia.org/wiki/Marquess_Wen_of_Wei Markgraf Wen (424-396)] <br />Das Königreich Zhongshan wird beseitigt, im fünfundzwanzigsten Regierungsjahr von Markgrafen Wen. Zuvor hat Wu Yang die Hauptstadt von Zhongshan drei Jahre lang belagert. Nach seiner Rückkehr nach Wei erhält er von Wen das Amt nicht erneut in einer wichtigen Stellung; stattdessen belohnt ihn der Herrscher mit dem Landkreis Lingshou, verwendet ihn danach aber nie wieder in einer bedeutenden Funktion. | |||
*[[-405#CHINA | Fortsetzung 405]] [[Kategorie:Wei]] | |||
'''Qi''' | |||
*[http://en.wikipedia.org/wiki/Duke_Xuan_of_Qi Herzog Xuan (455–405)] <br /> | |||
'''Chu''' | |||
*[https://en.wikipedia.org/wiki/King_Sheng_of_Chu König Sheng (407–402)] <br /> | |||
==JAPAN== | |||
*[http://de.wikipedia.org/wiki/K%C5%8Dsh%C5%8D Tennō Kōshō (475–393)] <br /> | |||
==QUELLEN== | ==QUELLEN== | ||
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03.06.2023 Artikel eröffnet und Grundstock erstellt | 03.06.2023 Artikel eröffnet und Grundstock erstellt | ||
07.06.2026 Grundstock ergänzt | |||
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Aktuelle Version vom 8. Juni 2026, 07:35 Uhr
WELTALL
- Babylonische Astronomen protokollieren im 18. Regierungsjahr des achämenidischen Königs Dareios II. (406/405) ihre Beobachtungsergebnisse der Mondfinsternis vom 4.–5. Oktober (15. Tašritu).
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RÖMISCHE REPUBLIK
(ab urbe condita CCCXLVIII = 348)
- Konsulartribun Gnaeus Cornelius Cossus (1. Amtszeit)
Gnaeus Cornelius Cossus ist zum ersten Mal Konsulartribun und wird mit der Führung der Geschäfte in Rom beauftragt, während seine Amtskollegen gegen die Volsker ziehen. Im selben Jahr wird er als tribunus consularis gewählt, gemeinsam mit Publius Cornelius Rutilus Cossus, Numerius Fabius Ambustus und Lucius Valerius Potitus, der sein zweites Tribunat versieht. Der Senat beschließt, gegen Veji Krieg zu erklären, doch lässt sich wegen der andauernden Operationen gegen die Volsker und wegen der Opposition der Volkstribunen keine Heeresfolge für diesen Krieg organisieren. Die Volkstribunen erklären, der wichtigste Krieg sei der Krieg der Patrizier gegen die Plebejer, die durch den Militärdienst absichtlich drangsaliert und dem Feind preisgegeben würden, und dass die Patrizier sie von Rom fernhielten, um die von der Plebs geforderten Reformen zu verhindern. Es wird dennoch beschlossen, den Krieg gegen die Volsker fortzuführen; Gnaeus Cornelius bleibt zur Bewachung Roms zurück, während Lucius Valerius und Publius Cornelius Ablenkungsoperationen gegen Anzio und Ecetra führen und Numerius Fabius nach Anxur zieht, die Stadt erobert und zur Plünderung freigibt. In diesem Jahr erlässt der Senat zudem ein Gesetz zugunsten der Soldaten, wonach diese aus der Staatskasse besoldet werden, während sie bisher auf eigene Kosten Dienst leisten. - Konsulartribun Numerius Fabius Ambustus (1. Amtszeit)
Numerius Fabius Ambustus wird zum Konsulartribunen gewählt. Der Senat beschließt, Veji den Krieg zu erklären, doch gelingt es nicht, eine militärische Aushebung zu organisieren, sowohl wegen der fortdauernden Operationen gegen die Volsker als auch wegen des Widerstands der Volkstribunen, die in den Feldzügen ein Mittel der Patrizier sehen, Reformforderungen der Plebs zu umgehen. Es wird dennoch beschlossen, den Krieg gegen die Volsker fortzusetzen: Während Gneo Cornelio in Rom bleibt, führen Lucio Valerio und Publio Cornelio Ablenkungsmanöver in Richtung Anzio und Ecetra durch, während Numerius Fabius nach Anxur zieht, die Stadt erobert und plündern lässt. Er verhindert zunächst, dass seine Soldaten Beute machen, bis seine Kollegen eintreffen, woraufhin die drei Heere gemeinsam die wohlhabende Stadt plündern. In diesem Jahr erlässt der Senat außerdem ein Gesetz zugunsten der Soldaten, wonach diese aus der Staatskasse bezahlt werden, während sie zuvor auf eigene Kosten dienten. - Konsulartribun Publius Cornelius Rutilus Cossus
Rutilus Cossus wird zum Konsulartribun gewählt. Der Senat fordert einen neuen Krieg gegen Veii, doch die Konsulartribunen lehnen dies ab, da der Krieg gegen die Volsker noch andauert. Rutilus Cossus übernimmt das Kommando gegen Ecetra, während Fabius Anxur angreift. Die Konsulartribunen teilen die Beute unter den Soldaten, was das Verhältnis zwischen Plebejern und Patriziern verbessert. Der Senat ordnet daraufhin an, dass Bürger während des Militärdienstes besoldet werden. - Konsulartribun Lucius Valerius Potitus (2. Amtszeit)
Valerius Potitus wird auch für das Jahr 406 zum Konsulartribunen gewählt. Er greift Antium an. In diesem Jahr führt er zusammen mit drei Verwandten seiner früheren Kollegen des Jahres 414 das Amt aus: Publius Cornelius Rutilus Cossus, Gnaeus Cornelius Cossus und Numerius Fabius Ambustus. Es herrscht Krieg gegen die Volsker und die Vejer, wobei Valerius das Heer in Antium kommandiert. Während frühere Kämpfe defensive Schlachten in der Nähe des Algidus sind, gewinnen die Römer in diesem Jahr gegen die Volsker Gelände. Die Konsularen setzen ein neues Gesetz durch, das den Sold für Soldaten festlegt und Rom in Richtung eines professionalisierten Heeres schiebt. Diodorus lässt in seinem Bericht des Jahres Gnaeus Cornelius aus dem Kollegium weg, und Livy lässt Cornelius zwar eine passive Rolle spielen und in Rom bleiben, was darauf hindeuten kann, dass das Kollegium nur aus drei Mitgliedern besteht: Rutilus, Fabius und Valerius. - Fortsetzung 405
GRIECHEN
(2./3. Jahr der 93. Olympiade)
Syrakus
- Dionysios
Im Dezember erobern die Karthager die Stadt Akragas (Agrigent), nachdem Dionysios dort gegen sie gekämpft hat. Er tritt jetzt als Volksredner gegen die Feldherrn auf, denen er die Verantwortung für die Niederlage zuschreibt, und verbindet diesen Angriff mit genereller Kritik an den „Mächtigen“ und „Reichen“, denen er mangelnden Patriotismus vorwirft. So profiliert er sich als Sprecher typischer demokratischer Anliegen, erhält aber wegen seiner Agitation eine Geldbuße, die der vornehme Philistos für ihn bezahlt und sich damit als enger Verbündeter erweist. Dionysios erreicht, dass die bisherigen Feldherrn abgesetzt werden; in das neue Kollegium der Feldherrn wird er selbst gewählt. - Fortsetzung 405
Molosser / Epirus
Makedonien
Pherai
- Lykophron
In diesem Jahr entsteht in Thessalien eine allgemeine Unruhe. Ein Demagoge namens Prometheus versucht zusammen mit dem aus Athen verbannten Kritias, die Penesten zu bewaffnen, damit sie ihre Herren stürzen können. Auf diesem Hintergrund greift Lykophron in Pherai nach der Macht und setzt sich dort durch. - Fortsetzung 404
Athen
- Peloponnesischer_Krieg (431-404)
Schlacht von Mytilene
Während des Ionisch-Dekeleischen Krieges kämpft Athen gegen eine peloponnesische Koalition, deren Fähigkeit zur Ausrüstung immer neuer Flotten dank persischer Subsidien nahezu unbegrenzt erscheint. So stellt Sparta vier Jahre nach dem vollständigen Verlust in der Schlacht von Kyzikos (410) wieder eine Flotte zusammen, die der athenischen zahlenmäßig deutlich überlegen ist. Ende des Jahres 407 wechseln auf beiden Seiten die Flottenführer. In Athen wird Alkibiades, der Sieger von Kyzikos, abberufen und durch den Strategen Konon ersetzt, dem ein Ruf als ausgezeichneter Seemann vorausgeht. Auf spartanischer Seite führt der turnusmäßige Wechsel zur Ablösung des in der Schlacht von Notion erfolgreichen Lysander durch den noch recht jungen Kallikratidas. Nach dem erfolgreichen und allseits beliebten Lysander hat Kallikratidas zunächst Schwierigkeiten mit seinen Unterfeldherren und mit dem persischen Bündnispartner, dessen Subsidienzahlungen ausbleiben. Er kann sich jedoch durchsetzen und, nachdem er das Soldproblem auf andere Weise gelöst hat, weitere Schiffe an sich ziehen, sodass seine Flotte bald aus 140 Schiffen besteht. Mit diesen Kräften fährt er im Sommer 406 von Milet über Chios nach Lesbos, einer der letzten Besitzungen Athens vor der kleinasiatischen Küste. Die Insel Lesbos mit den Hauptorten Mytilene und Methymna gehört während des Peloponnesischen Krieges zu den unruhigeren Bündnispartnern Athens. In den Jahren 428 und 412 fiel sie zweimal ab und wurde anschließend durch Waffengewalt wieder zur Rückkehr in den Attischen Seebund gezwungen. Nach diesen Begebenheiten treffen die Athener jedoch Vorkehrungen, um die ihnen ergebenen Kräfte in beiden Städten zu stärken. Der Angriff des Kallikratidas gegen die Insel richtet sich zunächst gegen die Stadt Methymna im Norden, die von einer attischen Garnison verteidigt wird. Nachdem ein Appell an die Methymner erfolglos bleibt, nehmen die spartanischen Hopliten die Stadt im Sturm. Gegen die Forderungen seiner Soldaten verschont Kallikratidas die Einwohner Methymnas, verkauft jedoch die athenischen Besatzer in die Sklaverei. Anschließend richtet er eine schneidige Drohung an seinen Gegenspieler Konon, indem er erklärt, er werde seine Liaison mit dem Meere beenden. Bei seinem Amtsantritt in Samos trifft Konon die attische Flotte weitgehend demoralisiert an. Er verfügt zwar über 100 Trieren im Hafen, aber die Besatzungen reichen nur, um 70 Boote zu bemannen. Auf die Nachricht von dem Angriff auf Methymna eilt er mit diesen Schiffen nach Lesbos, ohne die Stärke der gegnerischen Flotte zu kennen. Sobald Kallikratidas seine Ankunft bemerkt, fährt er ihm von Methymna entgegen, um ihm den Rückzug nach Samos zu verlegen. Dank der Schnelligkeit seiner Schiffe gelingt es Konon jedoch zu entschlüpfen, da er wohlbedacht nur die kräftigsten Ruderer mitgenommen hat. Es entwickelt sich eine Verfolgungsjagd durch den Kanal von Lesbos nach Süden, bei der Konon absichtlich nicht zu schnell rudern lässt, um die schnellsten Schiffe der Peloponnesier hinter sich her zu ziehen. Als er auf der Höhe von Mytilene sieht, dass die feindliche Flotte weit auseinandergezogen ist, gibt er das Signal zum Angriff. Die vordersten Schiffe der Peloponnesier sind ohne Schlachtordnung gefahren und sehen angesichts der plötzlichen Bedrohung keinen anderen Ausweg, als rückwärts zu rudern, um den Kontakt mit den Nachzüglern wiederherzustellen. Die Athener verfolgen sie eine Weile, doch als das Gros der peloponnesischen Flotte eintrifft, hält Konon es für klüger, den sicheren Hafen von Mytilene anzulaufen. Das Wendemanöver kostet jedoch wertvolle Zeit, und so gelingt es den Schiffen des Kallikratidas aufzuschließen. Von allen Seiten bedrängt, laufen einige Athener an der Küste auf Land, ihre Boote zurücklassend, um sich zu Fuß hinter die Mauern von Mytilene in Sicherheit zu bringen. Andere Schiffe werden von Kallikratidas erobert, sodass Konon insgesamt 30 Trieren verliert. Mit den restlichen 40 gelangt er in den äußeren Hafen von Mytilene, jedoch nur gleichzeitig mit den Schiffen des Kallikratidas, sodass die Schlacht im Hafenbecken fortgesetzt wird. Die Athener können die Spartaner jedoch abwehren und ziehen sich schließlich ins innere Hafenbecken im Schutz der Mauern von Mytilene zurück. Die beiden Flotten liegen sich nun im Hafen von Mytilene gegenüber, die Athener im inneren Hafenbecken, die Peloponnesier im äußeren. Kallikratidas ruft daher seine Landstreitkräfte unter dem Befehl des Thorax von Methymna herbei und lässt die Stadt von allen Seiten einschließen. Die Lage der Athener erscheint verzweifelt: Die Vorräte in der Stadt reichen allenfalls für einen Monat, und Hilfe ist nicht zu erwarten, da Athen keinerlei Nachricht von den Ereignissen hat. Konon weiß sich indes zu helfen und ersinnt einen Plan. Ohne dass die Belagerer es merken, lässt er die zwei schnellsten Boote mit den kräftigsten Ruderern besetzen, die man unter einer Plane versteckt. Die beiden Schiffe unterstellt er seinen Mitfeldherren Leon und Erasinides mit dem Auftrag, Nachricht nach Athen zu bringen. Als die Aufmerksamkeit der Bewacher in der Mittagssonne nachlässt, fahren beide Boote los und durchbrechen die Blockade. Die Spartaner verfolgen nur das Schiff Leons, das den direkten Weg nach Athen einschlägt. Nach einer Weile holen sie es ein und bringen es auf, wobei Leon vermutlich den Tod findet. Das Schiff des Erasinides ist unterdessen durch den Kanal von Lesbos nach Norden zu den athenischen Besitzungen am Hellespont gerudert, von wo die Überfahrt nach Athen gelingt. Von Erasinides benachrichtigt, rüsten die Athener sofort eine Flotte aus, um Mytilene zu befreien und Konon zu retten. Ein erster Befreiungsversuch mit nur 12 Schiffen unter dem Feldherrn Diomedon endet noch mit dem Verlust von 10 Booten, aber schließlich entsenden die Athener unter Heranziehung aller Kräfte 150 Trieren an den Schauplatz der Belagerung. Als die Anfahrt der athenischen Entsatzflotte gemeldet wird, lässt Kallikratidas 50 Schiffe unter dem Befehl des Eteonikos zur Bewachung der Eingeschlossenen in Mytilene zurück und fährt mit den restlichen 120 Schiffen den Ankömmlingen entgegen. In der Schlacht bei den Arginusen wird er von den Athenern besiegt und findet selbst den Tod. Auf die Nachricht von der Niederlage lässt Eteonikos die spartanischen Trieren wie zur Feier eines großen Sieges schmücken. Mit dieser Täuschung gelingt es ihm, seine Schiffe rechtzeitig vor Ankunft der Athener nach Chios in Sicherheit zu bringen, während er selbst mit den Landtruppen nach Methymna zurückkehrt. Die Belagerung Mytilenes zwingt Athen zu einer letzten Kraftanstrengung im Ringen gegen das peloponnesisch-persische Bündnis. Wegen der kurzen Vorbereitungszeit müssen die Ruderer in der Schlacht bei den Arginusen aus allen sozialen Schichten rekrutiert werden. Dies erklärt die Erbitterung in der Stadt wegen der hohen Verluste und der unterlassenen Bergung der Toten, die sich dann im berühmten Arginusenprozess entlädt, in dem, mit der einzigen Ausnahme Konons, die letzten erfahrenen Flottenführer (darunter Diomedon und Erasinides) zum Tode verurteilt und hingerichtet werden. Ohne kompetente Nebenleute ist Konon danach außer Stande, die endgültige Niederlage Athens in der Schlacht bei Aigospotamoi (405) zu verhindern.
Schlacht bei den Arginusen
Die Schlacht bei den Arginusen ist eine der letzten großen Kampfhandlungen im Peloponnesischen Krieg. Sie ist zugleich die größte Seeschlacht, die sich Griechen jemals liefern. Die athenische Flotte umfasst 130 Schiffe aus Athen, 10 aus Samos sowie 10 von den übrigen Bundesgenossen (nach Xenophon Hell. I 6,25). Einer anderen Darstellung zufolge sind es 60 aus Athen, 10 aus Samos und 80 von den Verbündeten (Diodor XIII 97,1). Eine spartanische Flotte unter dem Oberbefehl des Kallikratidas hat die athenische Flotte auf Lesbos, die unter dem Befehl des Konon steht, eingekesselt. Athen kann mit letzter Kraft eine neue Flotte aufbauen und nach Norden entsenden. Als die Athener sich der Inselgruppe der Arginusen nähern, lässt Kallikratidas 50 Schiffe unter dem Kommando des Eteonikos zur Bewachung der Eingeschlossenen beim Hafen von Mytilene zurück, und mit den übrigen 120 Schiffen fährt er der anrückenden Entsatzflotte entgegen. Den linken Flügel unterstellt er dem Thebaner Thrasondas, den rechten führt er selbst. Für den von den Auguren vorhergesehenen Fall seines Ablebens hat er den Strategen Klearchos zu seinem Stellvertreter bestimmt. Die zahlenmäßige Überlegenheit erlaubt es den Athenern, in zwei hintereinander gestaffelten Linien anzufahren, um die Unerfahrenheit ihrer neu ausgehobenen Mannschaften zu kompensieren und einen Durchbruch der Spartaner zu verhindern. Die athenischen Geschwader führen von links nach rechts in der ersten Reihe Aristokrates, Diomedon, Thrasyllos, Protomachos und in der zweiten Reihe Perikles der Jüngere, Erasinides, Aristogenes und Lysias. Ins Zentrum stellen sie die samischen Verbündeten unter Hippeus und dahinter einige Transportschiffe unter den Nauarchen Theramenes und Thrasybul. Die Entscheidung fällt, als Kallikratidas beim Durchbruchversuch scheitert und mit Schiff und Steuermann in den Fluten versinkt. Die Schlacht endet mit einem glänzenden Sieg für Athen: Die Spartaner und ihre Verbündeten verlieren 77 Trieren, die Athener hingegen nur 25. Der Tod des Kallikratidas führt dazu, dass Lysander wieder den faktischen Oberbefehl der spartanischen Flotte erhält. Allerdings können die athenischen Kommandeure aufgrund eines einsetzenden Sturmes nicht mehr die Schiffbrüchigen und Toten bergen. Dies wird den Strategen von der aufgehetzten athenischen Volksversammlung zum Vorwurf gemacht und führt schließlich zum Arginusenprozess.
Arginusenprozess
Die Strategen haben laut Xenophon einige Trierarchen mit der Rettung der Schiffbrüchigen betraut. Einer von diesen, Theramenes, erkennt demnach, welche Gefahr ihm droht, und versucht, die Verantwortung stattdessen den Strategen selbst zuzuweisen. Die von ihm und anderen systematisch aufgehetzte Volksversammlung macht schließlich sechs der zehn Strategen – Perikles der Jüngere, Diomedon, Lysias, Aristokrates, Thrasyllos und Erasinides – aufgrund der unterlassenen Bergung den Prozess (Konon wird nicht angeklagt, Leon fällt bei Mytilene, Protomachos und Aristogenes entziehen sich dem Prozess und fliehen). Die Quellenlage (Xenophon Hell. I 7 und Diodor XIII 101–103) ist allerdings bezüglich des Prozesses problematisch: Theramenes ist nach Xenophons Darstellung persönlich mit der Rettung der Schiffbrüchigen und der Bergung der Toten beauftragt, nach Diodor wird ihm die Schuld nur von den Verteidigern der Strategen zugeschoben, und auch in anderen Punkten sind die beiden Darstellungen nicht deckungsgleich. Zunächst spricht man die Strategen frei, aber am nächsten Tag hat sich die Meinung im Volk geändert. Nun will man alle sechs Strategen summarisch zum Tode verurteilen. Widerspruch gegen dieses Verfahren (viele, so auch Sokrates, halten es für gesetzeswidrig, da normalerweise separate Verfahren vorgesehen sind) wird niedergebrüllt: Es heißt, es sei schlimm, wenn das Volk nicht tun könne, was es wolle (Xenophon, Hellenika, Buch I, Kapitel 7, Abschnitt 12). Am Ende werden die sechs angeklagten Strategen verurteilt und unverzüglich hingerichtet. Die entschiedene Haltung des Sokrates, der im Zusammenhang mit dem Prozess Mitglied des Ausschusses für die Durchführung von Volksentscheiden ist und sich vehement gegen eine Verurteilung stellt, bezeugt neben Xenophon auch der Historiker Valerius Maximus (Memorabilia 3,8,3). Die Beweggründe für diesen Prozess, der oft als Justizskandal bezeichnet wird, liegen in dem Schock, den die athenische Bevölkerung nach dem Verlust so vieler erfahrener Seeleute erleidet. Auch will man wohl, zum ersten Mal nach dem oligarchischen Umsturz in Athen im Jahre 411, die Macht der Volksversammlung voll zum Tragen bringen. Die Stadt schadet sich damit selbst, da man mit der Hinrichtung der Strategen auch die militärische Spitze verliert. Die Folgen zeigen sich nur ein Jahr später in der Schlacht bei Aigospotamoi. Außerdem kommt es aufgrund des Prozesses zu einer Spaltung des Demos. - Schauspiel "Die Bakchen" (Euripides)
Der griechische Dramatiker Euripides verfasst kurz vor seinem Tod das Werk Die Bakchen als dritten Teil einer Tetralogie.
Inhalt: Bakchen (deutsch zumeist Bacchantinnen, vgl. Mänade und Bacchant) sind die Verehrerinnen des Gottes Dionysos (latinisiert Bacchus). Dionysos, Sohn des Zeus und der Semele, der Gott des Weines und des Rausches, ist – in Menschengestalt – in seine Geburtsstadt Theben zurückgekehrt, um sich an deren Bewohnern zu rächen, die seine Göttlichkeit nicht anerkennen. Er lässt alle Frauen der Stadt in einen Wahn verfallen und führt sie hinaus auf den Berg Kithairon – darunter auch Agaue, die Mutter des Königs Pentheus. Ziel von Dionysos’ Zorn ist vor allem Pentheus, der entgegen dem Rat des Sehers Teiresias und seines Großvaters Kadmos beschließt, mit Waffengewalt gegen Dionysos und die Frauen vorzugehen. Der gefesselte Dionysos und Pentheus begegnen einander, ohne dass Pentheus Dionysos als Gott erkennt. Ein Bote berichtet, die Frauen lebten mit wilden Tieren und schlügen mit Thyrsosstäben gegen die Felsen oder in den Erdboden, so dass Wein herausquelle. Als man sie gestört habe, hätten sie mit übermenschlichen Kräften alles zerstört, was ihnen in den Weg gekommen sei. Schließlich lässt sich der von dem Gott verblendete Pentheus dazu überreden, selbst als Frau verkleidet die Orgien zu beobachten. Wieder berichtet ein Bote, wie sich die beiden auf den Weg zum Kithairon gemacht hätten, wo Dionysos Pentheus sich auf einen Baumwipfel setzen ließ. Dieser Beobachtungsposten wird Pentheus zum Verhängnis: die Frauen entdecken ihn und stürzen ihn herunter. Verzweifelt versucht er, sich zu erkennen zu geben, aber auch seine Mutter erkennt ihn nicht, und gemeinsam zerreißen die Frauen ihn. Agaue kehrt mit dem Kopf ihres Sohnes, den sie immer noch für den Kopf eines erlegten Löwen hält, nach Theben zurück und erkennt erst mit Hilfe ihres Vaters Kadmos, was sie getan hat. Nun erscheint Dionysos erstmals in göttlicher Gestalt und verkündet das Schicksal der Thebaner. - Sokrates (63)
406/405: Auf der athenischen Akropolis ist in einer Inschrift aus dem Jahr 406/405 ein Patrokles von Alopeke als Wettkampfordner der Panathenäen verzeichnet. Der Text stellt diesen Patrokles wahrscheinlich mit dem von Platon genannten Halbbruder des Sokrates gleich. - Fortsetzung 405
Sparta
- König der Eurypontiden: Agis II. (427–400)
- König der Agiaden: Pausanias (2. Amtszeit 408–395)
Pausanias unterstützt wahrscheinlich die Kandidatur des Kallikratidas als Nachfolger des Lysandros im Amt des Nauarchen. Lysandros sabotiert jedoch die Stellung seines Nachfolgers, was zur Niederlage bei den Arginusen und im folgenden Jahr zur Rückkehr des Lysandros ins Kommando führt. - Fortsetzung 405
Bosporanisches Reich
Salamis
ODRYSEN
ACHÄMENIDENREICH
- Großkönig Dareios II. (423–404)
- Satrap Ariobarzanes (Kios, 420-402)
- Im babylonischen Kalender fällt der Jahresbeginn des 1. Nisannu auf den 28.–29. März; der Vollmond im Nisannu auf den 10.–11. April und der 1. Tašritu auf den 20.–21. September.
- Fortsetzung 406
KUSCH
KARTHAGO
- Schofet Hannibal Mago (411-406)
Hannibal, 65 Jahre alt, zieht mit seinem Sohn Bomilkar und seinem Neffen Himilkon nach Akragas und beginnt die Belagerung der Stadt. Doch im karthagischen Lager breitet sich die Pest aus; Hannibal stirbt zwei Wochen nach Beginn der Belagerung, sein Sohn Bomilkar wenige Tage später. Das Kommando geht auf Himilkon über. - Schofet Himilko II. (406-396)
Der karthagische Senat beauftragt Hannibal Mago mit dem Kommando über die Expedition nach Sizilien, um Hermokrates für Überfälle auf karthagische Besitzungen bei Motya und Panormus zu bestrafen. Hannibal weigert sich zunächst wegen seines Alters, akzeptiert dann aber, nachdem der Senat Himilko zu seinem Stellvertreter ernennt. Hannibal führt 60.000 Soldaten, 1000 Transporte und 120 Trieren nach Sizilien, wo Akragas und Syrakus Truppen zur Gegenwehr gesammelt haben. Im Frühjahr 406 beginnt Hannibal die Belagerung von Akragas und errichtet zwei Lager. Nach dem Fehlschlag des ersten Angriffs und dem Aufbau von Belagerungsrampen bricht eine Seuche im karthagischen Heer aus, Hannibal stirbt mit vielen seiner Soldaten. Himilko wird daraufhin zum Befehlshaber der karthagischen Streitmacht gewählt. Seine erste Aufgabe ist die Eindämmung der Seuche. Er opfert Tiere für das Meer und bringt außerdem ein Kind einem von den Griechen mit Kronos verbundenen Gott dar; danach endet die Seuche. Anschließend setzt er den Rampenbau fort und staut den Fluss Hypsas auf, um besseren Zugang zur Stadt zu erhalten. Noch bevor er die Belagerung von Akragas abschließen kann, trifft Daphaenus von Syrakus mit 35'000 sizilischen Soldaten und griechischen Truppen vom italienischen Festland ein. Die griechische Gegenoffensive unterbricht die Belagerung. Die Karthager sind bei Akragas auf Nachschub aus dem westlichen Sizilien und auf Sammeln von Vorräten angewiesen. Da es keine natürlichen Häfen in der Nähe gibt, wird die Versorgung schwierig. Daphaenus setzt Karthager mit Peltasten und Kavallerie unter Druck, und mit dem nahenden Winter verschärft sich der Mangel an Lebensmitteln. Himilko besänftigt unruhige Söldner vorübergehend mit dem Gold- und Silbergeschirr karthagischer Offiziere. Kurz vor dem Winter erfährt er von einem griechischen Getreidekonvoi, ruft 40 Trieren aus Motya und Panormus herbei und überrascht die griechische Flotte im Morgengrauen. Die Karthager versenken 8 griechische Trieren und erbeuten den gesamten Versorgungskonvoi. Danach gewinnen sie Nahrung für mehrere Monate. Die Griechen geraten nun selbst in Versorgungsnöte, weil in Akragas nicht genug Vorräte für Bevölkerung und Heer vorhanden sind. Zwietracht unter den Griechen bricht offen aus. Himilko verschärft die Lage zusätzlich, indem er einige kampanische Söldner bestechen lässt, die zu ihm überlaufen. Auch über eine Bestechung des spartanischen Feldherrn Dexippos wird geredet. Die griechische Armee zerfällt. Italienische Griechen verlassen Akragas, und bald ziehen auch andere griechische Kontingente zusammen mit der Bevölkerung nach Gela. Himilko nimmt Akragas ein, plündert die Stadt und überwintert dort mit seinem Heer. - Fortsetzung 405
INDIEN
Shishunaga
Anuradhapura
CHINA
Zeit der Streitenden Reiche
(38. (39.) Zyklus, Jahr des Holz-Schweins; am Beginn des Jahres Holz-Hund)
Jin
Qin
Zhou
Wei
- Markgraf Wen (424-396)
Das Königreich Zhongshan wird beseitigt, im fünfundzwanzigsten Regierungsjahr von Markgrafen Wen. Zuvor hat Wu Yang die Hauptstadt von Zhongshan drei Jahre lang belagert. Nach seiner Rückkehr nach Wei erhält er von Wen das Amt nicht erneut in einer wichtigen Stellung; stattdessen belohnt ihn der Herrscher mit dem Landkreis Lingshou, verwendet ihn danach aber nie wieder in einer bedeutenden Funktion. - Fortsetzung 405
Qi
Chu
JAPAN
QUELLEN
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03.06.2023 Artikel eröffnet und Grundstock erstellt
07.06.2026 Grundstock ergänzt