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*0211D: Totale Sonnenfinsternis in der Kyrenaika
*0211D: Totale Sonnenfinsternis in der Kyrenaika
*[[-136#WELTALL | Fortsetzung 136]]
*[[-136#WELTALL | Fortsetzung 136]] [[Kategorie:Weltall]]


==RÖMISCHE REPUBLIK==
==RÖMISCHE REPUBLIK==
(ab urbe condita DXXXVII = 537)
(ab urbe condita DXXXVII = 537)


*[http://de.wikipedia.org/wiki/Gnaeus_Servilius_Geminus '''Konsul Gnaeus Servilius Geminus''']
*[http://de.wikipedia.org/wiki/Gnaeus_Servilius_Geminus '''Konsul Gnaeus Servilius Geminus'''] <br />Gnaeus Servilius Geminus stammt aus dem patrizischen Geschlecht der Servilier und ist der Enkel eines Quintus Servilius; wahrscheinlich ist er der Sohn des Konsuls Publius Servilius Geminus, der 252 und 248 amtierte. 217 bekleidet Servilius ein einziges Mal das Amt des römischen Konsuls; da er Patrizier ist, erhält er als Kollegen den Plebeier Gaius Flaminius, eine politisch umstrittene Figur, die schon der frühe Historiker Quintus Fabius Pictor sehr negativ zeichnet. Zum Amtsantritt und zum ersten Vorgehen der Konsuln existieren unterschiedliche Überlieferungen von Polybios und Livius. Polybios schildert, dass beide Konsuln gemeinsam Truppen ausheben, bundesgenössische Kontingente sammeln und dann bei Frühlingsbeginn Stellung beziehen: Flaminius in Arretium (Arezzo), Servilius in Ariminum (Rimini), um von dort aus Hannibals Vorstoß zu erwarten. Livius dagegen berichtet, Flaminius reise heimlich bereits an den Iden des März nach Ariminum, lässt seine Truppen dorthin kommen und tritt das Amt dort an, um Konflikten mit dem Senat in Rom auszuweichen. Trotz des Zorns vieler Senatoren hält Flaminius an diesem Vorgehen fest und gilt bei Livius fast als jemand, der "den Göttern den Krieg erklärt". Erst danach zieht er mit seinem Heer nach Arretium, während Servilius sein Konsulat ordnungsgemäß in Rom antritt und religiöse Sühneriten leitet, um den Frevel des Flaminius gegenüber den Göttern auszugleichen. In der modernen Forschung erhält meist die Darstellung des Polybios den Vorzug, weil sie als zuverlässiger gilt. Die gemeinsame Aufgabe der Konsuln besteht darin, Italien südlich ihrer Stellungen vor Hannibals weiterem Vormarsch zu schützen. Ihre Heere stehen so, dass sie sich bei Bedarf in kurzer Zeit vereinigen können, doch Hannibal wählt eine unerwartete Route. Er zieht wohl von Bononia (später Bologna) über die Apenninen und durch die Sümpfe des Arno nach Faesulae (Fiesole) und kommt damit Flaminius näher als Servilius. In der Schlacht am Trasimenischen See fügt Hannibal dem Heer des Flaminius eine vernichtende Niederlage zu, bei der Flaminius selbst fällt. Als Servilius von Hannibals Einbruch in Etrurien hört, bricht er sofort aus Ariminum auf, um seinem Kollegen zu Hilfe zu eilen, trifft aber zu spät ein. Servilius hat 4000 Reiter unter dem Kommando des Gaius Centenius vorausgeschickt, die kurz nach der Niederlage des Flaminius von Maharbal, dem karthagischen Reiterführer, überfallen und zum großen Teil getötet oder gefangen genommen werden. Während Hannibal anschließend durch Umbrien nach Picenum zieht, sucht Servilius bewusst kein offenes Gefecht mit ihm. In Narnia (Narni) trifft Servilius auf Quintus Fabius Maximus Verrucosus, der in der Krise durch außerordentlichen Volksbeschluss zum Diktator gewählt worden ist. Servilius übergibt Fabius seine Legionen, doch dieser lässt ihm scharf ausrichten, er solle nur ohne Liktoren vor ihm erscheinen, was bedeutet, dass die Diktatur die Amtsgewalt des Konsuls aufhebt. Als Rom die Nachricht erreicht, dass eine karthagische Flotte bei Cosa Frachtschiffe mit Vorräten für das römische Heer in Spanien abgefangen hat, erhält Servilius einen neuen Auftrag. Er kehrt nach Rom zurück, übernimmt dort das Geschwader und soll nun die feindlichen Schiffe verfolgen und die Küsten Italiens sichern. Mit 120 Fünfruderern nimmt Servilius die Verfolgung der punischen Schiffe auf, die bereits bis in die Gegend von Pisae (Pisa) vorgedrungen sind. Die Karthager entkommen jedoch nach Karthago, sodass Servilius keinen entscheidenden Seesieg erringt. Servilius segelt weiter über Lilybaeum (Marsala) auf Sizilien nach Nordafrika und übt dort Druck auf die Bevölkerung der Cercina‑Inseln (Kerkenna‑Inseln) vor der tunesischen Küste aus. Er erzwingt von ihnen zehn Talente Silber als Lösegeld und wendet sich dann wieder nach Sizilien, wobei er unterwegs die kleine Vulkaninsel Kossura (Pantelleria) besetzt. Von Lilybaeum kehrt Servilius auf dem Landweg nach Italien zurück. Für den Rest des Jahres übernimmt er gemeinsam mit dem Suffektkonsul Marcus Atilius Regulus erneut das Kommando über die Landtruppen in Apulien, da die Diktatur des Fabius Maximus inzwischen beendet ist.
*[http://de.wikipedia.org/wiki/Gaius_Flaminius '''Konsul Gaius Flaminius''']
*[http://de.wikipedia.org/wiki/Gaius_Flaminius Konsul Gaius Flaminius (2. Amtszeit)] <br />Nach dem Ausbruch des Zweiten Punischen Krieges und Hannibals Marsch über die Alpen wird Flaminius nach 223 zum zweiten Mal zum Konsul gewählt. Er übernimmt sein Amt nicht in Rom, sondern bei seinen Anhängern in Ariminum und verzichtet auf die traditionellen religiösen Zeremonien, was seine Gegner später als Zeichen von Übermut und Respektlosigkeit gegenüber den Göttern auslegen. Flaminius führt sein Heer von Ariminum aus nach Süden, um Hannibal in Etrurien zu stellen und dessen Vormarsch auf Rom zu stoppen. In der Nähe des Trasimenischen Sees gerät er in einen von Hannibal sorgfältig vorbereiteten Hinterhalt; in der folgenden Schlacht am 24. Juni wird sein Heer fast vollständig vernichtet und Flaminius fällt im Kampf. Nach seinem Tod machen senatsfreundliche Traditionen Flaminius für die Niederlage verantwortlich und zeichnen ihn als übermütigen Feldherrn, der warnende Vorzeichen sowie den Willen der Götter ignoriert hat. Spätere Autoren und die moderne Forschung betonen dagegen, dass dieses negative Bild stark von seinen politischen Gegnern geprägt ist und dass Flaminius als konsequenter Vertreter plebejischer Interessen und als bedeutender Initiator von Landverteilungen, Kolonien und Infrastrukturprojekten in die römische Geschichte eingegangen ist.
*[http://de.wikipedia.org/wiki/Marcus_Atilius_Regulus_(Konsul_227_v._Chr.) '''Suffektkonsul Marcus Atilius Regulus''']
*[http://de.wikipedia.org/wiki/Marcus_Atilius_Regulus_(Konsul_227_v._Chr.) Suffektkonsul Marcus Atilius Regulus] <br />Während des Zweiten Punischen Krieges fällt der Konsul Gaius Flaminius in der Schlacht am Trasimenischen See gegen Hannibal. Daraufhin wird Marcus Atilius Regulus als Suffektkonsul nachgewählt, um den gefallenen Flaminius zu ersetzen, nachdem er schon bereits 227 Konsul gewesen ist. Noch im selben Jahr kämpft er zusammen mit Gnaeus Servilius Geminus in Apulien gegen die Truppen Hannibals.
*[http://de.wikipedia.org/wiki/Zweiter_Punischer_Krieg Zweiter Punischer Krieg (218-201)] <br />April: Der karthagische Feldherr Hannibal überquert den Apennin. <br />Auf der Iberischen Halbinsel sind die Römer unter Gnaeus Cornelius Scipio Calvus in einem Seegefecht gegen Karthager unter Hasdrubal Barkas an der Ebromündung erfolgreich. Gnaeus’ Bruder Publius Cornelius Scipio wird zu dessen Unterstützung gesandt. Gemeinsam dringen sie jenseits des Ebro vor. Sagunt wird von den Römern erobert. <br />[http://de.wikipedia.org/wiki/Schlacht_am_Trasimenischen_See '''Schlacht am Trasimenischen See'''] <br />0624D: Hannibal besiegt die Römer unter dem Konsul Gaius Flaminius in der Schlacht am Trasimenischen See (Zweiter Punischer Krieg), Flaminius fällt in der Schlacht. Da nun auch Rom unmittelbar bedroht ist, ernennt der Senat Quintus Fabius Maximus "Cunctator" zum Diktator, der auf eine Taktik des "Zermürbungskriegs" (Fabius-Strategie) setzt <br />[http://de.wikipedia.org/wiki/Schlacht_am_Ager_Falernus '''Schlacht am Ager Falernus'''] <br />Im Sommer besiegt Hannibal die Römer unter Quintus Fabius Maximus Verrucosus am Ager Falernus <br />Herbst: Hannibal durchquert Umbrien und erreicht die Adria im Gebiet der Picener. Seine geschwächten Truppen erholen sich hier, während Hannibal zugleich Schiffe mit den Nachrichten seiner bisherigen Siege nach Karthago schickt. Dann zieht er die Küste entlang nach Apulien. Fabius ist ihm auf den Fersen, vermeidet aber eine größere Schlacht, so dass Hannibal in einem Zug durch das Land der Samniten bis Telesia und Capua vordringen kann. Die Römer sind unterdessen zunehmend unzufriedener mit Fabius’ vorsichtiger Kriegsführung, sodass der Senat dessen Magister Equitum, Marcus Minucius, der auf eine Schlacht drängt, zum zweiten Diktator neben Fabius ernennt. <br />[http://de.wikipedia.org/wiki/Schlacht_von_Geronium '''Schlacht von Geronium'''] <br />Minucius befiehlt den Angriff auf das karthagische Winterquartier bei Gerunium, der aber zurückgeschlagen wird.
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Lucius_Veturius_Philo_(Konsul_220_v._Chr.) Diktator Lucius Veturius Philo] <br />Im zweiten Jahr des Zweiten Punischen Krieges wird der ehemalige Konsul Lucius Veturius Philo angeblich zum Diktator zur Durchführung der Wahlen bestimmt. Er legt dieses Amt jedoch bereits nach vierzehn Tagen wegen eines nicht näher bekannten Formfehlers bei seiner Ernennung wieder nieder. Die Überlieferung, dass er dieses Amt tatsächlich ausübt, gilt in der Forschung als wahrscheinlich unhistorisch.
*[[-216#RÖMISCHE_REPUBLIK | Fortsetzung 216]]
*[http://de.wikipedia.org/wiki/Quintus_Fabius_Maximus_Verrucosus Diktator Quintus Fabius Maximus Verrucosus (2. Amtszeit)] <br />Das Volk wählt Fabius nach 221 erneut zum Diktator, obwohl traditionell nur ein Konsul einen Diktator ernennen darf, und beruft mit Volksbeschluss auch Marcus Minucius Rufus als Magister equitum, wodurch die üblichen verfassungsrechtlichen Regeln durchbrochen werden. Fabius schöpft die Vollmachten seines Amtes vollständig aus und stößt damit auf Widerstand, insbesondere beim überlebenden Konsul Gnaeus Servilius Geminus. In Rom lässt Fabius die Stadtmauern verstärken, den Münzfuß senken, neue Truppen ausheben und eine religiöse Erneuerung einleiten, um die Götter zu besänftigen und das Vertrauen der Bevölkerung wiederherzustellen. Er konsultiert die Sibyllinischen Bücher, ordnet ein Bittfest und ein Göttermahl an, gelobt der Venus Erycina einen Tempel und verpflichtet Rom zu einer heiligen Frühlingsspende, falls der Staat in den nächsten fünf Jahren im Krieg gegen Karthago bestehen kann.
*[http://de.wikipedia.org/wiki/Marcus_Minucius_Rufus_(Konsul_221_v._Chr.) Magister equitum Marcus Minucius Rufus] <br />Während Quintus Fabius Maximus Verrucosus die Diktatur erhält, wird der ehemalige Konsul Marcus Minucius Rufus zu seinem Magister equitum gewählt, was von der üblichen Praxis abweicht, da sonst ein Konsul den Diktator und dieser seinen Reiteroberst bestimmt. Die Volkswahl ist deshalb nötig, weil der eine Konsul, Gaius Flaminius, gefallen ist und der andere, Gnaeus Servilius Geminus, von Rom abgeschnitten ist. Wahrscheinlich besitzt Minucius damit von Anfang an mehr Rechte gegenüber dem Diktator, als es normalerweise der Fall wäre. Fabius gehört einer der ältesten patrizischen Familien an, während Minucius als nahezu Homo novus seine Laufbahn beginnt und wohl rund 20 Jahre jünger ist als der etwa 60‑jährige Diktator. Mit seiner defensiven Strategie steht Fabius in klarem Gegensatz zur offensiven Kriegsführung des Minucius, der in seiner Haltung den Konsuln Gaius Flaminius und dem späteren Konsul Gaius Terentius Varro ähnelt, sodass beide Männer vermutlich auch verschiedenen politischen Gruppen im Senat angehören. Spätere Quellen wie Livius und Plutarch zeichnen die Unterschiede noch schärfer, charakterisieren Minucius deutlich negativer als Polybios und stellen ihm die überlegene Weisheit des Fabius gegenüber. Auf Befehl des Diktators stellt Minucius zunächst zwei neue Legionen auf und führt sie zum Treffpunkt in Tibur, dem heutigen Tivoli bei Rom. Fabius und Minucius verfügen nun zusammen über vier Legionen und marschieren nach Apulien, um Hannibal zu stellen. Die zögerliche, vorsichtige Kriegsführung des Fabius verärgert die Armee und besonders Minucius. Hannibal versucht, Fabius zu einer Schlacht zu zwingen, indem er fruchtbare Gebiete Kampaniens verwüstet, vor allem den weinreichen Falernergau, doch Fabius bleibt bei seiner defensiven Taktik, sodass die römischen Soldaten die Zerstörungen untätig ansehen müssen. Minucius und andere Offiziere üben scharfe Kritik an dieser defensiven Strategie. Als Fabius später ein im Grunde gut geplantes Unternehmen misslingt, bei dem die Römer Hannibal auf dem Marsch in die Winterquartiere die Beute entreißen wollen, wächst die Anfeindung gegen den Diktator weiter. Bei diesem misslungenen Überfall führt Minucius bereits selbständig einen Teil der Truppen, erhält aber den Oberbefehl über das gesamte Heer erst, als Fabius wegen religiöser Zeremonien nach Rom reisen muss. Den Befehl des Diktators, die zurückhaltende Kriegsführung beizubehalten, schlägt Minucius in den Wind. Hannibal hat sich in Gerunium, an der Grenze von Samnium und Apulien, ein befestigtes Winterlager eingerichtet und schickt große Teile seines Heeres zum Getreidesammeln in die Umgebung. Minucius gelingt es zunächst, in einem Gefecht einen nahen Hügel bei Hannibals Lager zu besetzen, während viele punische Soldaten weiterhin mit Vorratsbeschaffung beschäftigt sind. Als dadurch das Kartagerlager nur schwach gedeckt ist, befiehlt Minucius den Angriff: Die schwerbewaffnete Infanterie stößt direkt gegen das Lager vor, während die Reiterei die verstreuten Fourageure niedermacht. Hannibal kann sein Lager und die Vorratsmagazine nur mit Mühe halten, nachdem Hasdrubal ihm Verstärkungen herangeführt hat; Minucius bricht den Angriff schließlich ab, hat aber einen zumindest teilweisen Erfolg errungen. Minucius berichtet diesen Teilerfolg in stark ausgeschmückter Form nach Rom. Der aufgebauschte Sieg beeindruckt die römische Bevölkerung tief, zumal die defensive, als "unrömisch" empfundene Strategie des Fabius bereits große Unzufriedenheit erzeugt. Nach Livius und Plutarch verlangt der Volkstribun Marcus Metilius ein Plebiszit, das Minucius in seiner Machtstellung völlig dem Fabius gleichstellen soll. Auf Drängen des Gaius Terentius Varro wird dieses Plebiszit durchgeführt. Einmalig in der römischen Geschichte und der Tradition widersprechend werden Fabius und Minucius nun durch Volksbeschluss zu Diktatoren für denselben Aufgabenbereich eingesetzt, wie Polybios berichtet, dessen Darstellung durch eine 1862 gefundene Weihinschrift des Minucius bestätigt wird. Jüngere Quellen erwähnen zwar, dass der Magister equitum gleiche militärische Vollmacht erhält, bezeichnen ihn aber nicht ausdrücklich als Diktator. Durch die nun bestehende völlige Gleichberechtigung der beiden Diktatoren stellt sich die Frage, wie das aus vier Legionen bestehende Heer geführt werden soll. Fabius schlägt seinem Kollegen vor, entweder das Kommando über das Gesamtheer regelmäßig untereinander zu wechseln oder die Truppen zu teilen und getrennte Lager einzurichten; Minucius entscheidet sich für die Teilung. In der Version des Polybios macht Fabius diesen Vorschlag, während spätere Autoren die Rollen umkehren und Minucius als Urheber der Regelung darstellen, der die erste Möglichkeit ablehne. Nachdem sich die Heere getrennt haben, lässt sich Minucius rasch zu einem Gefecht verleiten. Zwischen den Lagern befindet sich ein Berg, den Hannibal als Ziel wählt, um Minucius in eine Falle zu locken. In der Nacht legt Hannibal mit über 5000 Puniern, in mehrere Abteilungen geteilt, in versteckten Höhlen und Gruben im Tal des Fortore einen Hinterhalt an. In der Morgendämmerung nimmt ein kleines punisches Detachement den Berg, worauf Minucius zunächst Reiter und Leichtbewaffnete vorschickt und, als feindliche Verstärkungen eintreffen, schließlich beide Legionen gegen den Hügel führt. Nun brechen die in Höhlen und Gruben verborgenen Karthager aus dem Hinterhalt in den Rücken der Römer, sodass deren Truppen wohl schwer geschlagen oder sogar völlig vernichtet würden. In dieser Lage erscheint Fabius rechtzeitig mit seinem Heer und rettet Minucius und dessen Soldaten. Die jüngeren Quellen beschreiben ausführlich und übersteigert sowohl die Unvorsichtigkeit des Minucius gegenüber der vorausschauenden Zurückhaltung des Fabius als auch die große Reue und Dankbarkeit, die Minucius seinem Retter zeigen soll. Er ordnet sich demnach wieder dem Oberbefehl des Fabius unter, doch widerspricht dies Polybios, nach dem beide Diktatoren erst nach der Wahl der Konsuln für 216 v. Chr. ihr Amt niederlegen. Livius berichtet außerdem, dass Gnaeus Servilius Geminus, Konsul des Jahres 217 v. Chr., das Kommando über die beiden Legionen des Minucius übernimmt, während der zum Ersatz für den gefallenen Gaius Flaminius gewählte Suffektkonsul Marcus Atilius Regulus die beiden Legionen des Fabius erhält, woraus hervorgeht, dass die Heere bis dahin getrennt bleiben. Demnach wird nur die Trennung der Heere später aufgehoben, ohne dass Minucius – entgegen der römischen Annalistik – vor Fabius als Diktator abdankt; vielmehr legen beide ihr Amt gleichzeitig nach Ablauf der Amtszeit nieder und übergeben die Truppen gemeinsam an ihre Nachfolger.
*Im Frühjahr führt der ehemalige Konsul [http://de.wikipedia.org/wiki/Marcus_Claudius_Marcellus_(Feldherr) Gnaeus Cornelius Scipio Calvus] eine römische Flotte von 55 Kriegsschiffen in die Schlacht an der Mündung des Ebro. Er greift eine karthagische Flotte von etwa 40 Schiffen überraschend an. Die Römer erringen einen vollständigen Sieg, versenken oder erbeuten 29 Schiffe und nehmen den Karthagern die Kontrolle über das Meer vor der Iberischen Halbinsel. Dieser Sieg steigert das Ansehen Roms bei den kampferprobten iberischen Stämmen und erleichtert Scipio weitere Bündnisse und Operationen an Land. In den folgenden Jahren führt Scipio mehrere Feldzüge gegen karthagische Heere und mit ihnen verbündete iberische Stämme in Hispanien. Er kämpft dabei im engen Zusammenwirken mit seinem Bruder Publius Cornelius Scipio, der zeitweise ebenfalls in Hispanien operiert. Er greift unter anderem den iberischen Führer Indibilis an, der sich auf die Seite Karthagos gestellt hat. Er verlässt bei Nacht das Lager, um der numidischen Reiterei des Masinissa auszuweichen, fällt im Morgengrauen überraschend über die Iberer her und gewinnt mit numerischer Überlegenheit die Oberhand, bis Masinissa mit Verstärkungen eintrifft. Durch solche Operationen festigt Gnaeus Cornelius Scipio Calvus die römische Stellung östlich der Iberischen Halbinsel und bindet mehrere karthagische Armeen. Damit trägt er entscheidend dazu bei, dass Hannibal in Italien nicht ausreichend Verstärkung erhält.
*[http://de.wikipedia.org/wiki/Publius_Cornelius_Scipio_Asina Interrex Publius Cornelius Scipio Asina] <br />Der ehemalige Konsul Publius Cornelius Scipio Asina übt das Amt eines Interrex aus. Sein weiteres Schicksal und Todesjahr ist unbekannt.
*[http://de.wikipedia.org/wiki/Publius_Cornelius_Scipio_(Konsul_218_v._Chr.) Prokonsul Publius Cornelius Scipio] <br />Nach den Katastrophen des Vorjahrs in Norditalien führt Publius Cornelius Scipio seinen Kampf gegen Karthago vor allem als Prokonsul in Hispanien weiter. Er schließt sich dort seinem Bruder Gnaeus Cornelius Scipio Calvus an, der bereits seit 218 gegen die karthagischen Truppen kämpft. Gemeinsam gelingt es den beiden Scipionen, die punische Herrschaft auf der Iberischen Halbinsel deutlich zu erschüttern und mehrere Erfolge gegen Karthagos Befehlshaber zu erzielen. Sie bedrängen die karthagischen Streitkräfte, schneiden ihnen Verbündete und Ressourcen ab und gewinnen zahlreiche hispanische Gemeinden für Rom.
*Im Januar kehrt der vorjährige Konsul [http://de.wikipedia.org/wiki/Tiberius_Sempronius_Longus_(Konsul_218_v._Chr.) Tiberius Sempronius Longus] nach Rom zurück. Dort leitet er die Durchführung der Konsulatswahlen, bei denen Gaius Flaminius zu seinem Nachfolger im Konsulat gewählt wird.
*[http://de.wikipedia.org/wiki/Gaius_Terentius_Varro Gaius Terentius Varro] stammt aus der plebejischen gens Terentia und ist laut den Fasti Capitolini Sohn eines Gaius Terentius und Enkel eines Marcus Terentius. In der späteren, feindseligen Überlieferung erscheint er als Sohn eines Metzgers, der selbst anfangs dieses Gewerbe ausübt und mit dem ererbten Vermögen den Eintritt in die senatorische Laufbahn anstrebt. Er macht sich beim Volk beliebt, indem er Prozesse unterstützt, die auf Vermögen und Ruf führender führender Männer zielen, und erreicht so nacheinander die Quästur, die plebejische Ädilität und die kurulische Ädilität. In einer von der Familientradition beeinflussten Erzählung veranstaltet Varro als Ädil Festspiele, bei denen bei der pompa circensis ein besonders schöner Knabe die Exuvien des Iuppiter trägt, was nach Volksglauben Junos Eifersucht und damit göttlichen Zorn gegen Varro und seine spätere Niederlage bei Cannae auslöst. 218 bekleidet Varro das Amt des Prätors und gehört damit zur engeren militärischen und politischen Führungsschicht Roms. 217 unterstützt er als einziger Magistrat den Gesetzesantrag des Volkstribunen Marcus Metilius, der den magister equitum Marcus Minucius Rufus in der Befehlsgewalt dem Diktator gleichstellen will.
*[http://de.wikipedia.org/wiki/Zweiter_Punischer_Krieg Zweiter Punischer Krieg (218-201)] <br />April: Der karthagische Feldherr Hannibal überquert den Apennin. <br />Auf der Iberischen Halbinsel sind die Römer unter Gnaeus Cornelius Scipio Calvus in einem Seegefecht gegen Karthager unter Hasdrubal Barkas an der Ebromündung erfolgreich. Gnaeus’ Bruder Publius Cornelius Scipio wird zu dessen Unterstützung gesandt. Gemeinsam dringen sie jenseits des Ebro vor. Sagunt wird von den Römern erobert. <br />[http://de.wikipedia.org/wiki/Schlacht_am_Trasimenischen_See '''Schlacht am Trasimenischen See'''] <br />0624D: Hannibal besiegt die Römer unter dem Konsul Gaius Flaminius in der Schlacht am Trasimenischen See (Zweiter Punischer Krieg), Flaminius fällt in der Schlacht. Mit vier Legionen zieht Fabius nach der Ernennung zum Diktator gegen Hannibal, befiehlt unterwegs die Räumung unbefestigter Dörfer und die Zerstörung gefährdeter Orte, um dem Feind keine Ressourcen zu lassen. In Apulien schlägt er bei Aikai sein Lager in der Nähe des punischen Heeres auf, vermeidet aber die Feldschlacht und verfolgt Hannibal aus sicherer Distanz, meist von Höhen aus. Er setzt auf Überfälle gegen kleinere feindliche Abteilungen, um Hannibals Armee langsam zu zermürben, und gilt seinen Kritikern zunächst als zu zögerlich. <br />[http://de.wikipedia.org/wiki/Schlacht_am_Ager_Falernus '''Schlacht am Ager Falernus'''] <br />Im Sommer besiegt Hannibal die Römer unter Quintus Fabius Maximus Verrucosus am Ager Falernus <br />Hannibal zieht daraufhin brandschatzend durch Samnium und Kampanien, ohne Fabius zu einem Entscheidungskampf zwingen zu können. Die italischen Bundesgenossen erleben schwerste Verwüstungen, während Hannibal sich als Befreier vom römischen Joch präsentiert und die punische Seite angeblich sogar die Güter des Fabius schont, um den Verdacht eines geheimen Einverständnisses zu erwecken. In Rom und im Heer wächst die Unzufriedenheit mit der defensiven Politik des Diktators. Im Herbst versucht Hannibal, mit der Beute Kampaniens nach Apulien in die Winterquartiere zu gelangen, doch Fabius sperrt mit der Besetzung von Casilinum das Volturnustal und lässt Minucius einen Abschnitt der Via Appia sichern. Hannibal gelingt die Flucht aus Kampanien jedoch durch die List mit den mit Fackeln versehenen Rindern bei Callicula, die die römische Besatzung aus ihrer Stellung lockt und der Nachhut der Punier einen erfolgreichen Durchbruch ermöglicht. Nach dieser Niederlage kehrt Fabius strikt zu seiner hinhaltenden Taktik zurück. Hannibal nimmt den Ort Geronium und befestigt ihn, während Fabius – durch religiöse Pflichten nach Rom gerufen – Minucius den Oberbefehl überlässt und ihm ausdrücklich defensive Kriegsführung einschärft. Minucius missachtet diese Vorgaben, erzielt einen stark überhöht dargestellten Teilerfolg und lässt damit die Kritik an Fabius weiter anwachsen. Der öffentliche Druck führt dazu, dass Minucius durch Beschluss von Senat und Volk dieselben Vollmachten wie der Diktator erhält und beide fortan formal gleichgestellt sind. Fabius bietet gemäss Polybios zwei Modelle an: gemeinsames Kommando im Wechsel oder Teilung des Heeres in zwei Lager, und Minucius entscheidet sich für die Trennung. Als dieser die Offensive sucht und in ernste Gefahr gerät, eilt Fabius ihm mit seinen Legionen zu Hilfe und rettet ihn aus einer misslichen Lage, was später zu legendenhaften Schilderungen großer Dankbarkeit des Minucius und zu der unhistorischen Bezeichnung Fabius’ als pater führt. Danach bleiben die Armeen wohl weiter geteilt, bis die Amtszeit der beiden Diktatoren endet und sie zurücktreten. <br />[http://de.wikipedia.org/wiki/Schlacht_von_Geronium '''Schlacht von Geronium'''] <br />Als Minucius die Offensive sucht und in ernste Gefahr gerät, eilt Fabius ihm mit seinen Legionen zu Hilfe und rettet ihn aus einer misslichen Lage, was später zu legendenhaften Schilderungen großer Dankbarkeit des Minucius und zu der unhistorischen Bezeichnung Fabius’ als pater führt. Danach bleiben die Armeen wohl weiter geteilt, bis die Amtszeit der beiden Diktatoren endet und sie zurücktreten.
*[[-216#RÖMISCHE_REPUBLIK | Fortsetzung 216]] [[Kategorie:Römische Republik]]


*'''218:''' Rom erklärt Karthago den Krieg. Hannibal überschreitet mit seinem Heer den Fluss Ebro, durchquert die Pyrenäen und Südfrankreich, überquert die Rhône und schließlich die Alpen. Nur ein Teil seines Heeres und wenige Elefanten erreichen Italien. Erste Gefechte in Norditalien: Sieg Hannibals bei Ticinus und Trebia gegen römische Truppen [[-216#RÖMISCHE_REPUBLIK | Fortsetzung 216]]
==ILLYRER==
*'''219:''' Hannibal belagert und zerstört Saguntum, eine mit Rom verbündete Stadt südlich des Ebro. Dies gilt als unmittelbarer Auslöser des Krieges
 
*[https://en.wikipedia.org/wiki/Pinnes_(Ardiaean) König Pinnes (231-117)] <br />Pinnes stirbt plötzlich mit nur 15 Jahren
*[https://en.wikipedia.org/wiki/Scerdilaidas König Scerdilaidas (218–206)] <br />Scerdilaidas wendet sich gegen Philipp V. von Makedonien, erobert makedonische Schiffe und greift Grenzstädte an
*[[-216#ILLYRER | Fortsetzung 216]] [[Kategorie:Illyrer]]


==GRIECHEN==
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*[https://en.wikipedia.org/wiki/Hiero_II_of_Syracuse Tyrann Hieron II. (275-215)] <br />
*[https://en.wikipedia.org/wiki/Hiero_II_of_Syracuse Tyrann Hieron II. (275-215)] <br />
*'''218:''' Beginn des Zweiten Punischen Krieges: Hieron unterstützt Rom weiterhin mit Nachschub und Truppen [[-215#GRIECHEN | Fortsetzung 215]]
*'''233:''' [https://en.wikipedia.org/wiki/Deidamia_II_of_Epirus Königin Deidamia II. von Epirus (234-233)]
*'''234:''' [https://en.wikipedia.org/wiki/Pyrrhus_III_of_Epirus '''König Pyrrhus III. von Epirus (234)''']
*'''234:''' [https://en.wikipedia.org/wiki/Ptolemy_of_Epirus König Ptolemaios von Epirus (237-234)]
*'''um 235:''' Bau des monumentalen Altars von Hieron II. in Syrakus (größter bekannter Altar der Antike)
*'''237:''' [https://en.wikipedia.org/wiki/Pyrrhus_II_of_Epirus König Pyrrhus II. von Epirus (255–237)]
*'''241:''' Ende des Ersten Punischen Krieges: Hieron bleibt loyaler Verbündeter Roms und sichert Syrakus Wohlstand und Unabhängigkeit
*'''255:''' [https://en.wikipedia.org/wiki/Alexander_II_of_Epirus '''König Alexander II. von Epirus (272-255)''']
*'''263:''' Nach Niederlage gegen Rom schließt Hieron einen Vertrag mit Rom, bleibt König über den Südosten Siziliens und die Ostküste bis Tauromenion (Taormina)
*'''264:''' Hieron II.:Angriff auf die Mamertiner in Messana; Beginn der Verwicklungen mit Rom und Karthago, die zum Ersten Punischen Krieg führen
*'''269:''' Hieron wird offiziell zum König von Syrakus erhoben
*'''270:''' Nach dem Sieg über die Mamertiner bei Mylae wird Hieron nun offiziell zum Tyrannen von Syrakus ausgerufen
*'''272:''' [https://en.wikipedia.org/wiki/Pyrrhus_of_Epirus König Pyrrhus von Epirus (Epirus 2. Amtszeit 297–272)]
*'''276:''' [https://en.wikipedia.org/wiki/Pyrrhus_of_Epirus Tyrann Pyrrhus von Epirus (Syrakus 278–276]
*'''275:''' Nach dem Abzug von Pyrrhos wird Hieron von den syrakusanischen Truppen zum Feldherrn gewählt. Er übernimmt durch einen Staatsstreich die Macht in Syrakus und wird zum „strategos autokrator“ (Oberbefehlshaber mit außerordentlichen Vollmachten) ernannt, was faktisch die Errichtung einer Tyrannis bedeutet.
*'''297:''' [https://en.wikipedia.org/wiki/Neoptolemus_II_of_Epirus König Neoptolemus II. von Epirus (2. Amtszeit 302–297)]
*'''302:''' [https://en.wikipedia.org/wiki/Pyrrhus_of_Epirus König Pyrrhus von Epirus (Epirus 307–302 1. Amtszeit)]
*'''um 306:''' Geburt von Hieron II. in Syrakus
*'''313:''' [https://en.wikipedia.org/wiki/Neoptolemus_II_of_Epirus König Neoptolemus II. von Epirus (2. Amtszeit 1. Amtszeit 317-313)]


'''Illyrien'''
'''Illyrien'''


*[https://en.wikipedia.org/wiki/Scerdilaidas König Scerdilaidas (218–206)] <br />Scerdilaidas wendet sich gegen Philipp V. von Makedonien, erobert makedonische Schiffe und greift Grenzstädte an
*[[-216#GRIECHEN | Fortsetzung 216]]


*'''218:''' Scerdilaidas wird König der Ardiaei (offizieller Regierungsantritt) [[-217#GRIECHEN | Fortsetzung 217]]
*[[-216#GRIECHEN | Fortsetzung 216]] [[Kategorie:Illyrien]]
*'''219:''' Der künftige König Scerdilaidas wird von Philipp V. von Makedonien als Söldner angeworben, wechselt aber bald die Seiten, als die Aetoler ihm versprochene Beute verweigern
*'''220:''' Der künftige König Scerdilaidas unternimmt gemeinsam mit Demetrius von Pharos einen Seezug südlich von Lissus mit 90 Schiffen und beteiligt sich an Überfällen auf die Peloponnes und später an Aktionen mit den Aetolern gegen Achaea
*'''229:''' Nach der Niederlage Teutas gegen Rom und deren Flucht wird Scerdilaidas Herrscher über Teile des Ardiaei-Reiches, zunächst ohne Königstitel (diesen erhält er erst im Jahr 218)
*'''231–228:''' Unter Königin Teuta (Regentin für Pinnes) wird Scerdilaidas (wahrscheinlich Bruder oder Cousin von König Agron der Ardiaei) als erfolgreicher Feldherr bekannt. Er führt Truppen nach Epirus und nimmt an der Eroberung von Phoenice teil


'''Makedonien'''
'''Makedonien'''


*[http://de.wikipedia.org/wiki/Philipp_V._(Makedonien) König Philipp V. (221–179)] <br />Philipp V. rückt im südlichen Thessalien vor; die Einnahme von Melitaia scheitert, dagegen kann er das phthiotische Theben erobern. Er schließt in Naupaktos Frieden mit dem Aitolischen Bund und beginnt auf Anraten des Demetrios von Pharos mit dem Bau einer gegen Rom gerichteten Flotte.
*[http://de.wikipedia.org/wiki/Philipp_V._(Makedonien) König Philipp V. (221–179)] <br />
*[[-215#GRIECHEN | Fortsetzung 215]]
*[http://de.wikipedia.org/wiki/Bundesgenossenkrieg_(Hellenismus) Bundesgenossenkrieg (220-217)] <br />Philipp V. rückt im südlichen Thessalien vor; die Einnahme von Melitaia scheitert, dagegen kann er das phthiotische Theben erobern. Er schließt in Naupaktos Frieden mit dem Aitolischen Bund und beginnt auf Anraten des Demetrios von Pharos mit dem Bau einer gegen Rom gerichteten Flotte.
 
*[[-215#GRIECHEN | Fortsetzung 215]] [[Kategorie:Makedonien]]
*'''220–217:''' Bundesgenossenkrieg (Sozialkrieg): Philipp verteidigt erfolgreich die makedonische Hegemonie in Griechenland gegen verschiedene griechische Mittelmächte [[-217#GRIECHEN | Fortsetzung 217]]
*'''221:''' Philipp V. wird nach dem Tod seines Stiefvaters und Großonkels Antigonos III. Doson König von Makedonien
*'''221:''' [http://de.wikipedia.org/wiki/Antigonos_III._Doson König Antigonos III. Doson (229–221)]
*'''238:''' Geburt Philipps V. aus dem Haus der Antigoniden, Sohn von Demetrios II. und Chryseis
*'''272:''' [https://en.wikipedia.org/wiki/Pyrrhus_of_Epirus König Pyrrhus (Makedonien 2. Amtszeit 274–272)]
*'''285:''' [https://en.wikipedia.org/wiki/Pyrrhus_of_Epirus König Pyrrhus von Epirus (Makedonien 1. Amtszeit 288–285)]


'''Achaiischer Bund'''
'''Achaiischer Bund'''
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*[http://de.wikipedia.org/wiki/Agesipolis_III. König Agesipolis III. (219–215)] <br />
*[http://de.wikipedia.org/wiki/Agesipolis_III. König Agesipolis III. (219–215)] <br />
*[http://de.wikipedia.org/wiki/Lykurgos_(K%C3%B6nig_von_Sparta) König Lykurgos (219-211)] <br />Lykurgos wird von den neuen Ephoren aus seinem Exil zurückberufen. Gemeinsam mit dem Aitolischen Bund unternimmt er einen erneuten, erfolglosen Angriff auf Messenien. Der Krieg endet mit dem Frieden von Naupaktos im Sommer.  
*[http://de.wikipedia.org/wiki/Lykurgos_(K%C3%B6nig_von_Sparta) König Lykurgos (219-211)] <br />Lykurgos wird von den neuen Ephoren aus seinem Exil zurückberufen. Gemeinsam mit dem Aitolischen Bund unternimmt er einen erneuten, erfolglosen Angriff auf Messenien. Der Krieg endet mit dem Frieden von Naupaktos im Sommer.  
*[[-215#GRIECHEN | Fortsetzung 215]]
*[[-215#GRIECHEN | Fortsetzung 215]] [[Kategorie:Sparta]]


*'''218:''' Nach einem Putschversuch des Chilon, der die Ephoren ermordet, muss Lykurgos kurzzeitig aus Sparta fliehen. Lykurgos kehrt zurück, erobert Tegea, scheitert aber bei einem Angriff auf Messenien. Laconia wird von makedonischen Truppen überrannt. Lykurgos wird von den Ephoren verurteilt und flieht ins Exil nach Aitolien [[-217#GRIECHEN | Fortsetzung 217]]
'''Bosporanisches Reich'''
*'''219:''' Nach dreijähriger königsloser Zeit werden Agesipolis III. (Agiaden, noch minderjährig) und Lykurgos (Eurypontiden, Herkunft unbekannt) zu Königen gewählt. Da Agesipolis noch ein Kind ist, übernimmt sein Onkel Kleomenes die Vormundschaft. Lykurgos wird im Rahmen eines antimakedonischen Putsches auf den Thron gehoben. Sparta verbündet sich mit dem Aitolischen Bund und erklärt den Achäischen Bund den Krieg. Lykurgos fällt in benachbarte Gebiete (Ostvorsporn des Parnon, später Argolis) ein, wird aber zurückgedrängt und erleidet Rückschläge. - Winter 219/218: Die von Lykurgos besetzte Festung Athenaeum wird von makedonischen Truppen zurückerobert
 
*'''Winter 220/219:''' Der Tod des Exilkönigs Kleomenes III. in Alexandria wird bekannt. Sparta befindet sich unter makedonischer Besatzung
*[http://fr.wikipedia.org/wiki/Hygiainon König Hygiaenon (um 220-200)] <br />
*'''222:''' [http://de.wikipedia.org/wiki/Kleomenes_III. König Kleomenes III. (235-222)] Nach der Flucht und späteren Gefangenschaft von Kleomenes III. bleibt der spartanische Thron vorübergehend unbesetzt [http://de.wikipedia.org/wiki/Eukleidas_(Sparta) König Eukleidas (227-222)]


'''Pergamon'''
'''Pergamon'''


*[http://de.wikipedia.org/wiki/Attalos_I. König Attalos I. (241–197)] <br />
*[http://de.wikipedia.org/wiki/Attalos_I. König Attalos I. (241–197)] <br />
*'''ca. 223–221:''' Seleukos III. und später Achaios versuchen, die verlorenen Gebiete zurückzugewinnen. Achaios kann Pergamon nicht einnehmen, wird aber später von Antiochos III. besiegt und hingerichtet. Pergamon bleibt unabhängig, verliert jedoch die meisten territorialen Zugewinne wieder an die SeleukidenAttalos wendet sich nach Westen und schließt ein Bündnis mit dem Ätolischen Bund in Griechenland [[-215#GRIECHEN | Fortsetzung 215]]
*'''ca. 238–228:''' Kämpfe gegen die Galater und den Seleukiden Antiochos Hierax, der sich mit den Galatern verbündet hatte. Attalos siegt in mehreren Schlachten, zuletzt 228 v. Chr. in Karien, und gewinnt große Teile Kleinasiens nördlich des Taurusgebirges
*'''ca. 240:''' Attalos I. erringt einen entscheidenden Sieg über die Galater (keltische Stämme in Kleinasien), verweigert als erster Herrscher Pergamons den Tributzahlungen und nimmt daraufhin den Königstitel sowie den Beinamen „Soter“ („Retter“) an.
*'''241:''' Tod von Eumenes I.; Attalos I. übernimmt im Alter von etwa 28 Jahren die Herrschaft über Pergamon. Errichtung von Siegesdenkmälern in Pergamon, darunter wahrscheinlich die Statue des Sterbenden Galliers
*'''269:''' Geburt des Attalos I.


'''Pontos'''
'''Pontos'''


*[http://de.wikipedia.org/wiki/Mithridates_III._(Pontos) König Mithridates III. (220–185)]
*[http://de.wikipedia.org/wiki/Mithridates_III._(Pontos) König Mithridates III. (220–185)]
*'''220:''' Mithridates III. ist der vierte König von Pontos. Seine Existenz und Regierungszeit sind in den klassischen literarischen Quellen nicht direkt belegt, sondern werden erst aus numismatischen Funden und Hinweisen bei Plutarch und Appian erschlossen. Er ist der erste König von Pontos, der Münzen mit seinem eigenen Bildnis prägen lässt. Es ist unklar, ob er oder bereits sein Vorgänger einen erfolglosen Versuch zur Einnahme der Stadt Sinope unterommen hat (um 220). Die genaue Datierung seiner Herrschaft schwankt in der Forschung zwischen 220–185 und 210–190. [[-185#GRIECHEN | Fortsetzung 185]]
*'''220:''' [http://de.wikipedia.org/wiki/Mithridates_II._(Pontos) König König Mithridates II. (256/250–220)]


'''Bithynien'''
'''Bithynien'''


*[http://de.wikipedia.org/wiki/Prusias_I. König Prusias I. (228–182)] <br />
*[http://de.wikipedia.org/wiki/Prusias_I. König Prusias I. (228–182)] <br />
*'''220:''' Krieg gegen Byzantion; Eroberung und später Rückgabe asiatischer Gebiete [[-216#GRIECHEN | Fortsetzung 216]]
*'''227:''' Unterstützung für Rhodos nach einem Erdbeben
*'''228:''' Thronbesteigung als Nachfolger seines Vaters Ziaela; im Verlauf seiner Regierung heiratet er Apame III., die Tochter von Demetrios II. von Makedonien und festigt damit die Allianz mit Makedonien.
*'''228:''' [http://de.wikipedia.org/wiki/Ziaelas König Ziaelas (254–228)]


'''Kappadokien'''
'''Kappadokien'''
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*[http://de.wikipedia.org/wiki/Antiochos_III. König Antiochos III. (223–187)] <br />
*[http://de.wikipedia.org/wiki/Antiochos_III. König Antiochos III. (223–187)] <br />
*[http://de.wikipedia.org/wiki/Achaios_der_J%C3%BCngere König (Usurpator) Achaios (220-214/213)] <br />
*[http://de.wikipedia.org/wiki/Vierter_Syrischer_Krieg Vierter Syrischer Krieg (219-217)] <br />[http://de.wikipedia.org/wiki/Schlacht_bei_Raphia '''Schlacht bei Raphia'''] <br />0618D: Antiochos III. erleidet in der Schlacht bei Raphia eine vernichtende Niederlage gegen die Ägypter unter Ptolemaios IV. Damit wird sein Angriff auf Ägypten abgewehrt, wenig später beenden beide Parteien den Vierten Syrischen Krieg durch den Friedensschluss von Antiochia am Orontes, wobei weitgehend der Besitzstand zu Beginn des Krieges wiederhergestellt wird.
*[http://de.wikipedia.org/wiki/Vierter_Syrischer_Krieg Vierter Syrischer Krieg (219-217)] <br />[http://de.wikipedia.org/wiki/Schlacht_bei_Raphia '''Schlacht bei Raphia'''] <br />0618D: Antiochos III. erleidet in der Schlacht bei Raphia eine vernichtende Niederlage gegen die Ägypter unter Ptolemaios IV. Damit wird sein Angriff auf Ägypten abgewehrt, wenig später beenden beide Parteien den Vierten Syrischen Krieg durch den Friedensschluss von Antiochia am Orontes, wobei weitgehend der Besitzstand zu Beginn des Krieges wiederhergestellt wird.
*[[-213#GRIECHEN | Fortsetzung 213]]
*[[-216#GRIECHEN | Fortsetzung 216]] [[Kategorie:Seleukidenreich]]
 
*'''ca. 218–217:''' Geburt von Seleukos IV. Philopator, Sohn des Antiochos III. und der Laodike von Pontos [[-217#GRIECHEN | Fortsetzung 217]]
*'''222–220:''' Niederschlagung der Revolte der Satrapen Molon (Media) und Alexander (Persis)
*'''223:''' Thronbesteigung von Antiochos III. nach der Ermordung seines Bruders Seleukos III.
*'''223:''' [http://de.wikipedia.org/wiki/Seleukos_III. König Seleukos III. (226–223)]
*'''242:''' Geburt des Antiochos III., Sohn von Seleukos II. Kallinikos


'''Griechisch-Baktrisches Königreich'''
'''Griechisch-Baktrisches Königreich'''


*[http://de.wikipedia.org/wiki/Euthydemos_I. König Euthydemos I. (235–200)] <br />
*[http://de.wikipedia.org/wiki/Euthydemos_I. König Euthydemos I. (235–200)] <br />
*'''235:''' Euthydemos I. stammte ursprünglich aus Magnesia, wobei die genaue Herkunftsstadt unklar bleibt. um 235 stürzte Euthydemos I. den vorherigen König Diodotos II. und begründete die Dynastie der Euthydemiden im griechisch-baktrischen Königreich. Euthydemos I. regierte von etwa 235 bis 200 v. Chr. über Baktrien. Während seiner Herrschaft war Baktrien ein bedeutendes hellenistisches Königreich mit einer makedonisch-griechischen Oberschicht [[-209#GRIECHEN | Fortsetzung 209]]


'''Ägypten'''
'''Ägypten'''
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*Vierter Syrischer Krieg: 0613D: Entscheidender Sieg der ptolemäischen Armee in der Schlacht von Raphia:, darunter erstmals viele einheimische Ägypter. - Friedensschluss im Oktober: die Seleukiden behalten Seleucia, Ptolemaios behält Palästina und Phönizien. Nach dem Sieg von Raphia wachsen Selbstbewusstsein und Unruhe unter den ägyptischen Soldaten und im Land.  
*Vierter Syrischer Krieg: 0613D: Entscheidender Sieg der ptolemäischen Armee in der Schlacht von Raphia:, darunter erstmals viele einheimische Ägypter. - Friedensschluss im Oktober: die Seleukiden behalten Seleucia, Ptolemaios behält Palästina und Phönizien. Nach dem Sieg von Raphia wachsen Selbstbewusstsein und Unruhe unter den ägyptischen Soldaten und im Land.  
*Alexandria wird von einem Erdbeben erschüttert.
*Alexandria wird von einem Erdbeben erschüttert.
*[[-212#GRIECHEN | Fortsetzung 212]]
*[[-212#GRIECHEN | Fortsetzung 212]] [[Kategorie:Aegypten]]
 
*'''220:''' Heirat von Ptolemaios IV. mit seiner Schwester Arsinoë III. [[-217#GRIECHEN | Fortsetzung 217]]
*'''221:''' Thronbesteigung (nach dem Tod seines Vaters Ptolemaios III.). Zu Beginn seiner Herrschaft werden unter Beteiligung seiner Minister zahlreiche Verwandte, darunter seine Mutter Berenike II., ermordet
*'''Mai/Juni 244:''' Geburt von Ptolemaios IV. (oder laut anderen Quellen um 245/240 v. Chr.)


==IBERIA==
==IBERIA==
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==PARTHERREICH==
==PARTHERREICH==


*[http://de.wikipedia.org/wiki/Arsakes_I. Großkönig Arsakes I. (247–217)] <br />Tod von Arsakes I.; Nachfolge durch seinen Sohn Arsakes II.
*[http://de.wikipedia.org/wiki/Arsakes_I. Großkönig Arsakes I. (238–217)] <br />Tod von Arsakes I.; Nachfolge durch seinen Sohn Arsakes II.
*[http://de.wikipedia.org/wiki/Arsakes_II. '''Großkönig Arsakes II. (217–185)'''] <br />
*[http://de.wikipedia.org/wiki/Arsakes_II. '''Großkönig Arsakes II. (217–185)'''] <br />
*[[-209#PARTHERREICH | Fortsetzung 209]]
*[[-209#PARTHERREICH | Fortsetzung 209]] [[Kategorie:Partherreich]]
 
*'''um 230:''' Abschluss von Verträgen mit dem baktrischen König Diodotos II., Ausbau der Infrastruktur und Gründung neuer Städte wie Dara [[-217#PARTHERREICH | Fortsetzung 217]]
*'''um 238:''' Arsakes und sein Bruder Tiridates besiegen Andragoras, übernehmen Parthien. - kurz nach 238: Eroberung und Eingliederung von Hyrkanien in das Reich. - ab 238: Konsolidierung der Herrschaft, Abwehr von Rückeroberungsversuchen der Seleukiden und Angriffen des Griechisch-Baktrischen Königreichs
*'''um 245:''' Der seleukidische Satrap Andragoras erklärt Parthien für unabhängig vom Seleukidenreich
*'''um 247:''' Arsakes wird in Asaak zum König gekrönt – Beginn der arsakidischen Zeitrechnung
*'''um 250:''' Die Parni unter Führung von Arsakes dringen in die Provinz Parthien ein
 
==MASSYLIER==
 
*'''238:''' Geburt von Massinissa als Sohn des Massyler-Fürsten Gaia [[-213#MASSYLIER | Fortsetzung 213]]


==MASSÄSYLIER==
==MASSÄSYLIER==


*[http://de.wikipedia.org/wiki/Syphax König Syphax (220-203)] <br />
*[http://de.wikipedia.org/wiki/Syphax König Syphax (220-203)] <br />
*'''ab 218:''' Beginn des Zweiten Punischen Krieges; Syphax bleibt zunächst neutral
*'''220:''' Syphax wird König der Massäsylier (Westnumidien) mit Sitz in Cirta


==INDIEN==
==INDIEN==
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*[https://en.wikipedia.org/wiki/Samprati König Samprati (224–215)] <br />
*[https://en.wikipedia.org/wiki/Samprati König Samprati (224–215)] <br />
*'''224:''' Samprati wird nach dem Tod seines Cousins Dasharatha Maurya Kaiser des Maurya-Reiches. Sein Herrschaftsgebiet umfasst vor allem Nord- und Westindien, darunter Pataliputra und Ujjain. Während der Herrschaft ist Samprati bekannt für seine intensive Förderung des Jainismus. Er lässt zahlreiche Jain-Tempel errichten und unterstützt die Verbreitung des Jainismus in Indien. Nach dem Zerfall des Reiches unter Dasharatha gelingt es Samprati, einige abtrünnige Provinzen (z. B. Saurashtra, Maharashtra, Andhra, Mysore) zeitweise zurückzugewinnen. [[-215#INDIEN | Fortsetzung 215]]
*'''224:''' [https://en.wikipedia.org/wiki/Dasharatha_Maurya König Dasharatha Maurya (232-224)]


'''Anuradhapura'''
'''Anuradhapura'''


*[https://en.wikipedia.org/wiki/Sena_and_Guttika Könige Sena and Guttika (237-215)]
*[https://en.wikipedia.org/wiki/Sena_and_Guttika Könige Sena and Guttika (237-215)]
*'''um 235:''' Geburt Ellalans im Chola-Königreich (Südindien) [[-215#INDIEN | Fortsetzung 215]]
*'''237:''' Sena und Guttika, zwei tamilische Pferdehändler aus Südindien, töten Suratissa und übernehmen die Herrschaft über das Königreich Anuradhapura.
*'''237:''' [https://en.wikipedia.org/wiki/Suratissa König Suratissa (247-237)]


==XIONGNU==
==XIONGNU==


*[https://en.wikipedia.org/wiki/Touman Chanyu Touman (220–209)] <br />
*[https://en.wikipedia.org/wiki/Touman Chanyu Touman (220–209)] <br />
*'''um 220:''' Touman wird Chanyu der Xiongnu – Beginn seiner Herrschaft als erster namentlich bekannter Anführer der Xiongnu [[-215#XIONGNU | Fortsetzung 215]]


==CHINA==
==CHINA==
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'''Qin-Dynastie'''
'''Qin-Dynastie'''


*[https://de.wikipedia.org/wiki/Qin_Shihuangdi Kaiser Qin Shihuangdi (247-210)] <br />  
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Qin_Shihuangdi Kaiser Qin Shihuangdi (221-210)] <br />  
 
*'''219–214:''' Zhao Tuo nimmt an der Eroberung der Baiyue-Völker (Guangdong, Guangxi, Nordvietnam) als General der Qin teil [[-214#CHINA | Fortsetzung 214]]
*'''220–210:''' Qin Shihuangdi: Fünf große Inspektionsreisen durch das Reich, um die Umsetzung seiner Politik zu überwachen
*'''221:''' Eroberung von Qi; Vereinigung Chinas unter Qin; Ying Zheng erklärt sich zum „Ersten Erhabenen Gottkaiser“ (Qin Shihuangdi) und begründet das chinesische Kaiserreich. - 221–210: Herrschaft als Kaiser; Einführung weitreichender Reformen: Abschaffung des Lehnswesens, Einteilung des Reiches in 36 Bezirke, Vereinheitlichung von Schrift, Maßen, Gewichten und Währung, Bau von Straßen, Kanälen und Verteidigungsanlagen (Vorläufer der Großen Mauer)
*'''222:''' Ying Zheng (der spätere Kaiser Qin Shihuangdi): Eroberung von Yan
*'''222:''' Der Staat Zhao wird von Qin erobert; Zhao Tuo tritt in den Dienst der Qin
*'''223:''' Ying Zheng (der spätere Kaiser Qin Shihuangdi): Eroberung von Chu
*'''225:''' Ying Zheng (der spätere Kaiser Qin Shihuangdi): Eroberung von Wei
*'''228:''' Ying Zheng (der spätere Kaiser Qin Shihuangdi): Eroberung von Zhao
*'''230:''' Ying Zheng (der spätere Kaiser Qin Shihuangdi): Beginn der Feldzüge gegen die rivalisierenden Reiche mit der Eroberung von Han
*'''230:''' Geburt von Ying Huhai, dem späteren Kaiser Qin Er Shi
*'''246:''' Ying Zheng (der spätere Kaiser Qin Shihuangdi): Offizieller Beginn seiner Regentschaft (nach manchen Quellen)
*'''247:''' Ying Zheng (der spätere Kaiser Qin Shihuangdi) besteigt als 13-Jähriger den Thron des Feudalstaates Qin


==JAPAN==
==JAPAN==


*[http://de.wikipedia.org/wiki/K%C5%8Drei Tennō Kōrei (290–215)] <br />
*[http://de.wikipedia.org/wiki/K%C5%8Drei Tennō Kōrei (290–215)] <br />
*'''290:''' Kōrei wird nach dem Tod seines Vaters Kaiser Kōan zum Kaiser ernannt. Die Thronbesteigung wird traditionell auf das Jahr 290 v. Chr. datiert. Im ersten Jahr seiner Herrschaft wird die Hauptstadt nach Kuroda verlegt, wo er im Palast von Ihodo residiert. Kōrei sHauptfrau ist Kuwashi Hime, mit der er unter anderem den späteren Kaiser Kōgen hat. Weitere Kinder stammten von verschiedenen Nebenfrauen. Die Existenz und die lange Regierungszeit von Kaiser Kōrei gelten als legendär. Es gibt keine archäologischen Belege aus seiner Zeit, und die Überlieferungen sind vor allem genealogischer Natur. Kōrei wird als erster Kaiser der Yayoi-Zeit angesehen, einer Periode, die durch Migrationen vom asiatischen Festland und neue Kulturtechniken geprägt ist. [[-215#JAPAN | Fortsetzung 215]]
*[http://de.wikipedia.org/wiki/K%C5%8Dan_(Tenn%C5%8D) Tennō Kōan (392-291)]


==QUELLEN==
==QUELLEN==

Aktuelle Version vom 19. Januar 2026, 14:28 Uhr

-220 | -219 | -218 | -217 | -216 | -215 | -214

WELTALL

RÖMISCHE REPUBLIK

(ab urbe condita DXXXVII = 537)

  • Konsul Gnaeus Servilius Geminus
    Gnaeus Servilius Geminus stammt aus dem patrizischen Geschlecht der Servilier und ist der Enkel eines Quintus Servilius; wahrscheinlich ist er der Sohn des Konsuls Publius Servilius Geminus, der 252 und 248 amtierte. 217 bekleidet Servilius ein einziges Mal das Amt des römischen Konsuls; da er Patrizier ist, erhält er als Kollegen den Plebeier Gaius Flaminius, eine politisch umstrittene Figur, die schon der frühe Historiker Quintus Fabius Pictor sehr negativ zeichnet. Zum Amtsantritt und zum ersten Vorgehen der Konsuln existieren unterschiedliche Überlieferungen von Polybios und Livius. Polybios schildert, dass beide Konsuln gemeinsam Truppen ausheben, bundesgenössische Kontingente sammeln und dann bei Frühlingsbeginn Stellung beziehen: Flaminius in Arretium (Arezzo), Servilius in Ariminum (Rimini), um von dort aus Hannibals Vorstoß zu erwarten. Livius dagegen berichtet, Flaminius reise heimlich bereits an den Iden des März nach Ariminum, lässt seine Truppen dorthin kommen und tritt das Amt dort an, um Konflikten mit dem Senat in Rom auszuweichen. Trotz des Zorns vieler Senatoren hält Flaminius an diesem Vorgehen fest und gilt bei Livius fast als jemand, der "den Göttern den Krieg erklärt". Erst danach zieht er mit seinem Heer nach Arretium, während Servilius sein Konsulat ordnungsgemäß in Rom antritt und religiöse Sühneriten leitet, um den Frevel des Flaminius gegenüber den Göttern auszugleichen. In der modernen Forschung erhält meist die Darstellung des Polybios den Vorzug, weil sie als zuverlässiger gilt. Die gemeinsame Aufgabe der Konsuln besteht darin, Italien südlich ihrer Stellungen vor Hannibals weiterem Vormarsch zu schützen. Ihre Heere stehen so, dass sie sich bei Bedarf in kurzer Zeit vereinigen können, doch Hannibal wählt eine unerwartete Route. Er zieht wohl von Bononia (später Bologna) über die Apenninen und durch die Sümpfe des Arno nach Faesulae (Fiesole) und kommt damit Flaminius näher als Servilius. In der Schlacht am Trasimenischen See fügt Hannibal dem Heer des Flaminius eine vernichtende Niederlage zu, bei der Flaminius selbst fällt. Als Servilius von Hannibals Einbruch in Etrurien hört, bricht er sofort aus Ariminum auf, um seinem Kollegen zu Hilfe zu eilen, trifft aber zu spät ein. Servilius hat 4000 Reiter unter dem Kommando des Gaius Centenius vorausgeschickt, die kurz nach der Niederlage des Flaminius von Maharbal, dem karthagischen Reiterführer, überfallen und zum großen Teil getötet oder gefangen genommen werden. Während Hannibal anschließend durch Umbrien nach Picenum zieht, sucht Servilius bewusst kein offenes Gefecht mit ihm. In Narnia (Narni) trifft Servilius auf Quintus Fabius Maximus Verrucosus, der in der Krise durch außerordentlichen Volksbeschluss zum Diktator gewählt worden ist. Servilius übergibt Fabius seine Legionen, doch dieser lässt ihm scharf ausrichten, er solle nur ohne Liktoren vor ihm erscheinen, was bedeutet, dass die Diktatur die Amtsgewalt des Konsuls aufhebt. Als Rom die Nachricht erreicht, dass eine karthagische Flotte bei Cosa Frachtschiffe mit Vorräten für das römische Heer in Spanien abgefangen hat, erhält Servilius einen neuen Auftrag. Er kehrt nach Rom zurück, übernimmt dort das Geschwader und soll nun die feindlichen Schiffe verfolgen und die Küsten Italiens sichern. Mit 120 Fünfruderern nimmt Servilius die Verfolgung der punischen Schiffe auf, die bereits bis in die Gegend von Pisae (Pisa) vorgedrungen sind. Die Karthager entkommen jedoch nach Karthago, sodass Servilius keinen entscheidenden Seesieg erringt. Servilius segelt weiter über Lilybaeum (Marsala) auf Sizilien nach Nordafrika und übt dort Druck auf die Bevölkerung der Cercina‑Inseln (Kerkenna‑Inseln) vor der tunesischen Küste aus. Er erzwingt von ihnen zehn Talente Silber als Lösegeld und wendet sich dann wieder nach Sizilien, wobei er unterwegs die kleine Vulkaninsel Kossura (Pantelleria) besetzt. Von Lilybaeum kehrt Servilius auf dem Landweg nach Italien zurück. Für den Rest des Jahres übernimmt er gemeinsam mit dem Suffektkonsul Marcus Atilius Regulus erneut das Kommando über die Landtruppen in Apulien, da die Diktatur des Fabius Maximus inzwischen beendet ist.
  • Konsul Gaius Flaminius (2. Amtszeit)
    Nach dem Ausbruch des Zweiten Punischen Krieges und Hannibals Marsch über die Alpen wird Flaminius nach 223 zum zweiten Mal zum Konsul gewählt. Er übernimmt sein Amt nicht in Rom, sondern bei seinen Anhängern in Ariminum und verzichtet auf die traditionellen religiösen Zeremonien, was seine Gegner später als Zeichen von Übermut und Respektlosigkeit gegenüber den Göttern auslegen. Flaminius führt sein Heer von Ariminum aus nach Süden, um Hannibal in Etrurien zu stellen und dessen Vormarsch auf Rom zu stoppen. In der Nähe des Trasimenischen Sees gerät er in einen von Hannibal sorgfältig vorbereiteten Hinterhalt; in der folgenden Schlacht am 24. Juni wird sein Heer fast vollständig vernichtet und Flaminius fällt im Kampf. Nach seinem Tod machen senatsfreundliche Traditionen Flaminius für die Niederlage verantwortlich und zeichnen ihn als übermütigen Feldherrn, der warnende Vorzeichen sowie den Willen der Götter ignoriert hat. Spätere Autoren und die moderne Forschung betonen dagegen, dass dieses negative Bild stark von seinen politischen Gegnern geprägt ist und dass Flaminius als konsequenter Vertreter plebejischer Interessen und als bedeutender Initiator von Landverteilungen, Kolonien und Infrastrukturprojekten in die römische Geschichte eingegangen ist.
  • Suffektkonsul Marcus Atilius Regulus
    Während des Zweiten Punischen Krieges fällt der Konsul Gaius Flaminius in der Schlacht am Trasimenischen See gegen Hannibal. Daraufhin wird Marcus Atilius Regulus als Suffektkonsul nachgewählt, um den gefallenen Flaminius zu ersetzen, nachdem er schon bereits 227 Konsul gewesen ist. Noch im selben Jahr kämpft er zusammen mit Gnaeus Servilius Geminus in Apulien gegen die Truppen Hannibals.
  • Diktator Lucius Veturius Philo
    Im zweiten Jahr des Zweiten Punischen Krieges wird der ehemalige Konsul Lucius Veturius Philo angeblich zum Diktator zur Durchführung der Wahlen bestimmt. Er legt dieses Amt jedoch bereits nach vierzehn Tagen wegen eines nicht näher bekannten Formfehlers bei seiner Ernennung wieder nieder. Die Überlieferung, dass er dieses Amt tatsächlich ausübt, gilt in der Forschung als wahrscheinlich unhistorisch.
  • Diktator Quintus Fabius Maximus Verrucosus (2. Amtszeit)
    Das Volk wählt Fabius nach 221 erneut zum Diktator, obwohl traditionell nur ein Konsul einen Diktator ernennen darf, und beruft mit Volksbeschluss auch Marcus Minucius Rufus als Magister equitum, wodurch die üblichen verfassungsrechtlichen Regeln durchbrochen werden. Fabius schöpft die Vollmachten seines Amtes vollständig aus und stößt damit auf Widerstand, insbesondere beim überlebenden Konsul Gnaeus Servilius Geminus. In Rom lässt Fabius die Stadtmauern verstärken, den Münzfuß senken, neue Truppen ausheben und eine religiöse Erneuerung einleiten, um die Götter zu besänftigen und das Vertrauen der Bevölkerung wiederherzustellen. Er konsultiert die Sibyllinischen Bücher, ordnet ein Bittfest und ein Göttermahl an, gelobt der Venus Erycina einen Tempel und verpflichtet Rom zu einer heiligen Frühlingsspende, falls der Staat in den nächsten fünf Jahren im Krieg gegen Karthago bestehen kann.
  • Magister equitum Marcus Minucius Rufus
    Während Quintus Fabius Maximus Verrucosus die Diktatur erhält, wird der ehemalige Konsul Marcus Minucius Rufus zu seinem Magister equitum gewählt, was von der üblichen Praxis abweicht, da sonst ein Konsul den Diktator und dieser seinen Reiteroberst bestimmt. Die Volkswahl ist deshalb nötig, weil der eine Konsul, Gaius Flaminius, gefallen ist und der andere, Gnaeus Servilius Geminus, von Rom abgeschnitten ist. Wahrscheinlich besitzt Minucius damit von Anfang an mehr Rechte gegenüber dem Diktator, als es normalerweise der Fall wäre. Fabius gehört einer der ältesten patrizischen Familien an, während Minucius als nahezu Homo novus seine Laufbahn beginnt und wohl rund 20 Jahre jünger ist als der etwa 60‑jährige Diktator. Mit seiner defensiven Strategie steht Fabius in klarem Gegensatz zur offensiven Kriegsführung des Minucius, der in seiner Haltung den Konsuln Gaius Flaminius und dem späteren Konsul Gaius Terentius Varro ähnelt, sodass beide Männer vermutlich auch verschiedenen politischen Gruppen im Senat angehören. Spätere Quellen wie Livius und Plutarch zeichnen die Unterschiede noch schärfer, charakterisieren Minucius deutlich negativer als Polybios und stellen ihm die überlegene Weisheit des Fabius gegenüber. Auf Befehl des Diktators stellt Minucius zunächst zwei neue Legionen auf und führt sie zum Treffpunkt in Tibur, dem heutigen Tivoli bei Rom. Fabius und Minucius verfügen nun zusammen über vier Legionen und marschieren nach Apulien, um Hannibal zu stellen. Die zögerliche, vorsichtige Kriegsführung des Fabius verärgert die Armee und besonders Minucius. Hannibal versucht, Fabius zu einer Schlacht zu zwingen, indem er fruchtbare Gebiete Kampaniens verwüstet, vor allem den weinreichen Falernergau, doch Fabius bleibt bei seiner defensiven Taktik, sodass die römischen Soldaten die Zerstörungen untätig ansehen müssen. Minucius und andere Offiziere üben scharfe Kritik an dieser defensiven Strategie. Als Fabius später ein im Grunde gut geplantes Unternehmen misslingt, bei dem die Römer Hannibal auf dem Marsch in die Winterquartiere die Beute entreißen wollen, wächst die Anfeindung gegen den Diktator weiter. Bei diesem misslungenen Überfall führt Minucius bereits selbständig einen Teil der Truppen, erhält aber den Oberbefehl über das gesamte Heer erst, als Fabius wegen religiöser Zeremonien nach Rom reisen muss. Den Befehl des Diktators, die zurückhaltende Kriegsführung beizubehalten, schlägt Minucius in den Wind. Hannibal hat sich in Gerunium, an der Grenze von Samnium und Apulien, ein befestigtes Winterlager eingerichtet und schickt große Teile seines Heeres zum Getreidesammeln in die Umgebung. Minucius gelingt es zunächst, in einem Gefecht einen nahen Hügel bei Hannibals Lager zu besetzen, während viele punische Soldaten weiterhin mit Vorratsbeschaffung beschäftigt sind. Als dadurch das Kartagerlager nur schwach gedeckt ist, befiehlt Minucius den Angriff: Die schwerbewaffnete Infanterie stößt direkt gegen das Lager vor, während die Reiterei die verstreuten Fourageure niedermacht. Hannibal kann sein Lager und die Vorratsmagazine nur mit Mühe halten, nachdem Hasdrubal ihm Verstärkungen herangeführt hat; Minucius bricht den Angriff schließlich ab, hat aber einen zumindest teilweisen Erfolg errungen. Minucius berichtet diesen Teilerfolg in stark ausgeschmückter Form nach Rom. Der aufgebauschte Sieg beeindruckt die römische Bevölkerung tief, zumal die defensive, als "unrömisch" empfundene Strategie des Fabius bereits große Unzufriedenheit erzeugt. Nach Livius und Plutarch verlangt der Volkstribun Marcus Metilius ein Plebiszit, das Minucius in seiner Machtstellung völlig dem Fabius gleichstellen soll. Auf Drängen des Gaius Terentius Varro wird dieses Plebiszit durchgeführt. Einmalig in der römischen Geschichte und der Tradition widersprechend werden Fabius und Minucius nun durch Volksbeschluss zu Diktatoren für denselben Aufgabenbereich eingesetzt, wie Polybios berichtet, dessen Darstellung durch eine 1862 gefundene Weihinschrift des Minucius bestätigt wird. Jüngere Quellen erwähnen zwar, dass der Magister equitum gleiche militärische Vollmacht erhält, bezeichnen ihn aber nicht ausdrücklich als Diktator. Durch die nun bestehende völlige Gleichberechtigung der beiden Diktatoren stellt sich die Frage, wie das aus vier Legionen bestehende Heer geführt werden soll. Fabius schlägt seinem Kollegen vor, entweder das Kommando über das Gesamtheer regelmäßig untereinander zu wechseln oder die Truppen zu teilen und getrennte Lager einzurichten; Minucius entscheidet sich für die Teilung. In der Version des Polybios macht Fabius diesen Vorschlag, während spätere Autoren die Rollen umkehren und Minucius als Urheber der Regelung darstellen, der die erste Möglichkeit ablehne. Nachdem sich die Heere getrennt haben, lässt sich Minucius rasch zu einem Gefecht verleiten. Zwischen den Lagern befindet sich ein Berg, den Hannibal als Ziel wählt, um Minucius in eine Falle zu locken. In der Nacht legt Hannibal mit über 5000 Puniern, in mehrere Abteilungen geteilt, in versteckten Höhlen und Gruben im Tal des Fortore einen Hinterhalt an. In der Morgendämmerung nimmt ein kleines punisches Detachement den Berg, worauf Minucius zunächst Reiter und Leichtbewaffnete vorschickt und, als feindliche Verstärkungen eintreffen, schließlich beide Legionen gegen den Hügel führt. Nun brechen die in Höhlen und Gruben verborgenen Karthager aus dem Hinterhalt in den Rücken der Römer, sodass deren Truppen wohl schwer geschlagen oder sogar völlig vernichtet würden. In dieser Lage erscheint Fabius rechtzeitig mit seinem Heer und rettet Minucius und dessen Soldaten. Die jüngeren Quellen beschreiben ausführlich und übersteigert sowohl die Unvorsichtigkeit des Minucius gegenüber der vorausschauenden Zurückhaltung des Fabius als auch die große Reue und Dankbarkeit, die Minucius seinem Retter zeigen soll. Er ordnet sich demnach wieder dem Oberbefehl des Fabius unter, doch widerspricht dies Polybios, nach dem beide Diktatoren erst nach der Wahl der Konsuln für 216 v. Chr. ihr Amt niederlegen. Livius berichtet außerdem, dass Gnaeus Servilius Geminus, Konsul des Jahres 217 v. Chr., das Kommando über die beiden Legionen des Minucius übernimmt, während der zum Ersatz für den gefallenen Gaius Flaminius gewählte Suffektkonsul Marcus Atilius Regulus die beiden Legionen des Fabius erhält, woraus hervorgeht, dass die Heere bis dahin getrennt bleiben. Demnach wird nur die Trennung der Heere später aufgehoben, ohne dass Minucius – entgegen der römischen Annalistik – vor Fabius als Diktator abdankt; vielmehr legen beide ihr Amt gleichzeitig nach Ablauf der Amtszeit nieder und übergeben die Truppen gemeinsam an ihre Nachfolger.
  • Im Frühjahr führt der ehemalige Konsul Gnaeus Cornelius Scipio Calvus eine römische Flotte von 55 Kriegsschiffen in die Schlacht an der Mündung des Ebro. Er greift eine karthagische Flotte von etwa 40 Schiffen überraschend an. Die Römer erringen einen vollständigen Sieg, versenken oder erbeuten 29 Schiffe und nehmen den Karthagern die Kontrolle über das Meer vor der Iberischen Halbinsel. Dieser Sieg steigert das Ansehen Roms bei den kampferprobten iberischen Stämmen und erleichtert Scipio weitere Bündnisse und Operationen an Land. In den folgenden Jahren führt Scipio mehrere Feldzüge gegen karthagische Heere und mit ihnen verbündete iberische Stämme in Hispanien. Er kämpft dabei im engen Zusammenwirken mit seinem Bruder Publius Cornelius Scipio, der zeitweise ebenfalls in Hispanien operiert. Er greift unter anderem den iberischen Führer Indibilis an, der sich auf die Seite Karthagos gestellt hat. Er verlässt bei Nacht das Lager, um der numidischen Reiterei des Masinissa auszuweichen, fällt im Morgengrauen überraschend über die Iberer her und gewinnt mit numerischer Überlegenheit die Oberhand, bis Masinissa mit Verstärkungen eintrifft. Durch solche Operationen festigt Gnaeus Cornelius Scipio Calvus die römische Stellung östlich der Iberischen Halbinsel und bindet mehrere karthagische Armeen. Damit trägt er entscheidend dazu bei, dass Hannibal in Italien nicht ausreichend Verstärkung erhält.
  • Interrex Publius Cornelius Scipio Asina
    Der ehemalige Konsul Publius Cornelius Scipio Asina übt das Amt eines Interrex aus. Sein weiteres Schicksal und Todesjahr ist unbekannt.
  • Prokonsul Publius Cornelius Scipio
    Nach den Katastrophen des Vorjahrs in Norditalien führt Publius Cornelius Scipio seinen Kampf gegen Karthago vor allem als Prokonsul in Hispanien weiter. Er schließt sich dort seinem Bruder Gnaeus Cornelius Scipio Calvus an, der bereits seit 218 gegen die karthagischen Truppen kämpft. Gemeinsam gelingt es den beiden Scipionen, die punische Herrschaft auf der Iberischen Halbinsel deutlich zu erschüttern und mehrere Erfolge gegen Karthagos Befehlshaber zu erzielen. Sie bedrängen die karthagischen Streitkräfte, schneiden ihnen Verbündete und Ressourcen ab und gewinnen zahlreiche hispanische Gemeinden für Rom.
  • Im Januar kehrt der vorjährige Konsul Tiberius Sempronius Longus nach Rom zurück. Dort leitet er die Durchführung der Konsulatswahlen, bei denen Gaius Flaminius zu seinem Nachfolger im Konsulat gewählt wird.
  • Gaius Terentius Varro stammt aus der plebejischen gens Terentia und ist laut den Fasti Capitolini Sohn eines Gaius Terentius und Enkel eines Marcus Terentius. In der späteren, feindseligen Überlieferung erscheint er als Sohn eines Metzgers, der selbst anfangs dieses Gewerbe ausübt und mit dem ererbten Vermögen den Eintritt in die senatorische Laufbahn anstrebt. Er macht sich beim Volk beliebt, indem er Prozesse unterstützt, die auf Vermögen und Ruf führender führender Männer zielen, und erreicht so nacheinander die Quästur, die plebejische Ädilität und die kurulische Ädilität. In einer von der Familientradition beeinflussten Erzählung veranstaltet Varro als Ädil Festspiele, bei denen bei der pompa circensis ein besonders schöner Knabe die Exuvien des Iuppiter trägt, was nach Volksglauben Junos Eifersucht und damit göttlichen Zorn gegen Varro und seine spätere Niederlage bei Cannae auslöst. 218 bekleidet Varro das Amt des Prätors und gehört damit zur engeren militärischen und politischen Führungsschicht Roms. 217 unterstützt er als einziger Magistrat den Gesetzesantrag des Volkstribunen Marcus Metilius, der den magister equitum Marcus Minucius Rufus in der Befehlsgewalt dem Diktator gleichstellen will.
  • Zweiter Punischer Krieg (218-201)
    April: Der karthagische Feldherr Hannibal überquert den Apennin.
    Auf der Iberischen Halbinsel sind die Römer unter Gnaeus Cornelius Scipio Calvus in einem Seegefecht gegen Karthager unter Hasdrubal Barkas an der Ebromündung erfolgreich. Gnaeus’ Bruder Publius Cornelius Scipio wird zu dessen Unterstützung gesandt. Gemeinsam dringen sie jenseits des Ebro vor. Sagunt wird von den Römern erobert.
    Schlacht am Trasimenischen See
    0624D: Hannibal besiegt die Römer unter dem Konsul Gaius Flaminius in der Schlacht am Trasimenischen See (Zweiter Punischer Krieg), Flaminius fällt in der Schlacht. Mit vier Legionen zieht Fabius nach der Ernennung zum Diktator gegen Hannibal, befiehlt unterwegs die Räumung unbefestigter Dörfer und die Zerstörung gefährdeter Orte, um dem Feind keine Ressourcen zu lassen. In Apulien schlägt er bei Aikai sein Lager in der Nähe des punischen Heeres auf, vermeidet aber die Feldschlacht und verfolgt Hannibal aus sicherer Distanz, meist von Höhen aus. Er setzt auf Überfälle gegen kleinere feindliche Abteilungen, um Hannibals Armee langsam zu zermürben, und gilt seinen Kritikern zunächst als zu zögerlich.
    Schlacht am Ager Falernus
    Im Sommer besiegt Hannibal die Römer unter Quintus Fabius Maximus Verrucosus am Ager Falernus
    Hannibal zieht daraufhin brandschatzend durch Samnium und Kampanien, ohne Fabius zu einem Entscheidungskampf zwingen zu können. Die italischen Bundesgenossen erleben schwerste Verwüstungen, während Hannibal sich als Befreier vom römischen Joch präsentiert und die punische Seite angeblich sogar die Güter des Fabius schont, um den Verdacht eines geheimen Einverständnisses zu erwecken. In Rom und im Heer wächst die Unzufriedenheit mit der defensiven Politik des Diktators. Im Herbst versucht Hannibal, mit der Beute Kampaniens nach Apulien in die Winterquartiere zu gelangen, doch Fabius sperrt mit der Besetzung von Casilinum das Volturnustal und lässt Minucius einen Abschnitt der Via Appia sichern. Hannibal gelingt die Flucht aus Kampanien jedoch durch die List mit den mit Fackeln versehenen Rindern bei Callicula, die die römische Besatzung aus ihrer Stellung lockt und der Nachhut der Punier einen erfolgreichen Durchbruch ermöglicht. Nach dieser Niederlage kehrt Fabius strikt zu seiner hinhaltenden Taktik zurück. Hannibal nimmt den Ort Geronium und befestigt ihn, während Fabius – durch religiöse Pflichten nach Rom gerufen – Minucius den Oberbefehl überlässt und ihm ausdrücklich defensive Kriegsführung einschärft. Minucius missachtet diese Vorgaben, erzielt einen stark überhöht dargestellten Teilerfolg und lässt damit die Kritik an Fabius weiter anwachsen. Der öffentliche Druck führt dazu, dass Minucius durch Beschluss von Senat und Volk dieselben Vollmachten wie der Diktator erhält und beide fortan formal gleichgestellt sind. Fabius bietet gemäss Polybios zwei Modelle an: gemeinsames Kommando im Wechsel oder Teilung des Heeres in zwei Lager, und Minucius entscheidet sich für die Trennung. Als dieser die Offensive sucht und in ernste Gefahr gerät, eilt Fabius ihm mit seinen Legionen zu Hilfe und rettet ihn aus einer misslichen Lage, was später zu legendenhaften Schilderungen großer Dankbarkeit des Minucius und zu der unhistorischen Bezeichnung Fabius’ als pater führt. Danach bleiben die Armeen wohl weiter geteilt, bis die Amtszeit der beiden Diktatoren endet und sie zurücktreten.
    Schlacht von Geronium
    Als Minucius die Offensive sucht und in ernste Gefahr gerät, eilt Fabius ihm mit seinen Legionen zu Hilfe und rettet ihn aus einer misslichen Lage, was später zu legendenhaften Schilderungen großer Dankbarkeit des Minucius und zu der unhistorischen Bezeichnung Fabius’ als pater führt. Danach bleiben die Armeen wohl weiter geteilt, bis die Amtszeit der beiden Diktatoren endet und sie zurücktreten.
  • Fortsetzung 216

ILLYRER

GRIECHEN

(3./4. Jahr der 140. Olympiade)

Syrakus

Illyrien


Makedonien

Achaiischer Bund

  • Einfall der Aitolier in das Gebiet des Achaiischen Bundes.

Sparta

Bosporanisches Reich

Pergamon

Pontos

Bithynien

Kappadokien

Seleukidenreich

Griechisch-Baktrisches Königreich

Ägypten

  • König Ptolemaios IV. (221-204)
  • Königin Arsinoë III. (220–204)
  • Vierter Syrischer Krieg: 0613D: Entscheidender Sieg der ptolemäischen Armee in der Schlacht von Raphia:, darunter erstmals viele einheimische Ägypter. - Friedensschluss im Oktober: die Seleukiden behalten Seleucia, Ptolemaios behält Palästina und Phönizien. Nach dem Sieg von Raphia wachsen Selbstbewusstsein und Unruhe unter den ägyptischen Soldaten und im Land.
  • Alexandria wird von einem Erdbeben erschüttert.
  • Fortsetzung 212

IBERIA

PARTHERREICH

MASSÄSYLIER

INDIEN

Maurya-Reich

Anuradhapura

XIONGNU

CHINA

(41/42. Zyklus - Jahr des Holz-Affen; am Beginn des Jahres Wasser-Schaf)

Qin-Dynastie

JAPAN

QUELLEN

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06.12.2023 Artikel eröffnet und Grundstock erstellt

09.07.2025 Grundstock ergänzt

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