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*[http://de.wikipedia.org/wiki/Sonnenfinsternis_vom_11._April_369_v._Chr. '''Sonnenfinsternis'''] <br />0411D: Am 11. April ereignet sich eine ringförmige Sonnenfinsternis, die im Gebiet von Babylon sichtbar ist. In den frühen Morgenstunden geht die Sonne gegen 5:45 Uhr Ortszeit auf, und schon kurz danach beginnt sich der Mond vor die Sonnenscheibe zu schieben. Die Bedeckung nimmt weiter zu, bis gegen 6:38 Uhr die maximale Verfinsterung erreicht ist und die Sonne als leuchtender Ring erscheint. Etwa eine Stunde später, um ungefähr 7:38 Uhr, wandert der Mond vollständig aus der Sonnenscheibe heraus. Gleichzeitig stehen auch andere Himmelskörper in bestimmten Sternbildern, die für die Deutung wichtig sind: Der Planet Jupiter befindet sich im Sternbild Löwe, was die spätere Identifizierung des Königs und der Regierungsjahre ermöglicht. Diese Himmelskonstellation ist nicht beliebig, sondern in dieser Form nur in einem begrenzten Zeitraum realisierbar, weshalb sie als astronomischer "Fingerabdruck" des Datums funktioniert. In Babylon beobachtet ein Schreiber die Finsternis und hält sie auf Keilschrifttafeln fest, die später im British Museum unter den Signaturen BM 37097 und BM 37211 katalogisiert werden. Er vermerkt, dass es sich um das 35. Regierungsjahr des achämenidischen Königs Artaxerxes handelt und datiert das Geschehen in den zwölften Monat Addaru des babylonischen Kalenders. In der Notiz erwähnt er den Verlauf der Sonnenfinsternis und fügt ergänzende astronomische Angaben an, darunter, dass Jupiter zur Zeit der Finsternis im Sternbild Löwe steht. Der Schreiber beschränkt sich nicht nur auf das Finsternisereignis selbst, sondern notiert auch weitere Beobachtungen, etwa Wasserstände des Flusses, die er in Ellen und Fingerbreiten angibt. Zudem verweist er auf einen Zeitpunkt am siebten Tag des ersten Monats Nisannu im 36. Regierungsjahr desselben Königs, was eine Verbindung über zwei aufeinanderfolgende Jahre herstellt. Die Tafeln sind allerdings nur bruchstückhaft erhalten, so dass Teile des Textes fehlen und der konkrete Wortlaut in mehreren Passagen nicht mehr rekonstruierbar ist. Zunächst ist unklar, ob der genannte König Artaxerxes I. oder Artaxerxes II. ist, weil beide mehr als 36 Jahre regieren, und die Fragmente keine vollständig erhaltene Königstitulatur bieten. Durch den Abgleich der im Text genannten Konstellation (Jupiter im Löwen) mit rückgerechneten Planetenständen kann gezeigt werden, dass die beschriebene Finsternis nur in die Regierungszeit von Artaxerxes II. passt. Unter Artaxerxes I. wäre eine entsprechende Jupiterstellung seit dem neunten Monat seines 35. Regierungsjahres für mehrere Jahre nicht möglich, womit diese Zuordnung ausscheidet. Parallel gleichen Forscher die im Text datierte Finsternis mit astronomischen Rückrechnungen und anderen historischen Finsternissen ab, um die Zeitdifferenz zwischen historischen Angaben und modernen Berechnungen (ΔT) zu bestimmen. Aus der Kombination von Finsternisverlauf, Sichtbarkeit in Babylon, Planetenstellung und Kalenderangaben ergibt sich, dass das erste Regierungsjahr von Artaxerxes II. mit dem ersten Nisannu im April 404 beginnt. Damit dient die Sonnenfinsternis vom 11. April 369 als präziser chronologischer Ankerpunkt für die Regierungszeit des Königs und für die Justierung der Erdrotationsparameter in der historischen Astronomie.
*[http://de.wikipedia.org/wiki/Sonnenfinsternis_vom_11._April_369_v._Chr. '''Sonnenfinsternis'''] <br />0411D: Am 11. April ereignet sich eine ringförmige Sonnenfinsternis, die im Gebiet von Babylon sichtbar ist. In den frühen Morgenstunden geht die Sonne gegen 5:45 Uhr Ortszeit auf, und schon kurz danach beginnt sich der Mond vor die Sonnenscheibe zu schieben. Die Bedeckung nimmt weiter zu, bis gegen 6:38 Uhr die maximale Verfinsterung erreicht ist und die Sonne als leuchtender Ring erscheint. Etwa eine Stunde später, um ungefähr 7:38 Uhr, wandert der Mond vollständig aus der Sonnenscheibe heraus. Gleichzeitig stehen auch andere Himmelskörper in bestimmten Sternbildern, die für die Deutung wichtig sind: Der Planet Jupiter befindet sich im Sternbild Löwe, was die spätere Identifizierung des Königs und der Regierungsjahre ermöglicht. Diese Himmelskonstellation ist nicht beliebig, sondern in dieser Form nur in einem begrenzten Zeitraum realisierbar, weshalb sie als astronomischer "Fingerabdruck" des Datums funktioniert. In Babylon beobachtet ein Schreiber die Finsternis und hält sie auf Keilschrifttafeln fest, die später im British Museum unter den Signaturen BM 37097 und BM 37211 katalogisiert werden. Er vermerkt, dass es sich um das 35. Regierungsjahr des achämenidischen Königs Artaxerxes handelt und datiert das Geschehen in den zwölften Monat Addaru des babylonischen Kalenders. In der Notiz erwähnt er den Verlauf der Sonnenfinsternis und fügt ergänzende astronomische Angaben an, darunter, dass Jupiter zur Zeit der Finsternis im Sternbild Löwe steht. Der Schreiber beschränkt sich nicht nur auf das Finsternisereignis selbst, sondern notiert auch weitere Beobachtungen, etwa Wasserstände des Flusses, die er in Ellen und Fingerbreiten angibt. Zudem verweist er auf einen Zeitpunkt am siebten Tag des ersten Monats Nisannu im 36. Regierungsjahr desselben Königs, was eine Verbindung über zwei aufeinanderfolgende Jahre herstellt. Die Tafeln sind allerdings nur bruchstückhaft erhalten, so dass Teile des Textes fehlen und der konkrete Wortlaut in mehreren Passagen nicht mehr rekonstruierbar ist. Zunächst ist unklar, ob der genannte König Artaxerxes I. oder Artaxerxes II. ist, weil beide mehr als 36 Jahre regieren, und die Fragmente keine vollständig erhaltene Königstitulatur bieten. Durch den Abgleich der im Text genannten Konstellation (Jupiter im Löwen) mit rückgerechneten Planetenständen kann gezeigt werden, dass die beschriebene Finsternis nur in die Regierungszeit von Artaxerxes II. passt. Unter Artaxerxes I. wäre eine entsprechende Jupiterstellung seit dem neunten Monat seines 35. Regierungsjahres für mehrere Jahre nicht möglich, womit diese Zuordnung ausscheidet. Parallel gleichen Forscher die im Text datierte Finsternis mit astronomischen Rückrechnungen und anderen historischen Finsternissen ab, um die Zeitdifferenz zwischen historischen Angaben und modernen Berechnungen (ΔT) zu bestimmen. Aus der Kombination von Finsternisverlauf, Sichtbarkeit in Babylon, Planetenstellung und Kalenderangaben ergibt sich, dass das erste Regierungsjahr von Artaxerxes II. mit dem ersten Nisannu im April 404 beginnt. Damit dient die Sonnenfinsternis vom 11. April 369 als präziser chronologischer Ankerpunkt für die Regierungszeit des Königs und für die Justierung der Erdrotationsparameter in der historischen Astronomie.
*[[-367#WELTALL | Fortsetzung 367]]
*[[-367#WELTALL | Fortsetzung 367]] [[Kategorie:Weltall]]
 
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==GERMANEN==
 
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==KELTEN==
 
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==RÖMISCHE REPUBLIK==
==RÖMISCHE REPUBLIK==
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*Quintus Servilius Fidenas, Aulus Cornelius Cossus, Quintus Quinctius Cincinnatus, Gaius Veturius Crassus Cicurinus, Marcus Cornelius Maluginensis und Marcus Fabius Ambustus werden römische Militärtribunen.
*Quintus Servilius Fidenas, Aulus Cornelius Cossus, Quintus Quinctius Cincinnatus, Gaius Veturius Crassus Cicurinus, Marcus Cornelius Maluginensis und Marcus Fabius Ambustus werden römische Militärtribunen.
*Die Auseinandersetzungen um die Gesetzesvorschläge flammen erneut auf, wobei vor allem die Bestimmung, dass ein Konsul künftig Plebeier sein muss, heftig umstritten ist. Die patrizischen Gegner führen Verfahrens‑ und Machtmittel ins Feld, um diese Öffnung des höchsten Amtes zu verhindern, während [http://de.wikipedia.org/wiki/Lucius_Sextius_Lateranus Lucius Sextius Lateranus] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Gaius_Licinius_Stolo Gaius Licinius Calvus Stolo] versuchen, die Volksversammlung zur geschlossenen Annahme ihres Pakets zu bewegen.
*Die Auseinandersetzungen um die Gesetzesvorschläge flammen erneut auf, wobei vor allem die Bestimmung, dass ein Konsul künftig Plebeier sein muss, heftig umstritten ist. Die patrizischen Gegner führen Verfahrens‑ und Machtmittel ins Feld, um diese Öffnung des höchsten Amtes zu verhindern, während [http://de.wikipedia.org/wiki/Lucius_Sextius_Lateranus Lucius Sextius Lateranus] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Gaius_Licinius_Stolo Gaius Licinius Calvus Stolo] versuchen, die Volksversammlung zur geschlossenen Annahme ihres Pakets zu bewegen.
*[[-368#RÖMISCHE_REPUBLIK | Fortsetzung 368]]
*[[-368#RÖMISCHE_REPUBLIK | Fortsetzung 368]] [[Kategorie:Römische Republik]]
 
*'''370:''' [http://de.wikipedia.org/wiki/Servius_Sulpicius_Praetextatus Konsulartribun Servius Sulpicius Praetextatus (3. Amtszeit)] Im Jahr 370 v. Chr. übernimmt Servius Sulpicius Praetextatus zum dritten Mal das Amt eines Konsulartribunen und bestätigt damit seine herausragende Stellung innerhalb der römischen Führungsschicht. Fragmente der Fasti Capitolini, die für dieses Jahr erhalten sind, sprechen ausdrücklich von einer dritten Amtsperiode eines Sulpicius, der mit Praetextatus identifiziert wird. Auch hier nennen Livius und Diodor ihn lediglich Servius Sulpicius, doch im Zusammenhang mit den Fasti wird deutlich, dass die Tradition ihm eine erneute Amtsführung in diesem höchsten Kollegialamt zuschreibt. Die wiederholte Berufung an die Spitze des Staates zeigt, dass Praetextatus sowohl politisch als auch militärisch als verlässlich und erfahren gilt. Damit gehört er zu den bedeutenden patrizischen Amtsträgern, die die römische Politik in diesen Jahrzehnten prägen.
*'''370:''' Im Jahr 370 v. Chr. erlauben [http://de.wikipedia.org/wiki/Lucius_Sextius_Lateranus Lucius Sextius Lateranus] und Gaius Licinius Stolo ausnahmsweise wieder die Wahl von Konsulartribunen, weil Rom ein Heer gegen die Stadt Velitrae aufstellen muss. Der außenpolitische Druck zwingt sie, ihre Blockadepolitik vorübergehend zu lockern, doch sie halten an ihrem Gesetzesprogramm fest und werben weiter um die Unterstützung der Plebs.
*[[-369#RÖMISCHE_REPUBLIK | Fortsetzung 369]]
*'''375:''' [http://de.wikipedia.org/wiki/Lucius_Sextius_Lateranus Lucius Sextius Lateranus] wird zusammen mit Gaius Licinius Stolo zum Volkstribun gewählt, und beide beginnen sofort damit, eine Reihe von Gesetzen vorzuschlagen, die später als Licinisch‑Sextische Gesetze bekannt sind. Sie zielen darauf, die Schuldenlast armer Bürger zu begrenzen, die Nutzung des öffentlichen Landes zu regulieren und den Plebejern den Zugang zum Konsulat zu eröffnen. Die patrizische Oberschicht sperrt sich gegen diese Vorlagen und verhindert zunächst, dass die vorgeschlagenen Gesetze überhaupt im Senat und in den Versammlungen ernsthaft beraten werden. Daraufhin nutzen Sextius und Licinius ihr tribunizisches Vetorecht und blockieren über mehrere Jahre hinweg die Wahl der militärischen Tribunen mit konsularischer Gewalt, um die Patrizier unter Druck zu setzen. Sie lassen sich jedes Jahr erneut zum Volkstribun wählen, sodass sie ihr Amt insgesamt zehn Jahre in Folge ausüben und so einen dauerhaften Hebel gegen die patrizische Führung behalten.
*'''376:''' [http://de.wikipedia.org/wiki/Servius_Sulpicius_Praetextatus Konsulartribun Servius Sulpicius Praetextatus (2. Amtszeit)]  Im Jahr 376 v. Chr. übt Servius Sulpicius Praetextatus erneut das Amt eines Konsulartribunen aus und setzt damit seine politische Karriere im höchsten Führungskreis der Republik fort. Die Fasti Capitolini schreiben ihm für dieses Jahr eine zweite Amtszeit als Konsulartribun zu und zählen ihn damit wiederum zu den maßgeblichen Trägern der Staatsgewalt. Die antiken Annalisten Titus Livius und Diodor nennen den Konsulartribunen dieser Jahre nur mit Praenomen und Gentilnamen als Servius Sulpicius, ohne das Cognomen Praetextatus, behandeln ihn aber als dieselbe Person, die mehrfach dieses Amt bekleidet. Konkrete militärische oder innenpolitische Taten für das Jahr 376 v. Chr. sind im erhaltenen Text nicht ausführlich überliefert, doch deutet die wiederholte Wahl zum Konsulartribun auf anhaltendes Vertrauen in seine Fähigkeiten und seinen Einfluss hin. So steht Praetextatus auch 376 v. Chr. als erfahrener patrizischer Magistrat im Zentrum der römischen Politik.
*'''376:''' [http://de.wikipedia.org/wiki/Gaius_Licinius_Stolo Gaius Licinius Calvus Stolo] stammt aus einer plebejischen Familie und heiratet die jüngere Tochter des Patriziers Marcus Fabius Ambustus, was ihm eine einflussreiche Verbindung zur patrizischen Oberschicht verschafft und seine politische Laufbahn entscheidend erleichtert. 376 wird Licinius Stolo zusammen mit Lucius Sextius Lateranus zum Volkstribun gewählt, wobei ihn die Unterstützung seines Schwiegervaters Fabius begünstigt. Als Tribunen legen Licinius und Sextius ein Paket von Gesetzesvorschlägen vor, das die Lage der Plebejer verbessern soll: Sie wollen bei den Schulden die bereits gezahlten Zinsen vom Kapital abziehen, die Rückzahlung der Restschuld über drei Jahre strecken und das nexum abschaffen, also das Recht des Gläubigers, einen zahlungsunfähigen Schuldner in Ketten zu legen und als Sklaven zu verkaufen. Zugleich schlagen sie vor, den Zugriff der Patrizier auf das neugewonnene Staatsland einzuschränken, indem niemand mehr als 500 Iugera des ager publicus innehaben darf, und sie verlangen die Wiederherstellung des Konsulats anstelle des militärtribunizischen Kollegiums, wobei unter den beiden Konsuln künftig mindestens ein Plebejer sein muss. Die patrizische Führungsschicht verhindert zunächst die Volksabstimmung über diese Gesetze, indem sie andere Volkstribunen, die ihr nahestehen, deren Veto einlegen lässt. Darauf nutzen Licinius Stolo und Sextius ihrerseits ihr Tribunenveto, um alle übrigen Wahlen außer denen der Volkstribunen zu blockieren, sodass keine anderen Magistrate gewählt werden können. Die beiden werden Jahr für Jahr erneut zu Volkstribunen gewählt und halten ihre Blockadepolitik konsequent aufrecht; nach der Darstellung des Livius kann über mehrere Jahre hinweg kein regulärer Magistrat gewählt werden, solange ihre Gesetzesvorlagen blockiert bleiben.
*'''377:''' [http://de.wikipedia.org/wiki/Servius_Sulpicius_Praetextatus '''Konsulartribun Servius Sulpicius Praetextatus (1. Amtszeit)'''] Servius Sulpicius Praetextatus stammt aus dem patrizischen Geschlecht der Sulpicier und bekleidet erstmals das Amt eines Konsulartribunen, eines Kollegialamtes, das anstelle von Konsuln mit mehreren gleichrangigen Amtsinhabern besetzt wird.  In dieser Amtszeit führt er gemeinsam mit seinem Amtskollegen Lucius Quinctius Cincinnatus ein römisches Heer, um den Einwohnern der mit Rom verbündeten Stadt Tusculum zu Hilfe zu kommen. Tusculum ist von Latinern erobert worden; die tuskulischen Bewohner haben sich in die angrenzende Zitadelle zurückgezogen, um dort weiter Widerstand zu leisten. Praetextatus und Cincinnatus rücken mit der römischen Armee heran, schließen die Latiner in Tusculum ein und koordinieren ihren Angriff mit den Verteidigern in der Zitadelle. Während die Latiner von außen durch die römischen Truppen bedrängt werden, unternehmen die in der Zitadelle verschanzten Tusculaner gleichzeitig einen Ausfall. Durch diesen kombinierten Angriff geraten die Latiner in die Zange und werden schließlich vollständig aufgerieben. Der erfolgreiche militärische Einsatz festigt den Ruf des Praetextatus als fähigen Feldherrn und verankert ihn weiter im Kreis der führenden patrizischen Politiker Roms. Ebenfalls in dieses Jahr 377 v. Chr. verlegt der römische Geschichtsschreiber Livius einen Familienzwist, der als Anlass für die später sogenannten leges Liciniae Sextiae dient, also jene Gesetzesvorhaben, die Plebejern den Zugang zum Konsulat eröffnen. Marcus Fabius Ambustus, ein Patrizier, hat zwei Töchter mit dem Namen Fabia; die ältere Fabia ist mit dem Patrizier Sulpicius verheiratet, während die jüngere Fabia den Plebejer Gaius Licinius Stolo zum Ehemann hat. Als die jüngere Fabia ihre ältere Schwester im Haus des Sulpicius besucht, unterhalten sich die beiden, als plötzlich die Heimkehr des Sulpicius durch das Schlagen der Rutenbündel des Liktors an die Tür angekündigt wird – ein Zeichen für das hohe Amt des Hausherrn. Die jüngere Fabia, die diesen Brauch aus ihrem eigenen Haushalt nicht kennt, erschrickt über das laute Geräusch, worauf die ältere Fabia sie auslacht, weil sie mit der Würde und den Insignien eines hohen Magistrats nicht vertraut ist. Die jüngere Fabia fühlt sich dadurch gedemütigt und erkennt, dass sie als geborene Patrizierin durch ihre Heirat mit einem Plebejer an gesellschaftlichem Prestige eingebüßt hat. Sie beklagt diesen Statusverlust gegenüber ihrem Vater Marcus Fabius Ambustus und macht ihm ihren Kummer deutlich. Ambustus nimmt sich die Beschwerden seiner Tochter zu Herzen und beginnt zusammen mit seinem plebejischen Schwiegersohn Licinius Stolo sowie Lucius Sextius Lateranus darauf hinzuarbeiten, gesetzliche Regelungen durchzusetzen, die Plebejern den Zugang zum Konsulat ermöglichen. Aus dieser Konstellation erwachsen die hartnäckig verfolgten leges Liciniae Sextiae, die sich gegen das patrizische Monopol auf die höchsten Staatsämter richten.
*'''377:''' [http://de.wikipedia.org/wiki/Lucius_Aemilius_Mamercinus_(Konsul) Lucius Aemilius Mamercinus] ist ein römischer Politiker der Republik und gehört zur patrizischen Familie der Ämilier, genauer zu dem Zweig der Aemilii Mamercini. Sein voller Name lautet Lucius Aemilius L.f. Mam.n. Mamercinus, er ist der Sohn eines Lucius Aemilius Mamercinus, der mehrfach Tribun mit konsularischer Gewalt ist, und wahrscheinlich der Enkel des Mamercus Aemilius Mamercinus. Möglicherweise ist er der Vater des Lucius Aemilius Mamercinus Privernas, der später in den Jahren 341 und 329 v. Chr. das Konsulat bekleidet. Im Jahr 377 v. Chr. erscheint Lucius Aemilius Mamercinus wohl als einer der Tribunen mit konsularischer Gewalt, die für dieses Jahr gewählt werden. Er steht dabei in einem Kollegium mit Publius Valerius Potitus, Lucius Quinctius Cincinnatus, Servius Sulpicius Praetextatus, Gaius Veturius Crassus und Gaius Quinctius Cincinnatus. In ihrer Amtszeit bedrohen die Volsker wie gewohnt Rom, doch diesmal haben sie sich mit den Latinern verbündet, was die Lage verschärft. Die tribunistische Führung beschließt, ein Heer auszuheben und in drei Teile zu gliedern: ein Teil schützt die Stadt Rom, ein weiterer den römischen Herrschaftsbereich und der größte Teil zieht gegen den Feind in den Krieg. Dieses Feldheer steht unter dem gemeinsamen Befehl von Mamercinus und Potitus, die den entscheidenden Angriff führen. Die römische Armee trifft die Volsker und Latiner bei Satricum und geht in der Schlacht in die Offensive. Mamercinus und Potitus gewinnen die Oberhand, sodass die Volsker sich schließlich nach Antium zurückziehen müssen. Dort kommt es zu Verhandlungen, in deren Folge die Volsker die Stadt Antium und ihr Territorium an Rom abtreten. Während die Volsker kapitulieren, wenden sich die Latiner gegen Satricum, setzen die Stadt in Brand und greifen Tusculum an, weil sie den Tusculanern verübeln, dass diese die römische Bürgerschaft angenommen haben. Während die Latiner die Stadt einnehmen, ziehen sich die Einwohner von Tusculum in ihre befestigte Burg zurück und rufen Rom um Hilfe an. Die römische Führung reagiert schnell und schickt ein weiteres Heer unter dem Kommando von Cincinnatus und Praetextatus nach Tusculum. Dieses Entsatzheer stößt auf die Latiner, zwingt sie zum Kampf und drängt sie schließlich von der Stadt ab. Die Belagerung endet mit der Zurückschlagung der Angreifer, sodass Tusculum befreit wird und die Stadt in römischer Hand bleibt. So tritt Lucius Aemilius in diesem Jahr als einer der militärischen Hauptakteure im Kampf gegen das Bündnis aus Volskern und Latinern hervor.


==GRIECHEN==
==GRIECHEN==
(3./4. Jahr der 102. Olympiade)
(3./4. Jahr der 102. Olympiade)
'''Tarent'''
*'''388:''' Archytas: Während seiner politischen Karriere pflegt [[http://de.wikipedia.org/wiki/Archytas_von_Tarent Archytas] enge Beziehungen zu anderen führenden Griechen der Zeit. Um 388 v. Chr. begegnet er Platon auf dessen erster Italienreise, nimmt ihn als Gastfreund auf und begründet eine persönliche Freundschaft.
*[[-350#GRIECHEN | Fortsetzung 350]]


'''Syrakus'''
'''Syrakus'''


*[http://de.wikipedia.org/wiki/Dionysios_I._von_Syrakus Tyrann Dionysios I. (405–367)] <br />
*[http://de.wikipedia.org/wiki/Dionysios_I._von_Syrakus Tyrann Dionysios I. (405–367)] <br />
*'''374:''' Dionysios I.: Nach einem karthagischen Sieg bei Kronion sind beide Seiten kriegsmüde, und 374 v. Chr. schließen sie erneut Frieden. Dionysios muss aufgrund der letzten Niederlage bedeutende Zugeständnisse machen. Als Grenze zwischen den Machtbereichen wird der Fluss Halykos (Platani) festgelegt, eine Grenzziehung, die sich dauerhaft behauptet.
*[[-368#GRIECHEN | Fortsetzung 368]]
*'''380:''' Dionysios II.: Um 380–375 v. Chr. verheiratet Dionysios I. seine Tochter Arete mit Dion, dem jüngeren Bruder der Aristomache, der so mütterlicherseits Onkel seiner Frau ist, und etwa fünf Jahre früher hat er bereits Sophrosyne mit Dionysios II. verheiratet, der damit seine Halbschwester und zugleich Dions Nichte zur Frau nimmt. Durch diese Verbindungen knüpft Dionysios I. die beiden Zweige seiner Nachkommenschaft eng aneinander und verbindet sie zugleich mit der Familie Dions. Dion gehört wie einst sein Vater Hipparinos zum engsten Kreis des misstrauischen Tyrannen Dionysios I. und sammelt politische Erfahrung, während Dionysios II. von den Staatsgeschäften ferngehalten und nicht auf eine künftige Herrscherrolle vorbereitet wird. Dionysios I. misstraut seinem ältesten Sohn so sehr, dass er ihn nicht einmal von der Vorschrift ausnimmt, Besucher erst nach einer Waffenprobe vorzulassen.
*'''380:''' Dionysios II.: 398 heiratet er gleichzeitig Doris aus Lokroi in Unteritalien und Aristomache, die Tochter seines Vertrauten Hipparinos, was bei den Griechen als ungewöhnliche Bigamie gilt. Aus beiden Ehen gehen mehrere Kinder hervor: Aus der Ehe mit Doris stammt der älteste Sohn Dionysios II., während Aristomache die Söhne Nysaios und Hipparinos sowie die Töchter Arete und Sophrosyne gebiert.
*'''382:''' Dionysios I.: Dionysios betrachtet den Frieden mit Karthago nur als Waffenstillstand und beginnt, Städte im karthagischen Einflussbereich zu unterstützen, die bereit sind, sich gegen Karthago zu erheben. Diese Politik bedroht die karthagische Präsenz auf Sizilien, und 382 v. Chr. bricht der dritte Krieg aus. Diesmal verbündet sich Karthago mit Feinden der Syrakuser in Unteritalien und entsendet erstmals ein Heer auf das italienische Festland. Dionysios gelingt es, Kroton zu erobern, das Zentrum seiner Gegner auf dem Festland. Auf Sizilien erringt er bei Kabala einen wichtigen Sieg und fordert Karthago auf, die Insel vollständig zu räumen, was für die Gegenseite unannehmbar ist.
*'''384:''' Dionysios I.: 384/383 v. Chr. unternimmt Dionysios einen Vorstoß an der Westküste Italiens gegen die Etrusker, traditionelle Gegner der Griechen und Verbündete Karthagos. Seine Streitkräfte nehmen Pyrgi ein, den Hafen der Stadt Caere, besiegen das etruskische Heer und machen reiche Beute. Auf diesem Raubzug erreichen sie sogar das damals etruskische Korsika.
*'''385:''' Hipparinos wird um 385 v. Chr. in Syrakus geboren und ist Sohn des Tyrannen Dionysios I. und der Adligen Aristomache. Sein mütterlicher Großvater Hipparinos, nach dem er wahrscheinlich benannt ist, gehört zuvor als syrakusanischer Adliger zu den Mitkämpfern Dionysios’ I. Dionysios I. hat aus der Ehe mit Aristomache neben Hipparinos den jüngeren Sohn Nysaios sowie die älteren Töchter Sophrosyne und Arete. Aus einer anderen Ehe mit der Adligen Doris aus Lokroi stammen weitere Kinder, darunter der älteste Sohn Dionysios II., der später Sophrosyne heiratet und damit Schwager von Hipparinos und Nysaios wird. Zu den wichtigsten Vertrauten des Dynastiegründers Dionysios I. zählt Dions Bruder Aristomache, Hipparinos’ Onkel Dion, der durch die Ehe mit Arete zugleich Schwiegersohn von Dionysios I. ist. Dion steht in enger Freundschaft zum Philosophen Platon und wird von dessen Gedankengut geprägt.
*'''386:''' Dionysios I.: Den Abschluss der Operationen bildet die elfmonatige Belagerung und schließlich die Eroberung und völlige Zerstörung von Rhegion im Jahr 386 v. Chr.; die Bürger der Stadt werden versklavt, sofern sie sich nicht freikaufen können. Dionysios sichert damit dauerhaft seinen Einfluss auf dem Festland, und der Süden Kalabriens bis zu den Golfen von Squillace und Sant’ Eufemia gehört fortan in seinen Macht- und Einflussbereich, was wegen der Kontrolle der Meerenge auch wirtschaftlich von großer Bedeutung ist. Die Erfolge in Unteritalien ermöglichen Dionysios ein Vordringen in die Adria. Er strebt die Kontrolle des Seewegs nach Epirus über die Straße von Otranto und den Besitz von Häfen an der Adriaküste an. In diesem Raum erzielt er beachtliche Erfolge, kann aber nicht weiter nach Nordwestgriechenland vorstoßen, da dort mit dem entschlossenen Widerstand Spartas zu rechnen ist, mit dem er weiterhin verbündet bleibt.
*'''388:''' Dionysios I.: 388 v. Chr. führt er einen weiteren Feldzug; er belagert zunächst Kaulonia nördlich der Mündung des Flusses Elleporos. Ein Bundesheer der gegnerischen Städte eilt Kaulonia zu Hilfe, wird aber am Elleporos entscheidend geschlagen. Nach der Einnahme zerstört Dionysios Kaulonia und siedelt deren Einwohner nach Syrakus um, wo er ihnen für fünf Jahre Steuerfreiheit gewährt. Er erobert außerdem Skylletion und behandelt die Unterlegenen vergleichsweise milde, indem er zehn­tausend Gefangene ohne Lösegeld freilässt. Die Städte Kaulonia, Skylletion und Hipponion überlässt er seinen Verbündeten in Lokroi; Lokroi bleibt formal autonom, steht aber faktisch unter seiner Oberhoheit. Die weiter nördlich gelegenen Städte bleiben unabhängig und schließen Frieden mit ihm.
*'''388:''' Dion: Dionysios I. führt unterdessen wechselhafte Kriege gegen die Karthager und bringt einen Großteil Siziliens unter seine Herrschaft, während [http://de.wikipedia.org/wiki/Dion_von_Syrakus Dion (21)] in seiner Nähe aufwächst. Um 388 v. Chr. kommt Platon nach Syrakus, Dion verschafft ihm vermutlich eine Audienz beim Tyrannen, das Gespräch verläuft unerfreulich, und Platon reist bald wieder ab. Dion wird nach späterer Darstellung des siebten platonischen Briefes zu einem überzeugten Anhänger der platonischen Philosophie, missbilligt innerlich die Tyrannis und ist bei Hofleuten verhasst, steht aber faktisch in bestem Verhältnis zu Dionysios I. Der Tyrann betraut ihn mit wichtigen Gesandtschaften, darunter nach Karthago, gewährt ihm freien Zugriff auf seinen Schatz und ermöglicht ihm so den Erwerb eines außerordentlichen Vermögens, aus dem Dion später Söldner finanzieren kann.
*'''390:''' Dionysios I.: In Unteritalien haben sich die meisten Griechenstädte zu einem Bund verpflichtet, um sich gegenseitig militärisch zu unterstützen, sowohl gegen die lukanische Bevölkerung als auch gegen ein befürchtetes Ausgreifen des Dionysios. Im Herbst 390 v. Chr. greift Dionysios die Stadt Rhegion an, um die Meerenge von Messina zu kontrollieren, und stützt sich dabei auf sein Bündnis mit Lokroi, der Heimat seiner Frau Doris. Der erste Angriff misslingt, und der Herrscher sucht daraufhin das Bündnis mit den Lukaniern.
*'''397:''' Dionysios I.: Im Frühjahr 397 beginnt die karthagische Gegenoffensive unter Himilkon, der eine zahlen- und schiffsmäßig überlegene Streitmacht führt. Die Karthager landen in Panormos, erobern rasch mehrere Städte zurück, darunter Motye, während Dionysios Westsizilien aufgibt und sich nach Osten zurückzieht. Himilkon sichert den Westen und rückt dann an der Nordküste vor, erobert Messana und schneidet Dionysios vom italienischen Festland ab, worauf zahlreiche Verbündete der Syrakuser die Seiten wechseln. Der Tyrann muss Tausende von Sklaven freilassen, um seine Flotte zu bemannen, und zieht sich mit einem stark verkleinerten Heer in die Nähe von Syrakus zurück. Als seine Flotte bei Katane eine schwere Niederlage mit dem Verlust von hundert Schiffen erleidet, muss er sich hinter die Mauern von Syrakus zurückziehen und eine Belagerung hinnehmen, die sich bis in den Sommer 396 hinzieht. Während der Belagerung schwächen Seuchen das karthagische Heer und untergraben seine Moral. Dionysios wirbt neue Söldner an und erhält erneut Unterstützung aus Sparta. Mit einem überraschenden Ausfall gelingt es ihm, das karthagische Landheer weitgehend zu vernichten, während die Syrakuser zugleich einen Seesieg erringen. Himilkon entkommt mit dem Rest seiner Flotte nach Afrika. Dionysios geht wieder zur Offensive über; nach wechselvollen Kämpfen entsendet Karthago 392 v. Chr. eine weitere große Flotte, doch beide Seiten sind erschöpft, und in Afrika erschüttert zusätzlich ein Aufstand Karthago. Man vermeidet eine Entscheidungsschlacht und schließt 392 Frieden, der die traditionelle Aufteilung Siziliens bestätigt, Dionysios jedoch außerhalb des karthagischen Gebietes freie Hand lässt und im Detail deutlich günstiger ist als der Vertrag von 405.
*'''398:''' Dionysios I.: In dieser Phase zeigt sich auch seine Heiratspolitik als Instrument der Herrschaftssicherung und Bündnispolitik. Zunächst ist er mit einer Tochter des Hermokrates verheiratet, die sich 405 v. Chr. nach Misshandlung im Zusammenhang mit einem gescheiterten Aufstand gegen Dionysios das Leben nimmt. Um 398 oder nach anderer Datierung erst 393 v. Chr. heiratet er erneut und verbindet sich gleichzeitig oder kurz nacheinander mit zwei adligen Frauen: Doris aus Lokroi und Aristomache, der Tochter des Hipparinos. Diese Bigamie ist im griechischen Raum ungewöhnlich, scheint aber keinen Skandal auszulösen. Die Ehe mit Doris folgt vor allem bündnispolitischen Erwägungen: Dionysios will verhindern, dass die Griechenstädte Unteritaliens sich im Kampf gegen Karthago mit seinem Feind verbünden, bietet zunächst Rhegion ein Bündnis und eine Heirat an, wendet sich nach der Ablehnung durch die Rhegier aber an Lokroi und heiratet die Lokrerin Doris im Rahmen dieses Bündnisses. Aus der Ehe mit Doris gehen Dionysios II., der spätere Nachfolger, sowie ein jüngerer Sohn Hermokritos hervor. Aus der Verbindung mit Aristomache stammen die Söhne Hipparinos und Nysaios, die später ebenfalls kurzzeitig über Syrakus herrschen, sowie die Tochter Arete, die Dionysios mit dem Sohn des Hipparinos, Dion, verheiratet. Dion, der später Freund Platons wird, genießt das volle Vertrauen des Tyrannen. Mit Aristomache hat Dionysios zudem eine Tochter namens Sophrosyne, die ihren Halbbruder Dionysios II. heiratet. So schafft der Herrscher ein eng verflochtenes Netzwerk von Familienbindungen innerhalb der neuen Oberschicht. Im Frühjahr 398 v. Chr. fordert Dionysios Karthago zur Kapitulation auf, nachdem er jahrelang den Friedensvertrag verletzt und seine Rüstungen betrieben hat. Er marschiert mit einem Heer von angeblich 80.000 Mann ohne Widerstand bis an die Westspitze Siziliens und belagert die karthagische Stadt Motye auf einer kleinen Insel. Der Bau eines Damms, über den seine Truppen zur Insel vordringen, stellt eine bedeutende technische Leistung dar; nach schweren und verlustreichen Kämpfen gelingt die Einnahme der Stadt.
*'''398:''' [http://de.wikipedia.org/wiki/Dion_von_Syrakus '''Dion von Syrakus (13)'''] wird 409 in Syrakus geboren und wächst nach dem frühen Tod seines Vaters Hipparinos am Hof des Tyrannen Dionysios I. auf, der die Vormundschaft über ihn und seine Geschwister übernimmt. Sein Vater hat bereits vor der Machtergreifung des Dionysios I. als dessen Gefährte und Vertrauter gegolten. 398 v. Chr. heiratet Dionysios I. Dions Schwester Aristomache und gleichzeitig Doris aus Lokroi; aus der Ehe mit Aristomache gehen Arete, Sophrosyne, Hipparinos und Nysaios hervor. Arete wird zunächst mit Thearides verheiratet und um 375 v. Chr. nach dessen Tod Dions Frau, so dass Dion zugleich Schwager und Schwiegersohn des Dionysios I. ist.
*'''403:''' Dionysios I.: Nach der Niederschlagung der Rebellion beginnt Dionysios bereits 403 v. Chr. erneut mit seiner Expansionspolitik. Er führt Feldzüge gegen autonome Städte in Zentral- und Nordostsizilien, verwüstet deren Gebiete und verkauft einen Teil der Bevölkerung eroberter Städte in die Sklaverei. Diese fortgesetzten Vertragsverletzungen dienen zugleich als Vorbereitung eines neuen Krieges gegen Karthago. In Syrakus lässt er ein gewaltiges Befestigungssystem errichten: Er ummauert die Hochfläche von Epipolai im Nordwesten und bezieht sie in den Mauerring ein, errichtet dort das Fort Euryalos, das zu einem Höhepunkt der griechischen Festungsbaukunst wird. Angeblich setzt er rund 60.000 Arbeiter ein, überwacht die Arbeiten täglich persönlich und arbeitet auch selbst mit. Parallel dazu rüstet er seine Streitkräfte massiv auf: Er erweitert die Flotte um mehr als 200 Schiffe, darunter Fünfruderer, und lässt neue Belagerungsmaschinen entwickeln. Ingenieure in seinem Auftrag erfinden das Katapult, das die Belagerungstechnik grundlegend verändert. Außerdem wirbt er zahlreiche Söldner an, besonders in Griechenland, wo nach dem Peloponnesischen Krieg viele erfahrene Kämpfer ohne Beschäftigung sind. Nach Abschluss dieser Rüstungen beruft Dionysios eine Volksversammlung ein, lässt sich den Angriff auf Karthago formell genehmigen und begründet den Krieg mit dem Ziel, alle Griechenstädte von karthagischer Herrschaft zu befreien.
*'''404:''' Dionysios I.: Dionysios akzeptiert die Vertragsklausel zur Autonomie der Nachbarstädte nicht und bricht 404 v. Chr. den Frieden, indem er die Stadt Herbessos angreift. Während dieses Feldzuges meutern Teile seines Heeres; Dionysios wagt es nicht, mit seinen loyalen Söldnern gegen die Aufständischen im Gebiet des unbesiegten Herbessos vorzugehen, sondern eilt zurück nach Syrakus, um einer Ausweitung der Revolte zuvorzukommen. Die meuternden Truppen verbünden sich mit oligarchischen Gegnern des Tyrannen in Syrakus und mit den Städten Messana und Rhegion, die starke Seestreitkräfte besitzen. Dionysios kann Syrakus nicht halten und zieht sich auf die vorgelagerte Insel Ortygia zurück, wo er eine Festung gebaut hat, die den Hafen abschließt und seine Söldner beherbergt. Ortygia wird nun mehrere Monate lang von den Syrakusern belagert; die Lage des Tyrannen spitzt sich zu, und seine Söldner beginnen angesichts des Angebots syrakusischen Bürgerrechts zu den Gegnern überzulaufen. In dieser verzweifelten Situation fällt im Umfeld des Herrschers die später berühmte Bemerkung, die Tyrannis sei ein schönes Leichentuch. Dionysios täuscht Kapitulationsbereitschaft vor, gewinnt dadurch Zeit und wirbt in Westsizilien Söldner an, die zuvor für Karthago gekämpft haben und nun in seinen Dienst treten. Zugleich erhält er Unterstützung aus Sparta, das nach dem Sieg im Peloponnesischen Krieg die führende Macht in Griechenland ist; der spartanische Staatsmann Lysandros entsendet einen Gesandten, dessen Auftreten die Position des Tyrannen stärkt. Mit Hilfe der neuen Truppen gelingt Dionysios ein überraschender Ausfall, mit dem er das Festland zurückerobert; nach dem Sieg zeigt er sich gegenüber den Besiegten milde, und von nun an bis zu seinem Tod erhebt sich kein Aufstand mehr gegen seine Herrschaft.
*'''405:''' Dionysios I.: Im Frühjahr 405 v. Chr. lässt die Volksversammlung ihn zum alleinigen Feldherrn mit unbegrenzten Vollmachten (strategos autokrator) wählen, ein in Krisenzeiten verfassungsgemäßes Ausnahmeamt. Von dieser Basis aus bereitet er im Sommer 405 einen Staatsstreich vor, der die Verfassung de facto stürzt und ihn zum Tyrannen macht. Er inszeniert ein Attentat auf sich, nutzt die Erregung in der Heeresversammlung und erwirkt die Bewilligung einer persönlichen Leibgarde von 600 Mann, die er eigenmächtig auf über 1000 kampfstarke Männer erhöht. Diese nur ihm unterstellte Truppe verschafft ihm eine vom Willen der Bürgerschaft unabhängige Machtbasis. Dionysios gelingt der Machtzugriff, obwohl er formal die demokratischen Institutionen bestehen lässt; die Herrschaft nimmt aber monarchische Züge an. Schon Anfang 405 v. Chr., noch vor seiner Wahl zum Alleinfeldherrn, zieht Dionysios mit seinem Heer nach Gela, das von den Karthagern bedroht ist. In Gela unterstützt er die demokratische Partei gegen die Aristokraten, lässt reiche Angehörige der Oberschicht verurteilen und hinrichten und verwendet deren beschlagnahmte Güter zur Bezahlung seiner Söldner, was ihm in der armen Bevölkerung und im Heer Popularität einbringt. Im Juli 405 beginnt der karthagische Feldherr Himilkon mit der Belagerung von Gela; Dionysios zieht mit einer zahlenmäßig deutlich unterlegenen Streitmacht heran und entwirft einen komplexen Angriffsplan, der militärhistorisch neuartig ist, aber an der Überforderung der griechischen Befehlshaber scheitert. Nach der Niederlage lässt er Gela evakuieren und ordnet auch die Räumung von Kamarina an, womit er die gesamte Südküste Siziliens den Karthagern überlässt Noch im Jahr 405 schließen Karthager und Syrakuser Frieden, nachdem im karthagischen Heer eine Seuche ausbricht. Die Friedensbedingungen erweitern den Machtbereich Karthagos erheblich, doch Dionysios wird als Herr von Syrakus anerkannt. Viele Städte, die er seinem Reich einverleiben will, müssen nun Karthago Tribut zahlen oder unbefestigt bleiben, andere gelten als autonom; der Vertrag ordnet die Machtverhältnisse auf der gesamten Insel und wird zum Vorbild späterer Vereinbarungen zwischen Karthago und den sizilischen Griechen. Die Bestimmung, wonach auch die unmittelbaren Nachbargemeinden von Syrakus autonom sein müssen, schränkt jedoch jede Expansion des Tyrannen ein.
*'''406:''' Dionysios I.: Im Dezember 406 v. Chr. erobern die Karthager die Stadt Akragas (Agrigent), nachdem Dionysios dort gegen sie gekämpft hat. Er tritt jetzt als Volksredner gegen die Feldherrn auf, denen er die Verantwortung für die Niederlage zuschreibt, und verbindet diesen Angriff mit genereller Kritik an den „Mächtigen“ und „Reichen“, denen er mangelnden Patriotismus vorwirft. So profiliert er sich als Sprecher typischer demokratischer Anliegen, erhält aber wegen seiner Agitation eine Geldbuße, die der vornehme Philistos für ihn bezahlt und sich damit als enger Verbündeter erweist. Dionysios erreicht, dass die bisherigen Feldherrn abgesetzt werden; in das neue Kollegium der Feldherrn wird er selbst gewählt.
*'''407:''' Dionysios I.: Dionysios wird um 430 v. Chr. in Syrakus geboren. Er stammt aus einer angesehenen, aber nicht reichen syrakusischen Familie; sein Vater Hermokritos ermöglicht ihm dennoch eine gute sophistische Ausbildung. Früh schließt sich Dionysios dem Politiker und Feldherrn Hermokrates an, der sich für die Unabhängigkeit der sizilischen Griechen gegenüber äußeren Mächten einsetzt. Als Hermokrates im Jahr 407 v. Chr. mit privaten Söldnern einen Staatsstreich in Syrakus versucht, kämpft Dionysios an seiner Seite und wird dabei schwer verwundet, während Hermokrates im Kampf fällt. Die Anhänger des Hermokrates werden verbannt, doch Dionysios entgeht der Verbannung und erhält sogar eine Anstellung als Sekretär des Kollegiums der syrakusischen Feldherrn.
*'''466:''' [http://de.wikipedia.org/wiki/Thrasybulos_von_Syrakus Tyrann Thrasybulos (467–466)] <br />Die Bevölkerung von Syrakus erhebt sich gegen iThrasybulos, wirft ihm Unfähigkeit vor und vertreibt ihn aus der Stadt. Mit seinem Sturz endet in Syrakus die ältere Tyrannis, und an ihre Stelle tritt nun eine demokratische Regierungsform. Nach seiner Vertreibung aus Syrakus geht Thrasybulos ins Exil in die Stadt Lokroi in Italien; sein weiteres Schicksal und Todesjahr ist unbekannt.
*'''467:''' Thrasybulos stammt aus der Familie der Deinomeniden in Sizilien und gehört zur führenden Schicht von Syrakus. Er ist der Bruder von Gelon und Hieron, die als Tyrannen über Syrakus geherrscht haben. Thrasybulos stand bisher im Schatten dieser Brüder, übernimmt nun die Herrschaft über die Stadt. Er tritt damit die Nachfolge seines Bruders an und führt die ältere Tyrannis von Syrakus formal fort. Seine Regierungszeit bleibt jedoch kurz und gilt als wenig erfolgreich, sodass seine Autorität in der Stadt rasch erodiert.
*'''467:''' [https://de.wikipedia.org/wiki/Hieron_I._von_Syrakus Tyrann Hieron I. (478–467)] In seinen letzten Regierungsjahren behält Hieron I. die Kontrolle über Syrakus und seine abhängigen Gebiete, auch wenn die inneren Spannungen in seinem Reich zunehmen. Er hält an seiner Politik der Machtkonzentration fest und stützt sich auf sein Bündnissystem, auf die von ihm gegründeten Kolonien sowie auf die Loyalität des Militärs. Seine Maßnahmen hinterlassen eine stark zentralisierte Herrschaftsstruktur, die jedoch zugleich von den persönlichen Fähigkeiten des Tyrannen abhängt. Hieron  verbringt seine letzten Jahre auch in Catana, dem von ihm in Aitna umbenannten Gebiet, das für seine Politik von besonderer Bedeutung ist. 467 (ev. 466) stirbt er in Catana und hinterlässt ein weitreichendes Machtgebilde, dessen Zusammenhalt nach seinem Tod auf die Stabilität seiner Nachfolgeregelung angewiesen ist. Er vererbt sein Reich an seinen Bruder Thrasybulos, der ihm als Tyrann von Syrakus nachfolgt und damit die Herrschaft der Deinomeniden zunächst fortsetzt.
*'''472''' Hieron I.: Innenpolitisch setzt Hieron seine Machtpolitik fort, indem er Städte abhängig macht und ihre Strukturen umgestaltet. 472 v. Chr. besiegt er Thrasydaios, den Herrscher über Akragas, und zwingt Akragas in ein Abhängigkeitsverhältnis zu Syrakus, wodurch er seine Vorherrschaft auf Sizilien weiter absichert. Gleichzeitig verbindet er militärische Maßnahmen mit einer aktiven Siedlungs- und Kolonialpolitik: Er gründet mehrere syrakusanische Kolonien, lässt die Einwohner von Naxos und Catana nach Lentini umsiedeln und besiedelt Catana neu mit dorischen Griechen, wobei er die Stadt in Aitna umbenennt. Hieron nutzt diese Maßnahmen, um mögliche oppositionelle Bevölkerungen zu zerstreuen und gleichzeitig loyale Gruppen an strategisch wichtigen Orten anzusiedeln. Durch die Umbenennung Catanas in Aitna betont er seine eigene Rolle als Neubegründer und verbindet die Stadt mit dem symbolträchtigen Ätna-Massiv, was seiner Herrschaft zusätzliche sakrale und mythische Ausstrahlung verleiht. Parallel zu seiner militärischen und politischen Expansion tritt Hieron I. als Förderer der griechischen Kultur hervor und gestaltet Syrakus zu einem bedeutenden geistigen Zentrum. An seinem Hof sammelt er Dichter, Philosophen und Intellektuelle, die durch seine Unterstützung nach Syrakus gezogen werden und dort wirken. Zu den von ihm geförderten Dichtern gehören Epicharmos, Simonides, Aischylos, Bakchylides und Pindar, die ihn in ihren Werken feiern oder in engem geistigem Austausch mit seinem Hof stehen. Durch diese Patronage verknüpft Hieron seine Herrschaft mit literarischem Ruhm und präsentiert sich als kulturfreundlicher Tyrann, der an der Spitze eines blühenden Hofes steht. Die Siege bei Olympia und in der Seeschlacht bei Kyme bieten Stoff für Epinikien und Siegesodes, in denen seine Macht, Frömmigkeit und Rolle als Beschützer der Griechen hervorgehoben werden. So entsteht das Bild eines Herrschers, der sowohl militärische Stärke als auch kulturelle Ausstrahlung besitzt und die griechische Welt in Sizilien und Unteritalien prägt.
*'''474''' Hieron I.: 474 v. Chr. führt er gemeinsam mit Aristodemos von Kyme eine Flotte gegen die Etrusker und erringt in der Seeschlacht bei Kyme einen wichtigen Sieg, der die etruskische Expansion in diesen Raum zum Stillstand bringt und die Sicherheit der griechischen Küstenstädte stärkt.
*'''476''' Hieron I.: In den 470er Jahren festigt Hieron I. seine Rolle als militärischer Führer und Schutzherr der griechischen Städte in Sizilien und Unteritalien. 476 v. Chr. nimmt er an den Olympischen Spielen in Olympia teil und gewinnt im Wagenrennen, wodurch er sein Prestige in der gesamten griechischen Welt steigert und sich als siegreicher Herrscher und Athlet inszeniert.
*'''478''' Hieron I.: Hieron I. entstammt der einflussreichen deinomenidischen Familie, die in Gela und Syrakus politischen und militärischen Aufstieg anstrebt. Im Jahr 485 v. Chr. übernimmt Hieron in Gela die Alleinherrschaft und etabliert sich als Tyrann der Stadt, wobei er seine Stellung durch militärische Stärke und geschickte Bündnispolitik absichert. 478 v. Chr. folgt er seinem Bruder Gelon nach dessen Tod oder Abtritt als tyrannischer Herrscher von Syrakus und verlegt damit das Machtzentrum der Familie in diese bedeutende Metropole an der Ostküste Siziliens. Hieron herrscht nun gleichzeitig über Gela und Syrakus, was seine Stellung im griechischen Sizilien massiv stärkt und ihm erlaubt, in die inneren Verhältnisse anderer Städte einzugreifen. Er schließt ein Bündnis mit Akragas, dem reichen Agrigent, und strebt damit die politische Vereinigung fast ganz Siziliens unter sein Übergewicht an. Zugleich beginnt er, in Unteritalien in die Konflikte der griechischen Poleis einzugreifen, indem er die Interessen der Lokrer unterstützt und sich damit gegen Anaxilaos, den Tyrannen von Rhegion, positioniert. [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelon_von_Syrakus Tyrann Gelon (485–478)]
'''Epirus'''
'''Epirus'''
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*[http://en.wikipedia.org/wiki/Neoptolemus_I_of_Epirus König Neoptolemos I. (370-360)] <br />
*[http://en.wikipedia.org/wiki/Neoptolemus_I_of_Epirus König Neoptolemos I. (370-360)] <br />
*[http://de.wikipedia.org/wiki/Arybbas_(Epirus) König Arybbas (370-343/342)] <br />
*[http://de.wikipedia.org/wiki/Arybbas_(Epirus) König Arybbas (370-343/342)] <br />
*'''370:''' Arybbas ist Sohn des Molosserkönigs Alketas I. und gehört zum königlichen Haus der Aiakiden. Nach dem Tod seines Vaters um 370 teilt er sich die Herrschaft über Epirus mit seinem Bruder Neoptolemos I., jeder regiert einen Teil des Reichs. [https://de.wikipedia.org/wiki/Alketas_I. König Alketas I. (385–370)]
*'''370:''' [http://de.wikipedia.org/wiki/Alexander_I._(Epirus) Alexander] (auch Alexander der Molosser) wird um 370 in Epirus geboren und gehört zur molossischen Dynastie der Aiakiden. Er ist der Bruder von Olympias, der späteren Mutter Alexanders des Großen.
*'''370:''' Neoptolemos I. ist der Sohn von Alketas I., der Vater von Troas, Alexander I. von Epeiros und Königin Olympias und damit mütterlicher Großvater Alexanders des Großen sowie Urgroßvater von Pyrrhos von Epeiros; er führt seine Abstammung sowohl auf den homerischen Helden Achilleus als auch auf König Lykomenes zurück. Sein Name bedeutet "neuer Krieg" und ist zugleich der Name des mythischen Sohnes des Achilleus und der Deidameia, der in der Tradition als Stammvater der molossischen Könige gilt. Spätere römische Herrscher, etwa Kaiser Caracalla, beanspruchen in der Kaiserzeit, von diesem Neoptolemos abzuleiten zu sein, wodurch die Figur noch nach Jahrhunderten genealogische Bedeutung besitzt. Nach dem Tod von Alketas I. vereinbart Neoptolemos mit seinem Bruder Arrybas eine Teilung des Königreichs, sodass beide Brüder jeweils einen Teil von Epeiros eigenständig regieren. Diese Doppelherrschaft verläuft nach den überlieferten Nachrichten ohne militärische Konflikte zwischen den Brüdern, wodurch in Epeiros eine Phase relativer innerer Harmonie und Stabilität besteht. - In diese Zeit fällt auch die früheste epigraphische Erwähnung des sogenannten Molosserbundes, die bereits unter Neoptolemos belegt ist und zeigt, dass sich um den König ein organisierter Stammes- und Staatenbund bildet. Neoptolemos tritt damit in ein bereits bestehendes, aber sich politisch verdichtendes Königreich ein, dessen Strukturen in Inschriften fassbar werden.
*'''370:''' [http://de.wikipedia.org/wiki/Alketas_I. König Alketas I. (385–370)]
*[[-360#GRIECHEN | Fortsetzung 360]]


'''Makedonien'''
'''Makedonien'''


*[http://de.wikipedia.org/wiki/Alexander_II._(Makedonien) König Alexander II. (370-368)] <br />
*[http://de.wikipedia.org/wiki/Alexander_II._(Makedonien) König Alexander II. (370-368)] <br />
*'''370:''' Alexander II. von Makedon (griechisch: Alexandros) ist ungefähr um 390 v. Chr. geboren und gehört zur Argeaden-Dynastie. Er ist der älteste der drei Söhne des Königs Amyntas III. und der Königin Eurydike I.; seine jüngeren Brüder sind Perdikkas III. und Philipp. In seiner Kindheit wächst er am makedonischen Hof auf, wo die Gefahr von äußeren Feinden und inneren Thronprätendenten den politischen Alltag prägt. Als Amyntas III. stirbt, ist Alexander zwar volljährig, aber noch sehr jung, als er im Jahr 369 v. Chr. den makedonischen Thron besteigt. Seine Jugend führt sofort dazu, dass Feinde der Dynastie wieder zu den Waffen greifen und die Stabilität des Reiches bedrohen. Aus Nordwesten dringen Illyrer in das makedonische Gebiet ein, während im Osten der Thronprätendent Pausanias auftritt, einige Städte rasch unter seine Kontrolle bringt und die in Pella residierende Königinmutter Eurydike mit ihren jüngeren Söhnen in Gefahr bringt. Alexander reagiert auf diese doppelte Bedrohung, indem er militärisch aktiv wird und seine Position als König durch Kriegführung zu sichern versucht. Ihm kommt dabei der athenische Feldherr Iphikrates zu Hilfe, der mit seiner Flotte entlang der makedonischen Küste unterwegs ist, um Amphipolis zurückzuerobern. Mit der Unterstützung Iphikrates’ schlägt Alexander sowohl die illyrische Invasion als auch den Vormarsch des Pausanias zurück und stabilisiert damit vorerst seine Herrschaft. In dieser frühen Phase prägt er zudem den Namen der königlichen Fußgarde, der Pezhetairoi („Fußgefährten“), der später unter Philipp II. für die mit der Lanze bewaffnete Infanterie neu verwendet wird. Nachdem Alexander seine Stellung in Makedonien zunächst gesichert hat, wird er von den Aleuaden, einer einflussreichen Adelsfamilie in Thessalien, um Hilfe in einem dortigen Bürgerkrieg gebeten. Er greift ein, marschiert nach Thessalien und gewinnt die Kontrolle über Larissa und mehrere andere Städte. Zuvor hat er den Thessalern Versprechen gemacht, doch als er nach seinem Sieg in den eroberten Städten makedonische Garnisonen stationiert, bricht er diese Zusagen und zeigt damit einen machtpolitischen, aber auch unzuverlässigen Kurs. Dieses Vorgehen ruft Theben auf den Plan, das zu dieser Zeit die führende Militärmacht in Griechenland ist. Der thebanische Feldherr Pelopidas zieht gegen die makedonischen Truppen und vertreibt sie aus Thessalien, sodass Alexander seine dortigen Gewinne wieder verliert. Im Anschluss schwächt Pelopidas Alexander politisch, indem er die Ambitionen von Alexanders Schwager Ptolemaios von Aloros im makedonischen Machtgefüge stärkt und so die Stellung des Königs im eigenen Reich unterminiert. Unter diesem Druck ist Alexander gezwungen, seine bisherige Außenpolitik zu ändern. Er bricht sein Bündnis mit Athen und schließt sich stattdessen Theben an, was eine deutliche Verschiebung der makedonischen Bündnissysteme bedeutet. Als Teil dieses neuen Bündnisses muss er Geiseln stellen, unter denen sich auch sein jüngerer Bruder Philipp befindet, der nach Theben gebracht wird und dort als Geisel lebt. [http://de.wikipedia.org/wiki/Amyntas_III. König Amyntas III. (2. Amtszeit 392–370)]
*[[-368#GRIECHEN | Fortsetzung 368]]
*'''382-335:''' Antigonos wird um 382 als Sohn von Philippos geboren und wächst vermutlich im Haus seines Stiefvaters Periandros in Pella auf. Er hat mindestens zwei Brüder und einen Halbbruder (Marsyas). Er heiratet Stratonike, die möglicherweise aus dem makedonischen Königsgeschlecht der Argeaden stammt. Sie bringt ihm die Söhne Demetrios I. Poliorketes und Philippos. Antigonos gehört zur Altersgeneration von Philipp II., dem makedonischen König, und dient diesem als Feldherr und Gefährte (hetairos). Er verliert ein Auge, wodurch er den Beinamen „der Einäugige“ erhält. Laut Plutarch duldet Antigonos keine Respektlosigkeiten gegenüber seiner Sehbehinderung. Als der Sophist Theokritos von Chios ihn beleidigt, sperrt Antigonos ihn ein und verhängt das Todesurteil, das schließlich vollstreckt wird, da Theokritos die geforderte Bußhaltung verweigert.
*'''384:''' Aristoteles wird in Stageira, Chalkidike, östlich von Thessaloniki, geboren. Sein Vater, Nikomachos, ist Leibarzt von König Amyntas von Makedonien und gehört vermutlich der medizinischen Gilde der Asklepiaden an, was Aristoteles früh für Biologie und Medizin interessiert. Seine Mutter, Phéstias, stammt aus Chalkis auf der Insel Euböa und arbeitet als Hebamme.
*'''393:''' [http://de.wikipedia.org/wiki/Amyntas_III. '''König Amyntas III. (1. Amtszeit 393)''']


'''Pherai'''
'''Pherai'''


*[http://de.wikipedia.org/wiki/Alexander_von_Pherai '''Tyrann Alexander (369-358)'''] <br />Nach seiner Machtergreifung regiert Alexander offen tyrannisch und löst sich im Verhalten deutlich von Jasons vergleichsweise geordneter Machtpolitik. Seine Herrschaft stützt sich auf Terror, Hinrichtungen und Unterdrückung, wobei er besonders die alte Adelsfamilie der Aleuaden in Larissa bedroht, die sich seiner Vorherrschaft nicht unterwerfen will. Die Aleuaden und andere Gegner Alexanders wenden sich an Alexander II. von Makedonien, der in Thessalien interveniert, um den Tyrannen von Pherai zurückzudrängen. Alexander von Pherai rüstet daraufhin ein eigenes Heer und plant seinerseits einen Angriff auf Makedonien, doch Alexander II. kommt ihm zuvor, zieht nach Thessalien und wird in Larissa eingelassen. Der makedonische König besetzt Larissa und die Stadt Krannon mit Garnisonen, während Alexander von Pherai sich nach Pherai zurückzieht, ohne die direkte Konfrontation zu suchen. Nachdem der Großteil des makedonischen Heeres wieder abgezogen ist, fürchten die thessalischen Städte erneut die Rache Alexanders und suchen diesmal Unterstützung bei Theben, das jede übermächtige Nachbarmacht begrenzen will. Siehe auch [https://www.historyofwar.org/articles/people_alexander_II_macedon.html historyofwar] und [https://www.britannica.com/biography/Alexander-of-Pherae britannica]
*[http://de.wikipedia.org/wiki/Alexander_von_Pherai '''Tyrann Alexander (369-358)'''] <br />Nach seiner Machtergreifung regiert Alexander offen tyrannisch und löst sich im Verhalten deutlich von Jasons vergleichsweise geordneter Machtpolitik. Seine Herrschaft stützt sich auf Terror, Hinrichtungen und Unterdrückung, wobei er besonders die alte Adelsfamilie der Aleuaden in Larissa bedroht, die sich seiner Vorherrschaft nicht unterwerfen will. Die Aleuaden und andere Gegner Alexanders wenden sich an Alexander II. von Makedonien, der in Thessalien interveniert, um den Tyrannen von Pherai zurückzudrängen. Alexander von Pherai rüstet daraufhin ein eigenes Heer und plant seinerseits einen Angriff auf Makedonien, doch Alexander II. kommt ihm zuvor, zieht nach Thessalien und wird in Larissa eingelassen. Der makedonische König besetzt Larissa und die Stadt Krannon mit Garnisonen, während Alexander von Pherai sich nach Pherai zurückzieht, ohne die direkte Konfrontation zu suchen. Nachdem der Großteil des makedonischen Heeres wieder abgezogen ist, fürchten die thessalischen Städte erneut die Rache Alexanders und suchen diesmal Unterstützung bei Theben, das jede übermächtige Nachbarmacht begrenzen will. Siehe auch [https://www.historyofwar.org/articles/people_alexander_II_macedon.html historyofwar] und [https://www.britannica.com/biography/Alexander-of-Pherae britannica]
*[[-368#GRIECHEN | Fortsetzung 368]]
*[[-368#GRIECHEN | Fortsetzung 368]] [[Kategorie:Pherai]]


*'''370:''' Alexander: Im Sommer 370 wird der Tyrann Jason von Pherai ermordet. Seine Brüder Polydoros und Polyphron übernehmen daraufhin gemeinsam die Herrschaft über Pherai und den thessalischen Bund. Polydoros wird schon bald nach der Machtübernahme getötet, wahrscheinlich von seinem Bruder Polyphron, der damit die alleinige Herrschaft erlangt. Polyphron übt das Amt des Tagos offen wie eine Tyrannis aus, indem er nicht nur in Pherai, sondern in ganz Thessalien uneingeschränkt herrschen will.
'''Böotischer Bund'''
*'''370:''' [https://de.wikipedia.org/wiki/Jason_von_Pherai Tyrann Jason (390-370)]
*[[-369#GRIECHEN | Fortsetzung 369]]
 
'''Böotischer Bund''' (seit 379)


*Die einflussreiche Familie der Aleuadai aus Larissa fühlt sich durch den Tyrannen von Pherai, Alexander, bedroht und ruft Alexander II. von Makedonien zu Hilfe. Der makedonische König führt ein Heer nach Thessalien, erobert Larissa und Granon und legt in diesen Städten Besatzungen aus Makedoniern. Als Alexander II. wegen des inneren Machtkampfes mit Ptolemaios von Aloros nach Makedonien zurückkehren muss, bleibt die Lage in Thessalien instabil. Führende Thessalier, vermutlich aus Pharsalos, wenden sich daher an Theben, das zu dieser Zeit die militärisch dominierende Macht in Griechenland ist, und bitten um Unterstützung gegen Alexander von Pherai. Die Thebaner entsenden den Feldherrn Pelopidas nach Thessalien, um die Lage zu prüfen. Pelopidas nimmt Verhandlungen mit Alexander von Pherai auf und übernimmt die Kontrolle über Larissa und die übrigen von den Makedoniern besetzten Städte. Die Gespräche scheitern jedoch, als Alexander sich weigert, auf eine verfassungsmäßige Grundlage seiner Herrschaft einzugehen, etwa indem er das Amt eines Archon annimmt statt des verfassungsrechtlich schlecht abgesicherten und bei den Thessaliern unbeliebten Tagos. Pelopidas schließt zudem ein Bündnis mit Alexander II. von Makedonien gegen Ptolemaios, verfügt aber nicht über genügend Truppen, um dort militärisch einzugreifen.
*Die einflussreiche Familie der Aleuadai aus Larissa fühlt sich durch den Tyrannen von Pherai, Alexander, bedroht und ruft Alexander II. von Makedonien zu Hilfe. Der makedonische König führt ein Heer nach Thessalien, erobert Larissa und Granon und legt in diesen Städten Besatzungen aus Makedoniern. Als Alexander II. wegen des inneren Machtkampfes mit Ptolemaios von Aloros nach Makedonien zurückkehren muss, bleibt die Lage in Thessalien instabil. Führende Thessalier, vermutlich aus Pharsalos, wenden sich daher an Theben, das zu dieser Zeit die militärisch dominierende Macht in Griechenland ist, und bitten um Unterstützung gegen Alexander von Pherai. Die Thebaner entsenden den Feldherrn Pelopidas nach Thessalien, um die Lage zu prüfen. Pelopidas nimmt Verhandlungen mit Alexander von Pherai auf und übernimmt die Kontrolle über Larissa und die übrigen von den Makedoniern besetzten Städte. Die Gespräche scheitern jedoch, als Alexander sich weigert, auf eine verfassungsmäßige Grundlage seiner Herrschaft einzugehen, etwa indem er das Amt eines Archon annimmt statt des verfassungsrechtlich schlecht abgesicherten und bei den Thessaliern unbeliebten Tagos. Pelopidas schließt zudem ein Bündnis mit Alexander II. von Makedonien gegen Ptolemaios, verfügt aber nicht über genügend Truppen, um dort militärisch einzugreifen.
*[[-368#GRIECHEN | Fortsetzung 368]]
*[[-368#GRIECHEN | Fortsetzung 368]] [[Kategorie:Böotischer Bund]]
 
*Beim nächsten Eingtag: [[-369#GRIECHEN | Fortsetzung 369]]


'''Attischer Seebund'''
'''Attischer Seebund'''


Platon geb. 428
*[http://de.wikipedia.org/wiki/Platon Platon (59)] <br />[http://de.wikipedia.org/wiki/Theaitetos '''Theaitetos (Dialog)'''] <br />Historischer Hintergrund: Im Jahr 399 steht Sokrates in Athen vor Gericht, wird wegen Gottlosigkeit und Verführung der Jugend angeklagt und zum Tod verurteilt. Dieser Prozess bildet den biographischen Hintergrund, vor dem Platon später das Gespräch im ''Theaitetos'' ansiedelt. Platon, damals ein relativ junger Angehöriger des athenischen Adels, erlebt den Prozess und die Hinrichtung seines Lehrers aus nächster Nähe. Die Erfahrung, dass die athenische Volksversammlung den philosophierenden Sokrates verurteilt, prägt Platons Denken dauerhaft und motiviert ihn, die Figur des Sokrates in einer Reihe von Dialogen literarisch festzuhalten. Im ''Theaitetos'' greift Platon später auf diese Situation zurück: Das Gespräch, das der Dialog wiedergibt, spielt am letzten Tag im Leben des Sokrates, bevor dieser ins Gefängnis zurückkehrt, um das Urteil zu erwarten. In den Jahrzehnten nach 399 entsteht in Athen und im Umfeld Platons eine lebhafte philosophische Szene, die sich mit Erkenntnistheorie, Metaphysik und Politik beschäftigt. Platon gründet die Akademie und sammelt Schüler, unter ihnen Mathematiker, Naturphilosophen und politische Denker, sodass Fragen nach dem Wesen des Wissens, nach Methoden der Begründung und nach der Rolle der Mathematik im Denken eine zentrale Stellung einnehmen. Gleichzeitig kursieren weiterhin die Lehren der älteren Sophisten, etwa des Protagoras, der Wissen stark relativistisch als Wahrnehmung des Einzelnen deutet. Platon greift diese Strömungen auf und beginnt, Sokrates als literarische Hauptfigur einzusetzen, um die Positionen der Sophisten, der Naturphilosophen und verschiedener Denkschulen kritisch zu prüfen. Er will nicht mehr nur moralische Einzelfragen diskutieren, sondern den Begriff des Wissens selbst klären. Dieser Schwerpunkt bereitet die Entstehung eines Dialoges vor, der genau dieser Frage gewidmet ist und der später den Titel ''Theaitetos'' trägt. <br />Entstehung: Um 369 verfasst Platon den Dialog ''Theaitetos'' in Dialogform, in dem die Figuren Sokrates, Theaitetos und Theodoros auftreten und gemeinsam die Frage untersuchen: "Was ist Wissen?". Der junge Mathematiker Theaitetos, nach dem der Dialog benannt ist, ist eine historische Gestalt, die in der mathematischen Tradition als bedeutender Geometer bekannt ist; Platon gestaltet ihn im Dialog jedoch literarisch frei, um Erkenntnisfragen an einem mathematisch geschulten Geist zu durchspielen. Theodoros von Kyrene, ebenfalls Mathematiker, fungiert als Lehrer des Theaitetos und steht für die exakte, fachliche Wissenspraxis, die im Dialog zur Diskussion gestellt wird. Platon verbindet damit die konkrete mathematische Fachkompetenz mit der abstrakten Frage nach der Definition von Wissen, um zu zeigen, dass Fachwissen allein noch keine geklärte Theorie des Wissens liefert. In der literarischen Rahmenszene, die Platon dem eigentlichen Gespräch voranstellt, lässt er Eukleides von Megara und Terpsion auftreten, die sich Jahre nach dem Tod des Sokrates treffen. Eukleides berichtet, er habe sich das Gespräch, das Sokrates einst mit Theaitetos geführt hat, von Sokrates "fast ganz" erzählen lassen und es dann schriftlich festgehalten. Diese Rahmung erzeugt eine doppelte Zeitebene: Die erzählte Gesprächssituation spielt am Tag vor der Hinrichtung des Sokrates, während das Vorlesen des Textes durch Eukleides in eine spätere Zeit nach dem Tod des Sokrates fällt. Die Darstellung im Präsens schafft den Eindruck unmittelbaren Mit-Erlebens; zugleich reflektiert der Rahmen, dass die Leserinnen und Leser ein überliefertes Gespräch rezipieren, das bereits durch mehrere Stationen der Übermittlung gegangen ist. <br />[http://www.getabstract.com/de/zusammenfassung/klassiker/theaetet/22508 getAbstract 2017]: Was ist Wissen? Wie gelangen wir zu verlässlicher Erkenntnis? Diese Fragen stehen im Zentrum von Platons fiktivem Dialog ''Theätet'' zwischen Sokrates, dem Mathematiker Theodoros und dessen Schüler Theaitetos. Das dichte und hochabstrakte Gespräch endet in der Aporie, also ohne Resultat, doch das ist zweitrangig. Platon – oder vielmehr sein Sokrates – präsentiert uns keine fertigen Antworten. Ihm geht es vielmehr darum, zu zeigen, durch welche Argumentationsstrategien und Fragetechniken man sich dem komplexen Thema Wahrheit am besten nähert. Sokrates vergleicht seine Aufgabe mit der einer Hebamme: Durch gezielte Fragen unterstützt er seine Gesprächspartner dabei, eigene Thesen hervorzubringen, und prüft diese anschließend auf ihre Konsistenz. Ausführlich setzt er sich etwa mit der relativistischen Position auseinander, wonach für jeden das wahr ist, was ihm wahr erscheint, und widerlegt sie schließlich. Über Wissen und Wahrheit nachzudenken lohnt sich – gerade in Zeiten, in denen manche Politiker unbekümmert um die Fakten allein die Meinungen und Vorurteile der Menschen bewirtschaften.
 
*[http://de.wikipedia.org/wiki/Platon Platon (59)] <br />
 
*'''387:''' Platon: Nach seiner Rückkehr erwirbt Platon bei dem Hain des Heros Akademos nordwestlich von Athen ein Grundstück und beginnt dort Unterricht und Forschung. Aus dieser Tätigkeit entsteht die Akademie, die erste institutionelle Philosophenschule Griechenlands, deren Mitglieder sich nun „Akademiker“ nennen und die sich am Vorbild der pythagoreischen Gemeinschaft orientiert. Platon lehrt und lebt auf dem Gelände der Akademie, arbeitet mit Gastphilosophen und fortgeschrittenen Schülern zusammen und steht in Konkurrenz zum Rhetoriklehrer Isokrates, dessen Bestrebungen er kritisch sieht. In dieser Phase verfasst er zahlreiche Dialoge, in denen er in der Form des sokratischen Dialogs seine frühe Ethik, später die Ideenlehre und seine Staatstheorie entfaltet.
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*'''399:''' Platon in Megara: Nach dem Tod des Sokrates zieht Platon mit anderen Sokratikern nach Megara zu Euklid von Megara und gestaltet ihn später als Gesprächspartner in den Dialogen Phaidon und Theaitetos. In der Folgezeit unternimmt er eine große Bildungsreise, deren genaue Route umstritten ist; nach späteren Quellen führt sie ihn nach Kyrene zu Theodoros, nach Ägypten und nach Süditalien, wobei insbesondere der Ägyptenaufenthalt wahrscheinlich legendär ist.
*'''399:''' Platon: die Hinrichtung des Sokrates 399 v. Chr. erschüttert ihn tief und bestätigt ihn in der Überzeugung von einem grundlegenden Mangel des politischen Systems.
*'''403:''' Platon: Nach der Wiederherstellung der Demokratie 403 v. Chr. missfallen ihm auch die neuen politischen Verhältnisse
*'''404:''' Platon: Nach dem Kriegsende 404 v. Chr. beginnt in Athen die Terrorherrschaft der Dreißig, zu denen auch Verwandte Platons gehören; Platon wird zur Beteiligung am Regime eingeladen, lehnt aber ab, weil er es als verbrecherisch einschätzt.
*'''410:''' Platon: Platon wird 428 oder 427 v. Chr. zur Zeit der Attischen Seuche in Athen oder auf Aigina geboren. Er entstammt einer vornehmen und wohlhabenden Familie; sein Vater Ariston führt sich auf den mythischen König Kodros zurück, seine Mutter Periktione ist mit dem Gesetzgeber Solon verwandt. Er wächst während des Peloponnesischen Kriegs auf und erhält als Sohn aus gutem Hause Unterricht in Sport, Grammatik, Malerei, Musik und Dichtung. In seiner Jugend nimmt er an den Isthmischen Spielen teil und ist ein preisgekrönter Ringer. Kratylos, ein Anhänger Heraklits, führt Platon in die Philosophie ein. Etwa mit zwanzig Jahren begegnet Platon Sokrates, schließt sich ihm als Schüler an und bleibt rund ein Jahrzehnt bis zu dessen Tod bei ihm; Sokrates prägt seine geistige Entwicklung.
'''Korinth'''
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'''Messenien'''
'''Messenien'''


*[http://de.wikipedia.org/wiki/Messene '''Messene (Siedlung)'''] <br />Epameinondas ruft nach der Niederlage Spartas in der Schlacht bei Leuktra (371) die messenischen Exulanten zusammen und führt sie zurück in ihre alte Heimat, um dort eine eigenständige messenische Polis zu gründen, die als Gegengewicht zur spartanischen Macht fungiert. Er wählt den strategisch günstigen Standort zwischen dem in die Befestigung einbezogenen Berg Ithome und dem Berg Eua, da hier keine konkurrierende Großstadt in unmittelbarer Nähe existiert und der hohe, steile Ithome wie eine natürliche Burg in das neue Verteidigungssystem einbezogen werden kann. Die Stadt entsteht als planmäßige Neugründung mit dem Anspruch, Hauptstadt eines wiedererstehenden Messeniens zu sein, sodass politische Funktionen, religiöse Heiligtümer und repräsentative Bauten von Beginn an in die Stadtplanung integriert werden. Zeitgleich beginnt der Bau der mächtigen Stadtmauern, die sich auf insgesamt etwa 9 Kilometer Länge um Stadtgebiet und Ithome legen und mit zahlreichen halbrunden und quadratischen Türmen verstärkt werden, um die neue Polis militärisch abzusichern. Im Nordwesten entsteht das monumentale Arkadische Tor mit seinem runden Innenhof, das als repräsentativer Hauptzugang in die Stadt dient und zugleich die Wehrhaftigkeit der Gründungsanlage demonstriert. Innerhalb der Mauern formt sich das Stadtzentrum mit Theater, Brunnenhaus der Arsinoë, der nördlichen Halle der Agora und ersten öffentlichen Gebäuden, die die Rolle Messenes als politisches und religiöses Zentrum des neuen Staates sichtbar machen.
*[http://de.wikipedia.org/wiki/Messene '''Messene (Siedlung)'''] <br />Epameinondas ruft nach der Niederlage Spartas in der Schlacht bei Leuktra (371) die messenischen Exulanten zusammen und führt sie zurück in ihre alte Heimat, um dort eine eigenständige messenische Polis zu gründen, die als Gegengewicht zur spartanischen Macht fungiert. Er wählt den strategisch günstigen Standort zwischen dem in die Befestigung einbezogenen Berg Ithome und dem Berg Eua, da hier keine konkurrierende Großstadt in unmittelbarer Nähe existiert und der hohe, steile Ithome wie eine natürliche Burg in das neue Verteidigungssystem einbezogen werden kann. Die Stadt entsteht als planmäßige Neugründung mit dem Anspruch, Hauptstadt eines wiedererstehenden Messeniens zu sein, sodass politische Funktionen, religiöse Heiligtümer und repräsentative Bauten von Beginn an in die Stadtplanung integriert werden. Zeitgleich beginnt der Bau der mächtigen Stadtmauern, die sich auf insgesamt etwa 9 Kilometer Länge um Stadtgebiet und Ithome legen und mit zahlreichen halbrunden und quadratischen Türmen verstärkt werden, um die neue Polis militärisch abzusichern. Im Nordwesten entsteht das monumentale Arkadische Tor mit seinem runden Innenhof, das als repräsentativer Hauptzugang in die Stadt dient und zugleich die Wehrhaftigkeit der Gründungsanlage demonstriert. Innerhalb der Mauern formt sich das Stadtzentrum mit Theater, Brunnenhaus der Arsinoë, der nördlichen Halle der Agora und ersten öffentlichen Gebäuden, die die Rolle Messenes als politisches und religiöses Zentrum des neuen Staates sichtbar machen. [[Kategorie:Messenien]]
'''Sparta'''
'''Sparta'''
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*[http://de.wikipedia.org/wiki/Agesilaos_II. König der Eurypontiden: Agesilaos II. (399–359/358)] <br />
*[http://de.wikipedia.org/wiki/Agesilaos_II. König der Eurypontiden: Agesilaos II. (399–359/358)] <br />
*[https://en.wikipedia.org/wiki/Cleomenes_II König der Agiaden: Kleomenes II. (370–309)] <br />
*[https://en.wikipedia.org/wiki/Cleomenes_II König der Agiaden: Kleomenes II. (370–309)] <br />
*'''370:''' Kleomenes II. ist der zweite Sohn von König Kleombrotos I., der der Agiaden-Dynastie Spartas angehört. Nach dem Tod seines Vaters in der Schlacht von Leuktra 371 ist zunächst sein älterer Bruder Agesipolis II. auf den Thron gefolgt. Dieser stirbt jedoch kurz darauf, sodass Kleomenes II. nun König von Sparta wird.​ Kleomenes II. regiert außerordentlich lange, nämlich nach Diodoros von Sizilien 60 Jahre und 10 Monate. Trotz der Länge seiner Herrschaft sind nur sehr wenige Details über sein Leben und Wirken bekannt. Er hat den Ruf, politisch unauffällig oder sogar bedeutungslos zu sein, was von einigen Historikern als "Nullität" beschrieben wird. Möglicherweise führt die scheinbare Schwäche Kleomenes’ dazu, dass Aristoteles in seiner Politik ein kritisches Bild des spartanischen Königshauses zeichnet. Während seiner Regentschaft konzentriert sich Kleomenes vermutlich auf die Innenpolitik Spartas, während die militärische Führung den Eurypontiden Agesilaos II., Archidamos III. und Agis III. überlassen wird. Die Spartaner hüten ihre Staatsangelegenheiten streng vor Ausländern, was das Schweigen der antiken Quellen über Cleomenes erklärt.
*'''370:''' Agesilaos II.: Nach Leuktra konzentriert sich Agesilaos auf die Verteidigung Spartas gegen innere und äußere Gefahren. 370 v. Chr. führt Epameinondas mehrere Heere nach Lakonien, und Agesilaos trägt maßgeblich dazu bei, Sparta trotz Revolten von Heloten, Periöken und Teilen der Bürgerschaft sowie trotz der Angriffe von außen zu halten; die Stadt bleibt unbefestigt, wird aber nicht erobert. Gleichzeitig versucht er, durch diplomatische Missionen, etwa Gesandtschaften nach Mantineia, Bündnispartner zu sichern und Spartas Position im Peloponnes zu verteidigen.
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*'''371:''' Agesilaos II.: Die spartanische Politik, an der Agesilaos maßgeblich beteiligt ist, verhindert jedoch notwendige Reformen der spartanischen Gesellschaft und verschärft die Spannungen zu anderen Poleis. Er wirkt an der gewaltsamen Niederschlagung mehrerer Verschwörungen und Aufstände mit, einschließlich von Erhebungen der Heloten und Unruhen unter Periöken und sogar Spartanern, womit er vorerst den inneren Zusammenhalt Spartas sichert, gleichzeitig aber das Bild eines starr konservativen Regimes verstärkt. 371 v. Chr. kommt es zum entscheidenden Bruch: Auf einer Friedenskonferenz weigert sich Agesilaos, den Thebanern zu gestatten, den Vertrag im Namen ganz Böotiens zu unterzeichnen, was zur Fortsetzung des Konflikts führt. Im gleichen Jahr unterliegt der andere spartanische König Kleombrotos I. den Thebanern unter Epameinondas in der Schlacht von Leuktra, was das Ende der langjährigen spartanischen Vorherrschaft in Griechenland einleitet. Die Niederlage zerstört die militärische Überlegenheit Spartas, dem nun eine von Theben bestimmte Phase der griechischen Geschichte gegenübersteht, während Agesilaos versuchen muss, in der Defensive die Reste der spartanischen Macht zu sichern.
*'''371:''' [http://de.wikipedia.org/wiki/Archidamos_III. Archidamos (später Archidamos III.)] wird um 400 v. Chr. in das spartanische Königsgeschlecht der Eurypontiden geboren; er ist Sohn des Königs Agesilaos II. und Enkel des Archidamos II.. Schon als Prinz vertritt er mehrfach seinen alt gewordenen Vater und übernimmt bei Feldzügen den Oberbefehl über das spartanische Heer.​ Im Jahr 371 rückt Archidamos anstelle des erkrankten Agesilaos mit dem restlichen spartanischen Aufgebot aus, um die Überlebenden des bei Leuktra von den Thebanern geschlagenen spartanischen Heeres zu retten. Jason von Pherai vermittelt jedoch bereits zwischen den Thebanern und den geschlagenen Spartanern, sodass Archidamos die eigenen Truppen, die sich schon auf dem Heimweg befinden, bei Aigosthena an der Grenze von Megara und Böotien trifft und mit ihnen nach Sparta zurückkehrt.
*'''387:''' Agesilaos II.: Der Krieg endet 387 v. Chr. mit dem sogenannten Königsfrieden (Frieden des Antalkidas), den Persien diktiert und den Agesilaos nachdrücklich unterstützt, weil er Spartas Vormachtstellung gegenüber den anderen Griechen sichert, auch wenn er die Rückgabe der kleinasiatischen Griechenstädte an den Perserkönig einschließt. Nach dem Königsfrieden verlagern sich die Konflikte auf die Frage, wie die Bestimmungen zur Unabhängigkeit der Poleis auszulegen sind. Agesilaos nutzt die Vertragsklauseln, um die Auflösung gegnerischer Bündnisse zu betreiben, insbesondere der böotischen Föderation unter Führung Thebens, und trägt damit zu einer Verschärfung der Rivalität zwischen Sparta und Theben bei. In den 380er und frühen 370er Jahren setzt er wiederholt militärische Mittel ein, um Theben zu isolieren und seine Bündnisse zu sprengen, und befürwortet ein hartes Vorgehen gegen Städte, die sich Spartas Hegemonie entziehen wollen.
*'''391:''' Agesilaos II.: Ab 391 v. Chr. erzwingt Spartanlands militärische Präsenz unter seiner Führung die Auflösung mehrerer spartafeindlicher Bündnisse und bedrängt vor allem Korinth und Theben, deren Festungen und Umland in mehreren Feldzügen verwüstet werden.
*'''394:''' Agesilaos II.: Im Jahr 395 beginnt der sogenannte Korinthische Krieg, in dem Theben, Athen, Korinth und Argos, unterstützt von persischen Mitteln, gegen Sparta kämpfen. Agesilaos kehrt aus Asien zurück, um in Griechenland selbst das Kommando zu übernehmen, und stellt sich der Koalition im Inland entgegen. Im Jahr 394 v. Chr. erringt er bei Koroneia in Böotien einen wichtigen Sieg über die antispartanischen Verbündeten, was seine Reputation als erfolgreicher Feldherr weiter steigert, auch wenn Sparta zur gleichen Zeit bei Knidos zur See eine schwere Niederlage erleidet. In den folgenden Jahren führt Agesilaos immer wieder spartanische Heere in Mittelgriechenland, um der Koalition entgegenzutreten und Spartas Hegemonialstellung zu verteidigen.
*'''396:''' Agesilaos II.: Kurz nach seiner Thronbesteigung steht die Sicherung und Ausweitung der spartanischen Hegemonie im Vordergrund, sowohl gegenüber anderen griechischen Poleis als auch gegenüber dem Perserreich, das nach dem Peloponnesischen Krieg wieder verstärkt in die griechischen Angelegenheiten eingreift. Um die griechischen Städte in Kleinasien vom persischen Großkönig zu lösen und Spartas Einfluss dort zu festigen, übernimmt Agesilaos von 396 bis 394 v. Chr. das Feldherrenamt im Krieg gegen Persien. Agesilaos führt ein Heer nach Kleinasien, dringt über Ephesos und Phrygien bis nach Sardes vor und erzielt dort militärische Erfolge, die den ionischen Küstenstädten zeitweilig die Lösung aus dem persischen Staatsverband ermöglichen. Er tritt dabei als König auf, der erstmals in der spartanischen Geschichte zugleich Land- und Seestreitkräfte in Asien kommandiert, und stärkt den Ruf Spartas als Führungsmacht der Griechen. Seine Unternehmung muss jedoch abgebrochen werden, als sich in Griechenland eine breite, von persischem Geld unterstützte Koalition gegen Sparta formiert, die einen neuen Krieg im Mutterland auslöst.
*'''399:''' Agesilaos II.: Im Jahr 400 v. Chr. stirbt Agis II., und nach spartanischer Tradition soll eigentlich sein Sohn Leotychidas den Thron besteigen. Dessen Legitimität ist aber umstritten, weil Agis Leotychidas zeitweise als Sohn des athenischen Politikers Alkibiades betrachtet und ihn daher zurückweist, bevor er ihn kurz vor seinem Tod doch wieder anerkennt. Ein Teil der spartanischen Führung bezweifelt, dass Leotychidas wirklich aus königlichem Geblüt stammt, und im Machtkampf um die Nachfolge setzt sich schließlich Agesilaos durch, der als vollgültiger Sohn des Archidamos II. gilt und nun König von Sparta wird. - Im Inneren Spartas gewinnt Agesilaos durch seine konsequente Unterordnung unter Gesetze und Institutionen eine besondere Autorität. Er gibt sich als König, der den Ephoren gehorcht, sich der spartanischen Einfachheit verpflichtet und keine fremdländischen Luxusgewohnheiten übernimmt, obwohl er große Auslandskommandos geführt hat. Dieses Verhalten verschafft ihm einen Einfluss auf die spartanische Politik, wie ihn seit dem Ende des 6. Jahrhunderts v. Chr. kein König mehr erreicht, und lässt ihn nicht nur als Feldherr, sondern auch als Staatsmann hervortreten, der viele Entscheidungen des Gemeinwesens prägt.
*'''443:''' [http://de.wikipedia.org/wiki/Agesilaos_II. Agesilaos] ist um 443 v. Chr. in Sparta geboren und gehört zum Königshaus der Eurypontiden. Er ist der jüngere Sohn des Königs Archidamos II., sein älterer Stiefbruder ist Agis II., der aus einer früheren Ehe des Vaters stammt. Da Agis II. einen Sohn namens Leotychidas hat, gilt Agesilaos zunächst nicht als Thronanwärter, sondern wächst als Angehöriger der königlichen Familie ohne unmittelbare Aussicht auf die Königswürde auf. In seinen Jugend- und frühen Erwachsenenjahren erlebt Agesilaos die Endphase des Peloponnesischen Krieges, in dem Sparta gegen Athen um die Vorherrschaft in Griechenland kämpft. Er lernt das Kriegshandwerk in dieser von Feldzügen und Machtkämpfen geprägten Zeit und eignet sich den Ruf eines tapferen, körperlich anspruchslosen und persönlich bescheiden lebenden Spartiatens an. Diese persönliche Strenge und Gesetzestreue entspricht dem spartanischen Ideal und bereitet den Boden dafür, dass er später als König eine ungewöhnlich starke Stellung innerhalb des spartanischen Gemeinwesens einnimmt.
'''Kos'''
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'''Bosporanisches Reich'''
'''Bosporanisches Reich'''
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*[https://en.wikipedia.org/wiki/Leucon_I König Leukon I. (389–349)] <br />
*[https://en.wikipedia.org/wiki/Leucon_I König Leukon I. (389–349)] <br />
*[https://en.wikipedia.org/wiki/Gorgippus König Gorgippos (389–349)] <br />  
*[https://en.wikipedia.org/wiki/Gorgippus König Gorgippos (389–349)] <br />  
*'''389:''' Leukon: Leukon I. wird um 410 v. Chr. oder früher als Sohn des bosporanischen Königs Satyrus I und Enkel von Spartokos I geboren, der die frühere griechische Archaianaktiden-Dynastie gewaltsam abgesetzt hat. Spartokos I ist thrakischer Herkunft und hat möglicherweise Verbindungen zur königlichen Dynastie der Odrysen. Leukon wächst in einem Reich auf, in dem sein Vater bereits Kriege gegen Nachbarn führt, insbesondere gegen die Ixomaten unter ihrer Königin Tirgatao. Leukon nimmt als junger Mann am Krieg seines Vaters gegen Tirgatao teil und erlebt, wie sein Bruder Metrodoros als Geisel getötet wird. Zu seinen griechischen Untertanen gilt Leukon formal nur als „Archon“, während ihn die einheimischen Stämme als König ansehen. Die Athener betrachten ihn trotz dieser Stellung als Tyrannen, sehen ihn aber zugleich als Freund Athens. Satyrus I führt einen Angriffskrieg gegen die griechische Stadt Theodosia, der mit einer erfolglosen Belagerung endet und bei dem er den Tod findet. Nach dem Tod des Vaters um 389 v. Chr. übernimmt Leukon gemeinsam mit seinem Bruder Gorgippos die Herrschaft über das Bosporanische Reich; Gorgippos richtet seinen Sitz auf der asiatischen Seite in der Stadt Gorgippia ein, die er nach sich benennt. Leukon führt zugleich die von seinem Vater begonnenen Kriege fort, unter anderem gegen Theodosia und Chersones mit dem Ziel, alle griechischen Kolonien am Bosporos einzugliedern. Kurz nach seinem Regierungsantritt greift Leukon Theodosia erneut an und beginnt eine erste eigene Belagerung, die jedoch scheitert, weil der von Herakleia Pontike entsandte Feldherr Tynnichos durch eine List mit zahlenmäßig unterlegenen Truppen die Stadt entsetzt. Leukon erbt außerdem den Krieg gegen die Ixomaten, macht aber bald darauf mit seiner Bruder Gorgippos Frieden mit diesem Volk und richtet seine Aufmerksamkeit nun stärker nach Westen. In der Frühphase seiner Herrschaft hat er mit inneren Unruhen zu kämpfen, muss eine von Höflingen und sogar vertrauten Freunden angezettelte Verschwörung niederschlagen und stützt sich dabei auf die Unterstützung von Kaufleuten. Leukon heiratet irgendwann während seiner Regierungszeit eine Frau namens Theodosia, die vermutlich eine Tochter des einflussreichen Diplomaten Sopaios ist. Aus dieser Ehe gehen die Söhne Spartokos II, Apollonios und Paerisades I hervor, die später die Dynastie fortsetzen. Um seine Finanzpolitik zu stärken, führt Leukon eine halb-betrügerische Münzreform durch, bei der er alle Münzen einziehen lässt und zu neuen Stücken mit dem doppelten Nennwert umprägen lässt. In einem weiteren frühen Schritt zur inneren Sicherung entlässt Leukon gemäß dem Bericht des Aineas Taktikos alle Gardisten, die Spielschulden haben, da ihre Loyalität im Fall einer Belagerung fraglich erscheint. Diese Maßnahme soll sicherstellen, dass seine unmittelbare Leibwache nur aus unverschuldeten, verlässlichen Männern besteht. Parallel dazu setzt er seine Expansionspolitik gegen benachbarte griechische Städte fort.
*'''389:''' Georgippos: Gorgippos ist Sohn des Satyros I. und gehört zur spartokidischen Dynastie des Bosporanischen Reiches. Nach dem Tod seines Vaters übernimmt er gemeinsam mit seinem Bruder Leukon die Herrschaft über das Bosporanische Reich und regiert von 389 bis 349 v. Chr. als Mitkönig. Er richtet seinen Herrschersitz auf der asiatischen Seite des Reiches ein, in der Stadt Sindia, der Hauptstadt des Sindike‑Königreichs, und benennt sie nach sich selbst in Gorgippia um. Im Rahmen der bosporanischen Expansionskriege tritt Gorgippos als wichtige Figur hervor, nachdem er Mitregent geworden ist. Er beendet offenbar den Krieg, den sein Vater Satyrus I zuvor erfolglos gegen die Königin Tirgatao der Maeotier begonnen hat, die Satyrus in früheren diplomatischen Beziehungen mit Hekataios verletzt hat. Während seiner Regierungszeit liefert Gorgippos dem athenischen Redner Demosthenes jährlich tausend Scheffel Getreide, wie eine gegen Demosthenes gerichtete Rede behauptet. In derselben Rede gilt Gorgippos, zusammen mit Paerisades I und Satyrus I, als einer der „verhassten Tyrannen“, denen Demosthenes wegen der Beziehung seines Großvaters zu den Spartokiden Statuen in Athen errichtet hat. Gorgippos hat eine Tochter namens Komosarye, die möglicherweise sindischer Herkunft ist. Komosarye heiratet ihren Cousin Paerisades, den Sohn Leukons, der später selbst Herrscher des Bosporanischen Reiches wird.
*'''389:''' [https://en.wikipedia.org/wiki/Satyrus_I König Satyros I. (432-389)]
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'''Bithynien'''
'''Bithynien'''


*[http://de.wikipedia.org/wiki/Bas_(Bithynien) Regent Bas (376-326)] <br />
*[http://de.wikipedia.org/wiki/Bas_(Bithynien) Regent Bas (376-326)] <br />
*'''378:''' Bas, 397 oder 396 als Sohn des bithynischen Herrschers Boteiras geboren, übernimmt 378/377 die Herrschaft über Bithynien, vermutlich noch in lockerer Abhängigkeit vom Perserreich. [[-334#GRIECHEN | Fortsetzung 334]]


'''Salamis'''
'''Salamis'''


*[https://en.wikipedia.org/wiki/Nicocles_of_Salamis Nikokles (374/373–361)] <br />
*[https://en.wikipedia.org/wiki/Nicocles_of_Salamis Nikokles (374/373–361)] <br />
*'''374:''' Im Jahr 374/373 tritt Nikokles die Nachfolge seines vermutlich Vater Evagoras I. als König von Salamis an. Die Quellen erwähnen ihn ausdrücklich als alten zyprisch-griechischen Herrscher und ordnen seine Thronbesteigung in diese Jahresangabe ein. Nikokles übernimmt ein Reich, dessen Staatskasse durch die Kriege seines Vaters stark erschöpft ist. Er entscheidet sich dennoch dafür, die philhellenische, also griechenfreundliche, Politik Evagoras’ I. weiterzuführen und knüpft damit bewusst an dessen außenpolitische Linie an. In der Regierungszeit des Nikokles herrscht im Königreich Salamis weitgehend Frieden, und das Land erlebt eine Phase des Wohlstands. Es wird berichtet, dass unter seiner Herrschaft das Königreich blüht und sich wirtschaftlich erholt. Nikokles füllt die durch die Kriege seines Vaters geleerte Staatskasse wieder auf, ohne seine Untertanen mit übermäßigen Steuern zu belasten. Zeitgenössische und spätere Darstellungen zeichnen ihn als milden und gerechten Herrscher, der seine Macht maßvoll ausübt und soziale Stabilität wahrt. Der Redner Isokrates, der zwei Reden direkt an Nikokles richtet und ihn in einer weiteren Rede zum Thema macht, lobt seinen starken Sinn für Literatur und Philosophie. Als Beweis für die Wertschätzung des Königs gilt, dass Nikokles Isokrates für eine Lobrede ein Geschenk von zwanzig Talenten überreicht, was als außergewöhnlich großzügige Geste beschrieben wird. Isokrates preist außerdem die Reinheit der häuslichen Verhältnisse des Nikokles und stellt ihn als vorbildlichen Familienmann dar. Demgegenüber schildern Theopompos und Anaximenes von Lampsakos Nikokles als Mann üppiger Lebensweise, der mit Straton von Sidon in Pracht, Festgelagen und sinnlichen Genüssen wetteifert. Diese Berichte betonen die luxuriöse Hofkultur und stellen seine Person weniger asketisch dar als die idealisierende Darstellung bei Isokrates. Einige spätere Autoren vertreten die Vermutung, Nikokles sei an der Verschwörung beteiligt gewesen, der sein Vater Euagoras zum Opfer gedallen ist. Es wird jedoch ausdrücklich festgestellt, dass es hierfür keine belastbare antike Autorität gibt und diese Vermutung eher eine nachträgliche Erklärungstheorie ist. Der Gedanke, Nikokles sei der Eunuch gewesen, der Evagoras ermordete, geht auf einen Fehler des Historikers Diodoros zurück.
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==ODRYSEN==
==ODRYSEN==


*[https://en.wikipedia.org/wiki/Cotys_I_(Odrysian) König Kotys I. (384–360)] <br />
*[https://en.wikipedia.org/wiki/Cotys_I_(Odrysian) König Kotys I. (384–360)] <br />
*'''375:''' Kotys I.: In den frühen 370er‑Jahren v. Chr. verstärken sich die Spannungen zwischen Kotys und Athen, weil Kotys sein Königreich Richtung Ägäis und in die thrakische Chersones ausdehnt. Als Reaktion darauf entsteht in den frühen 370er‑Jahren die Zweite Attische Seebund‑Konföderation, der sich zahlreiche Städte und Inseln anschließen, um sich unter anderem gegen die Bedrohung durch Kotys zu schützen. Um 375 v. Chr. unterstützt Kotys vermutlich Hales, den Anführer der Triballer, eines mächtigen thrakischen Stammes im Nordwesten, bei seinem Angriff auf Abdera. Nach Diodor kann die Stadt erst durch das Eingreifen des athenischen Feldherrn Chabrias gerettet werden, dessen Truppen Abdera anschließend besetzt halten.
*[[-365#ODRYSEN | Fortsetzung 365]]
*'''384:''' Kotys I.: Im Jahr 384 v. Chr. beginnt die eigentliche Herrschaftszeit des Kotys I, die 24 Jahre dauert. Er gelangt vermutlich zunächst im thrakischen Binnenland zur Königswürde und setzt sich mit Hilfe seines Schwiegersohns Iphikrates als Erbe des Hebryzelmis durch. In diesem Machtkampf beseitigt er die Opposition rivalisierender Linien, möglicherweise einschließlich Amadokos II und Saratokos. Archäologische Funde mit der Aufschrift von Kotys nach Norden und Westen deuten darauf hin, dass er seine Einflusssphäre in diese Richtungen ausdehnt und Kontakte knüpft, die in den erzählenden Quellen keine Erwähnung finden. Sein Name erscheint mehrfach auf Gefäßen des Rogozen‑Schatzes; in einem Fall wird er sogar als Sohn des Gottes Apollon bezeichnet, was seinen königlichen Anspruch mythologisch überhöht, auch wenn unklar bleibt, wie dieser Schatz in das Gebiet der Triballer gelangt.
*'''390:''' Kotys I.: Seine Abstammung ist lange unklar, doch eine attische Inschrift von 330 v. Chr. nennt einen Reboulas als Bruder des Kotys und Sohn eines Königs Seuthes, was Kotys als Sohn des Seuthes I ausweist. Da Seuthes II bei der Abdankung des Seuthes I im Jahr 411 v. Chr. erst etwa sieben Jahre alt ist, erkennt die heutige Forschung Seuthes I als Vater des Kotys an. In diese Zeit fällt wohl auch die Geburt der Tochter des Kotys, die später den athenischen Feldherrn Iphikrates heiratet, sowie die Geburt ihres Sohnes Menestheus, sodass Kotys bereits vor 400 v. Chr. als erwachsener Angehöriger des Königshauses präsent ist. Im Jahr 390 v. Chr. kommt der athenische Feldherr Iphikrates nach Thrakien, unterstützt seinen Kollegen Thrasybulos und vermittelt Frieden zwischen den thrakischen Herrschern Amadokos I und Seuthes II; beide werden Verbündete Athens. Iphikrates bleibt etwa zwei Jahre in Thrakien und heiratet in prunkvollem Rahmen eine Tochter des Kotys, was zeigt, dass Kotys bereits damals eine herausgehobene, wenn auch politisch noch nicht voll greifbare Stellung im odrysischen Königshaus innehat. In dieser Phase wird Kotys von der modernen Forschung vorsichtig als Bruder des Hebryzelmis gedeutet, jenes Königs, der 386/385 v. Chr. in einem athenischen Ehrendekret als odrysischer Herrscher erscheint.


==ACHÄMENIDENREICH==
==ACHÄMENIDENREICH==
Aristoteles geb. 384


*[http://de.wikipedia.org/wiki/Artaxerxes_II. Großkönig Artaxerxes II. (404–358)] <br />
*[http://de.wikipedia.org/wiki/Artaxerxes_II. Großkönig Artaxerxes II. (404–358)] <br />
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*[https://en.wikipedia.org/wiki/Datames Satrap Datames (Kappadokien, 380-362)] <br />
*[https://en.wikipedia.org/wiki/Datames Satrap Datames (Kappadokien, 380-362)] <br />
*[https://en.wikipedia.org/wiki/Mausolus Satrap Mausolus (Karien, 377–353)] <br />
*[https://en.wikipedia.org/wiki/Mausolus Satrap Mausolus (Karien, 377–353)] <br />
*'''370:''' Artaxerxes II.: Im Osten des Reiches erhebt sich das Volk der Kadusier, gegen das Artaxerxes persönlich ins Feld zieht, um den Aufstand niederzuschlagen. Gleichzeitig vertieft sich im Westen die Krise: Der Vertrauensverlust gegenüber Datames trägt dazu bei, dass dieser um 370 v. Chr. einen Aufstand entfacht, der in der älteren Forschung als „großer Satrapenaufstand“ gilt, dessen tatsächliche Ausdehnung heute aber als geringer eingeschätzt wird. Mehrere Satrapen, vor allem Maussollos in Karien, nutzen die Schwäche des Zentrums und regieren in der Praxis weitgehend unabhängig vom Großkönig. In Griechenland entsteht dadurch das Bild eines schwachen Artaxerxes, dessen Macht beschnitten ist, wodurch Athen und Theben ihre Position stärken und letztlich die spartanische Vorherrschaft in den Schlachten von Leuktra und Mantineia brechen können. Artaxerxes ist inzwischen ein alter Mann und überlässt die Kontrolle an der Westgrenze weitgehend den dortigen Satrapen, die stark aus Eigeninteresse handeln. Die aus griechischer Sicht häufige Darstellung eines schwachen und machtlosen Herrschers kontrastiert mit dem Faktum, dass er trotz dieser Krisen eine der längsten und – im Ergebnis – stabilsten Regierungszeiten der Achämeniden besitzt.
*'''370: ''' Datames erhält vom König den Oberbefehl über ein großes Heer, das nach dem Scheitern des Feldzuges des Pharnabazos II. die verlorene Provinz Ägypten für das Achämenidenreich zurückgewinnen soll. Dieser Auftrag macht ihn zu einem der wichtigsten Militärführer des Reiches, setzt ihn aber gleichzeitig der Intrige seiner Rivalen am Hof in Susa aus. Die Feinde von Datames betreiben am persischen Hof gezielt Verleumdungen und schaffen eine Atmosphäre, in der er mit Anschuldigungen und möglicherweise mit der Gefahr der königlichen Strafe rechnen muss. Angesichts dieser Bedrohung entscheidet er sich, den geplanten Ägyptenfeldzug aufzugeben, die königliche Loyalität zu kündigen und seine Truppen nach Kappadokien zurückzuführen, wo er sich der Autorität Artaxerxes’ II. entzieht. Dort schließt sich Datames dem sogenannten Satrapenaufstand an, in dem mehrere westliche Satrapen des Reiches gegen den Großkönig rebellieren. Artabazos, der loyale Satrap von Hellespontinischer Phrygien, marschiert mit königstreuen Truppen von Pisidien aus gegen Datames, wird jedoch von ihm vollständig geschlagen. Der militärische Erfolg des Datames ist so deutlich, dass Artaxerxes II. nun größte Anstrengungen unternimmt, um ihn wieder zu unterwerfen. Der Großkönig entsendet Autophradates mit einem großen Heer gegen den abtrünnigen Satrapen, doch auch dieser Feldzug scheitert: Autophradates ist gezwungen, sich mit erheblichen Verlusten zurückzuziehen. Datames behauptet sich damit als einer der militärisch stärksten Gegner des Königs im Westen des Reiches.
*[[-367#ACHÄMENIDENREICH | Fortsetzung 367]]
*'''373:''' Aristoteles:  Nach dem Tod seines Vaters im Alter von 11 Jahren wächst Aristoteles bei seinem Stiefbruder Proxenos von Atarneus in Mysien auf.​ Aristoteles freundet sich schon früh mit Hermias von Atarneus an, dem späteren Tyrannen der Stadt.​
*'''375:''' Artaxerxes II.: Nachdem die Westgrenze durch den Königsfrieden konsolidiert scheint, richtet Artaxerxes seinen Blick auf das verlorene Ägypten, dessen Rückgewinnung für ihn höchste Priorität hat. Um 375 v. Chr. setzt er Datames, den Satrapen von Kilikien, als Oberbefehlshaber einer persischen Streitmacht ein, die Ägypten zurückerobern soll. Da Datames in Kleinasien seine eigene Macht stark ausweitet, wächst das Misstrauen des Großkönigs, und Artaxerxes entzieht ihm schließlich das Kommando über den Ägyptenfeldzug. Statt Datames beauftragt er Pharnabazos und den athenischen Feldherrn Iphikrates mit der Führung des Unternehmens, doch der Feldzug scheitert am erbitterten Widerstand der Ägypter, die sich auf griechische Hilfstruppen stützen, was für Artaxerxes einen schweren Rückschlag bedeutet.
*'''377:''' Mausolos ist der älteste Sohn des Karers Hekatomnos, der kurz nach dem Tod des Tissaphernes um 395–392 zum Satrapen von Karien im Achämenidenreich aufsteigt und damit die Dynastie der Hekatomniden begründet. Zwischen den frühen 370er Jahren und 377 teilt Mausolos möglicherweise bereits faktisch die Herrschaft über Karien mit seinem Vater; beide erscheinen gemeinsam auf dem Sarkophag des Hekatomnos und in einer Statuengruppe aus Kaunos. Nach dem Tod des Hekatomnos 377/376  übernimmt Mausolos offiziell das Satrapenamt in Karien. Früh in seiner Regierungszeit heiratet Mausolos seine Schwester Artemisia II. und bildet mit ihr ein Herrscherpaar ohne Kinder, was als symbolische Geschwisterehe gedeutet wird. Obwohl nur Mausolos formell Satrap genannt wird, übt Artemisia zugleich politische Autorität als gemeinsame Dynastin aus. Etwa in dieselbe frühe Phase fällt der Entschluss, die Hauptstadt von Mylasa nach Halikarnassos zu verlegen, wo Mausolos die Stadt auf einem neuen Rasterplan wiedergründet und durch Zusammenlegung umliegender karischer Dörfer (Theangela, Sibde, Medmasa, Euralium, Pedasos, Telmissos) stark vergrößert. Nach dem Korinthischen Krieg und dem Königsfrieden von Antalkidas 387 der die kleinasiatischen Griechenstädte den persischen Satrapen zuweist und zugleich die Autonomie der griechischen Inseln garantiert, wächst der Einfluss der Satrapen im Westen des Reiches. In den 370er und frühen 360er Jahren dominiert der Dynast Perikles von Limyra zeitweise ein unabhängiges Lykien und stellt sich offen gegen persische Herrschaft, wodurch er Teil der später sogenannten Satrapenrevolte ist. Diese eigenständige lykische Herrschaft endet um 362, als Autophradates von Lydien Lykien wieder für den Großkönig unterwirft und sich dort kurzzeitig selbst als König und Satrap einsetzt.
*'''380:''' Datames wird um 407 in eine hochrangige persische Familie geboren. Sein Vater ist Camisares, ein iranischer Satrap, der unter Großkönig Artaxerxes II. die Provinz Kilikien verwaltet und zu den Adligen gehört, die im Streit zwischen Artaxerxes II. und Kyros dem Jüngeren auf Seiten des Königs stehen. Seine Mutter ist die paphlagonische Prinzessin Skytissa, die Camisares vermutlich kurz vor oder um 401 v. Chr. heiratet, sodass Datames von Geburt an sowohl in die persische Adelsschicht als auch in die paphlagonische Oberschicht eingebunden ist. Datames trägt verschiedene Namensformen: In Altpersisch heißt er Dātama oder Dātāma, im Aramäischen erscheint er als Tadanmu, die griechische Form lautet Datames, und zusätzlich ist der Name Tarkamuwa belegt, der luwischen Ursprungs ist und „mächtiger Eroberer“ bedeutet. In den 380er Jahren v. Chr. dient Datames am Hof von Artaxerxes II. und gehört zur Leibgarde des Großkönigs. In dieser Funktion nimmt er am Feldzug gegen die Kadusier teil, ein schwieriger Bergkrieg im Nordwesten des Reiches, in dem er sich militärisch auszeichnet und das besondere Vertrauen des Königs gewinnt. Während dieses Krieges fällt sein Vater Camisares, der bisher als Satrap von Kilikien amtiert und im Ansehen des Herrschers sehr hoch steht. Artaxerxes II. überträgt daraufhin Datames die Nachfolge im Satrapenamt über die Provinz seines Vaters – die Überlieferung schwankt, ob es sich dabei um Kappadokien oder Kilikien handelt, doch in jedem Fall übernimmt Datames in den 380er Jahren die höchste Zivil- und Militärgewalt einer wichtigen Satrapie im westlichen Teil des Achämenidenreiches. In seinem neuen Amt zeigt Datames weiterhin außerordentliche militärische Fähigkeiten und Loyalität gegenüber dem Großkönig. Er führt Feldzüge gegen aufständische oder abtrünnige Provinzfürsten: Thyos, den Gouverneur von Paphlagonien, sowie Aspis von Katanien, die sich von Artaxerxes abgewandt haben, bringt er wieder unter die Oberhoheit des Königs. Diese Erfolge festigen seinen Ruf als tatkräftiger und zuverlässiger Satrap, der sowohl die Interessen des Zentrums durchsetzt als auch seine Provinz militärisch sichern kann.
*'''387:''' Artaxerxes II.: Als Sparta auf dem griechischen Festland militärisch die Oberhand zurückgewinnt, sich aber gegen die persischen Kräfte nicht durchsetzen kann, wird 387 v. Chr. in Sardes der sogenannte Königsfrieden ausgehandelt, dessen Bestimmungen Artaxerxes im Folgejahr allen griechischen Parteien verkünden lässt. Der Vertrag, den der spartanische Unterhändler Antalkidas mit ausgehandelt hat, legt fest, dass die Städte in Kleinasien sowie Klazomenai und Zypern dem Großkönig gehören, während die übrigen griechischen Städte – mit Ausnahme der athenischen Kleruchien Lemnos, Imbros und Skyros – autonom sein sollen. Artaxerxes tritt als Garant des Friedens auf und droht jedem, der den Vertrag nicht annimmt, Krieg zu Lande und zur See mit Schiffen und Geld an, wobei Sparta praktisch als Vollstrecker seiner Politik fungiert und für einige Jahre noch einmal als Hegemon bestätigt wird.
*'''388:''' Ariobarzanes: Im Jahr 388 v. Chr. unterstützt Ariobarzanes den spartanischen Politiker und Feldherrn Antalkidas, der als persisch gestützter Vermittler den sogenannten Königsfrieden vorbereitet, der später den Peloponnesischen Krieg und seine Nachfolgekonflikte beendet. Diese Unterstützung zeigt, dass Ariobarzanes auch als Satrap aktiv in die griechische Politik eingreift und persische Interessen durch gezielte Kooperation mit spartanischen Akteuren verfolgt. Bis 368 v. Chr. behält Ariobarzanes eine hohe Stellung im persischen Machtgefüge und verfügt offenbar über genügend Einfluss, um im Namen des Königs diplomatische Missionen zu organisieren. In diesem Jahr entsendet er eine Gesandtschaft nach Griechenland, die von Philiskos von Abydos geleitet wird. Die Mission dient dazu, die griechischen Angelegenheiten im Sinne des Perserreiches zu ordnen und Allianzen zu festigen oder zu überprüfen. Sowohl Philiskos als auch Ariobarzanes und drei seiner Söhne werden in Athen zu Bürgern erhoben, was eine außergewöhnliche Ehrung darstellt und auf bedeutende Dienste zugunsten der Stadt schließen lässt. Diese Verleihung des Bürgerrechts macht deutlich, wie eng Ariobarzanes mit Athen verbunden ist und wie sehr die Athener seine Rolle als Vermittler und Unterstützer schätzen.
*'''399:''' Artaxerxes II.: In den Jahren unmittelbar nach dem Bruderkrieg kommt es zu einer neuen Konfrontation mit Sparta, dessen Politik eng mit Kyros verbunden gewesen war. Mehrere griechische Städte in Kleinasien, die zuvor die gleiche Linie verfolgt hatten, sehen sich durch die Politik des neuen persischen Generalgouverneurs Tissaphernes bedroht und wenden sich Hilfe suchend an Sparta. Sparta reagiert mit einem Feldzug: Von 399 bis 394 v. Chr. zieht sich der Kampf hin, bis die Spartaner sich zurückziehen müssen, nachdem die persische Flotte unter dem aus Athen stammenden Nauarchen Konon mehrfach siegt und schließlich sogar die spartanische Hegemonie in Griechenland selbst in Frage stellt. Artaxerxes misst den Entwicklungen im Ägäisraum deutlich mehr Gewicht bei als seine Vorgänger und nutzt die Seemacht seines Reiches, um Sparta zu schwächen. Im sogenannten Korinthischen Krieg von 399 bis 386 v. Chr. verbündet sich Artaxerxes mit Athen und Theben gegen Sparta und unterstützt seine Verbündeten finanziell und militärisch.
*'''401:''' Artaxerxes II.: Kyros, der sich mit dem Thronverlust in Ägypten nicht abfindet, beginnt in Kleinasien, Truppen zu sammeln, darunter mehrere tausend griechische Söldner, und plant im Frühjahr 401 v. Chr. einen Feldzug gegen seinen Bruder. Als Vorwand dient Kyros der angebliche Zug zur Niederschlagung eines Aufstands in Kleinasien; tatsächlich marschiert er von Sardes aus nach Osten und zählt auf die Unterstützung Spartas, das ihm wegen seiner Hilfe im Peloponnesischen Krieg dankbar ist und Schiffe in Aussicht stellt. Unter den Griechen im Heer des Kyros befindet sich auch Xenophon, dessen Werk Anabasis die Ereignisse des Feldzuges und insbesondere den Rückzug der Griechen später detailliert schildert. Der Satrap Tissaphernes warnt Artaxerxes rechtzeitig vor der Rebellion, sodass der Großkönig Truppen sammeln kann und es im Herbst 401 v. Chr. in Babylonien bei Kunaxa zur Entscheidungsschlacht kommt. Kyros’ Truppen scheinen anfangs zu siegen, doch Kyros unternimmt einen waghalsigen Angriff, um seinen Bruder persönlich zu töten, wird dabei schwer verwundet und stirbt kurz darauf, womit der Aufstand zusammenbricht. Die griechischen Söldner, die auf dem Schlachtfeld militärisch erfolgreich sind, geraten nun in die feindliche Tiefe und müssen sich, wie Xenophon berichtet, unter wechselnden Angriffen persischer Statthalter, aber ohne entscheidende Verluste, mühsam nach Griechenland durchschlagen. Nach dem Sieg lässt Artaxerxes die engsten Anhänger des Kyros bestrafen, während er loyale Würdenträger reich belohnt und damit seine Herrschaft im Inneren rasch wieder stabilisiert.
*'''401:''' Mithridates I. gehört dem persischen Adel an und steigt zu einem Dynasten im Einflussbereich des Achämenidenreiches auf (Die [https://fr.wikipedia.org/wiki/Mithridate_de_Cius französische Wikipedia] führt ihn als Satrapen). In der späteren Forschung besteht die verbreitete Auffassung, dass er als Herrscher der Stadt Kios am Marmarameer regiert, doch lässt sich diese Zuordnung in den überlieferten Quellen nicht eindeutig nachweisen. Die Vorstellung, er sei "Herrscher von Kios", beruht vor allem auf nachträglichen Rekonstruktionen der Geschichtswissenschaft, nicht auf direkter antiker Bezeugung. Möglicherweise steht Mithridates I. in Verbindung mit den von Gobryas, einem Sohn Dareios’ I., abstammenden Besitzungen in Mariandynien, deren Erbverhältnisse später in einer modernen Studie mit seiner Person in Verbindung gebracht werden. Mithridates I. könnte mit einem namensgleichen Gefährten des Prinzen Kyros (Kyros des Jüngeren), der 401 stirbt, identisch sein; dieser Mithridates tritt in Xenophons ''Anabasis'' im Umfeld der Unternehmung des Kyros gegen seinen Bruder Artaxerxes II. auf. Ebenfalls wird erwogen, ob Mithridates I. mit einem gleichnamigen Satrapen von Kappadokien und Lykaonien identisch ist, der ebenfalls aus der ''Anabasis'' bekannt ist. Diodor berichtet, dass nach seinem Tod der Satrap von Phrygien, Ariobarzanes, dieses Reich übernimmt. Diodor stellt diese Notiz in den Zusammenhang des beginnenden Satrapenaufstandes im Jahr 362 v. Chr., in welchem der Archon Molon in Athen amtiert, doch bleibt unklar, ob Mithridates tatsächlich in diesem Jahr stirbt. Ebenso ist unbekannt, ob Ariobarzanes als sein Sohn zu gelten hat und in welcher geographischen Ausdehnung dieses „Königreich“ besteht. Die Forschung hat lange versucht, die von Diodor erwähnte Nachfolge mit anderen Überlieferungen über angebliche Familienangehörige des Mithridates in Einklang zu bringen, ohne zu einer widerspruchsfreien Rekonstruktion zu gelangen. [https://fr.wikipedia.org/wiki/Ariobarzane_de_Cius Satrap Ariobarzanes (Kios, 420/419-401)]
*'''404:''' Artaxerxes II.: Als Dareios im Winter 405/404 v. Chr. im Sterben liegt, bemüht sich Parysatis, ihren Lieblingssohn Kyros nach dem Recht der Purpurgeburt zum Thronfolger zu machen, doch Dareios lehnt dies ab. Er bestimmt den erstgeborenen Arsakes zum Nachfolger, lässt Kyros aber seine Stellung als Satrap von Lydien und Oberbefehlshaber (karanos) in Kleinasien behalten. Nach babylonischen Quellen beginnt das erste Regierungsjahr des Artaxerxes offiziell am 1. Nisannu (8. April) 404 v. Chr., sodass er nach dem Tod Dareios’ II. in Pasargadai als Artaxerxes II. zum Großkönig gekrönt wird. Unmittelbar nach der Thronbesteigung des Artaxerxes verliert das Perserreich 404 v. Chr. Ägypten nach längeren Unruhen und Kämpfen, was die innere Lage zusätzlich belastet. [http://de.wikipedia.org/wiki/Dareios_II. Großkönig Dareios II. (423–404)]
*'''404:''' Während der Regierungszeit von Artaxerxes II. (404–358) dient Ariarathes' Familie als kleine Beamte in der Satrapie Kappadokien. Zu dieser Zeit verwaltet Datames das Gebiet.
*'''405:''' Ariarathes I. wird 405/404 als Sohn von Ariamnes geboren. Er hat einen Bruder mit dem Namen Orophernes (auch Holophernes genannt). Er stammt aus einer iranischen Familie, die ihre Herkunft auf Kyros den Großen und Anaphas, einen der sieben persischen Verschwörer gegen den Pseudo-Smerdis, zurückführt.
*'''405:''' [http://de.wikipedia.org/wiki/Ariobarzanes_(Phrygien) Ariobarzanes] begleitet athenische Gesandte, die zuvor auf Befehl des jüngeren Kyros drei Jahre lang festgehalten worden sind, in seine Hafenstadt Kios in Mysien. Kios fungiert in diesem Zusammenhang als sicherer Stützpunkt und Seestadt des Satrapenkreises, von dem aus Ariobarzanes seine Kontakte zu den griechischen Staaten organisiert. Diese Episode zeigt, dass er bereits vor seiner formellen Satrapenzeit einflussreiche Aufgaben im persischen Verwaltungs- und Diplomatiesystem übernimmt und zugleich die Rolle von Kios als Machtbasis seiner Linie festigt. Im späten 5. Jahrhundert v. Chr. teilt Pharnabazos, Satrap von Phrygien und Sohn des Pharnakes, seine Herrschaft und seine Territorien mit seinen Brüdern, um die pharnakidische Kontrolle über das Gebiet zu sichern. In diesem Zusammenhang erscheint Mithridates, Satrap von Kappadokien, wahrscheinlich als einer dieser Brüder, und Ariobarzanes von Kios könnte gleichfalls zu diesem Bruderkreis gehören. In den Quellen wird Ariobarzanes zunächst als Unter‑Satrap in Anatolien erwähnt, was bedeutet, dass er in der zweiten Führungsebene der persischen Provinzverwaltung tätig ist und Aufgaben im Namen des hauptverantwortlichen Satrapen wahrnimmt. Als Pharnabazos später an den Hof des Großkönigs geht, um Apama, eine Tochter des persischen Königs, zu heiraten, überträgt er nach den Berichten die Satrapie über Phrygien und Lydien an Ariobarzanes. Dadurch steigt Ariobarzanes zum Satrapen der hellespontischen Phrygien auf, einem Gebiet im Nordwesten des heutigen Anatolien, das die strategisch bedeutsame Region am Hellespont umfasst. Pharnabazos lebt noch bis weit in die 370er‑Jahre v. Chr. hinein und bekleidet in der persischen Monarchie höhere Ämter als das der lokalen Satrapie, sodass Ariobarzanes gewissermaßen als sein Stellvertreter und Nachfolger in der Region wirkt.
*'''407:''' [http://de.wikipedia.org/wiki/Ariobarzanes_(Phrygien) Ariobarzanes] stammt aus der Pharnakiden‑Dynastie, einer persischen Satrapenfamilie, die seit dem 5. Jahrhundert v. Chr. die Satrapie der hellespontischen Phrygien von Das­ky­lion am Hellespont aus beherrscht. Diese Familie siedelt sich in den 470er‑Jahren in Das­ky­lion an, und die nahe gelegene griechische Stadt Kios (griechisch Kios, lateinisch Cius) gehört offenbar zum Familienbesitz der Linie des Ariobarzanes. Ariobarzanes gilt als „kollaterales“ oder Nebenlinien‑Mitglied der achämenidischen Dynastie und ist möglicherweise ein Sohn des Satrapen Pharnabazos II. Um 407 wird Ariobarzanes als persischer Gesandter zu den griechischen Stadtstaaten entsandt. In dieser Funktion pflegt er diplomatische Beziehungen sowohl zu Athen als auch zu Sparta und versucht, die Interessen des Perserreiches in den Wirren des Peloponnesischen Krieges auszuloten.
*'''453:''' Artaxerxes II. (griechisch Mnemon) wird um 453 v. Chr. geboren und regiert von 404 v. Chr. bis zu seinem Tod 359/358 v. Chr. als persischer Großkönig der Achämeniden. Artaxerxes trägt vor seiner Thronbesteigung den Namen Arsakes und ist der älteste Sohn des späteren Großkönigs Dareios II. und dessen Frau Parysatis. Ktesias berichtet, dass Dareios mit Parysatis insgesamt dreizehn Kinder zeugt, während Dareios außerdem noch weitere Ehefrauen hat. In seiner Jugend zeigt Arsakes einen sanftmütigen und großzügigen Charakter, den die griechischen Autoren als Gegensatz zu seinem aufbrausenden und ehrgeizigen Bruder Kyros schildern. Auf Wunsch seiner Eltern heiratet Arsakes Stateira; als deren Bruder bei Dareios in Ungnade fällt und ermordet werden soll, versucht Dareios auch Stateira zu beseitigen, doch Arsakes kann seine Mutter Parysatis überzeugen, Stateira zu verschonen und die Ehe fortbestehen zu lassen.


==ÄGYPTEN==
==ÄGYPTEN==
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*[https://de.wikipedia.org/wiki/Nektanebos_I. Pharao Nektanebos I. (379-360)] <br />
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Nektanebos_I. Pharao Nektanebos I. (379-360)] <br />
*'''373:''' Artaxerxes II. von Persien bereitet im Verlauf der 370er Jahre eine große Invasion vor, um das seit Jahrzehnten verlorene Ägypten zurückzugewinnen; das Heer umfasst Berichten zufolge über 200.000 Mann, persische Truppen, zahlreiche griechische Söldner und mehr als 500 Schiffe. Nektanebos reagiert mit umfangreichen Verteidigungsmaßnahmen und befiehlt die Verstärkung der Befestigungen am pelusischen Nilarm, der als traditioneller Einfallspunkt gilt. Die persische Flotte muss wegen der starken Befestigung den Kurs ändern und den weniger gut gesicherten mendesischen Nilarm nehmen, was die ägyptische Verteidigung überrascht und zunächst in Schwierigkeiten bringt. Die persischen Führer Pharnabazos und der Athener Iphikrates geraten jedoch in gegenseitiges Misstrauen, wodurch ein entschlossenes Vordringen nach Memphis ausbleibt, obwohl Nektanebos’ Position zwischenzeitlich kritisch erscheint. Mit Einsetzen der jährlichen Nilflut, die das Gelände für den Angreifer unübersichtlich und schwierig macht, und dank der Entschlossenheit der ägyptischen Truppen wendet sich das Blatt, sodass sich eine anfänglich drohende Niederlage Nektanebos’ in einen klaren Sieg verwandelt. Ägypten behauptet seine Unabhängigkeit, und die gescheiterte Invasion schwächt das Ansehen des Achämenidenreiches, während Nektanebos außenpolitisch gestärkt aus der Krise hervorgeht.
*[[-368#ÄGYPTEN | Fortsetzung 368]]
*'''376:''' Nektanebos entfaltet im ganzen Reich eine rege Bautätigkeit und belebt damit nach krisenreichen Jahrzehnten wieder großangelegte sakrale Projekte. Auf der Insel Philae nahe Assuan lässt er die Vorhalle des Isis-Tempels beginnen, deren Anlage später zu einer der wichtigsten Kultstätten Ägyptens wird und seinen Namen dauerhaft mit dem Isis-Kult verbindet. Im Amun-Bezirk von Karnak initiiert er den Bau eines ersten Pylons und gibt weitere Tempelbauten und Erweiterungen in Auftrag, wodurch traditionelle Kultzentren gestärkt werden. In Dendera entsteht vermutlich das früheste bekannte Mammisi, ein Geburtsheiligtum, dessen Konzeption den späteren ptolemäischen Bauten als Vorbild dient und die theologische Betonung des königlichen Kindes unterstreicht. Archäologische Funde aus Hermopolis, Hermopolis Parva, Saft el-Hinna und Mendes belegen, dass er den in der Perserzeit verbreiteten Kult heiliger Tiere intensiv fördert und dadurch regionale Heiligtümer stärkt. Weitere Tempel und Kultanlagen in Memphis, Tanis und Elkab werden während seiner Herrschaft erweitert oder erneuert, was den Eindruck eines weithin sichtbaren sakralen Wiederaufbaus vermittelt.
*'''379:''' Nektanebos I. wird als Cheperkare Nechetnebef in eine Soldatenfamilie geboren; sein Vater Tachos ist ein hochrangiger Offizier, und Nektanebos erhält eine militärische Ausbildung, durch die er zum General von Sebennytos im Nildelta aufsteigt. Er dient in der Spätzeit unter den Herrschern der 29. Dynastie und steht vermutlich in verwandtschaftlicher Beziehung zu Nepherites I., auch wenn die genaue Abstammung aufgrund unsicherer Deutungen der demotischen Chronik unklar bleibt. In Hermopolis entsteht eine Stele, deren Text schildert, dass Nektanebos durch einen Staatsstreich gegen den letzten König der 29. Dynastie, Nepherites II., an die Macht gelangt und den Vorgänger möglicherweise töten lässt. Bei diesem Umsturz erhält er wohl Unterstützung des athenischen Generals Chabrias, was zeigt, dass er sich früh auf griechische Militärhilfe stützt, um seine Position zu sichern. Nach dem erfolgreichen Putsch beansprucht Nektanebos die Königswürde und lässt seine Krönungszeremonie 379/378 v. Chr. sowohl in Sais als auch in Memphis vollziehen, um sich religiös und politisch im ganzen Land zu legitimieren. Er verlegt anschließend die Hauptstadt von Mendes nach Sebennytos und begründet damit die 30. Dynastie, die letzte einheimische Dynastie im alten Ägypten. In den ersten Regierungsjahren herrscht im Land relative Ruhe, und ein bescheidener Wohlstand prägt die wirtschaftliche Lage, weil Nektanebos innenpolitisch auf Ausgleich setzt. Er zeigt sich gegenüber der Priesterschaft besonders großzügig, gewährt reiche Stiftungen und Steuerprivilegien und gewinnt so die einflussreichen Tempeleliten als tragende Stütze seiner Herrschaft.


==KUSCH==
==KUSCH==


*'''369:''' [https://en.wikipedia.org/wiki/Harsiotef König Harsiotef (404-369)]
*[https://en.wikipedia.org/wiki/Harsiotef König Harsiotef (404-369)] <br />Um 369 stirbt Harsiotef nach einer ungefähr 35‑jährigen Regierungszeit. Sein Tod markiert den Übergang zu einem neuen Herrscher, der in der Forschung meist mit dem anonymen König identifiziert wird, dem die Pyramide 1 von el‑Kurru zugeschrieben wird, auch wenn die Zuordnung nicht vollkommen gesichert ist. Sein Grab liegt in Nuri, in der Pyramide Nu. 13. [[Kategorie:Kusch]]
 
==KARTHAGO==
 
*beim nächsten Eintrag [[-350#KARTHAGO | Fortsetzung 350]]


==INDIEN==
==INDIEN==
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*[https://en.wikipedia.org/wiki/Pandukabhaya König Pandukabhaya (437–367)]
*[https://en.wikipedia.org/wiki/Pandukabhaya König Pandukabhaya (437–367)]
*'''437:''' Pandukabhaya ist der erste König des Reiches von Anuradhapura in Sri Lanka und regiert von 437 v. Chr. bis 367 v. Chr. Pandukabhaya ist das einzige Kind der Prinzessin Unmadachitra, Tochter von König Panduvasdeva und Königin Baddhakachchana, und des Prinzen Dighagamini, Sohn von Prinz Digayu und Prinzessin Disala. Astrologen des Reiches von Anuradhapura sagen voraus, dass Unmadachitra einen Sohn zur Welt bringen wird, der ihre Brüder töten wird. Um dies zu verhindern, lässt König Panduvasdeva seine Tochter in einem Gebäude einschließen und vollständig von der Außenwelt isolieren. Prinz Dighagamini kommt nach Upatissa Gama, hört von der eingeschlossenen Prinzessin, bricht in das Gebäude ein, trifft sie heimlich, und aus dieser Verbindung geht Prinz Pandukabhaya hervor. Aufgrund der Warnung der Astrologen und zu seinem eigenen Schutz wird Pandukabhaya kurz nach der Geburt mit einer Prinzessin vertauscht und in dem Dorf Doramadalawa aufgezogen. Seine Onkel erfahren später von seiner Existenz und schicken wiederholt Truppen aus, um ihn zu töten, doch er entkommt jedes Mal knapp mit dem Leben. Ein Brahmane namens Pandula kennt die wahre Identität des Prinzen und nimmt ihn unter seine Obhut. Pandula bringt Pandukabhaya alle Fähigkeiten bei, die ein König benötigt, und stellt ihm sogar ein Heer zur Verfügung, das der Prinz in Kasagala stationiert. Der Brahmane Pandula sagt voraus, dass Prinzessin Pali, die Tochter von Pandukabhayas Onkel Girikandasiva, später seine Königin sein wird. Pandukabhaya begibt sich in das Gebiet seines Onkels, wo Pali Reis zu Bauern bringt, und nähert sich ihr. Als Girikandasiva hört, dass Pandukabhaya seine Tochter an sich genommen hat, wird er zornig, sammelt seine Soldaten und zieht in den Krieg, doch Pandukabhaya besiegt ihn. Fünf weitere Onkel erheben sich mit ihren Truppen gegen ihn, aber auch sie werden geschlagen. Die Brüder von Prinzessin Unmadachitra stellen weitere Heere auf und lagern an einem Ort namens Dhooma Rakha. Pandukabhaya stellt sich ihnen, zwingt sie zum Rückzug auf die andere Seite eines Flusses, und nach mehreren Rückschlägen erklärt sich einer der Brüder bereit, ihm das Ostufer des Flusses zu überlassen. Weitere Brüder Unmadachitras greifen zu den Waffen, während Pandukabhaya seine Lager an verschiedenen Orten wie Dhooma Rakha und Ritigala aufschlägt und den Kampf gegen seine Onkel fortsetzt. Schließlich gelingt es ihm mit der Hilfe der Yaksha-Stammesfrau Chathiya, alle Onkel zu besiegen und damit die lange Fehde innerhalb der Familie zu beenden. Nach seinen Siegen zieht Prinz Pandukabhaya nach Anuradhagama, einer Siedlung, die von Vijayas Minister Anuradha gegründet und benannt worden ist. Dort richtet er seine Residenz ein und begründet das Reich von Anuradhapura, das sich zum zentralen Königreich der Insel entwickelt. Chandra, der Sohn des Brahmanen Pandula, wird zu seinem wichtigsten Ratgeber am Hof ernannt, und andere enge Verbündete erhalten hohe Ämter im Staatsaufbau. Pandukabhaya führt eine klar organisierte Form der Herrschaft ein und strukturiert die Bevölkerung neu, wodurch er als erster „wirklich sri-lankischer“ König nach der Einwanderung Vijayas gilt. Er beauftragt Müllsammler und anderes Personal, um die Stadt sauber zu halten, und lässt eines der ältesten bekannten Krankenhäuser sowie das erste große Wasserreservoir des Reiches, die Abaya Wewa, anlegen. Zur Verwaltung der Hauptstadt schafft er das Amt des „nagara gutthika“, des Stadtverwalters, und überträgt dieses seinem Onkel Abhaya. In seinem zehnten Regierungsjahr ordnet er die Vermessung und Abgrenzung aller Dörfer auf der Insel an und ist damit der erste König Sri Lankas, der eine vollständige territoriale Einteilung vornimmt. Pandukabhayas Gemahlin ist Königin Swanapali, auch Swarnamali Devi genannt, geborene Pali. Sie ist die Tochter des Prinzen Girikandasiva, eines mächtigen Sohnes von König Panduvasdeva, der acht Brüder hat. Der Legende nach reicht Pali dem jungen Prinzen Pandukabhaya bei ihrer ersten Begegnung Speisen auf einem Lotusblatt, und dieses Blatt verwandelt sich in Gold. Aufgrund dieses Wunders erhält sie den Namen Swarnapali, wobei „swarna“ „Gold“ bedeutet, und sie tritt fortan als Königin an Pandukabhayas Seite auf.
*[[-367#INDIEN | Fortsetzung 367]]


==CHINA==
==CHINA==
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*[https://en.wikipedia.org/wiki/Duke_Xian_of_Qin_(424%E2%80%93362_BC) Herzog Xian (384–362)] <br />
*[https://en.wikipedia.org/wiki/Duke_Xian_of_Qin_(424%E2%80%93362_BC) Herzog Xian (384–362)] <br />
*'''382:''' Herzog Xiao von Qin (persönlicher Name Ying Quliang) wird am 6. Dezember 382 v. Chr. im 4. Regierungsjahr seines Vaters Herzog Xian geboren.
*[[-366#CHINA | Fortsetzung 366]]
*'''383:''' Xian: Im Jahr 383 v. Chr., dem zweiten Jahr seiner Regierungszeit, verlegt Herzog Xian die Hauptstadt des Staates Qin. Die traditionelle Residenz Yong, im Gebiet des heutigen Fengxiang in der Provinz Shaanxi, wird aufgegeben, und der Hof zieht mehrere hundert Kilometer nach Osten in die neue Hauptstadt Yueyang, im Gebiet des heutigen Stadtbezirks Yanliang von Xi’an. Mit diesem Schritt verlagert Herzog Xian das politische Zentrum seines Staates näher an die Nachbarstaaten Wei, Han und Zhao, was den Handel erleichtert. Zugleich schwächt der Umzug die alteingesessenen Adelsclans, die in der bisherigen Hauptstadt Yong fest verwurzelt und politisch sehr einflussreich sind. In den folgenden Jahren weitet Herzog Xian die Einrichtung von Landkreisen (Bezirken) aus, die direkt von Beamten der Zentralregierung verwaltet werden. Diese Verwaltungsform unterscheidet sich deutlich von der bis dahin üblichen Praxis, Land als Lehen an erblich herrschende Adelige zu vergeben, die ihre Territorien wie kleine eigenständige Staaten führen. Herzog Xian richtet mehrere solcher Landkreise ein, unter anderem in Pu, Lantian, Pumingshi und auch in der neuen Hauptstadt Yueyang. Diese Reform stärkt die zentrale Staatsgewalt und bereitet das System vor, das unter dem späteren Reformer Shang Yang unter Herzog Xians Nachfolger Herzog Xiao auf den gesamten Staat Qin ausgedehnt wird; diese Entwicklung trägt maßgeblich zum Aufstieg Qins und schließlich zur Einigung Chinas bei.
*'''384:''' Xian: Im Jahr 384 v. Chr., dem ersten Jahr seiner Herrschaft, beginnt Herzog Xian sofort mit tiefgreifenden Reformen. Eine zentrale Maßnahme ist die Abschaffung der Menschenopfer bei Begräbnissen, die fast drei Jahrhunderte zuvor von Herzog Wu von Qin eingeführt worden sind. Herzog Wu ließ 678 v. Chr. 66 Menschen mit sich begraben, und Herzog Mu, der vierzehnte Herrscher von Qin, ließ 621 v. Chr. sogar 177 Menschen mit sich in das Grab folgen, darunter hohe Beamte. Das Volk von Qin dichtet damals das berühmte Gedicht „Gelber Vogel“ (Yellow Bird), das später in den konfuzianischen Klassiker Schriften der Lieder (Classic of Poetry) aufgenommen wird und diesen Brauch anklagt. Dennoch besteht diese Praxis noch über zwei Jahrhunderte fort, bis Herzog Xian sie 384 v. Chr. endgültig verbietet; der moderne Historiker Ma Feibai bewertet die Bedeutung dieser Abschaffung für die chinesische Geschichte als vergleichbar mit der Abschaffung der Sklaverei in den USA durch Abraham Lincoln.
*'''385:''' [https://en.wikipedia.org/wiki/Chuzi_II Herzog Chuzi II. (386–385)]
*'''385:''' Xian: Im Jahr 385 v. Chr., im zweiten Regierungsjahr von Chuzi II., erhebt sich der Minister Jun Gai gegen Chuzi und die Herzogswitwe. Er führt ein Heer, um den im Staat Wei lebenden Prinzen Ying Shixi zurück nach Qin zu geleiten. Bei diesem Staatsstreich werden Chuzi II. und seine Mutter getötet, und [[https://en.wikipedia.org/wiki/Duke_Xian_of_Qin_(424%E2%80%93362_BC) Ying Shixi] wird als Herzog Xian von Qin auf den Thron gesetzt. Seine offizielle Regierungszeit beginnt 384 v. Chr., doch faktisch hat der Machtwechsel bereits 385 v. Chr. seinen Höhepunkt.
*'''415:''' Nach dem Tod Ling von Qins im Jahr 415 geht der Thron jedoch nicht an seinen Sohn [https://en.wikipedia.org/wiki/Duke_Xian_of_Qin_(424%E2%80%93362_BC) Ying Shixi], sondern an Lings Onkel Herzog Jian von Qin. Herzog Jian regiert fünfzehn Jahre und stirbt, worauf sein Sohn Herzog Hui II. von Qin die Herrschaft übernimmt. Nach dreizehn Jahren Herrschaft Hui II.s folgt dessen Sohn Chuzi II. auf den Thron, doch da Chuzi noch ein Säugling ist, übt seine Mutter, die Herzogswitwe Qin Xiaozhu, faktisch die Macht aus. Während dieser Zeit lebt Ying Shixi im Exil im Staat Wei.
*'''424:''' Xian: [[https://en.wikipedia.org/wiki/Duke_Xian_of_Qin_(424%E2%80%93362_BC) Ying Shixi] (auch Ying Lian) wird aus dem Haus Ying geboren, sein Vater ist Herzog Ling von Qin, der 25. Herrscher des Staates Qin.


'''Zhou'''
'''Zhou'''


*[https://en.wikipedia.org/wiki/King_Lie_of_Zhou König Lie (375–369)] <br />Lie stirbt, nachdem er sechs Jahre regiert hat.
*[https://en.wikipedia.org/wiki/King_Lie_of_Zhou König Lie (375–369)] <br />Lie stirbt, nachdem er sechs Jahre regiert hat.
*[[-368#CHINA | Fortsetzung 368]]
*[[-368#CHINA | Fortsetzung 368]] [[Kategorie:Zhou]]
 
*'''370:''' Im Jahr 370 v. Chr. besucht König Wei von Qi den Hof der Zhou-Dynastie. Durch diesen Besuch stärkt König Wei von Qi seinen eigenen Ruf und seine Stellung unter den Herrschern der Streitenden Reiche, indem er sich am zeremoniellen Zentrum der traditionellen Königswürde zeigt. Gleichzeitig unterstreicht dieser Besuch, dass der Zhou-Hof weiterhin eine symbolische Autorität besitzt, auch wenn seine militärische und politische Durchsetzungskraft begrenzt ist.
*[[-369#CHINA | Fortsetzung 369]]
*'''371:''' Im Jahr 371 v. Chr. führt Herzog Xian von Qin ein großes militärisches Unternehmen gegen den Staat Han. Er erobert dabei sechs Städte des Han-Staates, was den Beginn eines deutlichen Aufschwungs der Macht und des Territoriums von Qin markiert. Die Verlagerung der qinischen Hauptstadt nach Yueyang (im Gebiet des heutigen Stadtbezirks Yanliang von Xi’an) ist in dieser Phase bereits vollzogen und bildet den Hintergrund für Qin’s wachsende Stärke und Konsolidierung. Die Expansion von Qin vollzieht sich damit unter der nominellen Oberhoheit König Lies, zeigt aber zugleich, wie sehr die faktische Macht von der Zhou-Zentralherrschaft zu den Regionalmächten übergeht.
*'''375:''' König Lie von Zhou (Zhou Lie Wang, persönlicher Name Ji Xi) ist König der Zhou-Dynastie und regiert von 375 v. Chr. bis zu seinem Tod 369 v. Chr. Sein Vater ist König An von Zhou, der bis 376 v. Chr. herrscht und im Jahr vor Lies Thronbesteigung stirbt. König Lie von Zhou gehört zur Linie von König Kao von Zhou und König Weilie von Zhou; er steht damit in einer fortlaufenden Königsdynastie, die die späte Östliche Zhou-Zeit prägt. Im Jahr 375 v. Chr. besteigt Ji Xi als König Lie von Zhou den Thron der Zhou-Dynastie. Mit seiner Thronbesteigung übernimmt er eine bereits stark geschwächte Zentralmacht, während die großen Feudalstaaten der Zeit der Streitenden Reiche immer einflussreicher werden. In dieser Situation stützt sich seine Autorität weitgehend auf zeremonielle und traditionelle Vorrangstellung, während die tatsächliche militärische und politische Macht zunehmend bei den regionalen Fürsten liegt.
*'''376:''' [https://en.wikipedia.org/wiki/King_An_of_Zhou König An (401–376)]


'''Zhao'''
'''Zhao'''


*[https://en.wikipedia.org/wiki/Marquess_Cheng_of_Zhao Markgraf Cheng (374–350)] <br />
*[https://en.wikipedia.org/wiki/Marquess_Cheng_of_Zhao Markgraf Cheng (374–350)] <br />
*'''372:''' Cheng: Im Jahr 372 v. Chr. lässt Marquess Cheng bei Xingdi, dem Gebiet des heutigen Xingtai in der Provinz Hebei, einen hölzernen Aussichtsturm errichten, der „Tantai“ heißt. Dieser Turm dient als erhöhter Beobachtungs‑ und Repräsentationspunkt, von dem aus er auf die übrigen Staaten der Streitenden Reiche blickt; der Ort erhält später nach diesem Bauwerk den Namen „Xingtai“. In den folgenden Jahren verschärft sich die Rivalität zwischen Zhao und dem mächtigen Nachbarn Wei unter König Hui, der seine militärische Überlegenheit auszuspielen versucht. Wei greift wiederholt in die Auseinandersetzungen unter den nordchinesischen Staaten ein und sieht im wachsenden Zhao einen wichtigen Gegner. [[-353#CHINA | Fortsetzung 353]]
*'''374:''' Cheng:  Marquess Cheng von Zhao, mit persönlichem Namen Zhao Zhong, ist Markgraf des Staates Zhao und Sohn des Markgrafen Jing, den er nach dessen Tod als Herrscher von Zhao ablöst. Seine Regierungszeit liegt in der mittleren Phase der Streitenden Reiche, etwa von der Mitte des 4. Jahrhunderts v. Chr. bis zu seinem Tod im Jahr 350 v. Chr. Zu Beginn seiner Herrschaft übernimmt Zhao Zhong – nun Marquess Cheng – den Thron des Staates Zhao von seinem Vater Marquess Jing und stabilisiert zunächst die Nachfolge im Herrscherhaus. In dieser Zeit festigt er die Stellung Zhaos in der durch Rivalität zwischen Zhao, Wei, Han und anderen Staaten geprägten politischen Ordnung.
*'''375:''' [https://en.wikipedia.org/wiki/Marquess_Jing_of_Zhao Markgraf Jing (386–375)]
'''Wei'''
'''Wei'''


*[https://en.wikipedia.org/wiki/King_Hui_of_Wei '''Markgraf Hui (369–344)'''] <br />Wei Ying, um 400 geboren, Enkel des Markgrafen Wen, des Gründers des Staates Wei, und der Sohn des Markgrafen Wu, seinem Vorgänger, übernimmt nach einem Thronfolgekrieg, bei dem Wei beinahe von den Staaten Zhao und Han aufgeteilt wird, den Thron und nimmt den Herrschernamen Hui an. Zunächst regiert er als Markgraf, später erhebt er sich 344 selbst in den Königsrang.
*[https://en.wikipedia.org/wiki/King_Hui_of_Wei '''Markgraf Hui (369–344)'''] <br />Wei Ying, um 400 geboren, Enkel des Markgrafen Wen, des Gründers des Staates Wei, und der Sohn des Markgrafen Wu, seinem Vorgänger, übernimmt nach einem Thronfolgekrieg, bei dem Wei beinahe von den Staaten Zhao und Han aufgeteilt wird, den Thron und nimmt den Herrschernamen Hui an. Zunächst regiert er als Markgraf, später erhebt er sich 344 selbst in den Königsrang.
*[[-362#CHINA | Fortsetzung 362]]
*[[-362#CHINA | Fortsetzung 362]] [[Kategorie:Wei]]
 
*'''370:''' [https://en.wikipedia.org/wiki/Marquess_Wu_of_Wei Markgraf Wu (396–370)]
*[[-369#CHINA | Fortsetzung 369]]


'''Qi'''
'''Qi'''


*[https://en.wikipedia.org/wiki/Duke_Huan_of_Tian_Qi Herzog Huan (374–357)] <br />
*[https://en.wikipedia.org/wiki/Duke_Huan_of_Tian_Qi Herzog Huan (374–357)] <br />
*'''374:''' Huan: Herzog Huan von Tian-Qi, 400 geboren, mit persönlichem Namen Tian Wu, gehört zum Haus Tian (Tian-Qi-Dynastie) und ist Sohn von Herzog Tai von Tian-Qi und dessen Gemahlin Konsort Xiao. 375 lässt Tian Wu seinen älteren Bruder Tian Yan sowie dessen Sohn Tian Xi ermorden und reißt damit die Macht an sich. Er usurpiert den Thron und regiert 374 als Herzog Huan von Tian-Qi. In den ersten fünf Jahren seiner Herrschaft wird Qi nacheinander von den Nachbarstaaten Lu, Wei, Wey und Zhao angegriffen.
*[[-363#CHINA | Fortsetzung 363]]
*'''376:''' [https://en.wikipedia.org/wiki/King_Wei_of_Qi Wei] wird um 378 geboren. Er gehört zur Tian-Dynastie des Staates Qi, als Sohn von Herzog Huan von Tian Qi. Seine Vorfahren sind Viscount Xiang, Viscount Zhuang, Herzog Tai und Herzog Huan von Tian Qi sowie Consort Xiao.​


'''Chu'''
'''Chu'''


*[https://en.wikipedia.org/wiki/King_Xuan_of_Chu König Xuan (369–340)] <br />Xiong Liangfu, Sohn des Königs Dao und Angehöriger des Hauses Mi, folgt seinem älteren Bruder Su, der 370 ohne Nachkommen gestorben ist, nach und wird unter dem Namen Xuan König des Staates Chu.​  
*[https://en.wikipedia.org/wiki/King_Xuan_of_Chu König Xuan (369–340)] <br />Xiong Liangfu, Sohn des Königs Dao und Angehöriger des Hauses Mi, folgt seinem älteren Bruder Su, der 370 ohne Nachkommen gestorben ist, nach und wird unter dem Namen Xuan König des Staates Chu.​  
*[[-354#CHINA | Fortsetzung 354]]
*[[-354#CHINA | Fortsetzung 354]] [[Kategorie:Chu]]
 
*'''370:''' [https://en.wikipedia.org/wiki/King_Su_of_Chu König Su (380–370)]
*[[-369#CHINA | Fortsetzung 369]]
   
   
==JAPAN==
==JAPAN==


*[http://de.wikipedia.org/wiki/K%C5%8Dan_(Tenn%C5%8D) Tennō Kōan (392-291)] <br />
*[http://de.wikipedia.org/wiki/K%C5%8Dan_(Tenn%C5%8D) Tennō Kōan (392-291)] <br />
*'''392:''' Nach dem Tod seines Vaters besteigt Kōan am 27. Tag des 1. Mondmonats des Folgejahrs den Thron. Er gilt nach den Chroniken Kojiki und Nihonshoki als 6. Tennō von Japan. Die historische Existenz Kōans bleibt zweifelhaft, da er zu den "acht undokumentierten Kaisern" gehört, über die es nur knappe Überlieferungen gibt. Sein Eigenname lautet nach dem Nihonshoki Yamato-tarashi-hiko-kuni-oshi-hito no mikoto, seine Mutter ist Yoso-tarashi-hime; laut Kojiki heißt er Ō-yamato-tarashi-hiko-kuni-oshi-hito no mikoto, seine Mutter Yoso-taho-hime no mikoto. [[-342#JAPAN | Fortsetzung 342]]
*'''393:''' [http://de.wikipedia.org/wiki/K%C5%8Dsh%C5%8D Tennō Kōshō (475–393)]
*'''408:''' Am 14. Tag des 1. Mondmonats im 68. Regierungsjahr seines Vaters Kōshō wird Kōan im Alter von 20 Jahren zum Kronprinzen ernannt.


==QUELLEN==
==QUELLEN==

Aktuelle Version vom 18. Februar 2026, 15:12 Uhr

-372 | -371 | -370 | -369 | -368 | -367 | -366

WELTALL

  • Sonnenfinsternis
    0411D: Am 11. April ereignet sich eine ringförmige Sonnenfinsternis, die im Gebiet von Babylon sichtbar ist. In den frühen Morgenstunden geht die Sonne gegen 5:45 Uhr Ortszeit auf, und schon kurz danach beginnt sich der Mond vor die Sonnenscheibe zu schieben. Die Bedeckung nimmt weiter zu, bis gegen 6:38 Uhr die maximale Verfinsterung erreicht ist und die Sonne als leuchtender Ring erscheint. Etwa eine Stunde später, um ungefähr 7:38 Uhr, wandert der Mond vollständig aus der Sonnenscheibe heraus. Gleichzeitig stehen auch andere Himmelskörper in bestimmten Sternbildern, die für die Deutung wichtig sind: Der Planet Jupiter befindet sich im Sternbild Löwe, was die spätere Identifizierung des Königs und der Regierungsjahre ermöglicht. Diese Himmelskonstellation ist nicht beliebig, sondern in dieser Form nur in einem begrenzten Zeitraum realisierbar, weshalb sie als astronomischer "Fingerabdruck" des Datums funktioniert. In Babylon beobachtet ein Schreiber die Finsternis und hält sie auf Keilschrifttafeln fest, die später im British Museum unter den Signaturen BM 37097 und BM 37211 katalogisiert werden. Er vermerkt, dass es sich um das 35. Regierungsjahr des achämenidischen Königs Artaxerxes handelt und datiert das Geschehen in den zwölften Monat Addaru des babylonischen Kalenders. In der Notiz erwähnt er den Verlauf der Sonnenfinsternis und fügt ergänzende astronomische Angaben an, darunter, dass Jupiter zur Zeit der Finsternis im Sternbild Löwe steht. Der Schreiber beschränkt sich nicht nur auf das Finsternisereignis selbst, sondern notiert auch weitere Beobachtungen, etwa Wasserstände des Flusses, die er in Ellen und Fingerbreiten angibt. Zudem verweist er auf einen Zeitpunkt am siebten Tag des ersten Monats Nisannu im 36. Regierungsjahr desselben Königs, was eine Verbindung über zwei aufeinanderfolgende Jahre herstellt. Die Tafeln sind allerdings nur bruchstückhaft erhalten, so dass Teile des Textes fehlen und der konkrete Wortlaut in mehreren Passagen nicht mehr rekonstruierbar ist. Zunächst ist unklar, ob der genannte König Artaxerxes I. oder Artaxerxes II. ist, weil beide mehr als 36 Jahre regieren, und die Fragmente keine vollständig erhaltene Königstitulatur bieten. Durch den Abgleich der im Text genannten Konstellation (Jupiter im Löwen) mit rückgerechneten Planetenständen kann gezeigt werden, dass die beschriebene Finsternis nur in die Regierungszeit von Artaxerxes II. passt. Unter Artaxerxes I. wäre eine entsprechende Jupiterstellung seit dem neunten Monat seines 35. Regierungsjahres für mehrere Jahre nicht möglich, womit diese Zuordnung ausscheidet. Parallel gleichen Forscher die im Text datierte Finsternis mit astronomischen Rückrechnungen und anderen historischen Finsternissen ab, um die Zeitdifferenz zwischen historischen Angaben und modernen Berechnungen (ΔT) zu bestimmen. Aus der Kombination von Finsternisverlauf, Sichtbarkeit in Babylon, Planetenstellung und Kalenderangaben ergibt sich, dass das erste Regierungsjahr von Artaxerxes II. mit dem ersten Nisannu im April 404 beginnt. Damit dient die Sonnenfinsternis vom 11. April 369 als präziser chronologischer Ankerpunkt für die Regierungszeit des Königs und für die Justierung der Erdrotationsparameter in der historischen Astronomie.
  • Fortsetzung 367

RÖMISCHE REPUBLIK

(ab urbe condita CCCLXXXV = 385)

  • Quintus Servilius Fidenas, Aulus Cornelius Cossus, Quintus Quinctius Cincinnatus, Gaius Veturius Crassus Cicurinus, Marcus Cornelius Maluginensis und Marcus Fabius Ambustus werden römische Militärtribunen.
  • Die Auseinandersetzungen um die Gesetzesvorschläge flammen erneut auf, wobei vor allem die Bestimmung, dass ein Konsul künftig Plebeier sein muss, heftig umstritten ist. Die patrizischen Gegner führen Verfahrens‑ und Machtmittel ins Feld, um diese Öffnung des höchsten Amtes zu verhindern, während Lucius Sextius Lateranus und Gaius Licinius Calvus Stolo versuchen, die Volksversammlung zur geschlossenen Annahme ihres Pakets zu bewegen.
  • Fortsetzung 368

GRIECHEN

(3./4. Jahr der 102. Olympiade)

Syrakus

Epirus

Makedonien

Pherai

  • Tyrann Alexander (369-358)
    Nach seiner Machtergreifung regiert Alexander offen tyrannisch und löst sich im Verhalten deutlich von Jasons vergleichsweise geordneter Machtpolitik. Seine Herrschaft stützt sich auf Terror, Hinrichtungen und Unterdrückung, wobei er besonders die alte Adelsfamilie der Aleuaden in Larissa bedroht, die sich seiner Vorherrschaft nicht unterwerfen will. Die Aleuaden und andere Gegner Alexanders wenden sich an Alexander II. von Makedonien, der in Thessalien interveniert, um den Tyrannen von Pherai zurückzudrängen. Alexander von Pherai rüstet daraufhin ein eigenes Heer und plant seinerseits einen Angriff auf Makedonien, doch Alexander II. kommt ihm zuvor, zieht nach Thessalien und wird in Larissa eingelassen. Der makedonische König besetzt Larissa und die Stadt Krannon mit Garnisonen, während Alexander von Pherai sich nach Pherai zurückzieht, ohne die direkte Konfrontation zu suchen. Nachdem der Großteil des makedonischen Heeres wieder abgezogen ist, fürchten die thessalischen Städte erneut die Rache Alexanders und suchen diesmal Unterstützung bei Theben, das jede übermächtige Nachbarmacht begrenzen will. Siehe auch historyofwar und britannica
  • Fortsetzung 368

Böotischer Bund

  • Die einflussreiche Familie der Aleuadai aus Larissa fühlt sich durch den Tyrannen von Pherai, Alexander, bedroht und ruft Alexander II. von Makedonien zu Hilfe. Der makedonische König führt ein Heer nach Thessalien, erobert Larissa und Granon und legt in diesen Städten Besatzungen aus Makedoniern. Als Alexander II. wegen des inneren Machtkampfes mit Ptolemaios von Aloros nach Makedonien zurückkehren muss, bleibt die Lage in Thessalien instabil. Führende Thessalier, vermutlich aus Pharsalos, wenden sich daher an Theben, das zu dieser Zeit die militärisch dominierende Macht in Griechenland ist, und bitten um Unterstützung gegen Alexander von Pherai. Die Thebaner entsenden den Feldherrn Pelopidas nach Thessalien, um die Lage zu prüfen. Pelopidas nimmt Verhandlungen mit Alexander von Pherai auf und übernimmt die Kontrolle über Larissa und die übrigen von den Makedoniern besetzten Städte. Die Gespräche scheitern jedoch, als Alexander sich weigert, auf eine verfassungsmäßige Grundlage seiner Herrschaft einzugehen, etwa indem er das Amt eines Archon annimmt statt des verfassungsrechtlich schlecht abgesicherten und bei den Thessaliern unbeliebten Tagos. Pelopidas schließt zudem ein Bündnis mit Alexander II. von Makedonien gegen Ptolemaios, verfügt aber nicht über genügend Truppen, um dort militärisch einzugreifen.
  • Fortsetzung 368

Attischer Seebund

  • Platon (59)
    Theaitetos (Dialog)
    Historischer Hintergrund: Im Jahr 399 steht Sokrates in Athen vor Gericht, wird wegen Gottlosigkeit und Verführung der Jugend angeklagt und zum Tod verurteilt. Dieser Prozess bildet den biographischen Hintergrund, vor dem Platon später das Gespräch im Theaitetos ansiedelt. Platon, damals ein relativ junger Angehöriger des athenischen Adels, erlebt den Prozess und die Hinrichtung seines Lehrers aus nächster Nähe. Die Erfahrung, dass die athenische Volksversammlung den philosophierenden Sokrates verurteilt, prägt Platons Denken dauerhaft und motiviert ihn, die Figur des Sokrates in einer Reihe von Dialogen literarisch festzuhalten. Im Theaitetos greift Platon später auf diese Situation zurück: Das Gespräch, das der Dialog wiedergibt, spielt am letzten Tag im Leben des Sokrates, bevor dieser ins Gefängnis zurückkehrt, um das Urteil zu erwarten. In den Jahrzehnten nach 399 entsteht in Athen und im Umfeld Platons eine lebhafte philosophische Szene, die sich mit Erkenntnistheorie, Metaphysik und Politik beschäftigt. Platon gründet die Akademie und sammelt Schüler, unter ihnen Mathematiker, Naturphilosophen und politische Denker, sodass Fragen nach dem Wesen des Wissens, nach Methoden der Begründung und nach der Rolle der Mathematik im Denken eine zentrale Stellung einnehmen. Gleichzeitig kursieren weiterhin die Lehren der älteren Sophisten, etwa des Protagoras, der Wissen stark relativistisch als Wahrnehmung des Einzelnen deutet. Platon greift diese Strömungen auf und beginnt, Sokrates als literarische Hauptfigur einzusetzen, um die Positionen der Sophisten, der Naturphilosophen und verschiedener Denkschulen kritisch zu prüfen. Er will nicht mehr nur moralische Einzelfragen diskutieren, sondern den Begriff des Wissens selbst klären. Dieser Schwerpunkt bereitet die Entstehung eines Dialoges vor, der genau dieser Frage gewidmet ist und der später den Titel Theaitetos trägt.
    Entstehung: Um 369 verfasst Platon den Dialog Theaitetos in Dialogform, in dem die Figuren Sokrates, Theaitetos und Theodoros auftreten und gemeinsam die Frage untersuchen: "Was ist Wissen?". Der junge Mathematiker Theaitetos, nach dem der Dialog benannt ist, ist eine historische Gestalt, die in der mathematischen Tradition als bedeutender Geometer bekannt ist; Platon gestaltet ihn im Dialog jedoch literarisch frei, um Erkenntnisfragen an einem mathematisch geschulten Geist zu durchspielen. Theodoros von Kyrene, ebenfalls Mathematiker, fungiert als Lehrer des Theaitetos und steht für die exakte, fachliche Wissenspraxis, die im Dialog zur Diskussion gestellt wird. Platon verbindet damit die konkrete mathematische Fachkompetenz mit der abstrakten Frage nach der Definition von Wissen, um zu zeigen, dass Fachwissen allein noch keine geklärte Theorie des Wissens liefert. In der literarischen Rahmenszene, die Platon dem eigentlichen Gespräch voranstellt, lässt er Eukleides von Megara und Terpsion auftreten, die sich Jahre nach dem Tod des Sokrates treffen. Eukleides berichtet, er habe sich das Gespräch, das Sokrates einst mit Theaitetos geführt hat, von Sokrates "fast ganz" erzählen lassen und es dann schriftlich festgehalten. Diese Rahmung erzeugt eine doppelte Zeitebene: Die erzählte Gesprächssituation spielt am Tag vor der Hinrichtung des Sokrates, während das Vorlesen des Textes durch Eukleides in eine spätere Zeit nach dem Tod des Sokrates fällt. Die Darstellung im Präsens schafft den Eindruck unmittelbaren Mit-Erlebens; zugleich reflektiert der Rahmen, dass die Leserinnen und Leser ein überliefertes Gespräch rezipieren, das bereits durch mehrere Stationen der Übermittlung gegangen ist.
    getAbstract 2017: Was ist Wissen? Wie gelangen wir zu verlässlicher Erkenntnis? Diese Fragen stehen im Zentrum von Platons fiktivem Dialog Theätet zwischen Sokrates, dem Mathematiker Theodoros und dessen Schüler Theaitetos. Das dichte und hochabstrakte Gespräch endet in der Aporie, also ohne Resultat, doch das ist zweitrangig. Platon – oder vielmehr sein Sokrates – präsentiert uns keine fertigen Antworten. Ihm geht es vielmehr darum, zu zeigen, durch welche Argumentationsstrategien und Fragetechniken man sich dem komplexen Thema Wahrheit am besten nähert. Sokrates vergleicht seine Aufgabe mit der einer Hebamme: Durch gezielte Fragen unterstützt er seine Gesprächspartner dabei, eigene Thesen hervorzubringen, und prüft diese anschließend auf ihre Konsistenz. Ausführlich setzt er sich etwa mit der relativistischen Position auseinander, wonach für jeden das wahr ist, was ihm wahr erscheint, und widerlegt sie schließlich. Über Wissen und Wahrheit nachzudenken lohnt sich – gerade in Zeiten, in denen manche Politiker unbekümmert um die Fakten allein die Meinungen und Vorurteile der Menschen bewirtschaften.
  • Fortsetzung 367

Messenien

  • Messene (Siedlung)
    Epameinondas ruft nach der Niederlage Spartas in der Schlacht bei Leuktra (371) die messenischen Exulanten zusammen und führt sie zurück in ihre alte Heimat, um dort eine eigenständige messenische Polis zu gründen, die als Gegengewicht zur spartanischen Macht fungiert. Er wählt den strategisch günstigen Standort zwischen dem in die Befestigung einbezogenen Berg Ithome und dem Berg Eua, da hier keine konkurrierende Großstadt in unmittelbarer Nähe existiert und der hohe, steile Ithome wie eine natürliche Burg in das neue Verteidigungssystem einbezogen werden kann. Die Stadt entsteht als planmäßige Neugründung mit dem Anspruch, Hauptstadt eines wiedererstehenden Messeniens zu sein, sodass politische Funktionen, religiöse Heiligtümer und repräsentative Bauten von Beginn an in die Stadtplanung integriert werden. Zeitgleich beginnt der Bau der mächtigen Stadtmauern, die sich auf insgesamt etwa 9 Kilometer Länge um Stadtgebiet und Ithome legen und mit zahlreichen halbrunden und quadratischen Türmen verstärkt werden, um die neue Polis militärisch abzusichern. Im Nordwesten entsteht das monumentale Arkadische Tor mit seinem runden Innenhof, das als repräsentativer Hauptzugang in die Stadt dient und zugleich die Wehrhaftigkeit der Gründungsanlage demonstriert. Innerhalb der Mauern formt sich das Stadtzentrum mit Theater, Brunnenhaus der Arsinoë, der nördlichen Halle der Agora und ersten öffentlichen Gebäuden, die die Rolle Messenes als politisches und religiöses Zentrum des neuen Staates sichtbar machen.

Sparta

Bosporanisches Reich

Bithynien

Salamis

ODRYSEN

ACHÄMENIDENREICH

ÄGYPTEN

Spätzeit, 30. Dynastie

KUSCH

  • König Harsiotef (404-369)
    Um 369 stirbt Harsiotef nach einer ungefähr 35‑jährigen Regierungszeit. Sein Tod markiert den Übergang zu einem neuen Herrscher, der in der Forschung meist mit dem anonymen König identifiziert wird, dem die Pyramide 1 von el‑Kurru zugeschrieben wird, auch wenn die Zuordnung nicht vollkommen gesichert ist. Sein Grab liegt in Nuri, in der Pyramide Nu. 13.

INDIEN

Anuradhapura

CHINA

Zeit der Streitenden Reiche
(38./39. Zyklus, Jahr der Wasser-Ratte; am Beginn des Jahres Metall-Schwein)

Qin

Zhou

Zhao

Wei

  • Markgraf Hui (369–344)
    Wei Ying, um 400 geboren, Enkel des Markgrafen Wen, des Gründers des Staates Wei, und der Sohn des Markgrafen Wu, seinem Vorgänger, übernimmt nach einem Thronfolgekrieg, bei dem Wei beinahe von den Staaten Zhao und Han aufgeteilt wird, den Thron und nimmt den Herrschernamen Hui an. Zunächst regiert er als Markgraf, später erhebt er sich 344 selbst in den Königsrang.
  • Fortsetzung 362

Qi

Chu

  • König Xuan (369–340)
    Xiong Liangfu, Sohn des Königs Dao und Angehöriger des Hauses Mi, folgt seinem älteren Bruder Su, der 370 ohne Nachkommen gestorben ist, nach und wird unter dem Namen Xuan König des Staates Chu.​
  • Fortsetzung 354

JAPAN

QUELLEN

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06.07.2023 Artikel eröffnet und Grundstock erstellt

15.02.2026 Grundstock ergänzt

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