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*[http://de.wikipedia.org/wiki/Platon Platon (59)] <br /> | *[http://de.wikipedia.org/wiki/Platon Platon (59)] <br />[http://de.wikipedia.org/wiki/Theaitetos '''Theaitetos (Dialog)'''] <br />Historischer Hintergrund: Im Jahr 399 steht Sokrates in Athen vor Gericht, wird wegen Gottlosigkeit und Verführung der Jugend angeklagt und zum Tod verurteilt. Dieser Prozess bildet den biographischen Hintergrund, vor dem Platon später das Gespräch im ''Theaitetos'' ansiedelt. Platon, damals ein relativ junger Angehöriger des athenischen Adels, erlebt den Prozess und die Hinrichtung seines Lehrers aus nächster Nähe. Die Erfahrung, dass die athenische Volksversammlung den philosophierenden Sokrates verurteilt, prägt Platons Denken dauerhaft und motiviert ihn, die Figur des Sokrates in einer Reihe von Dialogen literarisch festzuhalten. Im ''Theaitetos'' greift Platon später auf diese Situation zurück: Das Gespräch, das der Dialog wiedergibt, spielt am letzten Tag im Leben des Sokrates, bevor dieser ins Gefängnis zurückkehrt, um das Urteil zu erwarten. In den Jahrzehnten nach 399 entsteht in Athen und im Umfeld Platons eine lebhafte philosophische Szene, die sich mit Erkenntnistheorie, Metaphysik und Politik beschäftigt. Platon gründet die Akademie und sammelt Schüler, unter ihnen Mathematiker, Naturphilosophen und politische Denker, sodass Fragen nach dem Wesen des Wissens, nach Methoden der Begründung und nach der Rolle der Mathematik im Denken eine zentrale Stellung einnehmen. Gleichzeitig kursieren weiterhin die Lehren der älteren Sophisten, etwa des Protagoras, der Wissen stark relativistisch als Wahrnehmung des Einzelnen deutet. Platon greift diese Strömungen auf und beginnt, Sokrates als literarische Hauptfigur einzusetzen, um die Positionen der Sophisten, der Naturphilosophen und verschiedener Denkschulen kritisch zu prüfen. Er will nicht mehr nur moralische Einzelfragen diskutieren, sondern den Begriff des Wissens selbst klären. Dieser Schwerpunkt bereitet die Entstehung eines Dialoges vor, der genau dieser Frage gewidmet ist und der später den Titel ''Theaitetos'' trägt. <br />Entstehung: Um 369 verfasst Platon den Dialog ''Theaitetos'' in Dialogform, in dem die Figuren Sokrates, Theaitetos und Theodoros auftreten und gemeinsam die Frage untersuchen: "Was ist Wissen?". Der junge Mathematiker Theaitetos, nach dem der Dialog benannt ist, ist eine historische Gestalt, die in der mathematischen Tradition als bedeutender Geometer bekannt ist; Platon gestaltet ihn im Dialog jedoch literarisch frei, um Erkenntnisfragen an einem mathematisch geschulten Geist zu durchspielen. Theodoros von Kyrene, ebenfalls Mathematiker, fungiert als Lehrer des Theaitetos und steht für die exakte, fachliche Wissenspraxis, die im Dialog zur Diskussion gestellt wird. Platon verbindet damit die konkrete mathematische Fachkompetenz mit der abstrakten Frage nach der Definition von Wissen, um zu zeigen, dass Fachwissen allein noch keine geklärte Theorie des Wissens liefert. In der literarischen Rahmenszene, die Platon dem eigentlichen Gespräch voranstellt, lässt er Eukleides von Megara und Terpsion auftreten, die sich Jahre nach dem Tod des Sokrates treffen. Eukleides berichtet, er habe sich das Gespräch, das Sokrates einst mit Theaitetos geführt hat, von Sokrates "fast ganz" erzählen lassen und es dann schriftlich festgehalten. Diese Rahmung erzeugt eine doppelte Zeitebene: Die erzählte Gesprächssituation spielt am Tag vor der Hinrichtung des Sokrates, während das Vorlesen des Textes durch Eukleides in eine spätere Zeit nach dem Tod des Sokrates fällt. Die Darstellung im Präsens schafft den Eindruck unmittelbaren Mit-Erlebens; zugleich reflektiert der Rahmen, dass die Leserinnen und Leser ein überliefertes Gespräch rezipieren, das bereits durch mehrere Stationen der Übermittlung gegangen ist. <br />[http://www.getabstract.com/de/zusammenfassung/klassiker/theaetet/22508 getAbstract 2017]: Was ist Wissen? Wie gelangen wir zu verlässlicher Erkenntnis? Diese Fragen stehen im Zentrum von Platons fiktivem Dialog ''Theätet'' zwischen Sokrates, dem Mathematiker Theodoros und dessen Schüler Theaitetos. Das dichte und hochabstrakte Gespräch endet in der Aporie, also ohne Resultat, doch das ist zweitrangig. Platon – oder vielmehr sein Sokrates – präsentiert uns keine fertigen Antworten. Ihm geht es vielmehr darum, zu zeigen, durch welche Argumentationsstrategien und Fragetechniken man sich dem komplexen Thema Wahrheit am besten nähert. Sokrates vergleicht seine Aufgabe mit der einer Hebamme: Durch gezielte Fragen unterstützt er seine Gesprächspartner dabei, eigene Thesen hervorzubringen, und prüft diese anschließend auf ihre Konsistenz. Ausführlich setzt er sich etwa mit der relativistischen Position auseinander, wonach für jeden das wahr ist, was ihm wahr erscheint, und widerlegt sie schließlich. Über Wissen und Wahrheit nachzudenken lohnt sich – gerade in Zeiten, in denen manche Politiker unbekümmert um die Fakten allein die Meinungen und Vorurteile der Menschen bewirtschaften. | ||
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Aktuelle Version vom 18. Februar 2026, 15:12 Uhr
WELTALL
- Sonnenfinsternis
0411D: Am 11. April ereignet sich eine ringförmige Sonnenfinsternis, die im Gebiet von Babylon sichtbar ist. In den frühen Morgenstunden geht die Sonne gegen 5:45 Uhr Ortszeit auf, und schon kurz danach beginnt sich der Mond vor die Sonnenscheibe zu schieben. Die Bedeckung nimmt weiter zu, bis gegen 6:38 Uhr die maximale Verfinsterung erreicht ist und die Sonne als leuchtender Ring erscheint. Etwa eine Stunde später, um ungefähr 7:38 Uhr, wandert der Mond vollständig aus der Sonnenscheibe heraus. Gleichzeitig stehen auch andere Himmelskörper in bestimmten Sternbildern, die für die Deutung wichtig sind: Der Planet Jupiter befindet sich im Sternbild Löwe, was die spätere Identifizierung des Königs und der Regierungsjahre ermöglicht. Diese Himmelskonstellation ist nicht beliebig, sondern in dieser Form nur in einem begrenzten Zeitraum realisierbar, weshalb sie als astronomischer "Fingerabdruck" des Datums funktioniert. In Babylon beobachtet ein Schreiber die Finsternis und hält sie auf Keilschrifttafeln fest, die später im British Museum unter den Signaturen BM 37097 und BM 37211 katalogisiert werden. Er vermerkt, dass es sich um das 35. Regierungsjahr des achämenidischen Königs Artaxerxes handelt und datiert das Geschehen in den zwölften Monat Addaru des babylonischen Kalenders. In der Notiz erwähnt er den Verlauf der Sonnenfinsternis und fügt ergänzende astronomische Angaben an, darunter, dass Jupiter zur Zeit der Finsternis im Sternbild Löwe steht. Der Schreiber beschränkt sich nicht nur auf das Finsternisereignis selbst, sondern notiert auch weitere Beobachtungen, etwa Wasserstände des Flusses, die er in Ellen und Fingerbreiten angibt. Zudem verweist er auf einen Zeitpunkt am siebten Tag des ersten Monats Nisannu im 36. Regierungsjahr desselben Königs, was eine Verbindung über zwei aufeinanderfolgende Jahre herstellt. Die Tafeln sind allerdings nur bruchstückhaft erhalten, so dass Teile des Textes fehlen und der konkrete Wortlaut in mehreren Passagen nicht mehr rekonstruierbar ist. Zunächst ist unklar, ob der genannte König Artaxerxes I. oder Artaxerxes II. ist, weil beide mehr als 36 Jahre regieren, und die Fragmente keine vollständig erhaltene Königstitulatur bieten. Durch den Abgleich der im Text genannten Konstellation (Jupiter im Löwen) mit rückgerechneten Planetenständen kann gezeigt werden, dass die beschriebene Finsternis nur in die Regierungszeit von Artaxerxes II. passt. Unter Artaxerxes I. wäre eine entsprechende Jupiterstellung seit dem neunten Monat seines 35. Regierungsjahres für mehrere Jahre nicht möglich, womit diese Zuordnung ausscheidet. Parallel gleichen Forscher die im Text datierte Finsternis mit astronomischen Rückrechnungen und anderen historischen Finsternissen ab, um die Zeitdifferenz zwischen historischen Angaben und modernen Berechnungen (ΔT) zu bestimmen. Aus der Kombination von Finsternisverlauf, Sichtbarkeit in Babylon, Planetenstellung und Kalenderangaben ergibt sich, dass das erste Regierungsjahr von Artaxerxes II. mit dem ersten Nisannu im April 404 beginnt. Damit dient die Sonnenfinsternis vom 11. April 369 als präziser chronologischer Ankerpunkt für die Regierungszeit des Königs und für die Justierung der Erdrotationsparameter in der historischen Astronomie. - Fortsetzung 367
RÖMISCHE REPUBLIK
(ab urbe condita CCCLXXXV = 385)
- Quintus Servilius Fidenas, Aulus Cornelius Cossus, Quintus Quinctius Cincinnatus, Gaius Veturius Crassus Cicurinus, Marcus Cornelius Maluginensis und Marcus Fabius Ambustus werden römische Militärtribunen.
- Die Auseinandersetzungen um die Gesetzesvorschläge flammen erneut auf, wobei vor allem die Bestimmung, dass ein Konsul künftig Plebeier sein muss, heftig umstritten ist. Die patrizischen Gegner führen Verfahrens‑ und Machtmittel ins Feld, um diese Öffnung des höchsten Amtes zu verhindern, während Lucius Sextius Lateranus und Gaius Licinius Calvus Stolo versuchen, die Volksversammlung zur geschlossenen Annahme ihres Pakets zu bewegen.
- Fortsetzung 368
GRIECHEN
(3./4. Jahr der 102. Olympiade)
Syrakus
Epirus
Makedonien
Pherai
- Tyrann Alexander (369-358)
Nach seiner Machtergreifung regiert Alexander offen tyrannisch und löst sich im Verhalten deutlich von Jasons vergleichsweise geordneter Machtpolitik. Seine Herrschaft stützt sich auf Terror, Hinrichtungen und Unterdrückung, wobei er besonders die alte Adelsfamilie der Aleuaden in Larissa bedroht, die sich seiner Vorherrschaft nicht unterwerfen will. Die Aleuaden und andere Gegner Alexanders wenden sich an Alexander II. von Makedonien, der in Thessalien interveniert, um den Tyrannen von Pherai zurückzudrängen. Alexander von Pherai rüstet daraufhin ein eigenes Heer und plant seinerseits einen Angriff auf Makedonien, doch Alexander II. kommt ihm zuvor, zieht nach Thessalien und wird in Larissa eingelassen. Der makedonische König besetzt Larissa und die Stadt Krannon mit Garnisonen, während Alexander von Pherai sich nach Pherai zurückzieht, ohne die direkte Konfrontation zu suchen. Nachdem der Großteil des makedonischen Heeres wieder abgezogen ist, fürchten die thessalischen Städte erneut die Rache Alexanders und suchen diesmal Unterstützung bei Theben, das jede übermächtige Nachbarmacht begrenzen will. Siehe auch historyofwar und britannica - Fortsetzung 368
Böotischer Bund
- Die einflussreiche Familie der Aleuadai aus Larissa fühlt sich durch den Tyrannen von Pherai, Alexander, bedroht und ruft Alexander II. von Makedonien zu Hilfe. Der makedonische König führt ein Heer nach Thessalien, erobert Larissa und Granon und legt in diesen Städten Besatzungen aus Makedoniern. Als Alexander II. wegen des inneren Machtkampfes mit Ptolemaios von Aloros nach Makedonien zurückkehren muss, bleibt die Lage in Thessalien instabil. Führende Thessalier, vermutlich aus Pharsalos, wenden sich daher an Theben, das zu dieser Zeit die militärisch dominierende Macht in Griechenland ist, und bitten um Unterstützung gegen Alexander von Pherai. Die Thebaner entsenden den Feldherrn Pelopidas nach Thessalien, um die Lage zu prüfen. Pelopidas nimmt Verhandlungen mit Alexander von Pherai auf und übernimmt die Kontrolle über Larissa und die übrigen von den Makedoniern besetzten Städte. Die Gespräche scheitern jedoch, als Alexander sich weigert, auf eine verfassungsmäßige Grundlage seiner Herrschaft einzugehen, etwa indem er das Amt eines Archon annimmt statt des verfassungsrechtlich schlecht abgesicherten und bei den Thessaliern unbeliebten Tagos. Pelopidas schließt zudem ein Bündnis mit Alexander II. von Makedonien gegen Ptolemaios, verfügt aber nicht über genügend Truppen, um dort militärisch einzugreifen.
- Fortsetzung 368
Attischer Seebund
- Platon (59)
Theaitetos (Dialog)
Historischer Hintergrund: Im Jahr 399 steht Sokrates in Athen vor Gericht, wird wegen Gottlosigkeit und Verführung der Jugend angeklagt und zum Tod verurteilt. Dieser Prozess bildet den biographischen Hintergrund, vor dem Platon später das Gespräch im Theaitetos ansiedelt. Platon, damals ein relativ junger Angehöriger des athenischen Adels, erlebt den Prozess und die Hinrichtung seines Lehrers aus nächster Nähe. Die Erfahrung, dass die athenische Volksversammlung den philosophierenden Sokrates verurteilt, prägt Platons Denken dauerhaft und motiviert ihn, die Figur des Sokrates in einer Reihe von Dialogen literarisch festzuhalten. Im Theaitetos greift Platon später auf diese Situation zurück: Das Gespräch, das der Dialog wiedergibt, spielt am letzten Tag im Leben des Sokrates, bevor dieser ins Gefängnis zurückkehrt, um das Urteil zu erwarten. In den Jahrzehnten nach 399 entsteht in Athen und im Umfeld Platons eine lebhafte philosophische Szene, die sich mit Erkenntnistheorie, Metaphysik und Politik beschäftigt. Platon gründet die Akademie und sammelt Schüler, unter ihnen Mathematiker, Naturphilosophen und politische Denker, sodass Fragen nach dem Wesen des Wissens, nach Methoden der Begründung und nach der Rolle der Mathematik im Denken eine zentrale Stellung einnehmen. Gleichzeitig kursieren weiterhin die Lehren der älteren Sophisten, etwa des Protagoras, der Wissen stark relativistisch als Wahrnehmung des Einzelnen deutet. Platon greift diese Strömungen auf und beginnt, Sokrates als literarische Hauptfigur einzusetzen, um die Positionen der Sophisten, der Naturphilosophen und verschiedener Denkschulen kritisch zu prüfen. Er will nicht mehr nur moralische Einzelfragen diskutieren, sondern den Begriff des Wissens selbst klären. Dieser Schwerpunkt bereitet die Entstehung eines Dialoges vor, der genau dieser Frage gewidmet ist und der später den Titel Theaitetos trägt.
Entstehung: Um 369 verfasst Platon den Dialog Theaitetos in Dialogform, in dem die Figuren Sokrates, Theaitetos und Theodoros auftreten und gemeinsam die Frage untersuchen: "Was ist Wissen?". Der junge Mathematiker Theaitetos, nach dem der Dialog benannt ist, ist eine historische Gestalt, die in der mathematischen Tradition als bedeutender Geometer bekannt ist; Platon gestaltet ihn im Dialog jedoch literarisch frei, um Erkenntnisfragen an einem mathematisch geschulten Geist zu durchspielen. Theodoros von Kyrene, ebenfalls Mathematiker, fungiert als Lehrer des Theaitetos und steht für die exakte, fachliche Wissenspraxis, die im Dialog zur Diskussion gestellt wird. Platon verbindet damit die konkrete mathematische Fachkompetenz mit der abstrakten Frage nach der Definition von Wissen, um zu zeigen, dass Fachwissen allein noch keine geklärte Theorie des Wissens liefert. In der literarischen Rahmenszene, die Platon dem eigentlichen Gespräch voranstellt, lässt er Eukleides von Megara und Terpsion auftreten, die sich Jahre nach dem Tod des Sokrates treffen. Eukleides berichtet, er habe sich das Gespräch, das Sokrates einst mit Theaitetos geführt hat, von Sokrates "fast ganz" erzählen lassen und es dann schriftlich festgehalten. Diese Rahmung erzeugt eine doppelte Zeitebene: Die erzählte Gesprächssituation spielt am Tag vor der Hinrichtung des Sokrates, während das Vorlesen des Textes durch Eukleides in eine spätere Zeit nach dem Tod des Sokrates fällt. Die Darstellung im Präsens schafft den Eindruck unmittelbaren Mit-Erlebens; zugleich reflektiert der Rahmen, dass die Leserinnen und Leser ein überliefertes Gespräch rezipieren, das bereits durch mehrere Stationen der Übermittlung gegangen ist.
getAbstract 2017: Was ist Wissen? Wie gelangen wir zu verlässlicher Erkenntnis? Diese Fragen stehen im Zentrum von Platons fiktivem Dialog Theätet zwischen Sokrates, dem Mathematiker Theodoros und dessen Schüler Theaitetos. Das dichte und hochabstrakte Gespräch endet in der Aporie, also ohne Resultat, doch das ist zweitrangig. Platon – oder vielmehr sein Sokrates – präsentiert uns keine fertigen Antworten. Ihm geht es vielmehr darum, zu zeigen, durch welche Argumentationsstrategien und Fragetechniken man sich dem komplexen Thema Wahrheit am besten nähert. Sokrates vergleicht seine Aufgabe mit der einer Hebamme: Durch gezielte Fragen unterstützt er seine Gesprächspartner dabei, eigene Thesen hervorzubringen, und prüft diese anschließend auf ihre Konsistenz. Ausführlich setzt er sich etwa mit der relativistischen Position auseinander, wonach für jeden das wahr ist, was ihm wahr erscheint, und widerlegt sie schließlich. Über Wissen und Wahrheit nachzudenken lohnt sich – gerade in Zeiten, in denen manche Politiker unbekümmert um die Fakten allein die Meinungen und Vorurteile der Menschen bewirtschaften. - Fortsetzung 367
Messenien
- Messene (Siedlung)
Epameinondas ruft nach der Niederlage Spartas in der Schlacht bei Leuktra (371) die messenischen Exulanten zusammen und führt sie zurück in ihre alte Heimat, um dort eine eigenständige messenische Polis zu gründen, die als Gegengewicht zur spartanischen Macht fungiert. Er wählt den strategisch günstigen Standort zwischen dem in die Befestigung einbezogenen Berg Ithome und dem Berg Eua, da hier keine konkurrierende Großstadt in unmittelbarer Nähe existiert und der hohe, steile Ithome wie eine natürliche Burg in das neue Verteidigungssystem einbezogen werden kann. Die Stadt entsteht als planmäßige Neugründung mit dem Anspruch, Hauptstadt eines wiedererstehenden Messeniens zu sein, sodass politische Funktionen, religiöse Heiligtümer und repräsentative Bauten von Beginn an in die Stadtplanung integriert werden. Zeitgleich beginnt der Bau der mächtigen Stadtmauern, die sich auf insgesamt etwa 9 Kilometer Länge um Stadtgebiet und Ithome legen und mit zahlreichen halbrunden und quadratischen Türmen verstärkt werden, um die neue Polis militärisch abzusichern. Im Nordwesten entsteht das monumentale Arkadische Tor mit seinem runden Innenhof, das als repräsentativer Hauptzugang in die Stadt dient und zugleich die Wehrhaftigkeit der Gründungsanlage demonstriert. Innerhalb der Mauern formt sich das Stadtzentrum mit Theater, Brunnenhaus der Arsinoë, der nördlichen Halle der Agora und ersten öffentlichen Gebäuden, die die Rolle Messenes als politisches und religiöses Zentrum des neuen Staates sichtbar machen.
Sparta
Bosporanisches Reich
Bithynien
Salamis
ODRYSEN
ACHÄMENIDENREICH
- Großkönig Artaxerxes II. (404–358)
- Satrap Mithridates I. (Kios, 401-362)
- Satrap Ariobarzanes (Phrygien, 388-362)
- Satrap Datames (Kappadokien, 380-362)
- Satrap Mausolus (Karien, 377–353)
ÄGYPTEN
Spätzeit, 30. Dynastie
KUSCH
- König Harsiotef (404-369)
Um 369 stirbt Harsiotef nach einer ungefähr 35‑jährigen Regierungszeit. Sein Tod markiert den Übergang zu einem neuen Herrscher, der in der Forschung meist mit dem anonymen König identifiziert wird, dem die Pyramide 1 von el‑Kurru zugeschrieben wird, auch wenn die Zuordnung nicht vollkommen gesichert ist. Sein Grab liegt in Nuri, in der Pyramide Nu. 13.
INDIEN
Anuradhapura
CHINA
Zeit der Streitenden Reiche
(38./39. Zyklus, Jahr der Wasser-Ratte; am Beginn des Jahres Metall-Schwein)
Qin
Zhou
- König Lie (375–369)
Lie stirbt, nachdem er sechs Jahre regiert hat. - Fortsetzung 368
Zhao
Wei
- Markgraf Hui (369–344)
Wei Ying, um 400 geboren, Enkel des Markgrafen Wen, des Gründers des Staates Wei, und der Sohn des Markgrafen Wu, seinem Vorgänger, übernimmt nach einem Thronfolgekrieg, bei dem Wei beinahe von den Staaten Zhao und Han aufgeteilt wird, den Thron und nimmt den Herrschernamen Hui an. Zunächst regiert er als Markgraf, später erhebt er sich 344 selbst in den Königsrang. - Fortsetzung 362
Qi
Chu
- König Xuan (369–340)
Xiong Liangfu, Sohn des Königs Dao und Angehöriger des Hauses Mi, folgt seinem älteren Bruder Su, der 370 ohne Nachkommen gestorben ist, nach und wird unter dem Namen Xuan König des Staates Chu. - Fortsetzung 354
JAPAN
QUELLEN
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06.07.2023 Artikel eröffnet und Grundstock erstellt
15.02.2026 Grundstock ergänzt