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*[http://de.wikipedia.org/wiki/Dionysios_I._von_Syrakus Dionysios] <br />Dionysios, um 430 in Syrakus geboren, stammt aus einer angesehenen, aber nicht reichen syrakusischen Familie; sein Vater Hermokritos ermöglicht ihm dennoch eine gute sophistische Ausbildung. Früh schließt sich Dionysios dem Politiker und Feldherrn Hermokrates an, der sich für die Unabhängigkeit der sizilischen Griechen gegenüber äußeren Mächten einsetzt. Als Hermokrates im Jahr 407 | *[http://de.wikipedia.org/wiki/Dionysios_I._von_Syrakus Dionysios] <br />Dionysios, um 430 in Syrakus geboren, stammt aus einer angesehenen, aber nicht reichen syrakusischen Familie; sein Vater Hermokritos ermöglicht ihm dennoch eine gute sophistische Ausbildung. Früh schließt sich Dionysios dem Politiker und Feldherrn Hermokrates an, der sich für die Unabhängigkeit der sizilischen Griechen gegenüber äußeren Mächten einsetzt. Als Hermokrates im Jahr 407 mit privaten Söldnern einen Staatsstreich in Syrakus versucht, kämpft Dionysios an seiner Seite und wird dabei schwer verwundet, während Hermokrates im Kampf fällt. Die Anhänger des Hermokrates werden verbannt, doch Dionysios entgeht der Verbannung und erhält sogar eine Anstellung als Sekretär des Kollegiums der syrakusischen Feldherrn. | ||
* | *[https://de.wikipedia.org/wiki/Hermokrates Hermokrates] <br />Bei dem Versuch, mit Gewalt seine Rückberufung aus der Verbannung zu erzwingen, findet er im Rahmen eines gescheiterten Handstreichs gegen Syrakus im Straßenkampf den Tod. | ||
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*[http://de.wikipedia.org/wiki/Peloponnesischer_Krieg Peloponnesischer_Krieg (431-404)] <br />[http://de.wikipedia.org/wiki/Schlacht_von_Notion '''Schlacht von Notion'''] <br />Im Frühjahr kehrt Alkibiades nach Athen zurück. Der vormals in Ungnade gefallene und zum Tod in Abwesenheit verurteilte Stratege ist nach der demokratischen Restauration in Athen 410 rehabilitiert worden und führt seitdem einen Krieg im Marmarameer, um die Kontrolle der Getreiderouten von der Krim nach Athen zu sichern. In Athen begeistert empfangen, wird Alkibiades im Frühjahr als „Hégémon autokrátor“ zum obersten Kriegsherrn mit Sondervollmachten gewählt. Das bisherige Kollegium der zehn Strategen unter dem nominellen Vorsitz des Strategen Polemarchos als oberste Kriegsleitung wird ihm unterstellt. Seine Vollmachten nutzt er zum Aufbau einer Armee von 1500 Hopliten, 150 Mann Kavallerie und 100 Trieren. Darüber hinaus werden auch die anderen Strategen mit Aufgaben und Einheiten bedacht: Thrasybulos beispielsweise erhält 30 Trieren zum Schutz des Marmarameers und zum Kampf in Thrakien. Da Lysander seine Flotte erst aufbauen muss und Alkibiades zunächst noch mit der Belagerung von Andros beschäftigt ist, treffen beide Flotten erst im Spätsommer aufeinander. Alkibiades bezieht auf der Ephesos vorgelagerten Insel Samos Quartier, dem Hauptstützpunkt Athens in Ionien. Lysander weicht zunächst einer Schlacht aus in realistischer Einschätzung seiner numerischen Unterlegenheit – auch wenn er nun über 90 Schiffe verfügt, ist er Alkibiades’ 100 Trieren immer noch unterlegen. Daher lässt er seine Schiffe an Land ziehen und ausbessern. Beide Flotten paralysieren sich: Alkibiades gelingt es, Lysander in Ephesos zu blockieren, wird aber von Lysander zur Untätigkeit verdammt, solange dieser keine Schlacht wagt. Der unter hohem Erfolgsdruck stehende Alkibiades will jedoch nicht die Initiative an Lysander verlieren und überträgt das Kommando über seine Flotte dem Kapitän seines Flaggschiffs, Antiochos, um selbst den athenischen Strategen Thrasybulos bei der Befestigung von Phokaia zu unterstützen oder den Belagerungsring um Klazomenai zu sprengen. So kann der Abfall von Nordionien an Sparta abgewendet werden und der Druck auf Lysander wird erhöht, selbst in Aktion zu treten. Alkibiades hat bei seinem Abrücken Antiochos den strikten Befehl gegeben, keine Schlacht in seiner Abwesenheit zu wagen. Antiochos hält sich aber nicht an diese Order, legt sich in den Hafen von Notion, von wo er die Bucht von Ephesos überwacht, und lässt Teile der Flotte regelmäßig auslaufen, um die Schiffe des Lysander zu einer Schlacht aufzufordern – wenn auch zunächst vergeblich. Dass es schließlich doch zu einer Schlacht in Alkibiades’ Abwesenheit kommt, kann an der Eitelkeit des Antiochos liegen oder einfach an Lysanders taktischer Raffinesse. Plausibel ist jedenfalls auch die Erklärung, dass die Mannschaften der zur Untätigkeit verdammten athenischen Flotte Antiochos unter massiven Druck setzen, endlich tätig zu werden. Dafür spricht, dass Antiochos nicht nur die Spartaner regelmäßig zu einer Schlacht herausfordert, sondern schließlich so weit geht, ein kleines Gefecht zu wagen, um den Kampfgeist zu heben. Lysander bleibt es aber nicht verborgen, dass die Athener erfolgshungrig sind. Er zieht aus ihrem Verhalten Schlüsse, trotz seiner Unterlegenheit eine siegreiche Schlacht liefern zu können. Um einerseits den Kampfeshunger der Athener zu stillen, andererseits nicht den Befehl des Alkibiades zu missachten, entschließt sich Antiochos zu einem kleinen Gefecht: Er plant, mit wenigen Schiffen den Spartanern eine Falle zu stellen und mit dem siegreichen Scharmützel den Mut der Athener zu heben. Dazu lässt er zwar die gesamte athenische Flotte in Bereitschaft setzen, fährt aber nur mit den zehn besten Schiffen Richtung Ephesos, wobei er acht für einen Hinterhalt zurückhält, während er selbst mit einem weiteren Schiff die Rolle des Köders übernimmt und bis in den Hafen von Ephesos hineinfährt. So will er eine spartanische Einheit herauslocken, die er dann mit den verbleibenden acht Schiffen überwältigt. Diese Strategie wendet Alkibiades selbst in der Schlacht von Kyzikos mit großem Erfolg an. Auf so eine Gelegenheit wartet Lysander jedoch: Er bemannt seine ganze Flotte und schickt den zwei attischen Schiffen seine drei schnellsten Schiffe hinterher, denen es gelingt, Antiochos noch vor Notion zu stellen. Die anderen acht Schiffe der Athener eilen zu Hilfe, können aber selbst die drei spartanischen Schiffe nicht überwältigen, weil inzwischen Lysander mit seiner gesamten Flotte heranfährt. Dies bemerken auch die Athener in Notion und fahren ihrerseits Lysander entgegen. Beide Flotten treffen nun im Golf zwischen Ephesos und Notion aufeinander. Während Lysander jedoch seine Flotte in Schlachtformation von Ephesos heranführt, sind die Athener nicht auf einen Kampf mit der gesamten Flotte der Spartaner eingestellt. Die athenischen Flottenkontingente treffen auf dem Schlachtfeld unkoordiniert ein, jedes so schnell, wie es herankommt. Antiochos ist wohl schon zu diesem Zeitpunkt gefallen, sodass es den Athenern auch an einem einheitlichen Kommando fehlt. Dadurch wird die numerische Überlegenheit der Athener durch die bessere Strategie des Lysander ausgeglichen. Am Ende der Schlacht verlieren die Athener zwischen 15 und 22 Schiffen. Die Schlacht hat geringe militärische Folgen. Alkibiades fährt sofort zusammen mit den 30 Schiffen des Thrasybulos nach Notion und führt von dort die vereinigte athenische Flotte nach Samos. Dadurch, dass die Verluste der Schlacht durch das Kontingent des Thrasybulos wieder ausgeglichen sind, hat Alkibiades wieder die numerische Überlegenheit und blockiert Lysander erfolgreich in Ephesos. Jedoch kommt es zu keinem großen Treffen mehr, da Lysander einer zweiten Schlacht nach dem erzielten Erfolg aus dem Weg geht. Nur die Besatzung in Phokaia müssen die Athener abziehen. Der moralische Schaden hingegen ist weitaus größer, denn der Glaube in die Fähigkeiten des Alkibiades als charismatischem Führer schwindet nach der Schlacht. Anstatt für das folgende Jahr wieder als Heerführer gewählt zu werden, geht Alkibiades freiwillig ins Exil und zieht sich auf seine private Festung in Thrakien zurück. Auch Thrasybulos und andere verdiente Kommandanten werden durch den Sturz des Alkibiades mit hinabgezogen und nicht wiedergewählt. Als Folge geht Athen aus dem Jahr geschwächt hervor, während Lysander seinem Nachfolger eine intakte Flotte von über 100 Schiffen und geordnete Verhältnisse in Kleinasien übergeben kann. | *[http://de.wikipedia.org/wiki/Peloponnesischer_Krieg Peloponnesischer_Krieg (431-404)] <br />[http://de.wikipedia.org/wiki/Schlacht_von_Notion '''Schlacht von Notion'''] <br />Im Frühjahr kehrt Alkibiades nach Athen zurück. Der vormals in Ungnade gefallene und zum Tod in Abwesenheit verurteilte Stratege ist nach der demokratischen Restauration in Athen 410 rehabilitiert worden und führt seitdem einen Krieg im Marmarameer, um die Kontrolle der Getreiderouten von der Krim nach Athen zu sichern. In Athen begeistert empfangen, wird Alkibiades im Frühjahr als „Hégémon autokrátor“ zum obersten Kriegsherrn mit Sondervollmachten gewählt. Das bisherige Kollegium der zehn Strategen unter dem nominellen Vorsitz des Strategen Polemarchos als oberste Kriegsleitung wird ihm unterstellt. Seine Vollmachten nutzt er zum Aufbau einer Armee von 1500 Hopliten, 150 Mann Kavallerie und 100 Trieren. Darüber hinaus werden auch die anderen Strategen mit Aufgaben und Einheiten bedacht: Thrasybulos beispielsweise erhält 30 Trieren zum Schutz des Marmarameers und zum Kampf in Thrakien. Da Lysander seine Flotte erst aufbauen muss und Alkibiades zunächst noch mit der Belagerung von Andros beschäftigt ist, treffen beide Flotten erst im Spätsommer aufeinander. Alkibiades bezieht auf der Ephesos vorgelagerten Insel Samos Quartier, dem Hauptstützpunkt Athens in Ionien. Lysander weicht zunächst einer Schlacht aus in realistischer Einschätzung seiner numerischen Unterlegenheit – auch wenn er nun über 90 Schiffe verfügt, ist er Alkibiades’ 100 Trieren immer noch unterlegen. Daher lässt er seine Schiffe an Land ziehen und ausbessern. Beide Flotten paralysieren sich: Alkibiades gelingt es, Lysander in Ephesos zu blockieren, wird aber von Lysander zur Untätigkeit verdammt, solange dieser keine Schlacht wagt. Der unter hohem Erfolgsdruck stehende Alkibiades will jedoch nicht die Initiative an Lysander verlieren und überträgt das Kommando über seine Flotte dem Kapitän seines Flaggschiffs, Antiochos, um selbst den athenischen Strategen Thrasybulos bei der Befestigung von Phokaia zu unterstützen oder den Belagerungsring um Klazomenai zu sprengen. So kann der Abfall von Nordionien an Sparta abgewendet werden und der Druck auf Lysander wird erhöht, selbst in Aktion zu treten. Alkibiades hat bei seinem Abrücken Antiochos den strikten Befehl gegeben, keine Schlacht in seiner Abwesenheit zu wagen. Antiochos hält sich aber nicht an diese Order, legt sich in den Hafen von Notion, von wo er die Bucht von Ephesos überwacht, und lässt Teile der Flotte regelmäßig auslaufen, um die Schiffe des Lysander zu einer Schlacht aufzufordern – wenn auch zunächst vergeblich. Dass es schließlich doch zu einer Schlacht in Alkibiades’ Abwesenheit kommt, kann an der Eitelkeit des Antiochos liegen oder einfach an Lysanders taktischer Raffinesse. Plausibel ist jedenfalls auch die Erklärung, dass die Mannschaften der zur Untätigkeit verdammten athenischen Flotte Antiochos unter massiven Druck setzen, endlich tätig zu werden. Dafür spricht, dass Antiochos nicht nur die Spartaner regelmäßig zu einer Schlacht herausfordert, sondern schließlich so weit geht, ein kleines Gefecht zu wagen, um den Kampfgeist zu heben. Lysander bleibt es aber nicht verborgen, dass die Athener erfolgshungrig sind. Er zieht aus ihrem Verhalten Schlüsse, trotz seiner Unterlegenheit eine siegreiche Schlacht liefern zu können. Um einerseits den Kampfeshunger der Athener zu stillen, andererseits nicht den Befehl des Alkibiades zu missachten, entschließt sich Antiochos zu einem kleinen Gefecht: Er plant, mit wenigen Schiffen den Spartanern eine Falle zu stellen und mit dem siegreichen Scharmützel den Mut der Athener zu heben. Dazu lässt er zwar die gesamte athenische Flotte in Bereitschaft setzen, fährt aber nur mit den zehn besten Schiffen Richtung Ephesos, wobei er acht für einen Hinterhalt zurückhält, während er selbst mit einem weiteren Schiff die Rolle des Köders übernimmt und bis in den Hafen von Ephesos hineinfährt. So will er eine spartanische Einheit herauslocken, die er dann mit den verbleibenden acht Schiffen überwältigt. Diese Strategie wendet Alkibiades selbst in der Schlacht von Kyzikos mit großem Erfolg an. Auf so eine Gelegenheit wartet Lysander jedoch: Er bemannt seine ganze Flotte und schickt den zwei attischen Schiffen seine drei schnellsten Schiffe hinterher, denen es gelingt, Antiochos noch vor Notion zu stellen. Die anderen acht Schiffe der Athener eilen zu Hilfe, können aber selbst die drei spartanischen Schiffe nicht überwältigen, weil inzwischen Lysander mit seiner gesamten Flotte heranfährt. Dies bemerken auch die Athener in Notion und fahren ihrerseits Lysander entgegen. Beide Flotten treffen nun im Golf zwischen Ephesos und Notion aufeinander. Während Lysander jedoch seine Flotte in Schlachtformation von Ephesos heranführt, sind die Athener nicht auf einen Kampf mit der gesamten Flotte der Spartaner eingestellt. Die athenischen Flottenkontingente treffen auf dem Schlachtfeld unkoordiniert ein, jedes so schnell, wie es herankommt. Antiochos ist wohl schon zu diesem Zeitpunkt gefallen, sodass es den Athenern auch an einem einheitlichen Kommando fehlt. Dadurch wird die numerische Überlegenheit der Athener durch die bessere Strategie des Lysander ausgeglichen. Am Ende der Schlacht verlieren die Athener zwischen 15 und 22 Schiffen. Die Schlacht hat geringe militärische Folgen. Alkibiades fährt sofort zusammen mit den 30 Schiffen des Thrasybulos nach Notion und führt von dort die vereinigte athenische Flotte nach Samos. Dadurch, dass die Verluste der Schlacht durch das Kontingent des Thrasybulos wieder ausgeglichen sind, hat Alkibiades wieder die numerische Überlegenheit und blockiert Lysander erfolgreich in Ephesos. Jedoch kommt es zu keinem großen Treffen mehr, da Lysander einer zweiten Schlacht nach dem erzielten Erfolg aus dem Weg geht. Nur die Besatzung in Phokaia müssen die Athener abziehen. Der moralische Schaden hingegen ist weitaus größer, denn der Glaube in die Fähigkeiten des Alkibiades als charismatischem Führer schwindet nach der Schlacht. Anstatt für das folgende Jahr wieder als Heerführer gewählt zu werden, geht Alkibiades freiwillig ins Exil und zieht sich auf seine private Festung in Thrakien zurück. Auch Thrasybulos und andere verdiente Kommandanten werden durch den Sturz des Alkibiades mit hinabgezogen und nicht wiedergewählt. Als Folge geht Athen aus dem Jahr geschwächt hervor, während Lysander seinem Nachfolger eine intakte Flotte von über 100 Schiffen und geordnete Verhältnisse in Kleinasien übergeben kann. <br />[http://de.wikipedia.org/wiki/Belagerung_von_Andros Belagerung von Andros (408-406)] <br />Nach einiger Zeit wird der Feldherr Thrasybul der Belagerung überdrüssig und lässt sich durch Konon ablösen, um selbst eine Belagerung in Phokaia einzuleiten. Konon kommandiert 20 Schiffe vor Andros, bleibt jedoch nicht lange, da er nach der Schlacht von Notion von den Athenern zum Nachfolger des abgesetzten Alkibiades ernannt wird. Phanosthenes wird als letzter Kommandant der Belagerung erwähnt. Ihm stehen nur noch vier Schiffe zur Blockade zur See zur Verfügung. Dennoch gelingt ihm die Kaperung von zwei spartanischen Blockadebrechern und die Gefangennahme ihres Kommandanten Dorieus aus Rhodos. Obwohl Dorieus wegen seiner Rolle beim Abfall von Thurioi und der Teilnahme an der Schlacht von Abydos zum Tode verurteilt ist, wird er ohne Lösegeld freigelassen. | ||
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Aktuelle Version vom 10. Juni 2026, 20:18 Uhr
WELTALL
- Babylonische Astronomen protokollieren im 17. Regierungsjahr des achämenidischen Königs Dareios II. (407/406) ihre Beobachtungsergebnisse der Mondfinsternis vom 15.–16. Oktober (14. Tašritu).
- Fortsetzung 406
RÖMISCHE REPUBLIK
(ab urbe condita CCCXLVII = 347)
- Konsulartribun Lucius Furius Medullinus (1. Amtszeit)
Lucius Furius Medullinus wird in diesem Jahr zum Konsulartribun gewählt; alle seine Kollegen sind zum zweiten Mal Konsulartribunen. Nach dem Ablauf des Waffenstillstands mit Veii sendet Rom eine Gesandtschaft, um Ersatz für die erlittenen Schäden und Verletzungen zu verlangen. An der Grenze treffen diese Männer auf eine Gesandtschaft der Veienter, die darum bittet, nicht nach Veii weiterzugehen, bevor sie selbst vor dem römischen Senat gewesen ist. Der Senat willigt ein, von den Veientern keinen Vergleich zu fordern, weil diese in inneren Streitigkeiten stehen. Die Römer verlieren jedoch, weil sie nicht rechtzeitig entscheiden können, die Besatzung in Verrugo; sie wird von Aequer und Volskern niedergemetzelt. Ein Entsatzheer trifft nach dem Massaker ein; da es den gefallenen Kameraden nicht mehr helfen kann, überrascht es den Feind und tötet ihn, während dieser mit der Plünderung Verrugos beschäftigt ist. - Konsulartribun Gaius Valerius Potitus Volusus (2. Amtszeit)
Gaius Valerius Potitus Volusus wird erneut zum Konsulartribunen gewählt. In diesem Jahr läuft der Waffenstillstand mit Veji aus, Rom beginnt Forderungen zu stellen und entsendet eine Delegation, um Genugtuung für erlittene Unrechtshandlungen zu verlangen, während eine vejentische Gesandtschaft den Römern am Grenzgebiet entgegentritt und um Aufschub bittet, damit sie sich zuvor vor dem römischen Senat präsentieren können, was dieser gewährt, da Veji von inneren Konflikten erschüttert wird und man bewusst davon absieht, aus dem Unglück der Veienter Vorteil zu ziehen. Im selben Jahr verliert Rom die Festung Verrugo an die Volsker, und die römische Garnison wird von Volskern und Aequer massakriert; eine Entsatztruppe trifft erst ein, als das Massaker bereits geschehen ist, so dass sie nur noch die Garnison rächt, indem sie die überraschten Feinde, die mit der Plünderung beschäftigt sind, niedermacht, nachdem die Militärtribunen zuvor die Dringlichkeit der Lage unterschätzt haben. - Konsulartribun Gaius Servilius Ahala (2. Amtszeit)
Auch Servilius ist erneut als konsularischer Tribun im Amt und gehört nun einem Kollegium von vier Mitgliedern an. Dieses neue und sehr erfahrene Kollegium, dessen Mitglieder bereits mehrfach das Imperium innehaben, kann den Erfolg des Vorjahres nicht wiederholen und erleidet gegen die Volsker eine Niederlage, die zum Verlust von Verrugo führt. - Konsulartribun Numerius Fabius Vibulanus (2. Amtszeit)
Numerius Fabius Vibulanus wird erneut zum Konsulartribunen gewählt. Nach Ablauf des Waffenstillstands mit Veii entsendet Rom eine Gesandtschaft, um Genugtuung für erlittenes Unrecht zu verlangen. „Als diese an der Grenze ankommen, begegnet ihnen eine Gesandtschaft der Veienter. Diese bitten darum, nicht nach Veii zu ziehen, bevor sie selbst vor dem römischen Senat erschienen sind. Und der Senat gewährt dies, da innere Unruhen die Veienter bedrängen, und verlangt keinen Schadenersatz: so weit ist man davon entfernt, aus dem Unglück anderer Nutzen zu ziehen“ (Titus Livius, Ab urbe condita, IV, 4, 58). Die Römer verlieren jedoch aufgrund mangelnder Entschlusskraft die Garnison von Verrugine, die von den Volskern und den Äquern niedergemacht wird. Das zur Unterstützung entsandte Heer trifft erst nach dem Massaker ein und kann nichts anderes tun, als die Garnison zu rächen, indem es die Feinde, die beim Plündern überrascht werden, niedermacht. - Fortsetzung 406
GRIECHEN
(1./2. Jahr der 93. Olympiade
Syrakus
- Dionysios
Dionysios, um 430 in Syrakus geboren, stammt aus einer angesehenen, aber nicht reichen syrakusischen Familie; sein Vater Hermokritos ermöglicht ihm dennoch eine gute sophistische Ausbildung. Früh schließt sich Dionysios dem Politiker und Feldherrn Hermokrates an, der sich für die Unabhängigkeit der sizilischen Griechen gegenüber äußeren Mächten einsetzt. Als Hermokrates im Jahr 407 mit privaten Söldnern einen Staatsstreich in Syrakus versucht, kämpft Dionysios an seiner Seite und wird dabei schwer verwundet, während Hermokrates im Kampf fällt. Die Anhänger des Hermokrates werden verbannt, doch Dionysios entgeht der Verbannung und erhält sogar eine Anstellung als Sekretär des Kollegiums der syrakusischen Feldherrn. - Hermokrates
Bei dem Versuch, mit Gewalt seine Rückberufung aus der Verbannung zu erzwingen, findet er im Rahmen eines gescheiterten Handstreichs gegen Syrakus im Straßenkampf den Tod. - Fortsetzung 406
Molosser / Epirus
Makedonien
Athen
- Peloponnesischer_Krieg (431-404)
Schlacht von Notion
Im Frühjahr kehrt Alkibiades nach Athen zurück. Der vormals in Ungnade gefallene und zum Tod in Abwesenheit verurteilte Stratege ist nach der demokratischen Restauration in Athen 410 rehabilitiert worden und führt seitdem einen Krieg im Marmarameer, um die Kontrolle der Getreiderouten von der Krim nach Athen zu sichern. In Athen begeistert empfangen, wird Alkibiades im Frühjahr als „Hégémon autokrátor“ zum obersten Kriegsherrn mit Sondervollmachten gewählt. Das bisherige Kollegium der zehn Strategen unter dem nominellen Vorsitz des Strategen Polemarchos als oberste Kriegsleitung wird ihm unterstellt. Seine Vollmachten nutzt er zum Aufbau einer Armee von 1500 Hopliten, 150 Mann Kavallerie und 100 Trieren. Darüber hinaus werden auch die anderen Strategen mit Aufgaben und Einheiten bedacht: Thrasybulos beispielsweise erhält 30 Trieren zum Schutz des Marmarameers und zum Kampf in Thrakien. Da Lysander seine Flotte erst aufbauen muss und Alkibiades zunächst noch mit der Belagerung von Andros beschäftigt ist, treffen beide Flotten erst im Spätsommer aufeinander. Alkibiades bezieht auf der Ephesos vorgelagerten Insel Samos Quartier, dem Hauptstützpunkt Athens in Ionien. Lysander weicht zunächst einer Schlacht aus in realistischer Einschätzung seiner numerischen Unterlegenheit – auch wenn er nun über 90 Schiffe verfügt, ist er Alkibiades’ 100 Trieren immer noch unterlegen. Daher lässt er seine Schiffe an Land ziehen und ausbessern. Beide Flotten paralysieren sich: Alkibiades gelingt es, Lysander in Ephesos zu blockieren, wird aber von Lysander zur Untätigkeit verdammt, solange dieser keine Schlacht wagt. Der unter hohem Erfolgsdruck stehende Alkibiades will jedoch nicht die Initiative an Lysander verlieren und überträgt das Kommando über seine Flotte dem Kapitän seines Flaggschiffs, Antiochos, um selbst den athenischen Strategen Thrasybulos bei der Befestigung von Phokaia zu unterstützen oder den Belagerungsring um Klazomenai zu sprengen. So kann der Abfall von Nordionien an Sparta abgewendet werden und der Druck auf Lysander wird erhöht, selbst in Aktion zu treten. Alkibiades hat bei seinem Abrücken Antiochos den strikten Befehl gegeben, keine Schlacht in seiner Abwesenheit zu wagen. Antiochos hält sich aber nicht an diese Order, legt sich in den Hafen von Notion, von wo er die Bucht von Ephesos überwacht, und lässt Teile der Flotte regelmäßig auslaufen, um die Schiffe des Lysander zu einer Schlacht aufzufordern – wenn auch zunächst vergeblich. Dass es schließlich doch zu einer Schlacht in Alkibiades’ Abwesenheit kommt, kann an der Eitelkeit des Antiochos liegen oder einfach an Lysanders taktischer Raffinesse. Plausibel ist jedenfalls auch die Erklärung, dass die Mannschaften der zur Untätigkeit verdammten athenischen Flotte Antiochos unter massiven Druck setzen, endlich tätig zu werden. Dafür spricht, dass Antiochos nicht nur die Spartaner regelmäßig zu einer Schlacht herausfordert, sondern schließlich so weit geht, ein kleines Gefecht zu wagen, um den Kampfgeist zu heben. Lysander bleibt es aber nicht verborgen, dass die Athener erfolgshungrig sind. Er zieht aus ihrem Verhalten Schlüsse, trotz seiner Unterlegenheit eine siegreiche Schlacht liefern zu können. Um einerseits den Kampfeshunger der Athener zu stillen, andererseits nicht den Befehl des Alkibiades zu missachten, entschließt sich Antiochos zu einem kleinen Gefecht: Er plant, mit wenigen Schiffen den Spartanern eine Falle zu stellen und mit dem siegreichen Scharmützel den Mut der Athener zu heben. Dazu lässt er zwar die gesamte athenische Flotte in Bereitschaft setzen, fährt aber nur mit den zehn besten Schiffen Richtung Ephesos, wobei er acht für einen Hinterhalt zurückhält, während er selbst mit einem weiteren Schiff die Rolle des Köders übernimmt und bis in den Hafen von Ephesos hineinfährt. So will er eine spartanische Einheit herauslocken, die er dann mit den verbleibenden acht Schiffen überwältigt. Diese Strategie wendet Alkibiades selbst in der Schlacht von Kyzikos mit großem Erfolg an. Auf so eine Gelegenheit wartet Lysander jedoch: Er bemannt seine ganze Flotte und schickt den zwei attischen Schiffen seine drei schnellsten Schiffe hinterher, denen es gelingt, Antiochos noch vor Notion zu stellen. Die anderen acht Schiffe der Athener eilen zu Hilfe, können aber selbst die drei spartanischen Schiffe nicht überwältigen, weil inzwischen Lysander mit seiner gesamten Flotte heranfährt. Dies bemerken auch die Athener in Notion und fahren ihrerseits Lysander entgegen. Beide Flotten treffen nun im Golf zwischen Ephesos und Notion aufeinander. Während Lysander jedoch seine Flotte in Schlachtformation von Ephesos heranführt, sind die Athener nicht auf einen Kampf mit der gesamten Flotte der Spartaner eingestellt. Die athenischen Flottenkontingente treffen auf dem Schlachtfeld unkoordiniert ein, jedes so schnell, wie es herankommt. Antiochos ist wohl schon zu diesem Zeitpunkt gefallen, sodass es den Athenern auch an einem einheitlichen Kommando fehlt. Dadurch wird die numerische Überlegenheit der Athener durch die bessere Strategie des Lysander ausgeglichen. Am Ende der Schlacht verlieren die Athener zwischen 15 und 22 Schiffen. Die Schlacht hat geringe militärische Folgen. Alkibiades fährt sofort zusammen mit den 30 Schiffen des Thrasybulos nach Notion und führt von dort die vereinigte athenische Flotte nach Samos. Dadurch, dass die Verluste der Schlacht durch das Kontingent des Thrasybulos wieder ausgeglichen sind, hat Alkibiades wieder die numerische Überlegenheit und blockiert Lysander erfolgreich in Ephesos. Jedoch kommt es zu keinem großen Treffen mehr, da Lysander einer zweiten Schlacht nach dem erzielten Erfolg aus dem Weg geht. Nur die Besatzung in Phokaia müssen die Athener abziehen. Der moralische Schaden hingegen ist weitaus größer, denn der Glaube in die Fähigkeiten des Alkibiades als charismatischem Führer schwindet nach der Schlacht. Anstatt für das folgende Jahr wieder als Heerführer gewählt zu werden, geht Alkibiades freiwillig ins Exil und zieht sich auf seine private Festung in Thrakien zurück. Auch Thrasybulos und andere verdiente Kommandanten werden durch den Sturz des Alkibiades mit hinabgezogen und nicht wiedergewählt. Als Folge geht Athen aus dem Jahr geschwächt hervor, während Lysander seinem Nachfolger eine intakte Flotte von über 100 Schiffen und geordnete Verhältnisse in Kleinasien übergeben kann.
Belagerung von Andros (408-406)
Nach einiger Zeit wird der Feldherr Thrasybul der Belagerung überdrüssig und lässt sich durch Konon ablösen, um selbst eine Belagerung in Phokaia einzuleiten. Konon kommandiert 20 Schiffe vor Andros, bleibt jedoch nicht lange, da er nach der Schlacht von Notion von den Athenern zum Nachfolger des abgesetzten Alkibiades ernannt wird. Phanosthenes wird als letzter Kommandant der Belagerung erwähnt. Ihm stehen nur noch vier Schiffe zur Blockade zur See zur Verfügung. Dennoch gelingt ihm die Kaperung von zwei spartanischen Blockadebrechern und die Gefangennahme ihres Kommandanten Dorieus aus Rhodos. Obwohl Dorieus wegen seiner Rolle beim Abfall von Thurioi und der Teilnahme an der Schlacht von Abydos zum Tode verurteilt ist, wird er ohne Lösegeld freigelassen. - Fortsetzung 406
Sparta
Bosporanisches Reich
Salamis
ODRYSEN
ACHÄMENIDENREICH
- Großkönig Dareios II. (423–404)
- Satrap Ariobarzanes (Kios, 420-402)
- Ariobarzanes
Ariobarzanes, der spätere Satrap von Phrygien und nicht zu verwechseln mit dem Satrapen von Kios, stammt aus der Pharnakiden‑Dynastie, einer persischen Satrapenfamilie, die seit dem 5. Jahrhundert v. Chr. die Satrapie der hellespontischen Phrygien von Daskylion am Hellespont aus beherrscht. Diese Familie siedelt sich in den 470er‑Jahren in Daskylion an, und die nahe gelegene griechische Stadt Kios (griechisch Kios, lateinisch Cius) gehört offenbar zum Familienbesitz der Linie des Ariobarzanes. Ariobarzanes gilt als „kollaterales“ oder Nebenlinien‑Mitglied der achämenidischen Dynastie und ist möglicherweise ein Sohn des Satrapen Pharnabazos II. Um 407 wird Ariobarzanes als persischer Gesandter zu den griechischen Stadtstaaten entsandt. In dieser Funktion pflegt er diplomatische Beziehungen sowohl zu Athen als auch zu Sparta und versucht, die Interessen des Perserreiches in den Wirren des Peloponnesischen Krieges auszuloten. - Im babylonischen Kalender fällt der Jahresbeginn des 1. Nisannu auf den 8.–9. April; der Vollmond im Nisannu auf den 21.–22. April und der 1. Tašritu auf den 2.–3. Oktober.
- Fortsetzung 406
KUSCH
KARTHAGO
INDIEN
Shishunaga
Anuradhapura
CHINA
Zeit der Streitenden Reiche
(38. (39.) Zyklus, Jahr des Holz-Hundes; am Beginn des Jahres Wasser-Hahn)
Jin
- Herzog Lie (415–389)
- Qian
Qians Heer unterliegt dem Staat Zheng bei Fushu. - Fortsetzung 403
Qin
Zhou
Wei
Qi
- Herzog Xuan (455–405)
Qi greift den Staat Wey an und annektiert die Stadt Guanqiu. - Fortsetzung 405
Chu
- König Sheng (407–402)
Xiong Dang tritt als King Sheng von Chu die Herrschaft über den Staat Chu an und regiert als König dieses Staates. - Fortsetzung 402
JAPAN
QUELLEN
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02.06.2023 Artikel eröffnet und Grundstock erstellt
08.06.2026 Grundstock ergänzt