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*[http://de.wikipedia.org/wiki/Egino_von_Konstanz Bischof Egino (782–811)] <br /> | *[http://de.wikipedia.org/wiki/Egino_von_Konstanz Bischof Egino (Konstanz, 782–811)] <br /> | ||
*[http://de.wikipedia.org/wiki/Petrus_von_Reichenau Abt Petrus (Reichenau, 782–786)] <br />0221D: Petrus stirbt in Reichenau. | *[http://de.wikipedia.org/wiki/Petrus_von_Reichenau Abt Petrus (Reichenau, 782–786)] <br />0221D: Petrus stirbt in Reichenau. | ||
*[http://de.wikipedia.org/wiki/Waldo_von_Reichenau '''Abt Waldo von Reichenau (Reichenau 786–806, Saint-Denis 805–814)'''] <br />Ab 786 ist Waldo als Abt des Klosters Reichenau am Bodensee bezeugt. Dort betreibt er nach St. Galler Vorbild eine Bibliothek und eine Klosterschule. Unter seiner Leitung entwickelt sich das Kloster Reichenau zu einem wichtigen kulturellen Zentrum im Karolingischen Reich. Dies zeigt sich auch darin, dass Egino von Verona auf Erlaubnis Waldos hin Reichenau als Alterssitz wählt. | *[http://de.wikipedia.org/wiki/Waldo_von_Reichenau '''Abt Waldo von Reichenau (Reichenau 786–806, Saint-Denis 805–814)'''] <br />Ab 786 ist Waldo als Abt des Klosters Reichenau am Bodensee bezeugt. Dort betreibt er nach St. Galler Vorbild eine Bibliothek und eine Klosterschule. Unter seiner Leitung entwickelt sich das Kloster Reichenau zu einem wichtigen kulturellen Zentrum im Karolingischen Reich. Dies zeigt sich auch darin, dass Egino von Verona auf Erlaubnis Waldos hin Reichenau als Alterssitz wählt. | ||
Version vom 30. März 2026, 14:40 Uhr
WELTALL
- 0304: In der Cyrenaika, Syrien und Mesopotamien ist eine totale Sonnenfinsternis zu beobachten.
- Fortsetzung 993
MAYA
Calakmul
Talol
Tikal
Copan
PIKTEN
KELTEN
Uí Néill
Ailech
Ulaid
Connacht
- König Tipraiti mac Taidg (782–786)
- König Cináed mac Artgail (786–792)
Nach dem Tod des Königs Tipraite mac Taidg übernimmt Cináed mac Artgaile nach Ansicht moderner Historiker die Herrschaft über Connacht. Die Nachfolge von Tipraite mac Taidg nach 786 ist umstritten, und die Uí Fiachrach Muaide und die Uí Aillelo versuchen, die Königswürde für sich zu gewinnen und sich gegenüber den Uí Briúin Aí durchzusetzen. In diesem Kontext wird Cináed in den „Königslisten“ nicht als König aufgeführt und in den Annalen nicht als König bezeichnet. Zugleich setzen moderne Historiker, darunter Francis John Byrne, ein, dass Cináed mac Artgaile ab 786 die Macht über Connacht ausübt. - Fortsetzung 787
Leinster
Dalriada
Gwynedd
Königreich Powys
ANGELSACHSEN
Northumbria
- König Ælfwald I. (778/779–788)
Abhilfe für den zunehmenden Verfall der Sitten soll die Synode von Fingall bringen, an der neben Alkuin auch der päpstliche Nuntius Georg von Ostia teilnimmt. Die Beschlüsse der Synode werden wenig später von König Offa auch für Mercia angenommen. - Erzbischof Eanbald I. (York, 780-796)
Eanbald leitet eine Kirchensynode in Northumbria zusammen mit zwei päpstlichen Legaten von Papst Hadrian I. und dem König. Zu den beschlossenen Kanones gehört, dass uneheliche Kinder keine Königreiche erben dürfen, dass Priester die Messe nicht barfuß oder mit nackten Beinen feiern dürfen, dass Bischöfe bei Kirchenkonzilien keine weltlichen Angelegenheiten diskutieren sollen, dass zwischen Kanonikern, Mönchen und Laien in Kleidung und Auftreten ein klarer Unterschied bestehen soll und dass alle Menschen der Kirche den Zehnten geben müssen. Die Synode verurteilt auch den Königsmord. - Higbald (Lindisfarne, 780–802)
- Fortsetzung 787
Mercia
- König Offa (757–796)
um 786: Offa von Mercien führt in seinem Reich den Penny als Silbermünze ein. - Ecgberht, Sohn des vorherigen Königs von Kent, muss vor Offa fliehen und findet am Hof Karls des Großen im Frankenreich Asyl.
- Bischof Unwona (Leicester, 781/785-801/803)
- Bischof Hygeberht (Lichfield, 779–787)
Spätestens 786 beginnt man am Hof Offas, über die Schaffung eines merzischen Erzbistums zu beraten. - Erzbischof Jænberht (Canterbury, 765–792)
- Fortsetzung 787
East Anglia
Königreich Wessex
- König Cynewulf (757–786)
Im Jahr 786 will Cynewulf Cyneheard endgültig aus dem Reich drängen; als der König sich in Meretun – wohl in der Nähe des späteren Merton – bei einer Geliebten aufhält, nutzt Cyneheard den Moment und überfällt ihn mit einer Gefolgschaft. Cynewulf wird in dem Gefecht in Meretun zusammen mit seinen anwesenden Gefolgsleuten getötet; Cyneheard kommt ebenfalls ums Leben, als die Männer des Königs und weitere Westsachsen zur Stelle eilen und ihn mit seinen Begleitern erschlagen. Die Schilderung dieses Kampfes in der Angelsächsischen Chronik stellt die Treue der Gefolgsleute in den Mittelpunkt: Die Männer Cynewulfs kämpfen weiter, obwohl ihnen angeboten wird, sich Cyneheard anzuschließen, und sterben lieber, als ihren gefallenen Herrn zu verraten. Nach Cynewulfs Tod folgt Beorhtric als neuer König von Wessex; die Herrschaft Cynewulfs bleibt in der Überlieferung vor allem durch seinen gewaltsamen Tod und seine Rolle im Ringen zwischen Wessex, Mercia und den walisischen Grenzgebieten präsent. - König Beorhtric (786–802)
Die Herkunft Beorhtrics ist unklar, und seine Abstammung bleibt unsicher. In der Angelsächsischen Chronik heißt es, dass seine väterliche Genealogie auf König Cerdic zurückführt, den Gründer der westsächsischen Dynastie. In der Abingdoner Chronik wird präzisiert, Beorhtrics Vater sei König Cynewulf von Wessex. Historiker nehmen an, dass in dieser späten Chronik der Name von Beorhtrics Vorgänger auf dem westsächsischen Thron irrtümlich als Name seines Vaters wiedergegeben wird. Beorhtric gilt als Angehöriger des Hauses Wessex, doch kann diese Behauptung aufgestellt worden sein, um sein Königtum zu legitimieren. Er gehört zu einer Gruppe von fünf westsächsischen Königen aus der Zeit zwischen 726 und 802, deren Herkunftsangaben mit Skepsis zu betrachten sind. Im Jahr 786 wird König Cynewulf von Wessex ermordet. In der sich anschließenden Auseinandersetzung wird auch der den Anschlag organisierende Ætheling Cyneheard, der Bruder des früheren Königs Sigeberht, getötet. In dem sich entfaltenden Thronkampf unterstützt König Offa von Mercia Beorhtric gegen einen weiteren Thronprätendenten, Ecgberht. Es ist nicht genau ersichtlich, warum Offa in diesem Kampf zugunsten Beorhtrics eingreift; möglicherweise beabsichtigt er, auf die westsächsische Politik Einfluss zu nehmen und so die Vorherrschaft Mercias im Süden zu sichern. Zudem ist bekannt, dass Ecgberht von der Dynastie der Könige von Kent abstammt, deren Herrscher unter Ealhmund, Ecgberhts Vater, zuvor gegen Offas Herrschaft aufgestanden sind und ihn in der Schlacht bei Otford geschlagen haben. Im selben Jahr gelangt Beorhtric auf den Thron von Wessex, nachdem Cynewulf ermordet worden ist. Ob Beorhtric als bestimmter Nachfolger Cynewulfs vorgesehen ist oder als Außenseiter das durch den Mord entstandene Machtvakuum ausnutzt, bleibt unklar. Möglicherweise erfolgt seine Thronerhebung mit Hilfe Offas von Mercia, des mächtigsten Herrschers im damaligen England.
Nach einer erfolglosen Bemühung, Karl den Großen zu heiraten, erhält Eadburh von ihm ein großes Frauenkloster, dessen Äbtissin sie einige Jahre ist. Sie lebt in diesem fremden Land noch unvernünftiger als in ihrer Heimat. Wegen Ehebruchs mit einem Mann aus ihrem eigenen Volk wird sie auf Befehl des Frankenkönigs aus dem Kloster vertrieben. Eadburh stirbt verarmt und verbannt in der Stadt Pavia in Italien. - Bischof Æthelhard (Winchester, 765?–793)
- Fortsetzung 787
Königreich Essex
FRÄNKISCHES REICH
- König Karl der Große (768–800)
Karl der Große (38) arbeitet zusammen mit seinen Beratern an einem umfangreichen, etwa 80 Kapitel umfassenden Werk, das auf eine Verbesserung der Bildung zielt und drei Grundprinzipien für die Hebung des Bildungsniveaus im Reich formuliert. Damit verfolgt er das Ziel, die Geistlichkeit besser auszubilden, die Schriftkultur zu stärken und einheitliche Maßstäbe für das Lernen im Frankenreich zu schaffen. Die Maßnahmen knüpfen an seine bereits zuvor eingeleiteten Kirchen‑ und Schulreformen an und bilden einen Baustein der später sogenannten karolingischen Bildungsreform. - Reichstag zu Worms
In Worms findet eine Reichsversammlung statt. Es wird teilweise bezweifelt, ob König Karl an der Reichsversammlung persönlich teilnimmt oder sich durch Repräsentanten vertreten lässt. Angesichts des Ablaufs der Reichsversammlung und ihrer politischen Bedeutung erscheint eine persönliche Teilnahme des Königs wahrscheinlich.
Karl der Große hat die Bretonen besiegt. Die Bretonen müssen für ihr künftiges Wohlverhalten Geiseln stellen. Diese Geiseln werden dem König auf dem Hoftag präsentiert.
Fränkische Anführer müssen vor dem König erscheinen, nachdem es im Vorjahr in Thüringen zu einem Aufstand gekommen ist, und sie müssen sich verantworten.
Auf dem Reichstag wird ein Italienzug beschlossen und sofort in die Tat umgesetzt. - Erzbischof Turpin (Reims, 748–794)
- Bischof Angilram (Metz, 768–791)
- Bischof Agilfried (Lüttich, 769–787)
- Das Chorbistum Büraburg wird aufgelöst.
- Erzbischof Lullus (Mainz, 754-786)
Am 16. Oktober stirbt Lullus in Hersfeld und wird in der von ihm geförderten Abtei Hersfeld bestattet. Am 7. April 852 wird Lullus heiliggesprochen; sein Gedenktag ist der 16. Oktober. Zwischen 1063 und 1073 verfasst Lampert von Hersfeld die Vita Lulli, die Lullus’ Verehrung fördert und ihn zusammen mit Wigbert zum Hauptpatron der Abtei macht. - Bischof Wiomad (Trier, 762-791)
- Bischof Berowelf (Würzburg, 769–794)
- Abt Baugulf (Fulda, 779–802)
- Bischof Egino (Konstanz, 782–811)
- Abt Petrus (Reichenau, 782–786)
0221D: Petrus stirbt in Reichenau. - Abt Waldo von Reichenau (Reichenau 786–806, Saint-Denis 805–814)
Ab 786 ist Waldo als Abt des Klosters Reichenau am Bodensee bezeugt. Dort betreibt er nach St. Galler Vorbild eine Bibliothek und eine Klosterschule. Unter seiner Leitung entwickelt sich das Kloster Reichenau zu einem wichtigen kulturellen Zentrum im Karolingischen Reich. Dies zeigt sich auch darin, dass Egino von Verona auf Erlaubnis Waldos hin Reichenau als Alterssitz wählt. - Fortsetzung 787
Aquitanien
Grafschaft Toulouse
Herzogtum Sachsen
- Im Jahr 786 ordnet Papst Hadrian I. anlässlich der Nachricht von Widukinds Taufe ein von der ganzen römischen Christenheit zu feierndes Dankfest an.
- Fortsetzung 799
Herzogtum Baiern
- Herzog Tassilo III. (748–788)
- Bischof Simpert (Regensburg, 768–791)
- Bischof Willibald (Eichstätt, 741–787)
1008D: Willibald überträgt weitere Besitztümer an das Kloster Fulda und stiftet für sich ein Totengedächtnis. Heinrich Wagner sieht darin ein starkes Indiz, dass der im Fuldaer Totenannalen des Jahres 788 genannte Bischof „Pacificus“ mit Bischof Willibald von Eichstätt identisch ist. - Bischof Atto (Freising, 783/784–810/811)
- Bischof Waldrich (Passau, 777–804)
- Bischof Simpert (Augsburg, 778–807)
- Bischof Arn von (Salzburg 785–798)
- Fortsetzung 787
Herzogzum Mailand
Herzogtum Treviso
Herzogtum Spoleto
Herzogtum Benevent
SPANIEN
Königreich Asturien
KIRCHENSTAAT
REPUBLIK VENEDIG
SÜDSLAWEN
Kroatien
ERSTES BULGARISCHES REICH
BYZANTINISCHES REICH
- Regentin Irene (780-790)
- Kaiser Konstantin VI. (780–797)
- Patriarch Johannes (Grado, 766–802)
- Patriarch Tarasios (Konstantinopel, 784–806)
IBERIEN
- Fürst Stephan III. (779/80–786)
Im Jahr 786 wird Abos, des christianisierten arabischen Dieners des ehemaligen Fürsten Nerse, Märtyrertod bezeugt, zu diesem Zeitpunkt sind sowohl Nerse als auch Stephan aus der Überlieferung verschwunden und die Macht der Guaramiden ist endgültig erloschen. - Fürst Johannes (786-790)
Johannes ist in den Jahren 786 bis 790 als georgischer Prinzenherrscher in Kachetien eingesetzt und ohne Nachkommen tätig. Johannes ist der älteste Sohn von Artchil I. dem Märtyrer, einem georgischen Fürsten der Chosroiden-Dynastie, und gehört damit zur königlichen Familie Kachetiens. In dieser Zeit übernimmt er das Amt des Prinzen von Kachetien und regiert das Gebiet gemeinsam mit seinem jüngeren Bruder Djouanscher, der ebenfalls Sohn des Prinzen Artchil ist. - Fortsetzung 790
ARABER
(169/170 - 2./3. Juli)
Abbasiden
- Kalif al-Hādī (785–786)
Aufstand der Aliden und Schlacht von Fakhkh: Während der Herrschaft al‑Hādīs beginnen in Medina Aufstände der Anhänger der Aliden unter Führung von Ḥusain ibn ʿAlī, einem Nachkommen des Imams Ḥasan ibn ʿAlī. Aufgrund einer Denunziation gegen den Aliden Ḥasan ibn Muḥammad ruft der abbasidische Statthalter von Medina dessen Verwandte Ḥusain ibn ʿAlī und Jaḥjā ibn ʿAbdallāh zu sich und fordert die Auslieferung des Aufenthaltsortes Ḥasans. Nach ihrer Weigerung werden sie schwer gefoltert, woraufhin Ḥusain ibn ʿAlī einen Aufstand beginnt, den Statthalter vertreibt und in der Moschee von Medina den Treueid der Bürger entgegennimmt. Kurz nach dem Tod al‑Mahdīs im Juli 785 erhebt sich Ḥusain mit seinen Gefolgsleuten in Medina, um die noch unsichere Position al‑Hādīs auszunutzen; vermutlich am 16. Mai versuchen Ḥusain und seine Verschwörer, Medina unter ihre Kontrolle zu bringen. In der Prophetenmoschee besteigt Ḥusain die Kanzel, kleidet sich symbolisch in weiße Gewänder und einen weißen Turban und empfängt als „al‑Murtadā min Āl Muḥammad“, „der Gott Gefällige aus dem Haus Muḥammads“, den Treueid seiner Anhänger. Die Aufständischen gewinnen jedoch nicht die breite Bevölkerung für sich und stoßen bald auf den Widerstand der lokalen Garnison; in den folgenden Tagen kommt es zu wiederholten Zusammenstößen zwischen den weißen Anhängern der Aliden (al‑Mubaiyiḍa) und den schwarzen Anhängern der Abbasiden (al‑Musauwiḍa), aus denen die abbasidische Seite siegreich hervorgeht und die Aliden in den Bereich der Großen Moschee zurückdrängt. Als der Aufstand offenkundig gescheitert ist, verlässt Ḥusain am 28. Mai mit etwa dreihundert Gefolgsleuten die Stadt Richtung Mekka. Al‑Hādī sendet in Reaktion auf den Aufstand ein Heer nach Medina und Mekka; die Truppen des Kalifats schlagen die Aufständischen bald darauf nahe Mekka. Am 11. Juni stoßen die relativ wenigen Kämpfer Ḥusains im Wādī Fakhkh, etwa vier Kilometer nordwestlich von Mekka, auf das abbasidische Heer, das von mehreren abbasidischen Prinzen befehligt wird, die sich mit ihren bewaffneten Gefolgschaften bereits wegen des Haddsch in der Gegend aufhalten. In der folgenden Schlacht werden Ḥusain und über hundert seiner Anhänger getötet, zahlreiche weitere gefangen genommen. Viele Aliden können der Schlacht entkommen, indem sie sich unter die Pilger mischen; unter ihnen befinden sich Idrīs und Jaḥjā, die Brüder Muḥammad an‑Nafs az‑Zakijjas. Idrīs ibn ʿAbdallāh, ein Cousin Ḥusains, entkommt mit Hilfe des ägyptischen Postverwalters Wādih an die Küste des Maghreb und gründet dort 788 den Staat der Idrisiden. Nach der Schlacht von Fakhkh beschuldigt al‑Hādī den Imam al‑Kāzim, einen der Anhänger seines Bruders, die Aufständischen angestachelt zu haben; er lässt den Imam festnehmen und zum Tode verurteilen, stirbt jedoch, bevor er das Urteil vollstrecken kann. Al‑Hādī ist bekannt für seine Grausamkeit und Verfolgung der Sayyids und der Schiiten; er verschärft die Beschränkungen gegenüber den Aliden und den verbliebenen Nachkommen der Umaijaden und behandelt sie hart. Er streicht alle Zuwendungen, die al‑Mahdī ihnen aus Furcht vor einem alidischen Aufstand gewährt hatte. Er befiehlt seinen Agenten, alle Aktivitäten der Aliden zu überwachen, Spitzel unter ihnen zu platzieren und sie zu verpflichten, sich täglich bei der örtlichen Obrigkeit zu melden. In dieser Atmosphäre der Überwachung und Repression entfalten sich die Aufstände und die Schlacht von Fakhkh. - Späte Phase der Herrschaft und Konflikte im Inneren: Al‑Hādī setzt die Unterdrückung von Aufständen fort, insbesondere gegenüber den Aliden und Schiiten sowie anderen oppositionellen Gruppen. In Ägypten, Irak und Medina kommt es zu Revolten, die brutale Niederschlagung erfahren. Sein innerer Machtkampf mit Hārūn ar‑Raschīd und mit seiner Mutter Chaiṣurān bleibt ungelöst; er versucht, Hārūn seines Rechte als Thronfolger zu berauben, während Chaiṣurān auf der Nachfolge Hārūns besteht. Kurz vor seinem Tod verlegt al‑Hādī seine Residenz von Bagdad nach Haditha. - September 786: Tod al‑Hādīs: Al‑Hādī stirbt Mitte September 786 in einem Alter von sechsundzwanzig Jahren, nach einer Regierungszeit von einem Jahr und drei Monaten. Vor seinem Tod ist er nach den Quellen einige Zeit schwer krank. Die genaue Todesursache ist unbekannt; einige Überlieferungen sprechen von einem Bauchgeschwür, andere von einer Ermordung auf Betreiben seiner Mutter Chaiṣurān. Es besteht die Vermutung, dass Chaiṣurān, die seinen Tod für vorteilhaft hält, weil sie Hārūn als Nachfolger bevorzugt, eine ihrer Sklavinnen, die intimen Zugang zum Kalifen hat, beauftragt, ihn nachts mit einem Kissen zu ersticken. Die russische Wikipedia verbindet die mögliche Entscheidung Chaiṣurāns zur Beseitigung ihres Sohnes mit seiner harten Niederschlagung der alidischen Führer bei Mekka im Jahr 786 sowie mit ihrer Sorge um das Leben ihres Lieblingssohnes Hārūn und ihrem Wunsch, ihren früheren Einfluss auf die Regierung des Kalifats wiederzugewinnen. So oder so werden Chaiṣurān Motiv und Möglichkeit zur Beteiligung an der Tötung zugeschrieben; al‑Tabarī bemerkt, dass sein Tod für viele Beteiligte zu günstig erscheint, um als selbstverständlich natürlich gelten zu können, während Ibn Ḫaldūn diese Darstellung zurückweist. Al‑Hādīs Bruder Hārūn ar‑Raschīd verrichtet das Totengebet für ihn, und er wird in ʿĪsā Ābād bestattet. Nachfolger al‑Hādīs wird sein jüngerer Bruder Hārūn ar‑Raschīd, der später einer der bekanntesten Herrscher der abbasidischen Dynastie wird. - Kalif Hārūn ar-Raschīd (786-809)
In der Nacht von al-Hadis Tod lässt al-Chaizurān Yahyā ibn Chālid aus dem Gefängnis frei und beauftragt ihn, den Sold der Armee auszuzahlen, Briefe an die Statthalter zu senden, damit sie Harun die Treue schwören, und die Vorbereitung seiner Thronbesteigung zu veranlassen. Die Heerführer Harthama ibn Aʿyan und Chuzaima ibn Chāzim werden herbeigerufen und aufgefordert, Harun als Kalifen den Treueid zu leisten. Chuzaima versammelt fünftausend bewaffnete Anhänger, zerrt Dschaʿfar ibn al-Hadi aus dem Bett und zwingt ihn, öffentlich zugunsten Haruns auf seine Ansprüche zu verzichten. Harun wird in seinen frühen Zwanzigern, Kalif und präsentiert sich als groß gewachsener, gut aussehender, schlanker, aber kräftig gebauter Mann mit welligem Haar und olivfarbener Haut. Am Tag seiner Thronbesteigung wird sein Sohn al-Maʾmun von der persischen Konkubine Maradschil geboren, während sein Sohn al-Amin wenig später von Zubaida zur Welt kommt und als Enkel al-Mansurs rangmäßig vor al-Maʾmun steht. Noch am Tag des Amtsantritts führt Harun das Freitagsgebet in der Großen Moschee Bagdads, nimmt anschließend öffentlich die Glückwünsche entgegen und lässt Beamte wie einfache Leute in einer Reihe antreten, um ihm als Amir al-Muʾminin den Treueid zu leisten. Gleichzeitig nimmt er seine Herrschaft mit der Ernennung sehr fähiger Minister auf, die die Regierungsgeschäfte so gut führen, dass sich die Lage der Bevölkerung deutlich verbessert. In diesem Jahr stirbt Maradschil in der Nacht der Thronbesteigung bei der Geburt al-Maʾmuns, woraufhin Zubaida den Knaben adoptiert. - In der russischen Siedlung Ladoga ist erstmals die Verwendung arabischer Münzen in Europa nachweisbar.
- Imam der Ismailiten: Muhammad ibn Isma'il (775-813)
- Imam der Zwölferschiiten: Mūsā al-Kāzim (765–799)
- Patriarch Elias II. (Jerusalem, 770–797)
- Papst und Patriarch Johannes IV. (Alexandria, 777–799)
- Griechisch-orthodoxer Patriarch Politianos (768–813)
- Fortsetzung 787
Tahert
Emirat Noukour
Emirat von Córdoba
CHASAREN
- Kagan Obadia (786-809)
Obadia ist bis zum Jahr 809 Herrscher der Chasaren und Nachkomme Bulans. Nach dem letzten Einfall der Chasaren in den Kaukasus im Jahr 786 beginnt i, Chasarischen Reich die zweite, abschließende Phase der Festigung des Judentums, die mit Obadias Namen verbunden ist. Im religiösen Bereich etabliert Obadia die rabbinisch‑orthodoxe Form des Judentums, lässt Synagogen und Schulen bauen und lädt jüdische Gelehrte ins Land ein, denen er einen großzügigen Unterhalt gewährt. Diese lenken die Aufmerksamkeit der Chasaren auf die Mischna und den Talmud. Im politischen Bereich begründet Obadia ein System der Doppelherrschaft, in dem die nominellen Herrscher des Landes, die Hagan, nur symbolische Funktionen haben und die Staatsverwaltung durch ihre Stellvertreter, die Nachkommen Obadiahs, ausgeübt wird, sodass das Judentum zur Religion des Herrscherhauses wird. Für seine Dynastie führt er eine fortschrittlichere Thronfolgeordnung ein, in der der Thron nicht mehr nach dem traditionellen „Leiterprinzip“ vom älteren zum jüngeren Bruder übergeht, sondern streng vom Vater auf den Sohn. - Fortsetzung 809
UIGURISCHES KAGANAT
INDIEN
Pratihara
Chauhan-Dynastie
Östliche Chalukya
Rashtrakuta
- König Dhruva Dharavarsha (780-793)
Die Jetvai‑Schenkung beweist die Heiratsallianz zwischen Dhruva Dharavarsha und Vishnuvardhana IV. durch die Vermählung von Dhruvas Tochter Silabhattarika. - Fortsetzung 788
Westliche Ganga-Dynastie
Pallava
Anuradhapura
TIBET
CHINA
(58./59. Zyklus - Jahr des Feuer-Tigers; am Beginn des Jahres Holz-Büffel)
Tang-Dynastie
- Kaiser Tang Dezong (779–805)
Li Xilie setzt seine Expansionsversuche fort, stößt jedoch mehrfach auf Widerstand kaiserlicher Generäle. Im Sommer, als Li Xilie erkrankt, vergiftet ihn sein General Chen Xianqi, tötet dessen Familie und unterstellt sich wieder Dezong, wird aber selbst kurz darauf von Wu Shaocheng ermordet, der nominell weiter dem Tang‑Hof huldigt. Nominal steht das Reich damit wieder vollständig unter Dezongs Oberhoheit. Gleichzeitig ist das Reich durch die jahrelangen Kriege schwer geschwächt, tibetische Heere nutzen die Lage und fallen wiederholt in Tang‑Gebiet ein. Der tibetische Kanzler Shang Jiezan ist überzeugt, die Tang erobern zu können, wenn er die drei Generäle Li Sheng, Ma Sui und Hun Jian ausschaltet. Dezong ist inzwischen von mächtigen Feldherren zunehmend verängstigt; Gerüchte Shangs und Intrigen des Kanzlers Zhang Yanshang wecken Misstrauen gegen Li Sheng, der zu dieser Zeit als Militärgouverneur von Fengxiang dient. - Fortsetzung 787
KOREA
Silla
Balhae
JAPAN
QUELLEN
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23.09.2023 Artikel eröffnet und Grundstock erstellt
24.03.2026 Grundstock ergänzt