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*[http://de.wikipedia.org/wiki/Richbod Erzbischof Richbod (Trier, 791–804)] <br /> | *[http://de.wikipedia.org/wiki/Richbod Erzbischof Richbod (Trier, 791–804)] <br /> | ||
*[http://de.wikipedia.org/wiki/Berowelf Bischof Berowelf (Würzburg, 769–794)] <br />Berowelf bleibt von Anfang 769 bis zu seinem Tod Bischof von Würzburg. Sein Episkopat umfasst damit rund ein Vierteljahrhundert, in dem er das Bistum kirchlich, politisch und territorial nachhaltig prägt. Am 29. September 794 stirbt Berowelf. Mit seinem Tod endet eine Epoche, in der die Würzburger Kirche ihre Stellung im karolingischen Reich festigt und durch Mission, Erwerbungen und den Ausbau der Bischofsstadt neue Konturen erhält. Sein Nachfolger im Bischofsamt wird Gumbert, der die Leitung des Bistums übernimmt und auf den von Berowelf geschaffenen Strukturen aufbaut. In der Rückschau erscheint Berowelf als energischer, mitunter umstrittener Bischof, der gleichzeitig als Missionar, Organisator und Bauherr wirkt und die weitere Geschichte Würzburgs im frühen Mittelalter maßgeblich beeinflusst. | *[http://de.wikipedia.org/wiki/Berowelf Bischof Berowelf (Würzburg, 769–794)] <br />Berowelf bleibt von Anfang 769 bis zu seinem Tod Bischof von Würzburg. Sein Episkopat umfasst damit rund ein Vierteljahrhundert, in dem er das Bistum kirchlich, politisch und territorial nachhaltig prägt. Am 29. September 794 stirbt Berowelf. Mit seinem Tod endet eine Epoche, in der die Würzburger Kirche ihre Stellung im karolingischen Reich festigt und durch Mission, Erwerbungen und den Ausbau der Bischofsstadt neue Konturen erhält. Sein Nachfolger im Bischofsamt wird Gumbert, der die Leitung des Bistums übernimmt und auf den von Berowelf geschaffenen Strukturen aufbaut. In der Rückschau erscheint Berowelf als energischer, mitunter umstrittener Bischof, der gleichzeitig als Missionar, Organisator und Bauherr wirkt und die weitere Geschichte Würzburgs im frühen Mittelalter maßgeblich beeinflusst. | ||
*[http://de.wikipedia.org/wiki/Gumbert_(W%C3%BCrzburg) '''Bischof Gumbert (794–795)'''] <br />Nach dem Tod von Berowelf wird Gumbert Ende des Jahres zum Bischof von Würzburg gewählt. | *[http://de.wikipedia.org/wiki/Gumbert_(W%C3%BCrzburg) '''Bischof Gumbert (Würzburg, 794–795)'''] <br />Nach dem Tod von Berowelf wird Gumbert Ende des Jahres zum Bischof von Würzburg gewählt. | ||
*[http://de.wikipedia.org/wiki/Baugulf_von_Fulda Abt Baugulf (Fulda, 779–802)] <br />794 oder 800: Ein Konflikt entsteht zwischen Abt Baugulf und Bischof Bernwelf von Würzburg über die Auslegung des Zachariasprivilegs. Bernwelf hat ohne die erforderliche Einladung des Abtes und des Konvents eine Weihe auf Fuldaer Gebiet oder sogar im Hauptkloster vorgenommen. Kaiser Karl der Große entscheidet den Streit zugunsten von Baugulf. | *[http://de.wikipedia.org/wiki/Baugulf_von_Fulda Abt Baugulf (Fulda, 779–802)] <br />794 oder 800: Ein Konflikt entsteht zwischen Abt Baugulf und Bischof Bernwelf von Würzburg über die Auslegung des Zachariasprivilegs. Bernwelf hat ohne die erforderliche Einladung des Abtes und des Konvents eine Weihe auf Fuldaer Gebiet oder sogar im Hauptkloster vorgenommen. Kaiser Karl der Große entscheidet den Streit zugunsten von Baugulf. | ||
*[http://de.wikipedia.org/wiki/Egino_von_Konstanz Bischof Egino (Konstanz, 782–811)] <br /> | *[http://de.wikipedia.org/wiki/Egino_von_Konstanz Bischof Egino (Konstanz, 782–811)] <br /> | ||
Version vom 24. April 2026, 11:57 Uhr
MAYA
Talol
Tikal
- Ajaw Yax Nuun Ahiin II. (768-794)
Um das Jahr 794 endet die Regierungszeit von Yax Nuun Ahiin II., sehr wahrscheinlich durch seinen Tod in Tikal. Nach seinem Tod folgt Nuun Ujol K’inich als nächster Herrscher auf den Thron von Tikal und führt die Dynastie weiter. Yax Nuun Ahiin II. bleibt in der späteren Überlieferung vor allem durch seine verschiedenen Namen – Yax Nuun Ahiin II., Herrscher C und Chitam – sowie durch die mit ihm verbundenen Monumente im Stadtbild von Tikal präsent. - Ajaw Nuun Ujol Kʼinich (794-810)
Nuun Ujol Kʼinich ist Ajaw der Maya-Stadt Tikal und herrscht zu diesem Zeitpunkt bereits nach Yax Nuun Ahiin II. Er ist wahrscheinlich der Vater von Dunkle Sonne beziehungsweise Nunoom-Chen, der später nachfolgt. - Fortsetzung 810
Copan
PIKTEN
KELTEN
Uí Néill
Ailech
- König Áed Oirdnide (788–819), Hochkönig Áed Oirdnide (797–819)
Áed zieht 794 gegen die Mugdorna Maigen ins Feld, während Donnchad mit Munster im Krieg steht. - Fortsetzung 797
Ulaid
Connacht
Leinster
- König Bran Ardchenn (785-795)
Donnchad Midi führt einen Heerzug nach Munster, um die Laigin und damit auch das Königtum Brans gegen die Bedrohung aus Munster zu schützen. Während dieser Zeit bestehen zwischen Bran Ardchenn und dem Hochkönig Donnchad ausgezeichnete Beziehungen, die sowohl auf dem politischen Bündnis als auch auf der Verwandtschaft über Ethne beruhen. In einer Dichtung des ersten Drittels des 9. Jahrhunderts mit dem Titel „Über diejenigen aus der Familie Eochaids Ard“ des Autors Orthanach ua Caelma Cuirrig wird außerdem erzählt, dass Donnchad Midi und Bran Ardchenn gemeinsam irische Kirchenschreine besuchen. - Fortsetzung 795
Gwynedd
Königreich Powys
ANGELSACHSEN
Northumbria
- König Æthelred I. (2. Amtszeit 790–796)
- Erzbischof Eanbald I. (York, 780-796)
- Higbald (Lindisfarne, 780–802)
Mercia
- König Offa (757–796)
Offa erreicht einen weiteren Machtzuwachs, als der König von East Anglia, Æthelberht II., stirbt, den Offa nach der Überlieferung der Angelsächsischen Chronik selbst töten lässt. Offa gliedert das Reich von East Anglia in das Königreich Mercia ein, wodurch sein Herrschaftsgebiet nochmals deutlich wächst. - Erzbischof Æthelhard (1. Amtszeit 793–796)
- Bischof Unwona (Leicester, 781/785-801/803)
- Erzbischof Hygeberht (Lichfield, 787–799)
- Fortsetzung 796
East Anglia
- König Æthelberht II. (780–794)
Æthelberht lässt Münzen mit seinem Namen und Porträt prägen. Auf der Rückseite der Münzen ist nach römischem Vorbild oder in Anlehnung an die Dynastie der Wuffinger die Kapitolinische Wölfin unter dem Wort „Rex“ (König) dargestellt. Diese selbstbewusste Provokation trägt wahrscheinlich mit zu seinem Ende bei. Er wird auf Befehl des Königs Offa von Mercia enthauptet. Nach seinem Tod gerät das Königreich East Anglia unter die direkte Herrschaft von Mercia. Æthelberht wird in der Folge als Märtyrer und Heiliger verehrt. Erst im Jahr 796 kommt wieder ein eigener König auf den Thron. - Fortsetzung 796
Königreich Wessex
- König Beorhtric (786–802)
Beorhtric überträgt Ländereien an seinen præfectus Wigfrith. Diese Schenkung ist als Charta überliefert und gehört zu den wenigen erhaltenen Urkunden, die von seiner Herrschaft zeugen. - Fortsetzung 796
Königreich Essex
FRÄNKISCHES REICH
- König Karl der Große (768–800)
- Frankfurt am Main (Siedlung)
0222D: Karl der Grosse (46) hält sich insgesamt etwa sieben Monate lang in Franconofurd, dem späteren Frankfurt am Main auf. Er nutzt seinen Aufenthalt für Rechtsprechung, lässt theologische Gutachten sowie Urkunden anfertigen und feiert dort nach mehreren zeitgeschichtlichen Berichten mit seinem Hofstaat auch das Osterfest; ausserdem hält er dort eine Synode statt; am 22. Februar wird Frankfurt erstmals in der Urkunde super fluvium Moin in loco nuncupante Franconofurd (Am Fluß Main in dem Frankfurt genannten Ort) datierten Urkunde erwähnt, mit der Karl dem Kloster Sankt Emmeram zu Regensburg einige Äcker und Wiesen schenkt.
Artikel des Tages: Die Geschichte von Frankfurt am Main ist die Geschichte der Entwicklung von einer Kaiserpfalz zu einer der Bankenmetropolen Europas. Den Anfang markierten eine Mainfurt und der Domhügel einschließlich des heutigen Römerbergs. An der Stelle der heutigen Frankfurter Altstadt war ursprünglich eine sumpfige, von zahlreichen Armen des Mains durchzogene Niederung. Sie wurde deshalb später als die oberhalb liegende Hochebene bebaut. Die Römerstraße, die im Mittelalter so genannte Elisabethenstraße, von Mainz (Mogontiacum) über Heddernheim (Nida) nach Friedberg umging dieses Gebiet. Eine Römerstraße vom römischen Hauptort Nida (civitas Taunensium, heute Heddernheim) führte bereits in römischer Zeit über die Mainfurt zum südmainischen Civitas-Hauptort Dieburg und nach Groß-Gerau, wo sich eine wichtige Kreuzung mit Anschluss an die rechtsrheinische Römerstraße befand. Zahlreiche Flurnamen belegen noch heute, dass die Niederung auf beiden Seiten des Flusses mit Wald bedeckt war. Der älteste Teil der Frankfurter Altstadt ist der Domhügel (einschließlich des heutigen Römerbergs), der als Insel aus den Seitenarmen des Mains und der Sumpflandschaft herausragte. Nur von Westen war er trockenen Fußes zu erreichen. Er liegt nahe an einer Furt, die schon sehr früh der Überquerung des Flusses diente und deshalb von wirtschaftlicher und militärischer Bedeutung war. - Synode von Frankfurt
0601D: Die Synode von Frankfurt findet im Juni statt und ist eine von Karl dem Großen initiierte Versammlung wichtiger Kirchenvertreter des Fränkischen Reichs. Sie dient der Erörterung und Verhandlung mehrerer zentraler geistlicher und politischer Fragen. Sie ist auch als fränkische Antwort auf das Zweite ökumenische Konzil von Nicaea gedacht. Weil nach Nicaea kein fränkischer Kirchenvertreter eingeladen ist, veranlasst Karl diesen Schritt, da er sich als mächtigster Herrscher des Westens und faktischer Lenker der Papstpolitik wie ein untergeordneter Barbarenkönig ignoriert sieht. Die Synode findet wohl in einem Vorgängerbau des 7. Jahrhunderts auf dem später so benannten Domhügel statt, da die in der Vergangenheit oft Karl dem Großen zugeschriebene Königspfalz Frankfurt erst von seinem Sohn Ludwig dem Frommen um 822 erbaut werden wird.
Zu den Teilnehmern der Frankfurter Synode zählen unter anderem Paulinus II., Patriarch von Aquileja, Petrus, Erzbischof von Mailand, der Benediktinerabt Benedikt von Aniane, der Abt Smaragd von Saint-Mihiel sowie mehrere Bischöfe aus England, Gallien und Aquitanien, aus der Spanischen Mark, der Grafschaft Roussillon und aus dem unteren Languedoc. Als Vertreter des Papstes Hadrian I. nehmen Theophylactus und Stephanus von Rom teil.
Die Themen und Verhandlungsgegenstände der Frankfurter Synode sind in insgesamt 56 „Kapitel“ genannte Punkte geordnet. Den ersten fünf Punkten wird die größte historische Bedeutung eingeräumt. Der Adoptianismus wird erörtert und auf der Synode einstimmig als Häresie verurteilt. Diese Glaubensrichtung wird maßgeblich vom Bischof von Toledo und Primas von Spanien, Elipandus von Toledo, sowie vom katalanischen Bischof Felix von Urgell angeführt. Beide sind bereits auf der Synode von Regensburg 792 verurteilt worden, vertreten die Lehre jedoch weiterhin. In dem Beschluss nimmt die Synode von 794 Bezug auf vorangegangene Konzilien, besonders auf das Christuskonzil von Chalcedon. Im Zuge der Verurteilung des Adoptianismus kommt es auch zur Hinzufügung des Filioque in das Glaubensbekenntnis.
Die Synode setzt sich mit dem Byzantinischen Bilderstreit auseinander. Die Beschlüsse des Konzils von Nicaea führen zur Beilegung des Bilderstreites zwischen Papst und dem byzantinischen Kaiser. Die Ergebnisse der Frankfurter Synode sind die Ablehnung der Beschlüsse in Nicaea, obwohl Karl die Verehrung der Ikonen ausdrücklich erlaubt sehen will. Die Ablehnung beruht auf dem Prestigeverlust, den Karl hinnehmen muss, weil er nicht zum Konzil von Nicaea eingeladen worden ist. Der Synode liegt dazu eine Denkschrift vor, die Libri Carolini. Der Papst lässt die Beschlüsse von Nicaea bestehen, stimmt ihnen aber nur mit Vorbehalten zu. In dem die Ergebnisse der Frankfurter Synode zusammenfassenden Kapitular wird die Ablehnung der Bilderanbetung als „völlig“ und „einmütig“ formuliert.
Tassilo III., der letzte agilolfingische Herzog von Baiern, wird endgültig gestürzt. Er ist bereits 763 dem fränkischen König Pippin dem Jüngeren die Gefolgschaft im Feldzug gegen Aquitanien verweigert und damit seinen Vasalleneid gebrochen. 787 erscheien er nicht zum Hoftag Karls des Großen in Worms. 788 wurde er auf dem Hoftag in Ingelheim am Rhein zunächst zum Tode verurteilt und später zur Verbannung ins Kloster begnadigt. Aus der Verbannung in der französischen Abtei Jumièges ist er nach Frankfurt angereist und ist vor der Synode erschienen, um erneut Abbitte zu leisten. Er bittet Karl den Großen für seinen früheren Widerstand und für sein Paktieren mit den Langobarden um Gnade. Tassilo verzichtet auf seine sämtlichen Herrschaftsrechte sowie auf jeden Eigenbesitz und wird zurück in die klösterliche Verbannung geschickt. Seine Demütigung auf der Synode besiegelt die karolingische Herrschaft über das Herzogtum Baiern. Baiern behält danach dennoch eine gewisse Sonderstellung, bleibt kirchlich eine Einheit, und in der Verwaltung wird nicht die Grafschaftsverfassung eingeführt, sondern die Regierung einem königlichen Präfekten übergeben.
Es wird festgelegt, die Preise für Getreide und Brot im Fränkischen Reich zu begrenzen, um Überteuerung einzuschränken. Dieser Erlass betont auch die Verantwortung aller Lehnsherren dafür, dass ihre Abhängigen nicht Hunger leiden müssen. Er wird als Reaktion Karls des Großen auf die Missernten des Jahres 793 verstanden.
Es folgt ein Edikt zur kurz zuvor eingeführten karolingischen Münzreform, das diese als verbindlich vorschreibt. Überall im Reich sollen neue Silberdenare mit dem Monogramm von Karl dem Großen geprägt werden. Deshalb werden die karolingische Münzreform sowie die Schaffung des Karlspfunds in die Jahre 793 und 794 datiert.
Die auf diese ersten fünf folgenden 51 Kapitel befassen sich unter anderem mit Synodalschreiben an mehrere spanische Bischöfe zu verschiedenen Themen, mit dem Verbot der Erhebung von Aufnahmegebühren durch Klöster und weiteren kirchenrechtlichen Entscheidungen sowie mit steuerrechtlichen Details wie der Erhebung des Zehnten. Die Ergebnisse der Synode von 794 werden in Form eines in Mittellatein verfassten Kapitulars handschriftlich zusammengefasst und dokumentiert. Das Kapitular ist nicht im Original erhalten geblieben, doch es existieren Abschriften aus dem späten 9. Jahrhundert sowie aus dem 10. und 11. Jahrhundert. Zwei davon befinden sich in der Bibliothèque Nationale in Paris. Sie sind in der Karolingischen Minuskel verfasst. Ob auch das Original in dieser Schrift gestaltet war, ist nicht gesichert. - 0810: Während des Aufenthalts in Frankfurt stirbt Fastrada, die vierte Ehefrau von Karl dem Großen. Sie wird in der Albansbasilika in Magontia, der späteren Stadt Mainz, beigesetzt.
- Der 16-jährige Sohn Karls des Großen, Ludwig der Fromme, wird mit der Robertinerin Irmingard von Hespengau vermählt.
- Erzbischof Turpin (Reims, 748–794)
0901D: Nach dem Tod Turpins bleibt das Amt des Erzbischofs von Reims für 18 Jahre unbesetzt. Erst im Jahr 816 tritt wieder ein Erzbischof (Ebo) an, über den mehr bekannt ist. - Liudger
- Bischof Gerobald (Lüttich, 787-809)
Als in Aachen, das auf dem Gebiet des Bistums Lüttich liegt, der Bau einer neuen königlichen Residenz beginnt, verstärkt sich Gerbalds Rolle am Hof vermutlich weiter. Ab 794 wird diese Residenz faktische Hauptstadt des Fränkischen Reiches. - Bischof Hildebold (Köln, 787-795), Erzbischof Hildebold (Köln, 795–818)
Papst Hadrian I. entbindet auf Bitten Karls des Großen Hildebold von seiner Residenzpflicht in Köln, damit er seinen Regierungspflichten an Karls Hof nachkommen kann. Hildebold residiert nun überwiegend am Hof und erfüllt dort seine Aufgaben als Erzkaplan und Kanzler. Zugleich hebt Papst Hadrian I. auf Wunsch König Karls das Bistum Köln im Jahr 794/795 zum Erzbistum und bereitet damit die Erhebung Hildebolds zum Erzbischof vor. In den Jahren 794/795 erhebt Papst Hadrian I. dem Wunsch König Karls entsprechend das Bistum Köln zum Erzbistum und macht den bisherigen Bischof Hildebold zum Erzbischof. Die Bistümer Bremen, Utrecht, Lüttich, Minden, Münster und Osnabrück werden dem Erzbistum Köln als Suffraganbistümer unterstellt. Hildebold reagiert auf diese Aufwertung, indem er eine Erweiterung des damaligen Kölner Doms veranlasst; dieser Dom wird von späteren Generationen „Hildebold-Dom“ genannt. Gleichzeitig gründet er in seiner Amtszeit die Kölner Domschule und stiftet die Kölner Dombibliothek. In der Domschule vermittelt er Bildung im geistlichen und geistigen Bereich, während die Dombibliothek einen Bestand von Handschriften aufnimmt, in denen Hildebold im Besitz- und Herstellungsvermerk Codex sub Pio Patre Hildebaldo scriptus erscheint. In zwölf in Köln erhaltenen Handschriften ist dieser Vermerk nachweisbar. Die Stücke enthalten vorrangig Texte der Kirchenväter, Bibelkommentare, Briefe und eine Sammlung des Kirchenrechts. Darüber hinaus bereichert Hildebold die Bibliothek mit herausragenden Kompendien zu Zeitrechnung, Naturlehre und Himmelskunde. - Erzbischof Richulf (Mainz, 787–813)
Im Jahr 794 stirbt Königin Fastrada nach der Synode von Frankfurt. Sie wird in der von Richulf neu begonnenen Klosterkirche von St. Alban in Mainz bestattet. Diese Bestattung in St. Alban gilt als besondere Auszeichnung und dokumentiert die Nähe Richulfs zu Karl dem Großen. - Erzbischof Richbod (Trier, 791–804)
- Bischof Berowelf (Würzburg, 769–794)
Berowelf bleibt von Anfang 769 bis zu seinem Tod Bischof von Würzburg. Sein Episkopat umfasst damit rund ein Vierteljahrhundert, in dem er das Bistum kirchlich, politisch und territorial nachhaltig prägt. Am 29. September 794 stirbt Berowelf. Mit seinem Tod endet eine Epoche, in der die Würzburger Kirche ihre Stellung im karolingischen Reich festigt und durch Mission, Erwerbungen und den Ausbau der Bischofsstadt neue Konturen erhält. Sein Nachfolger im Bischofsamt wird Gumbert, der die Leitung des Bistums übernimmt und auf den von Berowelf geschaffenen Strukturen aufbaut. In der Rückschau erscheint Berowelf als energischer, mitunter umstrittener Bischof, der gleichzeitig als Missionar, Organisator und Bauherr wirkt und die weitere Geschichte Würzburgs im frühen Mittelalter maßgeblich beeinflusst. - Bischof Gumbert (Würzburg, 794–795)
Nach dem Tod von Berowelf wird Gumbert Ende des Jahres zum Bischof von Würzburg gewählt. - Abt Baugulf (Fulda, 779–802)
794 oder 800: Ein Konflikt entsteht zwischen Abt Baugulf und Bischof Bernwelf von Würzburg über die Auslegung des Zachariasprivilegs. Bernwelf hat ohne die erforderliche Einladung des Abtes und des Konvents eine Weihe auf Fuldaer Gebiet oder sogar im Hauptkloster vorgenommen. Kaiser Karl der Große entscheidet den Streit zugunsten von Baugulf. - Bischof Egino (Konstanz, 782–811)
- Abt Waldo von Reichenau (Reichenau 786–806)
- Fortsetzung 795
Aquitanien
Neustrien
Grafschaft Toulouse
Abodriten
Herzogtum Sachsen
- Schlacht auf dem Sintfeld bei Bad Wünnenberg/Westfalen: Den Franken gelingt während der Sachsenkriege ein entscheidender Sieg gegen die Sachsen.
- Fortsetzung 799
Herzogtum Baiern
- Herzog Karl der Große (788–814)
- 794 holt man den ehemaligen Herzog Tassilo, inzwischen Mönch, noch einmal aus der Klosterzelle und führt ihn vor die Reichssynode in Frankfurt am Main. Dort muss er erneut öffentlich Reue bekennen und für sich sowie seine Nachkommen auf alle Rechte am Herzogtum Baiern verzichten, was dem Urteil von 788 nachträglich einen Anschein von Rechtmäßigkeit gibt.
- Bischof Adalwin (Regensburg, 791–816)
- Bischof Gerhoh (Eichstätt, 787–806)
Gerhoh nimmt an der Reichssynode in Frankfurt teil. - Bischof Atto (Freising, 783/784–810/811)
- Bischof Waldrich (Passau, 777–804)
- Bischof Arn von (Salzburg 785–798)
- Fortsetzung 796
Herzogzum Mailand
Herzogtum Treviso
Herzogtum Spoleto
Herzogtum Benevent
SPANIEN
Königreich Asturien
- König Alfons II. (791-842)
- Schlacht von Lutos
Der Emir von Córdoba, Hischam I., ordnet einen neuen Zug gegen das christliche Königreich an. Er stellt zwei Truppen unter den Brüdern Abd al-Karim ibn Abd al-Wáhid ibn Mugaith und Abd al-Málik ibn Abd al-Wáhid ibn Mugaith zusammen, und beide Kräfte ziehen gleichzeitig aus Córdoba aus. Die Truppe unter Abd al-Karim plündert die Länder Álava und des entstehenden Condado de Castilla und gewinnt große Beute. Die Truppe unter Abd al-Málik zieht gegen die galicischen und leonesischen Gebiete und dann gegen Oviedo. Oviedo wird erobert und geplündert, alle von Fruela I. errichteten Kirchen werden zerstört, die Mauern werden niedergerissen, die Häuser werden verbrannt und die Bewohner, die nicht fliehen können, werden gefangen genommen. Der maurische General Abd al-Málik entscheidet sich für den Rückzug über dieselbe Route, über die er gekommen ist, nämlich über den heutigen Camino Real del Puerto de la Mesa. An dem engen Pass am Fluss Pigüeña, den alte Texte Lutos nennen, gerät die maurische Streitmacht in einen Hinterhalt. Die Asturier greifen überraschend von den Höhen an, vermutlich zuerst mit Steinen, Pfeilen, Wurfspeeren und Javelinen, und danach stürmen die christlichen Truppen vor. Viele der Fliehenden geraten in den Morast oder stürzen in die Abgründe; unter den Toten befindet sich Abd al-Málik selbst. Die gesamte von den Mauren erbeutete Beute fällt an den König, und die christlichen Gefangenen werden freigelassen. Im Jahr 795 wird Oviedo erneut von Abd al-Málik angegriffen. Hischam I. sendet außerdem eine Strafexpedition unter Abd al-Karim. Alfons II. leistet Widerstand in den Babias. Die Folgen von Lutos werden als einer der letzten Versuche des Emirats beschrieben, die Christen des Nordens direkt zu unterwerfen. Trotz des Sieges bleibt nach der Darstellung klar, dass die Asturier den Mauren in offener Feldschlacht nicht gewachsen sind und dass das Emirat in christliche Gebiete eindringen kann. - Karl der Große beruft eine Synode in Frankfurt am Main ein, auf der Elipand und Felix ihre Lehre vor allem vor dem iberischen Episkopat verteidigen. Später wird im Konzil von Aachen im Jahr 800 die adoptionsianische Doktrin erneut behandelt, wobei der Mönch, Philosoph und Theologe Alkuin von York die Thesen Elipands und des Felix widerlegt.
- Fortsetzung 795
KIRCHENSTAAT
REPUBLIK VENEDIG
- Doge Maurizio Galbaio (764–797)
(möglicherweise bereits 787 gestorben) - Doge Johannes Galbaio (787–803)
WESTSLAWEN
Sorben
SÜDSLAWEN
Kroatien
ERSTES BULGARISCHES REICH
BYZANTINISCHES REICH
- Kaiser Konstantin VI. (780–797)
- Im Juni beruft Karl als Reaktion auf seine Nicht-Einladung zum Konzil von Nicäa des Jahres 787 eine eigene Synode in Frankfurt ein. Diese Synode behandelt dieselben Probleme wie das Konzil von Nicäa, allerdings ohne byzantinische Teilnahme, und schärft damit die Spannungen zwischen dem Frankenreich und dem Byzantinischen Reich.
- Mitkaiserin Irene (792-797)
- Patriarch Johannes (Grado, 766–802)
- Patriarch Tarasios (Konstantinopel, 784–806)
- Fortsetzung 795
IBERIEN
ARABER
(177/178 - 6./7. April)
Abbasiden
- Kalif Hārūn ar-Raschīd (786-809)
- Imam der Ismailiten: Muhammad ibn Isma'il (775-813)
- Imam der Zwölferschiiten: Mūsā al-Kāzim (765–799)
Der Kalif lässt 795/796 Mūsā erneut von Medina nach Bagdad bringen und ihn dort im Haus von as-Sindī ibn Schāhik unter haftähnlichen Bedingungen festhalten. Dort verbringt Mūsā seine letzten Jahre, während einige seiner Anhänger die Erwartung entwickeln, er werde als endzeitlicher Qāʾim auftreten und einen Aufstand führen. - Patriarch Elias II. (Jerusalem, 770–797)
- Papst und Patriarch Johannes IV. (Alexandria, 777–799)
- Griechisch-orthodoxer Patriarch Politianos (Alexandria, 768–813)
Politianus reist nach Bagdad, das als Hauptstadt des Abbasidenkalifats ein Zentrum der Gelehrsamkeit und Übersetzungstätigkeit ist. Dort wirkt er als Arzt und behandelt eine Konkubine des Kalifen Hārūn ar-Raschīd, die er erfolgreich heilt, wodurch sein Ruf als fähiger Mediziner am Hof gestärkt wird. Im gleichen Jahr beteiligt er sich an einem bedeutenden Übersetzungsprojekt: Er wirkt an der Übertragung der „Sammlung landwirtschaftlicher Praktiken“ des Vindonius Anatolius von Berytos aus dem Griechischen ins Arabische mit, die für den einflussreichen Wesir Yahyā ibn Chālid angefertigt wird. Politianus bringt seine Sprachkenntnisse und sein Wissen in dieses Werk ein, das praktische landwirtschaftliche Kenntnisse systematisch zugänglich macht und so in die arabischsprachige Gelehrtenwelt Eingang findet. - Fortsetzung 796
Rustamiden
Emirat Noukour
Idrisiden
Emirat von Córdoba
- Emir Hischam I. (788–796)
Ab 794 führen Hischams Feldherren Abd al-Malik und Abd al-Karim ibn Abd al-Wahid ibn Mughith jedes Jahr Kriegszüge gegen die nördlichen Fürstentümer. Dabei richten sich die Angriffe gegen Álava, Alt-Kastilien und Asturien; Oviedo wird erreicht und geplündert, und Alfons II. von Asturien flieht und nimmt Kontakte zu Karl dem Großen auf. Diese Unternehmungen dienen nicht der vollständigen Vernichtung der christlichen Reiche, sondern vor allem der Beute und der Sicherung der cordobesischen militärischen Vorherrschaft. - Fortsetzung 796
CHASAREN
UIGURISCHES KAGANAT
INDIEN
Pratihara
Chauhan-Dynastie
Östliche Chalukya
Rashtrakuta
Westliche Ganga-Dynastie
Pallava
Anuradhapura
TIBET
- König Trisong Detsen (755–797)
Nanzhao bricht mit Tibet, führt die Schlacht von Shenchuan, um sich aus der tibetischen Umklammerung zu lösen, und erneuert anschließend das Bündnis mit dem Tang‑Reich. Unterdessen festigen die kombinierten Anstrengungen von Padmasambhava, Śāntarakṣita und Kamalaśīla sowohl die indisch‑buddhistische Philosophie als auch den tantrischen Buddhismus dauerhaft in Tibet. Gegen Ende seiner Herrschaft hat Trisong Detsen das Reich über frühere Grenzen hinaus erweitert, die Grenze zu China 783 neu festgelegt und zeitweise die chinesische Hauptstadt besetzt. - Fortsetzung 797
CHINA
(58./59. Zyklus - Jahr des Holz-Hundes; am Beginn des Jahres Wasser-Hahn )
Tang-Dynastie
- Kaiser Tang Dezong (779–805)
Nach dem Sturz des Kanzlers Lu misstraut Dezong Kanzlern generell immer stärker und nimmt die Auswahl von Beamten persönlich an sich. Da er nicht alle Kandidaten kennen kann, stützt er sich noch mehr auf Empfehlungen von Pei Yanling und anderen Favoriten wie Li Qiyun, Wang Shao, Li Shi, Wei Zhiyi und Wei Qumou. Deren Wort kann Karrieren zerstören oder befördern, und viele Beamte suchen ihren Aufstieg durch Schmeichelei bei diesen Männern. Gleichzeitig öffnet sich Dezong immer stärker für Tributzahlungen der Militärgouverneure. Die Regionalherren senden reiche Gaben nach Chang’an, um ihre Positionen zu sichern und kaiserliche Gunst zu gewinnen. Zugleich steigen eunuchische Kommandeure wie Dou Wenchang und Huo Xianming an die Spitze der Shence‑Garden‑Armee auf, aus deren Reihen viele Militärgouverneure hervorgehen, was die Macht dieser Hofeunuchen stark vergrößert. - Fortsetzung 799
KOREA
Silla
Balhae
- König Sŏng (793–794)
Nach Sŏngs Tod wird sein Onkel Kang von Balhae der nächste König von Balhae. - König Kang (794–809)
Kang ist der sechste König von Balhae und besteigt im Jahr 794 den Thron. Er ist der Sohn von König Mun, dem dritten König von Balhae. Er wählt die Äraname Chŏngnyŏk. Während seiner Herrschaft findet aktiver Handel mit Japan und dem Tang-China statt, und Missionen gehen häufig zwischen den drei Staaten hin und her. - Fortsetzung 809
JAPAN
- Tennō Kammu (781–806)
- Heian-Zeit
1118D: Kammu lässt den Bau von Nagaoka-kyō abbrechen und verlegt die Hauptstadt nach Heian-kyō, das spätere Kyōto, womit die Heian-Zeit beginnt. In Heian-kyō richtet er unter anderem die Trainingshalle Butokuden ein, die als wichtige militärische und rituelle Einrichtung gilt. Kammu entsendet die Mönche Saichō und Kūkai nach China, damit sie Lehren des Buddhismus studieren, aus denen später in Japan Tendai- und Shingon-Schulen hervorgehen. Dadurch fördert er religiöse und kulturelle Entwicklungen, die die Heian-Zeit prägen. Während seiner Herrschaft entstehen auch Nebenlinien des Kaiserhauses: Kammu ist Vater der späteren Tennō Heizei, Saga und Junna und Ahnherr des Taira-Klans, dem zahlreiche Prinzen ohne Hofamt angehören. Gegen Ende seiner Regierungszeit nimmt der Einfluss der Fujiwara-Familie wieder zu, auch wenn Kammu zeitweise deren Macht begrenzt.
WDR ZeitZeichen 2024 - Fortsetzung 806
QUELLEN
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14.09.2023 Artikel eröffnet
15.09.2023 Grundstock erstellt
21.04.2026 Grundstock ergänzt