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750

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MAYA

Tikal

Quiriguá

Copan

PIKTEN

  • König Óengus I. (732–761)
    Eadberht von Northumbria erobert das Gebiet Kyle von Alt Clut. In der Schlacht von Catohic bei einem Ort Mocetauc, vielleicht Mugdock, fällt Talorgan mac Fergusa, der Bruder von Óengus, und die Annalen von Ulster vermerken danach ein „Schwinden der Oberhoheit Óengus’“.​ In dieser Phase erstarkt Áed Find, Sohn Eochaids von Dalriada, wohl als Herrscher über ganz oder teilweise Dalriada und verweigert Óengus die Anerkennung seiner Vorherrschaft. Historiker diskutieren, ob Óengus und Æthelbald in den 740er Jahren gemeinsam gegen Eadberht auftreten oder sogar eine geteilte Oberherrschaft über Britannien ausüben, doch neuere Forschung hält die textliche Grundlage für eine solche Doppelherrschaft für fehlerhaft.​
  • Fortsetzung 756

KELTEN

Uí Néill

Ulaid

Connacht

Leinster

Uí Mháine

Dalriada

Königreich Strathclyde

  • König Teudebur (722–752)
    Die Briten besiegen ein piktisches Heer bei Mocetauc (Mygedawc); laut den Annales Cambriae fällt dort der Bruder des Piktenkönigs Óengus, Talorgen, laut Annals of Tigernach. Mygedawc wird häufig mit dem heutigen Mugdock an der Grenze zwischen Dunbartonshire und Stirlingshire gleichgesetzt, jedoch ist diese Zuordnung nicht abgesichert. Die Annals of Tigernach bezeichnen ihn als Taudar mac Bile, rí Alo Cluaide, und berichten, dass er im Jahr 752 stirbt; daher kann sicher angenommen werden, dass Teudebur der britische König ist, der den Sieg über die Pikten erringt. Aus der Harleian-Genealogie ist außerdem bekannt, dass er der Vater von Dumnagual III ist, einem seiner Nachfolger
  • Fortsetzung 752

Gwynedd

Königreich Powys

ANGELSACHSEN

Northumbria

  • König Eadberht (737–758)
    Eadberht führt einen Feldzug nach Norden und erobert die Ebene von Kyle im heutigen Ayrshire.
    Prinz Offa, der Sohn des Aldfrith, flieht vor seinen Feinden in die Kathedrale von Lindisfarne und sucht dort Kirchenasyl. Offa wird trotzdem ergriffen und ermordet, und Cynewulf verhindert diesen Mord nicht. Eadberht lässt Cynewulf daraufhin zeitweilig in Bamburgh inhaftieren und erklärt ihn für abgesetzt. Das Bistum von Lindisfarne wird in dieser Zeit von Bischof Friothubert von Hexham mitverwaltet, bis Eadberht sich mit Cynewulf versöhnt und ihn wieder in sein Amt einsetzt. Moderne Historiker sehen Eadberht später als mutmaßlichen Auftraggeber des Mordes an Offa. In dieser Deutung ist Cynewulf ein prominentes Mitglied einer Verschwörung gegen den König, die Offa zur Krone verhelfen soll.
  • Erzbischof Egbert (York, 735-766)
  • Bischof Frithubeorht (Hexham, 734–766)
  • Bischof Cynewulf (Lindisfarne, 740–780)
  • Fortsetzung 756

Mercia

East Anglia

Königreich Wessex

  • König Cuthred (740–756)
    Um 750 rebelliert Cuthred gegen Æthelbald von Mercia, der mit dem Piktenkönig Óengus I. verbündet ist. Es kommt in der Folge zu mehreren Schlachten zwischen Wessex und Mercia.
  • Fortsetzung 752

Königreich Essex

Königreich Kent

  • König Eardwulf (West-Kent, 748–vor 762)
  • König Æthelberht II. (Ost-Kent, 725–762)
  • Erzbischof Cuthberth (Canterbury, 740–758)
  • Codex Aureus von Stockholm
    Der Codex Aureus von Stockholm entsteht um 750 wahrscheinlich in Canterbury oder zumindest im Königreich Mercia (Kent). Die Handschrift enthält den Text der vier Evangelien des Neuen Testaments auf 193 erhaltenen Pergamentfolien aus Vellum im Format 393 mm × 314 mm. Einige Blätter werden purpurgefärbt und mit silbernen, goldenen und weißen Pigmenten beschrieben, die anderen Blätter mit schwarzen und roten Pigmenten. Die unterschiedlichen Farben der Schrift bilden zum Teil geometrische Formen. Ganzseitige farbige Miniaturen der Evangelisten Matthäus und Johannes entstehen, dazu sechs illuminierte Kanontafeln und sieben verzierte Initialen. Die Miniaturen orientieren sich an italienischen Vorbildern, während die Schrift im insularen Stil gestaltet ist. Einige Initialen werden mit Blattgold verziert; es handelt sich um die ältesten erhaltenen goldenen Initialen aus England. Im späten 9. Jahrhundert kauft der Earldorman Ælfred von Surrey das Manuskript Wikingern ab, was in einer altenglischen Randnotiz festgehalten wird. Im 16. Jahrhundert befindet sich die Handschrift in Spanien. 2026 wird der Codex Aureus von Stockholm in der Königlichen Bibliothek in Stockholm unter der Signatur MS A-135 aufbewahrt.
  • Fortsetzung 760

FRÄNKISCHES REICH

Herzogtum Aquitanien

Herzogtum Baiern

LANGOBARDENREICH

  • König Aistulf (749–756)
    Anselm errichtet das Kloster Fanano und gründet Nonantola. Im März 750 erlässt Aistulf Gesetze: Er regelt Bewaffnung nach Vermögen (Schild/Köcher für Arme, Pferd/Lanze für Landbesitzer, Rüstung für Reiche), erweitert die Heerpflicht auf Händler und Nicht-Langobarden. Strafen umfassen Entlassung, Bußgelder oder Decalvatio; er beansprucht göttliche Herrschaft über Romanen. Nach März erobert Aistulf Gebiete östlich von Imola bis Adria, Etsch bis Esino, dann Ravenna (750/751); der Exarch Eutychius unterwirft sich. Er nimmt Comacchio, Ferrara, Istrien (kurzzeitig) und wohl Korsika; einzieht Spoleto als Krongut nach Lupus' Tod (Frühling/Sommer 751).
  • Erzbischof Leto Marcellino (745-759)

Herzogtum Friaul

Herzogtum Spoleto

Herzogtum Benevent

Fortsetzung 751

SPANIEN

Königreich Asturien

REPUBLIK VENEDIG

KARANTANIEN

ERSTES BULGARISCHES REICH

BYZANTINISCHES REICH

IBERIEN

DABUYIDEN

ARABER

(132/133 - 8./9. August)

Umayyaden

  • Kalif Marwan II. (744-750)
    An den Ufern des Großen Zab trifft Marwan auf die abbasidischen Truppen unter Abu al‑Abbas al‑Saffah und erleidet dort eine vernichtende Niederlage in der Schlacht am Zab. Allein in dieser Schlacht fallen über 300 Mitglieder der Umayyadenfamilie, was den dynastischen Kern des Regimes nahezu auslöscht. Nach der Niederlage verlässt Marwan Damaskus sowie Jordanien und Palästina und flieht weiter nach Ägypten. Dort wird er schließlich gefasst und am 6. August getötet, während seine Söhne Ubaydallah und Abdallah in das Gebiet des heutigen Eritrea entkommen, wo Abdallah später in Kämpfen ums Leben kommt. Mit Marwans Tod endet das Schicksal der Umayyaden im Osten, und die Abbasiden veranlassen in der Folge eine Massenhinrichtung zahlreicher Umayyaden. Fast die gesamte Dynastie wird ausgelöscht, nur der Prinz Abd ar‑Rahman entkommt nach al‑Andalus, wo er ein neues umayyadisches Emirat gründet, während in Ägypten der Leichnam Marwans geschändet wird, indem man seine Zunge einer Katze zum Fraß vorwirft. Marwan II. gilt in den Überlieferungen als Mann mit heller Haut, blauen Augen, großem Kopf, kräftigem Bart und mittlerer Körpergröße. Er färbt seinen Bart nicht mit Henna und lässt ihn weiß, was sein Alter und seinen konservativen Habitus im äußeren Erscheinungsbild widerspiegelt.
  • Fortsetzung unter Abbasiden

Abbasiden

  • Kalif Abu l-Abbas as-Saffah (750-754)
    Das Umajjadenkalifat besteht seit Jahrzehnten und regiert von Damaskus aus ein riesiges Reich, doch viele Muslime empfinden die Herrschaft als ungerecht und weltlich. In den östlichen Provinzen wie Chorasan wachsen Unzufriedenheit und religiös-politischer Widerstand, aus dem sich eine Bewegung formt, die später als abbasidische Revolution bekannt ist. In Chorasan tritt Abu Muslim als Organisator und Führer der abbasidischen Sache auf und sammelt schrittweise Anhänger, besonders unter benachteiligten Gruppen. Er verbreitet verdeckt die Propaganda der Abbasiden, die sich als rechtmäßige Führer der Gemeinschaft darstellen und sich auf ihre Verwandtschaft mit dem Propheten berufen. Abu Muslim stellt in Chorasan ein Heer auf und nutzt die Schwäche der Umajjaden in den östlichen Regionen aus. Seine Truppen schlagen nacheinander mehrere umayyadische Verbände und sichern sich wichtige Städte in Iran und im Irak. Im Machtzentrum der Abbasidenfamilie tritt Abu l-Abbas as-Saffah hervor. Er lässt sich 749 zum Kalifen ausrufen und beansprucht die politische und religiöse Führung der Muslime gegen die Umajjaden. Der amtierende umayyadische Kalif Marwan II. erkennt die Gefahr und sammelt in Syrien, Mesopotamien und anderen Teilen des Reiches seine Truppen, um den Aufstand niederzuschlagen. Beide Seiten bereiten sich auf eine Entscheidungsschlacht vor, die über die Zukunft der Dynastie entscheidet.
    Schlacht am Zab
    0125D: Das Heer der Abbasiden rückt von Osten nach Mesopotamien vor und bewegt sich in Richtung des Flusses Großer Zab im Norden des heutigen Irak. Gleichzeitig marschiert Marwan II. mit einer zahlenmäßig überlegenen Armee aus dem Raum Syrien und Mesopotamien in dieselbe Region, um die Rebellen zu stellen. Die abbasidische Führung setzt auf hohe Motivation und religiösen Eifer ihrer Kämpfer und vertraut auf eine disziplinierte Infanterie. Marwan II. setzt dem eine große Streitmacht entgegen, in der viele erfahrene syrische Truppen dienen, die bisher die Stütze des Umayyadenregimes bilden. Am Ufer des Großen Zab treffen die Heere im Januar aufeinander, und es kommt zur Schlacht am Zab. Die Abbasiden stehen unter dem Oberkommando von ʿAbdallāh ibn ʿAlī, einem Onkel Abu l-Abbas’, während Marwan II. persönlich die umajjadische Seite führt. Die abbasidische Armee nimmt eine starke Defensivstellung ein. Ihre Infanterie bildet eine dichte Formation mit einem regelrechten Wall aus Speeren, hinter dem sich die Kämpfer verschanzen und darauf setzen, die Angriffe der umajjadischen Reiterei abzufangen. Die Umayyaden beginnen die Schlacht mit Reiterangriffen auf die abbasidischen Linien, in der Erwartung, die gegnerische Front zu durchbrechen. Die Reiterei stößt jedoch immer wieder auf den Speerwall, verliert ihre Kraft im Nahkampf und erleidet schwere Verluste. Während die umayyadische Kavallerie sich festläuft, halten die abbasidischen Reihen stand und nutzen ihre Stellung, um die Angreifer systematisch zu zerschlagen. Die Kampfmoral im umayyadischen Heer sinkt, da sich trotz zahlenmäßiger Überlegenheit kein Durchbruch einstellt. Im weiteren Verlauf geraten Teile der umayyadischen Armee in Unordnung und beginnen sich zurückzuziehen. Viele Soldaten fliehen in Richtung des Flusses, wobei zahlreiche Kämpfer entweder im Wasser ertrinken oder von nachsetzenden abbasidischen Truppen niedergemacht werden. Die Schlacht endet mit einem eindeutigen Sieg der Abbasiden und der vollständigen Niederlage der umayyadischen Armee am Großen Zab. Marwan II. entkommt zunächst, verliert jedoch seine militärische Grundlage und sein politisches Ansehen im Reich und wird in Ägypten getötet. Die abbasidische Führung verfolgt den geschlagenen Gegner und festigt systematisch ihre Kontrolle über Mesopotamien und Syrien. Die letzten Zentren umayyadischer Macht fallen nacheinander, und der Widerstand im Kerngebiet des Kalifats bricht zusammen. Unter den Gefallenen in Schlacht am Zab befindet sich auch der ehemalige Kalif Ibrāhīm zusammen mit anderen Angehörigen der Umayyadenfamilie.
    Erst nach dem Tod des Umayyadenkalifen und vieler Prinzen nimmt al-Saffāh die Loyalitätserklärung entgegen und wird erster Kalif der neuen Dynastie.​ Er trifft die historische Entscheidung, Kufa als neue Hauptstadt zu etablieren und beendet damit die Vormachtstellung von Damaskus im muslimischen Reich. Irak wird für Jahrhunderte das Zentrum der Abbasidenmacht.​ Um einem möglichen Wiedererstarken der Umayyaden vorzubeugen, lädt al-Saffāh Berichten zufolge alle verbliebenen Mitglieder der Umayyadenfamilie zu einem Festessen, bei dem sie vor dem ersten Gang getötet werden. Eine andere Version berichtet, dass al-Saffāḥs Statthalter in Syrien, ‘Abd Allāh ibn ‘Ali, den letzten Spross der Familie verfolgt. Einziger Überlebender ist Abd al-Rahman ibn Muʿawiya (später Abd ar-Rahman I.), 731 in Damaskus geboren und Enkel des früheren Kalifen Hischam; er flieht zunächst in den Osten und dann über Nordafrika nach Westen. Nach der Flucht aus Syrien sucht er Schutz bei beduinischen Stämmen und schlägt sich mit seinem Bruder über Palästina und Ägypten bis in den Maghreb durch. Letztlich akzeptiert auch Syrien die Herrschaft der Abbasiden und die neue Dynastie wird als weitgehend frei von großen internen Unruhen betrachtet.​ Zum Charakter und zur Politik al-Saffāhs zählt, dass er zwar gegenüber den Umayyaden brutal vorgeht, aber Juden, Christen und Perser in die Regierung integriert und Bildung fördert. Unter seiner Herrschaft entstehen in Samarkand die ersten Papiermühlen durch chinesische Kriegsgefangene aus der Schlacht am Fluss Talas. Auch das Heer reformiert er und stellt erstmals Nicht-Muslime und Nicht-Araber ein. Als fähigen Kommandeur ernennt er Abu Muslim, der bis 755 im Dienst bleibt.
  • Statthalter Abd Allah ibn Ali (Syrien, 750–754)
    Abd Allah ibn Ali, um 712 in die abbasidische Familie geboren und Onkel der späteren Kalifen al-Saffah und al-Mansur, erhält von Al-Saffah den Auftrag, den umayyadischen Kalifen Marwan II. in der Dschazira zu stellen. Abd Allah übernimmt den Oberbefehl in der entscheidenden Schlacht am Zab, in der die abbasidischen Truppen Marwan II. schlagen. Nach dem Sieg am Zab verfolgt Abd Allah Marwan II. zunächst nach Syrien, erobert die umayyadische Hauptstadt Damaskus und setzt die Verfolgung anschließend in Palästina fort, sodass Marwan zur Flucht nach Ägypten gezwungen wird. Abd Allahs Bruder Salih verfolgt Marwan nach Ägypten, wo der umayyadische Herrscher gefasst und hingerichtet wird. Im Anschluss wird Abd Allah erster abbasidischer Gouverneur von Syrien und erweist sich als kompromissloser Gegner der Umayyaden, deren Familienmitglieder er systematisch verfolgt. Nach der Schilderung Karl Vilhelm Zetterstéens scheut er kein Mittel, um die Umayyaden "mit Stumpf und Stiel" auszurotten, und lässt während seines Aufenthalts in Palästina etwa achtzig Angehörige der Familie auf einmal töten. Seine Verfolgungspolitik ist so wirksam, dass nur Abd al-Rahman ibn Mu'awiya entkommt und nach al-Andalus flieht, wo er eine neue umayyadische Dynastie begründen wird. Abd Allah rechtfertigt die Massenhinrichtungen der Umayyaden als Vergeltung für die Tötung Husayns in Karbala. Die Härte seiner Herrschaft sowie die Übergriffe der siegreichen chorasanischen Soldaten führen bald zu einem Aufstand syrischer Stämme unter der Führung des Statthalters von Dschund Qinnasrin, Abu'l-Ward ibn al-Kawthar. Dem Aufstand schließt sich Abu Muhammad al-Sufyani, ein Nachkomme des Kalifen Muʿawiya I., an, der sich als Anwärter für die Wiedererrichtung des umayyadischen Kalifats präsentiert. Zunächst sind die Rebellen erfolgreich und schlagen ein abbasidisches Heer unter Abd Allahs Bruder Abd al-Samad bei Qinnasrin. Später gelingt es Abd Allah jedoch, sie in der Schlacht bei Marj al-Akhram Ende 750 entscheidend zu besiegen; Abu'l-Ward fällt, während Abu Muhammad in die Wüste flieht. Kurz darauf erhebt sich in Aleppo al-Abbas ibn Muhammad, ein Neffe Abu Muhammads, gegen die abbasidische Herrschaft. Al-Mansur, der zu dieser Zeit die Dschazira verwaltet, schickt Truppen, die diesen Aufstand niederwerfen, bevor Abd Allah persönlich eintreffen kann. Anschließend marschiert Abd Allah zur Grenzfestung Sumaysat, wo sich unter Ishaq ibn Muslim al-Uqayli verschiedene umayyadische Loyalisten gesammelt haben. Letztlich kommt es zu einer ausgehandelten Übereinkunft zwischen Ishaq und al-Mansur, woraufhin viele pro-umayyadische Führer in den Dienst der Abbasiden übernommen werden.
  • Statthalter Abd al-Malik ibn Marwan ibn Musa ibn Nusayr (Ägypten, 750)
    Abd al-Malik ibn Marwan ibn Musa ibn Nusayr ist Enkel des Generals Musa ibn Nusayr, der Teile Nordafrikas und der Iberischen Halbinsel für die Umayyaden erobert hat. Um das Jahr 749 tritt Abd al-Malik erstmals in Erscheinung, als er Finanzdirektor von Ägypten unter dem Gouverneur al-Mughirah ibn Ubaydallah al-Fazari ist. Nach dem Tod al-Mughirahs im Dezember 749 beruft der Umayyadenkalif Marwan II. Abd al-Malik zu dessen Nachfolger als Gouverneur von Ägypten. Im Nildelta verweigern die koptischen Untertanen die von Abd al-Malik erhobenen Steuern und treten offen in den Aufruhr, worauf er Truppen entsendet, die die Rebellen in einer blutigen Schlacht bekämpfen. Etwa zur gleichen Zeit bricht im östlichen Distrikt Hawf ein anti-umayyadischer Aufstand aus. Abd al-Malik schickt ein weiteres Heer nach Bilbeis, doch hier einigen sich die Konfliktparteien auf eine Verständigung und vermeiden eine militärische Auseinandersetzung. Während diese Unruhen andauern, trifft Kalif Marwan II. im Juni 950 in Ägypten ein, nachdem er nach seiner Niederlage gegen die Abbasiden in der Schlacht am Zab aus Syrien geflohen ist. Kurz nach seiner Ankunft stellt er fest, dass große Teile des Landes gegen ihn stehen, rebellische Gruppen die abbasidische schwarze Fahne in Hawf, Alexandria, Oberägypten und Assuan erheben und die Kopten weiterhin im Aufruhr bleiben. Marwan beschließt daraufhin, Fustat zu verlassen, lässt dabei den Vergoldeten Palast und die Stadtbrücken zerstören und befiehlt seinen Armeen, Alexandria und Oberägypten zurückzuerobern. Bald danach dringt jedoch ein abbasidisches Heer unter Salih ibn Ali und Abu Awn Abd al-Malik ibn Yazid in Ägypten ein, holt Marwan bei Busir ein und tötet ihn dort im August. Mit dem Tod des Kalifen unterwirft sich die Provinz den Abbasiden, und die Herrschaft der Umayyaden in Ägypten endet. Nach Marwans Tod nimmt Salih ibn Ali Abd al-Malik und seinen Bruder Muʿawiya gefangen und lässt sie inhaftieren. Aufgrund der Milde, die Abd al-Malik den Abbasiden während seiner Amtszeit gezeigt hat, gewährt Salih ihnen bald darauf jedoch eine Begnadigung. Später begleiten Abd al-Malik und sein Bruder Salih, als dieser Ägypten im Jahr 751 verlässt.
  • Statthalter Salih ibn Ali (Ägypten, 1. Amtszeit 750-751)
    Salih ibn Ali, 711 geboren, gehört zum abbasidischen Familienzweig der Banu Abbas, ein Onkel der späteren abbasidischen Kalifen. Im Jahr 750 gehört Salih zusammen mit seinem Bruder Abd Allah zur Vorhut der abbasidischen Truppen, die die Umayyaden stürzen. Am 9. August wird Salih zum ersten abbasidischen Gouverneur von Ägypten ernannt und übernimmt dort die Verwaltung.
  • Statthalter Abd al-Rahman ibn Habib al-Fihri (Ifrikiya, 745–755)
    Bis 750 erkennt Abd ar-Rahman formal die Autorität der umayyadischen Kalifen an, regiert Ifriqiya aber de facto weitgehend eigenständig. 750 fällt Ägypten an die Abbasiden, Umayyadenkalif Marwan II. wird getötet, und Abd ar-Rahman versucht zunächst, sich mit den neuen abbasidischen Herrschern zu arrangieren und ihre moralische Oberhoheit zu akzeptieren. Nachdem die Abbasiden deutliche Unterwerfungsforderungen stellen, entscheidet Abd ar-Rahman, sich offen gegen sie zu stellen. Er lässt den Namen des abbasidischen Kalifen aus der Freitagspredigt streichen, verbrennt öffentlich die von den Abbasiden gesandten Ehrengewänder und lädt geflohene Umayyaden, darunter den Prinzen Abd ar-Rahman ibn Muʿawiya, zur Zuflucht nach Ifriqiya ein. Abd ar-Rahman weist zwei Söhne des früheren Kalifen Walid II. hohe Ämter zu und bindet die Umayyaden zunächst in seine Herrschaft ein. Bald darauf fürchtet er jedoch, die prominenten Umayyaden könnten zum Sammelpunkt unzufriedener arabischer Adliger werden, wendet sich gegen sie und erzeugt so viel Feindseligkeit, dass der Prinz Abd ar-Rahman ibn Muʿawiya in das Gebiet der Nafza‑Berber im Kabyliengebirge flieht. Mitte der 740er und frühen 750er Jahre führen Ibaditen, ermutigt von Erfolgen ihrer Glaubensgenossen in Hadramaut und Oman, einen Aufstand in Tripolitanien und bringen das Gebiet von Gabès bis Sirte unter ihre Kontrolle.
  • Statthalter Yusuf ibn Abd ar-Rahman al-Fihri (al-Andalus, 747–756
  • Nach dem Sturz der Umayyaden und der Invasion Syriens durch die Abbasiden taucht der ehemalige Statthalter Abd al-Wahid bei ihm wohlgesinnten arabischen Stämmen unter. Die abbasidischen Autoritäten gewähren ihm zunächst eine Begnadigung und versprechen ihm Sicherheit. Noch im Jahr 750 wird er jedoch zusammen mit zahlreichen anderen Umayyaden von den Abbasiden in Jund Filastin hingerichtet, bei einem Mahl auf einem Gut am Nahr Abi Futrus, im Dorf Qalansawa oder am Hof des Kalifen al-Saffah. In der letzten Version wird er als Ehrengast neben al-Saffah gesetzt, der an früheren Gefälligkeiten Abd al-Wahids gegenüber der Abbasidenfamilie erinnert, lässt dann die übrigen Umayyaden durch Schläge mit Keulen auf den Kopf töten und sagt zu Abd al-Wahid, es habe keinen Sinn, dass er weiterlebe, nachdem sein Volk und seine Macht vernichtet seien, gewährt ihm aber den Tod durch das Schwert. Nach den Massakern fliehen zahlreiche Umayyaden aus Syrien, Irak, Ägypten und Arabien nach al-Andalus. Dort gründet Abd al-Rahman I., ein Sohn von Abd al-Wahids Vetter Mu'awiya ibn Hisham, im Jahr 756 das umayyadische Emirat von Córdoba. In diesem Emirat treten später mehrere Nachkommen der Söhne Abd al-Wahids, Abd al-Malik und Abd al-Salam, hervor. Dazu gehört auch ein sechste Generation umfassender Nachfahre Abd al-Maliks, Abd al-Malik ibn Muhammad al-Sulaymani, der 970 stirbt.
  • Imam Ja'far al-Sadiq (732–765)
    Beim Sturz der Umayyaden und dem Machtaufstieg der Abbasiden herrscht vorübergehend eine schwächere Zentralgewalt, was Jaʿfar erlaubt, in Medina relativ frei zu lehren. In dieser Phase studieren Tausende bei ihm, darunter Abu Hanifa, Malik ibn Anas und Wasil ibn Ata, sodass sein Name in sunnitischen, schiitischen und später auch sufischen Traditionsketten eine feste Rolle erhält. Nachdem die Abbasiden ihre Herrschaft gefestigt haben, betrachten sie Jaʿfar wegen seiner Stellung im Haus des Propheten als potenzielle Gefahr. Der Kalif al-Mansur lässt ihn mehrfach vorladen, vernehmen, festhalten, nach Samarra bringen und sogar sein Haus in Medina anzünden, doch Jaʿfar bleibt öffentlich politisch zurückhaltend und verweist seine Anhänger auf Zurückhaltung und Taqiya. In Medina entwickelt er die imamitische Lehre vom Imamat weiter: Der Imam ist ein Nachkomme von Ali und Fatima, durch göttliche Bestimmung (nass) eingesetzt, besitzt besonderes Wissen (ilm) und gilt dadurch als unfehlbare Autorität in Glaubens- und Rechtsfragen. Gleichzeitig legt er die Grundlagen der jaʿfaritischen Rechtsschule, lehnt rein menschliche Analogieschlüsse ab, betont die gelegentliche, nicht berechenbare Natur göttlichen Rechts und überträgt aus seinem „Usul“-Rahmen die Detailableitung an qualifizierte Gelehrte. Jaʿfar lehrt außerdem das Prinzip der Taqiya, um seine Anhänger in Zeiten der Verfolgung zu schützen, und formuliert eine Mittelposition zwischen strenger Vorherbestimmung und völliger Willensfreiheit: Gott bestimmt manches direkt, anderes über menschliches Handeln, und der Mensch trägt Verantwortung im Rahmen von Gottes Erlaubnis. Viele seiner Aussagen zu Koranexegese, inneren und äußeren Sinnschichten des Textes und zur Prüfung von Hadith (Ablehnung, wenn sie dem Koran widersprechen) prägen später schiitische, sufische und andere Deutungstraditionen. - Jaʿfar heiratet unter anderem Fatima, eine Nachkommin von Hasan, mit der er die Söhne Ismaʿil ibn Jaʿfar und Abdullah al-Aftah hat. Mit Hamida Khatun, einer gebildeten Frau aus dem Maghreb oder al-Andalus, bekommt er Musa al-Kazim, Muhammad al-Dibaj und Ishaq al-Muʾtamin; Hamida unterrichtet Frauen in Glaubensfragen und genießt hohes Ansehen.
  • Patriarch Theodoros II. (Jerusalem, 745/749–770)
  • Papst und Patriarch Michael I. (Alexandria, 743–767)
  • Griechisch-orthodoxer Patriarch Kosmas I. (Alexandria, 727–768)
  • Blütezeit des Islam
    Mit dem Aufstieg der Abbasiden beginnt das sogenannte Goldene Zeitalter des Islam. Dschābir ibn Hayyān wirkt in der zweiten Hälfte des 8. Jahrhunderts und führt naturwissenschaftliche Experimente in der Alchemie durch. Hunayn ibn Ishaq (809–874) übersetzt Aristoteles, Hippokrates und Galenos und verfasst grundlegende medizinische Werke. Al-Chwarizmi arbeitet zu Beginn des 9. Jahrhunderts mit indischer Zahlschrift, prägt den Begriff Algorithmus und begründet die Algebra neu.
  • Fortsetzung 751

MAKURIA

UIGURISCHES KAGANAT

TÜRGESCH

INDIEN

Kaschmir

Pratihara

Malla

Chauhan-Dynastie

Chalukya

Rashtrakuta

Westliche Ganga-Dynastie

Pallava

Anuradhapura

TIBET

CHINA

(57./58. Zyklus - Jahr des Metall-Tigers; am Beginn des Jahres Erde-Büffel)

Tang-Dynastie

KOREA

Silla

  • König Gyeongdeok (742–765)
    Gyeongdeok heiratet Sammo aus dem Kim‑Clan, Tochter von Kim Sun-jeong, sowie Königin Gyeongsu aus dem Kim‑Clan, Tochter von Kim Ui-chung. Aus diesen Verbindungen gehen mehrere Kinder hervor, darunter eine Tochter Lady Kim sowie weitere Töchter und Söhne aus den genannten Linien Um 750 wird eine Tochter, genannt Lady Kim, geboren, die dem Kim‑Clan angehört. Eine weitere Lady Kim, ebenfalls Tochter von Kim Sun‑jeong, gehört zu seinem engeren Familienkreis und steht dem Hof nah.
  • Fortsetzung 751

Balhae

JAPAN

QUELLEN

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25.01.2020 Artikel erstellt

30.10.2023 Grundstock erstellt

07.01.2025 Grundstock ergänzt

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