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754

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MAYA

Tikal

Quiriguá

Copan

PIKTEN

KELTEN

Uí Néill

Ulaid

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Leinster

Uí Mháine

Dalriada

Königreich Strathclyde

Gwynedd

Königreich Powys

ANGELSACHSEN

Northumbria

Mercia

East Anglia

Königreich Wessex

Königreich Essex

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FRÄNKISCHES REICH

  • König Pippin der Jüngere (751–768)
    0206D: kommt Der von den Langobarden bedrängte Papst Stephan II. kommt ins Frankenreich, um Pippin um militärische Hilfe zu bitten
    0414D Fränkische Reichsversammlung in der Königspfalz Quierzy: der Adel des Frankenreichs erklärt sich zu einem Feldzug gegen die Langobarden bereit. Pippin stellt dem Papst die "Rückgabe" des zu erobernden Gebietes in Aussicht (Pippinische Schenkung), das eigentlich zu Byzanz gehört.
    0728D: Pippin der Jüngere wird in der Basilika Saint-Denis zum zweiten Mal nach 751 gesalbt, mit ihm auch seine Söhne Karlmann und Karl. Der Papst erklärt, die fränkische Krone dürfe nur innerhalb der Karolinger-Dynastie vergeben werden.
  • Karl (später "der Große") (7)
  • 0717D: Der ehemalige Hausmeier Karlmann stirbt in Vienne im Rhônetal. Seine kirchenpolitischen Maßnahmen, besonders die Förderung der Mission und die Unterstützung der Bistumsorganisation, prägen dauerhaft die Entwicklung der fränkischen Kirche.
  • Erzbischof Turpin (Reims, 748–794)
  • Bischof, nun Erzbischof Chrodegang (Metz, 742-766)
    Chrodegang führt das sogenannte kanonische Leben der Weltgeistlichen ein.​ Während seiner Amtszeit als Bischof gründet und erneuert Chrodegang die Klöster Gorze, Lorsch und Gengenbach.​ Er führt die lateinische Liturgie ein und schafft mit der Regula canonicorum eine Regel für Kanoniker, die auch die Sorge um Kranke und Bedürftige vorsieht.​ Das kanonische Leben und die Liturgie nach Chrodegang verbreiten irische Mönche in ihre Heimat.​ Im Laufe des 9. Jahrhunderts entstehen in Irland neun Klöster (u. a. Armagh, Clonmacnoise, Clones, Devenish und Sligo), in denen Gemeinschaften der Culdeer als Anhänge zu bestehenden klösterlichen Einrichtungen gegründet werden.​ Die Culdeer übernehmen besonders die Fürsorge für Arme und Kranke und widmen sich den liturgischen Gesängen.
  • Bischof Eoban (Utrecht, 753–754)
    Am Morgen des 5. Juni hält Eoban sich mit Bonifatius und mehr als 50 Begleitern am Ufer des Flusses Boorne bei Dokkum in den heutigen Niederlanden auf. An diesem Tag will er zusammen mit Bonifatius bereits zuvor getaufte Friesen aus der Umgebung firmen, als heidnische Friesen die Gruppe überfallen und alle, darunter Eoban, erschlagen. Die Frage, ob Eobans Tod im engeren Sinn ein Martyrium ist oder ob es sich auch um einen Raubmord handelt, bleibt theologisch umstritten. Neuere Untersuchungen kommen zu dem Ergebnis, dass heidnische Friesen die Täter sind, die sowohl genau wissen, wen sie angreifen, als auch die Gelegenheit zur Beute nutzen.
  • Bischof Gregor (Utrecht (754-775)
    Nach dem Tod des Bonifatius im Jahr 754 leitet der Abt Gregor die Mission unter den Friesen. Obwohl Gregor allgemein als Bischof von Utrecht gilt, übt er dieses Amt offiziell nicht aus; nominell trägt einer seiner Gehilfen, der angelsächsische Kleriker Alubert, den Bischofstitel, während die eigentliche Leitung des Bistums bei Gregor liegt. In Utrecht gründet und leitet Gregor die Domschule. Zu seinen Schülern gehört Liudger, der spätere Bischof von Münster, der seinem Lehrer später ein Erinnerungsbuch mit dem Titel „Liudgeri vita Gregorii abbatis Traiectensis“ widmet. Gregor verwaltet bis zu seinem Lebensende das Bistum Utrecht und wirkt als Missionar und Abt.
  • Bischof Witta (Büraburg, 741-755)
  • Bischof Adalar (Erfurt, 742-755)
  • Erzbischof Bonifatius (Mainz, 745–754)
    0605D: Bonifatius wird bei der Missionierung der Friesen von diesen bei Dokkum erschlagen.
    Geschichten aus der Geschichte 2023/405
  • Erzbischof Lullus (Mainz, 754-786)
    753 bestätigt Pippin den Chorbischof Lullus als Bischof von Mainz. 754 verzichtet Bonifatius auf den Mainzer Bischofsstuhl, bestimmt Lullus zu seinem Nachfolger, und Lullus wird faktisch zum Erzbischof erhoben. Nach dem Tod des Bonifatius leitet Lullus dessen Gründungen, insbesondere Fulda, beansprucht daraus jedoch bischöfliche Rechte, gegen die sich Fulda unter Berufung auf das Zachariasprivileg erfolgreich wehrt. Zwischen den 750er und 770er Jahren vergrößert Lullus das Bistum Mainz durch die Einverleibung der verwaisten Bistümer Büraburg bei Fritzlar und Erfurt.
  • Bischof Burkard (Würzburg, 742-754)
    Im Frühjahr legt Burkard nach der Überlieferung seine Ämter als Bischof nieder. Anschließend zieht er sich mit sechs Mönchen in den Ort Homburg am Main zurück, wo er als zurückgezogener Geistlicher und Mönch lebt.
  • Bischof Megingaud (Würzburg, 754–769)
    Pippin ernennt Megingaud zum zweiten Bischof von Würzburg; Bonifatius weiht ihn zum Bischof. Wie Burkard nimmt Megingaud lebhaft an den Angelegenheiten des Frankenreichs teil und reist häufig zu Reichsversammlungen und Synoden. Megingaud widmet sich besonders der Theologie und der praktischen Seelsorge; drei überlieferte Briefe an Erzbischof Lullus von Mainz belegen dies.
  • Abt Sturmius (Fulda, 744–779)
    Nach dem Tod des Bonifatius setzt sich Sturmius gegen die Bischöfe von Utrecht und Mainz durch und lässt Bonifatius in Fulda beisetzen. Durch die Beisetzung des Heiligen wächst die Bedeutung der Abtei stark, sie erhält zahlreiche Schenkungen und wird zu einem wichtigen Wallfahrtsort im ostfränkischen Reich, den auch viele Angelsachsen aufsuchen. Fulda etabliert sich so als geistliches Zentrum mit überregionaler Ausstrahlung. - Nach dem Tod des Bonifatius entsteht zwischen seinen Schülern Lul und Sturmi ein erbitterter Streit um die Auslegung des Zachariasprivilegs aus dem Jahr 751. Lul beansprucht als zuständiger Diözesanbischof und als Nachfolger des Klostergründers die Herrschaft über Fulda, während Sturmi unter Berufung auf das Privileg auf Unabhängigkeit besteht. Die verbreitete Ansicht, das Hauptkloster gehöre zur Diözese Würzburg und Lul stütze sich auf ein von Bonifatius ererbtes Eigenklosterrecht, erweist sich als nicht haltbar. Der Konflikt führt zum Eingreifen König Pippins, der Sturmi 763 nach Verleumdungen absetzt und das Kloster Lul schenkt. Luls Herrschaft scheitert, weil der von ihm als Propst eingesetzte Presbyter Markus am passiven Widerstand der Fuldaer Mönche scheitert und einem Konventualen namens Prezzold Platz machen muss.
  • Bischof Sidonius (Konstanz, 746–760)
  • Abt Otmar von St. Gallen (Kloster St. Gallen, 719–759)
  • Der Mönch Arbeo steht als Archipresbyter und Notar des Klosters im Rang (das sich im Stiftsbezirk von St. Gallen befindet), was eine juristische Ausbildung im langobardischen Bereich (Padua oder Bobbio) voraussetzt
    Henauer Urkunde
    0806D: Am Dienstag, dem 8. Tag vor den Iden des August im dritten Regierungsjahr des Königs Pippin, verfasst der Priester Liufret (Leutfrid) im Dorf Henau eine Schenkungsurkunde. Rothpald überträgt dem Kloster St. Gallen seine Besitzungen im Gau Thurgau in den Dörfern Rickenbach, Wila, Züberwangen, Oberwangen, Dussnang, Schlatt, Puzzinberch und Wenzikon mit allem Vieh, Eigenleuten, Häusern, Feldern, Wäldern und Gewässern. Er schenkt zudem seine Knechte Nandeng und Wolfhar mit ihren Ehefrauen Bruna und Atane sowie deren Hube samt Ausstattung und verpflichtet sich zu jährlichen Abgaben und Arbeitsleistungen, solange er lebt. Rothpald bestimmt, dass sein Kind die Güter nur behält, wenn es die festgelegten Leistungen weiter erbringt, andernfalls keine Gewalt über die Güter hat. Er legt fest, dass jeder Widersacher der Schenkung dem begünstigten Teil doppelte Rückerstattung leisten und der königlichen Kammer zwei Pfund Gold und zwei Pfund Silber zahlen muss, während die Schenkung dennoch immer fest und sicher bleibt.
  • Fortsetzung 755

Herzogtum Aquitanien

Herzogtum Baiern

LANGOBARDENREICH

  • König Aistulf (749–756)
    Aistulf bedroht weiterhin Rom und die umliegenden römisch‑päpstlichen Territorien, ohne bereit zu sein, irgendwelche Eroberungen an Kaiser Konstantin V. oder an den Papst zurückzugeben. Anfang 754 erreicht Papst Stephan II. das Frankenreich und trifft Pippin in Ponthion in Gallien; der Papst bittet ihn dort feierlich um Schutz vor Aistulf und um Hilfe zur Rückgewinnung der verlorenen Gebiete. Pippin sagt dem Papst militärische Unterstützung zu und verspricht, die von Aistulf eroberten Gebiete – insbesondere das Exarchat von Ravenna – nicht an den Kaiser, sondern an die römische Kirche zu übertragen, was später als Pippinische Schenkung bekannt wird. Auf einem fränkischen Reichstag im Frühjahr, der bei Kiersy (Quierzy) stattfindet, bekräftigt Pippin vor den Großen des Reiches seine Zusage gegenüber Papst Stephan und lässt den Krieg gegen Aistulf formell beschließen. In diesem Zusammenhang entsteht eine, später verlorene, Urkunde Pippins, in der er die Schenkung der künftig von Aistulf zu erobernden ehemaligen byzantinischen Gebiete an den Papst festhält und damit die Grundlage für den weltlichen Kirchenstaat legt. Aistulf seinerseits ruft bereits im Juni das langobardische Heer auf, wie aus dem Anfang Juli diktierten Testament des Bischofs Walprand von Lucca hervorgeht, in dem dieser erklärt, auf Befehl König Aistulfs in den Heereszug ausziehen zu müssen („quia ex iussione domni nostri Aistulfi regis directus sum in exercitu ambulandum cum ipso“). Als die diplomatischen Versuche endgültig scheitern, setzt sich Pippin im August mit einem fränkischen Heer in Bewegung und zieht gegen die Langobarden nach Italien; in Oberitalien (Piemont) kommt zur ersten großen Schlacht, in der Pippin Aistulf schlägt und ihn zum Rückzug nach Pavia zwingt. Nach der Niederlage verhandelt Aistulf mit Pippin in Pavia und schließt mit ihm den ersten Frieden, in dem er eidlich zusichert, die von ihm besetzten Gebiete der Kirche – vor allem Ravenna und das Exarchat – bedingungslos an Papst Stephan herauszugeben. Pippin bestätigt durch diese Vereinbarungen seine Zusage der Pippinischen Schenkung an den Papst, setzt sich aber zugleich als Oberherr über das Langobardenreich durch, dem Aistulf nun formell untersteht.
  • Erzbischof Leto Marcellino (745-759)

Herzogtum Friaul

Herzogtum Benevent

Fortsetzung 755

SPANIEN

Königreich Asturien

REPUBLIK VENEDIG

KARANTANIEN

ERSTES BULGARISCHES REICH

BYZANTINISCHES REICH

  • Kaiser Konstantin V. (741–775)
    Konzil von Hiereia
    0210D: Konstantin V. beruft ein Konzil in Hiereia bei Konstantinopel, dem späteren Fenerbahçe/Istanbul ein und erteilt den Vorsitz dem Metropoliten von Ephesos, Theodosios, der als Sohn des Kaisers Tiberios II. gilt. Das Konzil verurteilt die Verehrung von Bildern und spricht die Exkommunikation über Johannes von Damaskus und Germanos von Konstantinopel aus. Die Beschlüsse des Konzils untersagen ausdrücklich Vandalismus gegen kirchliche Einrichtungen, sodass kein hartes, systematisches Vorgehen gegen die Bilderfreunde festgelegt wird. Konstantin V. ist Ikonoklast und setzt seine Politik der Ablehnung von Bildern im Reich durch. Nach einer Rebellion seines Schwagers Artabasdos erobert er Konstantinopel zurück und geht den späteren, tendenziösen Quellen zufolge hart gegen die Ikonodulen vor, wobei zuverlässige Belege für gezielte Verfolgungen wegen der Bilderverehrung fehlen. In der Rückschau verklären bilderfreundliche Autoren politische Gegner des Kaisers zu Märtyrern der Bilderverehrung. Ob die ikonoklastische Politik Konstantins V. tatsächlich auf breite Ablehnung in der Bevölkerung stößt, bleibt unklar und lässt sich aus den überlieferten, parteiischen Quellen nicht sicher erschließen.
  • Papst Stephan II. (752–757)
    Am 6. Januar trifft Stephan bei Ponthion auf Pippin, wirft sich in Büßergewand vor ihm nieder und bittet um militärische Hilfe für das römische Volk. Pippin sagt seine Unterstützung zu und erneuert zugleich die schon vorbereitete enge Verbindung zwischen Frankenreich und Papsttum. Als Gegenleistung salbt Stephan am 28. Juli in Saint-Denis Pippin, seine Gemahlin und die Söhne und verleiht ihnen den Titel "patricius romanorum". Damit begründet er eine neue Rechtsordnung, in der der fränkische König als Beschützer Roms und der römischen Kirche gilt und aus der später das römisch-deutsche Kaiserreich erwächst. Im August beginnt Pippin, seine Zusagen zu erfüllen, rückt gegen die Langobarden vor und erzielt einen Sieg. Im ersten Frieden von Pavia verpflichtet er Aistulf, die eroberten Kirchengüter bedingungslos an Stephan zurückzugeben, was dem Papst bei der Rückkehr nach Rom große Popularität einbringt. Aistulf hält sich jedoch nur kurzfristig an die Vereinbarungen, sodass erneut fränkischer Druck nötig wird und aus Pippins Schenkungen an den Papst schließlich der Kirchenstaat entsteht.
  • Patriarch Anastasios (Konstantinopel, 730-754)
  • Patriarch Konstantin II. (Konstantinopel, 754-766)
    Der Mönch Konstantin wird Patriarch von Konstantinopel als Nachfolger des Anastasius. Während seiner Amtszeit von 754 bis 766 unterstützt Konstantin II. konsequent die erste Phase des byzantinischen Bilderstreits (Ikonoklasmus) und wendet sich entschieden gegen die Herstellung und Verehrung von Bildern.
  • Fortsetzung 755

IBERIEN

DABUYIDEN

  • Spahbod Khurshid (740–760)
    Mit dem Beginn der Abbasidischen Revolution sieht sich Khurshid gezwungen, sich den abbasidischen Truppen unter Abu Muslim zu unterwerfen. Er wird Vasall Abu Muslims und unterstützt ihn in dessen Konflikt mit dem Kalifen al-Mansur, der von 754 bis 775 regiert.
  • Fortsetzung 755

ARABER

(136/137 - 26./27. Juni)

Abbasiden

  • Kalif Abu l-Abbas as-Saffah (750-754)
    Al-Saffāh regiert vier Jahre und nominiert vor seinem Tod seinen Bruder Abu Jaʿfar al-Mansur sowie dessen Neffen Isa ibn Musa als Nachfolger; Isa ibn Musa übernimmt das Amt jedoch nie. Am 8. Juni stirbt al-Saffāh an den Folgen einer Pockeninfektion.​
  • Kalif al-Mansūr (754–775)
    Als Abū l-Abbas am 9. Juni 754 stirbt, lässt man im Irak al-Mansūr als neuen Kalifen huldigen. Al-Mansūr befindet sich zu diesem Zeitpunkt mit Abū Muslim, dem Gouverneur von Chorasan, auf der Wallfahrt in Mekka, wo ihm ebenfalls gehuldigt wird. Seine Herrschaft muss al-Mansūr zunächst gegen seinen Onkel ʿAbdallāh ibn ʿAlī durchsetzen, der gerade mit einem Heer von Syrern und Chorasanern das Byzantinische Reich angreifen will. Als ʿAbdallāh vom Tod as-Saffāhs hört, kehrt er zurück, nimmt in Harran das Kalifat für sich in Anspruch und erkennt al-Mansūrs Kalifat mit dem Hinweis nicht an, Abū l-Abbas habe ihm 750 die Nachfolge versprochen. Al-Mansūr schickt Abū Muslim gegen ʿAbdallāh aus, und dieser kann ʿAbdallāh ibn ʿAlī im November bei Nisibis in die Flucht schlagen. Nachdem Abū Muslim seinen Sieg meldet, sendet al-Mansūr einen Boten, um die Beute von Nisibis aufzunehmen, was Abū Muslim erzürnt. Al-Mansūr will Abū Muslim besser kontrollieren und von seiner Anhängerschaft trennen und ernennt ihn zum Gouverneur von Ägypten und Syrien. Abū Muslim weigert sich, dieses Amt anzunehmen, und tritt den Heimweg nach Chorasan an.
  • Statthalter Abd Allah ibn Ali (Syrien, 750–754)
    Zu dieser Zeit bereitet Abd Allah einen großen Feldzug gegen das Byzantinische Reich vor und hat dafür ein bedeutendes Heer zusammengezogen. Als er vom Tod al-Saffahs erfährt, ruft er sich selbst zum Kalifen aus und behauptet, al-Saffah habe ihm als Lohn für seinen Anteil am Sturz Marwans II. die Nachfolge zugesichert. Wie glaubwürdig Abd Allahs Anspruch ist und wie groß seine Legitimität im Vergleich zu al-Mansur tatsächlich ausfällt, lässt sich wegen späterer, von Siegern geprägter Überlieferungen schwer beurteilen. Doch stimmen die Berichte darin überein, dass die Nachfolgefrage vor al-Saffahs Tod nicht eindeutig geregelt ist und Hinweise darauf bestehen, dass Abd Allah sich bereits in den Jahren davor als offensichtlichen Nachfolger präsentiert. Abd Allah verfügt in Syrien über breite Unterstützung sowohl bei den einheimischen syro-dschaziranischen Truppen und Eliten, die ihre unter den Umayyaden privilegierte Stellung zurückgewinnen wollen, als auch bei den chorasanischen Soldaten, die er während der Revolution kommandiert hat. Mit diesem Rückhalt setzt er sein Heer in Marsch Richtung Irak. Al-Mansur sucht angesichts dieser Bedrohung die Unterstützung Abu Muslims. Obwohl der Kalif Abu Muslims Macht misstraut, eignet dieser sich wegen seiner großen Popularität unter den chorasanischen Soldaten besonders dazu, Abd Allah entgegenzutreten und die Hauptstütze des Regimes auf seine Seite zu ziehen. Im November 754 treffen die Heere Abu Muslims und Abd Allahs bei Nisibis aufeinander. Abd Allahs Heer ist von Zweifeln zerrissen, weil die Chorasaner nur ungern gegen Abu Muslim kämpfen möchten, der für sie ein Held der Revolution ist. Laut Zetterstéen heißt es, Abd Allah habe 17.000 Chorasaner in seinem eigenen Heer töten lassen, weil er fürchtet, sie würden niemals gegen Abu Muslim kämpfen. Die syrischen Truppen tragen zudem noch die Niederlage, die sie Abd Allah in der Schlacht am Zab verdanken, als Groll mit sich. Nach Hugh N. Kennedy vermutet Abd Allah überall Verrat und flieht, bevor sich die Schlacht bei Nisibis überhaupt voll entfaltet. Er sucht Zuflucht in Basra, wo sein Bruder Sulayman als Gouverneur amtieren. Trotz des Sieges, der formal in seinem Namen errungen worden ist, beseitigt al-Mansur rasch seinen mächtigsten Rivalen Abu Muslim. Einige Monate nach Nisibis lässt al-Mansur Abu Muslim an den Hof locken, wo dieser ermordet wird. Abd Allah bleibt in Basra und steht dort unter dem Schutz seines Bruders Sulayman. Als Sulayman zwei Jahre später seines Amtes enthoben wird, verliert Abd Allah diesen Schutz.
  • Statthalter Humayd ibn Qahtaba (Dschazīra, 754–755)
    Humayd ibn Qahtaba ibn Schabib at-Ta'i ist der Sohn von Qahtaba ibn Schabib at-Ta'i, der zusammen mit Abu Muslim die Abbasidische Revolution angeführt hat. Gemeinsam mit seinem Bruder Hasan unterstützt Humayd die abbasidische Sache in Chorasan in den Jahren vor der Revolution und dient dort als stellvertretender naqib. Nach dem Sieg der Abbasiden schließt sich Humayd dem syrischen Gouverneur Abdallah ibn Ali an. Er tritt sogar dessen Aufstand gegen den Kalifen al-Mansur im Jahr 754 bei. Humayd bereut diese Entscheidung bald und flieht aus Abdallahs Lager, bevor dieser endgültig besiegt wird. Trotz seiner zeitweiligen Rebellion wird ihm von al-Mansur bald wieder Vertrauen geschenkt. Humayd erhält von al-Mansur zunächst das Amt des Gouverneurs in der Dschazira (754/755). Dort steht er einem entschlossenen Aufstand der Charidschiten gegenüber.
  • Statthalter Salih ibn Ali (Ägypten, 2. Amtszeit 753-755)
    Als sein Neffe, der Kalif al‑Saffah, stirbt, erhebt Salihs Bruder Abd Allah in Syrien den Anspruch auf die Nachfolge und beginnt einen Aufstand gegen den neuen Kalifen al‑Mansur, wobei er behauptet, Saffah habe ihn auf dem Totenbett zum Nachfolger bestimmt. Salih schließt sich dem Aufstand seines Bruders nicht an, sondern führt Truppen nach Syrien, um den Aufruhr zu unterdrücken. Er stößt dort mit al‑Hakam ibn Da'ban zusammen, dem von Abd Allah eingesetzten Gouverneur von Palästina, und besiegt ihn, während Abd Allah selbst von Abu Muslim geschlagen wird und sich schließlich al‑Mansur unterwerfen muss. Trotz der Rebellion Abd Allahs etabliert sich Salih mit seiner Familie als wichtigste abbasidische Macht in Syrien und hält diese Vorrangstellung etwa ein halbes Jahrhundert lang. Seine Söhne al‑Fadl, Ibrahim und Abd al‑Malik übernehmen nacheinander Statthalterschaften in Syrien und Ägypten und setzen so die Familienherrschaft fort. Salih eignet sich zudem den Großteil der umfangreichen Ländereien der Umayyaden im syrischen Raum an und baut so eine starke eigene Machtbasis auf. Darüber hinaus stärkt er die abbasidisch‑byzantinische Grenzzone, die sogenannten thughur, indem er die früher byzantinischen Städte Melitene (Malatya), Germanikeia (Mar'ash) und Mopsuestia (al‑Massisa) wiederbesetzt und ausbaut.
  • Statthalter Abd al-Rahman ibn Habib al-Fihri (Ifrikiya, 745–755)
  • Statthalter Yusuf ibn Abd ar-Rahman al-Fihri (al-Andalus, 747–756
  • Imam Ja'far al-Sadiq (732–765)
  • Patriarch Theodoros II. (Jerusalem, 745/749–770)
    Theodoros weigert sich, an der Synode von Hiereia teilzunehmen, auf der Kaiser Konstantin V. Entscheidungen zugunsten des Ikonoklasmus durchsetzt.
  • Papst und Patriarch Michael I. (Alexandria, 743–767)
  • Griechisch-orthodoxer Patriarch Kosmas I. (Alexandria, 727–768)
  • Fortsetzung 755

MAKURIA

UIGURISCHES KAGANAT

TÜRGESCH

INDIEN

Kaschmir

Pratihara

Malla

Chauhan-Dynastie

Rashtrakuta

Westliche Ganga-Dynastie

Pallava

Anuradhapura

TIBET

  • König Mé Aktsom (705–755)
  • Tibetische China-Expedition
    König Thride Tsugten (der ursprüngliche Name von Mé Aktsom) eine Gruppe von fünf Personen an den Hof des Tang-Kaisers Xuanzong in Chang’an, um buddhistische Schriften zu erhalten. Die Delegation bricht mit dem Ziel auf, buddhistische Schriften zu erbitten und nach Tibet zu bringen. Ihr Leiter ist Sangshi, der Sohn des Badewu, eines ehemaligen hohen Beamten am Tang-Hof, der einst als Begleiter der Prinzessin Jincheng nach Tibet kommt. Die Gesandtschaft erscheint am Hof des Kaisers Xuanzong der Tang-Dynastie in Chang’an, der größten Stadt der damaligen Welt und erhält vom Kaiser tausend Bände buddhistischer Schriften in goldener Schrift auf blauem Papier. Nach dem Empfang am Hof reist die Gruppe weiter in die Nähe des Wutai in Shanxi, um den Mönch Nima aufzusuchen; dieser übergibt ihnen die drei Schriften Shishan fajing, Nengduan jingang bore boluomiduo jing und Foshuo daogan jing und erklärt, dass der König am Buddhismus festhält, wenn sie ihm diese Texte in genau dieser Reihenfolge übergeben. Sangshi tritt mit allen erhaltenen Schriften die Rückreise nach Tibet an; noch während dieser Rückreise stürzt König Thride Tsugten in Gyama Thrikhang vom Pferd und stirbt. Der junge Nachfolger Thrides besteigt den Thron, kann sich aber nicht gegen die antibuddhistischen Kräfte am Hof durchsetzen. Deshalb lässt man die aus China gebrachten Schriften in Felshöhlen von Samye Chimphu verstecken und schickt die mitgekommenen chinesischen Mönche wieder nach China zurück.
  • Fortsetzung 755

CHINA

(57./58. Zyklus - Jahr des Holz-Pferdes; am Beginn des Jahres Wasser-Schlange)

Tang-Dynastie

KOREA

Silla

Balhae

JAPAN

QUELLEN

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28.08.2023 Artikel eröffnet

26.10.2023 Grundstock erstellt

14.01.2026 Grundstock ergänzt

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