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Erscheinungsbild
RÖMISCHE REPUBLIK
(ab urbe condita CCCLXXVIII = 378)
- Konsulartribun Servius Sulpicius Praetextatus (2. Amtszeit)
Servius Sulpicius Praetextatus übt erneut das Amt eines Konsulartribunen aus. Die Fasti Capitolini schreiben ihm für dieses Jahr eine zweite Amtszeit als Konsulartribun zu. Die antiken Annalisten Titus Livius und Diodor nennen den Konsulartribunen dieser Jahre nur mit Praenomen und Gentilnamen als Servius Sulpicius, ohne das Cognomen Praetextatus, behandeln ihn aber als dieselbe Person, die mehrfach dieses Amt bekleidet.
Weitere Konsulartribunen sind Lucius Papirius Mugillanus, Servius Cornelius Maluginensis und Licinus Menenius Lanatus. - Gaius Licinius Calvus Stolo
Gaius Licinius Calvus Stolostammt aus einer plebejischen Familie und heiratet die jüngere Tochter des Patriziers Marcus Fabius Ambustus. 376 wird er zusammen mit Lucius Sextius Lateranus zum Volkstribun gewählt, wobei ihn die Unterstützung seines Schwiegervaters Fabius begünstigt. Als Tribunen legen Licinius und Sextius ein Paket von Gesetzesvorschlägen vor, das die Lage der Plebejer verbessern soll: Sie wollen bei den Schulden die bereits gezahlten Zinsen vom Kapital abziehen, die Rückzahlung der Restschuld über drei Jahre strecken und das nexum abschaffen, also das Recht des Gläubigers, einen zahlungsunfähigen Schuldner in Ketten zu legen und als Sklaven zu verkaufen. Zugleich schlagen sie vor, den Zugriff der Patrizier auf das neugewonnene Staatsland einzuschränken, indem niemand mehr als 500 Iugera des ager publicus innehaben darf, und sie verlangen die Wiederherstellung des Konsulats anstelle des militärtribunizischen Kollegiums, wobei unter den beiden Konsuln künftig mindestens ein Plebejer sein muss. Die patrizische Führungsschicht verhindert zunächst die Volksabstimmung über diese Gesetze, indem sie andere Volkstribunen, die ihr nahestehen, deren Veto einlegen lässt. Darauf nutzen Licinius Stolo und Sextius ihrerseits ihr Tribunenveto, um alle übrigen Wahlen außer denen der Volkstribunen zu blockieren, sodass keine anderen Magistrate gewählt werden können. Die beiden werden Jahr für Jahr erneut zu Volkstribunen gewählt und halten ihre Blockadepolitik konsequent aufrecht; nach der Darstellung des Livius kann über mehrere Jahre hinweg kein regulärer Magistrat gewählt werden, solange ihre Gesetzesvorlagen blockiert bleiben. - Fortsetzung 375
GRIECHEN
(4. Jahr der 100. / 1. Jahr der 101. Olympiade)
Syrakus
Molosser / Epirus
Makedonien
Pherai
Attischer Seebund
- Seeschlacht bei Naxos
Eine spartanische Flotte von 60 Schiffen blockiert den Saronischen Golf und unterbricht damit die Getreidetransporte Athens. Die Athener stellen eine Flotte von 80 Trieren unter dem Befehl des Chabrias auf und greifen die spartanischen Schiffe an. Vor Naxos kommt es zur entscheidenden Schlacht, in der die Athener siegreich sind. - Platon (52)
- Fortsetzung 375
Sparta
- König der Eurypontiden: Agesilaos II. (399–359/358)
- König der Agiaden: Kleombrotos I. (380–371)
Weil Agesilaos II. erkankt, erhält Kleombrotos erneut die Führung über das spartanische Heer. Kleombrotos rückt mit seinen Truppen bis zum Kithairon vor, wo erneut ein Pass den Zugang nach Böotien kontrolliert. Er beauftragt die Peltasten, also leicht bewaffnete Fußsoldaten, die Wachposten am Pass zu beseitigen und damit den Weg für das Heer freizumachen. Die Peltasten stoßen jedoch auf starken Widerstand, geraten in schwere Kämpfe und erleiden hohe Verluste. Als vierzig dieser Peltasten gefallen sind, bricht Kleombrotos den Vorstoß ab und kehrt mit dem Heer nach Sparta zurück. - Die Insel Aigina wird von Sparta besetzt.
- Fortsetzung 374
Bosporanisches Reich
Bithynien
Salamis
- König Euagoras I. (411-374)
Euagoras schließt endlich mit den Persern: er bleibt nominell König von Salamis, jedoch als persischer Vasall, der dem Großkönig einen jährlichen Tribut zu zahlen hat. Unter seiner Regierung kommen zahlreiche Griechen nach Zypern, angelockt durch die als vorbildlich dargestellte Ordnung und die kulturelle Blüte in seinem Reich. - Fortsetzung 374
ODRYSEN
ACHÄMENIDENREICH
- Großkönig Artaxerxes II. (404–358)
- Satrap Mithridates I. (Kios, 401-362)
- Satrap Ariobarzanes (Phrygien, 388-362)
- Satrap Datames (Kappadokien, 380-362)
- Satrap Mausolus (Karien, 377–353)
ÄGYPTEN
Spätzeit, 30. Dynastie
- Pharao Nektanebos I. (379-360)
Nektanebos lässt auf der Insel Philae nahe Assuan die Vorhalle des Isis-Tempels beginnen. Im Amun-Bezirk von Karnak initiiert er den Bau eines ersten Pylons und gibt weitere Tempelbauten und Erweiterungen in Auftrag. In Dendera entsteht vermutlich das früheste bekannte Mammisi, ein Geburtsheiligtum, dessen Konzeption den späteren ptolemäischen Bauten als Vorbild dient. Archäologische Funde aus Hermopolis, Hermopolis Parva, Saft el-Hinna und Mendes belegen, dass er den in der Perserzeit verbreiteten Kult heiliger Tiere intensiv fördert und dadurch regionale Heiligtümer stärkt. Weitere Tempel und Kultanlagen in Memphis, Tanis und Elkab werden während seiner Herrschaft erweitert oder erneuert. - Fortsetzung 373
KUSCH
KARTHAGO
INDIEN
Anuradhapura
CHINA
Zeit der Streitenden Reiche
(38./39. Zyklus, Jahr der Holz-Schlange; am Beginn des Jahres Holz-Drache)
Qin
Zhou
- König An (401–376)
Vor dem Jahr 376 wird die für das Herzogtum Jin herrschende Herzogsfamilie im Verlauf eines Machtkampfes ausgelöscht, an dem drei sehr mächtige Familien beteiligt sind, nämlich Zhao, Han und Wei. Da die herrschende Familie ausgelöscht ist, fordert man König An auf, das Ende des Staates Jin zu verkünden. So verschwindet im Jahr 376 das Herzogtum Jin endgültig aus der feudalen Politik der Zeit zugunsten der Markgrafschaften Zhao, Han und Wei, die sich nach und nach zu Königreichen erheben.
König An stirbt. - Fortsetzung 375
Han
- Markgraf Ai (376–374)
Ai ist Markgraf des Staates Han bis zu seinem Tod 374. Er ist der Sohn seines Vorgängers Marquis Wen. Die Staaten Han, Wei und Zhao entmachten den Herzog Jing von Jin. Sie teilen anschließend dessen Land unter sich auf. Während seiner Herrschaft ernennt Ai Han Xialei zum Kanzler, pflegt jedoch engere Beziehungen zu Yan Sui. Han Xialei und Yan Sui sind Erzfeinde. - Fortsetzung 375
Zhao
Wei
Qi
- Herzog Yan (383–375)
- Wei wird um 378 geboren. Er gehört zur Tian-Dynastie des Staates Qi, als Sohn von Herzog Huan von Tian Qi. Seine Vorfahren sind Vizegraf Xiang, Vizegraf Zhuang, Herzog Tai und Herzog Huan von Tian Qi sowie Gemahlin Xiao.
- Fortsetzung 375
Chu
JAPAN
QUELLEN
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01.07.2023 Artikel eröffnet und Grundstock erstellt
01.03.2026 Grundstock ergänzt