-383
Erscheinungsbild
RÖMISCHE REPUBLIK
(ab urbe condita CCCLXXI = 371)
- Konsulartribun Aulus Manlius Capitolinus (3. Amtszeit)
Im Jahr 383 v. Chr. bekleidet Aulus Manlius Capitolinus zum dritten Mal das Amt eines Militärtribuns mit konsularischer Gewalt. Er sieht sich erneut mit den Volskern konfrontiert, die abermals gegen Rom in den Krieg ziehen und diesmal zusätzliche Unterstützung von weiteren Städten in Latium erhalten. Besonders Lanuvium, eine latinische Stadt, schließt sich den Gegnern Roms an und wird Teil einer breiteren antirömischen Bewegung. Aulus Manlius nimmt an Feldzügen teil, in denen er gegen diese rebellischen Städte vorgeht und versucht, die römische Vorherrschaft in Latium wiederherzustellen. Er rückt mit Truppen gegen die Volsker vor, überwacht Operationen gegen die mit ihnen verbündeten Städte und wirkt an Belagerungen oder Gefechten mit, die auf eine Niederschlagung des Aufstands zielen. Im politischen Bereich setzt er sich für eine straffe Linie gegenüber abtrünnigen Gemeinden ein, um ein abschreckendes Beispiel zu geben und weitere Abfallbewegungen zu verhindern. Damit bleibt er einer der zentralen militärischen Akteure Roms in den wiederkehrenden Kriegen gegen die Volsker und die unruhigen Städte Latiums.
Weitere Konsulartribunen sind Lucius Valerius Potitus Poplicola, Servius Sulpicius Rufus, Lucius Aemilius Mamercinus, Lucius Lucretius Tricipitinus Flavus und Marcus Trebonius. - Fortsetzung 382
GRIECHEN
(1./2. Jahr der 99. Olympiade)
Syrakus
Molosser / Epirus
Makedonien
- König Amyntas III. (2. Amtszeit 392–370)
Um 383 erfolgt eine weitere, schwerwiegende illyrische Invasion in Makedonien, die möglicherweise eine Wiederholung beziehungsweise "Dublette" einer früheren Überlieferung darstellt, aber in der Forschung meist als eigener Angriff gewertet wird. Die Illyrer überrennen das makedonische Gebiet, und Amyntas muss erneut fliehen, während Argaios II. die Herrschaft übernimmt und etwa zwei Jahre lang als König regiert. Die innere Stabilität Makedoniens gerät abermals ins Wanken, und Amyntas ist auf externe Hilfe angewiesen, um seine Position zurückzugewinnen. Während dieser Krisen nutzt Olynth die Schwäche des makedonischen Königtums aus und erweitert seinen Einflussbereich an der Ostgrenze. Der Chalkidische Bund weigert sich später, Gebiete zurückzugeben, die vor dem zweiten illyrischen Angriff noch zu Makedonien gehören, und tritt zunehmend als machtvoller Rival auf. In dieser Lage wird deutlich, dass das frühere Defensivbündnis mit Olynth zwar kurzfristige Sicherheiten bringt, langfristig aber die Abhängigkeit und Schwäche Makedoniens verstärkt. - Fortsetzung 382
Chalkidischer Bund (seit 432)
- Auf Grundlage von Diodor wird angenommen, dass die Illyrer 383/382 einen neuen Einfall in Makedonien unternehmen, der König Amyntas zu weiteren Zugeständnissen an die Chalkidier veranlasst. Wahrscheinlicher wiederholt Diodor jedoch lediglich den Bericht über den Einfall von 393/392. Makedonien ist weiterhin geschwächt, und als Amyntas um die Rückgabe der an die Chalkidier abgetretenen Gebiete bittet, wird sein Ansinnen abgelehnt. Olynth setzt nach Xenophon seine Expansion fort und nimmt viele andere makedonische Städte in Besitz, darunter sogar Pella, die größte Stadt Makedoniens. Das Herrschaftsgebiet des Amyntas schrumpft infolgedessen auf das angestammte Gebiet der Argeaden, die Region Pieria um Aigai.
- Fortsetzung 382
Pherai
Athen
Platon geb. 428
Sparta
Bosporanisches Reich
Salamis
ODRYSEN
ACHÄMENIDENREICH
- Großkönig Artaxerxes II. (404–358)
- Satrap Mithridates I. (Kios, 401-362)
- Satrap Ariobarzanes (Phrygien, 388-362)
- Satrap Hekatomnos (Karien, 392-377)
- Meton-Zyklus
Der chaldäische Astronom Kidinnu führt den Metonischen Zyklus (einen lunisolaren Zyklus von 19 Jahren) in den babylonischen Kalender ein. - Fortsetzung 380
ÄGYPTEN
Spätzeit, 29./30. Dynastie
KUSCH
KARTHAGO
- Schofet Mago II. (396-375)
Die zwischenzeitlich von Dionysios I. von Syrakus eroberte Stadt Herakleia Minoa an der Südküste Siziliens, wird wieder von den Karthagern eingenommen, die seit dem Vertrag von 405 Anspruch auf die Stadt haben. - Fortsetzung 375
INDIEN
Anuradhapura
CHINA
Zeit der Streitenden Reiche
(38./39. Zyklus, Jahr des Erde-Hundes; am Beginn des Jahres Feuer-Hahn)
Qin
- Herzog Xian (384–362)
Im zweiten Jahr seiner Regierungszeit verlegt Herzog Xian die Hauptstadt des Staates Qin. Die traditionelle Residenz Yong, im Gebiet des heutigen Fengxiang in der Provinz Shaanxi, wird aufgegeben, und der Hof zieht mehrere hundert Kilometer nach Osten in die neue Hauptstadt Yueyang, im Gebiet des heutigen Stadtbezirks Yanliang von Xi’an. Mit diesem Schritt verlagert Xian das politische Zentrum seines Staates näher an die Nachbarstaaten Wei, Han und Zhao, was den Handel erleichtert. Zugleich schwächt der Umzug die alteingesessenen Adelsclans, die in der bisherigen Hauptstadt Yong fest verwurzelt und politisch sehr einflussreich sind. In den folgenden Jahren weitet Xian die Einrichtung von Landkreisen (Bezirken) aus, die direkt von Beamten der Zentralregierung verwaltet werden. Diese Verwaltungsform unterscheidet sich deutlich von der bis dahin üblichen Praxis, Land als Lehen an erblich herrschende Adelige zu vergeben, die ihre Territorien wie kleine eigenständige Staaten führen. Herzog Xian richtet mehrere solcher Landkreise ein, unter anderem in Pu, Lantian, Pumingshi und auch in der neuen Hauptstadt Yueyang. Diese Reform stärkt die zentrale Staatsgewalt und bereitet das System vor, das unter dem späteren Reformer Shang Yang unter Herzog Xians Nachfolger Herzog Xiao auf den gesamten Staat Qin ausgedehnt wird; diese Entwicklung trägt maßgeblich zum Aufstieg Qins und schließlich zur Einigung Chinas bei. - Fortsetzung 382
Zhou
Han
Zhao
Wei
Qi
- Herzog Yan (383–375)
Von 383 bis 375 regiert Tian Yan den Staat Qi. - Fortsetzung 379
Chu
JAPAN
QUELLEN
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25.06.2023 Artikel eröffnet und Grundstock erstellt
17.03.2026 Grundstock ergänzt