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787

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MAYA

Calakmul

Talol

Tikal

Copan

PIKTEN

KELTEN

Uí Néill

Ailech

  • König Máel Dúin mac Áedo Alláin (770-788)
    Im Jahr 787 wendet sich das Kräfteverhältnis zugunsten von Máel Dúin. In einer Schlacht besiegt er Domnall mac Áeda Muindeirg und die Cenél Conaill und entreißt ihnen die Oberherrschaft im Norden. Mit diesem Sieg setzt sich Máel Dúin endgültig als führender Herrscher des Nordens durch und beendet die Phase, in der Domnall als „König im Norden“ gilt. In den Quellen erscheint Máel Dúin nun als König von In Fochla, was als König des Nordens verstanden wird, und seine Stellung als Oberherr des nördlichen Irlands ist damit klar anerkannt.
  • Fortsetzung 788

Ulaid

Connacht

  • König Cináed mac Artgail (786–792)
    787 findet die Schlacht von Gola zwischen den Uí Fiachrach und den Uí Briúin statt, aus der die Uí Fiachrach als Sieger hervorgehen. Es handelt sich dabei um einen Pyrrhussieg, denn sowohl ihr König Cathmug mac Duinn Cothaid, Sohn von Donn Cothaid mac Cathail, als auch Dub-Díbeirg mac Cathail von den Uí Briúin, ein Onkel von Cináed, werden in dieser Schlacht getötet. Die Annalen berichten, dass in dieser Schlacht beide Heerführer fallen: Dub-Diberg mac Cathail, Onkel des Königs Cináed aus dem Geschlecht der Uí Briúin, und der König der Uí Fiachrach, Cathmug mac Duinn Cothaid (auch Connmach genannt), Sohn von Donn Cothaid mac Cathail. Im selben Jahr töten die Uí Fiachrach Muaide viele Angehörige der Uí Briúin von Umall und erschlagen ihren König Flathgal, den Sohn von Flannabra bzw. Flannabrach. Dieses Ereignis stellt zugleich die erste Erwähnung der Uí Briúin Umall in den mittelalterlichen historischen Quellen dar. In derselben Zeit dauert der innerdynastische Konflikt in Connacht an, der aus den konkurrierenden Ansprüchen mehrerer Bewerber auf den Thron nach dem Tod Tipraites entsteht und in dessen Verlauf die Stellung Cináeds als Herrscher umstritten bleibt.
  • Fortsetzung 788

Leinster

Dalriada

Gwynedd

Königreich Powys

ANGELSACHSEN

Northumbria

Mercia

  • König Offa (757–796)
    Um die Nachfolge zu sichern, lässt Offa seinen Sohn Ecgfrith in einer feierlichen Handlung zum Mitkönig krönen. Durch diese Maßnahme will er verhindern, dass nach seinem Tod erneut Thronstreitigkeiten wie nach Æthelbalds Ermordung ausbrechen.
  • Bischof Unwona (Leicester, 781/785-801/803)
  • Bischof (779–787), nun Erzbischof Hygeberht (Lichfield, 787–799)
    Auf der Synode von Chelsea erreicht Offa die Schaffung eines Erzbistums für sein Königreich mit Sitz in der Diözese Lichfield. Die Angelsächsische Chronik berichtet, dass auf dieser Synode Erzbischof Jænberht einen Teil seines Bistums abtritt, Hygeberht durch König Offa ausgewählt wird und Ecgfrith zum König geweiht wird. Hygeberht weiht Ecgfrith nach seiner eigenen Erhebung zum Erzbischof. Offa gelobt auf der Synode, jährlich 365 Mancusen an den Papst zu zahlen, um Arme in Rom zu versorgen und Lichter für den Petersdom zu stiften, als Dank für seine Siege. Die Synode von Chelsea billigt offenbar die Erhebung Lichfields zum Erzbistum, doch Hygeberht bleibt am Ende der Synode Bischof und unterzeichnet den Synodenbericht noch mit diesem Titel. Es gibt keinen Hinweis darauf, dass Hygeberht bei der Synode oder bei den Schritten zu seiner Erhebung zum Erzbischof eine bedeutende Rolle spielt.
  • Erzbischof Jænberht (Canterbury, 765–792)
    In den späten 780er Jahren verschärft sich der Konflikt zwischen Jænberht und Offa. Offa versucht zunächst, den südenglischen Erzbischoffssitz von Canterbury nach London zu verlegen, doch der Papst verweigert seine Zustimmung. Daraufhin setzt Offa durch, dass 787 ein drittes Erzbistum auf den Britischen Inseln geschaffen wird: die Erzdiözese Lichfield unter dem Bischof Hygberht, die dem mercischen Kernbistum entspricht und somit klar unter Offas Einfluss steht. Der Konflikt hat mehrere Ursachen: Jænberht lehnt Offas Absetzung der kentischen Herrscherfamilie ab, beide beanspruchen bestimmte Ländereien, Jænberht weigert sich, Offas Sohn Ecgfrith zu krönen, und er lässt zudem in Canterbury eigene Münzen prägen, was Offas Autorität zusätzlich in Frage stellt. Später überliefert der Chronist Matthäus Paris im 13. Jahrhundert die Darstellung, Jænberht habe mit Karl dem Großen konspirieren wollen und sei bereit, diesem Canterbury zu öffnen, falls er Britannien angreife; ob diese Tradition auf echte Überlieferung aus St Albans zurückgeht oder eine spätere Ausschmückung darstellt, bleibt unklar. In Jænberhts Amtszeit kursiert außerdem ein falsches Gerücht, Offa plane gemeinsam mit Karl dem Großen, Papst Hadrian I. zu stürzen; der Historiker Simon Keynes hält es für möglich, dass Jænberht hinter dieser Behauptung steht. Offas Nachfolger gibt gegenüber dem Papst später zu, dass Offas Verhalten aus Hass auf Jænberht und das Volk von Kent motiviert ist. Im Jahr 787 sendet Papst Hadrian ein Pallium an Hygberht von Lichfield und erhebt Lichfield damit offiziell zum Erzbistum, zugleich wird Ecgfrith zum König gekrönt. Es gibt jedoch keine zeitgenössischen Belege dafür, dass Jænberht Hygberht jemals als Erzbischof anerkennt. Canterbury behält weiterhin die Bistümer Winchester, Sherborne, Selsey, Rochester und London als Suffragane, während die Diözesen Worcester, Hereford, Leicester, Lindsey, Dommoc und Elmham der neuen Erzdiözese Lichfield unterstellt werden. Nach der Erhebung Lichfields leitet Jænberht ein Konzil in London, an dem die meisten Bischöfe aus Südbritannien teilnehmen, was zeigt, dass er trotz der Konkurrenz durch Lichfield weiterhin eine zentrale Rolle in der Kirchenleitung spielt.
  • Fortsetzung 788

East Anglia

Königreich Wessex

Königreich Essex

FRÄNKISCHES REICH

  • König Karl der Große (768–800)
    Im Jahr 787 kommt es zu einem Konflikt zwischen den Franken und den langobardischen Fürsten in Spoleto und Benevent. Die Byzantiner bringen Adelchis ins Spiel, um in diesem Konflikt Einfluss zu nehmen. Diese Intervention der Byzantiner bleibt nur eine kurze Episode, da die langobardischen Fürsten die fränkische Oberherrschaft doch wieder akzeptieren. Sie wenden sich nun gegen die Byzantiner, sodass Adelchis alle Pläne aufgeben muss. Die langobardischen Fürstentümer in Unteritalien bleiben damit dem Zugriff Karls faktisch entzogen. Oberitalien und Teile Mittelitaliens gehören hingegen fortan zum Frankenreich und sollen später als Reichsitalien auch Bestandteil des römisch-deutschen Reiches sein.
    Im selben Jahr wird Tassilo nach Worms vorgeladen, wo er sich dem Frankenkönig unterwerfen soll. Der Bayernherzog erscheint jedoch nicht und bemüht sich um eine päpstliche Vermittlung. Bald muss er erkennen, dass nicht nur der Papst ganz auf die Linie Karls einschwenkt und ihn zur vollständigen Unterwerfung auffordert, sondern dass er nun auch im eigenen Herzogtum über wenig Rückhalt verfügt. Als Karl noch 787 militärisch gegen Tassilo vorgeht, treten mehrere bayerische Große auf die fränkische Seite über. Tassilo ist isoliert und unterwirft sich im Oktober Karl, dem er nun auch einen Gefolgschaftseid leistet. Gerd Althoff deutet diesen Vorgang als frühestes Vorkommen der rituellen deditio (Unterwerfung). Dennoch bleiben Spannungen bestehen und Karl sieht nun offenbar eine günstige Gelegenheit, die Lage in seinem Sinn zu bereinigen.
  • Reichstag zu Worms
    In Worms findet eine Reichsversammlung unter König Karl dem Großen (39) statt. Karl hat sich zuvor in Italien befunden und ist von dort zurückgekehrt. Er trifft sich in Worms mit Königin Fastrada, seinen Söhnen und Töchtern und dem ganzen Hof. In den Reichsannalen heißt es zu der Begegnung von König und Königin: „Beide erfreuen sich aneinander und loben Gott für seine Barmherzigkeit“. Dieser Einschub einer „privaten“ Notiz in die Annalen steht völlig singulär da, und es ist nicht klar, was damit ausgesagt werden soll. Nachdem Karl in Worms angekommen ist, lädt er zu einer Reichsversammlung ein, die dort vermutlich in der Pfalz Worms abgehalten wird. In der Versammlung berichtet er über seine Erfolge in Italien und über die Verhandlungen mit Gesandten des Herzogs Tassilo III. von Bayern, die in Italien geführt worden sind. Die Versammlung mündet schließlich in einen Zug verschiedener königlicher Heere nach Bayern, angeblich, um die Treue des Herzogs zu testen, faktisch aber, um ihn militärisch auszuschalten.
  • Erzbischof Turpin (Reims, 748–794)
  • bisher Bischof, nun Erzbischof Angilram (Metz, 787–791)
    Spätestens seit 787 trägt er, ähnlich wie einst Chrodegang, den persönlichen Titel eines Erzbischofs. Dieser Titel erhöht sein Prestige, ohne dass Metz tatsächlich Sitz einer eigenen Kirchenprovinz wird.
  • Bischof Agilfried (Lüttich, 769–787)
    Am 13. Dezember 787 endet das Leben Agilfrids als Bischof von Lüttich. Er stirbt in seinem Amt, nachdem er seit 769 die Diözese geleitet hat. Nach seinem Tod folgt ihm Gerobald als neuer Bischof von Lüttich nach. Agilfrid hinterlässt das Bild eines angesehenen fränkischen Bischofs, der sowohl an Klosterreformen als auch an der Reichspolitik und der Missionstätigkeit beteiligt ist.
  • Bischof Gerobald (Lüttich, 787-809)
    Karl der Große setzt Gerbald auf den Bischofsstuhl der Lütticher Diözese ein. Er tritt damit die Nachfolge des verstorbenen Bischofs Agilfried an. Wie schon sein Vorgänger gehört Gerbald zu den Beratern des fränkischen Monarchen.
  • Bischof Willehad (Bremen, 787-789)
    Am 13. Juli wird Willehad in Worms in Anwesenheit Karls des Großen zum Bischof geweiht und erhält die Zuständigkeit für die Gauen Wigmodi, Laras, Riustri, Asterga, Nordendi und Wanga im Bereich der unteren Weser und der Küsten zwischen Weser- und Emsmündung. Mit dieser Weihe wird sein Missionsgebiet in eine geordnete Diözese überführt, und seine Stellung wandelt sich vom reisenden Missionar zum Bischof mit definierter kirchlicher Jurisdiktion.
  • Liudger
    Karl der Große ernennt den Priester Liudger zum Missionsleiter für das mittlere Friesland und überträgt ihm Leitung und Besitz des Petrusklosters zu Lothusa (Leuze).
  • Bischof Hildebold (Köln, 787-795)
    Hildebold wird auf Wunsch Karls des Großen Bischof von Köln und beginnt sein Wirken als Leitfigur der Kölner Kirche. Er folgt der Berufung des Königs und übernimmt damit die Verantwortung für das Bistum Köln. Gleichzeitig tritt er in eine enge Beziehung zu Karl dem Großen ein, die sein weiteres Leben prägt. Er gehört von Anfang an zu den bedeutenden Beratern des Königs und nimmt Einfluss auf kirchliche und politische Entscheidungen.
  • Erzbischof Richulf (Mainz, 787–813)
    Richulf entstammt einer fränkischen Adelsfamilie aus der Wetterau und gehört als Schüler Alkuins zum engen Kreis des Hofklerus und des Reichsepiskopats um Karl den Großen. Er und sein Bruder Rutekar stiften Besitzungen in Rödelheim an das Kloster Fulda. Der spätere Erzbischof Otgar von Mainz ist sein Neffe. Noch vor seiner Erhebung zum Erzbischof erfüllt Richulf diplomatische Aufträge für Karl den Großen. Im Jahr 781 reist er als Königsbote Karls des Großen zu Herzog Tassilo III. von Bayern und begleitet im selben Jahr Karl den Großen auf dessen Reise nach Rom. Um 800 begleitet er Papst Leo III. von Paderborn nach Rom. Am 4. März 787 erhält Richulf im Fritzlarer Dom die Bischofsweihe zum Erzbischof von Mainz. Der Fritzlarer Dom ist der Ort, an dem sein Vorvorgänger Bonifatius wirkt und mit dem Fällen der Donareiche sein Missionswerk beginnt. Von 787 an ist Richulf Erzbischof von Mainz und bleibt dies bis zu seinem Tod.
  • Bischof Wiomad (Trier, 762-791)
  • Bischof Berowelf (Würzburg, 769–794)
  • Abt Baugulf (Fulda, 779–802)
  • Bischof Egino (Konstanz, 782–811)
  • Abt Waldo von Reichenau (Reichenau 786–806)
  • Fortsetzung 788

Aquitanien

Grafschaft Toulouse

  • Graf Chorso (778–790)
    Um das Jahr 787 gerät Chorso in die Gefangenschaft der Vasconen, die seit der Niederlage Karls des Großen bei Roncesvalles auf aquitanisches Gebiet vorgedrungen sind. Er wird gezwungen, mit dem baskischen Dux Adelericus eine Allianz einzugehen.
  • Fortsetzung 789

​ Herzogtum Baiern

  • Herzog Tassilo III. (748–788)
    Zwischen Karl dem Großen und Tassilo kommt es zu einer ersten Konfrontation. Karl wirft Tassilo dessen gegen das Frankenreich gerichtete Bündnis mit den Langobarden in Benevent vor, woraufhin Karl auf einer Reichsversammlung in Worms einen Feldzug organisiert und drei Heere an den bairischen Grenzen aufmarschieren lässt. Daraufhin verliert Tassilo die Unterstützung des eigenen Adels und Klerus, unterwirft sich und wird erneut mit dem Herzogtum belehnt.
  • Bischof Simpert (Regensburg, 768–791)
  • Bischof Willibald (Eichstätt, 741–787)
    Am 7. Juli 787 oder 788 stirbt Willibald hochbetagt in Eichstätt und wird im Chor seines Domes bestattet.
  • Bischof Gerhoh (Eichstätt, 787–806)
    Gerhoh ist Willibalds Taufkind und stammt aus einer führenden Schicht des Frankenreiches. Er ist vermutlich mit Gerold II., dem Schwager Karls des Großen, verwandt. Willibald hat vermutlich schon vor seinem Tod dafür gesorgt, dass Gerhoh als sein Nachfolger zum Bischof von Eichstätt bestimmt wird. Gerhoh wird in diesem Jahr Bischof von Eichstätt. Schon bald nach seinem Amtsantritt wandelt Gerhoh das Benediktinerkloster Heidenheim in ein Chorherrenstift um. Die Säkularkanoniker erhalten nur einen Teil der Güter des bisherigen Klosters. Den anderen Teil lässt Gerhoh zugunsten des Bistums über einen Meierhof bewirtschaften. In diese Zeit fällt auch die Gründung des Klosters Herrieden.
  • Bischof Atto (Freising, 783/784–810/811)
  • Bischof Waldrich (Passau, 777–804)
  • Bischof Simpert (Augsburg, 778–807)
  • Bischof Arn von (Salzburg 785–798)
    Arn reist nach Rom zu Papst Hadrian I. und versucht dort, zugunsten Herzog Tassilos zu vermitteln.
  • Fortsetzung 788

Herzogzum Mailand

Herzogtum Treviso

Herzogtum Friaul

  • Unroch I. wird Herzog von Friaul; er ist Nachfolger des Marcarius; über beide Herzöge sind keine Wikipedia-Artikel vorhanden (selbst in der italienischen Wikipedia nicht)

Herzogtum Spoleto

Herzogtum Benevent

  • Herzog Arichis II. (758–787)
    Nach 780 verschärft sich die politische Lage in Italien durch die fränkisch‑byzantinische Annäherung, sodass Arichis II. eine vorsichtige Politik gegenüber Papst Hadrian I. und Karl dem Großen betreibt. Er lässt in Salerno einen Palast errichten und verstärkt die Befestigungen der Stadt, um dort einen stark gesicherten Zweitsitz beziehungsweise Rückzugsort zu haben, der näher an der Küste und der byzantinischen Einflusssphäre liegt. Um 787 greift er das byzantinische Kastell Amalfi an, zieht sich jedoch zurück, als Hilfstruppen aus Neapel eintreffen, und schließt Frieden, womit er zeigt, dass er zwar offensiv agiert, aber direkte Konfrontationen mit der byzantinisch‑neapolitanischen Allianz meidet. Im Jahr 787 entsendet Arichis II. seinen Sohn Romuald mit Geschenken zu Karl den Großen, der sich in Rom aufhält, um seine Bündnistreue zu den Franken zu bekräftigen und eine Eskalation zu verhindern. Karl nimmt jedoch Romuald, wahrscheinlich auf Betreiben Papst Hadrians I., als Geisel, marschiert mit seinem Heer nach Süden und zieht nach Capua in das Gebiet von Benevent, während sich Arichis II. in das stark befestigte Salerno zurückzieht. Unter diesem Druck schickt Arichis seinen Sohn Grimoald zu Karl dem Großen und handelt einen Friedensvertrag aus, der einen persönlichen Treueid und einen jährlichen Tribut von 7000 solidi vorsieht und außerdem die Abtretung der Städte Arce, Aquino, Arpino, Sora, Teano und Capua an den Kirchenstaat verlangt, um einen Korridor zwischen Rom und Neapel zu schaffen. Grimoald III. folgt als Geisel seines Vaters Karl dem Großen ins Frankenreich, während Romuald freigelassen wird und damit in Benevent verbleiben kann. Inzwischen endet die fränkisch‑byzantinische Allianz, und Arichis II. nutzt die neue Lage, indem er die vereinbarte Abtretung der Städte an den Papst nicht ausführt und stattdessen offenbar ein Bündnis mit Byzanz und seinem im Exil lebenden Schwager Adelchis anstrebt. Auf diese Weise versucht er, zwischen den Großmächten zu manövrieren und die territoriale Integrität seines Fürstentums zu bewahren, obwohl sein Sohn weiterhin als Geisel im Frankenreich festgehalten wird. Am 26. August 787 stirbt Arichis II. in Salerno, kurz bevor eine Gesandtschaft der Kaiserin Irene eintrifft, die ihm den Titel eines Patrikios verleihen soll, was seine Stellung im byzantinischen Herrschaftsverständnis zusätzlich erhöht hätte. Er wird in der Kathedrale von Salerno bestattet, was die Bedeutung dieser Stadt als zweitem Machtzentrum bestätigt. Solange Karl der Große zögert, Grimoald III. aus der fränkischen Geiselhaft nach Benevent zu entlassen, übernimmt Adelperga für einige Monate die Regentschaft, bis Grimoald III. schließlich als Herzog von Benevent und Salerno nachfolgt und die von Arichis II. geschaffene prinzliche Herrschaft fortsetzt.
  • Karl der Große besucht das Kloster Monte Cassino. Er wird von Paulus Diaconus begleitet, der sich in das Kloster zurückzieht.
  • Fortsetzung 788

SPANIEN

Königreich Asturien

KIRCHENSTAAT

  • Papst Hadrian I. (772–795)
    Hadrian führt militärische Unternehmungen zur Sicherung und Ausweitung des Kirchenstaates. Seine Truppen erobern Terracina, das zuvor zum byzantinischen Dukat Neapel gehört, wodurch sich der Papst erstmals aktiv in einen offensiven Krieg um territoriale Gewinne begibt. Dieser Angriffskrieg markiert einen Wendepunkt, denn die päpstliche Macht tritt nun nicht nur defensiv, sondern auch offensiv als territorialer Akteur auf. Hadrian festigt mit der Einnahme Terracinas die Position des Kirchenstaates im Süden und unterstreicht seinen Anspruch, eigenständig über die Grenzen des päpstlichen Territoriums zu bestimmen.
    Das Sabinerland und der Süden Tusziens werden Teil des Kirchenstaates.
  • Fortsetzung 788

REPUBLIK VENEDIG

  • Doge Maurizio Galbaio (764–797)
    Nach langer Regierungszeit stirbt Maurizio eines natürlichen Todes, anders als mehrere seiner Vorgänger. Die moderne Forschung datiert seinen Tod auf das Jahr 797, während die venezianische Tradition lange 787 als Ende seiner Herrschaft angibt. Er hinterlässt zwei Töchter, Agata und Suria, und seinen Sohn und Mitdogen Johannes, der ihm im Dogenamt folgt und die durch Maurizio geschaffene Machtkonstellation weiterführt.
  • Doge Johannes Galbaio (787–803)
    Giovanni Galbaio gilt nach venezianischer historiographischer Tradition als 8. Doge der Republik Venedig und zugleich als erster Mitdoge, weil sein Vater ihn eingesetzt hat und er nicht von der Volksversammlung gewählt wird. In zeitnahen Quellen heißt er Johannes. Der Name der Mutter von Johannes ist unbekannt, doch er hat wahrscheinlich zwei Schwestern mit den Namen Agata und Suria. Sein Vater stattet ihn mit einflussreichen, auch militärischen Positionen aus, in deren Rahmen Johannes gegen die Langobarden kämpft, die seit 770 Istrien bedrohen. Nach dem Tod seines Vaters regiert Johannes nach der traditionellen Auffassung von 787 bis 803 als alleiniger Doge. In den Jahren 787/788 erobern die Franken das benachbarte Istrien, also jenes Gebiet, das Johannes knapp zwei Jahrzehnte zuvor im Zusammenhang mit dem Besetzungsversuch der Langobarden militärisch zu verteidigen versucht. Die fränkische Eroberung verstärkt den Druck auf das Dukat Venedig, da nun eine neue, aggressive Macht in Oberitalien auftritt, die mit dem Papst verbündet ist.
  • Fortsetzung 788

SÜDSLAWEN

Kroatien

ERSTES BULGARISCHES REICH

BYZANTINISCHES REICH

  • Regentin Irene (780-790)
  • Zweites Konzil von Nicäa
    0924D: Irene beruft das Zweite Konzil von Nicäa in der Stadt Nicäa (später İznik in der Türkei, südöstlich von Konstantinopel) ein; das Konzil wird von vielen Kirchen als siebtes ökumenisches Konzil gezählt. Der Tag der Eröffnung ist der 24. September, der Ort ist die Hagia Sophia von Nicäa, und als Präsident fungiert Patriarch Tarasios; rund 350 Mitglieder nehmen teil, von denen 308 Bischöfe oder deren Vertreter die Akten unterzeichnen.
    Zusammensetzung der Versammlung: Zu Beginn der Versammlung liegt nach üblicher Praxis ein Evangeliar offen auf dem Altar, um anzuzeigen, dass Wort Gottes und Heiliger Geist die eigentlichen Leiter des Konzils sind. Die beiden kaiserlichen Vertreter, Pétronas, Graf des Opsikion, und der Ostiarier Johannes, Logothete des Militärwesens, sitzen vor dem Ambo; der Patriarch von Konstantinopel, Tarasios, führt faktisch den Vorsitz. Die Zahl der Teilnehmer ist bewusst sehr hoch, um das ikonoklastische Konzil von Hiereia, das 338 Bischöfe versammelte, in der Autorität zu übertreffen; in Nicäa ergeben die wechselnden Unterschriftenlisten insgesamt 365 Bischöfe. Von diesen kommen nur 37 aus Europa, darunter ein starker Anteil aus Sizilien, während die Mehrheit aus Kleinasien stammt; Papst Hadrian I. ist durch zwei Legaten namens Petrus vertreten, den Archipresbyter der Basilika St. Peter in Rom und den Abt des wichtigsten griechischen Klosters der Stadt. Die östlichen Patriarchen können wegen des Krieges zwischen dem Byzantinischen Reich und dem muslimischen Kalifat weder persönlich erscheinen noch sich regulär vertreten lassen; an ihrer Stelle fungieren zwei palästinische Nichtbischöfe als sogenannte „Stellvertreter“: der Priester Johannes von Jerusalem für Jerusalem und Antiochia sowie der Hegumen Thomas für Alexandrien. Zusätzlich sind 132 Mönche anwesend, von denen – unter den identifizierbaren – mindestens 25 aus Bithynien, 18 aus Konstantinopel und 19 aus dem übrigen Kleinasien und den Inseln der Ägäis stammen; aus Europa ist kein Mönch sicher nachweisbar. Kaiserliche Beamte sorgen für den geordneten Ablauf, insbesondere der spätere Patriarch Nikophoros, damals noch Laie und als „kaiserlicher Kommissar“ beim Konzil eingesetzt, der vor der ersten Sitzung den greisen, nunmehr reuigen ikonoklastischen Bischof Gregor von Neokäsarea, den letzten Überlebenden des Konzils von Hiereia, an den Tagungsort holen soll. Ein weiterer wichtiger Laienbeamter ist der Patrizier Niketas, ein Vetter der Kaiserin Irene, der ebenfalls maßgeblich in die Vorgänge eingebunden ist.
    24. September – Erste Sitzung: Nach ihrem Eintritt in die Versammlung legen drei ikonoklastische Bischöfe eine Selbstkritik ab und verlesen ein Glaubensbekenntnis, in dem sie Reliquien und Heilige verehren und die Bilder Jesu Christi anerkennen. Gemäss der englischen Wikipedia wird zudem erörtert, ob Bischöfe, die unter ikonoklastischer Herrschaft die Bilderfeindschaft akzeptiert haben, im Amt bleiben dürfen.
    26. September – Zweite Sitzung: Zweck der zweiten Sitzung ist die Verlesung des Schreibens sowie der Maßgaben von Papst Hadrian I.; die päpstlichen Legaten legen den Text vor und lassen ihn von der Versammlung bestätigen. Gemäss der englischen Wikipedia werden die Briefe Hadrians I. in griechischer Übersetzung vorgelesen, in denen der Papst die Verehrung der Bilder gutheißt, aber das byzantinische Eindringen in päpstliche Rechte scharf kritisiert; auf Drängen der Legaten erklären die Bischöfe: „Wir folgen, wir nehmen an, wir erkennen an.“
    28. September – Dritte Sitzung: Die dritte Sitzung widmet sich der Versöhnung des alten Bischofs Gregor von Neokäsarea, des letzten Überlebenden des Konzils von Hiereia; seine Wiederaufnahme wird mit dem Auftreten der beiden „Stellvertreter“ der orientalischen Patriarchen verbunden. Damit erhält das Konzil die Möglichkeit, seinen ökumenischen Charakter feierlich zu proklamieren; zugleich treten nach der englischen Fassung die vermeintlichen Vertreter der orientalischen Patriarchate mit ihren Beglaubigungsschreiben auf, aus denen hervorgeht, dass ihre Patriarchen sie tatsächlich nicht selbst bestellt haben.
    1. Oktober – Vierte Sitzung: In der vierten Sitzung wird in der Linie der kirchlichen Tradition dargelegt, dass die Bilder zu achten sind, weil durch sie Wunder Gottes – etwa Heilungen und Bekehrungen – geschehen. Die Ikone wird als eine der von den Vätern an die Kirche überlieferten Traditionen bezeichnet, die die Bischöfe treu zu bewahren haben; die in Hiereia verwendeten Zitatstellen werden ausdrücklich verworfen und in der englischen Fassung durch Schriftbelege aus Exodus, Numeri, Hebräerbrief, Ezechiel und Genesis sowie vor allem durch Zeugnisse der Kirchenväter und der Hagiographie ergänzt.
    4. Oktober – Fünfte Sitzung: Patriarch Tarasios erklärt in der fünften Sitzung Ursprung und Inspiration des Ikonoklasmus; er stellt heraus, daß die Bilderstürmer nicht wirklich christlich gesinnt sind und als Häretiker gelten müssen. Gemäss der englischen Wikipedia wird dazu ein weiteres Florilegium verlesen, das zeigen soll, dass der Ikonoklasmus seinen Ursprung bei Heiden, Juden, Muslimen und verschiedenen Häretikern hat.
    6./7. Oktober – Sechste Sitzung: In der sechsten Sitzung, die in der englischen Wikipedia auf den 7. Oktober datiert ist, wird der „horos“ des Konzils von Hiereia zeilenweise vorgetragen und ausführlich widerlegt. Die Versammlung fragt, ob Christus in einem Bild dargestellt werden kann, und bekräftigt, dass die Kirche Christus in menschlicher Gestalt malt, ohne damit seine Einheit zu teilen oder eine „vierte Person“ in der Trinität zu schaffen; zugleich wird die Definition des pseudo-siebten Konzils von 754 verlesen und ausführlich zurückgewiesen.
    13. Oktober – Siebte Sitzung: In der siebten Sitzung kommt der endgültige „horos“ des Konzils zur Verlesung; dieses Glaubensbekenntnis wiederholt das Nicäno-Konstantinopolitanische Symbol. Es erinnert daran, dass Christus seiner Kirche Beistand verheißen hat, und dass dieser Beistand von den Aposteln bis zu den heutigen Gläubigen reicht; die Verantwortung der Bischöfe wird klar herausgestellt, während „schlechte Hirten“, die das Heilige und das Profane nicht unterscheiden, nur dämonische Götzen in den Bildern Christi und der Heiligen erkennen. Das Konzil legt eine Glaubenserklärung zur Verehrung heiliger Bilder ab, in der präzisiert wird, dass die ehrende Verehrung (timētikē proskynēsis) Bildern zukommt, während wirkliche Anbetung (alēthinē latreia) allein dem göttlichen Wesen gilt und die Bilder als „Fenster“ verstanden werden, durch die der Betende die himmlische Person erfasst, ohne die Gottheit selbst im Bilde darzustellen.
    23. Oktober – „Achte Sitzung“: Für den 23. Oktober berichtet die französische Wikipedia von einer achten Sitzung, bei der die kaiserliche Autorität, die bisher den Sitzungen fernbleibt, durch Kaiserin Irene selbst repräsentiert wird; sie lädt die Väter nach Konstantinopel in den Magnaura‑Palast zu einer letzten Feier ein und legt ein Datum fest, an dem sie die Wiederherstellung der heiligen Bilder feiern kann. Die englische Wikipedia bezeichnet diese sogenannte achte Sitzung in Konstantinopel jedoch als spät‑neunhundertjährige Fälschung, deren Zweck darin besteht, die Rolle der Kaiser bei diesem ökumenischen Konzil nachträglich dem Vorbild früherer Konzilien anzupassen.
    Konzilsbeschlüsse in kanonischer Form nach Abschluss: Nach Abschluss der Beratungen werden in Konstantinopel zweiundzwanzig Kanonbestimmungen ausgearbeitet, die eine kirchliche Reform anstreben; sie verlangen die sorgfältige Bewahrung der früheren Konzilsordnungen, Schriftkenntnis des Klerus und Sorge für christliche Lebensführung und regen so eine Erneuerung kirchlichen Lebens an. Der Beschluss, dass jeder Altar eine Reliquie enthalten muss, bleibt in der katholischen und orthodoxen Kirche bis in die Redaktionszeit dieser Chronik gültig; außerdem erlässt das Konzil eine Reihe disziplinarer Normen, besonders für Mönche im Umgang mit Frauen. Zu den dogmatischen Teilen der Beschlüsse gehören Regelungen über die Bischofswahl sowie die ausdrückliche Verurteilung des ikonoklastischen Konzils von Hiereia von 754 als ungültige „Pseudosynode“; im Bilderstreit fordert und erlaubt das Konzil die Verehrung, nicht aber die Anbetung von Ikonen und schließt sich dabei im Wesentlichen der Argumentation des Johannes von Damaskus an. Disziplinarisch wendet sich das Konzil gegen Simonie, übermäßigen Kleiderluxus und Geldgier höherer Kleriker, gegen Kirchweihen ohne Reliquien, gegen die Duldung getaufter Juden, die in alten Bräuchen verharren, gegen Mehrfachinkardination von Klerikern, gegen die Gründung von Kirchen ohne finanzielle Grundlage sowie gegen skandalträchtige Gemeinschaften von Ordensfrauen und Ordensmännern, insbesondere Doppelklöster. Zugunsten klarer Strukturen fordert es jährliche Bischofskonferenzen auf Ebene der Kirchenprovinzen, die Einsetzung kirchlicher Finanzverwalter und die Weihe von Lektoren durch Handauflegung durch einen (Weih‑)Bischof.
  • Kaiser Konstantin VI. (780–797)
    Mit sechzehn Jahren unterzeichnet Konstantin die Beschlüsse des Zweiten Konzils von Nicäa, zeigt jedoch offenbar ikonoklastische Sympathien.
    Die Verlobung zwischen Rotrud, einer Tochter Karls des Großen, und dem jungen byzantinischen Kaiser Konstantin VI. wird gelöst.
  • Patriarch Johannes (Grado, 766–802)
  • Patriarch Tarasios (Konstantinopel, 784–806)
    Im Rahmen seiner Bemühungen um bessere Beziehungen zu Rom bewegt er Irene dazu, Papst Hadrian I. einzuladen, Gesandte zu einem neuen Konzil nach Konstantinopel zu schicken, das die Häresie verurteilen soll; nach einem gescheiterten Auftakt 786 in der Apostelkirche kommt das Konzil 787 in Nikaia erneut zusammen (siehe oben).
  • Fortsetzung 788

IBERIEN

ARABER

(170/171 - 21./22. Juni)

Abbasiden

  • Kalif Hārūn ar-Raschīd (786-809)
    Hārūn ar-Raschīd erkennt die faktische Unabhängigkeit der Rustamiden in Algerien an und gesteht damit eine erste Lockerung der zentralen Kontrolle in den Randgebieten des Reiches zu. In den folgenden Jahren setzen sich innerdynastische Verflechtungen fort, und Harun lebt mit mehreren Frauen und Konkubinen, deren Kinder seine Nachfolge und Familienpolitik prägen. 789 stirbt seine Frau Ghadir, auch Amat al-ʿAziz genannt, die zuvor Konkubine seines Bruders al-Hadi gewesen war und mit Harun den Sohn ʿAli hat. Etwa 789–790 stirbt zudem seine früheste bekannte Konkubine Hailanah, die zuvor Sklavin Yahyā ibn Chālids gewesen war und die Harun als Prinz auf dessen Bitten hin von Yahyā erhalten hatte; Harun trauert tief um sie.
  • Imam der Ismailiten: Muhammad ibn Isma'il (775-813)
  • Imam der Zwölferschiiten: Mūsā al-Kāzim (765–799)
  • Patriarch Elias II. (Jerusalem, 770–797)
    In Nicäa tagt das 7. Ökumenische Konzil, das die Bilderverehrung in der Kirche bestätigt. Für die Patriarchate von Alexandria, Antiochia und Jerusalem unterzeichnen nicht die Patriarchen selbst, sondern Bevollmächtigte: ein Priester namens Johannes und Thomas, der Abt des Klosters des heiligen Arsenius, unterschreiben im Namen dieser orientalischen Patriarchate. Dadurch zeigt sich, dass auch Elias II. als Patriarch von Jerusalem in die Entscheidungen des Konzils eingebunden ist, wenn auch nur durch Vertreter. (Details zum Konzil siehe unter BYZANTINISCHES REICH)
  • Papst und Patriarch Johannes IV. (Alexandria, 777–799)
  • Griechisch-orthodoxer Patriarch Politianos (768–813)
  • Fortsetzung 789

Tahert

Emirat Noukour

Emirat von Córdoba

CHASAREN

UIGURISCHES KAGANAT

  • Kagan Tun Baga Tarkhan (780–789)
    Am 2. Oktober sendet Tun Baga Tarkhan einen Gesandten nach Tang‑China, um ein Heiratsbündnis zu erbitten, stößt jedoch zunächst auf die Ablehnung Kaiser Dezongs, der die Uiguren seit den Taten Bögü Qaghans im Jahr 762 hasst. Erst nach wiederholten Bitten und Analysen Li Bis, der sowohl mit Tun Baga als auch mit Inanchu Bilge befreundet ist und Zusagen Tun Baga Tarkhans zur formalen Unterwerfung unter die Tang erwirkt, stimmt Kaiser Dezong der Allianz zu.
  • Fortsetzung 788

INDIEN

Pratihara

Chauhan-Dynastie

Östliche Chalukya

Rashtrakuta

Westliche Ganga-Dynastie

Pallava

Anuradhapura

  • König Aggabodhi VII. (781-787)
    Im sechsten Jahr seiner Herrschaft stirbt König Aggabodhi VII. Sein Neffe Mahinda II., der Sohn Silameghas, folgt ihm als König von Anuradhapura.
  • König Mahinda II. (787-807)
    Mahinda II. ist Sohn des Königs Silamegha Aggabodhi VI und hat bereits eine militärische Laufbahn hinter sich; unter der Herrschaft seines Vaters diente er als General des Heeres. Nach dem Tod von König Aggabodhi in Polonnaruwa hält er sich mit seinen Truppen in Mahatittha, dem Hafen von Mantotta im Norden der Insel, auf und marschiert von dort in die Hauptstadt Anuradhapura, wo er Unordnung vorfindet. Er findet dort vor, dass die Häuptlinge und Adligen beschlossen haben, die Macht des Staates zu bewahren, und er beginnt, als Unterkönig die Insel zu verwalten, nachdem er die verwitwete Königin Sangha getröstet und ihr zugesichert hat, dass sie regiert und er in ihrem Namen herrscht. Als Unterkönig Mahinda verweigern ihm die Häuptlinge und Grundbesitzer der nördlichen Regionen die fälligen Abgaben; er greift sie an und unterwirft sie. Von einigen dieser Häuptlinge aufgestachelt, lässt sich Königin Sangha zu dem Versuch provozieren, den Unterkönig Mahinda zu ermorden; Mahinda schlägt die Truppen der Königin, nimmt sie gefangen und krönt sich selbst zum König Mahinda II. Gegen seinen Anspruch auf den Thron erhebt sich sein Vetter Dappula, der über großen Reichtum und erhebliche militärische Kräfte verfügt und im Süden in Ruhunu das Banner der Rebellion erhebt; er rückt von dort aus vor, gelangt bis zum Stausee Kala Wewa (Kalawapi) und weiter nach Sanghagama, wo sich seine Truppen mit denen Mahindas II. treffen. In einer harten Schlacht erringt Mahinda II. den Sieg und schlägt Dappula und dessen Truppen, kann den Erfolg aber nicht ausnutzen, weil ihn die Nachricht erreicht, dass die Häuptlinge des Nordens in seiner Abwesenheit die Hauptstadt Anuradhapura an sich reißen. Mahinda II bricht deshalb die Verfolgung Dappulas ab, zieht in den Norden, liefert sich dort über eine gewisse Zeit hinweg fortgesetzte Kämpfe mit den aufständischen Häuptlingen und erobert die Region und Anuradhapura erneut, sodass er nach der Unterwerfung dieser Gebiete für einige Jahre ohne Opposition herrscht.
  • Fortsetzung 788

TIBET

CHINA

(58./59. Zyklus - Jahr des Feuer-Hasen; am Beginn des Jahres Feuer-Tiger)

Tang-Dynastie

  • Kaiser Tang Dezong (779–805)
    Dezong ruft den General Li Sheng von Fengxiang nach Chang’an zurück, beruft ihn zum Kanzler und nimmt ihm das Militärkommando. Shang bietet über Ma Sui einen Friedensvertrag an; Dezong glaubt an seine Aufrichtigkeit, missachtet Li Shengs Warnungen und stimmt zu. Auf Shangs Wunsch schickt er Hun Jian zur Vertragsunterzeichnung; am 8. Juli gerät Hun in einen Hinterhalt, entgeht aber dank des Eingreifens von Luo Yuanguang und Han Yougui der Gefangennahme. Ma Sui, der den Frieden eingefädelt hat, wird zur Verantwortung gezogen, nach Chang’an beordert und seines Kommandos in Hedong enthoben. Nach diesem Debakel holt Dezong Li Mi aus der Provinz zurück und macht ihn zum Kanzler, der bald de facto alleiniger Regierungschef wird. Auf Li Mis Rat hin ermuntert der Hof Soldaten, sich in den Grenzgebieten zu Tibet anzusiedeln, und verspricht ihnen Land sowie Saatgut, um das Grenzland neu zu bevölkern und zu sichern. Li Mi plädiert außerdem für ein Heiratsbündnis mit dem Huige‑Herrscher Yaoluoge Dunmohe, was Dezong wegen seines alten Hasses zunächst ablehnt, dann aber auf Zustimmung von Li Sheng und Ma Sui doch akzeptiert. Da Huige inzwischen gegen Tibet kämpft und der Vasall Nanzhao sich von Tibets Feldzügen distanziert, ebbt der tibetische Druck ab und Tang‑Generäle erzielen wieder Erfolge. Inzwischen fordert Dezong regelmäßig Tribute von den Militärgouverneuren für seine private Schatzkammer. Li Mi versucht, diesen Schatzhunger zu zügeln, indem er eine feste Jahresdotation für den Kaiser einführt, die Dezong zunächst akzeptiert. Gleichwohl verlangt er weiter geheime Tribute und befiehlt den Gouverneuren, Li Mi nicht zu informieren; als Li Mi es dennoch erfährt, verfällt er in Resignation und wagt keine erneute Kritik.
  • Fortsetzung 789

KOREA

Silla

Balhae

JAPAN

QUELLEN

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21.08.2021 Artikel eröffnet

22.09.2023 Grundstock erstellt

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