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RÖMISCHE REPUBLIK

(ab urbe condita DXLII = 542)

  • Konsul Appius Claudius Pulcher
    Appius Claudius Pulcher wird ein einziges Mal zum Konsul gewählt. Er teilt sich das höchste Amt der Republik mit Quintus Fulvius Flaccus, mit dem zusammen er den Auftrag erhält, die wichtige, zu Hannibal übergelaufene Stadt Capua zu belagern. Die Kämpfe um Capua ziehen sich hin, doch die Konsuln halten den Druck aufrecht und schwächen damit einen der wichtigsten Verbündeten Hannibals in Italien.
  • Konsul Quintus Fulvius Flaccus (3. Amtszeit)
    Quintus Fulvius Flaccus übernimmt zum dritten Mal das Konsulat, nun gemeinsam mit Appius Claudius Pulcher, inmitten der heißen Phase des Zweiten Punischen Krieges. Er erhält das Kommando in Kampanien und stößt bei Benevent auf ein karthagisches Heer unter Hanno, dem Sohn des Bomilkar. Hanno hat dort ein großes Lager eingerichtet und lagert mit einem bedeutenden Tross, während der Nachschubverkehr im Stadtgebiet von Benevent Unordnung verursacht. Flaccus führt sein Heer heimlich in die Nähe der Stadt, erkennt die Unübersichtlichkeit im feindlichen Lager und greift ohne Verzögerung an. In der folgenden Schlacht nimmt er das Lager Hannos, schlägt dessen Truppen, erbeutet große Vorräte und hebt so die Moral der Römer in einer kritischen Phase des Krieges deutlich.
  • Die neu gewählten Konsuln befehlen den vorjährigen Konsul Tiberius Sempronius Gracchus, mit seiner Kavallerie und leichten Infanterie von Lukanien nach Beneventum zu marschieren. Auf diesem Zug gerät er in einen Hinterhalt, den sein früherer Gastfreund Flavus vorbereitet. Nachdem Hannibal Tarent eingenommen hat, ist Flavus als Anführer eines Bundes lukanischer Stämme von den Römern zu den Karthagern übergelaufen und möchte mit der Beseitigung des Gracchus seine entschlossene Parteinahme für Hannibal beweisen. Eine punische Armee unter dem samnitischen Feldherrn Mago wartet an einem verabredeten Ort auf den von Flavus mit falschen Angaben dorthin gelockten Gracchus. Trotz heftiger Gegenwehr fällt Gracchus dort mit seiner kleinen Eskorte vermutlich bei den sogenannten Campi Veteres (Alte Felder) in Lukanien. Mago lässt den Leichnam zu Hannibal bringen, der ihm eine ehrenvolle Feuerbestattung gewährt. Diese Darstellung des Todes von Gracchus gilt nach antiker und moderner Forschung als die wahrscheinlichste Fassung. Sie geht wohl bereits auf den Historiker Polybios zurück, wird von Titus Livius als ausführlich geschilderte Hauptversion erzählt und auch bei anderen, von Livius unabhängigen Autoren überliefert. Viele heutige Forscher halten sie zumindest im Kern für zutreffend. Eine zweite, bei Livius überlieferte Variante, weicht völlig von der vorherigen ab und gilt als sehr unwahrscheinlich. Danach badet Gracchus mit wenigen Gefährten im Fluss Calor bei Beneventum, wird plötzlich angegriffen und getötet, und sein abgetrenntes Haupt wird zu Hannibal gebracht, der es wiederum den Römern zur feierlichen Bestattung übergibt. Die dritte von Livius angeführte Möglichkeit stimmt vermutlich in Ort und Begräbnis mit der Hauptversion überein, fügt aber ein unheilvolles Prodigium hinzu. Während eines regulären Opferakts erscheinen zwei Schlangen und fressen die Leber des Opfertiers; auf Rat der Auguren will Gracchus dieses böse Vorzeichen an einem etwas außerhalb des Lagers gelegenen Ort sühnen. Dort trifft ihn dann ein Angriff von Numidiern, bei dem er den Tod findet. Da der Volkstribun Tiberius Sempronius Gracchus nach der von Lucius Coelius Antipater überlieferten Erzählung seines Sohnes Gaius Sempronius Gracchus ein ähnliches Prodigium vor seinem Tod erlebt haben soll, dürfte diese dritte Version letztlich auf eine Tradition der Gracchenfamilie zurückgehen. Vielleicht verbindet Coelius Antipater diese Familienüberlieferung später mit der verbreiteten Hauptversion vom Hinterhalt des Flavus.
  • Die ehemaligen Konsuln Titus Manlius Torquatus und Quintus Fulvius Flaccus kandidieren erfolglos für das Amt des Pontifex Maximus und unterliegen Publius Licinius Crassus Dives, der jünger und im Rang niedriger steht.
  • Zweiter Punischer Krieg (218-201)
    Eroberung von Syrakus: Die römischen Truppen unter Marcus Claudius Marcellus nehmen nach langer Belagerung die griechische Stadt Syrakus auf Sizilien ein. Dabei wird auch der berühmte Mathematiker und Erfinder Archimedes getötet
    Erste Schlacht von Tarentum
    Hannibal gelingt es, die wichtige süditalienische Hafenstadt Tarent einzunehmen. Die Zitadelle bleibt jedoch weiterhin in römischer Hand
    Erste Schlacht von Capua
    Hannibal siegt gegen die Römer in der Ersten Schlacht von Capua. Die Römer belagerten daraufhin Capua, eine der wichtigsten Verbündeten Hannibals in Italien. Um Capua zu entsetzen, führt Hannibal einen Scheinangriff auf Rom durch („Hannibal ad portas“), der jedoch scheitert. Capua fällt letztlich an die Römer
    Zweite Schlacht von Beneventum
    Erste Schlacht am Silarus
    Erste Schlacht von Herdonia
    In Süditalien finden weitere Gefechte statt, darunter die Erste Schlacht am Silarus und die Erste Schlacht von Herdonia, bei denen Hannibal weitere römische Truppen schlägt.
    Der ostnumidische König Massinissa und der karthagische Feldherr Hasdrubal verstärken mit ihren Truppen das karthagische Heer auf der Iberischen Halbinsel, das unter dem Befehl von Hasdrubal Barkas gegen die Römer kämpft.
  • Fortsetzung 211

ILLYRER

GRIECHEN

(4. Jahr der 141. / 1. Jahr der 142. Olympiade)

Syrakus

  • Tyrann Epicydes (214-212)
    Frühjahr: Während eines Festes zu Ehren der Artemis gelingt es den Römern, die Stadtmauern zu überwinden und Syrakus einzunehmen. Archimedes wird bei der Eroberung getötet. Epicydes flieht nach Agrigent und entkommt so den Römern. Nach 212 wird Syrakus römische Provinzhauptstadt. Epicydes bleibt nach seiner Flucht politisch bedeutungslos und verschwindet aus den Quellen.
  • Fortsetzung unter RÖMISCHE REPUBLIK

Makedonien

Sparta

Bosporanisches Reich

Pergamon

Pontos

Bithynien

Kappadokien

Seleukidenreich

  • König Antiochos III. (223–187)
    Antiochos III. startet einen groß angelegten achtjährigen Feldzug (Anabasis), um die in den Jahrzehnten zuvor unabhängig gewordenen östlichen Gebiete seines Reiches zurückzuerobern, insbesondere Parthien und Baktrien.
    Armenien wird gezwungen, die Oberhoheit der Seleukiden anzuerkennen und Tribut zu zahlen
  • Fortsetzung 209

Griechisch-Baktrisches Königreich

Ägypten

IBERIA

PARTHERREICH

(99/100)

MASSÄSYLIER

INDIEN

Maurya-Reich

Anuradhapura

XIONGNU

CHINA

(41/42. Zyklus - Jahr des Erde-Büffels; am Beginn des Jahres Erde-Ratte)

Qin-Dynastie

  • Kaiser Qin Shihuangdi (221-210)
  • Epang-Palast
    In der damaligen Hauptstadt Xianyang und ihrem Umland lässt Qin Shihuangdi mehr als 300 Paläste an den Ufern des Wei He errichten. Im Jahr 212 beginnt er mit einem besonders ambitionierten Projekt, dem Epang-Palast westlich des heutigen Xi’an in der Provinz Shaanxi. Der Palast soll ein riesiger Palastkomplex werden, der die Macht und den Anspruch des neuen geeinten Reiches sichtbar macht. Bis zu Qin Shihuangs Tod zwei Jahre später entsteht nach Erkenntnissen chinesischer Archäologen jedoch nur die Vorderhalle des Palastes. Der Historiker Sima Qian berichtet im "Shiji", dass diese Halle von Ost nach West 500 Schritte lang ist und in Nord-Süd-Richtung 165 Meter misst. Nach dem Tod Qin Shihuangs setzt sein Sohn und Nachfolger Qin Er Shi den Bau fort und lässt zahlreiche mehrstöckige Gebäude und Pavillons errichten. Gegen Ende der Qin-Dynastie kommt es zu Bürgerkriegen und Aufständen, die das Reich erschüttern. Der Heerführer Xiang Yu nimmt die Stadt Xianyang ein und brennt den noch unvollendeten Epang-Palast nieder, sodass der Komplex seine geplante vollendete Gestalt nie erreicht.
  • Fortsetzung 210

JAPAN

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17.12.2023 Artikel eröffnet und Grundstock erstellt

02.07.2025 Grundstock ergänzt

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