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Erscheinungsbild
RÖMISCHE REPUBLIK
(ab urbe condita DXXXII = 532)
- Konsul Marcus Claudius Marcellus (1. Amtszeit)
Marcus Claudius Marcellus ist zum ersten Mal Konsul, gemeinsam mit Gnaeus Cornelius Scipio Calvus. Gesandte der im Vorjahr geschlagenen Insubrer bieten dem römischen Senat Frieden an, doch Marcellus und Scipio drängen auf die Fortsetzung des Krieges und setzen durch, dass der Senat das Friedensangebot ablehnt. Die Insubrer suchen Unterstützung bei transalpinen Kelten, insbesondere den Gaesaten, und bereiten einen erneuten Widerstand gegen Rom vor. Römische Streitkräfte operieren nun in Norditalien: Scipio führt den Hauptteil des Heeres gegen die insubrische Stadt Acerrae, während Marcellus mit einer beweglicheren Truppe agiert.
Schlacht von Clastidium
Die Kelten bedrohen die mit Rom verbündete Stadt Clastidium (bei der heutigen Po-Ebene), um sie zu erobern oder zur Kapitulation zu zwingen. Marcellus erfährt vom Angriff auf Clastidium und entscheidet, rasch zu entsetzen; er nimmt daher nur etwa zwei Drittel seiner Reiterei und eine kleine ausgewählte Infanterieabteilung mit, um möglichst schnell vorzurücken. Die keltischen Truppen heben beim Herannahen der Römer die Belagerung von Clastidium auf und stellen sich offen zur Schlacht, während Marcellus seine Kavallerie in einer langen, dünnen Linie aufstellt, um ihre Flanke zu umfassen, dabei scheut sein Pferd und dreht sich von der feindlichen Front ab; Marcellus deutet dies als göttliches Zeichen und gelobt, die prächtigste Rüstung, die er erbeutet, Jupiter Feretrius zu weihen. Der keltische Anführer Viridomarus (in einigen Quellen unter leicht abweichendem Namen überliefert) reitet vor seine Krieger und fordert den römischen Feldherrn zum Einzelkampf heraus. Marcellus stellt sich dem Zweikampf, greift mit der Lanze an, stößt Viridomarus im ersten Anlauf vom Pferd und tötet ihn anschließend mit weiteren Stößen, bevor er ihm die reich geschmückte Rüstung abnimmt. Der Tod ihres Anführers bringt die keltischen Reihen in Unordnung, und die römische Reiterei drängt die nun verunsicherten Gegner bis an den Po zurück, wo viele der Krieger im folgenden Gefecht fallen. Mit dem Sieg bei Clastidium erringt Marcellus die spolia opima, da er den gegnerischen Heerführer im offenen Zweikampf tötet, und verschafft Rom einen entscheidenden Erfolg, der den Widerstand der Insubrer bricht. Etwa zur gleichen Zeit nimmt Scipio nach der Eroberung von Acerrae den Marsch auf die Hauptstadt der Insubrer, Mediolanum (das heutige Mailand), auf. Nach dem Sieg bei Clastidium stößt auch Marcellus nach Mediolanum vor; die Stadt kapituliert, und die Insubrer unterwerfen sich, wobei antike Autoren unterschiedlich betonen, ob Scipio allein oder beide Konsuln gemeinsam für die Einnahme verantwortlich sind. Marcellus bereitet die Weihung der erbeuteten keltischen Prunkrüstung im Tempel des Jupiter Feretrius vor und festigt damit sein Ansehen als Träger der spolia opima, einer der höchsten militärischen Auszeichnungen der römischen Tradition. (siehe hierzu auch imperium-romanum) - Konsul Gnaeus Cornelius Scipio Calvus
Gnaeus Cornelius Scipio Calvus stammt aus der Gens der Cornelier und gehört zum Zweig der Scipionen. Er ist ein Sohn des Lucius Cornelius Scipio und ein Bruder des Publius Cornelius Scipio, des späteren Vaters von Publius Cornelius Scipio Africanus. 222 wird er zum Konsul gewählt, zusammen mit Marcus Claudius Marcellus. Beide Konsuln führen den Krieg gegen die gallischen Insubrer in der Gallia Cisalpina. Scipio belagert Acerrae, während Marcellus die Insubrer bei Clastidium angreift. Nachdem Acerrae fällt, marschiert Scipio gegen Mediolanum, die Hauptstadt der Insubrer. Er zwingt die Gallier vor Mediolanum zur Schlacht, schlägt sie entscheidend und nimmt die Stadt ein. Dadurch erzwingt er die Unterwerfung der Insubrer und legt einen wichtigen Grundstein der römischen Vorherrschaft in der Gallia Cisalpina. - Fortsetzung 221
ILLYRER
- Regent Demetrios von Pharos (228-219)
In den 220er‑Jahren erstarkt die ardäische Macht unter Demetrios, Triteuta heiratet und als Regent für Pinnes fungiert. 222 führt er 1600 Illyrer in der Schlacht von Sellasia an der Seite Makedoniens gegen Sparta und beginnt danach, römischen Einfluss in Illyrien zurückzudrängen, u. a. durch Loslösung der Atintaner von Rom und Piraterie südlich von Lissus entgegen dem Vertrag. - König Pinnes (231-117)
- Fortsetzung 221
GRIECHEN
(2./3. Jahr der 139. Olympiade)
Syrakus
Makedonien
- König Antigonos III. Doson (227–221)
Entscheidender Sieg in der Schlacht bei Sellasia über Sparta; Kleomenes III. flieht nach Ägypten. Antigonos verzichtet auf Plünderung Spartas und gliedert die Stadt temporär dem hellenischen Bund ein - Fortsetzung 221
Sparta
- König der Eurypontiden: Eukleidas (227-222)
- König der Agiaden: Kleomenes III. (235-222)
- Kleomenischer Krieg (228-222)
Schlacht von Sellasia
Juli: Die Spartaner unter Kleomenes III. unterliegen im Kleomenischen Krieg endgültig der gegnerischen griechisch-makedonischen Koalition unter Antigonos III. Doson. Eukleidas fällt in dieser Schlacht; Kleomenes flieht nach Ägypten; die siegreichen Truppen besetzen Sparta. Das dortige Königtum wird zunächst abgeschafft. - Fortsetzung 219
Bosporanisches Reich
Pergamon
Bithynien
Kappadokien
Pontos
- König Mithridates II. (258-220)
Mithridates II. knüpft neue dynastische Bindungen durch die Heirat seiner Töchter: Eine Laodike geht an Antiochos III., die andere Laodike verbindet sich mit Achaios, dem Machthaber in Kleinasien. - Fortsetzung 220
Seleukidenreich
- König Antiochos III. (223–187)
Antiochos III. heiratet Laodike, die Tochter von Mithridates II., König von Pontos. - König (Usurpator) Molon (222-220)
Molon, der Statthalter der Provinz Medien, nimmt im Zuge seiner Rebellion gegen Antiochos III. den Königstitel an und beginnt damit, Münzen in seinem eigenen Namen zu prägen — ein Zeichen offener Abspaltung und Rivalität. Antiochos III. schickt seine Feldherren Theodotos Hemiolios und Xenon gegen ihn. - Nach dem Tod von Seleukos III. Keraunos übernimmt Achaios den Oberbefehl über das Heer in Kleinasien, verzichtet aber noch darauf, selbst den Königstitel anzunehmen und unterstützt stattdessen den jungen Antiochos III., der ihn mit der Verwaltung der Gebiete westlich des Taurosgebirges (Kleinasien) beauftragt; er erobert diese Region von Attalos I. zurück.
- Fortsetzung 221
Griechisch-Baktrisches Königreich
Ägypten
- König Ptolemaios III. (246-222)
Tod von Ptolemaios III.; Nachfolge durch Ptolemaios IV. im Folgejahr - Fortsetzung 221
IBERIA
PARTHERREICH
INDIEN
Maurya-Reich
Anuradhapura
CHINA
Zeit der Streitenden Reiche
(41/42. Zyklus - Jahr des Erde-Hasen; am Beginn des Jahres Erde-Tiger)
Qin
- König Ying Zheng (247-221)
Ying Zheng erobert den Staat Yan, der sich bis an das Gelbe Meer erstreckt, und gliedert dessen Gebiet in sein Reich ein; Zhao Tuo tritt in den Dienst der Qin - Fortsetzung 221 unter Qin-Dynastie
Qi
- König Jian (264–221)
- Truppen Qins marschieren nach Qi ein. Freude des Königs über neutrale Politik endet mit der Eroberung von Linzi, der Hauptstadt. Tian Jian wird gefangen genommen und ins Exil nach Gong verbannt
- Fortsetzung 221
Yan
- König Xi (255–222)
- Yan wird nach heftigen Kämpfen von Qin erobert. Damit hört Yan auf, als unabhängiger Staat zu existieren
- Fortsetzung unter Qin
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QUELLEN
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30.11.2023 Artikel eröffnet und Grundstock erstellt
16.07.2025 Grundstock ergänzt