762
MAYA
Quiriguá
Copan
PIKTEN
KELTEN
Uí Néill
Ulaid
Connacht
Leinster
Uí Mháine
Dalriada
Gwynedd
Königreich Powys
ANGELSACHSEN
Northumbria
- König Æthelwald Moll (759–765)
Æthelwald Moll heiratet in Catterick eine Frau namens Æthelthryth, wie der Chronist Symeon von Durham berichtet. Aus dieser Ehe geht mindestens ein Sohn hervor, Æthelred, der später selbst König von Northumbria wird. Die Herrschaft Æthelwalds bleibt jedoch umkämpft, und eine Quelle, die an Beda anknüpft, berichtet von einem Aufstand, der von einem Adligen namens Oswine geführt wird, der möglicherweise ein Bruder des ermordeten Oswulf ist und damit einen dynastischen Gegenanspruch repräsentiert. Æthelwald kann diesen Aufstand militärisch niederschlagen und behauptet damit kurzfristig seine Stellung, doch der innere Konflikt zeigt, wie brüchig seine Autorität inmitten rivalisierender Adelsgruppen bleibt. - Erzbischof Egbert (York, 735-766)
- Bischof Frithubeorht (Hexham, 734–766)
- Bischof Cynewulf (Lindisfarne, 740–780)
- Fortsetzung 764
Mercia
East Anglia
Königreich Wessex
Königreich Essex
Königreich Kent
- König Eardwulf (West-Kent, 748–vor 762)
- König Sigered (West-Kent, vor 762–um 764)
Sigered, auch in lateinischer Form Sigeredus oder in altenglischer Schreibweise Sigiræd, ist Mitkönig des angelsächsischen Königreichs Kent. Seine Herrschaft erstreckt sich von einem Zeitpunkt vor dem Jahr 762 bis ungefähr zum Jahr 764, wobei er nur für diese kurze Zeitspanne belegt ist. Sigered ist ausschließlich durch Urkunden, also königliche Schenkungen und Rechtsakte, greifbar. In diesen Urkunden tritt er als Zeuge oder Aussteller auf, was seine Stellung als König von Kent dokumentiert. Eine dieser Urkunden trägt die Jahresangabe 762 und nennt zugleich Eadberht II. als Zeugen. - König Æthelberht II. (Ost-Kent, 725–762)
- König Eadberht II. (Ostkent, 762–um 764)
Eadberht II. entstammt vermutlich der königlichen Dynastie der Oiscingas, die seit dem 7. Jahrhundert die Könige von Kent stellt. Seine genaue Abstammung ist in den Quellen nicht eindeutig, doch mehrere Forscher nehmen an, dass er ein Verwandter des Königs Æthelberht II. von Ost‑Kent ist, möglicherweise dessen Sohn. Um 762 folgt Eadberht II. auf Æthelberht II. als König von Kent, wobei er vor allem mit Ost‑Kent in Verbindung gebracht wird. Möglicherweise regiert zeitweise auch Ealhmund als weiterer Mitkönig oder Nachbarkönig mit. Eadberht ist vor allem durch wenige erhaltene Urkunden (Chartas) fassbar, in denen er als König (rex) auftritt und Landübertragungen zugunsten kirchlicher Einrichtungen bestätigt oder gewährt. - Erzbischof Bregowine (760–764)
- [[763#ANGELSACHSEN | Fortsetzung 763]
FRÄNKISCHES REICH
- König Pippin der Jüngere (751–768)
0813D: Pippin schenkt mit seiner Gemahlin Bertrada dem karolingischen Hauskloster Prüm umfangreichen Besitz, darunter Eigengut, mehrere Ortschaften und Zellen. Diese Urkunde ist die Ersterwähnung von u. a. Altrip, Birresborn, Mötsch, Niederprüm, Rheinbach und Wetteldorf. - Karl (später "der Große") (13)
- Erzbischof Turpin (Reims, 748–794)
- Gebetsbund von Attigny
In der Königspfalz Attigny-sur-Aisne im Bistum Reims versammeln sich zahlreiche kirchliche Würdenträger zu einer Synode unter Pippins Leitung. An dieser Synode nehmen 22 Bischöfe, 5 Abtbischöfe und 17 Äbte teil, unter ihnen Chrodegang von Metz, Megingaud von Würzburg, Lullus von Mainz und Willibald von Eichstätt. Chrodegang von Metz initiiert diese Synode mit dem erklärten Ziel, für die Sache der Religion und das Seelenheil der Geistlichen zu sorgen ("pro causa religionis ac salute animarum"). In Attigny wird damit ein neuer, verbindlicher Rahmen geschaffen, in dem Geistliche über ihre Diözesen und Abteien hinaus geistlich miteinander verbunden sind. Die Synode geht so als Gebetsbund von Attigny in die Geschichte ein und bildet einen markanten Einschnitt in der Entwicklung kirchlicher Gedenkpraxis. Die Synode beschließt, dass die anwesenden Bischöfe, Abtbischöfe und Äbte – und mit ihnen ihre Nachfolger – gegenseitig für ihre jeweils Verstorbenen beten. Stirbt ein Mitglied dieses Bundes, so verpflichten sich die anderen, für die verstorbene Person 100 Psalter und Messen zu verrichten, von denen 30 persönlich gefeiert werden. Die Vereinbarung beruht ausdrücklich auf Gegenseitigkeit: Jeder profitiert von den Gebeten der anderen und übernimmt im Gegenzug dieselbe Verpflichtung. Diese Verpflichtung besitzt einen rechtsverbindlichen Charakter und ist nicht nur eine lose Frömmigkeitsübung. Der Gebetsbund von Attigny verbindet damit rechtliche Bindung und geistliches Anliegen in einer dauerhaften Form von Gemeinschaft. Der Gebetsbund von Attigny entwickelt sich in der Folgezeit zu einem Vorbild für weitere Synodalverbrüderungen. Solche Verbrüderungen entstehen nicht nur zwischen Bischöfen, sondern auch auf der Ebene von Abteien, die sich gegenseitig zur Fürbitte für ihre Toten verpflichten. Durch diese Verbrüderungen bildet sich ein über Landesgrenzen hinweg wirkendes Netzwerk von kirchlichen Gemeinschaften, die im Gebet füreinander einstehen. Die geistliche Solidarität des Gebetsbundes gewinnt so eine räumliche Ausdehnung, die weit über den ursprünglichen Ort Attigny hinausreicht. Der Bund wirkt damit als Modell für eine vernetzte mittelalterliche Kirche, in der Gebetsgedenken ein zentrales Bindemittel ist. Um die Verpflichtungen praktisch erfüllen zu können, lassen die Beteiligten Listen anfertigen und untereinander austauschen, in denen die Namen derjenigen Geistlichen verzeichnet sind, deren man im Gebet gedenken soll. Diese Namenslisten sichern, dass niemand im gemeinschaftlichen Totengedächtnis vergessen wird, und sie ermöglichen eine systematische liturgische Praxis. Viele dieser Listen bleiben bis in die Gegenwart erhalten und bilden eine bedeutende Quelle für die Erforschung der mittelalterlichen Geschichte. Besonders bekannt sind das Verbrüderungsbuch der Abtei Reichenau, das entsprechende Buch der Fürstabtei St. Gallen sowie das der Abtei Pfäfers. Aus diesen Büchern lässt sich ablesen, wie weitreichend und dicht das Netzwerk der geistlichen Verbrüderungen ist, das vom Gebetsbund von Attigny ausgeht. - Erzbischof Chrodegang (Metz, 742-766)
- Bischof Gregor (Utrecht (754-775)
- Erzbischof Lullus (Mainz, 754-786)
- Bischof Wiomad (Trier, 762-791)
Wiomad wird zum Bischof von Trier erhoben und übernimmt damit die Leitung eines der wichtigsten Bistümer des Frankenreiches. Er führt das Bistum Trier bis zu seinem Tod im Jahr 791 und wirkt in dieser langen Amtszeit als geistlicher und politischer Akteur im Dienst der fränkischen Herrscher, zudem ist er auch an der Gründung kirchlicher Einrichtungen beteiligt; er unterzeichnet eine königliche Urkunde zugunsten der Stadt Prüm. - 0710D: Urkundliche Ersterwähnung der Klosterzelle Kesseling im Bezirk von Sinzig als Casleoca im Bistum Trier
- Bischof Megingaud (Würzburg, 754–769)
Megingaud wird bei der Dotation des Klosters Prüm erwähnt. - Abt Sturmius (Fulda, 1. Amtszeit 744–763)
- Bischof Johannes II. (Konstanz, 760–782)
- 0818D: Nordstetten (Schwarzwald-Baar-Kreis) wird erstmals als Nortstati in einer Schenkungsurkunde des Klosters St. Gallen erwähnt.
- Bischof Tello (Chur, 759–765)
Tello nimmt als Suffragan des Erzbischofs von Mainz an der Synode von Attigny-sur-Aisne teil und unterzeichnet die Konzilsakten. In seinen letzten Lebensjahren konzentriert Tello seinen Besitz vor allem in der unteren Surselva zwischen Flims und Trun, wo zahlreiche Güter, Gebäude und Herrensitze liegen. In dieser Region befinden sich unter anderem ein zweigeschossiges Herrenhaus nahe der späteren Wüstung Bregl da Heida bei Sagogn sowie eine bischöfliche curtis im Innern des Dorfes unweit der Marienkirche. - Fortsetzung 763
Herzogtum Aquitanien
- Herzog Waifar (745-768)
Bourges geht für Waifar verloren; die Franken dringen in den folgenden Jahren immer tiefer in Aquitanien ein; beim Feldzug von 766 stehen sie bereits an der Garonne und bedrohen damit das Kerngebiet der aquitanischen Herrschaft. - Fortsetzung 767
Herzogtum Baiern
Reihenfolge der Städte:
- Herzog Tassilo III. (748–788)
- Bischof Sigerich (Regensburg, 762–768)
Sigerich, Angehöriger der hochadeligen Familie der Hachilinga, übernimmt das Amt des Bischofs von Regensburg und tritt damit die Nachfolge des Bischofs Gaubald an. Zugleich ist er – wie die anderen ersten Regensburger Bischöfe – Vorsteher des Klosters Sankt Emmeram. In diesen Jahren erscheint er in Urkunden und Zeugnissen im Zusammenhang mit Schenkungen an das Kloster Niederaltaich. Zwischen 762 und 768 nimmt Sigerich an der Synode von Aschheim teil, die ein Schreiben an Herzog Tassilo III. richtet und kirchliche sowie rechtliche Fragen im Herzogtum behandelt. - Bischof Willibald (Eichstätt, 741–787)
Willibald zählt zu den 44 Prälaten, darunter Chrodegang und Megingaud, die im Gebetsbund von Attigny einen Klerus-Gebetsverein schließen. - Bischof Joseph von Verona (Freising, 747/748-764)
- Kloster Schäftlarn
Der aus einer fränkischen Adelsfamilie stammende Benediktiner Waltrich gründet mit Tassilos Hilfe auf eigenem Landbesitz bei Pippinsbach das Kloster Schäftlarn als Benediktinerkloster. Das Kloster entsteht im Isartal südlich von München und bildet rasch den Kern einer kleinen Ortschaft, die im Wesentlichen aus der Abtei besteht. In den folgenden Jahrhunderten wächst der Besitz des Klosters erheblich, weil Adel und Grundherren umfangreiche Schenkungen machen, darunter Güter in Orten wie Schwabing und Hesselohe im heutigen Münchner Raum. Durch diese Zuwendungen entwickelt sich Schäftlarn zu einem bedeutenden Grundherrschaftszentrum mit weit verzweigtem Landbesitz. - Bischof Sidonius (Passau, 754–763/764)
- Bischof Wikterp (Augsburg, 739-772)
- Bischof Virgil (Salzburg, 746–784)
- Fortsetzung 763
LANGOBARDENREICH
Herzogtum Friaul
Herzogtum Benevent
SPANIEN
Königreich Asturien
KIRCHENSTAAT
REPUBLIK VENEDIG
KARANTANIEN
ERSTES BULGARISCHES REICH
BYZANTINISCHES REICH
- Kaiser Konstantin V. (741–775)
Konstantin deportiert Slawen aus den Grenzgebieten und im Folgejahr siegt er bei Anchialus, gefolgt von der Tötung bulgarischer Adliger durch die Zirkusparteien in Konstantinopel. - Fortsetzung 765
IBERIEN
ARABER
(144/145 - 31. März/1. April)
Abbasiden
- Kalif al-Mansūr (754–775)
- Bagdad (Siedlung)
0730D: al-Mansur gründet am 30. Juli die neue Hauptstadt des Kalifats unter dem Namen Madinat as-Salam, "Stadt des Friedens", nur wenige Kilometer von der alten sassanidischen Hauptstadt Seleukia-Ktesiphon entfernt. Die Stadt entsteht am Westufer des Tigris und wird als kreisförmige Residenz mit Palast und Hauptmoschee im Zentrum geplant, umgeben von einer Stadtmauer mit etwa 14 Kilometern Länge. Der Kalifenpalast, bekannt als Bab adh-Dhahab oder Qubbat al-Chadra, und die Hauptmoschee entstehen innerhalb von vier Jahren; die kreisförmige Stadt gliedert sich in vier Viertel mit jeweils einem Stadttor, das in eine Himmelsrichtung weist. Während im inneren Ring der Hof, die Garde, der Harem und die oberste Verwaltung leben, liegt das Soldatenlager al-Harbiya nordwestlich der Stadt, und der Bereich des heutigen Stadtteils Karch ist vor allem für Arbeiter vorgesehen. Durch die Lage an wichtigen Handelsstraßen und die fruchtbaren Anbaugebiete am Tigris wächst die neue Hauptstadt rasch. Als al-Mansurs Sohn al-Mahdi den Thron übernimmt, umfasst Bagdad etwa 15 Quadratkilometer und entwickelt sich zum Zentrum von Wissenschaft und Künsten, womit eine erste Glanzzeit beginnt.
Kalenderblatt von Deutschlandradio 2012 - 0922D: Am 22. September erscheint Muhammad an-Nafs az-Zakīya vor Medina, nimmt die Stadt im Handstreich ein und setzt Riyāh gefangen. Mehrere bedeutende Persönlichkeiten der Stadt, darunter der Rechtsgelehrte Mālik ibn Anas, lösen sich von den Abbasiden und schließen sich Muhammad an. Der Verwandte Muhammads, al-Hasan ibn Muʿāwiya, wird als Statthalter nach Mekka gesandt, nimmt auch diese Stadt rasch ein und gewinnt die Bewohner für die Aliden. Es entsteht ein Briefwechsel zwischen al-Mansūr und Muhammad, in dem der Kalif ihm für den Fall der Unterwerfung völlige Straffreiheit in Aussicht stellt, was jedoch ohne Wirkung bleibt. Al-Mansūr schickt daraufhin seinen Verwandten ʿĪsā ibn Mūsā mit einem Heer von 4000 Kämpfern gegen Muhammad. Als sich dieses Heer Medina nähert, sagen sich viele Einwohner wieder von Muhammad los und raten ihm, erneut unterzutauchen, doch am 6. Dezember wird er im Kampf getötet, und sein Haupt wird an den Kalifen gesandt. Inzwischen hat Muhammads Bruder Ibrāhīm mit Unterstützung der Zaiditen die Stadt Basra eingenommen. Zusammen mit seinen Anhängern zieht er in Richtung Kufa, um die schwach befestigte Stadt zu erobern, und erhält Unterstützung von Anhängern der Muʿtazila sowie von Fiqh- und Hadith-Gelehrten wie Abū Hanīfa und al-Aʿmasch. Al-Mansūr lässt zur Abwehr Truppen aus Syrien und der Dschazīra heranziehen und beordert ʿĪsā ibn Mūsā nach der Niederschlagung des Aufstandes in Medina sofort mit seinen Truppen in den Irak. Gemeinsam besiegen die kalifalen Truppen Ibrāhīm und seine Anhänger am 21. Januar 763 in Bāchamrā südlich von Kufa. - Schon vor Ausbruch des alidischen Aufstandes, am 30. Juli 762, legt al-Mansūr den Grundstein für seine neue Hauptstadt Bagdad. Nach der Niederschlagung der Aufstände widmet er sich dem Ausbau der Reichsverwaltung. Durch diesen Ausbau wächst der Einfluss der Iraner in der Beamtenschaft und zunehmend auch in der Aristokratie. Die Konzentration der Verwaltung in der Person des Kalifen steigert dessen Macht erheblich. Al-Mansūr beginnt, die Herrschaft des Kalifen als gottgewollte Theokratie zu deuten. Er setzt zudem durch, dass der Kalif seinen Nachfolger frei bestimmen kann, um Machtkämpfe nach seinem Tod zu verhindern.
In den Jahren 762/763 dient Humayd unter Isa ibn Musa bei der Niederschlagung des Aufstands von Muhammad an-Nafs az-Zakiyya. Er beteiligt sich damit an der Sicherung der inneren Stabilität des jungen Abbasidenkalifats. - Nach dem Niederschlagen des Aufstandes widmet al-Mansūr sich dem Ausbau der Verwaltung. Der Einfluss iranischer Beamter steigt, und al-Mansūr etabliert die Kalifats-Herrschaft als gottgewollte Theokratie. Er bestimmt, dass der Kalif seinen Nachfolger frei wählen kann.
- Imam Ja'far al-Sadiq (732–765)
- Patriarch Theodoros II. (Jerusalem, 745/749–770)
- Papst und Patriarch Michael I. (Alexandria, 743–767)
- Griechisch-orthodoxer Patriarch Kosmas I. (Alexandria, 727–768)
- Fortsetzung 763
Emirat von Nekor
Emirat von Córdoba
MAKURIA
UIGURISCHES KAGANAT
- Kagan Bögü (759–780)
Kaiser Daizong der Tang schickt ein Gesandtschaftskorps zu Bögü und erinnert an die frühere Freundschaft mit dessen verstorbenem Vater, um die uigurische Unterstützung gegen die Rebellen zu gewinnen. Bögü stimmt einem Bündnis zu, und der Oberbefehlshaber der Tang‑Truppen, Li Guo (Li Kuo), trifft Bögü am 12. November in dessen Lager bei Hebei, um die gemeinsame Offensive gegen die verbliebenen Aufständischen zu koordinieren. Während dieses Treffens kommt es zu einem Konflikt um Rang- und Protokollfragen zwischen einem jungen Tang‑Prinzen und Bögü, in dessen Folge mehrere Mitglieder des Tang‑Gefolges verhaftet und hingerichtet werden. Dieses Ereignis lässt in Li Guo eine lebenslange Feindschaft gegen die Uiguren entstehen, beeinflusst aber kurzfristig nicht die militärische Kooperation. Die vereinten Kräfte Bögüs und seines Schwiegervaters Pugu Huaien besiegen schließlich Shi Chaoyi in der Nähe von Luoyang, worauf der Rebell flieht und sein Aufstand zusammenbricht. Nach erfolgreichem Feldzug zieht sich Bögü am 8. April 763 über Taiyuan wieder in die Steppe zurück, während die uigurische Position im Tang‑Reich deutlich gestärkt ist. Der Erfolg des Krieges erhöht den politischen und wirtschaftlichen Einfluss der Uiguren erheblich: Uigurische Würdenträger erhalten Steuererträge von insgesamt 20'000 Haushalten im Tang‑Reich, und in der Hauptstadt Chang’an berichten Quellen von uigurischen Soldaten, die tagsüber einfach Zivilisten auf dem Markt gefangen nehmen und als Sklaven verkaufen. Selbst wenn solche Täter verhaftet werden, setzt Kaiser Daizong sie wieder frei, was die starke Abhängigkeit der Tang‑Dynastie von uigurischer Hilfe widerspiegelt. - Der Manichäismus wird Staatsreligion im Uigurischen Kaganat.
- Fortsetzung 763
TÜRGESCH
INDIEN
Pratihara
Malla
Chauhan-Dynastie
Rashtrakuta
Westliche Ganga-Dynastie
Pallava
Anuradhapura
TIBET
- König Trisong Detsen (755–797)
Um 762, im Alter von 20 Jahren, konvertiert Trisong Detsen selbst zum Buddhismus. 762 oder 763 entsendet er eine zweite Mission nach China unter Führung des Ministers Ba Salsnan nach Yizhou. Die Forschung nimmt heute an, dass Salsnan dort Baotang Wuzhu, den Gründer des Baotang‑Klosters in Chengdu, trifft; beide, Kim Hwasang und Baotang Wuzhu, gehören der Chan‑Richtung der Ostberg‑Lehre an. 763 befiehlt Trisong Detsen zugleich einen Feldzug von 200'000 Mann an die Grenze zum Tang‑Reich, besiegt die chinesischen Truppen, nimmt die Hauptstadt Chang’an ein und zwingt Kaiser Daizong zur Flucht. Zwischen etwa 761 und den späten 770er Jahren lädt Trisong Detsen indische Meister wie Padmasambhava, Śāntarakṣita und Vimalamitra nach Tibet ein, um die Lehre des Buddha auf neuestem Stand zu übermitteln. Padmasambhava "zähmt" aus buddhistischer Sicht die widerständigen Kräfte und entwirft die Pläne, während Śāntarakṣita als Abt hilft, das erste Kloster Tibets, Samye, zu errichten. Parallel beginnt ein groß angelegtes Übersetzungsprojekt, bei dem buddhistische Schriften aus Pali und Sanskrit ins klassische Tibetisch übertragen werden. - Fortsetzung 778
CHINA
(57./58. Zyklus - Jahr des Wasser-Tigers; am Beginn des Jahres Metall-Büffel)
Tang-Dynastie
- Kaiser Suzong (756-762)
0512D: Am 13. Mai kehrt Suzong zum ursprünglichen Jahresbeginn zurück.
Da Suzong bereits schwer krank ist, überträgt er die Regentschaft auf seinen Sohn Li Yu. Ehemalige Verbündete wenden sich gegeneinander: Kaiserin Zhang schließt einen Pakt mit Suzongs Sohn Li Xi, um Li Fuguo zu ermorden. Li Fuguo erfährt rechtzeitig von dem Plan, lässt Kaiserin Zhang, Li Xi und ihre Verbündeten verhaften und hinrichten. Suzong stirbt wenige Tage später.Suzongs Sohn Li Yu wird als Kaiser Daizong eingesetzt, und die Tradition mächtiger Eunuchen entwickelt sich weiter. - Kaiser Daizong (762–779)
Li Yu besteigt als Kaiser Daizong den Thron. Daizong macht seinen ältesten Sohn Li Kuo zum Oberbefehlshaber der Armee, verleiht ihm erst den Prinzentitel von Lu, dann von Yong, und schickt ihn mit seinem Stab nach Shan‑Zhou, um mit Tang‑ und Huige‑Truppen den Schlag gegen das von Shi Chaoyi gehaltene Luoyang vorzubereiten. Bei diesem Feldzug begegnet Li Kuo dem Huige‑Herrscher Dengli Khan Yaoluoge Yidijian und behandelt ihn als Gleichrangigen, was diesen erzürnt, da die Tang zu dieser Zeit stark auf die Huige angewiesen sind. Yaoluoge lässt mehrere von Li Kuos Offizieren auspeitschen, zwei sterben, verschont aber Li Kuo und schickt ihn ins Tang‑Lager zurück, was bei Li Kuo einen nachhaltigen Hass auf die Huige auslöst. - Der ehemalige Kaiser Xuanzong hat ins Privatleben zurückgezogen, wird aber von Intrigen am Hof weiter verfolgt. Er stirbt in diesem Jahr, nach einem politisch wirksamen, aber später kritisierten Leben, das mitverantwortlich für den langfristigen Niedergang der Tang-Dynastie gemacht wird.
- Fortsetzung 763
KOREA
Silla
Balhae
JAPAN
- Tennō Junnin (758–764)
Fujiwara no Nakamaro, Junnins Kanzler und politischer Verbündeter, stellt sich gegen den Mönch Dōkyō, der als einflussreicher Günstling der ehemaligen Tennō Kōken auftritt. Junnin und Nakamaro verlieren den Machtkampf; Kōken übernimmt wieder faktisch die Macht, ohne sofort erneut den Thron zu besteigen, und Junnin lässt sich zum Mönch ordinieren und zieht sich in einen Tempel zurück. Erst im späten 19. Jahrhundert wird Junnin offiziell in die Liste der Tennō aufgenommen. In älteren Dokumenten erscheint er unter der Bezeichnung Haitei, "thronloser Kaiser", was seine damalige Stellung als abgesetzter Herrscher widerspiegelt. - Fortsetzung 764
QUELLEN
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30.07.2012 Artikel eröffnet
17.10.2023 Grundstock erstellt
24.01.2026 Grundstock ergänzt