774
WELTALL
- Miyake-Ereignis
In den Jahren 774–775 kommt es nach 663 v. Chr. zu einem weiteren, besonders deutlich nachweisbaren Miyake‑Ereignis. Die kosmische Strahlung nimmt in dieser Zeit so stark zu, dass der Anteil des Isotops C14 in der Atmosphäre und damit in den jährlichen Baumringen sprunghaft ansteigt. Japanische Zedern speichern das C14 in ihren Jahresringen, sodass sich im Labor ein ausgeprägter Peak im Radiokohlenstoff‑Gehalt genau für die Jahre 774–775 zeigt. Moderne Messmethoden wie die Beschleuniger‑Massenspektrometrie ermöglichen es, die winzigen Mengen an C14 präzise zu bestimmen und den exakten Verlauf des Anstiegs sowie das anschließende Abklingen über mehrere Jahre abzubilden. Forscher nutzen dieses Ereignis später als scharfe Zeitmarke, um historische Hölzer und archäologische Funde absolut zu datieren, weil sich einzelne Jahresringe eindeutig relativ zu diesem globalen C14‑Peak einordnen lassen. In der Rückschau zählt der Ausbruch von 774–775 zu den bestuntersuchten Miyake‑Ereignissen und dient als Referenzfall für die Charakterisierung der Häufigkeit und möglichen Auswirkungen solcher Strahlungsspitzen. - Fortsetzung 993
MAYA
Palenque
Calakmul
Talol
Tikal
Quiriguá
Copan
PIKTEN
- König Ciniod I. (763–775)
Alhred von Northumbria wendet sich gemäss des Chronisten Symeon, nachdem er gestürzt worden ist, an Ciniod und sucht Zuflucht an dessen Hof. - Fortsetzung 775
KELTEN
Uí Néill
- Hochkönig Niall Frossach (763-765/778)
- Hochkönig Donnchad Midi (766/778-793/797)
Anfang der 770er Jahre intensiviert Donnchad seine Kriegszüge gegen Leinster und wendet sich zugleich erstmals auch systematisch gegen das große südliche Königreich Munster. 774 stört er das óenach von Tailtiu, eine wichtige Versammlung, ohne dass die Annalen einen Grund nennen. - Fortsetzung 775
Ailech
Ulaid
Connacht
Leinster
Uí Mháine
Dalriada
Gwynedd
Königreich Powys
ANGELSACHSEN
Northumbria
- König Ealchred (765–774)
Zur Osterzeit des Jahres tritt der Witenagemot in York zusammen und beschließt, Ealchred als König abzusetzen und zu verbannen. Die Gründe bleiben unklar: Zum einen hat Ealchred offenbar Konflikte mit dem Erzbischof Æthelberht, zum anderen drängt Æthelred I., der Sohn seines Vorgängers Æthelwald Moll, an die Macht. Nach seiner Absetzung flieht Ealchred zunächst nach Bamburgh im Norden seines ehemaligen Königreichs. Anschließend findet er Asyl bei Ciniod mac Uuredech, dem König der Pikten. Über Ealchreds weiteres Leben im Exil und sein Todesjahr ist nichts überliefert. - König Æthelred I. (1. Amtszeit 774–778/779)
- Erzbischof Æthelbert (York, 766–780)
Æthelberht beruft eine Synode ein, auf der König Alhred von Northumbria abgesetzt und ins Exil zu den Pikten geschickt wird. Die Gründe hängen möglicherweise mit der Missionspolitik zusammen, in der es Spannungen zwischen König und Kirche geben kann. Der König Alhred wird durch Æthelred ersetzt, doch auch dieser Herrscher verliert später den Rückhalt Æthelberhts und wird 778 durch Ælfwald, den Sohn Oswulfs, abgelöst. Der Historiker D. P. Kirby meint, Æthelberht habe Alhred schon vor der Absetzung nicht unterstützt und sieht in Æthelberhts Entzug der Unterstützung einen entscheidenden Faktor bei der Entmachtung Æthelreds; mittelalterliche Chronisten betonen zudem, dass Æthelberht "böse Könige nicht verschont". - Bischof Alchmund (767–780/781)
- Bischof Cynewulf (Lindisfarne, 740–780)
- Fortsetzung 778
Mercia
- König Offa (757–796)
Offa bezeichnet sich zusammen mit Königin Cynethryth als König bzw. Königin von England, womit er als erster Angelsachse diesen Herrschertitel verwendet. Gegen Ende seiner Regierungszeit beherrscht er tatsächlich nahezu das gesamte Gebiet Englands südlich des Humber und erreicht damit den Höhepunkt der mercischen Machtentfaltung. - Bischof Milred (Worcester, 743/745–775)
Im Jahr 774 stirbt Milred; sein Todesjahr wird in kirchlichen Listen und Quellen teilweise auch mit 775 angegeben. Über seine Nachfolger ist nur der Name und die ungefähre Amtszeit bekannt, sodass sich eine Aufnahme in diese Chronik nicht lohnt; erst mit Koenwald tritt im Jahr 928 wieder ein Bischof auf, über den mehr bekannt ist. - Fortsetzung 776
East Anglia
Königreich Wessex
Königreich Essex
Königreich Kent
- König Ecgberht II. (Westkent, 764/765–779/784)
- König Heahberht (Ostkent, 764-772/776)
- Erzbischof Jænberht (Canterbury, 765–792)
FRÄNKISCHES REICH
- König Karl der Große (768–800)
Seit 773 belagert Karls Heer Pavia, die Hauptstadt des Langobardenreiches, in der sich König Desiderius verschanzt hat.
Zu Ostern zieht Karl (26) mit einem Teil seines Heeres nach Rom, während Pavia weiter eingeschlossen bleibt. In Rom empfängt Papst Hadrian den Frankenkönig, und Karl bestätigt die sogenannte Pippinsche Schenkung, die dem Kirchenstaat Besitzungen in Mittelitalien sichert und die fränkische Schutzfunktion gegenüber dem Papsttum festschreibt.
Noch im April kehrt Karl nach Pavia zurück, wo die Lage der Verteidiger inzwischen dramatisch ist. Hunger und ausbrechende Seuchen dezimieren die Einwohner und die Garnison, sodass Pavia kaum noch Widerstandskraft besitzt. Nach einer Belagerungsdauer von gut neun Monaten kapituliert die Stadt am 4. Juni. Damit endet die Herrschaft des Langobardenkönigs Desiderius, der sich Karl ergibt.
0605D: Schon am Tag nach der Einnahme Pavias nimmt Karl den Titel "König der Langobarden" an und fügt ihn seinem fränkischen Königstitel hinzu. Desiderius bringt er in ein fränkisches Kloster, wo dieser fortan im Exil lebt. Desiderius' Sohn Adelchis kann sich nach Byzanz retten und spielt in den folgenden Jahren politisch keine bedeutende Rolle mehr, auch wenn er vermutlich an einem späteren Aufstand in Norditalien beteiligt ist, der Karl erneut zum Alpenübergang zwingt. Für die Verwaltung der eroberten italienischen Gebiete setzt Karl nun fränkische, burgundische und alemannische Adlige ein. Als rex Francorum et Langobardorum, also als König der Franken und Langobarden, kontrolliert er nun fast ganz Westeuropa, ausgenommen die Britischen Inseln und die überwiegend von den Mauren beherrschte Iberische Halbinsel. (siehe hierzu WDR ZeitZeichen 2024)
Die Sachsen fallen ins fränkische Grenzgebiet ein. Sie belagern die Büraburg, wohin sich die Bevölkerung Fritzlars geflüchtet hat, vergeblich. Fritzlar selbst und die dortige Petri-Kirche fallen der Plünderung und Brandschatzung anheim. Durch anrückende Franken werden die Sachsen wieder vertrieben. - Erzbischof Turpin (Reims, 748–794)
- Bischof Angilram (Metz, 768–791)
- Bischof Gregor (Utrecht (754-775)
- Bischof Agilfried (Lüttich, 769–787)
Agilfrid erhält laut den Annales Laubacenses von Karl den Auftrag, die Haft des langobardischen Königs Desiderius und dessen Frau Ansa zu organisieren und zu überwachen. - Erzbischof Lullus (Mainz, 754-786)
0901D: Lullus weiht die Nazariusbasilika in Lorsch, Karl der Große ist anwesend und macht auf seinem Weg von Rom nach Fritzlar dort Station. Bei dieser Weihe assistiert nicht der Würzburger Bischof Berowelf, sondern Megingaud; mit ihm wirken die geistlichen Größen Weomad von Trier und der Hofbischof Angilram von Metz. - Bischof Wiomad (Trier, 762-791)
Wiomad begleitet Karl den Großen auf dessen Feldzug gegen die Langobarden nach Italien. - Bischof Berowelf (Würzburg, 769–794)
- 0901D: Abt Megingaud wohnt der Weihe der Nazariusbasilika in Lorsch bei und assistiert gemeinsam mit anderen Bischöfen, während Karl der Große anwesend ist.
- Abt Sturmius (Fulda, 2. Amtszeit 765–779)
Karl sellt die Abtei Fulda unter Königsschutz und verleiht ihr den Status eines königlichen Eigenklosters beziehungsweise einer Reichsabtei. Im selben Jahr weist Karl der Große der Abtei ein Missionsgebiet an Diemel und Weser zu, in dem Sturmius wirkt; Sturmius gründet in diesem Missionsgebiet das Stift St. Bonifatii in Hameln; auch Minden gehört zu diesem Missionsgebiet. - Bischof Johannes II. (Konstanz, 760–782)
- Bischof Tello (Chur, 759–765)
- Fortsetzung 775
Herzogtum Gascogne
Herzogtum Baiern
- Herzog Tassilo III. (748–788)
Mit der Eroberung des Langobardenreiches durch Karl den Großen verliert Tassilo seinen wichtigsten Bündnispartner, was seine außenpolitische Lage deutlich schwächt. Herzog bleibt er zunächst, doch Karl nutzt die politische Lage, um den bayerischen Handlungsspielraum zu begrenzen und die fränkische Oberhoheit durchzusetzen. - Bischof Simpert (Regensburg, 768–791)
- Bischof Willibald (Eichstätt, 741–787)
- Bischof Arbeo (Freising, 764–784)
- Bischof Wisurich (Passau, 770–777)
- Bischof Tozzo (Augsburg, 772–778)
- Kloster Herbrechtingen
0907D: Karl schenkt die "villa herbrechtingen" im Bistum Augsburg seinem obersten Kapellan, dem Abt Fulrad von Saint-Denis bei Paris, der hier ein Kloster gründet. Er errichtet die dem heiligen Dionysius geweihte Kloster-, spätere Stifts- und heutige evangelische Pfarrkirche. 777 überträgt Fulrad die Zelle Herbrechtingen an seine Abtei Saint-Denis. - Bischof Virgil (Salzburg, 746–784)
- Salzburger Dom
0925: Im Jahr 774 wird der erste karolingische Dom in Salzburg vollendet und bildet als dreischiffige Basilika ohne Querhaus den neuen monumentalen Mittelpunkt des Bischofssitzes. Die Kirche besitzt eine einzelne Apsis und ein vorgelagertes Atrium (Paradies), dazu ein separates Baptisterium, das die Bedeutung der Taufhandlung für die junge Bischofskirche betont. Mit einer Länge von etwa 66 bis über 70 Metern und einer Breite von rund 33 Metern ragt der Bau für die Verhältnisse nördlich der Alpen außergewöhnlich hervor und gilt zu dieser Zeit als das wohl größte Kirchengebäude dieser Region. Am 25. September tritt Abtbischof Virgil vor Klerus, Mönche und Gläubige und weiht den neuen Dom feierlich als Bischofskirche Salzburgs. Die Weihe findet in Anwesenheit geistlicher und weltlicher Würdenträger statt, Reliquien werden im Altar beigesetzt, und der Dom wird den Heiligen Petrus und Rupert geweiht. - Fortsetzung 772
Langobardenreich
- König Desiderius (757–774)
Die Franken überschreiten im Sommer die Alpen, und Desiderius verschanzte sich in Pavia, das ab September belagert wird; zu Details siehe FRÄNKISCHES REICH.
Herzogzum Mailand
Herzogtum Friaul
- Herzog Petrus (751–774)
- Herzog Hrodgaud (774-776)
Karl setzt Hrodgaud als neuen dux von Friaul ein. - Nach der Eroberung des Langobardenreiches durch Karl den Großen kann der ehemalige Herzog Anselm sein Amt als Abt von Nonantola wieder aufnehmen. Über seine weitere Tätigkeit ist fast nichts überliefert, doch ist bekannt, dass Karl nach der Eroberung Pavias und der Absetzung Desiderius’ auf Widerstand des Herzogs von Brescia, eines Neffen des Königs, trifft. Der fränkische König versucht nach vergeblichen Drohungen durch Vermittlung Anselms, den Rebellen zur Aufgabe zu bewegen, doch bleibt diese Gesandtschaft erfolglos.
- Fortsetzung 776
Herzogtum Spoleto
- Herzog Hildeprand (774–789)
Theodicius stirbt bei den Kämpfen während der Belagerung von Pavia, an der Seite der lombardischen Kräfte, die sich gegen die Franken unter Karl dem Großen stellen. Die Langobarden des Herzogtums wählen Hildeprand zu ihrem neuen Herzog und unterwerfen sich rasch den Franken. Hildeprand aber flieht nach Rom flieht, wo er Schutz sucht. In Rom erweist er Papst Hadrian I. öffentlich die Ehre und leistet ihm förmlich den Treueid, indem er dem Papst als weltlichem Herrn des Herzogtums Spoleto huldigt. Mit diesem Schritt stellt Hildeprand das Herzogtum zunächst ausdrücklich unter päpstliche Oberherrschaft, in der Hoffnung, dass die Nähe zum Papsttum ihm Rückhalt gegen direkten fränkischen Zugriff verschafft. So entsteht noch im selben Jahr eine komplizierte Dreieckskonstellation zwischen Spoleto, dem Papsttum und Karl dem Großen, in der die Frage, wem Hildeprand letztlich untersteht, bewusst offenbleibt. - Fortsetzung 775
Herzogtum Benevent
- Herzog Arichis II. (758–787)
Arichis gründet das Kloster Santa Sofia in Benevent und setzt im November seine Schwester als erste Äbtissin ein. Er schileßt mit Karl dem Großen ein Bündnis, das die fränkische Oberhoheit formell anerkennt, Benevent aber faktisch selbstständig lässt. Noch im Jahr 774 nimmt Arichis II. den Titel eines princeps an und regiert mit königsgleicher Macht, wobei er sein Principat als Fortsetzung des langobardischen Königtums versteht und damit die Eigenständigkeit Benevents gegenüber dem nun fränkisch beherrschten Norden demonstriert. Nach 774 greift Arichis II. in Bereiche, die bisher dem Königtum vorbehalten sind, und nimmt das königliche Recht in Anspruch, Gesetze zu erlassen. Er novelliert den Edictus Rothari, das langobardische Gesetzeswerk, und tritt damit bewusst als gesetzgebender Herrscher auf. - Fortsetzung 787
SPANIEN
Königreich Asturien
- König Aurelio (768–774)
Aurelios Herrschaft stirbt an einer Krankheit. - König Silo (774–783)
Silo regiert von 774 bis 783 als König von Asturien. Er ist mit Adosinda verheiratet, einer Tochter des Königs Alfons I., und verdankt diesem dynastischen Bündnis seine Erhebung nach dem Tod des Königs Aurelio. Sein Vater bleibt unbekannt, doch seine Mutter stammt offenbar aus dem muslimisch beherrschten Gebiet der Iberischen Halbinsel, was erklärt, warum er – wie schon Aurelio – den Frieden mit den Arabern wahrt, "um seiner Mutter willen", wie es die Chronik von Albelda vermerkt. Silo verlegt nach seiner Thronbesteigung die Hauptstadt des Königreichs Asturien von Cangas de Onís nach Pravia, wo er als lokaler Magnat über umfangreichen Grundbesitz verfügt und wo der Ort als römische Siedlung an einer wichtigen Straße im Tal des Nalón strategische Vorteile bietet. Während seiner Herrschaft kommt es im Inneren des Reiches zu einer erneuten galicischen Erhebung, der zweiten nach einer früheren Revolte in der Zeit Frelas I.; bei Montecubeiro im späteren Lugo treffen die Rebellen auf Silos Heer, werden geschlagen, und der Aufstand erlischt. Aus diesem frühen Abschnitt seines Regnum stammt auch das älteste bekannte mittelalterliche Schriftstück der Iberischen Halbinsel, das sogenannte Diploma des Königs Silo vom 23. August 775, in dem er Mönchen im Ort Tabulata, dem heutigen Trabada bei Lucus Augusti (Lugo), Güter als Seelstiftung überträgt, damit sie ein Kloster gründen. Silo bleibt kinderlos, fördert gemeinsam mit Adosinda aber den jungen Alfonso, Sohn des Königs Fruela I. und Neffe seiner Gemahlin, dem er das Amt des Gouverneurs des königlichen Palastes überträgt und den er damit politisch als Nachfolger vorbereitet. - Fortsetzung 783
KIRCHENSTAAT
- Papst Hadrian I. (772–795)
Karl der Große erreicht zu Ostern Rom, nachdem er das Langobardenreich militärisch niedergerungen hat. Gegenüber Hadrian bestätigt er die früheren Schenkungszusagen seines Vaters Pippin und stellt die Pentapolis sowie weitere langobardische Gebiete dem Papsttum wieder her. Damit verfestigt sich ein enges Bündnis zwischen dem Papst und dem Frankenreich, das Hadrians Politik in den kommenden Jahren stärker prägt als die Beziehungen zum byzantinischen Kaiser in Konstantinopel. - Fortsetzung 787
REPUBLIK VENEDIG
- Doge Maurizio Galbaio (764–797)
Maurizio setzt in Olivolo (dem späteren Castello) im Osten des heutigen Venedig das erste eigene Bistum der Lagune durch. Auf den neuen Bischofssitz setzt er einen Kleriker aus einer tribunizischen Familie Metamaucums, Obelierio (Obeliabatus), und nutzt diesen Bischofsstuhl, um zwischen tribunizischen Familien Macht auszugleichen. Der Doge entscheidet zum ersten Mal, wer Bischof im venezianischen Dukat wird. Damit entsteht zugleich eine scharfe kirchenrechtliche Grenze zum Frankenreich, weil die Besetzung von Bischofsstühlen in das Spannungsfeld zwischen Patriarchen von Aquileia, Papst und byzantinischem Kaiser gerät. Papst Hadrian I., der sich des ehemaligen Exarchats von Ravenna bemächtigt, richtet ein Schreiben an König Karl und bewirkt, dass allen venezianischen Kaufleuten der Zugang zur Pentapolis und zum Ravennatischen verboten wird; sie sollen vertrieben und ihres Besitzes beraubt werden, offiziell wegen des Handels mit Sklaven und Eunuchen. Diese Maßnahme trifft Venedig wirtschaftlich hart und verschärft den Gegensatz zu den Franken. Maurizio erreicht, dass der byzantinische Kaiser seinen Sohn Johannes als Nachfolger im Dogenamt bestätigt. - Fortsetzung 785
ERSTES BULGARISCHES REICH
- Knjas Telerig (768–777)
Im Mai beginnt Konstantin einen groß angelegten Angriff auf das bulgarische Reich: Eine Flotte von etwa zweitausend Schiffen segelt in Richtung Donaudelta segelt, welche die nördlichen Gebiete Bulgariens erobern soll. Gleichzeitig führt der Kaiser persönlich eine weitere Armee, die von Süden her in das bulgarische Territorium eindringt und dort einige südliche Gebiete des Reiches erobert. Obwohl die Flotte die Truppen erfolgreich in der Nähe von Warna an Land setzt und die byzantinische Offensive zunächst Erfolg verspricht, zieht sich Konstantin aus nicht erklärten Gründen wieder zurück, sodass die geplante Zerschlagung des bulgarischen Reiches erneut scheitert.
Schlacht von Berzitia
Nach diesem Erfolg plant der bulgarische Khan Telerig, mit einer kleinen Streitmacht von etwa 12'000 Kriegern den befestigten Ort Berzitia anzugreigen. Ein Spion meldet dem Kaiser die Absicht Telerigs. Konstantin V. befiehlt die Aufstellung eines großen byzantinischen Heeres von etwa 80'000 Mann, das er in südöstlicher Richtung in Marsch setzt, um die Bulgaren abzufangen. Mit dieser zahlenmäßig weit überlegenen Armee richtet sich der Kaiser so aus, dass er Telerig in der Nähe der Stadt Berzitia erwarten kann, bevor dieser seine eigenen Ziele erreicht. Als der bulgarische Khan mit seinen 12'000 Kriegern in die Nähe von Berzitia gelangt, steht er unerwartet einer stark überlegenen byzantinischen Streitmacht gegenüber. Trotz der Überraschung leisten die bulgarischen Krieger unter Telerig entschlossenen Widerstand und kämpfen lange gegen den zahlenmäßig weit überlegenen Gegner. Die Schlacht zieht sich hin, weil die Bulgaren sich nicht sofort auflösen, sondern ihre Positionen so gut wie möglich verteidigen und immer wieder Gegenwehr leisten. Schließlich müssen sich die Bulgaren aber der großen Zahl der byzantinischen Soldaten ergeben. Die Schlacht von Berzitia endet im Jahr 774 mit einem klaren Sieg der Byzantiner. - Fortsetzung 775
BYZANTINISCHES REICH
- Kaiser Konstantin V. (741–775)
Konstantin erringt in der Schlacht bei Berzitia einen Sieg über das Bulgarische Reich (siehe dort) - Patriarch Johannes (Grado, 766–802)
Die istrischen Bischöfe setzen ihre Loslösung vom Patriarchat von Grado fort, als das Frankenreich das Langobardenreich bis 774 erobert und seine Herrschaft bis nach Istrien ausdehnt. Johannes versucht, dieser Entwicklung mit weiteren Kontakten nach Rom und mit der Einbindung weltlicher Verbündeter entgegenzuwirken. - Patriarch Niketas I. (Konstantinopel, 766–780)
- Fortsetzung 775
IBERIEN
ARABER
(157/158 - 10./11. November)
Abbasiden
- Kalif al-Mansūr (754–775)
- Statthalter Humayd ibn Qahtaba (Chorasan 768-776)
- Imam der Zwölferschiiten: Mūsā al-Kāzim (765–799)
- Patriarch Elias II. (Jerusalem, 770–797)
- Papst und Patriarch Mina I. (767-776)
- Griechisch-orthodoxer Patriarch Politianos (768–813)
Emirat Noukour
Kalifat von Tlemcen
Emirat von Córdoba
UIGURISCHES KAGANAT
INDIEN
Pratihara
Chauhan-Dynastie
Östliche Chalukya
Rashtrakuta
- König Krishna I. (756-774)
- König Gowinda II. (774–780)
Govinda II. übernimmt die Herrschaft über das Rashtrakuta‑Reich und folgt seinem Vater Krishna I. auf den Thron, aber er überlässt die tatsächliche Verwaltung weitgehend seinem jüngeren Bruder Dhruva Dharavarsha, der auch unter den Namen Nirupama und Kalivallabha bekannt ist. Govinda II. zieht sich weitgehend in ein Leben voller sinnlicher Freuden zurück, während Dhruva die praktischen Regierungsaufgaben und die militärische Expansion übernimmt. Unter der militärischen Führung Dhruvas wächst das Reich erheblich; die Überlieferung betont, dass das Rashtrakuta‑Imperium unter seiner Leitung etwa das Dreifache der Ausdehnung erreicht, die es noch zur Zeit von Krishna I. besessen hat; man nenn Govinda II. in Inschriften und religiösen Texten "Vallabha" bzw. "Shrivallabha", was seine dynastische Einbindung und seine formale Autorität unterstreicht, selbst wenn er faktisch passiv bleibt. Die Pimperi‑Kupferplatten Dhruvas erwähnen ihn als Govindarāja und verbinden diesen Name mit dem Titel "Vallabhākhyaḥ". - Fortsetzung 780
Westliche Ganga-Dynastie
Pallava
Anuradhapura
TIBET
CHINA
(57./58. Zyklus - Jahr des Holz-Tigers; am Beginn des Jahres Wasser-Büffel)
Tang-Dynastie
KOREA
Silla
Balhae
- König Mun (737–793)
Ab 774 verwendet Mun zusätzlich die Ära-Bezeichnung Poryŏk, die mindestens bis 781 in Gebrauch bleibt. Die Tang-Dynastie erkennt ihn offiziell als König an, während Balhae ihn im eigenen Herrschaftsdiskurs mit Titeln wie "Taehŭng poryŏk hyogam kŭmnyun sŏngbŏp Taewang", "Kadokpu", "Seongwang" und "Kiha" als himmlischen Nachkommen und kaiserliche Gestalt darstellt. - Fortsetzung 793
JAPAN
QUELLEN
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16.09.2023 Artikel eröffnet
05.10.2023 Grundstock erstellt
24.02.2026 Grundstock ergänzt