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RÖMISCHE REPUBLIK

(ab urbe condita CCCXXXVIII = 338)

  • Konsulartribun Quintus Fabius Vibulanus Ambustus (1. Amtszeit)
    Quintus Fabius Vibulanus ist Konsulartribun. Die konkreten Handlungen der Konsulartribunen dieses Jahres sind nicht überliefert, als Hauptereignis gilt der gescheiterte Versuch der plebejischen Tribunen Spurius Maecilius und Marcus Metilius, ein neues Ackergesetz durchzusetzen.
  • Konsulartribun Spurius Nautius Rutilus (2. Amtszeit)
    Spurius Nautius Rutilus ist erneut als Konsulartribun im Amt. Die Volkstribunen Spurius Maecilius und Marcus Metilius bringen in diesem Jahr einen neuen Agrargesetzesvorschlag ein, der jedoch durch ihre eigenen Kollegen mit einem Veto belegt wird. Über das Verhalten der Konsulartribunen in dieser Angelegenheit ist nichts bekannt.
  • Konsulartribun Marcus Papirius Mugillanus (2. Amrtszeit)
    Marcus Papirius Mugillanus wird ebenfalls zum zweiten Mal Konsulartribun. Das Jahr ist, wie das vorherige, von ruhigen außenpolitischen Beziehungen und angespannten innenpolitischen Verhältnissen geprägt, verursacht durch das Wiederaufgreifen der Agrarfrage seitens der Volkstribunen.
  • Konsulartribun Aulus Sempronius Atratinus (3. Amtszeit)
    Aulus Sempronius Atratinus wird zum dritten Mal tribunus militum mit konsularischer Gewalt und übt das Amt zusammen mit Marcus Papirius Mugillanus und Spurius Nautius Rutilus aus, möglicherweise mit Quintus Fabius Vibulanus Ambustus als weiterem Kollegen, und in diesem Jahr bringen die Volkstribunen Salone Maecilius und Marcus Metelius einen agrarischen Gesetzesvorschlag ein, gegen den ihre Kollegen ihr Veto einlegen.
  • Fortsetzung 415

GRIECHEN

(4. Jahr der 90. / 1. Jahr der 91. Olympiade)

Molosser / Epirus

Makedonien

Athen

  • Peloponnesischer_Krieg (431-404)
    Der Nikiasfrieden, der den Peloponnesischen Krieg zwischen Athen und Sparta vorerst unterbrochen hat, befindet sich in seinem fünften Jahr. In Athen gibt es jedoch Kräfte, die diesen Frieden von Anfang an ablehnen, unter ihnen den ehrgeizigen und charismatischen Staatsmann Alkibiades, der eine ausschlaggebende Rolle spielt. Im Herbst 416 v. Chr. bitten Gesandte der sizilischen Stadt Segesta Athen um Beistand im Konflikt mit Syrakus und argumentieren, dass ein mächtiges Syrakus, das ganz Sizilien beherrscht, bald Sparta, den dorischen Verwandten auf der Peloponnes, zu Hilfe kommen und gegen Athen in den Krieg ziehen wird, sodass ein Eingreifen Athens als Präventivkrieg gilt. Die Gesandten versprechen außerdem die Finanzierung der Kriegskosten und erklären, dass Geld reichlich zur Verfügung steht.
    Melierdialog
    Während des Nikiasfriedens, der 415/16 zwischen Athen und Sparta vereinbart worden ist, treibt Athen den Konflikt mit den Meliern weiter voran. In dieser Phase des zwischenzeitlichen Friedens steht Melos als einzige der Kykladen neutral da und verweigert den Beitritt zum Attischen Seebund, weil die Insel eine Kolonie Spartas ist. In diesem Jahr setzt die Belagerung von Melos ein, deren Datum im Zusammenhang mit dem Peloponnesischen Krieg genannt wird. Die Athener und ihre Verbündeten, unter anderem aus Chios und Lesbos, landen mit einer Flotte von 38 Trieren auf Melos, um die Insel zu unterwerfen. Athen fordert ultimativ die Unterwerfung der Bewohner von Melos unter den Attischen Seebund, während die Verhandlungsführer der Melier versuchen, die Unabhängigkeit der Insel von Athen zu erhalten. Die athenischen Feldherren schicken Unterhändler in die Stadt mit dem Ziel, die Melier von den Vorteilen einer freiwilligen Unterwerfung zu überzeugen. Die von Thukydides gestaltete Verhandlung umfasst bis zur Beschlussfassung der Melier vierzehn Beiträge der Athener und dreizehn der Melier, wobei die Einlassungen der Athener auch an Länge ein leichtes Übergewicht haben. Erörtert werden Fragen von Macht und Recht im zwischenstaatlichen Verhältnis sowie die Chancen wohlwollender Neutralität und entschlossenen Widerstands. Die Melier sehen sich angesichts der vorgefahrenen athenischen Streitkräfte von Anfang an skeptisch, mit ihren Rechtsgründen durchdringen zu können, und erkennen für sich am Ende nur die Wahl zwischen Krieg und Knechtschaft. Die Athener verzichten darauf, ihre Forderung mit „schönen Worten“ oder mit „endlosen und unglaubhaften Reden“ zu begründen und verweisen stattdessen darauf, dass Recht in menschlichen Verhältnissen nur bei Gleichheit der Kräfte zur Geltung kommt, während Überlegene das Mögliche für sich durchsetzen und Schwächere sich fügen müssen. Die Melier halten den Athenern die Leichtfertigkeit der Preisgabe des Rechts vor und weisen darauf hin, dass auch Athen einmal einen Machtverlust erfahren könnte und dann auf rechtliches Denken und Handeln anderer angewiesen wäre. Die Athener zeigen sich von einem möglichen Machtverlust wenig beeindruckt und betonen, hier und jetzt gehe es darum, Melos zu erhalten, um die Insel zum Vorteil beider Seiten dienstbar zu machen, sodass die Athener ihre Streitmacht schonen können und die Melier als Untertanen am Leben bleiben und ihr Land behalten. Die Melier fragen die Athener, ob es ihnen nicht genügen könne, dass Melos sich unter Wahrung eines freundlich-neutralen Verhältnisses keiner der beiden Kriegsparteien anschließt, worauf die Athener antworten, eine solche Freundschaft lasse sie bei anderen als schwächlich erscheinen, während der Hass der Unterworfenen ihre Stärke betone. Als die Melier darauf hinweisen, die Athener müssten mit einem Vorgehen gegen Melos alle zu Feinden machen, die sich bisher neutral gehalten haben, erklären die Athener, dass sie von unentschiedenen Festlandstädten wenig zu fürchten haben, im Unterschied zu den unterworfenen und noch nicht unterworfenen Inseln wie Melos im Seereich. Diese Einschätzung führt die Melier zu dem Schluss, dass es in einer Lage, in der die Athener und die von ihnen Unterworfenen bereit sind, gegeneinander das Äußerste zu wagen, von ihnen als noch Freien gar zu niedrig und feig wäre, nicht jeden Weg zu versuchen, bevor sie Sklaven werden. Die Athener warnen die Melier davor, auf irreführende Hoffnungen zu setzen, und nennen als Beispiele Weissagung, Göttersprüche und all das, was mit Hoffnungen Unheil stiftet. Die Melier räumen ein, dass sie den Kampf unter sehr nachteiligen Bedingungen aufnehmen müssen, sehen aber Zuversicht angesichts ihrer gerechten Sache und des zu erwartenden Beistands durch den Spartanischen Bund als nicht unvernünftig an. Die Athener erklären ihr Handeln für übereinstimmend mit den Gesetzen der menschlichen Natur und spotten über den vermeintlichen Unverstand der Melier, deren Hoffnung auf spartanische Hilfe sie als Kinderglauben und Torheit bezeichnen. Nach je drei weiteren Reden und Gegenreden zu den Beistandsperspektiven in einem Abwehrkampf endet die Verhandlung mit der Aufforderung der Athener, bei der Beschlussfassung zu bedenken, dass wer seinesgleichen nicht nachgibt, dem Stärkeren wohl begegnet und gegen den Schwächeren Maß hält, meist am besten fährt, und dass die Melier über ihr Vaterland mit einem einzigen Beschluss entscheiden, der treffen oder missglücken kann. Nach der Beratung erklären die melischen Oligarchen in einer kurzen Wiederaufnahme des Dialogs, dass sie ihre seit 700 Jahren bestehende Freiheit nicht aufgeben, sondern sich dem Beistand der Götter und der Spartaner anvertrauen und einer Unterwerfung widersetzen. Die Athener beginnen daraufhin mit der Belagerung der Stadt und haben an eigenen Truppen 1200 Hopliten, 300 Schützen und 20 Reiterschützen übergesetzt sowie von den Verbündeten 1500 Schwerbewaffnete. Die Feldherren Kleomedes und Teisias lassen den Ort zunächst mit einer Belagerungsmauer umschließen und fahren nach der Einteilung der Wachen mit ihrer Hauptmacht wieder ab. Bei zwei nächtlichen Ausfällen gelingt es den Meliern, einige Wachleute zu töten und Getreidevorräte in die Stadt zu schaffen. Die Hoffnungen der Belagerten auf spartanischen Entsatz zerschlagen sich, und sie leiden im Winter schweren Hunger, der in späteren Jahrhunderten sprichwörtlich als „melischer Hunger“ bezeichnet wird. Nach dem zweiten Ausfall führen die Athener die Belagerung wieder energischer und senden ein neues Heer unter dem Befehl des Philokrates, worauf sich Melos, nachdem zuletzt noch Verrat hinzukommt, schließlich auf Gnade oder Ungnade ergibt. Nachdem sich Melos auf Gnade oder Ungnade ergeben hat, beschließt die Volksversammlung in Athen gemäß dem Antrag des Alkibiades über das Los der Gefangenen. Die Athener richten alle erwachsenen Melier hin, soweit sie in ihre Hand fallen, und verkaufen die Frauen und Kinder in die Sklaverei. Den Ort gründen sie später neu, indem sie dort 500 attische Bürger ansiedeln.
  • 416: Sokrates (53)
    Sokrates erscheint als Ehrengast auf dem berühmten Symposion anlässlich des Tragödiensieges des jungen Agathon. In der platonischen Überlieferung nehmen dort auch Aristophanes und Alkibiades in wichtiger Rolle teil. Das Symposion gehört im Text zu den biographisch datierbaren Ereignissen des Sokrates.
  • Fortsetzung 415

Sparta

Bosporanisches Reich

ODRYSEN

ACHÄMENIDENREICH

KUSCH

INDIEN

Haryanka

Anuradhapura

CHINA

Zeit der Streitenden Reiche
(38. (39.) Zyklus, Jahr des Holz-Büffels; am Beginn des Jahres Holz-Ratte)

Jin

  • Herzog You (433–416)
    Nach einer achtzehnjährigen Regierungszeit stirbt You (gemäss der Angaben in den „Aufzeichnungen des Grossen Historikers“ wird You von Räubern getötet, als er in der Nacht heimlich die Stadt verlässt, um seine Geliebte zu treffen); nach seinem Tod setzt Markgraf Wen von Wei den Sohn von Herzog You, Herzog Lie, auf den Thron von Jin.
  • Fortsetzung 415

Qin

Zhou

Wei

Qi

Chu

JAPAN

QUELLEN

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13.7.2026: Artikel eröffnet und Grundstock erstellt

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