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822

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MAYA

Copan

  • Ajaw Ukit Took (822-830)
    Ukit Took ist der letzte Ajaw von Copán. Er besteigt am 6. Februar den Thron. Er lässt Altar L im Stil von Altar Q in Auftrag geben, doch das Monument wird nie vollendet: Eine Seite zeigt die Thronbesteigung des Herrschers, eine zweite Seite wird begonnen, während zwei weitere Seiten vollständig leer bleiben. Die lange Reihe der Herrscher der einst bedeutenden Stadt endet. Noch zuvor wird selbst der Adel von Krankheiten getroffen, möglicherweise weil sich Epidemien unter den unterernährten Massen bis zur Elite ausbreiten. Mit dem Ende der politischen Autorität in Copán sinkt die Bevölkerung auf einen Bruchteil ihrer früheren Höchstzahl.
  • Fortsetzung 830

PIKTEN

KELTEN

  • Der König von Meath ist gleichzeitig auch Hochkönig von Irland.

Ailech

Ulster

Connacht

Meath

Leinster

Gwynedd

Powys

NORDGERMANEN

Dänemark

ANGELSACHSEN

Northumbria

Mercia

  • König Ceolwulf I. (821–823)
    Während seiner Herrschaft führt Ceolwulf die expansive Politik seines Vorgängers gegenüber den walisischen Königreichen fort und erobert die Festung Deganwy, wodurch das Königreich Powys kurzzeitig unter seine Kontrolle gerät.
  • Erzbischof Wulfred (Canterbury, 805-832)
    Bis September ist Wulfred wieder als Erzbischof im Amt; noch im September erwirkt Wulfred mit Ceolwulf eine Vereinbarung, die sich in der Königskrönung niederschlägt, die um etwa ein Jahr wegen des Konflikts mit dem Erzbischof verzögert worden ist.
  • Fortsetzung 823

Wessex

Essex

FRÄNKISCHES REICH

  • König, Kaiser Ludwig der Fromme (814–840)
  • Bußakt von Attigny
    Für August wird auf Wunsch der Geistlichkeit eine kombinierte Reichsversammlung und Synode in die Königspfalz Attigny einberufen, da die Amnestie offenbar nicht ausreicht und die Überwindung der Zerwürfnisse auch religiös manifestiert werden soll. Ludwig der Fromme legt auf dieser Versammlung freiwillig ein öffentliches Schuldbekenntnis ab, das sein Handeln gegenüber Bernhard im Besonderen sowie gegenüber den übrigen Familienangehörigen im Allgemeinen umfasst, und unterwirft sich einer Kirchenbuße, deren Inhalt nicht überliefert ist. Die anwesenden Kleriker kommen Ludwig bei diesem Bußakt zu Hilfe, indem sie ihrerseits Verfehlungen bekennen und Besserung versprechen; der Kaiser bleibt damit nicht allein, und die Synode präsentiert sich zukunftsweisend als Reformsynode. Ludwig erreicht diesmal sein Ziel: Seine Herrschaft ist für die nächsten Jahre stabilisiert. Der Historiker Franz-Reiner Erkens beschreibt Ludwigs Bußakt nicht als Tiefpunkt der kaiserlichen Herrschaft und als Beginn einer unaufhaltsamen Talfahrt der imperialen Macht, sondern als Höhepunkt von Ludwigs sakerdotalem Wirken als für den Schutz der Kirche und das Seelenheil aller Menschen verantwortlichem Gottesdiener und Sachwalter des Höchsten, für den als Herrscheraufgabe nichts wichtiger erscheint, als das Reich und sich selbst mit Gott zu versöhnen.
  • Der Winter 821/22 ist in Europa extrem streng. Rhein, Donau, Elbe und Seine sind monatelang von Eis überzogen. Viele Menschen und Tiere erfrieren. Kaiserin Judith, die zweite Frau Ludwig des Frommen hilft den Menschen, wofür ihr der Abt von Fulda, Rabanus Maurus und der Dichtermönch Walahfrid Strabo mit wunderschönen Versen danken, die in die Literaturgeschichte eingehen werden.
  • Letztes in Quellen belegtes Erscheinen einer awarischen Gesandtschaft in Frankfurt
  • Frankfurter Stadtbefestigung
    um 822: Zum Schutz der Königspfalz Frankfurt werden von Ludwig dem Frommen in Auftrag gegebene erste Befestigungsanlagen in Frankfurt fertiggestellt.
  • Mitkaiser Lothar I. (817/823–855; nun auch König der Langobarden (822–855)
    Lothar erhält Italien als Herrschaftsbereich.
  • Bernhard
    Bernard vollzieht in Attigny eine öffentliche Bußhandlung, bei der er vor dem gesamten Hof bekennt, seinen Neffen sündhaft getötet zu haben, und er nimmt auch seine Halbbrüder wieder in seine Gunst auf.
  • Erzbischof Ebo (Reims, 1. Amtszeit 816-835)
    Auf dem Reichstag zu Attigny, auf dem Ludwig seinen öffentlichen Bußakt ausführt, erhält Ebo den Missionsauftrag des Kaisers und die Zustimmung des Reichstages zur nordischen Mission, er reist nach Rom, wo er 822 oder 823 mit einer Papstbulle von Papst Paschalis I. den Missionsauftrag für den Norden erhält, ohne dass das Missionsgebiet näher umschrieben wird, er wird Missionsvikar und Missionslegat des Papstes nach dem Vorbild des Bonifatius und ihm wird eingeschärft, in Zweifelsfragen beim Papst rückzufragen.
  • Abt Hilduin (Saint-Denis, 814–840)
  • Abt Adalhard (Corvey, 822-826)
    Im Jahr 822 beteiligt sich Adalhard zusammen mit seinem Bruder Wala an der Gründung der Neuen Corbie, der Abtei Corvey an der Weser in Sachsen. Wala wird dort Abt. Im selben Jahr verfasst Adalard die Statuten der Abtei Corbie (Statuta antiqua abbatiae sancti Petri Corbeiensis), die später als Vorbild für andere Abteien dienen.
  • Bischof Gondulf (Metz, 816–823)
  • Bischof Waltcaud (Lüttich, 810/811-831)
  • Erzbischof Hadebald (Köln, 819–841)
  • Bischof Willerich (Bremen, 805–837)
  • Erzbischof Haistulph (Mainz, 813–825)
    Am 15. Januar weiht Haistulph die Begräbniskirche St. Michael. Die Konzeption dieser Kirche geht auf Hrabanus Maurus zurück. Die Weihenotizen Hrabanus Maurus zu diesem und dem vorherigen Weihedatum sind von Brun Candidus in der Vita Abt Eigils überliefert. Über das weitere Wirken Haistulphs ist wenig bekannt. Wie sein Vorgänger fördert er Kloster Bleidenstadt. Er fördert auch Kloster Hersfeld, obwohl ihm dieses von Ludwig dem Frommen entzogen und einem eigenen Abt, Brunward I., unterstellt wird.
  • Erzbischof Hetti (Trier, 814–847)
  • Bischof Wolfgar (Würzburg, 809–831)
  • Abt Eigil (Fulda, 818–822)
  • Abt Hrabanus Maurus (Fulda, 822–842)
    Am 15. Juni wird Hrabanus Maurus für zwanzig Jahre Abt des Klosters Fulda. Das Kloster beherbergt einschließlich der Nebenklöster mehr als 600 Mönche und weitere Personen. Hrabanus vergrößert die Klosterbibliothek, baut die Klosterschule zu einer der renommiertesten Schulen im Fränkischen Reich aus, vermehrt Kirchen- und Reliquienschätze und vermehrt auch die Reliquien der dem Kloster Fulda zugehörigen Klöster Solnhofen, Roßdorf und Holzkirchen. Er lässt den verstreuten Grundbesitz des Klosters in einem achtbändigen Chartular erfassen, organisiert die Güterverwaltung durch ein hierarchisches System von Fronhöfen und Oberfronhöfen und kümmert sich um die seelsorgerliche Versorgung der Bauern. Fulda entwickelt sich unter seiner Leitung zu einem führenden kirchlichen Zentrum. Seine engen Beziehungen zum Kaiserhaus tragen dazu bei. Er übernimmt Aufgaben im Reichsdienst und ist dadurch besonders in den späteren Jahren seines Abbatiats länger von seinem Kloster abwesend. Er vertritt entschieden den Gedanken der Reichseinheit, folgt zunächst Kaiser Ludwig dem Frommen und nach dessen Tod Kaiser Lothar I., jedoch nicht Ludwig dem Deutschen, in dessen Herrschaftsbereich Fulda liegt.
    Michaelskirche (Fulda)
    Die Michaeliskirche in Fulda wird fertiggestellt und am 15. Januar vom Mainzer Erzbischof Haistulph geweiht.
    Eigil
    Der ehemalige Abt Eigil stirbt hochbetagt im Kreis seiner Brüder im Kloster Fulda, wahrscheinlich am 15. Juni oder alternativ am 6. August. Sein Sterbeort ist Fulda. Sein Grab befindet sich in der als Abtsgrablege konzipierten Krypta der von ihm in Auftrag gegebenen Michaelskirche. Der Überlieferung nach gräbt Eigil dieses Grab nach dem Vorbild Benedikts von Nursia mit eigenen Händen. Um 840 verfasst der Fuldaer Mönch Brun Candidus eine Biographie Eigils. Dieses Werk entsteht als opus geminum in zwei Büchern, eines in Prosa (Buch I) und eines in Versen (Buch II). Der katholische Gedenktag Eigils ist am 15. Juni.
  • Bischof Wolfleoz (Konstanz, 811–838/39)
  • Verbrüderungsbuch der Abtei Reichenau
    Das Verbrüderungsbuch der Abtei Reichenau, auch Reichenauer Verbrüderungsbuch, Liber confraternitatum Augiensis oder Liber memorialis Augiensis, ist ein lateinisch geschriebenes gebundenes Manuskript, das in den Jahren 822 bis 824 angelegt wird. Es enthält ein Verzeichnis der Gebetsbrüderschaften sowie Namenslisten der Stifter, Wohltäter und Personen, die mit dem Kloster in enger geistiger Bindung stehen, damit ihrer in den mönchischen Gebeten gedacht wird. Die mehr als 38'000 Personennamen auf 164 Seiten betreffen Klöster in Süddeutschland, Nordfrankreich, Italien, Belgien und Südfrankreich sowie weltliche Personen, die das Kloster finanziell fördern und deshalb als Wohltäter aufgeführt werden. Das Buch besteht aus drei Teilen mit insgesamt 93 Blättern aus Pergament oder Papier und ist in Holzdeckel gebunden. Teil 1 umfasst neun Papierblätter mit Verbrüderungsabmachungen, Todesanzeigen und weiteren Einträgen; er stammt aus dem 15. bis frühen 16. Jahrhundert. Teil 2 bildet mit 59 Kalbpergamentblättern und acht Papierblättern den zentralen und ältesten Teil; fünf weitere Blätter sind offenbar verloren. Teil 3 umfasst 15 Pergamentblätter aus Schafpergament mit Professlisten, Nachträgen und Urkundenabschriften und wird bis in das 12. und 13. Jahrhundert fortgeführt. Der Einband aus lederüberzogenen Holzdeckeln stammt aus dem 17. Jahrhundert oder spätestens vom Beginn des 18. Jahrhunderts; eine der beiden Schließen ist verloren. Die Blätter sind fast alle zwischen 19,5 und 20,5 Zentimeter breit und zwischen 26,8 und 28,5 Zentimeter lang. Bei der Anlage des Buches werden auf den Seiten 4 bis 85 Plätze für verschiedene Gruppen reserviert. Die Seiten 4 und 5 enthalten Namen lebender Mönche der Reichenau, die Seiten 6 und 7 Namen Verstorbener. Die Seiten 8 und 9 sind als Reserve vorgesehen, enthalten aber Einträge, die dem üblichen Plan nicht entsprechen. Die Seiten 10 und 11 nehmen die lebenden Mönche des Klosters St. Gallen auf; Seite 12 und wohl auch die verlorene Seite 13 enthalten die verstorbenen Mönche. Es folgen das Kloster Pfäfers, das Kloster Disentis und weitere Gemeinschaften. Insgesamt werden 50 verbrüderte Klöster, darunter Frauenklöster, sowie die Domkapitel der Bistümer Konstanz, Basel und Straßburg aufgeführt. Nach den vorgesehenen Mönchslisten folgen die Seiten 86 bis 92 als Reserve. Im ursprünglichen Buch schließen sich die Listen der lebenden und verstorbenen Wohltäter an; heute enthalten die Seiten 98 und 99 mehr als 200 Lebende und die Seiten 114 bis 123 mehr als 1.200 Verstorbene. Die Listen der Klöster, Bistümer und Wohltäter werden nur von fünf Händen geschrieben, von denen eine mehr als die Hälfte der Einträge ausführt. Später werden Nachträge am Rand und zwischen den Spalten eingetragen, bis jede freie Stelle genutzt wird. Die Seiten 93 bis 96, 109 bis 112 und 129 bis 134 enthalten Mönche aus Klöstern der Region von Lyon und Langres. Der größte Teil der Namen stammt von den Mönchen des Klosters Reichenau; Besucher dürfen sich teilweise selbst eintragen, insbesondere wenn ihre heimatliche Schrift nicht lateinisch ist. Das Buch trägt heute die Signatur Ms. Rh. hist. 27 und gehört zum Bestand der Handschriften der Zentralbibliothek Zürich.
  • Abt Gozbert (St. Gallen, 816–837)
  • Bischof Haito (Basel, 805-823)
  • Fortsetzung 823

Grafschaft Aragón und Conflent

Grafschaft Barcelona, Girona, Besalú und Osona

  • Graf Rampó (820–825)
    Die im Jahr 821 angeordnete Plünderung des muslimischen Gebiets wird den Angaben zufolge in Richtung des Flusses Segre ausgeführt. An dieser Expedition nimmt vermutlich auch Asnar I. Galí teil, Graf von Urgell und Cerdanya, zuvor Graf von Aragón.
  • Fortsetzung 825

Grafschaft Urgell, Cerdaña und Osona

Herzogtum Gascogne

Grafschaft Toulouse

Herzogtum Sachsen

​ Herzogtum Baiern

Herzogtum Mailand

  • Erzbischof Bono (Mailand, 818-822)
    Bono stirbt am 23. Januar in Mailand und wird in der Basilika Sant’Ambrogio in Mailand bestattet.
  • Erzbischof Angilbert I. (Mailand, 822-823)
    Angilbert stammt wahrscheinlich aus fränkischer Herkunft. Er wird auf Druck des Kaisers Lothar zum Erzbischof von Mailand gewählt, da dieser einen Aufstand nach dem Vorbild jenes Aufstands befürchtet, den der heilige Anselm I. Biglia einige Jahre zuvor unternimmt, und deshalb einen Vertrauensmann auf den Mailänder Bischofsstuhl setzen will. Während seiner nur einjährigen Amtszeit beginnt Angilbert den Bau einer neuen Mailänder Kathedrale, die der heiligen Maria geweiht ist und "jemale" genannt wird. Außerdem leitet er die Restaurierung der Friedhofsbasilika bei der Porta Nuova ein, die er dem heiligen Dionysius Mariani weiht, einem Mailänder Erzbischof, der mehrere Jahrhunderte zuvor im Exil in Kappadokien stirbt.
  • Fortsetzung 823

Markgrafschaft Friaul

  • Markgraf Balderich (819–828)
    Erst als ein noch stärkeres Aufgebot als im Vorjahr von Norditalien aus vorrückt, geführt wohl wiederum von Balderich, muss Ljudevit die Eroberung seiner befestigten Plätze fürchten.
  • Fortsetzung 823

Markgrafschaft Toskana

Herzogtum Spoleto

  • Herzog Winigis (789–822)
    Winigis legt sein weltliches Amt als Herzog von Spoleto nieder und zieht sich ins Kloster zurück. Dort stirbt er kurze Zeit später an Krankheit; der Text nennt außerdem seinen Nachfolger Suppo I.
  • Herzog Suppo I. (822–824)
    Suppo I., auch Suppone genannt, ist ein fränkischer Adliger, der zu Beginn des 9. Jahrhunderts Landbesitz im Königreich Italien hat. Er hat wahrscheinlich eine langobardische Ehefrau, da sein zweiter Sohn Adelchis heißt. Nach der Abdankung und dem Tod des Herzogs Winigis wird Suppo I. vom dankbaren Kaiser zum Herzog von Spoleto ernannt, da Suppo im Jahr 818 entscheidend zur Niederschlagung der Rebellion Bernhards gegen Kaiser Ludwig den Frommen beigetragen hat. Er übergibt Brescia, wo er zuvor Graf gewesen ist, seinem Sohn Mauring.
  • Fortsetzung 824

Herzogtum Benevent

SPANIEN

Asturien

KIRCHENSTAAT

  • Papst Paschalis I. (817–824)
    Ludwig der Fromme bestätigt zunächst die mit Stephan IV. in Reims erzielte und im Dokument „Pactum Ludovicanum“ festgehaltene Vereinbarung über freie Papstwahlen und Nichtintervention in Kirchenangelegenheiten ohne ausdrückliche Bitte um Hilfe, und Ludwig der Fromme und Paschalis I. wirken zusammen, indem sie Erzbischof Ebbo von Reims zur Missionierung der Dänen entsenden.
    Die Gebeine der Heiligen Cäcilia von Rom, Patronin der Kirchenmusik, werden in den Katakomben von San Callisto an der Via Appia außerhalb von Rom wiederentdeckt. Daraufhin lässt Papst Paschalis I. die Kirche Santa Cecilia in Trastevere neu aufbauen und die Gebeine der Heiligen darin beisetzen.
  • Fortsetzung 823

REPUBLIK VENEDIG

WESTSLAWEN

Abodriten

SÜDSLAWEN

Pannonien

  • Fürst Ljudevit (810-823)
    Im Jahr 822 kommt es zu der letzten großen fränkischen Invasion, während der der Patriarch von Grado, Fortunat, der Ljudevit unterstützt, nach Zadar flieht und dort unter byzantinischem Schutz ins Exil geht. Nach dem letzten fränkischen Angriff verlässt Ljudevit nach dem Bericht Einhards die Stadt Sisak und flieht zu den Serben, die nach dieser Quelle einen großen Teil Dalmatiens beherrschen, wobei er in der zeitgenössischen Vita Hludovici ohne die dortige Beschreibung der Serben erscheint und später den serbischen Župan, der ihn aufgenommen hat, tötet, um vorübergehend selbst die Herrschaft in dessen Župa zu übernehmen. Die in den Hauptquellen erwähnten Serben und Ljudevits Flucht dorthin werden seit dem 19. Jahrhundert von Historikern diskutiert, wobei Tadija Smičiklas keine genaue Lokalisierung wagt, Vjekoslav Klaić das Gebiet jenseits von Save und Bosna ansiedelt, Ferdo Šišić den Ausdruck ad Sorabos südöstlich von Save und Vrbas nahe bei den dalmatinischen Kroaten verortet und Vladimir Ćorović zwar die Flucht erwähnt, aber nicht weiter ausführt, während die 1953 erschienene „Geschichte der Völker Jugoslawiens“ zusätzliche, offenbar erfundene Einzelheiten einführt. Anto Babić setzt sich mit dem ursprünglichen Text und der Frage auseinander, ob sich die Wendung auf eine einzelne Burg oder ein größeres Gebiet bezieht, Svetislav M. Prvanović versucht, Ljudevit und die Guduscani mit der römischen Stadt Guduscum im Osten Serbiens in Verbindung zu bringen, stützt sich dabei aber nur auf die Deutung eines Kommas in einem Text von Franjo Rački und weitere Vermutungen, während Sima Ćirković zwar von einem Konsens ausgeht, der den Fluchtort irgendwo in Bosnien sieht, genaueres aber für Spekulation hält, und Relja Novaković die bosnische Deutung als sinnlos bezeichnet und von einer fehlenden Verbindung zu Bosnien ausgeht. Nada Klaić hält das Ziel von Ljudevits Flucht für das mittelalterliche Grafschaftsgebiet Srb an der Una, wohingegen Ivo Goldstein diese Lokalisierung anerkennt, aber vor einer Überinterpretation der wenigen Quellen warnt, während Radoslav Katičić dieser Theorie widerspricht und Tibor Živković ihm darin folgt, indem sie hervorheben, die Quelle spreche von Serben, nicht von dem Ort Srb, und betone deren Herrschaft über einen großen Teil Dalmatiens statt über ein kleines Gebiet um Srb, sodass Živković es für plausibler hält, Ljudevits Fluchtweg von Sisak entlang der Save bis zur Mündung der Vrbas in die Save zu verstehen. John Van Antwerp Fine Jr. weist darauf hin, dass byzantinische Quellen für dieses Gebiet nur spärliche Nachrichten liefern und Serben dort schwer nachzuweisen sind, aber hält es für möglich, dass unter anderen Stämmen auch eine serbische Gruppe oder mehrere kleinere serbische Gruppen existieren, während Živković im Gegensatz dazu in den indirekten Berichten fränkischer Agenten in Sisak und Kroatien eher einen Hinweis auf einen serbischen Herrschaftsanspruch über Teile der römischen Provinz Dalmatia sieht, der mit dem fränkischen Herrschaftsanspruch vergleichbar ist, ohne zwingend eine Besiedlung außerhalb anderweitig bekannter Räume vorauszusetzen, und Neven Budak schließlich betont, dass sich ein genauer Ort innerhalb der ehemaligen römischen Provinz Dalmatia kaum bestimmen lässt, aber am ehesten in Zentral- oder Ostbosnien zu suchen ist.
  • Fortsetzung 823

Kroatien

Serbien

  • Fürst Radoslav (814–822)
    Ljudevit geht von seinem Sitz in Sisak zu den Serben, die sich irgendwo im westlichen Bosnien befinden. In demselben Eintrag berichten die Königlichen fränkischen Annalen, dass die Serben einen großen Teil Dalmatiens kontrollieren und formulieren dies mit der Aussage, dass die Nation der Serben einen großen Teil Dalmatiens zu besitzen sagt. Gleichzeitig bemerkt John (Jr.) Fine, dass es in diesem Gebiet schwer ist, Serben zu finden, da die byzantinischen Quellen sich auf die südliche Küste beschränken, und dass es möglich ist, dass unter anderen Stämmen ein Stamm oder eine Gruppe kleiner Stämme von Serben existiert. Die Erwähnung „Dalmatia“ in den Jahren 822 und 833 in den fränkischen Annalen dient dabei als alter geographischer Begriff im Sinne eines Pars pro toto mit einer vagen Vorstellung davon, worauf dieser geographische Begriff tatsächlich verweist.
  • Fürst Prosigo (822?-830)
    Prosigoj ist ein serbischer Herrscher. Serbien ist ein dem Byzantinischen Reich unterworfenes slawisches Fürstentum im westlichen Balkan und grenzt im Osten an Bulgarien. Prosigoj ist der Sohn Radoslavs und der Enkel Višeslavs, des ersten namentlich bekannten serbischen Herrschers. Er folgt seinem Vater Radoslav nach; ihm folgt sein Sohn Vlastimir. Prosigoj gehört der Dynastie der Vlastimirović an, ist slawischer Heide und hat Vlastimir als Sohn. Er wird in De Administrando Imperio erwähnt, das aus der Mitte des 10. Jahrhunderts stammt. Er wird in der zweiten Hälfte des 8. Jahrhunderts geboren und stirbt in der ersten Hälfte des 9. Jahrhunderts. Die Regierungszeit ist nicht sicher bestimmbar, möglicherweise dauert sie von 822 bis etwa 835, eventuell aber auch bis 835.
  • Fortsetzung 830

ERSTES BULGARISCHES REICH

BYZANTINISCHES REICH

IBERIEN

KACHETIEN

ARABER

(206/207 - 26./27. Mai))

Abbasiden

Samaniden

Rustamiden

Idrisiden

Aghlabiden

Emirat von Córdoba

  • Emir al-Hakam I. (796–822)
  • Emir Abd ar-Rahman II. (822–852)
    Am 21. Mai folgt Abd ar-Rahman II. seinem Vater al-Hakam I. als Emir von Córdoba nach. Er führt während 20 Jahren fast ununterbrochen Krieg gegen Alfons II. von Asturien und hält dessen Vorstoss nach Süden auf.
    822-852: Er gilt als tatkräftiger und erfolgreicher Grenzkrieger sowie als Förderer der Künste. In seiner Jugend nimmt er am sogenannten „Massaker des Grabens“ teil, bei dem auf Befehl seines Vaters al-Hakam I. während eines Banketts 72 Adlige und Hunderte ihrer Gefolgsleute getötet werden. Abd ar-Rahman II. reagiert auf die Hilfegesuche Wilhelms von Septimanien in dessen Kampf gegen Karl den Kahlen, der Gebiete beansprucht, die Wilhelm als die seinen betrachtet. Abd ar-Rahman II. ist für sein öffentliches Bauprogramm in Córdoba bekannt und lässt Erweiterungen an der Moschee-Kathedrale von Córdoba vornehmen. Er ist an der Hinrichtung der „Märtyrer von Córdoba“ beteiligt und fördert den bedeutenden Komponisten Ziryab.
  • Fortsetzung 825

CHASAREN

UIGURISCHES KAGANAT

  • Kagan Chongde (821–824)
    Prinzessin Taihe verlässt am 28. August Chang'an, die Tang-Hauptstadt, unter der Begleitung des Generals Hu Zheng sowie der Beamten Li Xian und Yin You. Uigurische Truppen werden ebenfalls entsandt, um sie zu eskortieren und gleichzeitig die Grenzen Tibets anzugreifen. Taihes Gefolge reist nordwärts, überquert den Hexi-Korridor und macht einen weiten Bogen nach Norden, bevor es nach Osten und Süden abbiegt. Das Gefolge kehrt zunächst zur Hauptstadt zurück, geht dann nach Hezhong und rastet dort eine Zeitlang, bevor es weiter nordwärts entlang der östlichen Seite des Gelben Flusses zieht. Taihes Zug trifft erst Ende 822 am Hof der Uiguren ein. Als sie sich dem Hof nähern, schickt Chongde Qaghan mehrere hundert Soldaten, um sie zu begrüßen und zum Hof zu geleiten, doch Hu Zheng lehnt ab, weil seine Mission darin bestehe, die Prinzessin zu Chongde Qaghan zu eskortieren und er deshalb dieses letzte Stück der Aufgabe selbst erfüllen müsse. Nach ihrer Ankunft und nach der Festsetzung eines geeigneten Datums verleiht Chongde ihr den Titel khatun, die Frau des Qaghan. Hu Zheng und sein Gefolge erhalten vor ihrer Abreise ein Festmahl; Taihe weint dabei über einen Tag lang und hält sie für diese Zeit zurück, bevor sie tatsächlich abreisen. Chongde Qaghan beschenkt sie mit großem Schatz.
  • Fortsetzung 824

INDIEN

Pratihara

Chauhan-Dynastie

Rashtrakuta

Pallava

Pandya

Anuradhapura

TIBET

KHMER

CHINA

(58. (59.) Zyklus - Jahr des Wasser-Tigers; am Beginn des Jahres Metall-Büffel)

Tang-Dynastie

  • Kaiser Tang Muzong (821–824)
    Nach dem Ende des Feldzugs gegen die Rebellen wird Pei Du nach Chang’an zurückgerufen; zugleich gibt es gegen Yuan Zhen den Vorwurf eines Mordkomplottes gegen Pei, was aber nicht bewiesen wird. Im Herbst 822 meutern Soldaten des Xuanwu-Kreises gegen Li Yuan, töten seine Frau und zwingen ihn zur Flucht. Kaiser Muzong entscheidet sich gegen eine Kapitulation vor den Meuterern, ernennt Han Chong zum Militärgouverneur und schickt ihn nach Xuanwu; Li Jie verweigert die kaiserliche Ernennung, wird aber nach der Belagerung von Song-Präfektur von seinem Untergebenen Li Zhi getötet. Außerdem unterzeichnet Muzong den Friedensvertrag zwischen der Tang-Dynastie und dem tibetischen Reich.
  • Fortsetzung 823

KOREA

Silla

Balhae

JAPAN

QUELLEN

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02.08.2023 Artikel eröffnet

18.08.2023 Grundstock erstellt

07.08.2026 Grundstock ergänzt

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