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RÖMISCHE REPUBLIK

(ab urbe condita CCCXLI = 341)

  • Interrex Quintus Fabius Vibulanus Ambustus
    Im Jahr nach seiner zweiten Amtszeit als Konsulartribun ist Quintus Fabius Vibulanus Interrex und hält die Komitien ab. Infolge dieser Interrex-Tätigkeit werden für das folgende Jahr wieder Konsuln gewählt und nicht wie zunehmend üblich Kollegien von Konsulartribunen.
  • Konsul Lucius Furius Medullinus (1. Amtszeit)
    Lucius Furius Medullinus ist in diesem Jahr Konsul zusammen mit Aulus Cornelius Cossus; in einer anderen Überlieferung wird sein Kollege als Marcus Cornelius Cossus genannt. Er leitet die Untersuchung über eine Meuterei, die im Vorjahr stattgefunden hat und den Tod des Konsulartribuns Publius Postumius Albinus Regillensis verursacht hat. Bei der Urteilsfindung werden einige Soldaten schuldig gesprochen und anschließend zum Selbstmord gezwungen. Danach erhält Medullinus den Oberbefehl gegen die Volsker, die das Gebiet der Herniker überfallen haben. Er bringt die Volsker nicht zur Schlacht, weil sie sich in ihr eigenes Gebiet zurückziehen. Anschließend besetzt er Ferentinum; die Stadt und das umliegende Gebiet werden dann an die Herniker übergeben.
  • Konsul Gaius Valerius Potitus Volusus (1. Amtszeit)
    Gnaeus Cornelius Cossus und Lucius Furius Medullinus sind Konsuln, und sie sind nicht in der Lage, Carventum zurückzuerobern.
  • Fortsetzung 412

GRIECHEN

(3./4. Jahr der 91. Olympiade)

Syrakus

  • Hermokrates Durch eine Kriegslist verhindert er einen ungestörten Abzug der in Bedrängnis geratenen athenischen Feinde und hat dadurch maßgeblichen Anteil am vollständigen Sieg der Syrakusaner über Athen.
  • Fortsetzung 412

Molosser / Epirus

Makedonien

  • König Perdikkas II. (448–413)
    Vier Jahre nach dem Anschluss an die spartanisch-argivische Allianz bricht Perdikkas II unter athenischem Druck mit den Peloponnesiern. Er unterstützt Athen bei dessen Angriff auf Amphipolis. Im Jahr 413/412 stirbt Perdikkas und hinterlässt seinen Sohn Archelaos als Erben.
  • König Archelaos I. (413–399)
    Archelaos ist ein Sohn des makedonischen Königs Perdikkas II. Seine Mutter soll eine Sklavin seines Onkels Alketas namens Simiche gewesen sein. Laut der antiken Überlieferung kommt er gewaltsam durch Beseitigung seiner Verwandten auf den Thron. Hermann Bengtson und Ernst Badian verweisen darauf, dass solche Gewalttaten und die Tötung anderer Thronprätendenten im antiken Makedonien bzw. im Königshaus der Argeaden nicht selten sind. Nach dem Tod des Perdikkas II. übernimmt Archelaos nach der Überlieferung die Herrschaft. Zuvor hat er nach der Darstellung Platons bereits seinen Onkel Alketas und dessen Sohn Alexander beseitigt. Er räumt dann auch den rechtmäßigen Erben aus dem Weg, besteigt selbst den Thron und heiratet Kleopatra, die Witwe seines Vaters. Mit Kleopatra hat er einen Sohn namens Orestes, der Thronfolger werden soll, sowie zwei Töchter; Amyntas ist sein Sohn mit einer Nebenfrau. Fast unmittelbar nach seinem Regierungsantritt wendet sich Archelaos den Beziehungen zu Athen zu. Die Athener erleiden im Peloponnesischen Krieg im Spätjahr in Syrakus auf Sizilien eine vernichtende Niederlage, bei der die meisten ihrer Schiffe zerstört werden. Dadurch entsteht in Athen ein enormer Bedarf an Schiffsbauholz, und Archelaos kann den Preis diktieren, nutzt diese Möglichkeit aber nicht aus. Deshalb verleihen ihm die Athener und seinen Kindern die Titel proxenos und euergetes. - 413-399: Kriege in Makedonien: Auch die Auseinandersetzung mit dem makedonischen Lynkestis geht weiter, in die schon sein Vater Perdikkas II. verwickelt gewesen war. Es kommt zum Krieg mit Sirras, dem König von Elimiotis, und Arrhabaios, dem König von Lynkestis. Schließlich erreicht Archelaos ein Friedensabkommen mit Lynkestis und Elymaia und gibt Sirras seine älteste Tochter zur Frau.
    Einordnung der Reformen: Archelaos leitet eine Reihe innerer Reformen ein. Thukydides zufolge bringt er Makedonien durch die Gründung fester Plätze, eine bessere Ausrüstung des Heers und die Aufstellung einer schlagkräftigen Kavallerie in einen besseren Verteidigungszustand als seine Vorgänger. Die von ihm veranlasste Errichtung von Landstraßen stärkt die königliche Zentralgewalt und fördert Handel und Verkehr. Seinen Hof verlegt er von Aigai nach Pella, gliedert Niedermakedonien in Stadtbezirke, lässt hochwertige Münzen prägen und führt statt des phönikischen Münzfußes eine neue lydisch-persische Währung ein. - Kunst und Hof: Archelaos baut die kulturellen Kontakte zum südlichen Griechenland aus. In seinem neuen Palast in Pella, der von Zeuxis mit Gemälden ausgestaltet wird, bewirtet er berühmte Dichter, darunter Euripides, Agathon, Choirilos und Timotheos, sowie Musiker und Maler. Euripides verbringt seine letzten Jahre an Archelaos’ Hof, dichtet ihm zu Ehren das Drama Archelaos und verfasst kurz vor seinem Tod die Tragödie Die Bakchen. An Sokrates richtet Archelaos eine vergebliche Einladung an seinen Hof.
  • Fortsetzung 410

Athen

  • Peloponnesischer_Krieg (431-404)
    Sizilienexpedition (415-413)
    Frühjahr - Seeschlacht im Hafen und Ankunft der Verstärkung:
    Im Frühjahr wagt die mit 25 korinthischen Trieren verstärkte syrakusische Flotte eine Schlacht im Hafen gegen die traditionell überlegene athenische Flotte, die die Athener gewinnen. Auf athenischer Seite drängen vor allem die neu ernannten Strategen Menandros und Euthydemos auf den Kampf noch vor Eintreffen der erwarteten Verstärkungen, während der vorsichtige Nikias das Gefecht vermeiden will, aber schließlich Unrecht bekommt, da während dieser Seeschlacht Gylippos mit dem syrakusischen Heer drei athenische Außenposten bei Plemmyrion erobert, die die Hafeneinfahrt kontrollieren, ein Verlust, der sich später für die Athener als verhängnisvoll erweist. Die Syrakuser nehmen technische Neuerungen an ihren Trieren vor, indem sie den Bug mit zusätzlichen Streben verstärken, um ein Bug‑auf‑Bug‑Rammen zu ermöglichen, während die übliche Taktik darin besteht, mit dem Rammsporn seitlich in den Gegner zu rammen, eine Taktik, für die Raum zum Manövrieren nötig ist, der im Syrakuser Hafenbecken fehlt, sodass der bisher als „Steuermanns‑Torheit“ geltende frontale Rammstoß nun dank des verstärkten Bugs möglich wird und später einen Vorteil bringt. Während die Syrakuser eine dritte Seeschlacht vorbereiten, treffen Demosthenes und Eurymedon mit der athenischen Verstärkung ein, die aus 73 Trieren mit 5.000 Hopliten und vielen Peltasten besteht, was Nikias und seinen Truppen wieder Mut gibt. Die Athener unternehmen einen nächtlichen Angriff auf das Hochfeld in der Hoffnung, die nördliche Mauer doch noch vollenden zu können, doch dieser Angriff endet im Chaos, da nächtliche Kämpfe damals unüblich sind, und in einer athenischen Niederlage.
    Später im Jahr - Entscheidung, Mondfinsternis, Seeschlacht im Hafen, Landmarsch und Katastrophe:
    Nachdem der nächtliche Angriff scheitert, empfiehlt Demosthenes die Heimkehr nach Athen. Nikias zögert jedoch, weil er fürchtet, für den Fehlschlag zur Verantwortung gezogen zu werden und, wie er die Art der Athener kennt, nicht ohne Volksbeschluss abziehen will, da er davon ausgeht, dass viele Soldaten später zu Hause von Bestechung und Verrat der Feldherren sprechen würden, und er erklärt, er wolle lieber vor dem Feind fallen, als in Athen mit Schimpf und Schande ungerecht den Tod zu erleiden. Zugleich ist Nikias überzeugt, dass die Lage der Syrakuser noch schlechter ist als die der Athener. Erst als die Syrakuser kurz darauf zusätzliche Verstärkungen erhalten, stimmt auch Nikias der Heimkehr zu, und man rüstet sich heimlich für die Abfahrt. Als aber alles zur Abfahrt bereit ist, ereignet sich eine Mondfinsternis, die die Athener, insbesondere Nikias, als schlechtes Omen deuten, weshalb sie auf den Rat ihrer Seher hin beschließen, drei mal neun Tage abzuwarten. Die Syrakuser erfahren von den heimlichen Fluchtplänen der Athener, fühlen sich durch die Verzögerung ermutigt und beschließen, die Athener nicht entkommen zu lassen. Sie sperren die über einen Kilometer breite Hafenmündung mit quergestellten Schiffen. Als den Athenern die Nahrungsmittel ausgehen, versuchen sie, den Durchbruch zu erzwingen, geben ihre Mauern bis auf den Strand auf, bemannen ihre verbliebenen 110 Trieren und lassen nur die Kranken am Ufer zurück. Im etwa 4 Kilometer mal 2,5 Kilometer großen Hafenbecken entbrennt eine Seeschlacht, in der ungefähr 200 Trieren mit jeweils etwa 200 Mann, insgesamt also rund 40'000 Krieger und Ruderer, kaum Raum zum Manövrieren finden, wobei sich oft mehrere Schiffe ineinander verkeilen und untergehen, während es den Athenern nicht gelingt, die Sperre zu durchbrechen und sie sich schließlich an den Strand zurückziehen müssen. Demosthenes schlägt vor, am nächsten Morgen mit den nun noch verbleibenden 60 Trieren einen erneuten Durchbruchsversuch zu unternehmen, und Nikias stimmt dem zu, doch die demoralisierten Schiffsbesatzungen weigern sich zu gehorchen. Daraufhin beschließt das Heer, einen Ausbruchsversuch auf dem Landweg zu unternehmen und sich noch in derselben Nacht ins von den neutralen Sikelern beherrschte Landesinnere durchzuschlagen. Die Syrakuser verbreiten aber das Gerücht, die Wege seien bereits von ihren Truppen versperrt, woraufhin die Athener den Aufbruch auf den übernächsten Tag verschieben, was den Syrakusern Zeit gibt, Engpässe zu besetzen und Wegsperren zu errichten. Als die Athener schließlich aufbrechen und dabei die Kranken zurücklassen, umfasst der marschfähige Teil des Heeres angeblich immer noch 40'000 Mann. Ihre Zahl nimmt jedoch rasch ab, da sie ständig von Reitern und Bogenschützen angegriffen werden, unter Wasser- und Nahrungsmangel leiden und sich teilweise jeden Meter des Weges freikämpfen müssen. Das ursprüngliche Ziel, das Landesinnere, erweist sich nach zwei Tagen als unerreichbar, weil die Syrakuser einen Engpass besetzt und vermauert haben, und nach mehreren vergeblichen Versuchen der Athener, diesen Engpass zu überwinden, beschließen Nikias und Demosthenes, nun nach Süden zu marschieren, da der Weg zum verbündeten Katane im Norden ebenfalls versperrt ist. Nach vier Tagen verliert die Nachhut unter Demosthenes während eines Nachtmarsches den Anschluss an die Hauptstreitmacht und wird von dieser abgeschnitten. Diese 6000 Mann werden am Fluss Kakyparis, dem heutigen Cassibile, 14 Kilometer südlich von Syrakus, eingekreist und ergeben sich, nachdem ihnen Schonung versprochen wird. Nikias und der Rest des Heeres marschieren noch einen Tag weiter und werden am Fluss Assinaros gestellt, wo es zu einem blutigen Gefecht kommt, in dem die entkräfteten Athener unterliegen, während die Athener in aufgelöster Ordnung in den Fluss drängen, im Schlamm hängenbleiben, von oben von den Syrakusern beschossen werden und im Fluss und am Ufer geschlagen werden, wie Thukydides beschreibt. Nikias ergibt sich Gylippos mit der Bitte, die verbliebenen Athener zu schonen, und Gylippos kommt dem nach, während der Rest des Heeres gefangen genommen wird, allerdings gelingt einem großen Teil des Heeres während des Marsches die Flucht, ohne dass Thukydides eine Zahl nennt. Sowohl Nikias als auch Demosthenes werden von den Syrakusern hingerichtet, obwohl Gylippos sie gern als Trophäen nach Sparta gebracht hätte, insbesondere Demosthenes, der Sparta zehn Jahre zuvor in der Schlacht von Sphakteria eine folgenschwere Niederlage beigebracht hat. Die gefangenen 7000 Männer werden in einem Steinbruch bei Syrakus zusammengepfercht, wo diejenigen, die nicht als Sklaven verkauft werden, unter elenden Zuständen sterben.
  • Schauspiel "Elektra" (Sophokles)
    um 413 wird die Tragödie Elektra von Sophokles in Athen uraufgeführt.
  • Fortsetzung 412

Sparta

  • König der Eurypontiden: Agis II. (427–400)
    Agis II. wird im Frühjahr auf Rat des Alkibiades mit einem Heer nach Attika entsandt, besetzt Dekeleia und baut es zur Festung aus. Er bleibt dort bis zum Ende des Kriegs als Oberbefehlshaber, blockiert die Lebensmittelzufuhr Athens über Oropos von Euböa und führt wiederholte Einfälle in Attika durch; zahlreiche Sklaven laufen zu den Spartanern über und Viehbestände der Athener gehen zugrunde. Im Winter 413/412 zieht Agis II. nach Mittelgriechenland, lässt den Oitaiern Vieh wegtreiben, erpresst Geld für dessen Rückgabe, zwingt Achaier von Phthiotis und andere Untertanen der Thessaler zu Geiseln und Zahlungen und regt den Schiffsbau zur Vorbereitung des Seekriegs an. Zudem wenden sich abfallbereite Einwohner von Euböa, Lesbos und Chios an ihn, und er empfängt Gesandtschaften der Boioter und anderer Verbündeter in Dekeleia.
  • König der Agiaden: Pleistoanax (2. Amtszeit 426–408)
  • Fortsetzung 412

Bosporanisches Reich

Salamis

ODRYSEN

ACHÄMENIDENREICH

KUSCH

INDIEN

Shishunaga

Anuradhapura

CHINA

Zeit der Streitenden Reiche
(38. (39.) Zyklus, Jahr des Erde-Drachen; am Beginn des Jahres Feuer-Hase)

Jin

Qin

Zhou

Wei

Qi

Chu

JAPAN

QUELLEN

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28.05.2023 Artikel eröffnet und Grundstock erstellt

02.07.2026 Grundstock ergänzt

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