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*[http://de.wikipedia.org/wiki/Theuderich_IV. König Theuderich IV. (721-737)] <br /> | *[http://de.wikipedia.org/wiki/Theuderich_IV. König Theuderich IV. (721-737)] <br /> | ||
*[http://de.wikipedia.org/wiki/Karl_Martell Hausmeier Karl Martell (717-741)] <br />Karl Martell zwingt den aquitanischen Herzog Hunold, dass dieser seinen Vasalleneid erneuert. Gleichzeitig führt er ein größeres Heer in den südlichen Reichsteil und nimmt dabei sowohl weltliche Große als auch geistliche Würdenträger in die Pflicht, indem er von ihnen Treueide fordert. Diese Eide dienen dazu, mögliche Bündnisse lokaler Eliten mit den Muslimen zu verhindern und die fränkische Herrschaftsstruktur bis an das Mittelmeer auszuweiten. Er zieht gegen Gebiete in der Provence, in denen sich arabische und berberische Truppen festgesetzt haben oder auf Unterstützung durch lokale Adlige hoffen, und greift vor allem wichtige Städte und strategische Punkte an, um Nachschubbasis, Hafenplätze und Verkehrswege zu kontrollieren, ausserdem setzt er fränkische Beamte und Gefolgsleute als Verwalter ein und bindet die lokalen Bischöfe enger an seine Herrschaft. | *[http://de.wikipedia.org/wiki/Karl_Martell Hausmeier Karl Martell (717-741)] <br />Karl Martell zwingt den aquitanischen Herzog Hunold, dass dieser seinen Vasalleneid erneuert. Gleichzeitig führt er ein größeres Heer in den südlichen Reichsteil und nimmt dabei sowohl weltliche Große als auch geistliche Würdenträger in die Pflicht, indem er von ihnen Treueide fordert. Diese Eide dienen dazu, mögliche Bündnisse lokaler Eliten mit den Muslimen zu verhindern und die fränkische Herrschaftsstruktur bis an das Mittelmeer auszuweiten. Er zieht gegen Gebiete in der Provence, in denen sich arabische und berberische Truppen festgesetzt haben oder auf Unterstützung durch lokale Adlige hoffen, und greift vor allem wichtige Städte und strategische Punkte an, um Nachschubbasis, Hafenplätze und Verkehrswege zu kontrollieren, ausserdem setzt er fränkische Beamte und Gefolgsleute als Verwalter ein und bindet die lokalen Bischöfe enger an seine Herrschaft. | ||
*[http://de.wikipedia.org/wiki/Sigebald Bischof Sigebald (Metz, 716–741)] <br /> | |||
*[http://de.wikipedia.org/wiki/Willibrord Bischof Willibrord (Utrecht, 695–739)] <br /> | |||
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Floribert_I._von_L%C3%BCttich Bischof Floribert I. (Lüttich, 727–746)] <br /> | *[https://de.wikipedia.org/wiki/Floribert_I._von_L%C3%BCttich Bischof Floribert I. (Lüttich, 727–746)] <br /> | ||
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Geroldus_(Mainz) Bischof Geroldus (Mainz, 724-743)] <br /> | *[https://de.wikipedia.org/wiki/Geroldus_(Mainz) Bischof Geroldus (Mainz, 724-743)] <br /> | ||
*[http://de.wikipedia.org/wiki/ | *[http://de.wikipedia.org/wiki/Milo_von_Trier Bischof Milo von Trier (Trier 715–753, Reims 717-744)] <br /> | ||
*[[737#FRÄNKISCHES_REICH | Fortsetzung 737]] [[Kategorie:Fränkisches Reich]] | *[[737#FRÄNKISCHES_REICH | Fortsetzung 737]] [[Kategorie:Fränkisches Reich]] | ||
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==SPANIEN== | ==SPANIEN== | ||
Königreich Asturien''' | '''Königreich Asturien''' | ||
*[http://de.wikipedia.org/wiki/Pelayo König Pelayo (718–737)] <br /> | *[http://de.wikipedia.org/wiki/Pelayo König Pelayo (718–737)] <br /> | ||
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*[http://de.wikipedia.org/wiki/Leo_III._(Byzanz) Kaiser Leo III. (717–741)] <br /> | *[http://de.wikipedia.org/wiki/Leo_III._(Byzanz) Kaiser Leo III. (717–741)] <br /> | ||
*[http://de.wikipedia.org/wiki/Gregor_III._(Papst) Papst Gregor III. (731–741)] <br /> | *[http://de.wikipedia.org/wiki/Gregor_III._(Papst) Papst Gregor III. (731–741)] <br /> | ||
*[https://en.wikipedia.org/wiki/Anastasius_of_Constantinople Patriarch Anastasios (730-754)] <br /> | *[https://en.wikipedia.org/wiki/Anastasius_of_Constantinople Patriarch Anastasios (Konstantinopel, 730-754)] <br /> | ||
==IBERIEN== | |||
*[https://en.wikipedia.org/wiki/Guaram_III_of_Iberia Fürst Guaram III. (693–748)] <br /> | |||
*'''693:''' Guaram: Guaram III folgt kurz vor 693 seinem Vater oder Großvater Guaram II. als herrschender Fürst von Iberien nach. Er erhält vom Byzantinischen Reich den Titel eines Curopalates und steht damit in einem Vasallenverhältnis zu Byzanz. Vor 693 übt das Byzantinische Reich noch Einfluss im Kaukasus aus, was sich in der Verleihung des Titels an Guaram III. widerspiegelt. Um 693 vertreibt das wiedererstarkte Umayyadenkalifat die Byzantiner aus dem Kaukasus, sodass Guaram fortan auch im Einflussbereich der Umayyaden als Vasall herrscht. Um die Zeit Guarams III, also bis etwa 748, berichtet die um 800 verfasste Chronik des sogenannten Pseudo-Juansher von den Fürsten Mihr und Archil. Deren Stellung unterscheidet sich jedoch von der Guarams: Mihr, Archil und später Archils Söhne Iovane und Juansher sind keine herrschenden Fürsten von Iberien, sondern regionale Herrscher im östlichen Teilgebiet Kakheti. Guaram III. hat einen Sohn gleichen Namens, Guaram (auch Gurgen genannt), der die dynastische Linie fortsetzt. Außerdem hat er zwei namentlich nicht überlieferte Töchter; eine heiratet den chosroidischen Prinzen Archil, die andere den bagratidischen Prinzen Vasak und verbindet so die Guaramiden mit zwei weiteren führenden georgischen Fürstenhäusern. Guarams Sohn Guaram/Gurgen heiratet eine Prinzessin aus dem Haus der Nersianiden, die Tochter von Adarnase III; aus dieser Ehe geht Stephan III hervor, der als Sohn von Guaram/Gurgen und Enkel von Guaram III die Nachfolge in der Herrscherlinie der Guaramiden antritt. [https://en.wikipedia.org/wiki/Guaram_II_of_Iberia Fürst Guaram II. (684/685-vor 693)] | |||
==DABUYIDEN== | ==DABUYIDEN== | ||
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*[http://de.wikipedia.org/wiki/Hisch%C4%81m_ibn_%CA%BFAbd_al-Malik Kalif Hischām ibn ʿAbd al-Malik (724–743)] <br /> | *[http://de.wikipedia.org/wiki/Hisch%C4%81m_ibn_%CA%BFAbd_al-Malik Kalif Hischām ibn ʿAbd al-Malik (724–743)] <br /> | ||
*[https://en.wikipedia.org/wiki/Asad_ibn_Abdallah_al-Qasri Statthalter Asad ibn Abdallah al-Qasri (Chorasan, 2. Amtszeit 734–738)] <br /> | |||
*[https://en.wikipedia.org/wiki/Abd_al-Rahman_ibn_Khalid_al-Fahmi Statthalter Abd al-Rahman ibn Khalid al-Fahmi (Ägypten, 735–736)] <br />Eine byzantinische Flotte greift die Küste an; bei diesem Seeangriff nehmen die Byzantiner mehrere Muslime gefangen. Hischam verliert daraufhin das Vertrauen in Abd ar-Rahmans militärische Fähigkeiten und enthebt ihn seines Amtes. Hischam ibn ʿAbd al-Malik ernennt im Folgejahr Handhala ibn Safwan al-Kalbi zum neuen Gouverneur von Ägypten. | |||
*[https://en.wikipedia.org/wiki/Ubayd_Allah_ibn_al-Habhab Statthalter Ubayd Allah ibn al-Habhab (Ifriqiya, 734–741)] <br /> | *[https://en.wikipedia.org/wiki/Ubayd_Allah_ibn_al-Habhab Statthalter Ubayd Allah ibn al-Habhab (Ifriqiya, 734–741)] <br /> | ||
*[https://en.wikipedia.org/wiki/Uqba_ibn_al-Hajjaj Statthalter Uqba ibn al-Hajjaj (al-Andalus, 734-740)] <br /> | *[https://en.wikipedia.org/wiki/Uqba_ibn_al-Hajjaj Statthalter Uqba ibn al-Hajjaj (al-Andalus, 734-740)] <br /> | ||
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*[https://en.wikipedia.org/wiki/Pope_Theodoros_I_of_Alexandria Papst und Patriarch Theodoros I. (Alexandria, 730–742)] <br /> | *[https://en.wikipedia.org/wiki/Pope_Theodoros_I_of_Alexandria Papst und Patriarch Theodoros I. (Alexandria, 730–742)] <br /> | ||
*[https://en.wikipedia.org/wiki/Cosmas_I_of_Alexandria Griechisch-orthodoxer Patriarch Kosmas I. (Alexandria, 727–768)] <br /> | *[https://en.wikipedia.org/wiki/Cosmas_I_of_Alexandria Griechisch-orthodoxer Patriarch Kosmas I. (Alexandria, 727–768)] <br /> | ||
*'''736:''' Asad: Im Jahr 736 säubert Asads Heer die Berge des Oberen Tucharistan von den verbliebenen Anhängern Ḥāriths. Viele von ihnen, darunter einige Verwandte Ḥāriths, werden von Asads Befehlshaber Dschudayʿ al‑Kirmānī mit 6.000 Mann in der Festung Ṭabuschḫān eingeschlossen, bis sie sich ergeben. Nach al‑Ṭabarī werden 400 Männer hingerichtet, während die übrigen Verteidiger, darunter Frauen und Kinder, in die Sklaverei verkauft werden. Im selben Jahr verlegt Asad die Hauptstadt Chorasans nach Balch, was mehreren Faktoren geschuldet ist: Balch ist die traditionelle vorislamische Hauptstadt der Region, liegt näher an Tucharistan, wo Asad seine militärischen Hauptoperationen führt, und ist von loyalen Syrern bewohnt, die von den innerarabischen Fraktionskämpfen in Marw ferngehalten sind. Zu dieser Zeit lässt Asad einen der Anführer der chorasanischen haschimitischen Bewegung, ʿAmmār ibn Yazīd mit dem Beinamen Ḫidāsch, gefangen nehmen und durch Kreuzigung hinrichten. Damit setzt er ein hartes Zeichen gegen abbasidisch‑haschimitische Agitation in der Provinz. | |||
*'''735:''' Asad: Anfang 735 erneuert Ḥārith den Aufstand. Unter dem Druck lokaler Sympathisanten in Marw oder um Zeit für Asads Ankunft zu gewinnen, schließt ʿĀṣim einen Waffenstillstand mit Ḥārith und verspricht, dessen Forderungen gegenüber dem Kalifen zu unterstützen. Zu Beginn des Jahres 735 trifft Asad zum zweiten Mal als Gouverneur in Chorasan ein, diesmal mit etwa 20.000 syrischen Soldaten, wie der Historiker Gardīzī berichtet. Er lässt ʿĀṣim wegen Unterschlagung und wegen dessen Untätigkeit gegen die Rebellen inhaftieren und übernimmt persönlich den Feldbefehl. Asad erlangt in einer Reihe siegreicher, aber verlustreicher Schlachten gegen Ḥāriths Anhänger schrittweise die Oberhand. Dabei hilft ihm seine langjährige persönliche Beziehung zu arabischen Stammesführern vor Ort sowie die anhaltenden Stammesrivalitäten: Als Jemenī, der gegen den Muḍarī Ḥārith kämpft, kann er mit der Unterstützung der ihm verwandten jemenitischen Gruppen rechnen, und große Teile der Rabīʿa, traditionelle Gegner des Tamīm‑Stammes von Ḥārith, laufen zu ihm über. Asad teilt seine Streitkräfte: Die Kūfīer und Syrer unter ʿAbd ar‑Raḥmān ibn Naʿyūm sendet er nach Marw Rudh, wo sich das Hauptheer Ḥāriths befindet, während er selbst mit den Basrern und den übrigen Chorasani auf die Festungen Āmul und Zamm marschiert. Die Rebellen in Āmul ergeben sich und werden begnadigt; kurz darauf kapituliert auch die Garnison von Balch. Ḥārith gibt Marw Rudh auf und weicht vor ʿAbd ar‑Raḥmān über den Oxus zurück, wo er bei den Fürsten Tucharistans Zuflucht findet. Mit ihrer Hilfe belagert er den wichtigen Oxus‑Übergang bei Tirmidh; Asads Truppen können angesichts der Rebellen dort nicht den Fluss überschreiten und ziehen sich nach Balch zurück, doch die Besatzung von Tirmidh schlägt Ḥārith, der sich in die Berge von Badachschan zurückzieht. Asad nutzt diesen Erfolg und bewegt die Besatzung von Zamm zur Kapitulation, indem er Amnestie und doppelten Sold zusichert. Anschließend führt er einen Feldzug zur Rückeroberung von Samarqand, das nach der Schlacht der Engstelle verloren gegangen ist; den Sturm auf die Stadt schafft er nicht, zerstört aber bei seinem Rückzug die Schleusen des Bewässerungssystems. | |||
*'''734:''' Asad: Diese militärischen Niederlagen, lang gehegte Groll gegen die umayyadische Regierung und die Zwangsbeschlagnahme von Nahrungsmitteln durch Dschunaid während der Hungersnot von 733 lösen Anfang 734 einen Aufstand unter Führung von al‑Ḥārith ibn Surayǧ aus. Der Aufstand umfasst sowohl arabische Gruppen als auch einheimische Fürsten, insbesondere aus bislang loyalen Fürstentümern Tucharistans, und breitet sich rasch aus, wobei die Rebellen Balch einnehmen. Der neue Gouverneur ʿĀṣim ibn ʿAbdallāh al‑Hilālī kann Ḥāriths Vormarsch auf die Hauptstadt Marw zunächst aufhalten und zwingt ihn zu Verhandlungen. Da seine Lage fragil bleibt, verlangt ʿĀṣim beim Kalifen, Chorasan wieder der Oberaufsicht des Irak zu unterstellen, einen neuen Gouverneur zu ernennen und die Provinz mit syrischen Truppen zu verstärken; Hišām stimmt dem zu und beauftragt Chālid al‑Qasrī, Asad erneut als Gouverneur nach Chorasan zu entsenden. | |||
*'''734:''' [http://en.wikipedia.org/wiki/Nasr_ibn_Sayyar Nasr] verhaftet den amtierenden Statthalter von Balkh und übernimmt selbst das Gouverneursamt in der Stadt. Dort begegnet er der Rebellion des lokalen Heeres unter al‑Harith ibn Surayj, der Steuerreformen und die Gleichbehandlung der nichtarabischen Neubekehrten (mawālī) fordert. | |||
*'''731:''' Nasr: Im Juli 731 unterscheidet sich [http://en.wikipedia.org/wiki/Nasr_ibn_Sayyar Nasr] in der verlustreichen „Schlacht in der Engstelle“ hervorgehend als einer der wenigen erfolgreichen muslimischen Befehlshaber. | |||
*'''727:''' [https://en.wikipedia.org/wiki/Asad_ibn_Abdallah_al-Qasri '''Statthalter Asad ibn Abdallah al-Qasri (Chorasan, 1. Amtszeit 724–727)'''] 727/728 (Ramadan 109 AH) endet seine erste Amtszeit abrupt, als er in einem Wutausbruch die führenden Vertreter der vier größten arabischen Stämme Chorasan – Ahl al‑ʿAlīya, Azd, Tamīm und Bakr – öffentlich auspeitschen lässt. Kalif Hišām verlangt daraufhin seine Absetzung. Asad wird durch al‑Ḥakam ibn ʿAwāna al‑Kalbī vertreten und kehrt zu seinem Bruder nach Irak zurück. Nach Asads Entlassung übernimmt zunächst Aschras ibn ʿAbdallāh as‑Sulamī (727–730) die Statthalterschaft und setzt anfangs die versöhnliche Linie Asads fort. Später nimmt er diese Politik jedoch zurück, was in Transoxanien zu einem umfassenden Aufstand führt, der zusammen mit erneuten Türgesch‑Angriffen die arabische Präsenz fast vollständig auf das Gebiet um Samarqand reduziert. Aschras gelingt es, Buchara vorübergehend zurückzugewinnen, doch sein Nachfolger Dschunaid ibn ʿAbd ar‑Raḥmān al‑Murrī führt die Armee 731 in das Desaster der „Schlacht der Engstelle“, das die chorasanische Streitmacht schwer trifft. Bis zu Dschunaids Tod 734 schrumpfen die muslimischen Besitzungen in Transoxanien auf Buchara und Teile Tucharistans. | |||
*'''726:''' Asad: Im lokalen Adel spielt Asad auch als Bekehrer eine Rolle: Saman Ḫudā, der Ahnherr der späteren Samaniden‑Dynastie, soll unter seinem Einfluss zum Islam übertreten; Samans ältester Sohn erhält zu Ehren des Gouverneurs den Namen Asad. 726 lässt Asad die Stadt Balch, die Qutayba ibn Muslim nach einem Aufstand zerstört hat, wiederaufbauen und verlegt die arabische Garnison von Barukhan dorthin. Etwa zur gleichen Zeit nimmt Asad nach fast einem Jahrzehnt wieder regelmäßige Gesandtschaften an den chinesischen Hof auf. Dieser Schritt ist deutlich mit der Türgesch‑Bedrohung verknüpft, da die Türgesch als chinesische Vasallen gelten und von den Transoxaniern als Werkzeuge des chinesischen Kaisers gesehen werden, die sie von der arabischen Herrschaft befreien sollen. Asad gründet zudem das Dorf Asadābād nahe Nischapur, das in der Hand seiner Nachkommen bis in die Zeit der Tahiriden bleibt. | |||
*'''725:''' Asad: In den Jahren 725/726 (107 AH) führt Asad einen Feldzug gegen Namrūn, den König von al‑Gharšistān nordöstlich von Herat, zwingt ihn zur Unterwerfung und zum Übertritt zum Islam und unterwirft anschließend das Gebiet von Ghur im heutigen Zentralafghanistan. Im folgenden Jahr zieht er nach Chuttal in Tucharistan; dort erscheint auf Bitte des lokalen Herrschers al‑Sabāl der Türgesch‑ḫāqān, der Oberherr der Türgesch. Die Überlieferung ist uneinheitlich: Nach einer Version zieht sich Asad über den Oxus zurück und setzt im nächsten Jahr seine erfolgreichen Operationen in Ghur fort, nach einer anderen Version erleidet er eine schwere Niederlage gegen die Türgesch. Insgesamt bleiben seine Feldzüge dieser ersten Amtszeit militärisch nur mäßig erfolgreich und beseitigen vor allem nicht die zunehmende Türgesch‑Gefahr. Parallel versucht Asad, die einheimische Bevölkerung für die muslimische Herrschaft zu gewinnen. Er setzt, in der Nachfolge seines Vorgängers, als Steuerbeamte Männer ein, die für ihre Ehrlichkeit bekannt sind, und bemüht sich, die Diskriminierung der mawālī, der einheimischen Konvertiten, zu beenden, indem er die Erhebung der ǧizya von ihnen einstellen lässt. Diese Steuerpolitik stößt auf heftigen Widerstand der arabischen Siedler in Chorasan. Gleichwohl kann die Maßnahme nach Einschätzung von Khalid Yahya Blankinship dazu beitragen, die Türken einige Jahre lang abzuschrecken, weil sie die Bevölkerung Transoxaniens eher auf die Seite der Muslime zieht. Trotz Asads Bemühungen und seiner guten Beziehungen zur iranischen Grundbesitzerschicht der dihqāne bleibt die Steuerlast für die Untertanen sehr hoch. Die Habgier und Grausamkeit arabischer wie iranischer Steuereintreiber macht Chorasan zu einem fruchtbaren Feld für die Propaganda schiitischer und abbasidischer Missionare der haschimitischen Bewegung. | |||
*'''724:''' Asad ibn ʿAbdallāh al-Qasrī gehört zum Qasr‑Clan, einer Untergruppe des Stammes der Badschila. Sein Urgroßvater Asad ibn Kurz al‑Qasrī gilt nach einem Teil der Überlieferungen als Stammesführer der Badschila zur Zeit des Propheten Mohammed und als einer seiner Gefährten. Andere, familienfeindliche Traditionen behaupten dagegen, dieser Ahnherr sei ein jüdischer entflohener Sklave. Asads Großvater Yazīd unterstützt früh und prominent die Umayyaden im Ersten Fitna, während Asads Vater ʿAbdallāh im Zweiten Fitna auf die Seite Ibn az‑Zubairs tritt, später aber von Kalif ʿAbd al‑Malik begnadigt wird. Als Hišām ibn ʿAbd al‑Malik 724 den Thron besteigt, ernennt er Asads Bruder Chālid al‑Qasrī zum Statthalter des Irak mit Verantwortung für den gesamten islamischen Osten. Chālid setzt seinen Bruder Asad als Gouverneur von Chorasan ein; die beiden Brüder gelten damit nach Patricia Crone als zwei der hervorstechendsten Persönlichkeiten der marwanidischen Umayyadenzeit. Asad übernimmt 724 das Amt des Gouverneurs von Chorasan und verfolgt zunächst eine Politik der Konsolidierung mit begrenzter militärischer Aktivität. Er konzentriert sich darauf, die Oberhoheit über kleinere lokale Machthaber durchzusetzen und eine direkte Konfrontation mit den Türgesch zu vermeiden, die mit lokalen Fürsten zusammenarbeiten und die Araber über den Oxus zurückzudrängen drohen. | |||
*'''724:''' [https://en.wikipedia.org/wiki/Muslim_ibn_Sa%27id_al-Kilabi Statthalter Muslim ibn Sa'id al-Kilabi (Chorasan, 723–724)] | |||
*'''724:''' [http://en.wikipedia.org/wiki/Nasr_ibn_Sayyar Nasr] führt ein mudaritisches Heer gegen Balkh, weil dort yamanitische Truppen den Dienst im Feldzug gegen Farghana verweigern. Seine Truppen, verstärkt durch Kontingente aus dem hephthalitischen Fürstentum Chaghaniyan, treffen die Yaman in Baruqan und schlagen sie. | |||
*'''705:''' [http://en.wikipedia.org/wiki/Nasr_ibn_Sayyar Nasr] ibn Sayyār wird um 663 geboren und gehört zum arabischen Stamm der Kināna. Schon früh wächst er in einem Milieu auf, in dem militärische Dienste im Osten des Kalifats wichtig sind. Um 705 nimmt Nasr an einem Feldzug entlang des oberen Oxus unter Salih, dem Bruder Qutayba ibn Muslims, teil. Für seine Leistungen erhält er ein ganzes Dorf in dieser Region als persönliche Zuteilung. | |||
==TURK-SCHAHI== | ==TURK-SCHAHI== | ||
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*[http://en.wikipedia.org/wiki/Tegin_Shah König Tegin Shah (680–739)] <br /> | *[http://en.wikipedia.org/wiki/Tegin_Shah König Tegin Shah (680–739)] <br /> | ||
==ZWEITES TÜRK- | ==ZWEITES TÜRK-KAGANAT== | ||
*[https://en.wikipedia.org/wiki/Yoll%C4%B1g_Khagan | *[https://en.wikipedia.org/wiki/Yoll%C4%B1g_Khagan Kagan Yollıg (734–739)] <br /> | ||
==TÜRGESCH== | ==TÜRGESCH== | ||
*[http://en.wikipedia.org/wiki/Suluk_(T%C3%BCrgesh_khagan) | *[http://en.wikipedia.org/wiki/Suluk_(T%C3%BCrgesh_khagan) Kagan Suluk (715–738)] <br /> | ||
==INDIEN== | ==INDIEN== | ||
Aktuelle Version vom 19. Januar 2026, 12:53 Uhr
MAYA
Palenque
- K’inich Ahkal Mo’ Nahb III. (721–nach 736)
K’inich Ahkal Mo’ Nahb III. erhält Belege auf zahlreichen Reliefs und Inschriften, wo sein Name und seine Herrschaftszeiten festgehalten werden; dabei ist das genaue Todesdatum unbekannt, aber es liegt nach 736. Nach Ahkal Mo’ Nahb III. übernimmt K’inich Janaab Pakal II. um das Jahr 742 die Herrschaft über Palenque. - Fortsetzung 742
Calakmul
- Ajaw Yuknoom Tookʼ Kʼawiil (698-736)
Tod von Yuknoom Tookʼ Kʼawiil und Nachfolge durch Wamaw Kʼawiil. - Ajaw Wamaw Kʼawiil (736)
Im Jahr 736 ist der König von Chiik Nahbʼ (Calakmul) auf einem Monument in Quiriguá im Süden und Osten namentlich erwähnt. Der Name des Kaan-Herrschers ist schwer zu lesen, wird aber als Wamaw Kʼawiil, identifiziert. Nach der zweiten Niederlage gegen Tikal um 736 behält Calakmul offenbar einen Teil seines Netzes von untergeordneten Städten. Dies zeigt sich daran, dass eine kleine Tafel in einer Privatsammlung Wamaw Kʼawiil nennt, ihm das Schlangen-Emblemglyph zuweist und ihn beim Ballspiel mit dem König von Hix Witz darstellt. Im Jahr 2007 kommt diese neue Inschrift mit der Darstellung Wamaw Kʼawiils ans Licht. Die Entdeckung stützt die Einschätzung, dass Calakmul unter Wamaw Kʼawiil trotz militärischer Rückschläge weiterhin als bedeutende politische Macht mit abhängigen Zentren agiert. - Ajaw Calakmul Ruler Y (736)
Um 736 regiert Ruler Y als Ajaw von Calakmul; er folgt Wamaw Kʼawiil auf dem Thron. Während seiner Herrschaft entstehen die mit ihm verbundenen Monumente, darunter die Stelen 25, 26, 27, 59 und 60 in Calakmul. - Fortsetzung 741
Tikal
- Ajaw Yikʼin Chan Kʼawiil (734-755)
Zwei Jahre nach seiner Thronbesteigung besiegt Yikʼin Chan Kʼawiil die Stadt Calakmul. Anschließend besiegt er deren Verbündete: El Peru im Osten und Naranjo im Westen in den Jahren 743 und 744. Diese Siege festigen die Vormachtstellung von Tikal in der Region. - Fortsetzung 755
Naranjo
Copan
PIKTEN
- König Óengus I. (732–761)
Óengus unternimmt einen zweiten großen Feldzug gegen Dalriada, nimmt König Dúngal und dessen Bruder Feradach gefangen und lässt die Burgen Creic und Dunadd erobern und niederbrennen. Sein Bruder Talorgan besiegt Muiredach von den Cenél Loairn mit schweren Verlusten, und 741 führt ein weiterer Feldzug, die sogenannte „Zerschmetterung“, zur erneuten Niederlage von Dalriada, das daraufhin für eine Generation aus den Quellen verschwindet. - Fortsetzung 739
KELTEN
Uí Néill
Ulaid
Connacht
Leinster
Uí Mháine
- König Dluthach mac Fithcheallach (711–738)
- Flann Aighle, Bischof von Eachdhruim Aughrim (County Galway) stirbt.
- Fortsetzung 738
Dalriada
- König Muiredach mac Ainbcellaig (733–736)
Muiredach erleidet eine Niederlage gegen die Picts von Fortriu, angeführt von Talorgan mac Fergusa (Bruder von Óengus), bei „Cnoc Cairpri in Calathros at Etarlinde“; dies markiert wahrscheinlich das Ende seiner Herrschaft. Das unabhängige Königreich Cenél Loairn und Dál Riata endet und wird Teil des Pictenreichs unter Óengus mac Fergusa. - Der ehemalige König Dúngal kehrt aus seinem Exil in Irland zurück; er und sein Bruder Feradach werden gefangen genommen und in Ketten gelegt. Die Festungen Creic und Dunadd werden erobert und verbrannt. Muiredach vom Cenél Loairn wird ebenfalls besiegt, und die Dalriadaner erleiden schwere Verluste gegen Talorgan mac Fergusa, den Bruder von Óengus.
- Fortsetzung 768
Königreich Strathclyde
Gwynedd
Königreich Powys
ANGELSACHSEN
Northumbria
- König Ceolwulf (729–737)
- Erzbischof Egbert (York, 735-766)
- Bischof Frithubeorht (Hexham, 734–766)
- Bischof Æthelwald von Lindisfarne (721–740)
Mercia
- König Æthelbald (716–757)
Æthelbald lässt eine bedeutende Urkunde ausfertigen, in deren feierlicher Einleitung er sich ausdrücklich als als rex non solum Marcersium sed et omnium provinciarum que generale nomine Sutangli (König nicht nur von Mercia, sondern auch aller Provinzen die allgemein Sutangli genannt werden). Im selben Diplom tritt er zusätzlich mit dem Titel Rex Britanniae (König Britanniens) auf, den er im Schlussprotokoll wiederholt, und macht damit deutlich, dass er eine Oberherrschaft über alle Königreiche südlich des Humber, ob angelsächsisch oder britisch, für sich beansprucht. Die Formulierungen der Charta spiegeln die tatsächliche politische Situation wider, denn Æthelbald übt zu diesem Zeitpunkt eine übergreifende Oberhoheit über die Reiche im südlichen England aus. Zeitgenössische Berichte, insbesondere die kirchliche Geschichtsschreibung Beda Venerabilis, bestätigen, dass alle Königreiche und Territorien südlich des Humber damals als seiner Herrschaft unterworfen gelten. Obwohl die Charta primär seinen weltlichen Anspruch formuliert, spielt Æthelbald auch im kirchlichen Bereich eine wichtige Rolle, die seine Stellung absichert. Er zeigt sich der Kirche gegenüber einerseits großzügig, erhält aber andererseits deutliche Kritik von Kirchenmännern wie Bonifatius, was andeutet, dass seine persönliche Lebensführung und sein Umgang mit kirchlichen Rechten Spannungen erzeugen, die er politisch im Blick behalten muss. - Bischof Aldwine (Lichfield und Leicester, 721-737)
- Bischof Wilfrith I. (Worcester, 718–743/745)
- Bischof Cuthberth (Hereford, 736-740)
Cuthbert, ein angelsächsischer Adliger und Abt des Klosters Lyminge in Kent, wird möglicherweise zum Bischof von Hereford auf, auch wenn die Gleichsetzung des Bischofs von Hereford mit dem späteren Erzbischof von Canterbury quellenkritisch umstritten bleibt. Wenn er tatsächlich Bischof von Hereford ist, versieht er dieses Amt etwa vier Jahre lang bis 740 und verfasst das Epigramm für das Grab seiner drei Vorgänger - Fortsetzung 737
East Anglia
Königreich Wessex
- König Æthelheard (726-740)
- Bischof Forthhere (Sherborne, 709-736/737)
Um 736/737 stirbt Forthere; über die nachfolgenden Bischöfe von Sherborne sind nur gerade mal die Namen bekannt, die Amtszeiten können nur ungefähr angegeben werden, sodass eine Berücksichtigung in dieser Chronik sich nicht lohnt; erst 824 tritt ein Bischof an, über den wieder mehr Details bekannt sind. - Fortsetzung 740
Königreich Essex
Königreich Kent
- König Eadberht I. (West-Kent, 725-748)
- König Æthelberht II. (Ost-Kent, 725–762)
- Erzbischof Nothhelm (Canterbury, 735–739)
Papst Gregor III. sendet Nothelm das Pallium, das als Amtszeichen für einen Metropoliten dient. Mit dem Empfang dieses Palliums bestätigt sich seine Vorrangstellung unter den Bischöfen des südenglischen Kirchengebiets um Canterbury. Nothelm weiht Cuthbert zum Bischof, der später selbst Erzbischof von Canterbury wird. Durch diese Weihe sichert Nothhelm die Nachfolge in der kirchlichen Leitung und stärkt die personelle Kontinuität an der Spitze der englischen Kirche. Um 736 oder kurz danach beruft er eine Synode ein, an der mehrere Bischöfe teilnehmen. Auf dieser Versammlung entscheidet die kirchliche Leitung über den Besitz eines Klosters in Withington, wobei die Bischöfe ohne Anwesenheit eines Königs ein rechtsverbindliches Urteil fällen. - Bischof Ealdwulf (Rochester, 727–739)
- Fortsetzung 739
FRÄNKISCHES REICH
- König Theuderich IV. (721-737)
- Hausmeier Karl Martell (717-741)
Karl Martell zwingt den aquitanischen Herzog Hunold, dass dieser seinen Vasalleneid erneuert. Gleichzeitig führt er ein größeres Heer in den südlichen Reichsteil und nimmt dabei sowohl weltliche Große als auch geistliche Würdenträger in die Pflicht, indem er von ihnen Treueide fordert. Diese Eide dienen dazu, mögliche Bündnisse lokaler Eliten mit den Muslimen zu verhindern und die fränkische Herrschaftsstruktur bis an das Mittelmeer auszuweiten. Er zieht gegen Gebiete in der Provence, in denen sich arabische und berberische Truppen festgesetzt haben oder auf Unterstützung durch lokale Adlige hoffen, und greift vor allem wichtige Städte und strategische Punkte an, um Nachschubbasis, Hafenplätze und Verkehrswege zu kontrollieren, ausserdem setzt er fränkische Beamte und Gefolgsleute als Verwalter ein und bindet die lokalen Bischöfe enger an seine Herrschaft. - Bischof Sigebald (Metz, 716–741)
- Bischof Willibrord (Utrecht, 695–739)
- Bischof Floribert I. (Lüttich, 727–746)
- Bischof Geroldus (Mainz, 724-743)
- Bischof Milo von Trier (Trier 715–753, Reims 717-744)
- Fortsetzung 737
Herzogtum Aquitanien
Herzogtum Elsass
Herzogtum Alemannien
- Herzog Theudebald (709–746)
- Bischof Arnefrid (Konstanz, 736?–746?)
Spätestens in den 730er Jahren tritt Arnefrid als Geistlicher in Erscheinung und wird zum Bischof von Konstanz erhoben. In Personalunion übernimmt er zugleich das Amt des Abtes des Klosters Reichenau. Chronisten nennen als mögliche Amtsbeginnjahre 731 oder 736, doch beruhen diese Angaben auf unsicheren Rückschlüssen aus dem mutmaßlichen Todesjahr des Bischofs Audoin, der wahrscheinlich zu Unrecht als Konstanzer Bischof gezählt wird, sodass der tatsächliche Beginn des Pontifikats offen bleibt. Während seiner Amtszeit ist Arnefrid urkundlich nur durch zwei Schenkungen einer Frau namens Beata fassbar, in deren Urkunden er als Zeuge erscheint. In diesen Dokumenten trägt er ausschließlich den Titel eines Abtes, was die genaue Einordnung seiner bischöflichen Funktion zusätzlich erschwert. Auch die Abtsreihe der Reichenau weist in dieser Zeit chronologische Schwierigkeiten auf, sodass seine Stellung in der Folge der Äbte nicht eindeutig bestimmbar ist. Spätere Geschichtsschreiber konstruieren sowohl den Beginn als auch das Ende seiner Amtszeit, wodurch die tatsächliche Dauer seines Wirkens unklar bleibt. Ebenfalls ungewiss ist, ob Arnefrid eines natürlichen Todes stirbt oder im Zusammenhang mit der Eingliederung Alemanniens in das Fränkische Reich seines Amtes enthoben wird. - Abt Otmar von St. Gallen (Kloster St. Gallen, 719–759)
- Fortsetzung 740
Herzogtum Baiern
- Herzog Hugbert (725–736)
Hugbert stirbt als letzter Agnat der Agilolfinger. - Herzog Odilo (736–748)
Odilo, ein Sohn von Gotfrid und Angehöriger der Agilolfinger, tritt Hugberts Nachfolge als Herzog an. - Bischof Flobrigis (Salzburg, 730–737)
- Fortsetzung 738
LANGOBARDENREICH
Herzogtum Friaul
Herzogtum Spoleto
Herzogtum Benevent
SPANIEN
Königreich Asturien
REPUBLIK VENEDIG
ERSTES BULGARISCHES REICH
BYZANTINISCHES REICH
- Kaiser Leo III. (717–741)
- Papst Gregor III. (731–741)
- Patriarch Anastasios (Konstantinopel, 730-754)
IBERIEN
- 693: Guaram: Guaram III folgt kurz vor 693 seinem Vater oder Großvater Guaram II. als herrschender Fürst von Iberien nach. Er erhält vom Byzantinischen Reich den Titel eines Curopalates und steht damit in einem Vasallenverhältnis zu Byzanz. Vor 693 übt das Byzantinische Reich noch Einfluss im Kaukasus aus, was sich in der Verleihung des Titels an Guaram III. widerspiegelt. Um 693 vertreibt das wiedererstarkte Umayyadenkalifat die Byzantiner aus dem Kaukasus, sodass Guaram fortan auch im Einflussbereich der Umayyaden als Vasall herrscht. Um die Zeit Guarams III, also bis etwa 748, berichtet die um 800 verfasste Chronik des sogenannten Pseudo-Juansher von den Fürsten Mihr und Archil. Deren Stellung unterscheidet sich jedoch von der Guarams: Mihr, Archil und später Archils Söhne Iovane und Juansher sind keine herrschenden Fürsten von Iberien, sondern regionale Herrscher im östlichen Teilgebiet Kakheti. Guaram III. hat einen Sohn gleichen Namens, Guaram (auch Gurgen genannt), der die dynastische Linie fortsetzt. Außerdem hat er zwei namentlich nicht überlieferte Töchter; eine heiratet den chosroidischen Prinzen Archil, die andere den bagratidischen Prinzen Vasak und verbindet so die Guaramiden mit zwei weiteren führenden georgischen Fürstenhäusern. Guarams Sohn Guaram/Gurgen heiratet eine Prinzessin aus dem Haus der Nersianiden, die Tochter von Adarnase III; aus dieser Ehe geht Stephan III hervor, der als Sohn von Guaram/Gurgen und Enkel von Guaram III die Nachfolge in der Herrscherlinie der Guaramiden antritt. Fürst Guaram II. (684/685-vor 693)
DABUYIDEN
ARABER
(117/118 - 19./20. Januar)
Umayyaden
- Kalif Hischām ibn ʿAbd al-Malik (724–743)
- Statthalter Asad ibn Abdallah al-Qasri (Chorasan, 2. Amtszeit 734–738)
- Statthalter Abd al-Rahman ibn Khalid al-Fahmi (Ägypten, 735–736)
Eine byzantinische Flotte greift die Küste an; bei diesem Seeangriff nehmen die Byzantiner mehrere Muslime gefangen. Hischam verliert daraufhin das Vertrauen in Abd ar-Rahmans militärische Fähigkeiten und enthebt ihn seines Amtes. Hischam ibn ʿAbd al-Malik ernennt im Folgejahr Handhala ibn Safwan al-Kalbi zum neuen Gouverneur von Ägypten. - Statthalter Ubayd Allah ibn al-Habhab (Ifriqiya, 734–741)
- Statthalter Uqba ibn al-Hajjaj (al-Andalus, 734-740)
- Imam Ja'far al-Sadiq (732–765)
- Papst und Patriarch Theodoros I. (Alexandria, 730–742)
- Griechisch-orthodoxer Patriarch Kosmas I. (Alexandria, 727–768)
- 736: Asad: Im Jahr 736 säubert Asads Heer die Berge des Oberen Tucharistan von den verbliebenen Anhängern Ḥāriths. Viele von ihnen, darunter einige Verwandte Ḥāriths, werden von Asads Befehlshaber Dschudayʿ al‑Kirmānī mit 6.000 Mann in der Festung Ṭabuschḫān eingeschlossen, bis sie sich ergeben. Nach al‑Ṭabarī werden 400 Männer hingerichtet, während die übrigen Verteidiger, darunter Frauen und Kinder, in die Sklaverei verkauft werden. Im selben Jahr verlegt Asad die Hauptstadt Chorasans nach Balch, was mehreren Faktoren geschuldet ist: Balch ist die traditionelle vorislamische Hauptstadt der Region, liegt näher an Tucharistan, wo Asad seine militärischen Hauptoperationen führt, und ist von loyalen Syrern bewohnt, die von den innerarabischen Fraktionskämpfen in Marw ferngehalten sind. Zu dieser Zeit lässt Asad einen der Anführer der chorasanischen haschimitischen Bewegung, ʿAmmār ibn Yazīd mit dem Beinamen Ḫidāsch, gefangen nehmen und durch Kreuzigung hinrichten. Damit setzt er ein hartes Zeichen gegen abbasidisch‑haschimitische Agitation in der Provinz.
- 735: Asad: Anfang 735 erneuert Ḥārith den Aufstand. Unter dem Druck lokaler Sympathisanten in Marw oder um Zeit für Asads Ankunft zu gewinnen, schließt ʿĀṣim einen Waffenstillstand mit Ḥārith und verspricht, dessen Forderungen gegenüber dem Kalifen zu unterstützen. Zu Beginn des Jahres 735 trifft Asad zum zweiten Mal als Gouverneur in Chorasan ein, diesmal mit etwa 20.000 syrischen Soldaten, wie der Historiker Gardīzī berichtet. Er lässt ʿĀṣim wegen Unterschlagung und wegen dessen Untätigkeit gegen die Rebellen inhaftieren und übernimmt persönlich den Feldbefehl. Asad erlangt in einer Reihe siegreicher, aber verlustreicher Schlachten gegen Ḥāriths Anhänger schrittweise die Oberhand. Dabei hilft ihm seine langjährige persönliche Beziehung zu arabischen Stammesführern vor Ort sowie die anhaltenden Stammesrivalitäten: Als Jemenī, der gegen den Muḍarī Ḥārith kämpft, kann er mit der Unterstützung der ihm verwandten jemenitischen Gruppen rechnen, und große Teile der Rabīʿa, traditionelle Gegner des Tamīm‑Stammes von Ḥārith, laufen zu ihm über. Asad teilt seine Streitkräfte: Die Kūfīer und Syrer unter ʿAbd ar‑Raḥmān ibn Naʿyūm sendet er nach Marw Rudh, wo sich das Hauptheer Ḥāriths befindet, während er selbst mit den Basrern und den übrigen Chorasani auf die Festungen Āmul und Zamm marschiert. Die Rebellen in Āmul ergeben sich und werden begnadigt; kurz darauf kapituliert auch die Garnison von Balch. Ḥārith gibt Marw Rudh auf und weicht vor ʿAbd ar‑Raḥmān über den Oxus zurück, wo er bei den Fürsten Tucharistans Zuflucht findet. Mit ihrer Hilfe belagert er den wichtigen Oxus‑Übergang bei Tirmidh; Asads Truppen können angesichts der Rebellen dort nicht den Fluss überschreiten und ziehen sich nach Balch zurück, doch die Besatzung von Tirmidh schlägt Ḥārith, der sich in die Berge von Badachschan zurückzieht. Asad nutzt diesen Erfolg und bewegt die Besatzung von Zamm zur Kapitulation, indem er Amnestie und doppelten Sold zusichert. Anschließend führt er einen Feldzug zur Rückeroberung von Samarqand, das nach der Schlacht der Engstelle verloren gegangen ist; den Sturm auf die Stadt schafft er nicht, zerstört aber bei seinem Rückzug die Schleusen des Bewässerungssystems.
- 734: Asad: Diese militärischen Niederlagen, lang gehegte Groll gegen die umayyadische Regierung und die Zwangsbeschlagnahme von Nahrungsmitteln durch Dschunaid während der Hungersnot von 733 lösen Anfang 734 einen Aufstand unter Führung von al‑Ḥārith ibn Surayǧ aus. Der Aufstand umfasst sowohl arabische Gruppen als auch einheimische Fürsten, insbesondere aus bislang loyalen Fürstentümern Tucharistans, und breitet sich rasch aus, wobei die Rebellen Balch einnehmen. Der neue Gouverneur ʿĀṣim ibn ʿAbdallāh al‑Hilālī kann Ḥāriths Vormarsch auf die Hauptstadt Marw zunächst aufhalten und zwingt ihn zu Verhandlungen. Da seine Lage fragil bleibt, verlangt ʿĀṣim beim Kalifen, Chorasan wieder der Oberaufsicht des Irak zu unterstellen, einen neuen Gouverneur zu ernennen und die Provinz mit syrischen Truppen zu verstärken; Hišām stimmt dem zu und beauftragt Chālid al‑Qasrī, Asad erneut als Gouverneur nach Chorasan zu entsenden.
- 734: Nasr verhaftet den amtierenden Statthalter von Balkh und übernimmt selbst das Gouverneursamt in der Stadt. Dort begegnet er der Rebellion des lokalen Heeres unter al‑Harith ibn Surayj, der Steuerreformen und die Gleichbehandlung der nichtarabischen Neubekehrten (mawālī) fordert.
- 731: Nasr: Im Juli 731 unterscheidet sich Nasr in der verlustreichen „Schlacht in der Engstelle“ hervorgehend als einer der wenigen erfolgreichen muslimischen Befehlshaber.
- 727: Statthalter Asad ibn Abdallah al-Qasri (Chorasan, 1. Amtszeit 724–727) 727/728 (Ramadan 109 AH) endet seine erste Amtszeit abrupt, als er in einem Wutausbruch die führenden Vertreter der vier größten arabischen Stämme Chorasan – Ahl al‑ʿAlīya, Azd, Tamīm und Bakr – öffentlich auspeitschen lässt. Kalif Hišām verlangt daraufhin seine Absetzung. Asad wird durch al‑Ḥakam ibn ʿAwāna al‑Kalbī vertreten und kehrt zu seinem Bruder nach Irak zurück. Nach Asads Entlassung übernimmt zunächst Aschras ibn ʿAbdallāh as‑Sulamī (727–730) die Statthalterschaft und setzt anfangs die versöhnliche Linie Asads fort. Später nimmt er diese Politik jedoch zurück, was in Transoxanien zu einem umfassenden Aufstand führt, der zusammen mit erneuten Türgesch‑Angriffen die arabische Präsenz fast vollständig auf das Gebiet um Samarqand reduziert. Aschras gelingt es, Buchara vorübergehend zurückzugewinnen, doch sein Nachfolger Dschunaid ibn ʿAbd ar‑Raḥmān al‑Murrī führt die Armee 731 in das Desaster der „Schlacht der Engstelle“, das die chorasanische Streitmacht schwer trifft. Bis zu Dschunaids Tod 734 schrumpfen die muslimischen Besitzungen in Transoxanien auf Buchara und Teile Tucharistans.
- 726: Asad: Im lokalen Adel spielt Asad auch als Bekehrer eine Rolle: Saman Ḫudā, der Ahnherr der späteren Samaniden‑Dynastie, soll unter seinem Einfluss zum Islam übertreten; Samans ältester Sohn erhält zu Ehren des Gouverneurs den Namen Asad. 726 lässt Asad die Stadt Balch, die Qutayba ibn Muslim nach einem Aufstand zerstört hat, wiederaufbauen und verlegt die arabische Garnison von Barukhan dorthin. Etwa zur gleichen Zeit nimmt Asad nach fast einem Jahrzehnt wieder regelmäßige Gesandtschaften an den chinesischen Hof auf. Dieser Schritt ist deutlich mit der Türgesch‑Bedrohung verknüpft, da die Türgesch als chinesische Vasallen gelten und von den Transoxaniern als Werkzeuge des chinesischen Kaisers gesehen werden, die sie von der arabischen Herrschaft befreien sollen. Asad gründet zudem das Dorf Asadābād nahe Nischapur, das in der Hand seiner Nachkommen bis in die Zeit der Tahiriden bleibt.
- 725: Asad: In den Jahren 725/726 (107 AH) führt Asad einen Feldzug gegen Namrūn, den König von al‑Gharšistān nordöstlich von Herat, zwingt ihn zur Unterwerfung und zum Übertritt zum Islam und unterwirft anschließend das Gebiet von Ghur im heutigen Zentralafghanistan. Im folgenden Jahr zieht er nach Chuttal in Tucharistan; dort erscheint auf Bitte des lokalen Herrschers al‑Sabāl der Türgesch‑ḫāqān, der Oberherr der Türgesch. Die Überlieferung ist uneinheitlich: Nach einer Version zieht sich Asad über den Oxus zurück und setzt im nächsten Jahr seine erfolgreichen Operationen in Ghur fort, nach einer anderen Version erleidet er eine schwere Niederlage gegen die Türgesch. Insgesamt bleiben seine Feldzüge dieser ersten Amtszeit militärisch nur mäßig erfolgreich und beseitigen vor allem nicht die zunehmende Türgesch‑Gefahr. Parallel versucht Asad, die einheimische Bevölkerung für die muslimische Herrschaft zu gewinnen. Er setzt, in der Nachfolge seines Vorgängers, als Steuerbeamte Männer ein, die für ihre Ehrlichkeit bekannt sind, und bemüht sich, die Diskriminierung der mawālī, der einheimischen Konvertiten, zu beenden, indem er die Erhebung der ǧizya von ihnen einstellen lässt. Diese Steuerpolitik stößt auf heftigen Widerstand der arabischen Siedler in Chorasan. Gleichwohl kann die Maßnahme nach Einschätzung von Khalid Yahya Blankinship dazu beitragen, die Türken einige Jahre lang abzuschrecken, weil sie die Bevölkerung Transoxaniens eher auf die Seite der Muslime zieht. Trotz Asads Bemühungen und seiner guten Beziehungen zur iranischen Grundbesitzerschicht der dihqāne bleibt die Steuerlast für die Untertanen sehr hoch. Die Habgier und Grausamkeit arabischer wie iranischer Steuereintreiber macht Chorasan zu einem fruchtbaren Feld für die Propaganda schiitischer und abbasidischer Missionare der haschimitischen Bewegung.
- 724: Asad ibn ʿAbdallāh al-Qasrī gehört zum Qasr‑Clan, einer Untergruppe des Stammes der Badschila. Sein Urgroßvater Asad ibn Kurz al‑Qasrī gilt nach einem Teil der Überlieferungen als Stammesführer der Badschila zur Zeit des Propheten Mohammed und als einer seiner Gefährten. Andere, familienfeindliche Traditionen behaupten dagegen, dieser Ahnherr sei ein jüdischer entflohener Sklave. Asads Großvater Yazīd unterstützt früh und prominent die Umayyaden im Ersten Fitna, während Asads Vater ʿAbdallāh im Zweiten Fitna auf die Seite Ibn az‑Zubairs tritt, später aber von Kalif ʿAbd al‑Malik begnadigt wird. Als Hišām ibn ʿAbd al‑Malik 724 den Thron besteigt, ernennt er Asads Bruder Chālid al‑Qasrī zum Statthalter des Irak mit Verantwortung für den gesamten islamischen Osten. Chālid setzt seinen Bruder Asad als Gouverneur von Chorasan ein; die beiden Brüder gelten damit nach Patricia Crone als zwei der hervorstechendsten Persönlichkeiten der marwanidischen Umayyadenzeit. Asad übernimmt 724 das Amt des Gouverneurs von Chorasan und verfolgt zunächst eine Politik der Konsolidierung mit begrenzter militärischer Aktivität. Er konzentriert sich darauf, die Oberhoheit über kleinere lokale Machthaber durchzusetzen und eine direkte Konfrontation mit den Türgesch zu vermeiden, die mit lokalen Fürsten zusammenarbeiten und die Araber über den Oxus zurückzudrängen drohen.
- 724: Statthalter Muslim ibn Sa'id al-Kilabi (Chorasan, 723–724)
- 724: Nasr führt ein mudaritisches Heer gegen Balkh, weil dort yamanitische Truppen den Dienst im Feldzug gegen Farghana verweigern. Seine Truppen, verstärkt durch Kontingente aus dem hephthalitischen Fürstentum Chaghaniyan, treffen die Yaman in Baruqan und schlagen sie.
- 705: Nasr ibn Sayyār wird um 663 geboren und gehört zum arabischen Stamm der Kināna. Schon früh wächst er in einem Milieu auf, in dem militärische Dienste im Osten des Kalifats wichtig sind. Um 705 nimmt Nasr an einem Feldzug entlang des oberen Oxus unter Salih, dem Bruder Qutayba ibn Muslims, teil. Für seine Leistungen erhält er ein ganzes Dorf in dieser Region als persönliche Zuteilung.
TURK-SCHAHI
ZWEITES TÜRK-KAGANAT
TÜRGESCH
INDIEN
Tomara
- Der Rajputenherrscher Anangpal Tomar I. gründet Lal Kot und macht es zur ersten bekannten befestigten Siedlung Delhis. Die Tomaras herrschten von dort aus über Teile des späteren Delhi und Haryana. Wahrscheinlich sind noch Vasallen der Gurjara-Pratihara-Dynastie, werden aber bis zum 10. Jahrhundert ein unabhängiges Königreich aufbauen.
Kaschmir
Pratihara
Malla
Chauhan-Dynastie
Chalukya
Westliche Ganga-Dynastie
Pallava
Anuradhapura
TIBET
CHINA
(57./58. Zyklus - Jahr der Feuer-Ratte; am Beginn des Jahres Holz-Schwein)
Tang-Dynastie
KOREA
Silla
Balhae
JAPAN
QUELLEN
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05.10.2023 Artikel eröffnet
14.11.2023 Grundstock erstellt
09.12.2025 Grundstock ergänzt