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==CHRONIK==
==WELTALL==


1122D: [http://de.wikipedia.org/wiki/Mondfinsternis_vom_22._November_353_v._Chr. '''Mondfinsternis''']
*[http://de.wikipedia.org/wiki/Mondfinsternis_vom_22._November_353_v._Chr. '''Mondfinsternis'''] <br />1122D: Ein babylonischer Schreiber beobachtet eine totale Mondfinsternis in der Nacht des 14. Araḫsamna (Artaxerxes III. 6. Jahr), der dem 16./17. November im gregorianischen Kalender entspricht, und hält dies auf einer Tagel fest; er schreibt, dass die Finsternis im Südosten beginnt, nach 23 Grad beziehungsweise etwa 70 Minuten total wird und diese Totalität 18 Grad beziehungsweise etwa 50 Minuten andauert. Die Tafel gehört zur Gattung der astronomischen Tagebücher (ACT-Texte), in denen Gelehrte Himmelsereignisse fortlaufend notieren. Sie verwendet den babylonischen Kalender und nennt als Herrscher den Achämenidenkönig Artaxerxes III., was die zeitliche Einordnung der Notiz ermöglicht. Die beschriebene Keilschrifttafel gelangt später in das British Museum in London und trägt dort die Museumsnummer BM 32238. Moderne Forscher analysieren den Text und ordnen ihn anhand der astronomischen Angaben sowie des Herrschernamens Artaxerxes III. eindeutig dem Datum 22. statt 16./17. November zu. Die Aufzeichnung gewinnt eine besondere Bedeutung für die historischen Studien zur achämenidischen Chronologie und zur Genauigkeit babylonischer Himmelsbeobachtungen. Astronomische Berechnungen und Referenzen, etwa bei der NASA und in Fachliteratur wie dem Werk von Francis Richard Stephenson, bestätigen die totale Mondfinsternis dieses Datums.
*[[-336#WELTALL | Fortsetzung 336]] [[Kategorie:Weltall]]


==LEXIKON==
==RÖMISCHE REPUBLIK==
(ab urbe condita CDI = 401)


[http://de.wikipedia.org/wiki/Mausoleum_von_Halikarnassos '''Mausoleum von Halikarnassos''']
*[http://de.wikipedia.org/wiki/Gaius_Sulpicius_Peticus Konsul Gaius Sulpicius Peticus (4. Amtszeit)] <br />Gaius Sulpicius Peticus wird zum vierten Mal zum Konsul gewählt und erhält erneut Marcus Valerius Poplicola als Amtskollegen. In diesem Jahr führt Sulpicius sein Heer gegen Tarquinii.
*Maussolos, Satrap von Karien, stirbt und wird im Mausoleum von Halikarnassos beigesetzt. Nach seiner Fertigstellung gilt das Bauwerk als eines der sieben Weltwunder der Antike.
*[http://en.wikipedia.org/wiki/Titus_Manlius_Imperiosus_Torquatus '''Diktator Titus Manlius Imperiosus Torquatus (1. Amtszeit)'''] <br />Titus Manlius erhält zum ersten Mal die Diktatur und rüstet zum Angriff auf Caere. Die Bürger von Caere schicken Gesandte nach Rom und erhalten Frieden, woraufhin das römische Heer gegen die Falisker zieht, die sich jedoch zurückgezogen haben; das Land wird verwüstet, die Städte aber geschont, bevor man nach Rom zurückkehrt.
*[[-352#RÖMISCHE_REPUBLIK | Fortsetzung 352]] [[Kategorie:Römische Republik]]
 
==ILLYRER==
 
*[https://en.wikipedia.org/wiki/Pleuratus_I König Pleuratus I. (356–335)] <br />
 
==GRIECHEN==
(3./4. Jahr der 106. Olympiade)
 
'''Syrakus'''
 
*[http://de.wikipedia.org/wiki/Hipparinos Tyrann Hipparinos (353-351)] <br />Als Kallippos sich mit seinem Heer von Syrakus entfernt, um die Stadt Katane in seine Gewalt zu bringen, nutzt Hipparinos die Gelegenheit. Er greift Syrakus überraschend an, erobert die Stadt und stellt die Tyrannenherrschaft der Dynastie des Dionysios I. wieder her. Hipparinos ergreift nun selbst die Macht in Syrakus und setzt sich über die Ansprüche seines Halbbruders und Schwagers Dionysios II. hinweg, der sich nach Lokroi zurückgezogen hat und dort weiterhin als Tyrann herrscht. Von 353 bis 351 regiert Hipparinos als Tyrann von Syrakus. <br />Platon, der dreimal nach Syrakus reist und hofft, in Sizilien einen platonischen Idealstaat verwirklichen zu können, erwähnt Hipparinos im Achten Brief, dessen Echtheit umstritten ist. In diesem Brief legt Platon einen Plan für die zukünftige politische Ordnung Syrakus’ vor, der eine konstitutionelle Monarchie vorsieht. In Platons Modell teilen sich drei Könige die Herrschaft als Kompromisslösung, und Hipparinos soll nach diesem Entwurf der zweite König werden. Platon begründet dies unter Hinweis auf die derzeit geleistete Hilfe des Hipparinos und seinen als tugendhaft beschriebenen Charakter, da er als Sohn eines Gewaltherrschers die Stadt befreit und sich sowie seinem Geschlecht anstelle einer kurzen ungerechten Gewaltherrschaft dauernden Ruhm verschafft. Platon lehnt die Tyrannenherrschaft grundsätzlich ab und hofft, Hipparinos für seine politischen Vorstellungen zu gewinnen. Die Darstellung des Hipparinos in diesem Brief verbindet so aktuelle Machtpolitik mit einem normativen Staatsentwurf. - Als literarische und historiographische Quellen für Leben und Regierung des Hipparinos dienen neben dem Achten Brief Platons (der selbst im Falle seiner Unechtheit als Informationsquelle betrachtet wird) Plutarchs Dion-Biographie. Hinzu treten die Werke von Diodor, Polyainos und Theopompos, die weitere Nachrichten über Hipparinos und die syrakusanische Politik liefern.
*[[-351#GRIECHEN | Fortsetzung 351]] [[Kategorie:Syrakus]]
'''Epirus'''
 
*[http://de.wikipedia.org/wiki/Arybbas_(Epirus) König Arybbas (370-343/342)] <br />
 
'''Makedonien'''
 
*[http://de.wikipedia.org/wiki/Philipp_II._(Makedonien) König Philipp II. (359–336)] <br />
*[http://de.wikipedia.org/wiki/Alexander_der_Gro%C3%9Fe Prinz Alexander (3)] <br />
*[http://en.wikipedia.org/wiki/Lyppeius Regent Lyppeion (Paionien, 359/8–335)]
 
[http://de.wikipedia.org/wiki/Dritter_Heiliger_Krieg Dritter Heiliger Krieg (356–346)]
*Anfang Jahr dringt Onomarchos erneut nach Boiotien vor, schlägt die Boioter in einer Schlacht und nimmt Koroneia ein. Zu diesem Zeitpunkt befindet sich Phokis auf dem Höhepunkt seiner Macht, weil seine Führer interne Gegensätze überwinden, das Volk einen und als Strategoi autokratores umfangreiche Befugnisse ausüben, ihre Namen auf Münzen prägen und durch Verfassungsänderungen in mehreren Städten ihren Anhängern zur Macht verhelfen. Das durch den Tempelschatz finanzierte Söldnerheer gibt Phokis große militärische Schlagkraft, und zur Gewinnung weiterer Mittel beschlagnahmen die Phoker sogar delphische Weihgeschenke. Nur die phokische Stadt Abai beteiligt sich nicht am Krieg, was ihre Sonderstellung begründet. <br />[http://de.wikipedia.org/wiki/Schlacht_auf_dem_Krokusfeld '''Schlacht auf dem Krokusfeld'''] <br />353 oder 352 marschiert Onomarchos mit 20'000 Infanteristen und 500 Reitern nach Thessalien, um Lykophron von Pherai erneut gegen Philipp II. zu unterstützen, der mit thessalischen Adelstruppen angreift. In der entscheidenden Schlacht auf dem Krokusfeld besiegt Philipp die Phoker, Onomarchos fällt zusammen mit vielen seiner Krieger, und Philipp lässt etwa 3000 Gefangene als Tempelräuber im Meer ertränken. Phayllos folgt nun seinem getöteten Bruder als Stratege, wirbt mit den noch verfügbaren reichen Geldmitteln neue Söldner an und erhält Hilfstruppen, unter anderem aus Athen und Sparta. Seine Invasion in Boiotien scheitert aber, da er nacheinander bei Orchomenos, in einer Schlacht am Fluss Kephissos mit 500 Gefallenen und kurz darauf in einem Gefecht bei Koroneia Niederlagen hinnehmen muss. Bei einem Feldzug gegen die epiknemidischen Lokrer erobert Phayllos mehrere Städte, wird jedoch bei Abai von den Boiotern angegriffen, wobei viele seiner Soldaten sterben. Die Boioter dringen nach Phokis vor, plündern das Land und entlasten auf dem Rückweg die noch von Phokern belagerte lokrische Stadt Naryka, die Phayllos letztlich jedoch einnimmt, bevor er an einer langwierigen, schmerzhaften Krankheit leidet und 351 stirbt.
*[[-351#GRIECHEN | Fortsetzung 351]] [[Kategorie:Dritter Heiliger Krieg]]
 
'''Athen'''
 
*[http://de.wikipedia.org/wiki/Platon Platon (74)] <br />353–348/347: In seinen letzten Jahren bleibt Platon in Athen, lehrt und forscht an der Akademie und wendet sich verstärkt naturphilosophischen und politischen Fragen zu, die sich in Dialogen wie Timaios und Nomoi niederschlagen. In hohem Alter hält er einen öffentlichen Vortrag "Über das Gute" vor einem breiteren Publikum, das seine Darlegung überwiegend nicht versteht.
*[http://de.wikipedia.org/wiki/Aristoteles Aristoteles (33)] <br />
*[http://de.wikipedia.org/wiki/Isokrates Isokrates], seit 390 Leiter seiner Schule für Redner, verfasst die Rede ''Peri Antidoseos'', die oft als erste Autobiographie bezeichnet wird, und wo Isokrates Rechenschaft über sein eigenes Wirken ablegt. Er rechtfertigt sein Bildungsprogramm und seine Rolle im politischen Leben.
*[[-351#GRIECHEN | Fortsetzung 351]] [[Kategorie:Athen]]
'''Sparta'''
 
*[https://en.wikipedia.org/wiki/Cleomenes_II König der Agiaden: Kleomenes II. (370–309)] <br />
*[http://de.wikipedia.org/wiki/Archidamos_III. König der Eurypontiden: Archidamos III. (359/358–338)] <br />
 
'''Bosporanisches Reich'''
 
*[https://en.wikipedia.org/wiki/Leucon_I König Leukon I. (389–349)] <br />
*[https://en.wikipedia.org/wiki/Gorgippus König Gorgippos (389–349)] <br />
 
'''Bithynien'''
 
*[http://de.wikipedia.org/wiki/Bas_(Bithynien) Regent Bas (376-326)] <br />
 
'''Salamis'''
 
*[https://en.wikipedia.org/wiki/Evagoras_II König Euagoras II. (361–351)] <br />
 
==ODRYSEN==
 
*[http://en.wikipedia.org/wiki/Amadocus_II König Amadokos II. (360-351)] <br />
 
==ACHÄMENIDENREICH==
 
*[http://de.wikipedia.org/wiki/Artaxerxes_III. Großkönig Artaxerxes III. (358–338)] <br />
*[https://en.wikipedia.org/wiki/Ariamnes Satrap Ariamnes (Nordkappadokien, 362-350)] <br />
*[https://en.wikipedia.org/wiki/Mausolus Satrap Mausolus (Karien, 377–353)] <br />Spätestens in der späteren Regierungsphase beginnt Mausolos, zusammen mit Artemisia an einem monumentalen Grabmal in Halikarnassos bauen zu lassen, dem später sogenannten Mausoleum. Der Bau vereinigt griechische Architekturformen mit anatolischen Vorbildern wie dem Nereidenmonument von Xanthos und wird von namhaften Architekten und Bildhauern wie Satyros, Pythis, Skopas von Paros, Leochares, Bryaxis und Timotheos gestaltet. Der frühere Grabkomplex des Hekatomnos in Mylasa gilt in der Forschung als eine Art unvollendetes „Proto-Mausoleum“ mit ähnlicher Terrassenstruktur, aber ohne die ausgeprägten Aufbauten des späteren Grabes. 355/354 oder 355/354–353/352 v. Chr. überlebt Mausolos einen weiteren, diesmal gut belegten Attentatsversuch während der jährlichen Prozession nach Labraunda, was erneut die Gefährdung seiner Person zeigt. Kurz darauf, nach heutiger Mehrheitsmeinung 353/352 v. Chr., stirbt Mausolos, ohne dass die Todesursache bekannt ist; sicher ist nur, dass er noch am Sozialkrieg teilnimmt, aber vor Demosthenes’ Rede von 351 v. Chr. bereits tot ist. Plinius der Ältere datiert seinen Tod fälschlich auf 351 v. Chr., das Jahr, in dem Artemisia stirbt. <br />[http://de.wikipedia.org/wiki/Mausoleum_von_Halikarnassos '''Mausoleum von Halikarnassos'''] <br />Nach seinem Tod wird Mausolos im bereits weitgehend fertiggestellten Mausoleum von Halikarnassos bestattet, das wahrscheinlich als Heroon dient und in dem Mausolos bis in die Mitte des 2. Jhs. v. Chr. kultisch verehrt wird. Artemisia richtet ihm ein aufwendiges Begräbnis mit Spielen und Feierlichkeiten aus, an denen zahlreiche bedeutende Griechen teilnehmen, darunter Schüler des Isokrates aus Städten im Herrschaftsbereich der Hekatomniden. Theopompos von Chios gewinnt den Prosa-Wettbewerb, während Theodektes von Phaselis mit einer Tragödie „Mausolos“ im Dichtungswettbewerb siegt, was zum späteren Ruhm von Artemisia als Inbegriff der trauernden Gattin beiträgt. In den folgenden Jahrhunderten gewinnt das Mausoleum als eines der „Sieben Weltwunder“ Berühmtheit, und der Name „Mausoleum“ wird schon in der Antike, etwa bei Martial im Blick auf das Augustusgrab, zum allgemeinen Begriff für monumentale Grabbauten. Die Reste des Bauwerks liegen in der heutigen türkischen Stadt Bodrum; der Großteil der erhaltenen Skulpturen gelangt im 19. Jahrhundert in das British Museum, während moderne Ausgrabungen am Ort des Mausoleums und in Halikarnassos von einem dänischen Archäologieprojekt mit dem Museum für Unterwasserarchäologie in Bodrum durchgeführt werden. Jahrhunderte nach seinem Tod lässt Lukian von Samosata in einem Dialog den toten Satrapen Mausolos mit dem Philosophen Diogenes sprechen, wobei Diogenes den einst mächtigen Herrscher spöttisch darauf hinweist, dass sein Reichtum und sein Grabmal im Tod nichts mehr bedeuten. <br />Mausolos und Artemisia bleiben kinderlos, sodass Artemisia nach seinem Tod für kurze Zeit allein in Karien herrscht. Nach ihrem Tod zwischen 353 und 351 gehen Herrschaft und faktische Macht an den Bruder Idrieus und die Schwester Ada über, die wiederum miteinander verheiratet sind. Formell tragen in der Hekatomnidenfamilie jedoch nur die Männer den Satrapentitel, weshalb der persische Hof vermutlich Idrieus offiziell als Nachfolger des Mausolos im Satrapenamt anerkennt.
*[http://en.wikipedia.org/wiki/Artemisia_II_of_Caria '''Satrap Artemisia II. (Karien, 353–351)'''] <br />Artemisia II. von Karien ist Königin von Karien und zugleich Schwester und Ehefrau von Maussolos, dem Vorgänger auf dem karischen Thron. Sie gehört zur hekatomnidischen Dynastie, deren Mitglieder als Satrapen des Achämenidenreiches formal dem Perserkönig unterstehen, in Karien jedoch wie selbständige Dynasten und Könige auftreten. Ihr Vater heißt Hekatomnos, über ihre Mutter herrscht in den Quellen Unsicherheit; möglich ist eine Abstammung von Aba, der Tochter des Hyssaldomos, doch bezweifeln manche Forscher diese Zuordnung. In der hekatomnidischen Familie existieren Geschwisterehen, deren tatsächlicher biologischer Charakter von der Forschung diskutiert wird, da Ada zwar als Gemahlin Hekatomnos’ belegt ist, aber nicht sicher als Mutter seiner Kinder gilt. Maussolos regiert Karien ungefähr von 377 bis 353 und baut Halikarnassos zum politisch und kulturell bedeutenden Zentrum aus. Nach seinem Tod folgt ihm Artemisia als Schwester-Gemahlin auf den Thron und regiert etwa zwei Jahre bis 351 Unmittelbar nach ihrer Thronbesteigung kommt es in mehreren Insel- und Küstenstädten ihres Herrschaftsbereichs zu Aufständen, weil ein Teil der Untertanen die Herrschaft einer Frau ablehnt. Artemisia führt die Regierung trotzdem im Sinne der bisherigen Politik Maussolos’ weiter und stützt insbesondere auf Rhodos die oligarchische Partei. Im Rahmen ihrer Herrschaft spielt Artemisia eine aktive Rolle in den See- und Machtverhältnissen der Ägäis nach dem Niedergang der athenischen Seemacht. Die Republik Rhodos entsendet aus Protest gegen die weibliche Herrscherin eine Flotte nach Halikarnassos, ohne zu wissen, dass Maussolos dort einen geheimen Hafen anlegen lässt. Artemisia legt in diesem geheimen Hafen mit Schiffen, Ruderern und Marinesoldaten einen Hinterhalt und lässt die rhodische Flotte zunächst ungehindert in den Haupthafen einlaufen. Sie empfängt die Rhodier scheinbar friedlich an den Stadtmauern, lädt sie in die Stadt ein und wartet, bis sie ihre Schiffe verlassen und sich im Markt versammeln. In dem Moment, in dem die rhodischen Besatzungen von Bord gehen, lässt Artemisia ihre Flotte durch einen verborgenen Ausgang zur See in den Haupthafen einlaufen und bemächtigt sich der nun unbemannten rhodischen Schiffe. Die an Land befindlichen Rhodier werden im Marktplatz getötet, während Artemisia ihre eigenen Leute in die eroberten Schiffe setzt und diese unter rhodischer Flagge nach Rhodos zurückschickt. Die vermeintlich heimkehrende Flotte wird im Hafen von Rhodos freundlich aufgenommen, wodurch Artemisias Truppen ungehindert an Land gehen und die Insel in Besitz nehmen. Zur Erinnerung an diesen Sieg lässt sie in Rhodos ein bronzenes Monument errichten, das sie zeigt, wie sie die personifizierte Insel – möglicherweise die Göttin Rhodos – brandmarkt; nach der späteren Befreiung machen die Rhodier das Denkmal unzugänglich, weshalb es die Bezeichnung "Abaton", "Unbetretbares", erhält. Polyaenos berichtet in seinen "Strategemata", dass Artemisia – wahrscheinlich Artemisia II – auch bei der Eroberung von Latmos eine List verwendet. Sie positioniert Soldaten im Hinterhalt nahe der Stadt und veranstaltet mit Frauen, Eunuchen und Musikern eine feierliche Prozession zu einem heiligen Hain der Göttermutter, etwa sieben Stadien von Latmos entfernt, sodass die Bewohner aus der Stadt hinausströmen, um das Schauspiel zu sehen, während ihre Truppen die ungeschützte Stadt besetzen. Parallel zu ihren militärischen und politischen Aktivitäten sorgt Artemisia in Halikarnassos für ein monumentales Grabmal zu Ehren des verstorbenen Maussolos, das Mausoleum von Halikarnassos. Dieses Bauwerk geht in die antike Überlieferung als eines der Sieben Weltwunder ein und macht den Begriff „Mausoleum“ zum allgemeinen Namen für prächtige Grabdenkmäler. Artemisia zeigt nach antiker Überlieferung eine extreme und öffentlich demonstrierte Trauer um Maussolos, die ihr in späteren Jahrhunderten den Ruf geradezu beispielhafter Witwentreue einträgt. Quellen berichten, sie mischt die Asche Maussolos’ in ihr tägliches Getränk und zehrt in den zwei Jahren nach seinem Tod körperlich daran zugrunde.
*[[-351#ACHÄMENIDENREICH | Fortsetzung 351]] [[Kategorie:Achämenidenreich]]
 
==ÄGYPTEN==
Spätzeit, 30. Dynastie
 
*[http://de.wikipedia.org/wiki/Nektanebos_II. Pharao Nektanebos II. (359-341)] <br />
 
==INDIEN==
 
'''Anuradhapura'''
 
*[https://en.wikipedia.org/wiki/Mutasiva König Mutasiva (367–307)] <br />
 
==CHINA==
Zeit der Streitenden Reiche <br />(39./40. Zyklus - Jahr des Erde-Drachen; am Beginn des Jahres Feuer-Hase)
 
'''Qin'''
 
*[https://en.wikipedia.org/wiki/Duke_Xiao_of_Qin Herzog Xiao (361-338)] <br />
 
'''Zhou'''
 
*[https://en.wikipedia.org/wiki/King_Xian_of_Zhou König Xian (368–321)] <br />
 
'''Zhao'''
 
*[https://en.wikipedia.org/wiki/Marquess_Cheng_of_Zhao Markgraf Cheng (374–350)] <br />Der General Pang Juan des Staates Wei führt ein großes Heer nach Zhao, um die Hauptstadt Handan zu umzingeln und auf einen entscheidenden Angriff vorzubereiten. Handan ist ein Jahr lang von den Truppen Weis eingeschlossen, sodass Zhao Marquess Cheng unter starkem Druck steht und Verbündete um Hilfe bittet. Der Staat Qi reagiert auf den Hilferuf Zhaos und sendet den Feldherrn Tian Ji und den Militärstrategen Sun Bin mit einem Heer, um Zhao zu unterstützen. Qi wendet die Strategie „Wei durch Belagerung von Wei retten“ an und zwingt Wei so, sein belagerndes Heer bei Handan zu entlasten; in der anschließenden Schlacht von Guiling besiegt Qi das Heer Weis und schwächt dessen Vormachtstellung.
*[[-351#CHINA | Fortsetzung 351]] [[Kategorie:Zhao]]
'''Wei'''
 
*[https://en.wikipedia.org/wiki/King_Hui_of_Wei Markgraf Hui (369–344)] <br />
 
'''Qi'''
 
*[https://en.wikipedia.org/wiki/King_Wei_of_Qi König Wei (356–320)] <br />[http://de.wikipedia.org/wiki/Schlacht_von_Guiling Schlacht von Guiling (354-353)] <br />Der Staat Zhao wendet sich verzweifelt an den Staat Qi und bittet um Unterstützung, um die Belagerung von Guiling durch Wei zu beenden. In Qi übernehmen Tian Ji und der Stratege Sun Bin gemeinsam das Kommando über das Entsatzheer, das Zhao helfen soll. Sun Bin plant keinen direkten Angriff auf das belagernde Heer vor Handan, sondern entwirft eine indirekte Strategie, um Wei zum Abzug zu zwingen. Er entscheidet, Wei dort zu treffen, wo es am empfindlichsten ist: im eigenen Kernland rund um die Hauptstadt Daliang. Das Heer von Qi marschiert zunächst nach Süden und greift die von Wei kontrollierte Stadt Pingling an, allerdings absichtlich ohne vollen Einsatz. Der Angriff auf Pingling bleibt bewusst erfolglos, damit der Wei-General Pang Juan die Truppen aus Qi für schwach und unentschlossen hält. Pang Juan interpretiert diesen vermeintlichen Misserfolg tatsächlich als Zeichen, dass Qi nicht in der Lage ist, einen entscheidenden Sieg zu erringen, und verstärkt deshalb seine Belagerungstruppen vor Handan. Nachdem das Scheingefecht bei Pingling beendet ist, bricht Sun Bin unverzüglich mit seinem Heer in Richtung der Wei-Hauptstadt Daliang auf. Auf dem Weg dorthin führen kleinere Abteilungen aus Qi Angriffe und Störungen gegen das Gebiet von Wei durch, um dort Unruhe zu stiften. Kundschafter von Wei melden nach einiger Zeit, dass Qi-Truppen im Raum um Daliang aktiv sind und die Hauptstadt bedrohen. Als Pang Juan die Meldungen über Angriffe nahe Daliang erhält, betrachtet er die Hauptstadt von Wei als unmittelbar gefährdet. Er lässt die Infanterie und einen Teil der Versorgungstruppen bei der Belagerung von Handan zurück und bricht mit seiner Elitekavallerie zu einem überstürzten Entsatzmarsch auf; sein Zug verläuft äußerst hastig; die Reiter legen in kurzer Zeit weite Strecken zurück, was Menschen und Pferde stark erschöpft. Sun Bin rechnet die Reaktion von Pang Juan im Voraus ein und wählt den Raum um Guiling als Ort für einen vorbereiteten Hinterhalt. Das Heer von Qi nimmt in der Nähe von Guiling im Gelände verdeckte Stellungen ein und wartet auf den durch den Marsch ermüdeten Gegner. Als Pang Juans Kavallerie den Gelben Fluss überquert und weiter auf Guiling zuzieht, befindet sich seine Truppe in einem Zustand großer Erschöpfung und ist schlecht koordiniert. In dem Moment, in dem die Truppen von Wei den Bereich des Hinterhalts erreichen, greift das zahlenmäßig überlegene Heer von Qi aus den vorbereiteten Stellungen an. Die ermüdeten Einheiten von Wei werden überrascht, können sich nicht ordnen und erleiden in kurzer Zeit schwere Verluste. Pang Juans Heer wird weitgehend vernichtet; nur Pang Juan selbst gelingt die Flucht zurück in den Staat Wei, während der größte Teil seiner Elitekavallerie untergeht. Durch die Niederlage bei Guiling muss Wei die Belagerung von Handan aufgeben, wodurch der Staat Zhao gerettet wird. Das Ansehen von Qi steigt erheblich, da der Staat mit einer geschickten Strategie einen militärisch überlegenen Gegner zurückschlägt. Aus dieser Operation entsteht das sprichwörtliche strategische Prinzip "Wei belagern, um Zhao zu retten", das später als eine der 36 Strategeme bekannt wird und in der Militärtheorie als klassisches Beispiel indirekter Kriegsführung gilt.
*[[-320#CHINA | Fortsetzung 320]] [[Kategorie:Qi]]
 
'''Lu'''
 
Lu Kang Gong wird neuer Herrscher des Lu-Reiches.
 
'''Chu'''
 
*[https://en.wikipedia.org/wiki/King_Xuan_of_Chu König Xuan (369–340)] <br />
==JAPAN==
 
*[http://de.wikipedia.org/wiki/K%C5%8Dan_(Tenn%C5%8D) Tennō Kōan (392-291)] <br />


==QUELLEN==
==QUELLEN==
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17.07.2023 Artikel eröffnet und Grundstock erstellt
17.07.2023 Artikel eröffnet und Grundstock erstellt
13.01.2026 Grundstock ergänzt


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Aktuelle Version vom 14. Januar 2026, 18:51 Uhr

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WELTALL

  • Mondfinsternis
    1122D: Ein babylonischer Schreiber beobachtet eine totale Mondfinsternis in der Nacht des 14. Araḫsamna (Artaxerxes III. 6. Jahr), der dem 16./17. November im gregorianischen Kalender entspricht, und hält dies auf einer Tagel fest; er schreibt, dass die Finsternis im Südosten beginnt, nach 23 Grad beziehungsweise etwa 70 Minuten total wird und diese Totalität 18 Grad beziehungsweise etwa 50 Minuten andauert. Die Tafel gehört zur Gattung der astronomischen Tagebücher (ACT-Texte), in denen Gelehrte Himmelsereignisse fortlaufend notieren. Sie verwendet den babylonischen Kalender und nennt als Herrscher den Achämenidenkönig Artaxerxes III., was die zeitliche Einordnung der Notiz ermöglicht. Die beschriebene Keilschrifttafel gelangt später in das British Museum in London und trägt dort die Museumsnummer BM 32238. Moderne Forscher analysieren den Text und ordnen ihn anhand der astronomischen Angaben sowie des Herrschernamens Artaxerxes III. eindeutig dem Datum 22. statt 16./17. November zu. Die Aufzeichnung gewinnt eine besondere Bedeutung für die historischen Studien zur achämenidischen Chronologie und zur Genauigkeit babylonischer Himmelsbeobachtungen. Astronomische Berechnungen und Referenzen, etwa bei der NASA und in Fachliteratur wie dem Werk von Francis Richard Stephenson, bestätigen die totale Mondfinsternis dieses Datums.
  • Fortsetzung 336

RÖMISCHE REPUBLIK

(ab urbe condita CDI = 401)

  • Konsul Gaius Sulpicius Peticus (4. Amtszeit)
    Gaius Sulpicius Peticus wird zum vierten Mal zum Konsul gewählt und erhält erneut Marcus Valerius Poplicola als Amtskollegen. In diesem Jahr führt Sulpicius sein Heer gegen Tarquinii.
  • Diktator Titus Manlius Imperiosus Torquatus (1. Amtszeit)
    Titus Manlius erhält zum ersten Mal die Diktatur und rüstet zum Angriff auf Caere. Die Bürger von Caere schicken Gesandte nach Rom und erhalten Frieden, woraufhin das römische Heer gegen die Falisker zieht, die sich jedoch zurückgezogen haben; das Land wird verwüstet, die Städte aber geschont, bevor man nach Rom zurückkehrt.
  • Fortsetzung 352

ILLYRER

GRIECHEN

(3./4. Jahr der 106. Olympiade)

Syrakus

  • Tyrann Hipparinos (353-351)
    Als Kallippos sich mit seinem Heer von Syrakus entfernt, um die Stadt Katane in seine Gewalt zu bringen, nutzt Hipparinos die Gelegenheit. Er greift Syrakus überraschend an, erobert die Stadt und stellt die Tyrannenherrschaft der Dynastie des Dionysios I. wieder her. Hipparinos ergreift nun selbst die Macht in Syrakus und setzt sich über die Ansprüche seines Halbbruders und Schwagers Dionysios II. hinweg, der sich nach Lokroi zurückgezogen hat und dort weiterhin als Tyrann herrscht. Von 353 bis 351 regiert Hipparinos als Tyrann von Syrakus.
    Platon, der dreimal nach Syrakus reist und hofft, in Sizilien einen platonischen Idealstaat verwirklichen zu können, erwähnt Hipparinos im Achten Brief, dessen Echtheit umstritten ist. In diesem Brief legt Platon einen Plan für die zukünftige politische Ordnung Syrakus’ vor, der eine konstitutionelle Monarchie vorsieht. In Platons Modell teilen sich drei Könige die Herrschaft als Kompromisslösung, und Hipparinos soll nach diesem Entwurf der zweite König werden. Platon begründet dies unter Hinweis auf die derzeit geleistete Hilfe des Hipparinos und seinen als tugendhaft beschriebenen Charakter, da er als Sohn eines Gewaltherrschers die Stadt befreit und sich sowie seinem Geschlecht anstelle einer kurzen ungerechten Gewaltherrschaft dauernden Ruhm verschafft. Platon lehnt die Tyrannenherrschaft grundsätzlich ab und hofft, Hipparinos für seine politischen Vorstellungen zu gewinnen. Die Darstellung des Hipparinos in diesem Brief verbindet so aktuelle Machtpolitik mit einem normativen Staatsentwurf. - Als literarische und historiographische Quellen für Leben und Regierung des Hipparinos dienen neben dem Achten Brief Platons (der selbst im Falle seiner Unechtheit als Informationsquelle betrachtet wird) Plutarchs Dion-Biographie. Hinzu treten die Werke von Diodor, Polyainos und Theopompos, die weitere Nachrichten über Hipparinos und die syrakusanische Politik liefern.
  • Fortsetzung 351

Epirus

Makedonien

Dritter Heiliger Krieg (356–346)

  • Anfang Jahr dringt Onomarchos erneut nach Boiotien vor, schlägt die Boioter in einer Schlacht und nimmt Koroneia ein. Zu diesem Zeitpunkt befindet sich Phokis auf dem Höhepunkt seiner Macht, weil seine Führer interne Gegensätze überwinden, das Volk einen und als Strategoi autokratores umfangreiche Befugnisse ausüben, ihre Namen auf Münzen prägen und durch Verfassungsänderungen in mehreren Städten ihren Anhängern zur Macht verhelfen. Das durch den Tempelschatz finanzierte Söldnerheer gibt Phokis große militärische Schlagkraft, und zur Gewinnung weiterer Mittel beschlagnahmen die Phoker sogar delphische Weihgeschenke. Nur die phokische Stadt Abai beteiligt sich nicht am Krieg, was ihre Sonderstellung begründet.
    Schlacht auf dem Krokusfeld
    353 oder 352 marschiert Onomarchos mit 20'000 Infanteristen und 500 Reitern nach Thessalien, um Lykophron von Pherai erneut gegen Philipp II. zu unterstützen, der mit thessalischen Adelstruppen angreift. In der entscheidenden Schlacht auf dem Krokusfeld besiegt Philipp die Phoker, Onomarchos fällt zusammen mit vielen seiner Krieger, und Philipp lässt etwa 3000 Gefangene als Tempelräuber im Meer ertränken. Phayllos folgt nun seinem getöteten Bruder als Stratege, wirbt mit den noch verfügbaren reichen Geldmitteln neue Söldner an und erhält Hilfstruppen, unter anderem aus Athen und Sparta. Seine Invasion in Boiotien scheitert aber, da er nacheinander bei Orchomenos, in einer Schlacht am Fluss Kephissos mit 500 Gefallenen und kurz darauf in einem Gefecht bei Koroneia Niederlagen hinnehmen muss. Bei einem Feldzug gegen die epiknemidischen Lokrer erobert Phayllos mehrere Städte, wird jedoch bei Abai von den Boiotern angegriffen, wobei viele seiner Soldaten sterben. Die Boioter dringen nach Phokis vor, plündern das Land und entlasten auf dem Rückweg die noch von Phokern belagerte lokrische Stadt Naryka, die Phayllos letztlich jedoch einnimmt, bevor er an einer langwierigen, schmerzhaften Krankheit leidet und 351 stirbt.
  • Fortsetzung 351

Athen

  • Platon (74)
    353–348/347: In seinen letzten Jahren bleibt Platon in Athen, lehrt und forscht an der Akademie und wendet sich verstärkt naturphilosophischen und politischen Fragen zu, die sich in Dialogen wie Timaios und Nomoi niederschlagen. In hohem Alter hält er einen öffentlichen Vortrag "Über das Gute" vor einem breiteren Publikum, das seine Darlegung überwiegend nicht versteht.
  • Aristoteles (33)
  • Isokrates, seit 390 Leiter seiner Schule für Redner, verfasst die Rede Peri Antidoseos, die oft als erste Autobiographie bezeichnet wird, und wo Isokrates Rechenschaft über sein eigenes Wirken ablegt. Er rechtfertigt sein Bildungsprogramm und seine Rolle im politischen Leben.
  • Fortsetzung 351

Sparta

Bosporanisches Reich

Bithynien

Salamis

ODRYSEN

ACHÄMENIDENREICH

  • Großkönig Artaxerxes III. (358–338)
  • Satrap Ariamnes (Nordkappadokien, 362-350)
  • Satrap Mausolus (Karien, 377–353)
    Spätestens in der späteren Regierungsphase beginnt Mausolos, zusammen mit Artemisia an einem monumentalen Grabmal in Halikarnassos bauen zu lassen, dem später sogenannten Mausoleum. Der Bau vereinigt griechische Architekturformen mit anatolischen Vorbildern wie dem Nereidenmonument von Xanthos und wird von namhaften Architekten und Bildhauern wie Satyros, Pythis, Skopas von Paros, Leochares, Bryaxis und Timotheos gestaltet. Der frühere Grabkomplex des Hekatomnos in Mylasa gilt in der Forschung als eine Art unvollendetes „Proto-Mausoleum“ mit ähnlicher Terrassenstruktur, aber ohne die ausgeprägten Aufbauten des späteren Grabes. 355/354 oder 355/354–353/352 v. Chr. überlebt Mausolos einen weiteren, diesmal gut belegten Attentatsversuch während der jährlichen Prozession nach Labraunda, was erneut die Gefährdung seiner Person zeigt. Kurz darauf, nach heutiger Mehrheitsmeinung 353/352 v. Chr., stirbt Mausolos, ohne dass die Todesursache bekannt ist; sicher ist nur, dass er noch am Sozialkrieg teilnimmt, aber vor Demosthenes’ Rede von 351 v. Chr. bereits tot ist. Plinius der Ältere datiert seinen Tod fälschlich auf 351 v. Chr., das Jahr, in dem Artemisia stirbt.
    Mausoleum von Halikarnassos
    Nach seinem Tod wird Mausolos im bereits weitgehend fertiggestellten Mausoleum von Halikarnassos bestattet, das wahrscheinlich als Heroon dient und in dem Mausolos bis in die Mitte des 2. Jhs. v. Chr. kultisch verehrt wird. Artemisia richtet ihm ein aufwendiges Begräbnis mit Spielen und Feierlichkeiten aus, an denen zahlreiche bedeutende Griechen teilnehmen, darunter Schüler des Isokrates aus Städten im Herrschaftsbereich der Hekatomniden. Theopompos von Chios gewinnt den Prosa-Wettbewerb, während Theodektes von Phaselis mit einer Tragödie „Mausolos“ im Dichtungswettbewerb siegt, was zum späteren Ruhm von Artemisia als Inbegriff der trauernden Gattin beiträgt. In den folgenden Jahrhunderten gewinnt das Mausoleum als eines der „Sieben Weltwunder“ Berühmtheit, und der Name „Mausoleum“ wird schon in der Antike, etwa bei Martial im Blick auf das Augustusgrab, zum allgemeinen Begriff für monumentale Grabbauten. Die Reste des Bauwerks liegen in der heutigen türkischen Stadt Bodrum; der Großteil der erhaltenen Skulpturen gelangt im 19. Jahrhundert in das British Museum, während moderne Ausgrabungen am Ort des Mausoleums und in Halikarnassos von einem dänischen Archäologieprojekt mit dem Museum für Unterwasserarchäologie in Bodrum durchgeführt werden. Jahrhunderte nach seinem Tod lässt Lukian von Samosata in einem Dialog den toten Satrapen Mausolos mit dem Philosophen Diogenes sprechen, wobei Diogenes den einst mächtigen Herrscher spöttisch darauf hinweist, dass sein Reichtum und sein Grabmal im Tod nichts mehr bedeuten.
    Mausolos und Artemisia bleiben kinderlos, sodass Artemisia nach seinem Tod für kurze Zeit allein in Karien herrscht. Nach ihrem Tod zwischen 353 und 351 gehen Herrschaft und faktische Macht an den Bruder Idrieus und die Schwester Ada über, die wiederum miteinander verheiratet sind. Formell tragen in der Hekatomnidenfamilie jedoch nur die Männer den Satrapentitel, weshalb der persische Hof vermutlich Idrieus offiziell als Nachfolger des Mausolos im Satrapenamt anerkennt.
  • Satrap Artemisia II. (Karien, 353–351)
    Artemisia II. von Karien ist Königin von Karien und zugleich Schwester und Ehefrau von Maussolos, dem Vorgänger auf dem karischen Thron. Sie gehört zur hekatomnidischen Dynastie, deren Mitglieder als Satrapen des Achämenidenreiches formal dem Perserkönig unterstehen, in Karien jedoch wie selbständige Dynasten und Könige auftreten. Ihr Vater heißt Hekatomnos, über ihre Mutter herrscht in den Quellen Unsicherheit; möglich ist eine Abstammung von Aba, der Tochter des Hyssaldomos, doch bezweifeln manche Forscher diese Zuordnung. In der hekatomnidischen Familie existieren Geschwisterehen, deren tatsächlicher biologischer Charakter von der Forschung diskutiert wird, da Ada zwar als Gemahlin Hekatomnos’ belegt ist, aber nicht sicher als Mutter seiner Kinder gilt. Maussolos regiert Karien ungefähr von 377 bis 353 und baut Halikarnassos zum politisch und kulturell bedeutenden Zentrum aus. Nach seinem Tod folgt ihm Artemisia als Schwester-Gemahlin auf den Thron und regiert etwa zwei Jahre bis 351 Unmittelbar nach ihrer Thronbesteigung kommt es in mehreren Insel- und Küstenstädten ihres Herrschaftsbereichs zu Aufständen, weil ein Teil der Untertanen die Herrschaft einer Frau ablehnt. Artemisia führt die Regierung trotzdem im Sinne der bisherigen Politik Maussolos’ weiter und stützt insbesondere auf Rhodos die oligarchische Partei. Im Rahmen ihrer Herrschaft spielt Artemisia eine aktive Rolle in den See- und Machtverhältnissen der Ägäis nach dem Niedergang der athenischen Seemacht. Die Republik Rhodos entsendet aus Protest gegen die weibliche Herrscherin eine Flotte nach Halikarnassos, ohne zu wissen, dass Maussolos dort einen geheimen Hafen anlegen lässt. Artemisia legt in diesem geheimen Hafen mit Schiffen, Ruderern und Marinesoldaten einen Hinterhalt und lässt die rhodische Flotte zunächst ungehindert in den Haupthafen einlaufen. Sie empfängt die Rhodier scheinbar friedlich an den Stadtmauern, lädt sie in die Stadt ein und wartet, bis sie ihre Schiffe verlassen und sich im Markt versammeln. In dem Moment, in dem die rhodischen Besatzungen von Bord gehen, lässt Artemisia ihre Flotte durch einen verborgenen Ausgang zur See in den Haupthafen einlaufen und bemächtigt sich der nun unbemannten rhodischen Schiffe. Die an Land befindlichen Rhodier werden im Marktplatz getötet, während Artemisia ihre eigenen Leute in die eroberten Schiffe setzt und diese unter rhodischer Flagge nach Rhodos zurückschickt. Die vermeintlich heimkehrende Flotte wird im Hafen von Rhodos freundlich aufgenommen, wodurch Artemisias Truppen ungehindert an Land gehen und die Insel in Besitz nehmen. Zur Erinnerung an diesen Sieg lässt sie in Rhodos ein bronzenes Monument errichten, das sie zeigt, wie sie die personifizierte Insel – möglicherweise die Göttin Rhodos – brandmarkt; nach der späteren Befreiung machen die Rhodier das Denkmal unzugänglich, weshalb es die Bezeichnung "Abaton", "Unbetretbares", erhält. Polyaenos berichtet in seinen "Strategemata", dass Artemisia – wahrscheinlich Artemisia II – auch bei der Eroberung von Latmos eine List verwendet. Sie positioniert Soldaten im Hinterhalt nahe der Stadt und veranstaltet mit Frauen, Eunuchen und Musikern eine feierliche Prozession zu einem heiligen Hain der Göttermutter, etwa sieben Stadien von Latmos entfernt, sodass die Bewohner aus der Stadt hinausströmen, um das Schauspiel zu sehen, während ihre Truppen die ungeschützte Stadt besetzen. Parallel zu ihren militärischen und politischen Aktivitäten sorgt Artemisia in Halikarnassos für ein monumentales Grabmal zu Ehren des verstorbenen Maussolos, das Mausoleum von Halikarnassos. Dieses Bauwerk geht in die antike Überlieferung als eines der Sieben Weltwunder ein und macht den Begriff „Mausoleum“ zum allgemeinen Namen für prächtige Grabdenkmäler. Artemisia zeigt nach antiker Überlieferung eine extreme und öffentlich demonstrierte Trauer um Maussolos, die ihr in späteren Jahrhunderten den Ruf geradezu beispielhafter Witwentreue einträgt. Quellen berichten, sie mischt die Asche Maussolos’ in ihr tägliches Getränk und zehrt in den zwei Jahren nach seinem Tod körperlich daran zugrunde.
  • Fortsetzung 351

ÄGYPTEN

Spätzeit, 30. Dynastie

INDIEN

Anuradhapura

CHINA

Zeit der Streitenden Reiche
(39./40. Zyklus - Jahr des Erde-Drachen; am Beginn des Jahres Feuer-Hase)

Qin

Zhou

Zhao

  • Markgraf Cheng (374–350)
    Der General Pang Juan des Staates Wei führt ein großes Heer nach Zhao, um die Hauptstadt Handan zu umzingeln und auf einen entscheidenden Angriff vorzubereiten. Handan ist ein Jahr lang von den Truppen Weis eingeschlossen, sodass Zhao Marquess Cheng unter starkem Druck steht und Verbündete um Hilfe bittet. Der Staat Qi reagiert auf den Hilferuf Zhaos und sendet den Feldherrn Tian Ji und den Militärstrategen Sun Bin mit einem Heer, um Zhao zu unterstützen. Qi wendet die Strategie „Wei durch Belagerung von Wei retten“ an und zwingt Wei so, sein belagerndes Heer bei Handan zu entlasten; in der anschließenden Schlacht von Guiling besiegt Qi das Heer Weis und schwächt dessen Vormachtstellung.
  • Fortsetzung 351

Wei

Qi

  • König Wei (356–320)
    Schlacht von Guiling (354-353)
    Der Staat Zhao wendet sich verzweifelt an den Staat Qi und bittet um Unterstützung, um die Belagerung von Guiling durch Wei zu beenden. In Qi übernehmen Tian Ji und der Stratege Sun Bin gemeinsam das Kommando über das Entsatzheer, das Zhao helfen soll. Sun Bin plant keinen direkten Angriff auf das belagernde Heer vor Handan, sondern entwirft eine indirekte Strategie, um Wei zum Abzug zu zwingen. Er entscheidet, Wei dort zu treffen, wo es am empfindlichsten ist: im eigenen Kernland rund um die Hauptstadt Daliang. Das Heer von Qi marschiert zunächst nach Süden und greift die von Wei kontrollierte Stadt Pingling an, allerdings absichtlich ohne vollen Einsatz. Der Angriff auf Pingling bleibt bewusst erfolglos, damit der Wei-General Pang Juan die Truppen aus Qi für schwach und unentschlossen hält. Pang Juan interpretiert diesen vermeintlichen Misserfolg tatsächlich als Zeichen, dass Qi nicht in der Lage ist, einen entscheidenden Sieg zu erringen, und verstärkt deshalb seine Belagerungstruppen vor Handan. Nachdem das Scheingefecht bei Pingling beendet ist, bricht Sun Bin unverzüglich mit seinem Heer in Richtung der Wei-Hauptstadt Daliang auf. Auf dem Weg dorthin führen kleinere Abteilungen aus Qi Angriffe und Störungen gegen das Gebiet von Wei durch, um dort Unruhe zu stiften. Kundschafter von Wei melden nach einiger Zeit, dass Qi-Truppen im Raum um Daliang aktiv sind und die Hauptstadt bedrohen. Als Pang Juan die Meldungen über Angriffe nahe Daliang erhält, betrachtet er die Hauptstadt von Wei als unmittelbar gefährdet. Er lässt die Infanterie und einen Teil der Versorgungstruppen bei der Belagerung von Handan zurück und bricht mit seiner Elitekavallerie zu einem überstürzten Entsatzmarsch auf; sein Zug verläuft äußerst hastig; die Reiter legen in kurzer Zeit weite Strecken zurück, was Menschen und Pferde stark erschöpft. Sun Bin rechnet die Reaktion von Pang Juan im Voraus ein und wählt den Raum um Guiling als Ort für einen vorbereiteten Hinterhalt. Das Heer von Qi nimmt in der Nähe von Guiling im Gelände verdeckte Stellungen ein und wartet auf den durch den Marsch ermüdeten Gegner. Als Pang Juans Kavallerie den Gelben Fluss überquert und weiter auf Guiling zuzieht, befindet sich seine Truppe in einem Zustand großer Erschöpfung und ist schlecht koordiniert. In dem Moment, in dem die Truppen von Wei den Bereich des Hinterhalts erreichen, greift das zahlenmäßig überlegene Heer von Qi aus den vorbereiteten Stellungen an. Die ermüdeten Einheiten von Wei werden überrascht, können sich nicht ordnen und erleiden in kurzer Zeit schwere Verluste. Pang Juans Heer wird weitgehend vernichtet; nur Pang Juan selbst gelingt die Flucht zurück in den Staat Wei, während der größte Teil seiner Elitekavallerie untergeht. Durch die Niederlage bei Guiling muss Wei die Belagerung von Handan aufgeben, wodurch der Staat Zhao gerettet wird. Das Ansehen von Qi steigt erheblich, da der Staat mit einer geschickten Strategie einen militärisch überlegenen Gegner zurückschlägt. Aus dieser Operation entsteht das sprichwörtliche strategische Prinzip "Wei belagern, um Zhao zu retten", das später als eine der 36 Strategeme bekannt wird und in der Militärtheorie als klassisches Beispiel indirekter Kriegsführung gilt.
  • Fortsetzung 320

Lu

Lu Kang Gong wird neuer Herrscher des Lu-Reiches.

Chu

JAPAN

QUELLEN

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17.07.2023 Artikel eröffnet und Grundstock erstellt

13.01.2026 Grundstock ergänzt

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