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*[https://de.wikipedia.org/wiki/Sturmius Abt Sturmius (Fulda, 744–779)] <br /> | *[https://de.wikipedia.org/wiki/Sturmius Abt Sturmius (Fulda, 744–779)] <br /> | ||
*[http://de.wikipedia.org/wiki/Sidonius_von_Konstanz Bischof Sidonius (Konstanz, 746–760)] | *[http://de.wikipedia.org/wiki/Sidonius_von_Konstanz Bischof Sidonius (Konstanz, 746–760)] | ||
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Otmar_von_St._Gallen Abt Otmar von St. Gallen (Kloster St. Gallen, 719–759)] <br />Die Selbständigkeit des Klosters und die Volksverbundenheit führen zu Missfallen bei den fränkischen Grafen Warin und Ruthard sowie beim Bischof Sidonius von Konstanz. Es kommt zu Landbesitzstreitigkeiten und Konflikten um die Herrschaftsansprüche des Bischofs, der St. Gallen als Eigenkloster seinem Bistum unterstellen möchte. Diese Konflikte führen 759 zur Gefangennahme Otmars. Otmar wird einer falschen Anklage (Sittlichkeitsverbrechen, Ehebruch) vor Gericht gestellt und zum Hungertod in der Königspfalz Bodman verurteilt. Die Strafe wird gemildert, Otmar wird auf der Insel Werd in Gewahrsam gehalten. Am 16. November stirbt Otmar auf der Insel Werd. Rund 100 Jahre nach seinem Tod wird Otmar 864 durch den Konstanzer Bischof Salomo I. heiliggesprochen, sein liturgischer Gedenktag ist der 16. November. Im Bistum St. Gallen gilt Otmar als gleichgestellter Patronus aeque principalis. Theologiegeschichtlich gilt Otmar als ein Vorläufer der Ordensbewegungen des 12. und 13. Jahrhunderts, die Evangeliumsverkündigung und karitative Praxis verbinden. Heute betreuen Franziskaner das Otmarheiligtum mit Kapelle auf der Insel Werd. Otmar wird in künstlerischen Darstellungen als benediktinischer Abt mit Stab und Weinfässchen gezeigt. Das Weinfässchen verweist auf eine Legende zur Überführung seines Leichnams, bei der der Wein nicht leer wird; eine weitere Legende erzählt, dass sein Fässchen nie leer wird, egal wie viel er teilt. Sein Name gibt Ursprung zu Ortsnamen wie Ottmarsheim und Ottmarsfeld und beeinflusst den Familiennamen Ott. Kirchen und Sportvereine werden nach ihm benannt. | *[https://de.wikipedia.org/wiki/Otmar_von_St._Gallen Abt Otmar von St. Gallen (Kloster St. Gallen, 719–759)] <br />Die Selbständigkeit des Klosters und die Volksverbundenheit führen zu Missfallen bei den fränkischen Grafen Warin und Ruthard sowie beim Bischof Sidonius von Konstanz. Es kommt zu Landbesitzstreitigkeiten und Konflikten um die Herrschaftsansprüche des Bischofs, der St. Gallen als Eigenkloster seinem Bistum unterstellen möchte. Diese Konflikte führen 759 zur Gefangennahme Otmars. Otmar wird einer falschen Anklage (Sittlichkeitsverbrechen, Ehebruch) vor Gericht gestellt und zum Hungertod in der Königspfalz Bodman verurteilt. Die Strafe wird gemildert, Otmar wird auf der Insel Werd in Gewahrsam gehalten. Am 16. November stirbt Otmar auf der Insel Werd. Rund 100 Jahre nach seinem Tod wird Otmar 864 durch den Konstanzer Bischof Salomo I. heiliggesprochen, sein liturgischer Gedenktag ist der 16. November. Im Bistum St. Gallen gilt Otmar als gleichgestellter Patronus aeque principalis. Theologiegeschichtlich gilt Otmar als ein Vorläufer der Ordensbewegungen des 12. und 13. Jahrhunderts, die Evangeliumsverkündigung und karitative Praxis verbinden. Heute betreuen Franziskaner das Otmarheiligtum mit Kapelle auf der Insel Werd. Otmar wird in künstlerischen Darstellungen als benediktinischer Abt mit Stab und Weinfässchen gezeigt. Das Weinfässchen verweist auf eine Legende zur Überführung seines Leichnams, bei der der Wein nicht leer wird; eine weitere Legende erzählt, dass sein Fässchen nie leer wird, egal wie viel er teilt. Sein Name gibt Ursprung zu Ortsnamen wie Ottmarsheim und Ottmarsfeld und beeinflusst den Familiennamen Ott. Kirchen und Sportvereine werden nach ihm benannt. Sidonius ernennt [http://de.wikipedia.org/wiki/Johannes_II._von_Konstanz Johannes], einen Mönch im Kloster Reichenau, zum neuen Abt; im Folgejahr wird Johannes zudem Bischof von Konstanz. | ||
*[http://de.wikipedia.org/wiki/Tello_(Bischof) '''Bischof Tello (Chur, 759–765)'''] <br />Tello stammt aus der rätischen Herrscherfamilie der Viktoriden (auch Zacconen genannt); er ist Sohn des Präses Viktor und seiner Frau Theusenda. In seinem Testament erwähnt er mehrere Geschwister, deren Namen jedoch in der Quelle nicht überliefert sind. Tello wächst wahrscheinlich im Kloster Disentis auf. Um 750/760 beginnt Tello auf dem bischöflichen Hof in Chur mit dem Bau einer neuen karolingischen Kathedrale, die eine ältere Bischofskirche aus der ersten Hälfte des 5. Jahrhunderts ersetzt. Diese Kirche wird später baulich verändert und in der Romanik erneuert, bewahrt aber eine ungewöhnliche Krypta, die wohl noch auf den frühmittelalterlichen Bau zurückgeht. Durch seine Herkunft aus der Viktoridenfamilie und die Verbindung von geistlichem und weltlichem Amt steigt Tello zu einer der mächtigsten Persönlichkeiten in Churrätien auf. Ab 759 lässt sich Tello sicher als Bischof von Chur nachweisen; seine Amtszeit dauert bis zu seinem Tod um 765. Gleichzeitig führt er, wie zuvor sein Vater Viktor, den Titel des rätischen Präses, was ihm umfassende politische und richterliche Befugnisse verleiht; als letzter Vertreter dieser Dynastie hält er in Personalunion die bischöfliche Würde und das Amt des Präses, also die kirchliche und die weltliche Herrschaft. Für die Jahre 759/760 erwähnt ihn der Reichenauer Mönch Walahfrid Strabo in der Vita Sancti Galli, was seine Stellung im kirchlichen Netzwerk des Bodenseeraums zeigt. Tello erscheint zudem im Verbrüderungsbuch der Abtei Reichenau, das wichtige geistliche Bündnisse und Fürbittenverpflichtungen festhält | *[http://de.wikipedia.org/wiki/Tello_(Bischof) '''Bischof Tello (Chur, 759–765)'''] <br />Tello stammt aus der rätischen Herrscherfamilie der Viktoriden (auch Zacconen genannt); er ist Sohn des Präses Viktor und seiner Frau Theusenda. In seinem Testament erwähnt er mehrere Geschwister, deren Namen jedoch in der Quelle nicht überliefert sind. Tello wächst wahrscheinlich im Kloster Disentis auf. Um 750/760 beginnt Tello auf dem bischöflichen Hof in Chur mit dem Bau einer neuen karolingischen Kathedrale, die eine ältere Bischofskirche aus der ersten Hälfte des 5. Jahrhunderts ersetzt. Diese Kirche wird später baulich verändert und in der Romanik erneuert, bewahrt aber eine ungewöhnliche Krypta, die wohl noch auf den frühmittelalterlichen Bau zurückgeht. Durch seine Herkunft aus der Viktoridenfamilie und die Verbindung von geistlichem und weltlichem Amt steigt Tello zu einer der mächtigsten Persönlichkeiten in Churrätien auf. Ab 759 lässt sich Tello sicher als Bischof von Chur nachweisen; seine Amtszeit dauert bis zu seinem Tod um 765. Gleichzeitig führt er, wie zuvor sein Vater Viktor, den Titel des rätischen Präses, was ihm umfassende politische und richterliche Befugnisse verleiht; als letzter Vertreter dieser Dynastie hält er in Personalunion die bischöfliche Würde und das Amt des Präses, also die kirchliche und die weltliche Herrschaft. Für die Jahre 759/760 erwähnt ihn der Reichenauer Mönch Walahfrid Strabo in der Vita Sancti Galli, was seine Stellung im kirchlichen Netzwerk des Bodenseeraums zeigt. Tello erscheint zudem im Verbrüderungsbuch der Abtei Reichenau, das wichtige geistliche Bündnisse und Fürbittenverpflichtungen festhält | ||
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Version vom 21. Januar 2026, 16:53 Uhr
MAYA
Quiriguá
Copan
PIKTEN
KELTEN
Uí Néill
Ulaid
- König Fiachnae mac Áedo Róin (750–789)
Fiachnae greift in einen kirchlichen Konflikt in Armagh ein, unterstützt den Abt Fer-dá-Chrích gegen den Priester Airechtach, der von Dúngal mac Amalgado von den Uí Néill von Brega getragen wird. In der Schlacht von Emain Macha bei Armagh besiegt Fiachnae Dúngal und seine Verbündeten; Dúngal und sein Mitstreiter Donn Bó mac Con Brettan, König der Fir Rois, fallen in dieser Auseinandersetzung. - Fortsetzung 761
Connacht
Leinster
- König Muiredach mac Murchada (738–760)
Domnall Midi führt ein Heer der Laigin bis nach Mag Muirtheimne bei Dundalk. - Fortsetzung 760
Uí Mháine
Dalriada
Königreich Strathclyde
Gwynedd
Königreich Powys
ANGELSACHSEN
Northumbria
- König Oswulf (758–759)
Am 24. oder 25. Juli hält sich Oswulf in Methel Wonghtun auf, dem späteren Market Weighton in Yorkshire. Dort wird er von Mitgliedern seines eigenen Haushalts ermordet, also von Personen aus seinem unmittelbaren Umfeld. Die Hintergründe des Anschlags bleiben in den Quellen unklar, doch deutet die Überlieferung auf eine politische Verschwörung hin. Als Drahtzieher des Komplotts gilt wahrscheinlich Äthelwald Moll, der unmittelbar nach Oswulfs Tod den Thron übernimmt. Es besteht zudem die Vermutung, dass Äthelwald Moll bereits in die Abdankung Eadberhts im Jahr 758 verwickelt ist und somit langfristig auf die Macht hinarbeitet. Mit Oswulfs Tod endet seine kurze Regierungszeit von 758 bis 759, und Äthelwald Moll wird sein Nachfolger als König von Northumbria. - König Æthelwald Moll (759–765)
Die Herkunft von Æthelwald Moll ist unklar, und zeitgenössische Quellen nennen keinen königlichen Stammbaum. In den Urkunden des Königs Eadberht taucht ein hochgestellter Adeliger namens Moll auf, dem Eadberht und sein Bruder Ecgbert, der Erzbischof von York, mehrere Klöster in Stonegrave, Coxwold und Donaemuthe im späteren Yorkshire übertragen, und dieser Moll gilt in der Forschung meist als identisch mit Æthelwald oder als enger Verwandter. Nur wenige Tage nach Oswulfs Tod, am 5. August, übernimmt Æthelwald Moll die Königswürde von Northumbria, und zeitgenössische Chronisten halten es für gut möglich, dass er in die Verschwörung gegen Oswulf verwickelt gewesen ist, auch wenn ein direkter Beweis fehlt. Bereits zu Beginn seiner Herrschaft muss Æthelwald die Loyalität eines zersplitterten Adels sichern und sich in einem Königreich behaupten. - Erzbischof Egbert (York, 735-766)
- Bischof Frithubeorht (Hexham, 734–766)
- Bischof Cynewulf (Lindisfarne, 740–780)
- Fortsetzung 762
Mercia
East Anglia
Königreich Wessex
Königreich Essex
Königreich Kent
- König Eardwulf (West-Kent, 748–vor 762)
- König Æthelberht II. (Ost-Kent, 725–762)
- Erzbischof Cuthberth (Canterbury, 740–758)
FRÄNKISCHES REICH
- König Pippin der Jüngere (751–768)
Pippin erobert Septimanien mit Narbonne endgültig von den Mauren und gliedert es seinem Reich ein. - Karl (später "der Große") (10)
- Erzbischof Turpin (Reims, 748–794)
- Bischof, nun Erzbischof Chrodegang (Metz, 742-766)
- Bischof Gregor (Utrecht (754-775)
- Erzbischof Lullus (Mainz, 754-786)
- Bischof Megingaud (Würzburg, 754–769)
- Abt Sturmius (Fulda, 744–779)
- Bischof Sidonius (Konstanz, 746–760)
- Abt Otmar von St. Gallen (Kloster St. Gallen, 719–759)
Die Selbständigkeit des Klosters und die Volksverbundenheit führen zu Missfallen bei den fränkischen Grafen Warin und Ruthard sowie beim Bischof Sidonius von Konstanz. Es kommt zu Landbesitzstreitigkeiten und Konflikten um die Herrschaftsansprüche des Bischofs, der St. Gallen als Eigenkloster seinem Bistum unterstellen möchte. Diese Konflikte führen 759 zur Gefangennahme Otmars. Otmar wird einer falschen Anklage (Sittlichkeitsverbrechen, Ehebruch) vor Gericht gestellt und zum Hungertod in der Königspfalz Bodman verurteilt. Die Strafe wird gemildert, Otmar wird auf der Insel Werd in Gewahrsam gehalten. Am 16. November stirbt Otmar auf der Insel Werd. Rund 100 Jahre nach seinem Tod wird Otmar 864 durch den Konstanzer Bischof Salomo I. heiliggesprochen, sein liturgischer Gedenktag ist der 16. November. Im Bistum St. Gallen gilt Otmar als gleichgestellter Patronus aeque principalis. Theologiegeschichtlich gilt Otmar als ein Vorläufer der Ordensbewegungen des 12. und 13. Jahrhunderts, die Evangeliumsverkündigung und karitative Praxis verbinden. Heute betreuen Franziskaner das Otmarheiligtum mit Kapelle auf der Insel Werd. Otmar wird in künstlerischen Darstellungen als benediktinischer Abt mit Stab und Weinfässchen gezeigt. Das Weinfässchen verweist auf eine Legende zur Überführung seines Leichnams, bei der der Wein nicht leer wird; eine weitere Legende erzählt, dass sein Fässchen nie leer wird, egal wie viel er teilt. Sein Name gibt Ursprung zu Ortsnamen wie Ottmarsheim und Ottmarsfeld und beeinflusst den Familiennamen Ott. Kirchen und Sportvereine werden nach ihm benannt. Sidonius ernennt Johannes, einen Mönch im Kloster Reichenau, zum neuen Abt; im Folgejahr wird Johannes zudem Bischof von Konstanz. - Bischof Tello (Chur, 759–765)
Tello stammt aus der rätischen Herrscherfamilie der Viktoriden (auch Zacconen genannt); er ist Sohn des Präses Viktor und seiner Frau Theusenda. In seinem Testament erwähnt er mehrere Geschwister, deren Namen jedoch in der Quelle nicht überliefert sind. Tello wächst wahrscheinlich im Kloster Disentis auf. Um 750/760 beginnt Tello auf dem bischöflichen Hof in Chur mit dem Bau einer neuen karolingischen Kathedrale, die eine ältere Bischofskirche aus der ersten Hälfte des 5. Jahrhunderts ersetzt. Diese Kirche wird später baulich verändert und in der Romanik erneuert, bewahrt aber eine ungewöhnliche Krypta, die wohl noch auf den frühmittelalterlichen Bau zurückgeht. Durch seine Herkunft aus der Viktoridenfamilie und die Verbindung von geistlichem und weltlichem Amt steigt Tello zu einer der mächtigsten Persönlichkeiten in Churrätien auf. Ab 759 lässt sich Tello sicher als Bischof von Chur nachweisen; seine Amtszeit dauert bis zu seinem Tod um 765. Gleichzeitig führt er, wie zuvor sein Vater Viktor, den Titel des rätischen Präses, was ihm umfassende politische und richterliche Befugnisse verleiht; als letzter Vertreter dieser Dynastie hält er in Personalunion die bischöfliche Würde und das Amt des Präses, also die kirchliche und die weltliche Herrschaft. Für die Jahre 759/760 erwähnt ihn der Reichenauer Mönch Walahfrid Strabo in der Vita Sancti Galli, was seine Stellung im kirchlichen Netzwerk des Bodenseeraums zeigt. Tello erscheint zudem im Verbrüderungsbuch der Abtei Reichenau, das wichtige geistliche Bündnisse und Fürbittenverpflichtungen festhält - Fortsetzung 760
Herzogtum Aquitanien
Herzogtum Baiern
Reihenfolge der Städte: Regensburg, Bayern, Oberpfalz (49° 01′ N) Eichstätt, Bayern, Oberbayern (48° 53′ N) Freising, Bayern, Oberbayern (48° 24′ N) Passau, Bayern, Niederbayern (48° 34′ N) Augsburg, Bayern, Schwaben (48° 22′ N)
- Herzog Tassilo III. (748–788)
- Bischof Gaubald (Regensburg, 739–761)
- Bischof Willibald (Eichstätt, 741–787)
- Bischof Joseph von Verona (Freising, 747/748-764)
- Bischof Sidonius (Passau, 754–763/764)
- Bischof Wikterp (Augsburg, 739-772)
- Bischof Virgil (Salzburg, 746–784)
- Fortsetzung 761
LANGOBARDENREICH
- König Desiderius (757–774)
Desiderius krönt seinen Sohn Adelchis zum Mitkönig, um die Nachfolge zu sichern, und beide beschenken die Klöster San Salvatore in Brescia und Farfa in Spoleto reich mit Besitzungen. Desiderius nimmt über den byzantinischen Gesandten Georgios diplomatische Beziehungen zu Kaiser Konstantin V. auf und versucht, ein gegen den Papst gerichtetes Bündnis zu schließen, das aber nicht zustande kommt. Papst Paulus I. fühlt sich von einer möglichen byzantinischen Invasion bedroht und sucht durch fränkische Vermittlung ein Bündnis mit Desiderius. - Erzbischof Leto Marcellino (745-759)
Leto Marcellino stirbt am 4. April in Mailand. - Erzbischof Tomaso (759-783)
Am 22. September wird Thomas zum Erzbischof von Mailand gewählt. Mit dem Beginn seines Episkopats setzt nach traditioneller Auffassung der tatsächliche Einfluss der Franken auf lombardischem Boden und besonders auf die Stadt Mailand ein. Der fränkische König verfolgt das Ziel, alle Riten der katholischen Kirche in seinen Herrschaftsgebieten zu vereinheitlichen, und Thomas stellt sich diesem Vorhaben mit Nachdruck entgegen. Thomas verteidigt energisch den seit Jahrhunderten bestehenden ambrosianischen Ritus, der für die Kirche von Mailand kennzeichnend ist. In dieser Auseinandersetzung tritt er als Bewahrer der eigenen liturgischen Tradition auf und behauptet deren Eigenrecht gegenüber der fränkischen Vereinheitlichungspolitik. Unter der Amtsführung von Thomas entstehen die ersten heute noch erhaltenen Archivdokumente zur Verwaltung der mailändischen Kurie. Diese Schriftstücke geben Einblick in die organisatorische und wirtschaftliche Führung der Erzdiözese in seiner Zeit. Aus einem dieser Texte geht hervor, dass während seines Regierungszeitraums ein gewisser Totone aus Campiglione (dem heutigen Campione d’Italia) ein Hospital errichten lässt. Dieses Hospital wird der Verwaltung der Basilika Sant’Ambrogio anvertraut. Thomas lässt außerdem die Unterkirche (scurolo) der Kirche San Calimero neu aufbauen; er schmückt die Struktur mit weißen Marmorplatten, die vermutlich – entsprechend einer damals üblichen Praxis – aus älteren römischen Bauten wiederverwendet werden. Neben den baulichen Maßnahmen stiftet Thomas der Basilika ein kostbares, später verlorenes, goldenes Altartuch (Palium).
Herzogtum Friaul
Herzogtum Benevent
SPANIEN
Königreich Asturien
KIRCHENSTAAT
- Papst Paul I. (757–767)
Mehrmals, besonders deutlich in diesem Jahr, fürchtet Paul, dass der byzantinische Kaiser ein Heer nach Italien entsenden könnte, um Rom zu bedrohen oder zu kontrollieren. Diese Furcht führt dazu, dass Paul in ständiger Sorge vor einem Versuch steht, den fränkischen Einfluss in Italien zugunsten der Langobarden und im Sinne des Kaisers zu verschieben. Ein solcher Versuch, die Franken gegen den Papst auszuspielen und sie stärker an langobardische Interessen zu binden, wird tatsächlich unternommen, bleibt aber letztlich erfolglos, weil Pippin an seiner bisherigen Italienpolitik festhält. - Fortsetzung 765
REPUBLIK VENEDIG
KARANTANIEN
ERSTES BULGARISCHES REICH
- Knjas Winech (756–761)
Zwischen 755 und 775 unternimmt der byzantinische Kaiser Konstantin V. insgesamt mindestens neun Versuche, das Bulgarische Reich zu erobern. Er startet wiederholt militärische Operationen nördlich des Balkangebirges, doch der Widerstand der Bulgaren verhindert jedes Mal eine dauerhafte byzantinische Herrschaft. Auch in diesem Jahr marschiert Konstantin gegen das Bulgarische Reich.
Schlacht am Rischkipass
Am Rischkipass im Balkangebirge gerät das byzantinische Heer in einen von den Bulgaren vorbereiteten Hinterhalt. Die bulgarischen Truppen fügen den Byzantinern im engen Pass schwere Verluste zu und zerschlagen einen großen Teil der kaiserlichen Armee. Konstantin kann sich nur mit wenigen Getreuen retten und entkommt der Vernichtung seines Heeres knapp durch die Flucht. Der Historiker Theophanes beschreibt den Verlauf dieser Schlacht in seiner Weltchronik und hebt die Größe der byzantinischen Niederlage hervor. - Fortsetzung 761
BYZANTINISCHES REICH
- Kaiser Konstantin V. (741–775)
Konstantin dringt erneut nach Bulgarien ein, erleidet jedoch in der Schlacht am Rischkipass eine vernichtende Niederlage gegen die Bulgaren. - Patriarch Konstantin II. (Konstantinopel, 754-766)
- Fortsetzung 762
IBERIEN
DABUYIDEN
- Spahbod Khurshid (740–760)
Khurshid nutzt den Aufstand von Abd al-Jabar ibn Abd al-Rahman, des Gouverneurs von Chorasan, um die Unterwerfung unter das Kalifat erneut abzustreifen. Kalif al-Mansur schickt seine Generäle Abu al-Khaṣib Marzuq und Khazim ibn Khuzayma mit dem Auftrag nach Tabaristan, das Land vollständig zu unterwerfen und als reguläre Provinz ins Kalifat einzugliedern. Khurshid zieht sich in die Gebirgsfestung al-Tak zurück, wo er 759–760 belagert wird. Er entkommt persönlich nach Daylam, doch al-Tak fällt schließlich, und mit der Festung geraten seine Familie und zahlreiche Angehörige seines Hofes in abbasidische Gefangenschaft und werden nach Bagdad gebracht. - Fortsetzung 760
ARABER
(141/142 - 3./4. Mai)
Abbasiden
- Kalif al-Mansūr (754–775)
Als Ziyād ibn ʿUbaidallāh, der Statthalter von Medina, eine Chance ungenutzt lässt, Muhammad zu ergreifen, lässt al-Mansūr ihn in Fesseln legen und durch Muhammad ibn Chālid al-Qasrī ersetzen. Al-Qasrī gibt viel Geld für die Verfolgung der beiden Aliden aus, bleibt aber erfolglos. - Statthalter Humayd ibn Qahtaba (Ägypten, 759–761)
Humayd ibn Qahtaba wird zum Gouverneur von Ägypten ernannt, ein Amt, das er von 759 bis 761 ausübt. In dieser Zeit festigt er die abbasidische Herrschaft in der Provinz. - Imam Ja'far al-Sadiq (732–765)
- Patriarch Theodoros II. (Jerusalem, 745/749–770)
- Papst und Patriarch Michael I. (Alexandria, 743–767)
- Griechisch-orthodoxer Patriarch Kosmas I. (Alexandria, 727–768)
- Fortsetzung 761
Emirat von Córdoba
MAKURIA
UIGURISCHES KAGANAT
- Kagan Bayanchur (747–759)
Im Mai führt Bayanchur einen erfolgreichen Feldzug gegen die Jenissei-Kirgisien in den Sajangebirgen. Kurz nach Abschluss dieses Zuges stirbt er während eines Festes. Nach Bayanchurs Tod kehrt Prinzessin Xiaoguo nach China zurück. Bögü Qaghan folgt seinem Vater als Herrscher des Uigurischen Khaganats. Später erscheint Bayanchur Khan in der Populärkultur, etwa in der chinesischen Fernsehserie The Glory of Tang Dynasty (2017), in der ihn der Schauspieler Yu Xiaowei verkörpert. Seine vielfältigen Titel und Allianzen machen ihn zu einer Schlüsselfigur der uigurisch‑tangzeitlichen Geschichte. - Kagan Bögü (759–780)
Bögü ist Bayanchurs jüngerer Sohn; während der Herrschaft seines Vaters führt er den Titel Ulu Bilge Töles Shad, der in etwa "Großer östlicher weiser Prinz". Sein persönlicher Name lautet in chinesischer Transkription Yaoluoge Yidijian, was die chinesische Form des uigurischen Clannamens Yaglakar mit seinem Eigennamen verbindet. Nach der Thronbesteigung nimmt er mehrere Regnalnamen an, darunter Tarkhan Bögü Kagan, Alp Külüg Bögü Kagan und schließlich den langen Herrschertitel Tengrida Qut Bolmish El Tutmish Alp Külüg Bilge Kagan, der etwa "Im Himmel mit Heil beschenkter, Reich haltender, tapferer, ruhmreicher, weiser Kagan" bedeutet. Vor seinem Herrschaftsantritt dient Bögü als Vizekönig des östlichen Teils des uigurischen Kaganats und verwaltet diesen Bereich im Namen seines Vaters. Nach Bayanchurs Tod übernimmt er die Nachfolge und wird als dritter Kagan des Uigurischen Reiches anerkannt, womit er an die bestehende Allianzpolitik gegenüber der Tang‑Dynastie anknüpft. In den frühen Jahren seiner Regierung tritt der chinesische Rebell Shi Chaoyi an ihn heran und fordert ihn auf, gemeinsam gegen die Tang‑Dynastie zu marschieren, was bei Bögü den Eindruck erweckt, die Tang‑Herrschaft stehe vor dem Zusammenbruch. Bögü zieht daraufhin mit etwa 100'000 uigurischen Reitern an die Grenze des Tang‑Reiches, ist aber zugleich vorsichtig und beobachtet die Lage aufmerksam. - Fortsetzung 762
TÜRGESCH
- Kagan Ata Boyla (755-766)
Am 24. September erscheint Ata Boyla in den chinesischen Quellen Cefu Yuangui und Neues Buch der Tang als Khagan der Türgesh, der Gesandte an den Tang-Hof schickt. In den Jahren nach 759 steht Ata Boyla weiterhin an der Spitze der Türgesh, während sein Reich zunehmend unter Druck der benachbarten Karluken gerät. - Fortsetzung 766
INDIEN
Kaschmir
Pratihara
Malla
Chauhan-Dynastie
- König Vigraharaja I. (734–759)
- König Chandraraja I. (759–771)
Chandraraja I. regiert etwa von 759 bis 771 als König der Chahamana‑Dynastie, die Teile des späteren Rajasthan im Nordwesten Indiens beherrscht. Er ist Sohn von Vigraharaja I., der vor ihm über das Reich geherrscht hat. Eine spätere Quelle, das Hammira Mahakavya, nennt hingegen Naradeva, einen Ahnherrn Vigraharajas, was aber weniger wahrscheinlich ist. - Fortsetzung 771
Rashtrakuta
Westliche Ganga-Dynastie
Pallava
Anuradhapura
TIBET
CHINA
(57./58. Zyklus - Jahr des Erde-Schweins; am Beginn des Jahres Erde-Hund)
Tang-Dynastie
KOREA
Silla
Balhae
JAPAN
- Tennō Junnin (758–764)
- Man’yōshū (Anthologie)
Das Man’yōshū entsteht über mehrere Jahrhunderte hinweg und versammelt Gedichte vom 4. Jahrhundert bis in die Mitte des 8. Jahrhunderts, bis zur Kompilation um das Jahr 759 in der Nara‑Zeit.
In der traditionellen Rückdatierung entstehen die ältesten Gedichte des Man’yōshū bereits im 4. Jahrhundert und werden später insbesondere Kaiser Nintoku (reg. 313-399) zugeschrieben. Die Gedichte feiern Herrscher, Hofzeremonien und Hofreisen und reflektieren zugleich soziale Bindungen innerhalb der frühen herrschenden Schicht. Motive wie Landschaft, Loyalität und Herrschaftslegitimation verbinden sich mit einer Sprache, die noch stark von der oralen Tradition geprägt ist und später verschriftlicht wird.
Zwischen der Herrschaft von Kaiser Yūryaku (456–479) und dem Ende des 6. Jahrhunderts entstehen weitere Hofgedichte, die später vor allem in Buch I des Man’yōshū gesammelt sind. Diese Dichtungen sind noch relativ wenige, erscheinen in annähernd chronologischer Ordnung und gehören stilistisch weiterhin zum sogenannten "frühen Palaststil". Die Gedichte dieser Zeit preisen Hofereignisse, Reisen und Feste und greifen bereits Motive von Liebe, Trennung und Trauer auf, die später für die Anthologie insgesamt typisch werden. Zugleich bereitet sich im Hintergrund der Einfluss der chinesischen Kultur vor, der sich in der Schrift und in einzelnen poetischen Formen bald deutlicher zeigt.
Mit der Regierungszeit der Kaiserin Suiko (ca. 592–628) beginnt eine stärker historisch fassbare Phase, in der Buch III des Man’yōshū einsetzt. In dieser Zeit entstehen Gedichte, die Hofpolitik, Reisen und Begegnungen in einem Reich beschreiben, das sich stärker organisiert und diplomatisch öffnet. Die Dichtung spiegelt nun deutlicher ästhetische und emotionale Nuancen, etwa in Liebesgedichten und Klageliedern, und nutzt Naturbilder wie Blüten, Vögel, Mond und Wind, um Affekte darzustellen. Gleichzeitig verdichten sich Formen von Trauergedichten, die Berge, Flüsse, Gras und Bäume als Metaphern für Vergänglichkeit und Verlust verwenden.
In der Regierungszeit der Kaiserin Jitō (686–696) entstehen zahlreiche Gedichte, die später vor allem in Büchern wie VII, X, XI und XII aufgenommen werden. Viele dieser Stücke sind anonym überliefert und stammen aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Schichten, was der Anthologie ihren vielstimmigen Charakter gibt. Inhaltlich verhandeln die Gedichte dieser Phase sowohl Hofereignisse als auch Reise‑ und Naturerfahrungen, oft aus der Perspektive von Beamten, Kriegern oder einfachen Leuten. Die Sprache bleibt schlicht und direkt, doch die Bildlichkeit wird raffinierter, und die Themen Liebe und Tod treten als zentrale, wiederkehrende Sujets hervor.
Vom späten 7. bis zum Jahr 710 entstehen zahlreiche Gedichte, die in den Büchern II, III, IV und VI verteilt sind und die Übergangszeit vor der festen Etablierung der Nara‑Hauptstadt abdecken. In Buch II erscheinen etwa Dichtungen, die sich über eine lange Zeitspanne von den Kaiserzeiten Nintoku bis zu Texten um 715 erstrecken und die Entwicklung des Hofstils zeigen. Die Formen differenzieren sich: Neben kurzen Gedichten (Tanka) entstehen Langgedichte (Chōka), die nach chinesischem Vorbild gebaut sind und mit einem siebensilbigen Vers abgeschlossen werden. Diese Gedichte verbinden lyrische Reflexion mit erzählerischen, manchmal beinahe epischen Elementen, etwa in Reise‑ und Kriegsdarstellungen oder in längeren Klageliedern.
Mit der Verlegung der Hauptstadt nach Nara im Jahr 710 beginnt die klassische Nara‑Periode, in der der größte Teil des Man’yōshū entsteht. Buch III umfasst die Zeit von der Herrschaft der Kaiserin Suiko bis zum Jahr 744, wobei der Schwerpunkt auf Dichtungen aus den Provinzen liegt, die Reisen, Landschaften und die politische Expansion des Hofes widerspiegeln. In dieser Phase sind die Dichter des Ōtomo‑Klan, insbesondere Ōtomo no Yakamochi, stark vertreten und prägen mit ihrer Produktion den Charakter der frühen Bände. Zugleich treten andere bedeutende Dichter wie Kakinomoto no Hitomaro hervor, die mit ihren Liebes‑, Trauer‑ und Hofgedichten stilbildend für die japanische Lyrik werden.
Zwischen 728 und 733 entsteht der Stoff für Buch V, das einige wichtige Langgedichte (Chōka) enthält. Diese Gedichte thematisieren häufig Hofreisen, politische Ereignisse und persönliche Schicksale und verbinden symbolreiche Naturbilder mit politischer und religiöser Reflexion.
Buch VI, das zeitlich und inhaltlich eng mit Buch IV und VIII verwandt ist, umfasst 27 Chōka und verschiedene Reise‑ und Bankettdichtungen. Hier zeigt sich die Vielfalt der Stimmen, vom höfischen Dichter bis zum Provinzbeamten, und die Dichtung gewinnt an Breite im Spektrum von feierlicher Hofpoesie bis zu persönlicher, teilweise derber Alltagssprache.
Zwischen 733 und etwa 759 entsteht der jüngste Schichtenteil des Man’yōshū, der stark mit dem Wirken von Ōtomo no Yakamochi verbunden ist. Yakamochi sammelt, ediert und ergänzt Gedichte aus älteren und zeitgenössischen Quellen und legt so die Grundlage für die schließlich zwanzig Bücher umfassende Anthologie. Um das Jahr 759 wird das Man’yōshū in der Nara‑Zeit als große, nicht kaiserlich befohlene, sondern in privater Initiative entstandene Sammlung abgeschlossen. Yakamochi ist dabei tief in politische Angelegenheiten verwickelt und stirbt 785 unter ungeklärten Umständen; sein Klan, der Ōtomo‑Klan, verschwindet bis Ende des 9. Jahrhunderts aus der politischen Geschichte.
Im Laufe dieser Jahrhunderte entstehen nicht nur die einzelnen Gedichte, sondern auch die schriftliche und formale Gestalt der Anthologie. Das Man’yōshū wird in Man’yōgaki, einer Verwendung chinesischer Schriftzeichen sowohl logografisch als auch phonetisch, aufgezeichnet; die phonetisch gebrauchten Zeichen heißen Man’yōgana und bereiten die Entwicklung der Silbenschriften Hiragana und Katakana der Heian‑Zeit vor. Formal dominiert das Tanka, ein kurzes Gedicht aus fünf Versen mit insgesamt 31 Moren in der Folge 5/7/5/7/7, gefolgt von Langgedichten (Chōka) mit alternierenden fünf und sieben Moren, die mit einem siebenmorigen Vers enden. Daneben gibt es Sedōka, sechszeilige Gedichte mit typischerweise 38 Silben in der Abfolge 5/7/5/7/7/7, sowie Hanka oder Kaeshi‑uta, kurze Wiederholungsgedichte, die häufig ein Langgedicht pointiert zusammenfassen. - Fortsetzung 761
QUELLEN
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18.02.2017 Artikel eröffnet
20.10.2023 Grundstock erstellt
20.01.2026 Grundstock ergänzt