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785: Unterschied zwischen den Versionen

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*[https://en.wikipedia.org/wiki/Nerse_of_Iberia Fürst Nerse (2. Amtszeit 775–779/80)] <br />
*[http://en.wikipedia.org/wiki/Stephen_III_of_Iberia Fürst Stephan III. (779/80–786)] <br />
*[http://en.wikipedia.org/wiki/Stephen_III_of_Iberia Fürst Stephan III. (779/80–786)] <br />



Version vom 23. März 2026, 16:42 Uhr

782 | 783 | 784 | 785 | 786 | 787 | 788

MAYA

Palenque

Calakmul

Talol

Tikal

Quiriguá

Copan

PRÄ-INKAS

  • zuletzt 700

PIKTEN

  • König Conall mac Taidg (785–789)
    Conall mac Taidg ist von 785 bis 789 (möglicherweise auch seit 784) König der Pikten. Über ihn ist sehr wenig überliefert, doch wird er in den irischen Annalen erwähnt, die als verlässlichste Quelle für die Geschichte Nordbritanniens um das Jahr 800 gelten, und er erscheint in späteren Königslisten. In einer anderen Fassung heißt es, dass Conall mac Taidg, Sohn von Tadc, als König der Pikten von 785 bis 789 regiert.
  • Fortsetzung 789

KELTEN

Uí Néill

Ailech

Ulaid

Connacht

Leinster

  • König Ruaidrí mac Fáeláin (776–785)
    Ruaidrís stirbt. Zu seinen Söhnen gehören Muiredach mac Ruadrach, der 829 stirbt und König von Leinster ist, sowie Diarmait, der 832 stirbt, König von Airthir Liphi ist und als Ahnherr der späteren Könige der Uí Fáeláin gilt.
  • König Bran Ardchenn (785-795)
    Bran Ardchenn besteigt den Thron von Leinster. Von 785 bis 795 herrscht Bran Ardchenn als König von Leinster aus dem Sept Uí Muiredaig der Uí Dúnlainge, dessen königliche Residenz weiterhin in Maistiu (Mullaghmast) im Süden des Countys Kildare liegt. Bran ist mit Ethne ingen Domnaill verheiratet, die als Schwester des Hochkönigs Donnchad Midi, des Königs von Tara aus Clann Cholmáin, überliefert ist und 795 sterben wird. Dieses Verwandtschaftsband sichert Bran während seiner Regierungszeit ein sehr gutes Verhältnis zum Hochkönig Donnchad Midi. Die Annalen berichten ansonsten nur sehr knapp über die Regierung Brans und vermerken vor allem seine enge Verbindung zum Hochkönig und sein Auftreten als König von Leinster.
  • Fortsetzung 794

Dalriada

Gwynedd

Königreich Powys

ANGELSACHSEN

Northumbria

Mercia

East Anglia

Königreich Wessex

Königreich Essex

Königreich Kent

FRÄNKISCHES REICH

  • König Karl der Große (768–800)
    Karl der Große (37) befindet sich im andauernden Krieg gegen die Sachsen und setzt seine Feldzüge mit großer Härte fort. Im Mittelpunkt steht die Unterwerfung der Sachsen und ihre erzwungene Christianisierung, die Karl mit militärischer Gewalt und politischem Druck durchsetzt. 785 erreicht der lange, verlustreiche Sachsenkrieg einen Wendepunkt, als es nach Jahren fast ununterbrochener Kämpfe zu einer Entscheidung kommt. Karl der Große hält in Mittelsachsen militärisch durch, die fränkischen Truppen gewinnen allmählich die Oberhand und zwingen die sächsischen Gegner immer stärker in die Defensive. In dieser Lage lässt sich der sächsische Anführer Widukind taufen und schwört Karl dem Großen die Treue, womit er sich öffentlich dem fränkischen König und der christlichen Religion unterordnet. Mit dieser Taufe und der damit verbundenen Unterwerfung eines zentralen sächsischen Führers sichert Karl seine Herrschaftsansprüche in Sachsen und schafft die Grundlage für eine Phase des bilateralen Friedens zwischen Franken und Sachsen.
  • Erzbischof Turpin (Reims, 748–794)
  • Bischof Angilram (Metz, 768–791)
  • Liudger
    Der Missionar Liudger zerstört auf der Insel Fositesland (Helgoland) ein Heiligtum des friesischen Gottes Fosite.
  • Bischof Agilfried (Lüttich, 769–787)
  • Willehad
    Nach der Taufe des sächsischen Führers Widukind, sieht Willehad die Lage im Missionsgebiet verändert und nimmt seine Tätigkeit an der Weser wieder auf. Er kehrt sofort in die Region zurück, in der er zuvor gearbeitet hat, und knüpft an die unterbrochene Missionsarbeit an, um nun unter günstigeren politischen Bedingungen die Christianisierung der Sachsen voranzutreiben.
  • Erzbischof Lullus (Mainz, 754-786)
  • Bischof Wiomad (Trier, 762-791)
  • Bischof Berowelf (Würzburg, 769–794)
  • Abt Baugulf (Fulda, 779–802)
    Im Zusammenhang mit der sogenannten Hardrat-Verschwörung flüchten Angehörige des thüringischen Adels nach Fulda. Baugulf steht möglicherweise in verwandtschaftlicher Beziehung zu führenden Mitgliedern der Verschwörung. Sie suchen Schutz im Kloster und hoffen wohl auf seine Fürsprache.
  • Bischof Egino (782–811)
  • Abt Petrus (Reichenau, 782–786)
  • Fortsetzung 786

Aquitanien

Grafschaft Toulouse

​ Herzogtum Sachsen

  • Herzog Widukind (777-785)
    Im Sommer rückt Karl der Große bis in den Bardengau an der unteren Elbe vor. Widukind und sein jetzt erstmals in den Quellen genannter Gefolgsmann Albion, eventuell sein Schwiegersohn oder Schwager, weichen zunächst in das nordelbische Sachsen aus, geben den Widerstand aber kurz darauf auf.
    1225D: Verhandlungen zwischen Karl dem Großen und Widukind im Bardengau führen zur Taufe Widukinds und Albions. Die Taufe wird anlässlich des Weihnachtsfestes in Attigny vollzogen. Taufpate ist Karl der Große, der damit eine geistliche Verwandtschaft zu Widukind herstellt, ihn durch Geschenke ehrt und seinen Rang bestätigt, wodurch die Bedeutung deutlich wird, die Karl der Große Widukind zumisst. Widukind erreicht mit seiner Taufe einen Friedensvertrag mit Karl dem Großen. Zugleich stärkt er die Stellung der sächsischen Oberschicht im Frankenreich: In der Folgezeit werden sächsische Edelinge nach ihrer Taufe in die fränkische Grafschaftsverfassung einbezogen, so dass Widukind von Corvey bereits für das 10. Jahrhundert das Zusammenwachsen beider Völker zu einem Volk feststellt.
  • Konzil von Paderborn: Im Rahmen der Christianisierung der Sachsen beschließt der fränkische Klerus, jeglichen Götzendienst sowie auch den Glauben an Hexen unter Strafe zu stellen.
  • Der erste Dom in Osnabrück wird geweiht.
  • Patto wird Bischof von Verden; er löst dessen ersten Bischof Schwibrecht ab.
  • Fortsetzung 786

​ Herzogtum Baiern

Herzogzum Mailand

Herzogtum Treviso

Herzogtum Spoleto

Herzogtum Benevent

SPANIEN

Königreich Asturien

KIRCHENSTAAT

REPUBLIK VENEDIG

  • Doge Maurizio Galbaio (764–797)
    Um 785 erhebt Maurizio seinen Sohn Johannes zum Mitdogen, was die großen Familien in Venedig in Opposition bringt und als bedeutende Verfassungsänderung erscheint. Einige Jahre später wird sogar der Enkel Maurizio (II.) zum Mitdogen erhoben, was den Charakter des Amtes endgültig in Richtung einer quasi-dynastischen Herrschaft verschiebt. Gleichzeitig wächst der wirtschaftliche und politische Druck des Frankenreichs, das 787/788 Istrien besetzt und damit den Patriarchen von Grado erneut Teile seines Jurisdiktionsgebietes verlieren lässt.
  • Fortsetzung 797

SÜDSLAWEN

Kroatien

  • Fürst Višeslav (c.785–c.802)
    Von etwa 785 bis etwa 802 regiert Višeslav als einer der ersten Fürsten der dalmatinischen Kroatien. Er führt seine Herrschaft weiter mit der Unterstützung des Papstes und des Oströmischen (Byzantinischen) Reiches. Die Kroaten setzen unter seiner Herrschaft den Kampf gegen die Franken fort. In dieser Phase halten sie den Franken weiter stand und vermeiden eine Niederlage während seiner gesamten Lebens- und Regierungszeit.
  • Fortsetzung 799

ERSTES BULGARISCHES REICH

BYZANTINISCHES REICH

  • Regentin Irene (780-790)
  • Kaiser Konstantin VI. (780–797)
  • Patriarch Johannes (Grado, 766–802)
    Johannes arbeitet zunächst im Einverständnis mit dem venezianischen Dogen Johannes und dessen Sohn und Mitregenten Mauritius (II.), die die Politik des Patriarchen gegenüber Istrien und gegenüber den Langobarden unterstützen. Die wachsende Präsenz und der Druck der Karolinger im Raum der venezianischen Lagune führen jedoch dazu, dass sich dieses Einvernehmen langsam auflöst. Lokale kirchliche Magnaten und weltliche Eliten werden in das fränkische System einbezogen, manche profitieren davon und wenden sich von einer allzu engen Bindung an Grado ab. Gleichzeitig entstehen in den Inseln des Herzogtums Venedig neue kirchliche Ambitionen: Teile der insularen Gemeinschaft drängen auf die Errichtung zusätzlicher Bistümer und auf eine stärkere Selbstständigkeit von Grado. Johannes von Grado erkennt die Gefahr, dass neue Bischofssitze seine Metropolitangewalt weiter schwächen, und stellt sich diesen Plänen entgegen. Um 798 widersetzt er sich besonders deutlich dem Vorhaben seines Namensvetters im Dogenamt, einen jungen Griechen namens Cristoforo als Bischof des neu entstehenden Bistums Olivolo-Rialto einzusetzen. Die Situation spitzt sich seit dem Jahr 785 weiter zu, als auf Betreiben des Patriarchen alle venezianischen Kaufleute aus der Pentapolis – aus Rimini, Pesaro, Fano, Senigallia und Ancona – vertrieben werden. Diese Maßnahme gefährdet den Handel Venedigs in der Adria erheblich und verärgert die wirtschaftlich einflussreichen Kreise des Herzogtums, die dem Patriarchen fortan feindselig gegenüberstehen. Der Konflikt zwischen Grado und dem venezianischen Dogentum erhält damit eine deutliche wirtschaftliche Dimension, die die politischen Spannungen zusätzlich verschärft.
  • Patriarch Tarasios (Konstantinopel, 784–806)
  • Fortsetzung 787

IBERIEN

ARABER

(168/169 - 13./14. Juli)

Abbasiden

  • Kalif al-Mahdi (775–785)
    Im Jahr 785 (169 AH) wird al‑Mahdi von einer seiner Konkubinen, Hasanah, vergiftet. Hasanah ist eifersüchtig auf eine andere Sklavin, der sich al‑Mahdi zuwendet, und bereitet eine Süßspeise, deren Spitze sie mit einer vergifteten Birne krönt, deren Kern sie durch eine tödliche Paste ersetzt; sie sendet das Gericht durch einen Diener an ihre Rivalin, doch al‑Mahdi fängt den Teller ab, isst die Birne ohne Zögern, klagt kurz darauf über Bauchschmerzen und stirbt in derselben Nacht im Alter von 43 Jahren. Einer anderen Überlieferung zufolge stirbt al‑Mahdi durch einen Sturz vom Pferd während der Jagd. Sein älterer Sohn al‑Hadi, der ältere Bruder Harun ar‑Raschids, ist al‑Mahdi sehr teuer, wird mit 16 Jahren zu seinem ersten Erben bestimmt und zum Heerführer erhoben. Die Raubzüge Haruns gegen die Byzantiner stärken dessen politisches Ansehen, und nach seiner Rückkehr erhält er den Beinamen ar‑Raschid („der Rechtgeleitete“), wird in die Thronfolge als zweiter Erbe aufgenommen und für die Verwaltung der westlichen Reichsteile von Syrien bis Aserbaidschan eingesetzt. Nach al‑Mahdis Tod folgt al‑Hadi gemäß der von al‑Mahdi angelegten Thronfolge als Kalif, regiert ein Jahr und zwei Monate und wird dann von seinem Bruder Harun abgelöst.
  • Kalif al-Hādī (785–786)
    Al‑Mahdī erkennt die unvermeidliche Gefahr eines inneren Machtkampfes zwischen seinen Söhnen nach seinem Tod und reist nach Dschurdschān, um Mūsā zu bewegen, freiwillig zugunsten seines Bruders Hārūn auf seine rechtmäßigen Thronansprüche zu verzichten. Auf dem Weg nach Dschurdschān stirbt al‑Mahdī im April unerwartet unter ungeklärten Umständen. Nach dem Tod al‑Mahdīs stirbt der Kalif gemäss der englischen Wikipedia auf einem Feldzug mit seinem Sohn Hārūn; dieser eilt nach Bagdad, um seine Mutter zu informieren. Beim plötzlichen Tod al‑Mahdīs übernimmt al‑Chaiṣurān die Kontrolle über die Lage, sichert einen reibungslosen Machtwechsel, ordnet die Auszahlung der Soldzahlungen an die Armee an, um die Ordnung zu sichern, und lässt die Wesire den Treueid auf ihren Sohn als neuen Kalifen leisten, während dieser noch abwesend ist; sie hält die Situation stabil, bis al‑Hādī nach Bagdad zurückkehrt. Als Mūsā in Dschurdschān vom Tod seines Vaters erfährt, legt er den Weg von Dschurdschān nach Bagdad in nur zwanzig Tagen zurück. In Bagdad wird er als neuer Kalif unter dem Namen al‑Hādī ausgerufen. Bei seiner Thronbesteigung ist al‑Hādī fünfundzwanzig Jahre alt und damit der bisher jüngste Kalif der Abbasiden. Sein Bruder Hārūn ar‑Raschīd wird mit zweiundzwanzig Jahren sein Kronprinz. In Bagdad stellt al‑Hādī fest, dass in der Krisensituation nach dem Tod eines Kalifen seine Mutter Chaiṣurān die Macht in der Hauptstadt an sich gezogen hat. Sie stützt sich dabei auf den Haddschib des Hofes, Rabīʿ ibn Yūnus, und auf Jaḥjā ibn Ḫālid aus der Familie der Barmakiden. Ihnen gelingt es, die Truppen zu beruhigen und bis zur Ankunft des neuen Kalifen die Ordnung herzustellen. Nach seiner Ankunft verbringt al‑Hādī zunächst einen Tag und eine Nacht mit seiner Lieblingskonkubine, die in Bagdad zurückgeblieben ist, und beginnt danach mit der Bildung einer neuen Regierung. Jaḥjā ibn Ḫālid bleibt als Haddschib am Hof des Prinzen Hārūn ar‑Raschīd, während ʿAlī ibn ʿĪsā ibn Mahān an die Spitze der Armee und der Stadtwache gestellt wird. Der neue Kalif begegnet dem alten Haddschib Rabīʿ ibn Yūnus mit Misstrauen, weil er ihn des übermäßigen Machtgebrauchs verdächtigt. Schließlich wird Rabīʿ mit al‑Hādī versöhnt, stirbt aber bald darauf eines natürlichen Todes; ein großer Teil seiner Befugnisse geht auf seinen Sohn Faḍl ibn Rabīʿ über. Al‑Hādī wählt als Residenz den Palast in Isābādh, den sein Vater im Osten Bagdads erbaut hat.
    Obwohl sein Bruder Hārūn ar‑Raschīd seine Herrschaft bereitwillig anerkennt, verfolgt al‑Hādī das Ziel, Hārūn von der Thronfolge auszuschließen und stattdessen seinen minderjährigen Sohn Ḏjaʿfar zum Nachfolger zu erklären. Viele Heereseinheiten unterstützen diesen Plan, da sie Hārūn und seinem Umfeld misstrauen. Gegen diese Absicht stellen sich jedoch ihre Mutter Chaiṣurān und Jaḥjā ibn Ḫālid mit ihren Anhängern; Jaḥjā wird auf Befehl al‑Hādīs wegen seines Versuchs, den Kalifen von diesem Vorhaben abzubringen, in Haft genommen. Bald darauf lässt al‑Hādī jedoch von seinem Plan ab und belässt Hārūn in der Position des Thronfolgers. Auf diese Entscheidung wirkt einerseits die unbeugsame Haltung Chaiṣurāns und vieler Würdenträger ein, andererseits fürchtet der Kalif offenbar, den einst geleisteten Treueid der Untertanen auf Hārūn als seinen Nachfolger offen zu annullieren. Harūn flieht aus der Hauptstadt und kehrt erst am Ende von al‑Hādīs Leben dorthin zurück.
    In den ersten Monaten seiner kurzen Regierungszeit gestattet al‑Hādī seiner Mutter, die gleichen politischen Freiheiten auszuüben, wie sie sein Vater zugelassen hatte, und unterwirft sich ganz ihrem Einfluss. Er erfüllt die über sie an ihn herangetragenen Bitten und Wünsche; wenn sie mit Beamten und anderen Personen spricht, Entscheidungen trifft und ihm diese lediglich mitteilt, widerspricht er nicht und billigt sie. Chaiṣurān nutzt aus, dass al‑Hādī persönliche Bitten von ihr nie zurückweist, und präsentiert die Wünsche ihrer Freunde und Bittsteller als ihre eigenen, um ihnen zu ihrem Ziel zu verhelfen. Allmählich bildet sich eine Situation heraus, in der die Bittsteller in Reihen vor ihrem Tor stehen, um ihre Anliegen durchzusetzen; selbst Briefe aus den Provinzen werden an ihren Hof gesandt, um sie über die Verhältnisse zu informieren und um ihre Fürsprache zu bitten. Al‑Hādī erfährt, dass seine Offiziere und Statthalter zu seiner Mutter gehen, um über sie ihre Wünsche an ihn heranzubringen. Er empfindet dies als Überschreitung ihrer Rolle, beginnt sich gegen ihre Teilnahme an den Staatsgeschäften zu wehren und geht mit der Zeit gegen ihre politische Macht vor. Gemäss der englischen Wikipedia versammelt al‑Hādī seine Generäle und stellt ihnen öffentlich Fragen, die auf die Rolle seiner Mutter abzielen: Er fragt, wer von ihnen besser sei, sie antworten, er selbst sei es; darauf fragt er, wessen Mutter besser sei, seine oder ihre, und erhält die Antwort, seine Mutter sei die bessere. Anschließend fragt er, wer es gern hätte, dass über die eigene Mutter Männer Gerüchte verbreiten; alle erklären, niemand wünsche dies, und er fragt abschließend, warum dann Männer zu seiner Mutter gehen, um mit ihr zu sprechen. In einem anderen Bericht tadelt er Chaiṣurān scharf und fordert sie auf, die Grenzen weiblicher Zurückhaltung nicht zu überschreiten und nicht persönlich als großzügige Wohltäterin aufzutreten; er erklärt, es gehöre sich nicht, dass Frauen Staatsangelegenheiten betreiben, da die Herrschaft nicht in die Hand von Frauen gehöre, und fordert sie auf, sich auf Gebete und Gebetsketten zu konzentrieren.
    Gemäss der russischen Wikipedia hält al‑Hādī vor führenden Würdenträgern eine zornige Ansprache, in der er sie fragt, wie sie sich fühlen würden, wenn ihre eigenen Mütter sich in ihre Angelegenheiten einmischten, und droht, jeden zu bestrafen, der das Haus seiner Mutter aufsucht. Al‑Masʿūdī überliefert, dass al‑Hādī öffentlich zu Chaiṣurān sagt, sie möge sich auf ihren Platz setzen und seine Worte anhören; er warnt, dass er jedem, der als Offizier, Vertrauter oder Diener an ihrer Tür stehe, den Kopf abschlagen und sein Vermögen einziehen werde, und verspottet die täglichen Prozessionen an ihrem Haus, indem er sie auf den Spinnrocken, den Koran und den häuslichen Rückzug verweist und ihr befiehlt, sich davor zu hüten, den Mund für einen Muslim oder einen Dhimmī zu öffnen. Nach dieser Zurechtweisung hören die Hofleute auf, sich an Chaiṣurān zu wenden, und sie verliert ihren früheren Einfluss auf die Staatsgeschäfte. Das ohnehin gespannte Verhältnis zwischen al‑Hādī und seiner Mutter verschlechtert sich endgültig; sie verlassen einander in offenem Zorn und sprechen weder freundlich noch bitter weiter miteinander.
    Eine arabische Überlieferung bei aṭ‑Ṭabarī berichtet, dass Mūsā versucht, seine Mutter durch ein vergiftetes Reißgericht zu töten, ihr dieses schickt und behauptet, er habe davon gegessen; auf Rat einer Dienerin lässt Chaiṣurān das Gericht zunächst von einem Hund kosten, der sofort daran stirbt. Auf späteres Nachfragen erklärt sie dem Kalifen, sie habe das Gericht genossen, worauf er antwortet, sie könne nichts davon gegessen haben, sonst wäre er sie los; er fügt hinzu, kein Kalif sei glücklich gewesen, solange seine Mutter noch lebe. Sein Satz, kein Kalif sei glücklich mit einer lebenden Mutter, verweist auf seine Absicht, sich ganz von ihrer Einmischung zu lösen und seine Unabhängigkeit zu behaupten.
    Institution des Harems: Unter den Abbasiden wird das Haremsystem erstmals vollständig institutionalisiert, als der abbasidische Harem eingerichtet wird. In dieser Zeit sind muslimische Frauen allerdings noch nicht vollständig in einem Harem von der Gesellschaft abgeschirmt. Der zunehmende Rückzug der Frauen und der Abbau von Frauenrechten im abbasidischen Kalifat und in späteren Staaten der Region spiegeln sich in dem Machtkampf zwischen al‑Hādī und seiner Mutter Chaiṣurān wider, die sich weigert, in Abgeschiedenheit zu leben. Stattdessen fordert sie die Autorität des Kalifen heraus, indem sie Männern eigene Audienzen gewährt und sich damit öffentlich unter Männer mischt.
    Familie: Al‑Hādīs äußeres Erscheinungsbild als hochgewachsener, hellhäutiger, schöner Mann mit Hasenscharte und offenstehendem Mund verbindet sich mit einer starken, gesunden und energischen Konstitution. Er genießt wahrscheinlich Popularität bei den Truppen, hat aber wenig Zeit für gelehrte Beschäftigungen; seine Launenhaftigkeit und sein Jähzorn halten die Hofgesellschaft in ständiger Unruhe. Ob al‑Hādī eine gesetzliche Ehefrau besitzt, ist nicht sicher, doch sind neun registrierte Kinder bekannt, sieben Söhne und zwei Töchter, die alle von Konkubinen geboren werden. Eine dieser Konkubinen ist Ghadīr (gestorben 789), später eine der Ehefrauen des Kalifen Hārūn ar‑Raschīd. Eine andere Konkubine, Raḥīm, ist die Mutter seines Sohnes Ḏjaʿfar; eine weitere Konkubine namens Hilāna wird nach al‑Hādīs Tod Konkubine seines Bruders Hārūn ar‑Raschīd. Seine weiteren Söhne heißen al‑ʿAbbās, ʿAbdallāh, Isḥāq, Ismāʿīl, Sulaimān und Mūsā; von seinen Töchtern ist eine Umm ʿĪsā, die später den Kalifen al‑Maʾmūn heiratet, und die andere Umm al‑ʿAbbās, mit dem Beinamen Nūna. Alle Kinder stammen von Konkubinen. Eine seiner Konkubinen, Ghadīr, auch bekannt als Amat al‑ʿAzīz, gehört ursprünglich Rabīʿ ibn Yūnus, dem mächtigen Haddschib der Kalifen al‑Manṣūr und al‑Mahdī; Rabīʿ präsentiert sie al‑Mahdī, der sie wiederum al‑Hādī überlässt. Sie wird zur Lieblingskonkubine al‑Hādīs und gebiert ihm seine beiden ältesten Söhne, bevor sie nach seinem Tod Hārūn ar‑Raschīd heiratet. Zwei seiner Söhne, Ismāʿīl und Ḏjaʿfar, heiraten jeweils Töchter Hārūn ar‑Raschīds, nämlich Ḥamdūna und Fāṭima. Die englische Wikipedia berichtet zusätzlich von zwei Ehefrauen: Lubāba, der Tochter Ḏjaʿfars, eines Sohnes des Kalifen al‑Manṣūr, und ʿUbaida, der Tochter Ghiṭrif ibn ʿAttās und damit Nichte al‑Chaiṣurāns. Al‑Hādīs Lieblingssohn ist Ḏjaʿfar, den er anstelle seines Bruders Hārūn als Thronfolger einsetzen möchte. In der Nacht von al‑Hādīs Tod wird Ḏjaʿfar umgehend in Haft genommen, und über sein weiteres Schicksal ist nichts bekannt.
  • Imam der Ismailiten: Muhammad ibn Isma'il (775-813)
  • Imam der Zwölferschiiten: Mūsā al-Kāzim (765–799)
  • Patriarch Elias II. (Jerusalem, 770–797)
  • Papst und Patriarch Johannes IV. (Alexandria, 777–799)
  • Griechisch-orthodoxer Patriarch Politianos (768–813)
  • Theophilos von Edessa
    Im hohen Alter von 90 Jahren stirbt Theophilos wohl Mitte Juli. Artikel des Tages: Theophilos von Edessa (* 695; † 785) war ein syrischer Gelehrter im 8. Jahrhundert. Wenngleich überzeugter Christ, war er am Hof des Kalifen al-Mahdi in Bagdad als Hofastrologe und bedeutender Gelehrter tätig. Theophilos war vielfältig gebildet und verfügte über gute Kenntnisse der griechischen Literatur. Er war anscheinend auch mit einigen persischen und vielleicht auch indischen astrologischen Schriften vertraut. Theophilos schrieb zahlreiche Werke, unter anderem Übersetzungen griechischer Schriften ins Syrische, astrologische Abhandlungen und eine Chronik, die bis zur Mitte des 8. Jahrhunderts reichte. Seine Tätigkeit deutet auf das lebendige intellektuelle Milieu syrischer Christen auch unter der neuen islamischen Herrschaft hin. Seine Werke wurden von mehreren späteren Autoren herangezogen, doch sind sie nicht vollständig erhalten. Es ist gesichert, dass seine heute verlorene Chronik von dem syrischen Bischof Dionysius von Tell Mahre und anderen Geschichtsschreibern benutzt wurde. Sehr wahrscheinlich stand ein Teil ihres Materials – vermittelt durch eine Zwischenquelle – auch dem byzantinischen Chronisten Theophanes zur Verfügung. Für diese Geschichtsschreiber war die Chronik eine wichtige Quelle für die Geschichte des 7. und frühen 8. Jahrhunderts im Vorderen Orient.
  • Fortsetzung 786

Tahert

Emirat Noukour

Emirat von Córdoba

TURK-SCHAHI

UIGURISCHES KAGANAT

INDIEN

Pratihara

Chauhan-Dynastie

Östliche Chalukya

Rashtrakuta

  • König Dhruva Dharavarsha (780-793)
    Dhruva Dharavarsha unternimmt einen Feldzug nach Kanchi. Im Zusammenhang mit seinen militärischen Unternehmungen verfolgt er das Ziel, die Grenzen der rashtrakutischen Herrschaft zu erweitern. Zwischen etwa 785 und 790 greift Dhruva Dharavarsha in die Kämpfe um die Vorherrschaft in Nordindien ein. In Nordindien unterwirft er die Herrscher von Kanyakubja. In Zentralindien besiegt er Vatsaraja vom Gurjara‑Pratihara‑Reich sowie Dharmapala vom Pala‑Reich, der ebenfalls nach der Herrschaft über Kanyakubja strebt, in einer Schlacht im Ganges‑Yamuna‑Doab. Diese großen Siege bringen ihm zwar beträchtliche materielle Beute und Ruhm, jedoch keine dauerhaften Gebietsgewinne. Ein anderer Historiker vertritt die Ansicht, dass sich sein Reich von Ayodhya im Norden bis Rameshvaram im Süden erstreckt.
  • Fortsetzung 786

Westliche Ganga-Dynastie

Pallava

Anuradhapura

TIBET

CHINA

(58./59. Zyklus - Jahr des Holz-Büffels; am Beginn des Jahres Holz-Ratte)

Tang-Dynastie

KOREA

Silla

  • König Seondeok (780–785)
    König Seondeok stirbt. Sein Leichnam wird eingeäschert und seine Asche wird im Japanischen Meer (Ostmeer) verstreut. Sein Nachfolger auf dem Thron von Silla wird König Wonseong.
  • König Wonseong (785–798)
    Wonseong ist der 38. Herrscher des koreanischen Königreichs Silla und regiert von 785 bis 798. Er ist ein Nachkomme in der zwölften Generation von König Naemul. Sein Vater ist Kim Hyo-yang, seine Mutter ist Lady Gye-o, die Tochter von Park Chang-do. Die Königin Wonseongs ist Lady Yeonhwa, die Tochter des Gakgan Kim Sin-sul. Nachdem Seondeok ohne Erben stirbt, wählen die Adligen Wonseong zum neuen König.
  • Fortsetzung 787

Balhae

JAPAN

QUELLEN

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15.07.2012 Artikel eröffnet

24.09.2023 Grundstock erstellt

20.03.2026 Grundstock ergänzt

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