Zum Inhalt springen

810

Aus WikiReneKousz
Version vom 17. Juni 2026, 17:15 Uhr von Rk (Diskussion | Beiträge) (Neuen Grundstock erstellt)
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
807 | 808 | 809 | 810 | 811 | 812 | 813


WELTALL

  • 993–994: Miyake-Ereignis In den Jahren 993–994 n. Chr. ereignet sich ein weiteres starkes Miyake‑Ereignis, das erneut zu einem klar erkennbaren Anstieg kosmogener Isotope führt. Energieträchtige Teilchen aus dem Weltraum verstärken die Bildung von C14 in der Erdatmosphäre und verursachen so einen charakteristischen Peak im Radiokohlenstoff‑Profil von Baumringen, der für diese Jahre deutlich hervortritt. Bei Untersuchungen japanischer Zedern identifizieren Forschende einen zweiten, vom Ereignis 774–775 n. Chr. unabhängigen Peak, der die Jahre 993–994 n. Chr. markiert und damit ein weiteres, zeitlich scharf begrenztes Strahlungssignal liefert. Dieses Ereignis ergänzt die wachsende Liste bekannter Miyake‑Ereignisse und bestätigt, dass solche Ausbrüche in der jüngeren Erdgeschichte wiederholt und mit erheblicher Intensität auftreten. Für die heutige Forschung bildet der Peak von 993–994 n. Chr. zusammen mit dem von 774–775 n. Chr. ein wichtiges Instrument der Feindatierung, da sich archäologische Hölzer an zwei verschiedenen, unabhängig überprüfbaren Radiokohlenstoff‑Signaturen ausrichten lassen.
  • Fortsetzung 2012
  • 2012: Miyake-Ereignis Im Jahr 2012 veröffentlicht die japanische Astronomin Fusa Miyake an der Universität Nagoya erste Ergebnisse über derartige Strahlungsausbrüche in der Fachzeitschrift Nature und etabliert damit den Begriff Miyake‑Ereignis. Sie analysiert den C14‑Gehalt in den Jahresringen japanischer Zedern und entdeckt dabei starke Anstiege für die Jahre 774–775 n. Chr. und 993–994 n. Chr., die sich deutlich von der Hintergrundvariation abheben. Mit Hilfe der Beschleuniger‑Massenspektrometrie weist sie die winzigen Mengen an Radiokohlenstoff nach und rekonstruiert den zeitlichen Verlauf der Peaks mit hoher Genauigkeit. In der Folge setzen sich die Bezeichnungen Miyake‑Ereignis und Miyake event als Fachtermini für solche kurzzeitigen, extremen Anstiege kosmogener Isotopproduktion durch, die in Baumringen und Eisbohrkernen erkennbar sind. Die Veröffentlichung löst eine Reihe weiterer Studien aus, in denen Forschende zusätzliche Ereignisse identifizieren und die Bedeutung dieser Strahlungsausbrüche für die Chronologie‑Forschung und das Verständnis der Sonnen‑ und Weltraumphysik untersuchen.
  • 2022: Miyake-Ereignis Im Jahr 2022 legt Fusa Miyake mit ihrem Team eine weitere Studie vor, in der sie hochpräzise C14‑Daten aus Baumringen eines Alaskanischen Baumes für den Zeitraum 1844–1876 n. Chr. auswertet und darin keine Signatur eines extremen solaren Teilchenereignisses findet. Diese Ergebnisse erscheinen unter dem Titel „No signature of extreme solar energetic particle events in high‑precision 14C data from the Alaskan tree for 1844–1876 CE“ und dienen als wichtiger Referenzdatensatz für die Abgrenzung normaler solaren Aktivität von extremen Ausbrüchen. Parallel dazu untersucht die Arbeitsgruppe Eisbohrkerne aus Alaska und der Antarktis sowie weitere Baumring‑Serien und identifiziert zusätzliche Ausbrüche kosmischer Strahlung um 7176 v. Chr., 5410 v. Chr. und 5259 v. Chr. Diese Funde erweitern die bekannte Liste der Miyake‑Ereignisse deutlich in die ferne Vergangenheit und zeigen, dass solche Ereignisse im Mittel ungefähr alle tausend Jahre auftreten, auch wenn die tatsächlichen Abstände stark schwanken können.
  • 2023: Miyake-Ereignis Im Jahr 2023 wird ein weiteres, besonders extremes Ereignis beschrieben, das um das Jahr 12 350 v. Chr. stattfindet und sich im Nachhinein als das stärkste bekannte Miyake‑Ereignis herausstellt. Neue hochauflösende Analysen von Baumringen und anderen natürlichen Archiven machen den außergewöhnlich hohen Peak in der C14‑Konzentration sichtbar und erlauben eine genauere Rekonstruktion von Dauer und Intensität des Ausbruchs. Forschende erkennen, dass dieses Ereignis alle zuvor dokumentierten Miyake‑Ereignisse an Stärke übertrifft und damit neue Fragen nach den zugrunde liegenden astrophysikalischen Mechanismen aufwirft. Die Veröffentlichung des Ergebnisses verankert 12 350 v. Chr. als neuen Extremfall in der Statistik solcher Strahlungsausbrüche und verdeutlicht, welches Potential Miyake‑Ereignisse als natürliche Experimente für das Verständnis kosmischer Strahlung besitzen.
  • zuletzt 808

KLIMA

  • zuletzt 764

MAYA

Tikal

Xunantunich

  • 820: Aus dem Jahr 820 berichtet die Stele 8 von einem Ritual, das gemeinsam in Xunantunich von den Herrschern Xunantunichs und des Naranjos ausgeführt wird. Als möglicher letzter Herrscher Naranjos wird Waaklajuun Ub’aah K’awiil genannt.
  • Fortsetzung 830
  • 830: Die Stele 9 in Xunantunich aus dem Jahr 830 ist der Stele 8 überaus ähnlich. Sie lässt es wahrscheinlich erscheinen, dass derselbe Regent zu dieser Zeit noch Xunantunich regiert.
  • 849: Stele 1 und Altar 1 in Xunantunich sind auf das Jahr 849 datiert. Der zu dieser Zeit herrschende Regent ist nicht mehr identisch mit dem der Jahre 820 und 830. Möglicherweise werden die beiden Monumente als Widmung im Zuge einer Renovierung der Struktur A-1 in Anwesenheit eines weiteren Herrschers errichtet. Sie sind die letzten bekannten datierbaren Inschriften Xunantunichs. Zwischen 849 und 890 wird Katuutzwitz im Zuge des allmählichen Zusammenbruchs der Maya-Zivilisation endgültig verlassen. Damit endet die nachweisbare Nutzung des Ortes als besiedeltes Zentrum.

Copan

  • Ajaw Yax Pasaj Chan Yopaat (763-810)
    In den Quellen wird Yax Pasaj Chan Yopaat bis 810 oder sogar noch etwas länger als Herrscher aufgeführt. Nach seinem Tod gerät Copán in eine Phase des Niedergangs; Teile der Bevölkerung verlassen Copán wandern und in andere Stadtstaaten ab.
  • Fortsetzung 822

PRÄ-INKAS

  • zuletzt 700

NORDGERMANEN

  • Eine dänische Flotte plündert Friesland und die friesischen Inseln.
  • Danewerk
    um 810: Der Dänenkönig Gudfred errichtet zum Schutz gegen die Franken den Schutzwall „Danewerk“ zwischen Treene und Schlei, die zwischen den Flüssen Bille und Alster schon zu sächsischer Zeit bestehende Hammaburg wird damit fränkisch. - Nach dem Tod von Gudfred kommt es zu einem erbitterten Erbfolgekrieg um seine Nachfolge in Dänemark.

PIKTEN

  • 811: Causantíns Sohn Domnall wird nach der Darstellung im Text von etwa 811 an König von Dál Riata. Der Text nennt diesen Zeitraum als ungefähr von 811 bis 835.
  • Fortsetzung 815
  • 815: Andrew von Wyntoun datiert die Gründung von Dunkeld auf 815. Er sagt zugleich, dass dies nach dem Tod von Karl dem Großen und Papst Leo III. geschehe, was die Datierung auf 816 oder später verschiebt.
  • 818: Für 818 verweist der Text auf einen Eintrag im Chronicon Scotorum. Auf dieser Grundlage wird die Vorstellung gestützt, dass die Reliquien des Heiligen Kolumba schon zur Zeit Causantíns nach Dunkeld gelangen, also nicht erst dreißig Jahre später zur Zeit von Cináed mac Ailpín.
  • 820: Im Jahr 820 liegt der zweite Bericht über Causantín vor: Sein Tod wird in diesem Jahr vermerkt. Nach ihm folgt sein Bruder Óengus als Herrscher der Pikten.
  • zuletzt 807

KELTEN

  • Reihenfolge der Irischen Königreiche:
    Ailech (Northern Uí Néill)
    Ulster (engl. Ulaid)
    Oriel (engl. Argyll oder Airgialla)
    Brefni
    Connacht
    Meath (Southern Uí Néill)
    Dubh Linn
    Leinster
    Wexford
    Waterford
    Ossory
    Munster
    Limerick
    Cork
  • Der König von Ailech ist gleichzeitig auch Hochkönig von Irland

Ailech

  • 811: 811 verhindert ein Boykott des Klerus die Abhaltung des Marktes von Tailtiu. Hintergrund ist die Kränkung der Gemeinschaft von Tallaght während Áeds Feldzug gegen Leinster im Jahr 809; Áed gleicht den Vorfall später aus.
  • Fortsetzung 815
  • 815: 815 wird einer von Áeds Brüdern, Colmán mac Néill, von Cenél Conaill getötet. Áed führt daraufhin einen Vergeltungszug gegen sie.
  • 817: 817 kommt es zu einem weiteren Konflikt mit der Kirche: Die Columbanische Kirche geht nach Tara und exkommuniziert Áed. Anlass ist offenbar die Tötung von Mael Dúin, dem Vorsteher von Ráith Both, und der Vorgang steht wahrscheinlich mit Áeds Feldzug gegen Cenél Conaill im Jahr 815 in Zusammenhang.
  • 818: 818 sammelt Áed seine Truppen erneut in Dún Cuair und greift Leinster an; er teilt das Land zwischen seinen beiden Kandidaten, doch beide können ihre Stellung nicht halten. Ebenfalls 818 wird der Vizeabt von Cell Mór Enir von den Laigin getötet, und Cuanu, Abt von Lugmad, flieht mit dem Schrein des heiligen Mochtae ins Exil nach Munster. Áed zieht daraufhin erneut gegen Leinster und verwüstet das Land von Cualu bis Glenn dá Locha.
  • 819: 819 stirbt Áed nahe Áth dá Ferta im Gebiet von Conaille Muirtheimne im heutigen County Louth. König Murchad mac Máele Dúin (819–823)
  • Könige von Ailech
  • zuletzt 809

Ulster

  • König Eochaid mac Fiachnai (790–810)
    Eochaid mac Fiachnai stirbt. Er gilt als Dal-Fiatach-König von Ulaid und als Herrscher, der von 790 bis 810 regiert. Mit ihm verbinden sich außerdem die Gründung von Dún Echdach, das später zum Königssitz des Dál Fiatach wird, sowie die Söhne Muiredach mac Eochada, der ebenfalls König von Ulaid wird, und Áed mac Eochada, der drei Könige von Ulaid zeugt.
  • König Cairell mac Fiachnai (810–819)
    Cairell übernimmt die Herrschaft und ist ab diesem Zeitpunkt König von Ulster. Seine Regierungszeit dauert von 810 bis 819.
  • Fortsetzung 811
  • 811: Im Jahr 811 kommt es zu einem Wikingerüberfall, bei dem die Annalen das Abschlachten einer Gruppe von Wikingern durch die Ulaid verzeichnen.
  • Fortsetzung 819
  • 819:Im Jahr 819 rächt Muiredach mac Eochada, der 839 stirbt, seinen Vater, indem er Cairell in einem Gefecht besiegt und tötet. Die Nachfolge im Königtum von Ulaid läuft in der Folge nicht über die Nachkommen Cairells, sondern über die Nachkommen seines Bruders Eochaid. Nach 819 behalten die Nachkommen Cairells zwar nicht das Königtum von Ulaid, sind jedoch weiterhin am königlichen monastischen Zentrum in Downpatrick in hervorgehobener Stellung präsent. König Máel Bressail mac Ailillo (819–825)
  • Liste der Könige
  • zuletzt 810

Connacht

Meath

  • 819: Nach dem Tod von Áed Oirdnide wird Conchobar als Hochkönig anerkannt.
  • Fortsetzung 822
  • 822: Conchobar erkennt den Verrat der Síl nÁedo Sláine und nimmt an dieser Verwandtschaft in „einem besonders schrecklichen Gemetzel“ Rache.
  • 823: Conchobar schließt ein Bündnis mit Feidlimid mac Crimthainn, dem König von Munster.
  • 827: Feidlimid mac Crimthainn wird infolge von Conchobars Versuchen, Munster und seinen König zu unterwerfen, zu einer Quelle der Opposition.
  • 833: Conchobar stirbt unter unbekannten Umständen vor dem Hintergrund erneuter Wikingerüberfälle und wird in der Abtei von Clonard beigesetzt. König Máel Ruanaid mac Donnchada Midi (833–843)
  • Könige von Meath
  • zuletzt 803

Leinster

  • 814: Es wird eine Schlacht zwischen den Uí Cheinnselaig aus Süd-Leinster und den Söhnen von Bran aufgezeichnet. Die Söhne von Bran, wahrscheinlich Muiredach mac Brain und sein Bruder Cellach mac Brain, gewinnen die Schlacht.
  • Fortsetzung 818
  • 818: Muiredach mac Brain stirbt und wird in den Annalen von Ulster als leth-rí bezeichnet. Muiredach mac Ruadrach wird danach alleiniger Herrscher.
  • 818: 818–834: Muiredach mac Brain, Sohn Brans und Ethnes, stirbt im Jahr 818, nachdem er zuvor als König oder Mitkönig von Leinster regiert hat. Cellach mac Brain, ein weiterer Sohn Brans, ist im Zeitraum von 829 bis 834 als König von Leinster überliefert und stirbt im Jahr 834, womit die von Bran Ardchenn ausgehende Linie der Uí Muiredaig in den Quellen fortgeführt wird. König Muiredach mac Ruadrach (818–829)
  • Könige von Leinster
  • zuletzt 808

Uí Mháine

Dalriada

Gwynedd

  • 811: Im Jahr 811 wird Deganwy, der alte hölzerne Hof von Maelgwn Gwynedd, durch einen Blitzschlag getroffen.
  • Fortsetzung 812
  • 812: Ab dem Jahr 812 findet ein zerstörerischer Krieg zwischen Cynan und Hywel ap Caradog auf Anglesey statt, der bis 816 andauert
  • 813: Im Jahr 813 wird Cynan erstmals im Zusammenhang der Überlieferung erwähnt. Der Text stellt fest, dass es zuvor keine Erwähnungen gibt.
  • 816: Im Jahr 816 endet der Krieg zwischen Cynan und Hywel mit der Niederlage Cynans. Cynan wird verbannt. Seine Herrschaft endet in diesem Jahr.
  • Zuletzt 810

Powys

  • 820: (Lebenszeit des Enkels Rhodri Mawr) Um 820 wird Rhodri Mawr, der Enkel Cadells über dessen Tochter Nest, geboren, der später als König von Gwynedd und Erbe von Powys eine herausragende Stellung in Wales einnimmt. Nest, Cadells Tochter, heiratet Merfyn Frych, König von Gwynedd von 825 bis 844, und verbindet dadurch das Haus Powys mit der Dynastie von Gwynedd. Rhodri wächst somit in einem Umfeld auf, in dem die Tradition Powys’ und Gwynedds zusammenfließen, und erlangt später als „der Große“ bedeutende Macht über große Teile von Wales. Diese Entwicklung zeigt, dass Cadells Herrschaft und seine Nachkommen langfristig die politische Landschaft von Wales prägen, indem sie durch Heirat und Erbfolge Königreiche verbinden, die zuvor Rivalen gewesen sind.
  • Fortsetzung 844
  • 844: König Rhodri Mawr (844-878)
  • 850: Säule des Eliseg als dynastisches Denkmal: Um das Jahr 850 lässt Cyngen ap Cadell, Sohn Cadells und damaliger König von Powys, die Säule des Eliseg errichten, die seinem Großvater Elisedd ap Gwylog gewidmet ist. Dieses Monument trägt eine Inschrift, in der auch Cadell unter der Namensform „Cattell“ erwähnt wird und die die Abstammungslinie der Herrscher von Powys bis zurück zu Vortigern und darüber hinaus zu Magnus Maximus nachzeichnet. Cyngen nutzt die Säule, um den dynastischen Anspruch seiner Familie zu betonen und die Kontinuität der Herrschaft von Powys trotz der andauernden Bedrohungen durch Mercia und interne walisische Konflikte sichtbar zu machen. Damit setzt er dem Wirken seines Vaters Cadell und dessen Vorfahren ein dauerhaftes Zeichen in der Landschaft, das zugleich politische Propaganda und Familiendenkmal ist.
  • 854: Cyngen ap Cadell begibt sich nach einer langen Regierungszeit auf eine Pilgerreise nach Rom und stirbt dort. Er gilt als der erste walisische Herrscher, der nach der Beilegung des Streits zwischen dem walisischen Zweig der keltischen Kirche und Rom über das Osterdatum nach Rom reist. Mit seinem Tod endet die ursprüngliche Linie der Könige von Powys aus der Gwertherion-Dynastie. Obwohl er drei Söhne hat, wird Powys nach seinem Tod von Rhodri Mawr, dem Herrscher von Gwynedd, annektiert. Rhodri ist sein Neffe, da dessen Vater Merfyn Frych Cyngens Schwester Nest ferch Cadell geheiratet hat.
  • 855: Ende der Cadelling‑Herrschaft über Powys: Im Jahr 855 stirbt Cyngen ap Cadell im Exil in Rom, und mit seinem Tod endet die direkte Herrschaft der Cadelling‑Dynastie über Powys. Das Königreich geht an Rhodri Mawr, den Sohn von Nest ferch Cadell und Merfyn Frych, über, der bereits König von Gwynedd ist und nun auch die Herrschaft über Powys übernimmt. Rhodri vereinigt damit zentrale walisische Herrschaftsgebiete in einer Hand und gilt als erster Herrscher in Wales, der den Beinamen „der Große“ erhält, was die langfristige Bedeutung der von Cadell ausgehenden Linie für die Geschichte des Landes unterstreicht. Die Ereignisse von 855 zeigen rückblickend, dass Cadells Politik der Bewahrung der Unabhängigkeit Powys’ und die dynastischen Verbindungen seiner Nachkommen die Grundlage für eine spätere größere Einheit innerhalb Wales bilden.
  • zuletzt 808

ANGELSACHSEN

Northumbria

  • 813: Bischof Tidfrith (Hexham, 813-821/822)
  • Fortsetzung 821
  • 821: Bischof Heathwred (821–830)
  • 829: Eanred: Egbert von Wessex führt im Jahr 829 ein Heer bis nach Dore an der Grenze Northumbrias. Dort legt er Eanred Bedingungen zur Unterwerfung vor, die dieser akzeptiert, woraufhin Egbert wieder abzieht. Eine andere Überlieferung berichtet, Egbert verwüste und plündere Northumbria, bevor Eanred tributpflichtig wird.
  • 830: Eardwulf: Für das Jahr 830 nennt der Text eine mögliche zweite zeitliche Grenze für Eardwulfs Tod. Nach einer neueren Deutung endet Eardwulfs zweite Herrschaft um 830. In derselben Deutung werden auch die Regierungszeiten der späteren Könige von Northumbria entsprechend verschoben. Eardwulf wird im Kloster von Breedon on the Hill beigesetzt, wo ihm die Church of St Mary and St Hardulph geweiht wird.
  • 830: Eanred: Nach einer Forschungsmeinung herrscht Eardwulf bis etwa 830, wodurch sich die Regierungszeit Eanreds entsprechend nach hinten verschiebt.
  • 837: Erzbischof Wigmund (837–854)
  • 840: Eanred: Eanred stirbt um 840/841, woraufhin sein Sohn Æthelred II. ihm als König nachfolgt. König Æthelred II. (1. Amtszeit 840/841–844 oder 854–858)
  • 844: König Æthelred II. (2. Amtszeit 844–848/849 oder 858–862)
  • 845: Eanred: Münzfunde von Eanred werden aus stilistischen Gründen auf etwa 850 datiert und dienen als Grundlage für alternative Chronologien seiner Regierungszeit.
  • 854: Eanred: Nach einer weiteren Datierung stirbt Eanred erst um 854; auch in diesem Fall folgt ihm sein Sohn Æthelred II. als König nach.
  • 875: Mönche fliehen wegen Wikingerüberfällen aus Lindisfarne und nehmen Cuthberts Gebeine mit.
  • 995: Nach einer langen Odyssee ruhen Cuthberts Gebeine in der Kathedrale von Durham.
  • 998: Weihe einer steinernen Kirche in Durham als Ruhestätte der Heiligen
  • 'Zuletzt 810

Mercia

Lichfield 52° 41′ N Leicester 52° 38′ N Hereford 52° 3′ N

  • 811: Cenwulf: Im Jahr 811 erscheint Sigered in Urkunden Cenwulfs noch als König von Essex, wird danach aber in seinem Titel herabgestuft. Im selben Jahr sind die Könige von Essex und ihr Gebiet vollständig in Mercia eingegliedert.
  • 811: Eadberht Præn Wilhelm von Malmesbury überliefert, dass der ehemalige König Eadberht Præn im Jahr 811 von Cenwulf begnadigt und freigelassen wird.
  • Fortsetzung 813
  • 813: Wulfred: Bis 813 behauptet Wulfred bereits in einer Urkunde, er habe das heilige Kloster der Kirche von Canterbury durch Erneuerung, Wiederherstellung und Wiederaufbau belebt, und er stützt die Lebensordnung der Gemeinschaft möglicherweise auf die Regula canonicorum Chrodegangs oder auf die Regel Benedikts; er verlangt, dass die Geistlichen gemeinsam essen, ihr persönliches Eigentum dem Kapitel überlassen und die kanonischen Stunden im Rahmen der Liturgie einhalten, während er später Land an das Kapitel vergibt, dessen Gültigkeit an die Einhaltung der neuen Standards gebunden ist, und sein persönliches Vermögen zum Bau neuer Gebäude einsetzt.
  • 814: Wulfred: Im Jahr 814 reist Wulfred nach Rom, um Papst Leo III. zu besuchen; der genaue Anlass ist unbekannt, hängt aber vermutlich mit der Auseinandersetzung um die Laienherrschaft über Klöster zusammen, und er wird von Bischof Wigberht von Sherborne begleitet.
  • 816: Cenwulf: Im Jahr 816 setzt in Wessex und im Süden erneut Spannung ein, und Wulfred leitet ein Konzil in Chelsea, das sich gegen den weltlichen Einfluss auf geistliche Häuser richtet. Cenwulf hat zuvor seine Tochter Cwoenthryth zur Äbtissin von Minster-in-Thanet ernannt. In diesem Jahr stirbt Papst Leo, und sein Nachfolger bestätigt Cenwulfs Privilegien, ohne den Streit zu beenden. Im selben Zeitraum beginnt auch die merzische Westexpansion wieder stärker: Zwischen 816 und 818 dringen merzische Truppen tief in die walisischen Königreiche vor.
  • 816: Wulfred: Im Jahr 816 manifestiert sich der Versuch der Kirche, die Kontrolle über Klöster zu sichern, besonders in den Beschlüssen der Synode von Chelsea, nachdem bereits 803 eine Synode in Clofesho entsprechende Dekrete erlässt.
  • 817: Cenwulf: Im Jahr 817 bezeugt Wulfred zwei Urkunden, in denen Cenwulf Land an Deneberht, den Bischof von Worcester, verleiht. Im selben Jahr oder im Jahr 818 ist ein Kampf bei Anglesey überliefert, dessen Beteiligung der Merzier aber nicht sicher ist.
  • 817: Wulfred: Im Jahr 817 zeichnet Wulfred weiterhin als Erzbischof Urkunden, obwohl ihm wegen der Spannungen um die Klöster von Reculver und Minster‑in‑Thanet die Vollmacht vom König für einige Jahre entzogen wird.
  • 818: Cenwulf: Im Jahr 818 führen merzische Truppen die westliche Expansion weiter und verwüsten Dyfed. Der Feldzug steht im Zusammenhang mit den zwischen 816 und 818 vorgerückten Angriffen auf Powys, Gwynedd und Dyfed.
  • 820: Wulfred: Um 820 erzwingt Coenwulf von Wulfred einen für Wulfred ungünstigen Vergleich, durch den Wulfred zwar die Kontrolle über die umstrittenen Klöster gewinnt, dafür aber eine große Goldzahlung leisten und ein sehr großes Gut an den König abtreten muss; dennoch geben Coenwulf und seine Gefolgsleute die Kontrolle über Minster und Reculver nicht rasch an den Erzbischof ab.
  • 821: Cenwulf: Im Jahr 821 endet Cenwulfs Herrschaft mit seinem Tod. In diesem Jahr hält Cenwulf in London ein Konzil ab, auf dem er Wulfred mit Verbannung droht, falls dieser ein Gut von 300 Hides nicht herausgibt und 120 Pfund an den König zahlt. Ebenfalls 821 soll die Expansion nach Westen weitergehen, wird Cenwulf selbst aber nicht mehr erlebt. Cenwulf stirbt in Basingwerk bei Holywell und wird nach Winchcombe überführt und dort in St Mary’s Abbey bestattet.
  • 821: Wulfred: Etwa 821 bleibt der Streit in den letzten Regierungsjahren Coenwulfs lebendig, da der König auf einer wohl in diesem Jahr abgehaltenen Versammlung dem Erzbischof mit Exil droht, falls er nicht nachgibt.
  • 822: Wulfred: Bis September 822 ist Wulfred wieder als Erzbischof im Amt, als er Ceolwulf von Mercia zum König krönt; im September 822 erreicht Wulfred mit Ceolwulf eine Vereinbarung, die sich in der Königskrönung niederschlägt, die um etwa ein Jahr wegen des Konflikts mit dem Erzbischof verzögert worden ist.
  • 823: Wulfred: Erzbistum wieder unter Kent
  • 928: Bischof Koenwald (Worcester, 928/929–958/959)
  • 1046: Bischof Ealdred (Hereford 1056–1060, Worcester 1046–1062), Erzbischof Ealdred (York, 1060–1069)
  • 1053: Bischof Leofwin (Lichfield, 1053-1070)
  • Zuletzt 810

East Anglia

  • Zuletzt 798

Wessex

  • 814: Bischof Wigberht (Sherborne)
    Wigberht wird zwischen 793 und 801 zum Bischof geweiht und tritt sein Amt im gleichen Zeitraum an. 814 geht Wigberht zusammen mit dem Erzbischof von Canterbury Wulfred nach Rom und kommt mit dem Segen von Papst Leo zurück. Er stirbt zwischen 816 und 824.
  • Fortsetzung 815
  • 815: Egcberht: Im Jahr 815 verzeichnet die Angelsächsische Chronik, dass Ecgberht das gesamte Gebiet des verbliebenen britischen Königreichs Dumnonia verwüstet, das der Verfasser als Westwaliser bezeichnet. Ihr Gebiet entspricht ungefähr dem heutigen Cornwall.
  • 823: Egcberht: Eine Schlacht bei Gafulford im Jahr 823 wird in der Chronik als Auseinandersetzung zwischen den Männern von Devon und den Briten von Cornwall verzeichnet.
  • 825: Egcberht: Im Jahr 825 vermerkt die Angelsächsische Chronik, dass die Menschen im Südosten Ecgberhts Herrschaft akzeptieren, da er zu Unrecht von dort vertrieben worden ist. Im Jahr 825 besiegt Ecgberht Beornwulf von Mercia bei Ellandun. Die Schlacht von Ellandun markiert das Ende der mercischen Dominanz in Südengland. Nach diesem Sieg unterwerfen sich Kent, Surrey, das Königreich Sussex (wohl erst 827) und das Königreich Essex der Herrschaft von Wessex; auch East Anglia, das sich gegen die Herrschaft der Mercier erhebt, erkennt Ecgberht als Herrscher an. Im selben Jahr 825 bitten die Ostangeln Ecgberht um Schutz vor den Merciern. Die Chronik berichtet, dass Ecgberht nach dem Sieg seinen Sohn Æthelwulf, Bischof Ealhstan und Ealdorman Wulfheard mit einem großen Aufgebot nach Kent sendet. Æthelwulf treibt Baldred, den König von Kent, nach Norden über die Themse, und die Männer von Kent, Essex, Surrey und Sussex unterwerfen sich Æthelwulf, „weil sie zuvor zu Unrecht von seinen Verwandten fortgerissen worden waren“. Eine Urkunde vom 19. August 825 zeigt, dass Ecgberht erneut in Dumnonia im Feldzug ist.
  • 826: Egcberht: Im Jahr 826 gibt ein Dokument aus Kent das Datum „drittes Regierungsjahr Beornwulfs“ an und legt nahe, dass Beornwulf zu dieser Zeit noch als Baldreds Oberherr in Kent herrscht. Im Jahr 826 fällt Beornwulf in East Anglia ein, offenbar um seine Oberherrschaft zurückzugewinnen, und wird dort erschlagen.
  • 827: Egcberht: Im Jahr 827 wird Beornwulfs Nachfolger Ludeca bei einem weiteren Einfall in East Anglia getötet. Im Jahr 827 erhebt der Ostangelnkönig Æthelstan Münzen; dies geschieht möglicherweise bereits 827, wahrscheinlicher aber um 830, nachdem Ecgberhts Einfluss mit Wiglafs Rückkehr nach Mercia zurückgeht.
  • 829: Egcberht (nun auch König von Mercia 802–839): Im Jahr 829 besiegt Ecgberht Wiglaf, den König von Mercia, und vertreibt ihn aus seinem Königreich. Im Jahr 829 erobert Ecgberht das Königreich Mercia und alle Gebiete südlich des Humber. Nach diesem Sieg erhält Ecgberht die Kontrolle über die Münzstätte von London und prägt Münzen als König von Mercia. Im Eintrag der Angelsächsischen Chronik für das Jahr 829 wird berichtet, dass Ecgberht alle Gebiete südlich des Humber beherrscht und nun als bretwalda fungiert. Die Chronik bezeichnet Ecgberht im Jahr 829 als achten König, der „Bretenanwealda“ ist. Später im Jahr 829 erhält Ecgberht bei Dore die Unterwerfung der Northumbrier; der Northumbria-König ist wahrscheinlich Eanred.
  • 830: Egcberht: Im Jahr 830 führt Ecgberht einen erfolgreichen Feldzug gegen Wales an, fast sicher mit der Absicht, den westsächsischen Einfluss in den zuvor mercischen walisischen Gebieten auszuweiten. Im Jahr 830 gewinnt Mercia unter Wiglaf seine Unabhängigkeit zurück; die Chronik vermerkt, Wiglaf „erlangt das Königreich Mercia wieder“. Um 830 prägt Æthelstan von East Anglia Münzen und demonstriert damit Unabhängigkeit, nachdem Ecgberhts Einfluss durch Wiglafs Rückkehr geschwächt ist. In den 830er Jahren bricht das rheinische und fränkische Handelsnetz zusammen. In den 830er Jahren beginnt eine Reihe innerfränkischer Konflikte, die die Unterstützung für Ecgberht beeinträchtigen können.
  • 836: Egcberht: Im Jahr 836 verwendet Wiglaf in einer Urkunde die Formulierung „meine Bischöfe, duces und magistri“ für eine Gruppe, die elf Bischöfe des Episkopats von Canterbury umfasst, darunter Bischöfe auf westsächsischem Gebiet. Im Jahr 836 wird Ecgberht bei Carhampton von den Dänen geschlagen.
  • 838: Egcberht: Im Jahr 838 besiegt Ecgberht die Dänen und die mit ihnen verbündeten Westwaliser in einer Schlacht bei Hingston Down in Cornwall. Im Jahr 838 findet ein Konzil in Kingston upon Thames statt, bei dem Ecgberht und Æthelwulf den Bistümern Winchester und Canterbury Land im Austausch für die Zusicherung der Unterstützung für Æthelwulfs Thronanspruch gewähren. Im Jahr 838 akzeptiert Erzbischof Ceolnoth Ecgberht und Æthelwulf als Herren und Beschützer der Klöster unter seiner Kontrolle. Im Jahr 838 beschreiben Urkunden Ecgberht und Æthelwulf als „Könige der Westsachsen und auch des Volkes von Kent“.
  • 839: Egcberht: Zu Ostern 839 steht Ecgberht mit Ludwig dem Frommen in Verbindung, um eine sichere Reise nach Rom zu arrangieren. Ecgberht stirbt im Jahr 839 und wird in Winchester bestattet. König Æthelwulf (839–858)
  • 852: Bischof Swithun (852–862)
  • Zuletzt 808

Essex

  • 811: Sigered: Sigered erscheint 811 als Zeuge in Urkunden des Königs Cenwulf von Mercia und unterzeichnet diese als rex. Der Text nennt für dieses Jahr einige Chartas, die er in dieser Funktion bezeugt. Zu diesem Zeitpunkt steht Essex bereits unter mercischer Oberherrschaft.
  • Fortsetzung 812
  • 812: Sigered: Ab 812 urkundet Sigered nur noch als subregulus beziehungsweise Unterkönig. Der Text beschreibt diese Veränderung als Rangminderung, die offenbar auf Druck Mercias erfolgt. In der französischen Fassung wird derselbe Statuswechsel ebenfalls für 812 genannt.
  • 814: Sigered: Ab 814 erscheint möglicherweise ein Sigered als dux, der Cenwulfs Chartas beurkundet. Der Text weist zugleich darauf hin, dass einige Historiker diese Person mit dem König Sigered identifizieren, während andere die Gleichsetzung nicht als gesichert ansehen. Auch die Möglichkeit zweier unterschiedlicher Personen wird genannt.
  • 821: Sigered: Nach der Todeszeit Cenwulfs im Jahr 821 verändert sich nach dem Text das Machtgefüge in England zugunsten von Wessex. Der Abschnitt nennt dieses Jahr als Wendepunkt, ohne dass Sigered selbst hier eine neue Handlung ausführt.
  • 823: Sigered: Für 823 nennt der Text erneut eine Urkunde, in der Sigered als subregulus erscheint, diesmal in einer Charta des Cenwulf-Nachfolgers Ceolwulf. Damit bleibt sein untergeordneter Status gegenüber Mercia auch in diesem Jahr bestehen.
  • 825: Sigered: Im Jahr 825 besiegt Egbert von Wessex Mercia in der Schlacht von Ellandun. Nach diesem Sieg unterwerfen sich Kent, Surrey, Sussex und Essex der Herrschaft von Wessex, und Sigered wird vertrieben; Essex wird als Unterkönigreich dem Königreich Wessex angegliedert. Der Text nennt außerdem, dass Sigered in einer Urkunde dieses Jahres noch als „dux der Ostsachsen“ erwähnt wird und der Schenkung zusammen mit anderen Großen zustimmt. König Sigerich II. (um 825–um 840)
  • 827: Sigered: Der ehemalige König Sigered stirbt um 827. Der Text nennt außerdem die Ansicht einiger Historiker, dass Sigered und sein Nachfolger Sigerich II. dieselbe Person sein könnten.
  • Zuletzt 798

Kent

Wieder unter Kent ab 823:

  • 823: König Baldred (823-825)
  • 823: Wulfred: Nach der Absetzung Ceolwulfs im Jahr 823 verbessert sich Wulfreds Lage.
  • Fortsetzung 825
  • 825: Wulfred: Im Jahr 825 hält der neue merzische König Beornwulf eine weitere Synode in Clofesho ab, bei der der Konflikt schließlich zu Gunsten Wulfreds entschieden und ein Bericht über den bisherigen Verlauf des Streits verfasst wird; Coenwulfs Tochter Cwenthryth, Äbtissin von Winchcombe und Minster, zahlt Wulfred Entschädigung und verliert die Kontrolle über die Häuser in Kent, während Kent später im Jahr 825 oder möglicherweise im folgenden Jahr an Mercia verloren geht, nachdem Egbert von Wessex Beornwulf bei Ellendun besiegt; in einem 825 abgefassten, den Canterbury‑Standpunkt vertretenden Dokument wird zudem festgehalten, dass Wulfred sechs Jahre der Amtsenthebung erleidet, wobei vier Jahre für wahrscheinlicher gehalten werden, und es zeigt sich, dass Wulfred und die Gemeinschaft von Canterbury Coenwulf mit Gesandtschaften an den Papst und mit Fälschungen bekämpfen, die angeblich von früheren Königen stammen. In den mittleren Jahren der 830er Jahre steigt Werhard, ein Verwandter Wulfreds und Mitglied des Klosters von Christ Church, zum „Priester‑Abt“ auf, wie aus Wulfreds Testament hervorgeht, das in einer späten Abschrift erhalten ist und Werhard als Neffen Wulfreds und als Priester bezeichnet.
  • 832: Wulfred: Im Jahr 832 stirbt Wulfred wahrscheinlich am 24. März; den größten Teil seines Vermögens hinterlässt er seinem Verwandten Werhard, der die Ländereien nach seinem eigenen Tod an Christ Church geben soll, und die Münzprägung in Wulfreds Namen, die zeitweise ausgesetzt gewesen ist, wird vor seinem Tod wieder aufgenommen, wobei Wulfred als erster Erzbischof sein Porträt auf die in seinem Namen geschlagenen Pfennige setzt, die im Unterschied zu denen früherer Erzbischöfe keinen Bezug auf den regierenden merzischen König nehmen.
  • 1058: Bischof Siward (Rochester, 1058–1075)
  • zuletzt 805

FRÄNKISCHES REICH

Sortierung der Städte:

  • Paris (Neustrien)
  • Reims (49° 16′ N) (Neustrien)
  • Utrecht, Niederlande (~52° 05′ N) (Friesland)
  • Metz, Frankreich (~49° 07′ N) (Austrasien)
  • Lüttich, Belgien (Liège, ~50° 38′ N) (Austrasien)
  • Verden, Niedersachsen, verden (♁52° 55′ N)
  • Köln, Nordrhein-Westfalen (~50° 56′ N) (Austrasien)
    Kloster Werden
  • Bremen, ~53° 5′ N (Sachsen)
  • Büraburg, Hessen (bei Fritzlar, ~51° 08′ N)
  • Reichsabtei Lorsch, Hessen [~49° 39′ N)
  • Erfurt, Thüringen (~50° 58′ N)
  • Erzbistum Mainz:
    Mainz, Rheinland-Pfalz (~50° 00′ N)
    Kloster Hersfeld
  • Bistum Trier
    Trier, Rheinland.Pfalz (~49° 45′ N)
    Worms, Rheinland-Pfalz (49° 38′ N)
  • Bistum Würzburg
    Würzburg, Bayern, Unterfranken damals noch Herrschaft der Hedenen (~49° 47′ N)
  • Reichskloster Lorsch
  • Konstanz, Baden-Württemberg (47° 40′ N)

Karl der Große geb. 748 (62)

  • 811: Karl der Jüngere: 811 stirbt zunächst Pippin der Bucklige als Mönch in Prüm, und am 4. Dezember 811 stirbt schließlich Karl der Jüngere. Damit erlebt von den erwachsenen Söhnen des Kaisers nur der jüngste, Ludwig, die letzten Jahre seines Vaters. Nach diesen Todesfällen erklärt Karl der Große Pippins Sohn Bernhard zum Herrscher Italiens und seinen einzigen noch lebenden Sohn Ludwig zum Erben des restlichen Reiches. Ludwig wird 813 zum Kaiser gekrönt und tritt 814 nach Karls Tod die Nachfolge vollständig an.
  • 811: Ludwig der Fromme: Im Jahr 811 folgt der überraschende Tod von Karl dem Jüngeren, sodass Ludwig als einziger legitimer Sohn und Erbe Karls des Großen übrig bleibt.
  • 811: Waltcaud: Er wird als Nachfolger Gerobalds von Lüttich erstmals erwähnt. Er gehört zu den Zeugen, die das Testament Karls des Großen beglaubigen.
  • 811: Hildebold: Im Jahr 811 unterzeichnet Hildebold das Testament Kaiser Karls als erster Zeuge. In diesem Testament wird Köln an erster Stelle unter den fränkischen Erzbistümern genannt. Hildebold bestätigt mit seiner Unterschrift die letztwilligen Verfügungen des Kaisers. Karl erhält aus seinen Händen die Kommunion und die Krankensalbung, wenn Hildebold ihm die Sterbesakramente spendet. Hildebold steht damit in unmittelbarer Nähe zum sterbenden Kaiser und übt seine priesterlichen Aufgaben bis zum Ende von Karls Leben aus.
  • 811: Richulf: Im Jahr 811 erscheint Richulf in der exklusiven Zeugenliste des Testaments Karls des Großen.
  • 811: Bischof Wolfleoz (Konstanz, 811–838/39) (ab 812 Abt von St. Gallen bis 816)
  • 811: Ratgar: Ratgar lässt eine erste Kirche an der Stelle der späteren Propstei Johannesberg errichten.
  • 811: Haito: Haito unternimmt eine gescheiterte diplomatische Reise nach Byzanz und gehört zu den Zeugen, die das Testament Karls des Großen unterschreiben.
  • 812: Ludwig der Fromme: Im Jahr 812 setzt Karl der Große zunächst Bernhard, den Sohn des verstorbenen Pippin, als Unterkönig in Italien ein, während zugleich Ludwig in Aquitanien einen Aufstand der Basken niederschlagen muss.
  • 812: Theodulf: Im Jahr 812 verfasst Theodulf im Filioque-Streit das Werk De ordine baptismi.
  • 812: Richulf: Im Jahr 812 wird im von Lul gegründeten Kloster Bleidenstadt ein Neubau geweiht, den Richulf errichten lässt. Die Weihe des Neubaus in Bleidenstadt erfolgt am 6. Juni 812. Richulf erweitert den Besitz und die Einkünfte der Abtei Bleidenstadt. Ebenfalls im Zusammenhang mit der Schlichtung der Konflikte zwischen Abt Ratgar und dem Konvent in Fulda wird im Jahr 812 eine Kirchweihe in der Propstei Johannesberg vollzogen, die wie die Kirchweihe 809 symbolisch die Beendigung des Streits sinnfällig machen soll, der Streit jedoch weiter schwelt und 817 zur Absetzung Abt Ratgars durch Ludwig den Frommen führt.
  • 812: Ratgar: Es kommt zu offener Rebellion gegen den Abt.
  • 812: Wolfgar: Wolfgar ist als Würzburger Bischof an einer vom Kaiser beauftragten Schlichtungsrunde eines Streits zwischen dem Abt und den Mönchen des Klosters Fulda beteiligt. Neben ihm gehören der Erzbischof von Mainz sowie die Bischöfe von Worms und Augsburg der Runde an. Möglicherweise trägt diese Schlichterrolle zur Entspannung des Verhältnisses zwischen dem Kloster und Würzburg bei.
  • 813: Ludwig der Fromme: Im Jahr 813 lässt Ludwig auf einer Synode den Michaelstag anstelle eines Festes des germanischen Gottes Wotan festlegen, wodurch der Erzengel Michael zum Schutzpatron des sich bildenden Heiligen Römischen Reiches und später Deutschlands wird, und am 11. September 813 krönt Karl der Große seinen Sohn Ludwig in Aachen während einer Reichsversammlung zum Mitkaiser.
  • 813: Waltcaud: Der Kaiser Karl der Große ist in Lüttich zu Gast.
  • 813: Theodulf: Um 813 verfasst Theodulf in seiner Diözese ein zweites Bischofs-Kapitular. Beide Bischofs-Kapitularien, etwa um 800 und 813, entfalten große Wirkung. Darin fordert er von den Geistlichen Predigtpflicht und kostenlosen Unterricht für Kinder auf dem Land.
  • 813: Richulf: Im Jahr 813 ist Richulf an der Vorbereitung der Kirchenreformsynoden beteiligt, die im Jahr 813 parallel in Mainz, Reims, Tours, Chalon-sur-Saône und Arles stattfinden. Am 9. Juni 813 leitet Richulf gemeinsam mit Erzbischof Hildebold von Köln die Synode von Mainz. Am 9. August 813 stirbt Richulf in Mainz. Er wird im Stift St. Alban vor Mainz bestattet, dem von ihm neu erbauten und geweihten Gotteshaus, in dem sich die Grablege der Mainzer Erzbischöfe befindet.
  • 813: Hildebold: Im Jahr 813 leitet Hildebold gemeinsam mit Erzbischof Richulf die Synode im Stift St. Alban vor Mainz. Er führt die Beratungen mit und wirkt an den kirchlichen Entscheidungen der Synode mit. Im selben Jahr salbt er Ludwig den Frommen, den Erben Kaiser Karls, zum fränkischen König. Er vollzieht die Salbung und Anerkennung des neuen Herrschers und trägt somit zur geordneten Nachfolge im Frankenreich bei. Zugleich bleibt er als Erzbischof von Köln und Vertrauter der Herrscherfamilie im Zentrum des politischen und kirchlichen Geschehens.
  • 813: Amalarius: Amalarius reist im Auftrag Karls des Großen nach Konstantinopel und besucht Kaiser Michael I.
  • 814: Ludwig der Fromme: Kaiser Ludwig der Fromme (814–840) Nach dem Tod Karls des Großen am 28. Januar 814 zieht Ludwig unverzüglich nach Aachen, übernimmt die Herrschaft im Gesamtreich, benötigt keine erneute Kaiserkrönung, da er bereits Kaiser ist, und beginnt seine Herrschaftsübernahme, die mühelos, aber nicht bruchlos verläuft.
  • 814: Waltcaud: Ludwig der Fromme hält sich kurz nach dem Tod Karls des Großen in Lüttich auf.
  • 814: Adalhard Nach dem Regierungsantritt Ludwigs des Frommen entfernt dieser die Berater seines Vaters. Adalard wird deshalb im Jahr in das von Abt Arnoul geleitete Kloster Noirmoutier verbannt.
  • 814: Theodulf: Als Karl 814 stirbt, ist Theodulf unter den Zeugen seines Testaments. Auch zu Karls Sohn und Nachfolger Ludwig dem Frommen steht er zunächst in guter Beziehung.
  • 814: Hildebold: Im Jahr 814 spendet Erzbischof Hildebold seinem Freund Kaiser Karl in Aachen die Sterbesakramente. Er erteilt ihm die Krankensalbung und reicht ihm die Kommunion. In dieser Situation begleitet er den Kaiser in den letzten Stunden seines Lebens. Kurz zuvor hat er bereits als erster Zeuge das Testament des Kaisers unterzeichnet und bestätigt damit dessen Bestimmungen.
  • 814: Waldo: Waldo stirbt am 29. oder 30. März 814 in der Abtei Saint-Denis bei Paris.
  • 814: Erzbischof Hetti (Trier, 814–847)
  • 815: Adalhard Im Jahr 821 wird Adalard nach dem Tod des heiligen Benedikt von Aniane wieder begnadigt. Er kehrt daraufhin in seine Abtei Corbie zurück.
  • 815: Baugulf Am 8. Juli stirbt der ehemalige Abt Baugulf in Wolfsmünster und wird dort bestattet. Abt Eigil lässt seine Vita durch den Fuldaer Mönch Brun Candidus verfassen. Dieses Werk ist in den späteren Bücherverzeichnissen des Klosters Fulda bereits nicht mehr erwähnt und geht spätestens bei der Zerstörung der Fuldaer Bibliothek im Dreißigjährigen Krieg verloren.
  • 815: Ratgar: Am 27. März gelingt Ratgar im Vertrag von Retzbach ein Vergleich mit dem Bistum Würzburg im Streit um die Erhebung des Kirchenzehnten in den auf dem Gebiet der Würzburger Diözese liegenden Fuldaer Besitzungen.
  • 815: Wolfgar: Ein Vergleich zwischen Fulda und Würzburg wird geschlossen, nach dem zahlreiche Dörfer im heutigen Unterfranken ihren Zehnten nach Fulda zu entrichten haben. Damit werden zugleich weitergehende Ansprüche Fuldas zurückgewiesen.
  • 816: Ludwig der Fromme: Im Jahr 816 beschließt eine große Aachener Reichssynode, dass die benediktinischen Regeln für alle Mönche und Nonnen im Frankenreich verbindlich sind, und die Institutio canonicorum Aquisgranensis legt für alle nichtmonastischen Kleriker- und Frauengemeinschaften eine einheitliche Norm in Liturgie und Lebensführung fest, während Ludwig im selben Jahr, wohl am 5. Oktober, in Reims von Papst Stephan IV. gesalbt und nochmals gekrönt wird, um die Sakralität seiner Herrschaft zu betonen.
  • 816: Waltcaud: Waltcaud nimmt 816/817 an der Synode in Aachen zur Zeit Ludwigs des Frommen teil, bei der die Lebensweise der Kanoniker und Kanonissen geregelt wird. Vor diesem Hintergrund reguliert er das Leben an den Kirchen von St. Lambert in Lüttich, Notre Dame in Tongern und Sankt Servatius in Maastricht.
  • 816: Theodulf: Als Papst Stephan IV. 816 zur Krönung Ludwigs nach Reims kommt, gehört Theodulf zu der Gesandtschaft, die den Papst empfängt.
  • 816: Erzbischof Ebo (Reims, 816–835, Bischof von Hildesheim 845–851)
  • 816: Hildebold: Im Jahr 816 holt Hildebold feierlich Papst Stephan V. nach Reims ein, wo die Krönung König Ludwigs des Frommen zum römischen Kaiser vorbereitet wird. Er empfängt den Papst und begleitet ihn an den Ort der künftigen Krönung. Auch nach dem Tod Karls des Großen wahrt er seine Stellung und bleibt eine einflussreiche Figur in Reich und Kirche. Er wirkt weiterhin an der Verbindung zwischen Papsttum und fränkischer Herrschaft mit.
  • 816: Bischof Gondulf (Metz, 816–823)
  • 816: Ratgar: Erneut kommt es zu offener Rebellion gegen den Abt, an deren Spitze sein Nachfolger Eigil erscheint.
  • 817: Ludwig der Fromme: Im Jahr 817 greift Ludwig in die monastische Reform im Kloster Fulda ein, lässt auf Bitte des Konvents im Supplex Libellus Abt Ratgar absetzen und stellt das Kloster für ein Jahr unter kommissarische Leitung zweier Mönche aus dem Westen, und im selben Jahr, möglicherweise durch einen Unfall veranlasst, ordnet er in der Ordinatio imperii die Nachfolge so, dass Lothar in Aachen zum Mitkaiser gekrönt wird und die außenpolitische Hoheit über das Gesamtreich erhält, während Pippin Aquitanien und Ludwig den östlichen Teil des Fränkischen Reiches bekommt, was Theodor Schieffer als absoluten Höhepunkt des karolingischen Zeitalters bezeichnet.
  • 817: Theodulf: Bald darauf gerät Theodulf unter Verdacht, in die Rebellion Bernhards von Italien gegen Ludwig im Jahr 817 verwickelt gewesen zu sein. Im selben Jahr findet auf dem Reichstag eine Auseinandersetzung statt, in der Theodulf möglicherweise die Sache Bernhards scharfzüngig vertritt; einem gewaltsamen Aufruhr redet er jedoch sicher nicht das Wort.
  • 817: Ratgar: Ratgar wird von Kaiser Ludwig dem Frommen trotz seiner Berufung auf die Aachener Reformsynode von 816 abgesetzt und verbannt. Das Kloster leiten kommissarisch zwei Missi, die Mönche Aaron und Adalfrid aus dem Umkreis Benedikts von Aniane.
  • 817: Waltcaud: Er ersetzt die Kanoniker in d’Andage durch Benediktinermönche. Im Kloster Nivelles gelingt es ihm nicht, die bisherigen Regeln durch die Benediktinerregel zu ersetzen. Die Äbtissin organisiert Widerstand auch in anderen Stiften bis nach Köln. Die Stifte wenden sich an den Papst. Ludwig der Fromme bittet den Papst, die Beschlüsse des Konzils auch im Fall von Nivelle zu bestätigen. Die beteiligten Stifte bleiben jedoch ablehnend. Später werden mehrere Äbtissinnen abgesetzt.
  • 818: Ludwig der Fromme: Im Jahr 818 zwingt Ludwig nach der Rebellion seines Neffen Bernhard von Italien seine illegitimen Halbbrüder Hugo, Drogo und Theoderich in den Dienst der Kirche.
  • 818: Theodulf: Im Jahr 818 wird Theodulf auf der Synode von Aachen verurteilt, aller Ämter enthoben und verbannt. Nach der Verurteilung erfolgt die Verbannung ins Kloster Saint-Aubin in Angers. In der Verbannung schreibt er den liturgisch bedeutsamen Hymnus Gloria, laus et honor; die in die Legenda aurea übernommene Legende beschreibt dies als Zeit in Angers, doch nach übereinstimmender Meinung der Historiker kommt es nicht zu seiner Begnadigung durch Ludwig.
  • 818: Hildebold: Am 3. September 818 stirbt Erzbischof Hildebold in Köln. Er wird in St. Gereon zur letzten Ruhe gebettet. Noch im 14. Jahrhundert gilt er als der Stifter des dortigen Hochaltars. In der Nähe von St. Gereon ist später ein Platz nach Hildebold benannt, der an seine Person erinnert.
  • 818: Abt Eigil (Fulda, 818–822) Eigils Leben bis 818: Eigil wird um 750 in Bayern in eine bairische Adelsfamilie geboren, Er ist mit Abt Sturmius verwandt, der sein Onkel ist. Noch im Kindesalter übergeben ihn seine Eltern als Oblaten dem Kloster Fulda, wo er unter Sturmius Schüler wird. Er wird Propst und fungiert als Schöffe im Abtsgericht. Unter Abt Ratgar entsteht im Kloster Fulda eine existenzbedrohende Krise. Ratgar führt ein hartes, kompromissloses Regiment, greift in die überlieferten Consuetudines ein und betreibt ein forciertes Bauprogramm. Eigil gehört in dieser Krise zu den Gegnern Ratgars. Er zählt zu den Verfassern des gegen Ratgars Amtsführung gerichteten Beschwerdebriefs, des Supplex Libellus, und gehört zu einer Gruppe von Mönchen, die auf dem Höhepunkt des Streits aus dem Kloster flieht. Nach der Absetzung Ratgars beginnt ein Interregnum in Fulda. Auf Befehl Kaiser Ludwigs des Frommen wird in dieser Zeit die Reform Benedikts von Aniane im Kloster eingeführt. Er folgt ihr jedoch nicht in allen Einzelheiten und lässt zum Beispiel weiterhin die Außenposten des Klosters von Mönchen und nicht – wie vorgeschrieben – von Laien verwalten. - Im Jahr 818 wird Eigil vierter Abt des Klosters Fulda. Er entwickelt einen kooperativen Führungsstil und setzt ausgleichende Maßnahmen ein. Eigil greift auf die integrativen Reformideen Benedikts von Aniane zurück. Er verbindet altmonastische Spiritualität, Askese, benediktinische Tradition und Reformgedanken und trägt so zur Überwindung der Krise bei. Unter seiner Leitung kommt es zu einer Versöhnung zweier Gruppen: der an einem idealen, asketischen Einsamkeitskloster festhaltenden Traditionalisten und der gegenüber den Neuerungen der karolingischen Renaissance in Bildung, Kunst und Kultur aufgeschlossenen Gruppierung. Obwohl er zuvor Gegner Ratgars ist, setzt sich Eigil als Abt später für dessen Begnadigung ein. Er bewirkt, dass Ratgar in das Fuldaer Nebenkloster Frauenberg zurückkehren darf. Wahrscheinlich ernennt Eigil den Leiter der Klosterschule, Hrabanus Maurus, mit dem er bei Bau- und liturgischen Projekten eng zusammenarbeitet, zum Propst und präsumptiven Nachfolger. Hrabanus repräsentiert den neuen geistigen Aufbruch im Kloster. Unter Eigils kurzem Abbatiat blüht das Klosterleben auf. Es entstehen die Voraussetzungen dafür, dass Fulda unter seinem Nachfolger Hrabanus Maurus zu einem der bedeutendsten Zentren geistiger Kultur aufsteigt. - Eigil verfasst im Vorfeld der 820 durchgeführten Translation der Gebeine des Gründerabtes Sturmi dessen Biographie. Dieses Werk trägt den Titel Vita Sturmi primi abbatis et fundatoris Fuldensis coenobii. Er veranlasst den Fuldaer Mönch Brun Candidus zur Abfassung der Vita des zweiten Fuldaer Abtes Baugulf. Damit begründet Eigil die Fuldaer Vitenreihe, die die ersten fünf Äbte Sturmi, Baugulf, Ratgar, Eigil und Rabanus Maurus sowie die Fuldaer Heiligen Bonifatius und Lioba umfasst. Fuldaschüler, die aus diesem geistigen Umfeld hervorgehen, sind unter anderem Ermenrich von Ellwangen, der den Sermo de Vita B. Soli über den Einsiedler Sola von Solnhofen verfasst, der Kaiserbiograf Einhard und Walahfrid Strabo. Walahfrid Strabo verfasst und ediert zahlreiche Viten wie die Vita S. Galli, Vita Mammae, Vita Blaithmaic, Vita S. Otmari sowie Einhards Vita Karoli und Thegans Gesta Hludowici. - Eigil vollendet die von seinen beiden Vorgängern begonnene Salvator-Basilika in Fulda. Diese Kirche heißt nach ihrem Erbauer später meist Ratgar-Basilika. Er lässt in diese Basilika nachträglich zwei Krypten einbauen, die zu den frühesten Hallenkrypten zählen. Zugleich fördert er damit die klösterliche Memoria und die liturgische Nutzung des Kirchenraums. Außerdem lässt Eigil eine Friedhofskapelle errichten, die Hrabanus Maurus konzipiert. Es entsteht die Michaelskirche, ein Zentralbau über acht Säulen mit Schlussstein in der Kuppel oder im Gewölbe und einer Krypta, die über einer Mittelsäule mit jonisierendem Kapitell gewölbt ist. - Um den Kult des Gründerabtes Sturmius, seines Verwandten, kümmert sich Eigil besonders. Er lässt dessen Grab im südlichen Seitenschiff der Salvator-Basilika neu anlegen, ordnet seine Translation und gestaltet seine liturgische Memoria neu. Zu dieser erneuerten Memoria zählt auch die Lesung der von Eigil verfassten Vita Sturmi während der Liturgie. Wahrscheinlich steht diese Einzelmaßnahme im Zusammenhang mit einer Liturgiereform, in deren Rahmen ein von Hrabanus Maurus kompiliertes Sakramentar, ein Gregorio-Gelasianum mixtum, in Fulda eingeführt wird. - Eigil beginnt außerdem mit dem Bau eines neuen Konventsgebäudes. Dieses Gebäude kann er jedoch vor seinem Tod nicht mehr fertigstellen.
  • 818: Abt Eigil (Fulda, 818–822)
  • 819: Eigil: Die Weihe der Ratgar-Basilika erfolgt nach Ratgars Absetzung unter seinem Nachfolger Eigil.
  • 820: Waltcaud: Teile des Bistums Lüttich werden erstmals von Wikingern bedroht.
  • 821: Ludwig der Fromme: Im Jahr 821 stirbt Benedikt von Aniane, Ludwigs wichtigster Berater, wodurch die kirchliche Reformbewegung erlahmt.
  • 821: Theodulf: Theodulf stirbt in der Verbannung nach Februar 821 und vor Oktober 821. Das genaue Todesdatum ist nicht bekannt, und der Sterbeort ist nicht eindeutig belegt; literarische Zeugnisse und die Rezeption seiner Dichtung in den Carmina Cenomanensia sprechen dafür, dass es Le Mans ist.
  • 822: Ludwig der Fromme: Im Jahr 822 vollzieht Ludwig der Fromme auf dem Reichstag von Attigny einen öffentlichen Bußakt für sein hartes Vorgehen gegen Familienangehörige, insbesondere gegen Bernhard, erfüllt damit den Wunsch führender Geistlicher, erleidet aber zugleich einen Prestigeverlust, während Hugo 822/23 Abt von Saint-Quentin wird.
  • 822: Abt Adalhard (Corvey, 822-826) Im Jahr 822 beteiligt sich Adalard zusammen mit seinem Bruder Wala an der Gründung der Neuen Corbie, der Abtei Corvey an der Weser in Sachsen. Wala wird dort Abt. Im selben Jahr verfasst Adalard die Statuten der Abtei Corbie (Statuta antiqua abbatiae sancti Petri Corbeiensis), die später als Vorbild für andere Abteien dienen.
  • 823: Ludwig der Fromme: Im Jahr 823 wird Drogo Bischof von Metz, und im selben Jahr wird Karl, der Sohn Ludwigs aus zweiter Ehe mit Judith, geboren, für den später ein neues Teilreich Schwaben geschaffen werden soll.
  • 823: Willerich: Willerich und Bischof Halitgar von Cambrai begleiten den Erzbischof und päpstlichen Legaten Ebo von Reims auf dessen erster Missionsreise nach Dänemark, die wenig Erfolg zeigt.
  • 823: Haito: Haito tritt von allen seinen Ämtern zurück, um seinen Lebensabend als einfacher Mönch auf der Reichenau zu verbringen. Bischof Udalricus (Basel, 823–835) Abt Erlebald (Reichenau, 823–838)
  • 824: Ludwig der Fromme: Im Jahr 824 gewährt Ludwig den Juden im Frankenreich mehrere Privilegien, darunter das Recht des inländischen Sklavenhandels, wobei die Versklavten in das Kalifat von Córdoba exportiert werden, gegen was der Erzbischof Agobard von Lyon vergeblich protestiert.
  • 824: Haito: Nach dem Tod Wettis bringt der ehemalige Bischof von Basel, Haito, die Visio Wettini in Verse.
  • 825: Ludwig der Fromme: Von 825 bis 829 wirkt Lothar als offizieller Mitregent, und 826 empfängt Ludwig den entmachteten Dänenkönig Harald Klak und dessen Gefolge zur Reichsversammlung in Ingelheim, bei der Harald sich im Stift St. Alban vor Mainz taufen lässt und Ansgar in der Folge in Skandinavien missioniert, während Ludwig zugleich sein Itinerar ausweitet und häufiger etwa nach Frankfurt und Ingelheim reist.
  • 825: Waltcaud: Ludwig der Fromme ist erneut in Lüttich zu Gast. Waltcaud lässt die Gebeine des 727 verstorbenen Hubertus von Lüttich in das Kloster d’Andage überführen. Zu diesem Zweck erbittet er von Bischof Jonas von Orléans eine Neufassung der Vita und einen Translationsbericht des Heiligen Hubert.
  • 826: Adalhard: Am 2. Januar 826 stirbt Adalard im Alter von 75 Jahren. Sein Bruder Wala folgt ihm als Abt von Corbie nach. Eine Vita wird von Radbertus wohl schon kurz nach dem Tod Adalhards verfasst.Im Jahr 1024 wird Adalhard heiliggesprochen. Sein Gedenktag ist der 2. Januar. Abt Wala (826–831)
  • 826: Bischof Friedrich I. (Utrecht, 826-838)
  • 826: Willerich: Harald Klak, seit 814 Vasall Ludwigs des Frommen, lässt sich in Mainz mit viel Pomp taufen, wobei Kaiser Ludwig der Fromme als Taufpate fungiert.
  • 827: Willerich: Harald Klak, seit 814 Vasall Ludwigs des Frommen, wird endgültig aus Dänemark vertrieben.
  • 829: Ludwig der Fromme: Im Jahr 829 schickt Ludwig, vermutlich auf Drängen von Kaiserin Judith, seinen ältesten Sohn und Mitkaiser Lothar nach Italien und verweist Wala, den Abt von Corbie, vom Hof.
  • 830: Ludwig der Fromme: Im Jahr 830 ruft Ludwig während der Fastenzeit zu einem nicht akut notwendigen Feldzug gegen die Bretonen auf, was im April zu einem offenen Aufstand führt, den Mühlbacher, Theodor Schieffer und Boshof als loyale Revolution deuten, bei der Lothar aus Italien zurückgeholt und wieder Mitregent wird, Ludwig in leichte Haft gerät, Judith der Ehebruchs mit Bernhard von Septimanien beschuldigt und in ein Kloster bei Poitiers verbannt wird, bevor im Oktober 830 auf der Reichsversammlung von Nimwegen ein Umschwung erfolgt, Ludwig wieder in seine Herrschaft eingesetzt, die Verschworenen verhaftet oder verbannt, Judith nach Aachen zurückgeholt und Lothar 831 erneut nach Italien geschickt wird.
  • 830: Erkanbert Der ehemalige Bischof Erkanbert stirbt am 7. Juni 830 in Minden. Sein Gedenktag ist sein Todestag, der 7. Juni, und er wird als Heiliger verehrt.
  • 831: Ludwig der Fromme: Im Jahr 831 gründet Ludwig das Erzbistum Hamburg, von dem aus ganz Skandinavien missioniert werden soll, und beauftragt Ebo von Reims sowie Ansgar, Bischof von Bremen-Hamburg, mit der nordischen Mission, während Lothar nach Italien zurückgeschickt wird.
  • 831: Waltcaud: Waltcaud wird am 19. April 831 in einer Urkunde Ludwigs des Frommen letztmals urkundlich genannt. Sein Sterbedatum ist nicht bekannt. Er wird in Serinchamps begraben. Bischof Pirard (Lüttich, 831-838)
  • 831: Willerich: Die dänische Mission wird nach diesem Jahr von Ansgar von Bremen wieder aufgenommen.
  • 831: Amalarius Der ehemalige Erzbischof von Trier, Amalarius reist nach Rom, um von Papst Gregor IV. ein römisches Antiphonar zu erhalten. Aus diesen Texten stellt er eine neue Liturgie für das Fränkische Reich zusammen.
  • 832: Ludwig der Fromme: Im Jahr 832 zwingt Ludwig der Fromme seine aufständischen Söhne Ludwig den Deutschen und Pippin zur Unterwerfung.
  • 832: Wolfgar: 831 oder 832: Wolfgar beendet seine Amtszeit als Bischof von Würzburg; sein Tod fällt möglicherweise in den November 831. Bischof Hunbert (Würzburg, 832–842)
  • 833: Ludwig der Fromme: Ende Juni 833 stehen sich Ludwig und seine Söhne aus erster Ehe auf dem Rotfeld bei Colmar gegenüber, wo durch Druck und Versprechungen Ludwigs Getreue und Soldaten abfallen, sodass Ludwig am 30. Juni zur Ergebung und faktischen Abdankung gezwungen wird, das Feld als Lügenfeld bekannt wird, Ludwig in das Kloster Saint-Médard bei Soissons verbannt wird, dort eine demütigende öffentliche Buße mit Übergabe eines Sündenregisters, Waffenabgabe und Büßergewand leisten muss, während Judith nach Tortona verbannt und Karl der Kahle in strenge Haft in das Kloster Prüm gebracht wird.
  • 834: Ludwig der Fromme: Anfang 834 wenden sich Pippin und Ludwig der Deutsche von Westen und Osten gegen Lothar, der keine Unterstützung mehr findet und nach Italien flieht, und am 1. März 834 wird Ludwig der Fromme in der Abteikirche von Saint-Denis mit Waffen und Krone geschmückt und erneut als Kaiser anerkannt, während Lothars Macht auf Italien beschränkt und Judith aus Italien nach Aachen zurückgeholt wird.
  • 835: Ratgar: Der ehemalige Abt Ratgar stirbt, nachdem er auf Initiative seines Nachfolgers Eigil begnadigt worden ist, auf den Frauenberg zurückkehrt und dort lebt; er wird ehrenvoll im äbtlichen Ornat bestattet.
  • 835: Amalarius Der ehemalige Erzbischof von Trier, Amalarius wird nach der Synode von Diedenhofen für den abgesetzten Erzbischof von Lyon, Agobard, eingesetzt und setzt in Lyon liturgische Reformen durch.
  • 836: Haito: Der ehemalige Bischof von Basel, Haito, stirbt am 17. März.
  • 837: Ludwig der Fromme: Im Jahr 837 plant Ludwig einen neuen Reichsteilungsplan zugunsten Karls des Kahlen, der diesem die Herrschaft über Friesland und das Gebiet zwischen Maas und Seine zuspricht und neue Unruhen auslöst, die später erst mit der Teilung durch den Vertrag von Verdun beendet werden.
  • 837: Willerich: Willerich stirbt am 4. Mai und wird im Bremer Dom beigesetzt. Sein Nachfolger wird Leuderich (Lüder).
  • 838: Ludwig der Fromme: Im Jahr 838 stirbt Ludwigs Sohn Pippin plötzlich, wodurch der Weg zu einer einigermaßen ausgewogenen Dreiteilung des Reiches unter Lothar, Ludwig den Deutschen und Karl den Kahlen geebnet wird.
  • 838: Bischof Leuderich (838–845)
  • 838: Amalarius Der ehemalige Erzbischof von Trier, Amalarius wird von dem Diakon Florus von Lyon der Ketzerei angeklagt. Auf der Synode von Quierzy werden einige seiner Texte als Irrlehre verurteilt, und Amalarius wird als Bischofsvertreter abgesetzt. Agobard erhält seinen Bischofsstuhl zurück.
  • 840: Ludwig der Fromme: Im Jahr 840 versucht Ludwig der Fromme, seinem Sohn Ludwig dem Deutschen nur noch Bayern als Herrschaftsgebiet zuzuweisen, provoziert dessen Widerstand, unternimmt eine Strafexpedition und stirbt schließlich am 20. Juni 840 auf einer Rheininsel bei Ingelheim vermutlich an Magen- oder Speiseröhrenkrebs in Verbindung mit Bronchitis, nachdem er laut Astronomus’ Vita Hludowici mit den Worten „Huz, huz“ einen bösen Geist zu sehen glaubt, dann heiter zum Himmel blickt und lächelnd stirbt.
  • 850: Amalarius Der ehemalige Erzbischof von Trier, Amalarius stirbt um 850 (nach anderen Quellen 841) wahrscheinlich in Metz.
  • 864: Überführung der Gebeine Rigoberts nach Reims.
  • 872: Beisetzung der Gebeine Rigoberts in der Kirche Saint-Thierry zu Reims; Teile der Reliquien gelangen später nach Paris. Gedenktag: 4. Januar.
  • zuletzt 810

Grafschaft Aragón und Conflent

  • 820: Im Jahr 820 wird Aznar Galíndez I. von seinem Schwiegersohn García dem Schlechten gestürzt, der von den navarresischen Truppen Íñigo Aristas unterstützt wird. Nach seinem Sturz nimmt Aznar Galíndez I. Zuflucht in der zum Frankenreich lehnsabhängigen Vasconia. Dort wird er zum Grafen in Urgell und Cerdanya ernannt. Graf García Galíndez (820–833)
  • Fortsetzung 833

Grafschaft Barcelona

  • 811: Bera ist Zeuge des letzten Willens Karls des Großen.
  • Fortsetzung 812
  • 812: Ein dreijähriger Friedensvertrag zwischen dem Frankenreich und dem Kalifat von Córdoba wird geschlossen. Am 18. Mai stirbt Beras Vater, und die Grafschaften Razès und Conflent fallen an Bera, der die Verwaltung seinem Sohn Guillemundus überträgt. Bera reist zudem mit mehreren Grafen nach Aachen; visigotische Adlige erheben Anklagen, und Karl der Große entscheidet zugunsten der Kläger. Ab 812 ist Bera auch Graf von Girona
  • 813: Odilo, Graf von Girona und Besalú, stirbt, und diese Grafschaften gehen an Bera über.
  • 815: Der Frieden wird gebrochen, und ein Heer unter Ubayd Allah Abu Marwan greift Barcelona an, wird jedoch zurückgeschlagen.
  • 816: Im November reist der Wali von Zaragoza nach Aachen und verhandelt einen neuen Waffenstillstand.
  • 816: Im Februar wird ein neuer dreijähriger Waffenstillstand abgeschlossen.
  • 820: Im Februar findet eine Reichsversammlung in Aachen statt; Bera wird von Sanila des Verrats beschuldigt, im Zweikampf besiegt und seiner Grafschaften enthoben. Ludwig I. wandelt die Todesstrafe in Verbannung nach Rouen um. Graf Rampó (820–825), nun auch von Girone und Osona
  • 844: Der ehemalige Graf Bera stirbt in Rouen.
  • zuletzt 809

Grafschaft Urgell, Cerdaña und Osona

Herzogtum Gascogne

  • 812: Sancho: Sancho I. Loup ist weiterhin Herzog von Vasconien bis zu diesem Jahr.
  • Fortsetzung 814
  • 814: Sancho: Als Ludwig der Fromme Karl den Großen nachfolgt, bleibt Sancho Loup in Aquitanien.
  • 816: Sancho: Es bildet sich eine Koalition christlicher Herren gegen die Muslime Spaniens. Beide Heere treffen in der Schlacht von Pancorbo aufeinander, die dreizehn Tage dauert. Sancho Loup fällt in dieser Schlacht, ebenso wie sein Bruder Garcia Loup. Zuvor hat er die Macht an seinen Bruder Semen I. Loup abgegeben.
  • zuletzt 806

Grafschaft Toulouse

  • 811: Beggo: Beggo bleibt bis 811 Graf von Toulouse sowie Markgraf (marchio) von Septimanien. Im Jahr 811 stirbt sein älterer Bruder Graf Stephan von Paris, und Beggo wird dessen Nachfolger als Graf von Paris.
  • 811: Im Jahr 811 wird Beggo I. mit der Grafschaft Paris betraut, nachdem er bereits Wilhelms Nachfolger in Toulouse geworden ist. Damit wird deutlich, dass Wilhelm zuvor von 790 bis 806 Graf von Toulouse gewesen ist.
  • Fortsetzung 812
  • 812: Wilhelm von Aquitanien Der ehemalige Graf Wilhelm stirbt wohl am 28. Mai 812 in Gellone, dem heutigen Saint-Guilhem-le-Désert bei Montpellier in Frankreich. Nach seinem Tod heißt es, die Glocken von Orange hätten von selbst geläutet. Im 10. oder 11. Jahrhundert wird die lateinische Hagiographie Vita sancti Willelmi verfasst. Im 12. Jahrhundert wächst Wilhelms Legende weiter an; er wird zum Helden eines ganzen Zyklus von chansons de geste, deren frühestes Werk die Chanson de Guillaume um 1140 ist. In diesen Dichtungen trägt er die Beinamen Fièrebrace und marquis au court nez. 1066 wird er von Papst Alexander II. heiliggesprochen.
  • 816: Beggo: Beggo stirbt am 28. Oktober 816 und hat bis zu seinem Tod die Stellung des Grafen von Paris inne. Nach seinem Tod wird Alpheidis Äbtissin im Reimser Frauenkloster St. Peter, das sie von ihrem Vater Kaiser Ludwig geschenkt bekommen hat. Graf Berengar (Toulouse 816–835, Barcelona und Girona 832–835)
  • Zuletzt 808

Abodriten

  • Samtherrscher Drasco (804–810)
    Drasco wird in Reric von einem Vasallen des dänischen Königs Göttrik ermordet. Aufgrund der Bezeichnung als Vasall und dem Ort des Todes inmitten des eigenen Herrschaftsgebietes spricht viel dafür, dass es sich bei dem Attentäter um einen abodritischen Gefolgsmann Göttriks handelt. Im Gegensatz zur Chronik von Moissac halten die Annales regni Francorum den Tod Drascos für 809 fest, doch der Verweis auf den 15. März lässt das Ereignis im Folgejahr 810 einordnen. Nach Drascos Tod bestimmt Karl der Große dessen Bruder Sclaomir zum Herrscher der Abodriten. Das Bündnis überdauert Karls Tod 814 nur noch um wenige Jahre.
  • Samtherrscher Sclaomir (810–819)
    Karl der Große setzt daraufhin Sclaomir in Verden als Samtherrscher der Abodriten ein. Sclaomir übernimmt damit die Samtherrschaft über den abodritischen Stammesverband und ist Vasall der Franken.
  • Limes Saxoniae
    Karl der Große ist zum letzten Mal selbst in Norddeutschland, er rechnet mit einem Angriff des dänischen Königs nach Süden zur Elbe hin. Vermutlich wird bei dieser Gelegenheit eine neue Grenzziehung zwischen Franken und Abotriten vereinbart, der Limes Saxoniae. Damit wird das 804 zunächst an die Abotriten übergebene nordelbische Gebiet in das Frankenreich übernommen.
  • Fortsetzung 812
  • 812: Im Jahr 812 beteiligt sich Sclaomir als Samtherrscher mit den Abodriten am Heerzug der Franken gegen die Wilzen. Die Abodriten unterstützen damit noch das fränkische Heer unter der fränkischen Oberherrschaft.
  • Fortsetzung 814
  • 814: Im Jahr 814 stirbt Karl der Große. Nach seinem Tod kommt es unter den abodritischen Kleinstämmen zu innerabodritischen Streitigkeiten um die Samtherrschaft.
  • 816: Im November 816 empfängt Karls Nachfolger Ludwig der Fromme in Compiègne eine Gesandtschaft der Abodriten. Diese Gesandtschaft fordert die Einsetzung Ceadrags als angestammten Nachfolger seines Vaters Drasco.
  • 817: Im Jahr 817 ordnet Ludwig der Fromme als Kompromiss die Mitregentschaft Ceadrags neben Sclaomir an. Diese Beschränkung seiner Macht gedemütigt Sclaomir so weit, dass er sich von den Franken lossagt. Sclaomir kündigt an, nie mehr über die Elbe zu gehen und bei Hofe zu erscheinen, und verweigert damit dem Kaiser die Huldigung durch Hoffahrt. Sclaomir lässt daraufhin sofort Botschafter über die Ostsee zu den Söhnen Göttriks aufbrechen. Er verbündet sich mit den Söhnen Göttriks und überzeugt sie, ein Heer nach Nordalbingien zu entsenden. Zugleich fährt die dänische Flotte die Elbe hinauf bis vor die Feste Esesfeld und verwüstet das Land an der Stör. Währenddessen zieht Gluomi, der Befehlshaber im dänischen Grenzbezirk, mit seinen Fußtruppen und den Abodriten zu Lande vor die Festung. Esesfeld hält der Belagerung stand, wird jedoch bald darauf von den nordalbingischen Sachsen aufgelassen und geräumt.
  • 819: Im Jahr 819 entsendet Ludwig der Fromme ein von kaiserlichen Gesandten geführtes Heer aus Sachsen und Ostfranken über die Elbe, um Sclaomir für seine Treulosigkeit zu bestrafen. Sclaomir ergibt sich offenbar kampflos und wird vom Befehlshaber der sächsischen Grenzmark und den kaiserlichen Gesandten als Gefangener nach Aachen gebracht. In Aachen wird Sclaomir vor den Kaiser geführt, der gegen ihn ein förmliches Gerichtsverfahren eröffnet. Abodritische Adlige, Parteigänger Ceadrags, treten als Ankläger auf und beschuldigen Sclaomir des Verrats. Ludwig der Fromme setzt Sclaomir daraufhin ab und verurteilt ihn zur Verbannung. Zugleich setzt Ludwig Ceadrag als alleinigen Samtherrscher der Abodriten ein. Samtherrscher Ceadrag (ab 819)
  • 821: Im Jahr 821 beginnt auch Ceadrag, sich mit den Dänen einzulassen. Ludwig der Fromme sendet daraufhin Sclaomir in das Abodritenreich zurück, damit er wieder an Ceadrags Stelle tritt. Auf der Rückreise erkrankt Sclaomir und verstirbt noch in Sachsen. Bei den Sachsen empfängt er 821 auf dem Sterbebett die christliche Taufe. Mit dieser Taufe ist Sclaomir der erste christlich getaufte Abodritenfürst.
  • Zuletzt 810

​ Herzogtum Sachsen

Bremen (53° 04′ N) Verden (Aller) (52° 55′ N) Minden (52° 17′ N) Osnabrück (52° 16′ N) Münster (51° 57′ N) Halberstadt (51° 54′ N) Paderborn (51° 43′ N

  • 813: Erkanberts Zeit als Bischof von Minden endet. Bischof Hardward (Minden, 813–853)
  • Fortsetzung 829
  • 827: Gerfried: Im Jahr 827 übernimmt Gerfried nach dem Tod seines Vorgängers Hildegrim I. die Leitung des Klosters Werden.
  • 829: Meginhard: Am 7. September 829 findet Meginhard seine erste Erwähnung in einer gefälschten Urkunde (sogenannte Zehntbestätigung), die angeblich von Ludwig dem Frommen ausgestellt worden ist. Bischof Goswin (Osnabrück, 829–845)
  • 830: Erkanbert Der ehemalige Bischof Erkanbert stirbt am 7. Juni in Minden.
  • zuletzt 805
  • 836: Gerfried: Im Jahr 836 nimmt Gerfried zusammen mit 36 anderen Bischöfen an einem von Kaiser Ludwig dem Frommen in Aachen einberufenen Reformkonzil teil.
  • 839: Gerfried: Am 12. September 839 stirbt Gerfried in Münster. Nach seinem Tod werden seine sterblichen Überreste in der Krypta des Klosters Werden beigesetzt. Bischof Altfried (Münster, 839–849)
  • zuletzt 809

​ Herzogtum Baiern

Reihenfolge der Städte: Regensburg, Bayern, Oberpfalz (49° 01′ N) Eichstätt, Bayern, Oberbayern (48° 53′ N) Freising, Bayern, Oberbayern (48° 24′ N) Passau, Bayern, Niederbayern (48° 34′ N) Augsburg, Bayern, Schwaben (48° 22′ N)

  • Herzog Karl der Große (788–814)
  • Erzbischof Arn (Salzburg, 798-821)
  • Bischof Adalwin (Regensburg, 791–816)
  • Bischof Agan (Eichstätt, 806–822)
  • Bischof Atto (Freising, 783/784–810/811)
    Atto von Freising, auch Atto der Kienberger genannt, stirbt im Jahr 810 oder 811 und beendet damit seine Amtszeit als fünfter Bischof von Freising, die von 783/784 bis 810/811 reicht. Mit seinem Tod schließt sich eine Bischofsepoche, in der Mitglieder des Huosi‑Clans – nach Arbeo – die Leitung des Bistums innehaben und zugleich durch Klostergründungen, Missionstätigkeit und Gebietserwerbungen die kirchliche und adlige Landschaft Altbayerns und der angrenzenden Regionen nachhaltig mitgestalten.
  • Bischof Hitto (Freising, 810/12–835)
  • Bischof Hatto (Passau, 806–817)
    Hitto entstammt dem bayerischen Hochadel der Huosi. Seit 794 wirkt er als Diakon am Freisinger Dom und wird häufig als Zeuge in Freisinger Urkunden genannt. Zwischen 810 und 812 beginnt seine Amtszeit als 6. Bischof von Freising. Sein Vorgänger Atto, der ebenfalls Bischof von Freising ist, stirbt bereits über ein Jahr vor der ersten Erwähnung Hittos als Bischof. Als Bischof von Freising wird Hitto erstmals im Jahr 812 erwähnt. In seiner Amtszeit legt der Mönch und Notar Kozroh ein erstes Freisinger Traditionsbuch an, das bis in das Jahr 744 zurückreicht. Unter Hitto erreicht das Freisinger Skriptorium einen besonderen Höhepunkt. Es entstehen ungefähr 40 Codices, und aus seiner Amtszeit sind über 300 Urkunden erhalten. Hitto erreicht die erstrebte bischöfliche Oberherrschaft über viele zuvor meist adlige Eigenklöster im Bistum Freising. Im Rahmen dieser Entwicklung stehen unter anderem Kloster Schliersee, Kloster Schäftlarn und Kloster Innichen.
  • Fortsetzung 816
  • 816: Adalwin stirbt am 4. Oktober 816. Damit endet seine Amtszeit als vierter Bischof von Regensburg, die von 791 bis 816 reicht.
  • Fortsetzung 817
  • 817: Bischof Baturich (Regensburg, 817–847)
  • 817: Hitto: Im Jahr 817 steht Kloster Schliersee im Zusammenhang mit der von Hitto angestrebten bischöflichen Oberherrschaft über bisher meist adlige Eigenklöster. Hitto setzt seine Bemühungen um die Sicherung dieser Oberherrschaft im Bistum Freising fort.
  • 817: Hatto stirbt im Jahr 817 und ist bis zu diesem Zeitpunkt Bischof von Passau. Bischof Reginhar (Passau, 814–838)
  • 821: Arn stirbt am 24. Januar 821 in Salzburg. Die römisch-katholische Kirche verehrt ihn als Seligen; sein Gedenktag ist der 24. Januar.
  • 821: Hitto: Im Jahr 821 ist Kloster Schäftlarn Teil der Bemühungen Hittos um die bischöfliche Oberherrschaft über die Eigenklöster im Bistum. Die Entwicklung der Klöster im Bistum Freising steht weiterhin im Zeichen dieser bischöflichen Einflussnahme.
  • 822: Eigil stirbt 822 hochbetagt im Kreis seiner Brüder im Kloster Fulda, wahrscheinlich am 15. Juni oder alternativ am 6. August. Sein Sterbeort ist Fulda. Sein Grab befindet sich in der als Abtsgrablege konzipierten Krypta der von ihm in Auftrag gegebenen Michaelskirche. Der Überlieferung nach gräbt Eigil dieses Grab nach dem Vorbild Benedikts von Nursia mit eigenen Händen. Um 840 verfasst der Fuldaer Mönch Brun Candidus eine Biographie Eigils. Dieses Werk entsteht als opus geminum in zwei Büchern, eines in Prosa (Buch I) und eines in Versen (Buch II). Der katholische Gedenktag Eigils ist am 15. Juni.
  • 822: Agan ist bis zum Jahr 822 Bischof von Eichstätt. Er stirbt möglicherweise am 6. November 822. Bischof Adalung (Eichstätt, 822–837)
  • 822: Hitto: Im Jahr 822 gehört Kloster Innichen zu den Klöstern, über die Hitto die bischöfliche Oberherrschaft erreicht. Damit setzt er die Ausweitung der bischöflichen Kontrolle über zuvor adlige Eigenklöster fort.
  • 828: Hitto: Im Jahr 828 ist Kloster Schäftlarn erneut im Zusammenhang mit der bischöflichen Oberherrschaft Hittos über Eigenklöster bezeugt. Hitto festigt damit seine Stellung gegenüber den adligen Eigenklöstern weiter.
  • 830: Hitto: Um das Jahr 830 gründet Hitto das Kloster Weihenstephan. Diese Gründung erfolgt in seiner Funktion als Bischof von Freising und steht im Kontext seiner Tätigkeit im Bistum.
  • 834: Hitto: Im Jahr 834 unternimmt Hitto eine Romwallfahrt. Nach einer alten Tradition erhält er bei dieser Romwallfahrt von Papst Gregor IV. die Reliquien des heiligen Justin. Er bringt diese Reliquien nach Freising.
  • 835: Hitto: Im Jahr 835 endet seine Amtszeit als Bischof von Freising. Hitto stirbt 835 und wird in Freising in der Domkrypta begraben. Sein Sarkophag ist erhalten. Nach seinem Tod folgt ihm sein Neffe Erchanbert im Amt des Bischofs von Freising nach. Bischof Erchanbert (Freising, 835/836–854)
  • 861: Bischof Witgar (Augsburg, 861–887)
  • zuletzt 810

Herzogtum Mailand

Herzogtum Treviso

  • 810: Fortunatus II: König Pippin von Italien, einer der Söhne Karls des Großen, erobert eine Reihe von Orten in der Lagune von Venedig. Obwohl sich die Venezianer der fränkischen Invasion erfolgreich widersetzen und Obelerio aufgrund seines Bündnisses mit den Franken von seinem Dogenamt zurücktreten muss, kann Fortunatus nach Grado zurückkehren. Karl erkennt 810 an, dass die Lagune zum östlichen Kaiserreich gehört. Damit verlieren die ehrgeizigen Pläne des Fortunatus ihre Grundlage, auch wenn noch eine Quelle aus dem Jahr 819 ihn als ‚Patriarchen der Kirche von Aquileia und von Grado‘ bezeichnet. Im Patriarchat Grado wächst in den folgenden Jahren der kulturelle Einfluss der Franken, wie sich an Kunstwerken der Zeit erweisen lässt.
  • Fortsetzung 815
  • 815: Fortunatus II: Karls Sohn Ludwig der Fromme erneuert auf Veranlassung von Fortunatus das Recht für die istrische Region, ihre Bischöfe und Beamten selbst zu erheben.
  • 820: Fortunatus II: Fortunatus beteiligt sich an einer Verschwörung zum Sturz des neuen Dogen von Venedig, des Agnello Particiaco. Das Komplott fliegt jedoch auf und Fortunatus wird verbannt; wie der venezianische Chronist Johannes Diaconus behauptet, nach 27 Jahren der Herrschaft. Sein Amt als Patriarch von Grado übernimmt der Abt von San Servolo als Johannes V.
  • 821: Fortunatus II: Nach fränkischen Quellen wird Fortunatus aus ganz anderen Gründen gestürzt. Er soll 821 eine Rebellion in Pannonia inferior unter Führung des Ljudewit unterstützt haben, dessen Herrschaftskern um das kroatische Sisak lag. Es kommt zu einem Krieg, den die Franken siegreich beenden; Konstantinopel ist wohl nicht in der Lage, die Rebellion zu unterstützen. Dieser Sieg lässt sich auch archäologisch nachweisen, denn im Westen Kroatiens verschwindet eine eigenwillige archäologische Kultur mit Beziehungen nach Böhmen.
  • 824: Fortunatus II: Nach einer Aufforderung, sich an den kaiserlichen Hof zu begeben, reist Fortunatus nach Istrien, um Gehorsam vorzutäuschen – immerhin ist er als Abt von Moyenmoutier dem Kaiser zu Gehorsam verpflichtet –, flieht jedoch bald darauf nach Zara, also in den byzantinischen Machtbereich. Der dortige Präfekt der Provinz Dalmatien lässt den Geflohenen sogleich nach Konstantinopel bringen. Fortunatus hält sich bis 824 in der byzantinischen Hauptstadt auf. Ob er den Aufenthalt, über den nichts weiter bekannt ist, nutzt, um Reliquien oder Schmuck für seine Gradeser Kirche zu erwerben, ist aus den erzählenden Quellen nicht zu belegen. Im Dezember 824 hält sich der Patriarch in seinem fränkischen Kloster Moyenmoutier auf. Ein Chronist des frühen 11. Jahrhunderts, der in seinem Liber de sancti Hidulfi successoribus über die Nachfolger des hl. Idulfo oder Hydulphe von Moyenmoutier († 707) schreibt: „Mira autem dispositione divinitatis repertus est ibidem Fortunatus patriarcha venerabilis, qui gratia salutandi famosum principem, ab Hierosalimis peregre disgressus erat“, Fortunatus ist also aus Jerusalem zurückgekehrt. Derselbe Chronist berichtet zudem, wie Fortunatus einige Jahre zuvor eine Gesandtschaft im Auftrag Kaiser Karls an Harun ar-Raschid geschickt hat, wobei unklar bleibt, ob er womöglich selbst an dieser Gesandtschaft teilgenommen hat. Fortunatus kehrt mit einer Gruppe von byzantinischen Gesandten an den fränkischen Hof zurück, wohl um seine Rückkehr auf den Patriarchensitz zu betreiben. Doch Ludwig verweist den abgesetzten Patriarchen an Rom.
  • 825: Fortunatus II: Nach den Nekrologien des Klosters Moyenmoutier stirbt Fortunatus am 12. März, wohl spätestens im Jahr 825 oder 826, auch der 26. Februar wird angegeben. Er wird im Kloster nahe dem Altar Gregors des Großen beigesetzt. In einer Art Brief, möglicherweise aus dem byzantinischen Exil, den er an seine Kleriker in Grado gesandt hat, und der einem Testament ähnelt, listet Fortunatus seine Verdienste um die Gradenser Kirche auf, und er gibt seiner Hoffnung auf eine baldige Rückkehr Ausdruck. Das Dokument ist nicht datiert. Inzwischen wird diese Quelle eher als Exzerpt einer Gerichtsakte aufgefasst, in der der Patriarch versucht, seine Verdienste in den Vordergrund zu rücken, während er beschuldigt wird, die Gradeser Kirche bestohlen zu haben. Ein archäologischer Fund spricht für einen Aufenthalt Fortunatus’ in Jerusalem. Während der Ausgrabungen an der Gradeser Kirche S. Maria delle Grazie kommt 1925 an einem Ziborium eine Inschrift zu Tage, die stark fragmentiert war (Grado, Museo Lapidario). Ihren Sinn zu entschlüsseln gelingt aufgrund dessen über Jahrzehnte nicht, zumal einige Buchstaben fehlen, und die nachträgliche Reihung der Fragmente keinen sinnvollen Text ergibt. Maurizio Buora schlägt 2017 als Lesung „GLORIO(sis) TEMPORIB(u)S TER B – caput – EATI M[VN]ER(a) Q(uae) E SION [DVX]IT SE(cum)“ vor, wobei auch „[tul]IT“ denkbar sei. Dabei steht „Sion“ für „Jerusalem“ (S. 36–38), die Inschrift erinnert also an besagten Aufenthalt in Jerusalem und die „munera“, die Fortunatus mitgebracht hat. Dies ist insofern von Bedeutung, als bekannt ist, dass Harun ar-Raschid ein Stück des Kreuzes Christi an den Frankenkaiser schicken lässt, das Helena, die Mutter Konstantins des Großen, erhalten hat. Auch in Grado befindet sich ein Stück des besagten Kreuzes, und damit eine der bedeutendsten Reliquien. Obwohl das Behältnis deutlich jünger ist, mag es sich um eine Reliquie handeln, die Fortunatus beschafft hat. Die zeitliche Nähe zum Raub der Reliquien des Evangelisten Markus im Jahr 829 aus Alexandria macht dieses Szenario, so Maurizio Buora, noch wahrscheinlicher. Zudem liegt die Vermutung nahe, dass Fortunatus mit diesen Stiftungen an die Gradeser Kirche seine Rückkehr vorbereiten wollte.
  • zuletzt 806

Markgrafschaft Friaul

  • 811: Karl der Große entsendet Aio gemeinsam mit Haido, Bischof von Basel, und Hugo, Graf von Tours, als missi dominici, um Gesandte aus Konstantinopel zu treffen und den Pax Nicephori zu bestätigen.
  • Fortsetzung 817
  • 817: Herzog Kadolah (817–819) Kadolah wird als Herzog von Friaul eingesetzt.
  • 830: Hunfrid
    Um 830 stirbt der ehemalige Herzog von Friaul, Hunfried.
  • zuletzt 809

Herzogtum Spoleto

  • 815: Winigis: Papst Leo III. erkrankt schwer, und die Verschwörer von 799 versuchen erneut, ihn zu stürzen. Winigis wird von König Bernhard von Italien nach Rom geschickt, um den Papst zu schützen, und lässt dort mehrere Verschwörer festnehmen und hinrichten, wodurch der Aufstand im Keim erstickt wird.
  • Fortsetzung 821
  • 821: Winigis: Winigis gerät mit der Abtei Farfa in Streit um den Besitz einiger Ländereien, die einst einem Adligen namens Paolo gehört haben sollen. Der Text erklärt, dass die Auseinandersetzung am Ende zugunsten der Abtei endet.
  • 822: Winigis: Winigis legt sein weltliches Amt als Herzog von Spoleto nieder und zieht sich ins Kloster zurück. Dort stirbt er kurze Zeit später an Krankheit; der Text nennt außerdem seinen Nachfolger Suppo I.
  • zuletzt 803

Herzogtum Benevent

  • 812: Grimoald IV. wird gezwungen, 25.000 Solidi als Tribut an Karl den Großen zu zahlen.
  • Fortsetzung 814
  • 814:Grimoald IV. verspricht Ludwig dem Frommen einen jährlichen Tribut von 7.000 Solidi. Dieses Versprechen wird jedoch nicht eingehalten.
  • 817:Grimoald IV. wird von Adligen ermordet, die um seinen Thron konkurrieren. Herzog Sico (817 – 832/4)
  • Zuletzt 806

SPANIEN

Asturien

  • 816: Alfons: Im Jahr 816 kämpft Alfons am Fluss Orón; das Gefecht endet unentschieden.
  • Fortsetzung 825
  • 825: Alfons: Im Jahr 825 siegt Alfons bei Anceo gegen die Mauren.
  • 830: Alfons: Um 830 wird in Compostela der Fund der Grabstätte des Apostels Santiago überliefert. Dieser Vorgang macht den Ort zu einem wichtigen Zentrum der Wallfahrt.
  • 842: Alfons: Alfons stirbt 842. Nach seinem Tod wird sein Leichnam im Pantheon der Könige der Kirche Nuestra Señora del Rey Casto in Oviedo beigesetzt. König Ramiro I. (842–850)
  • zuletzt 808

KIRCHENSTAAT

  • 813: Im Jahr 813 ist Leo III. bei der Kaiserkrönung Ludwigs des Frommen in Aachen nicht anwesend. Der Text verbindet dies mit seiner Haltung, die Macht der fränkischen Kaiser über Rom nicht uneingeschränkt anzuerkennen.
  • Fortsetzung 814
  • 814: Nach dem Tod Karls des Großen im Jahr 814 wird die antipäpstliche Gruppe der verbannten Pascale und Campolo erneut aktiv und plant einen weiteren Anschlag gegen den Papst. Die Verantwortlichen werden jedoch entdeckt und sofort abgeurteilt und hingerichtet. Ludwig schickt den König von Italien, Bernardo, nach Rom, um die Lage zu untersuchen; Bernardo beendet die Angelegenheit, indem er weitere Unruhen unterdrückt. Danach wird die Situation dem Herzog Guinigisio I. von Spoleto anvertraut, der mit seinen Truppen in der Stadt Stellung bezieht und neue Todesurteile vollstreckt.
  • 816: Am 12. Juni 816 stirbt Leo III. Sein Todestag ist zugleich sein liturgischer Gedenktag. Der Text nennt außerdem, dass er nach mehr als 20 Jahren Pontifikat stirbt und zunächst in seinem eigenen Monument bestattet wird. Papst Stephan IV. (816–817)
  • zuletzt 810

REPUBLIK VENEDIG

  • Doge Obelerio Antenoreo (804–810)
    Obelerius sucht vergeblich fränkische Unterstützung und wird von den Franken an Byzanz ausgeliefert, als Gefangener nach Konstantinopel geschickt, während sein Bruder Beatus nach Zara gebracht wird. Obelerius und seine Brüder werden gestürzt.
  • Doge Agnello Particiaco (810–827)
    Ende 810 oder Anfang 811 wählt die Volksversammlung auf Initiative des byzantinischen Flottenkommandanten Arsaphios Agnello zum Dogen. Noch im Zusammenhang mit diesen Ereignissen beginnt der konfliktreiche Prozess der Loslösung Venedigs vom Byzantinischen Reich. Ende 810 oder Anfang 811 verlegt Agnello seinen Amtssitz von Metamaucum nach Rialto, wo seine Nachfolger fortan bis 1797 residieren. Die Residenz entsteht als Kastell, womit der erste Dogenpalast entsteht. Zu seiner Kontrolle werden zwei Tribunen eingesetzt, die seine Rechtsprechung überwachen. Damit setzt sich die pro‑byzantinische Partei durch. Von 810 bis 827 ist Agnello nach venezianischer Tradition der 10. Doge von Venedig und damit der erste Doge eines sich von Ostrom-Byzanz emanzipierenden Venedig. In dieser Zeit verstärkt sich der konfliktreiche Prozess der Loslösung Venedigs vom Byzantinischen Reich, das ab 820/821 durch einen mehrjährigen Bürgerkrieg geschwächt wird. Zeichen dieser Neuorientierung ist die Prägung venezianischer Münzen mit dem Bildnis Ludwigs des Frommen. Während seiner Regierung beginnt er mit dem Wiederaufbau von Siedlungen wie Torcello, Burano oder Heracleia, die während des Krieges mit den Franken unter Pippin zerstört und verlassen worden sind. Er fördert die Neubesiedlung der Lagunenorte. Weitere städtebauliche Maßnahmen führt er ein, indem er einen Seitenarm des Brenta, den Fluss Prealto, so regulieren lässt, dass er die Inselgruppe in zwei Gruppen teilt und damit den Canal Grande entstehen lässt. Er lässt Inseln durch Brücken verbinden und erleichtert so Handel und Kommunikation. In seiner Zeit werden in Venedig bedeutende Kirchenbauten errichtet und überaus wichtige Reliquien erworben, was die Stadt zu einem der bedeutendsten spirituellen Orte erhebt und den Machtanspruch der Stadt im neuen politischen Zentrum Rialto manifestiert. Von 810 bis zur Verfassungsreform von 1172 stellt die Familie Particiaco zusammen mit den Familien Candiano und Orseolo die meisten Dogen Venedigs. In der Frühzeit Venedigs gehört die Familie Particiaco zu den tribunizischen Familien, ist reiche Grundbesitzerfamilie und hält hohe politische oder militärische Ämter im Osten Venetiens. Es gelingt ihr, das Amt eines Tribunen erblich zu machen. Sie stammt aus Heracleia und besitzt Landgüter, Wälder, Weinberge und Wassermühlen in der formal weiterhin zu Byzanz gehörenden Provinz. Sie unterhält ein ausgedehntes Netz von Handelsstützpunkten. In den ältesten Quellen erscheint der Doge in lateinischer Form als Agnellus. Die moderne Forschung nimmt Agnello als ursprünglichen Namen an, während Angelo einer späteren historiographischen Tradition entspringt. In den zeitlich nächsten Quellen, dem Privileg für San Servolo von 819, dem Testament seines Sohnes Iustinianus von 829 und der Istoria Veneticorum des Johannes Diaconus um 1000, erscheint er mit dem Namen Agnello. In einer Fälschung des 12. Jahrhunderts, die dem Jahr 1023 zugeordnet wird, taucht erstmals die Namensvariante Angelus auf. Der Familienname Particiaco erscheint in der Istoria Veneticorum erstmals und wird dort nur dem Dogen Orso II. beigelegt. Später weist die Geschichtsschreibung diesen Familiennamen der gesamten Familie und rückwirkend Agnello zu. Erst die Tradition des 19. und 20. Jahrhunderts bildet die Namensvariante Partecipazio und weitere Varianten wie Participiato.
  • 812: Agnello Particiaco: Im Jahr 812 legt der Friedensvertrag von Aachen zwischen Byzanz und dem Frankenreich die Grenzen Venedigs fest. Benachbarte Gebiete werden als privilegierte Absatzmärkte für den Handel Venedigs bestimmt. Venedig bleibt pro forma weiter von Byzanz abhängig und gehört zum Exarchat von Ravenna, de facto ist mit dem Vertrag der Prozess der Loslösung eingeleitet. In dieser Zeit erhält Venedig von Kaiser Leo V. bedeutende Reliquien, unter anderem die des Zacharias. Für diese Reliquien entsteht die Kirche San Zaccaria, eine der ältesten Kirchen Venedigs.
  • Fortsetzung 814
  • 814: Agnello Particiaco: Um 814 versucht Agnello, eine Dynastie zu etablieren. Zu diesem Zweck entsendet er seinen Sohn Iustinianus an den Hof Kaiser Leos V., der ihm den Titel eines Ipato, eines Konsuls, verleiht. Kaiser Leo V. erhebt jedoch Iustinianus’ Bruder Iohannes zum Mitherrscher seines Vaters. Gegen diese Zurücksetzung wehrt sich der ältere Iustinianus. Er weigert sich, im Dogenpalast zu residieren, und lässt sich stattdessen auf San Servolo nieder. Schließlich lenkt der Vater ein und erhebt Iustinianus zum Mitdogen. Iohannes wird ins Exil nach Zara an der dalmatinischen Küste geschickt. Nun gelangen Iustinianus und sein Sohn Agnello auf den Dogenstuhl.
  • 819: Agnello Particiaco: Im Jahr 819 statten der Doge Agnello und sein ältester Sohn Iustinianus die Mönche des Benediktinerklosters auf San Servolo mit der Familienkapelle von S. Ilario auf dem Festland aus. Diese Kapelle befindet sich nahe am Brenta. Hintergrund ist die Umsiedlung der Gemeinde von der Laguneninsel aufs Festland, weil der ansteigende Meeresspiegel die Insel bedroht. Im gleichen Jahr belegt die erste Erwähnung einer Mühle in Venedig den Besitz einer entsprechenden Mühle der Familie.
  • 820: Agnello Particiaco: Im Jahr 820 beginnt im Byzantinischen Reich ein mehrjähriger Bürgerkrieg, der das Reich schwächt. Im selben Jahr entsendet Agnello seinen Enkel Agnello nach Konstantinopel, als dort Michael II. den Thron besteigt. Der junge Agnello stirbt während seines Aufenthalts in Konstantinopel. Ab 820/821 verstärkt sich der Prozess der Loslösung Venedigs vom Byzantinischen Reich, das nun durch den Bürgerkrieg geschwächt ist.
  • 821: Agnello Particiaco: Um 821 entfernt Agnello den Patriarchen von Grado Fortunatus II., der als Frankenfreund gilt. Das nun vakante Amt übernimmt der Abt von San Servolo als Johannes V. Zwischen 821 und 827 bleibt Johannes V. Patriarch von Grado. In dieser Phase setzt sich die auf Agnello und seine Söhne zurückgehende dynastische Entwicklung fort.
  • 827: Agnello Particiaco: Um 827 stirbt Agnello. Er wird in S. Ilario bei Fusina beigesetzt. Im gleichen Jahr beginnt die Invasion der muslimischen Aghlabiden auf Sizilien. Nach seinem Tod bleibt Iustinianus als einziger amtierender Doge. Doge Giustiniano Particiaco (827–829)
  • 829: Obelerio Antenoreo Der ehemalige Doge Obelerius kehrt aus dem Exil zurück, landet bei Metamaucum und sammelt seine Anhänger. Die Truppen aus Metamaucum desertieren, woraufhin der regierende Doge Metamaucum zerstört. Obelerius wird hingerichtet, sein Haupt zur Abschreckung bei Mestre aufgestellt.
  • zuletzt 810

WESTSLAWEN

Obodriten

  • 811: Im Jahr 811 versucht Slavomir mit Hilfe der Franken und Sachsen, seine Herrschaft über die Stämme der Linonen und der Bethenici wiederherzustellen, die sich kurz nach Thrascos Tod von der Abhängigkeit von den Abodriten lösen und sich seiner Oberhoheit entziehen. Er führt gemeinsam mit fränkischen und sächsischen Kräften einen Zug gegen diese Stämme, um ihre frühere Unterordnung unter die Abodriten zurückzugewinnen, zeigt damit seinen Anspruch auf eine übergeordnete Stellung innerhalb der Region und demonstriert zugleich seine enge Anbindung an die militärische Unterstützung des Frankenreiches.
  • Fortsetzung 815
  • 815: Im Jahr 815 unterstützt Slavomir Kaiser Ludwig den Frommen bei einem fränkischen Eingreifen in Dänemark, indem er mit einem sächsisch‑abodritischen Heer an einem Feldzug teilnimmt, der unter dem Befehl des Missus Baldric von Friaul steht und das Ziel verfolgt, Harald Klak wieder auf den dänischen Thron zu bringen. Das sächsisch‑abodritische Heer verwüstet bei diesem Unternehmen das zentrale Dänemark, der Versuch, Harald Klak wieder einzusetzen, bleibt jedoch erfolglos, sodass das Heer sich anschließend nach Sachsen zurückzieht und Slavomir damit zwar seine Loyalität gegenüber dem Kaiser demonstriert, aber keinen dauerhaften Erfolg in Dänemark erzielt. Im selben Zeitraum, im Juli 815, befindet sich zudem eine abodritische Gesandtschaft am kaiserlichen Hof, wodurch Ludwig der Fromme die Position von Cedragus, dem Sohn Thrascos, und der ihn unterstützenden Adligen kennenlernt, und diese Kontakte bereiten eine spätere kaiserliche Entscheidung über die Machtverteilung im abodritischen Reich vor.
  • 817: Im Jahr 817 fordert Ludwig der Fromme von Slavomir, dass er die Macht über die Abodriten mit Cedragus, dem Sohn Thrascos, teilen soll, wobei es möglich ist, dass der Kaiser mit dieser Teilung die abodritische Herrschergewalt bewusst schwächen will oder den Bitten von Cedragus und den ihn stützenden Großen nachkommt, deren Haltung er bereits 815 durch die Gesandtschaft kennengelernt hat. Slavomir reagiert auf diesen Druck, indem er zwar schwört, nie wieder die Elbe zu überschreiten, jedoch zugleich den kaiserlichen Anordnungen die Gefolgschaft verweigert und in offenen Gegensatz zur fränkischen Einflussnahme tritt, sodass sich im selben Jahr ein offener Widerstand der Abodriten gegen die fränkische Oberhoheit entfaltet. Parallel dazu sendet Slavomir eine Gesandtschaft zu den Söhnen des dänischen Königs Gudfred, schließt mit ihnen ein militärisches Bündnis und vereinbart einen gemeinsamen Angriffsplan auf kaiserliche Gebiete, der vorsieht, die eroberten von Nordalbingiern bewohnten Ländereien zwischen Dänen und Abodriten aufzuteilen, während die Söhne Gudfreds eine Flotte die Elbe hinaufführen und die abodritischen und dänischen Landstreitkräfte die angrenzenden Provinzen plündern, ohne jedoch über eine erfolglose Belagerung der Grenzfestung Itzehoe hinauszukommen.
  • 819: Im Jahr 819 reagiert Ludwig der Fromme auf Slavomirs Bündnis mit den Dänen und seinen Widerstand, indem er ein sächsisch‑fränkisches Strafheer unter dem Kommando seiner Gesandten über die Elbe gegen Slavomir führt, das den abodritischen Herrscher besiegt. Slavomir wird von den kaiserlichen Truppen nach Aachen gebracht, wo sich nicht nur die Franken, sondern auch einflussreiche abodritische Adlige gegen ihn stellen und ihm nicht näher benannte „zahlreiche Verbrechen“ vorwerfen, woraufhin er verbannt wird und Ludwig der Fromme den abodritischen Thron an Cedragus übergibt, sodass Slavomir seine Herrschaft verliert und ins Exil geht. Fürst Czedróg (819-826)
  • 821: Im Jahr 821 bleibt Slavomir zunächst noch im Exil, doch in diesem Jahr verliert Ludwig der Fromme das Vertrauen in Cedragus und bestimmt Slavomir erneut zum Fürsten der Abodriten, wodurch er ihm die Rückkehr in sein Herrschaftsgebiet gestattet und ihn wieder einsetzt. Auf der Rückreise erkrankt Slavomir jedoch schwer, er hat zuvor bereits die Taufe empfangen, und er stirbt schließlich in Sachsen, sodass seine Wiedereinsetzung als Fürst nur kurz vor seinem Tod erfolgt und sein Leben als abodritischer Herrscher mit seinem Tod im Exilgebiet endet.
  • zuletzt 809

SÜDSLAWEN

Pannonien

  • Fürst Ljudevit (810-823)
    Ab 810 herrscht Ljudevit als Herzog der Slawen in Unterpannonien, wobei seine Residenz in Sisak liegt, das in seinem Herrschaftsgebiet den politischen und militärischen Mittelpunkt bildet, von dem aus er als Anführer der pannonischen Slawen die Herrschaft der Franken über seine Lande zurückzudrängen versucht und seine Stellung als eigenständiger, gegen das Frankenreich gerichteter Fürst aufbaut.
  • Fortsetzung 818
  • 818: Im Jahr 818 sendet Ljudevit Gesandte zu Kaiser Ludwig nach Heristal, damit sie dem Kaiser die von Markgraf Kadolah von Friaul und dessen Männern in Pannonien verübten Gräuel schildern, insbesondere die von diesen fränkischen Grenztruppen ausgeübten Gewalttaten gegen die Bevölkerung, doch Ludwig lehnt einen Frieden ab und verweigert Ljudevit jede Entlastung von der fränkischen Herrschaft.
  • Fortsetzung 819
  • 819: Im Jahr 819 erhebt sich Ljudevit nach schwerwiegenden Anschuldigungen durch den fränkischen Hof gegen seine fränkischen Oberherren, sodass Kaiser Ludwig der Fromme Markgraf Kadolah mit einem Heer aussendet, um den Aufstand niederzuschlagen, woraufhin die fränkischen Grenztruppen Ljudevits Land verwüsten und die Bevölkerung, besonders die Kinder, misshandeln. Während die pannonischen Slawen unter Ljudevit ihre Kräfte sammeln, ziehen die von Kadolah geführten Franken im gleichen Jahr erneut gegen ihn, werden jedoch geschlagen, sodass Kadolah sich nach Friaul zurückzieht, wo er bald darauf an einer Krankheit stirbt. Im Juli 819 legen Ljudevits Gesandte auf der Synode von Ingelheim einen Waffenstillstandsvorschlag vor, den Kaiser Ludwig aber zurückweist, da er weitergehende Zugeständnisse fordert, sodass Ljudevit beginnt, gezielt Verbündete für seinen Kampf zu suchen. Zunächst zählt dazu sein bisheriger Verbündeter Borna, der als Dux Dalmatiae et Liburniae den Stamm der Guduscani führt, doch nachdem der fränkische Herrscher Borna in Aussicht stellt, ihn zum princeps Pannoniae zu machen, falls er bei der Niederschlagung von Ljudevits Aufstand hilft, wendet Borna sich gegen Ljudevit, der seinerseits Unterstützung bei den slawischen Gruppen in Karantanien und Krain findet, die als Nachbarn der Mark Friaul in ähnlicher Weise bedroht sind wie die Pannonier, und zusätzlich schließen sich ihm die an der Timok lebenden Timočani an, die ihrerseits unter Druck des benachbarten bulgarischen Reiches stehen. Im Herbst 819 zieht ein fränkisches Heer unter dem neuen Markgrafen von Friaul, Herzog Baldric, gegen Ljudevit, der gerade entlang der Drau weitere karantanische Truppen aushebt, doch dank seiner zahlenmäßigen Überlegenheit drängt das fränkische Heer Ljudevit und seine Männer aus Krain über die Drau zurück, sodass Ljudevit sich in das zentrale Kerngebiet seines Herrschaftsbereiches zurückziehen muss, während Baldric auf eine Verfolgung verzichtet, um zunächst die Karantanen zu befrieden. Gleichzeitig zieht Borna mit seinem Schwiegervater Dragomuž und deren Truppen von Südwesten her heran, und in der Schlacht an der Kupa wechseln Bornas eigene Guduscani im entscheidenden Moment die Seite und schließen sich Ljudevit an, während Dragomuž fällt und Borna nur mit Hilfe seiner Leibwache vom Schlachtfeld entkommt. Ljudevit nutzt diesen Erfolg und bricht im Dezember 819 nach Dalmatien ein, wo er plündernd vorrückt, doch da Borna militärisch geschwächt ist, wehren die Dalmatiner den Angriff durch eine zurückhaltende, auf List und Zermürbung setzende Kriegsführung ab, indem sie die pannonischen Truppen ausbluten lassen, bis der harte Winter in den Hügellandschaften Ljudevit zum Rückzug zwingt, wobei Borna dem Kaiser berichtet, Ljudevit habe dabei etwa 3 000 Soldaten, über 300 Pferde und große Mengen an Vorräten eingebüßt.
  • 820: Im Januar 820 schließt Borna in Aachen ein Bündnis mit dem fränkischen Kaiser, in dessen Rahmen ein gemeinsamer Plan entsteht, Ljudevits Herrschaft durch einen Angriff aus drei Richtungen zu zerschlagen. Sobald der Winter weicht, sammeln sich gewaltige fränkische Heere in Italien, Ostfranken, Bayern, Sachsen und Alemannien, um im Frühjahr gleichzeitig in Ljudevits Gebiete einzufallen, wobei die nördliche fränkische Heeresgruppe von Bayern über Pannonien an die Drau vorrückt, wo Ljudevits Truppen diesen Vorstoß am Fluss erfolgreich aufhalten. Zur gleichen Zeit setzt sich die südliche Heeresgruppe über die Norischen Alpen in Marsch und folgt der Straße von Aquileia nach Emona, wird aber noch vor dem Alpenübergang von Ljudevit gestoppt, sodass beide Seiten an dieser Linie verharren. Die zentrale Heeresgruppe zieht von Tirol nach Krain, und Ljudevit versucht dreimal, ihren Vormarsch aufzuhalten, scheitert jedoch jedes Mal, da die Franken ihre zahlenmäßige Überlegenheit ausspielen und schließlich die Drau erreichen, was Ljudevit erneut zwingt, sich in das Herz seines Gebietes zurückzuziehen. Nachdem die Franken auf diese Weise die Wege für die nördlichen und südlichen Heere geöffnet haben, beginnen sie eine umfassende Invasion, worauf Ljudevit erkennt, dass offener Widerstand aussichtslos ist, und sich daher in eine von ihm errichtete, stark befestigte Burg auf einem Hügel zurückzieht, während seine Untertanen Zuflucht in den umliegenden Wäldern und Sümpfen suchen und er jede Verhandlung mit den Franken verweigert, bis diese sich letztlich aus seinen Ländern zurückziehen, geschwächt durch Krankheiten, die besonders das nördliche Heer in den Sümpfen der Drau erfasst haben.
  • 821: Im Jahr 821 verlieren die Slawen aus Karantanien ihre innere Autonomie und müssen den friaulischen Markgrafen Balderich als ihren neuen Herrn anerkennen, während ein Teil von ihnen Ljudevit weiterhin die Treue hält, sodass seine Anhängerschaft trotz fränkischen Drucks nicht völlig zerbricht. In diesem Jahr stirbt auch Fürst Borna, dessen Herrschaftsgebiet Dalmatien und Liburnien umfasst, und Ljudevits Neffe Vladislav folgt ihm als Herrscher nach, wobei Kaiser Ludwig ihn im Februar 821 auf der Synode von Aachen ausdrücklich als princeps Dalmatiae et Liburniae anerkennt. Auf dieser Versammlung berät der Kaiser abermals über die Kriegführung gegen Ljudevit, und die Franken beschließen, den dreifachen Vormarsch zu wiederholen und erneut von drei Seiten gegen ihn vorzugehen, während Ljudevit, der inzwischen erkennt, dass offene Feldschlachten gegen die fränkische Übermacht keine Aussicht auf Erfolg bieten, mit dem Bau umfangreicher Befestigungsanlagen beginnt und dabei Unterstützung vom venezianischen Patriarchen Fortunat erhält, der ihm Baumeister und Maurer aus Italien schickt.
  • 822: Im Jahr 822 kommt es zu der letzten großen fränkischen Invasion, während der der Patriarch von Grado, Fortunat, der Ljudevit unterstützt, nach Zadar flieht und dort unter byzantinischem Schutz ins Exil geht. Nach dem letzten fränkischen Angriff verlässt Ljudevit nach dem Bericht Einhards die Stadt Sisak und flieht zu den Serben, die nach dieser Quelle einen großen Teil Dalmatiens beherrschen, wobei er in der zeitgenössischen Vita Hludovici ohne die dortige Beschreibung der Serben erscheint und später den serbischen Župan, der ihn aufgenommen hat, tötet, um vorübergehend selbst die Herrschaft in dessen Župa zu übernehmen. Die in den Hauptquellen erwähnten Serben und Ljudevits Flucht dorthin werden seit dem 19. Jahrhundert von Historikern diskutiert, wobei Tadija Smičiklas keine genaue Lokalisierung wagt, Vjekoslav Klaić das Gebiet jenseits von Save und Bosna ansiedelt, Ferdo Šišić den Ausdruck ad Sorabos südöstlich von Save und Vrbas nahe bei den dalmatinischen Kroaten verortet und Vladimir Ćorović zwar die Flucht erwähnt, aber nicht weiter ausführt, während die 1953 erschienene „Geschichte der Völker Jugoslawiens“ zusätzliche, offenbar erfundene Einzelheiten einführt. Anto Babić setzt sich mit dem ursprünglichen Text und der Frage auseinander, ob sich die Wendung auf eine einzelne Burg oder ein größeres Gebiet bezieht, Svetislav M. Prvanović versucht, Ljudevit und die Guduscani mit der römischen Stadt Guduscum im Osten Serbiens in Verbindung zu bringen, stützt sich dabei aber nur auf die Deutung eines Kommas in einem Text von Franjo Rački und weitere Vermutungen, während Sima Ćirković zwar von einem Konsens ausgeht, der den Fluchtort irgendwo in Bosnien sieht, genaueres aber für Spekulation hält, und Relja Novaković die bosnische Deutung als sinnlos bezeichnet und von einer fehlenden Verbindung zu Bosnien ausgeht. Nada Klaić hält das Ziel von Ljudevits Flucht für das mittelalterliche Grafschaftsgebiet Srb an der Una, wohingegen Ivo Goldstein diese Lokalisierung anerkennt, aber vor einer Überinterpretation der wenigen Quellen warnt, während Radoslav Katičić dieser Theorie widerspricht und Tibor Živković ihm darin folgt, indem sie hervorheben, die Quelle spreche von Serben, nicht von dem Ort Srb, und betone deren Herrschaft über einen großen Teil Dalmatiens statt über ein kleines Gebiet um Srb, sodass Živković es für plausibler hält, Ljudevits Fluchtweg von Sisak entlang der Save bis zur Mündung der Vrbas in die Save zu verstehen. John Van Antwerp Fine Jr. weist darauf hin, dass byzantinische Quellen für dieses Gebiet nur spärliche Nachrichten liefern und Serben dort schwer nachzuweisen sind, aber hält es für möglich, dass unter anderen Stämmen auch eine serbische Gruppe oder mehrere kleinere serbische Gruppen existieren, während Živković im Gegensatz dazu in den indirekten Berichten fränkischer Agenten in Sisak und Kroatien eher einen Hinweis auf einen serbischen Herrschaftsanspruch über Teile der römischen Provinz Dalmatia sieht, der mit dem fränkischen Herrschaftsanspruch vergleichbar ist, ohne zwingend eine Besiedlung außerhalb anderweitig bekannter Räume vorauszusetzen, und Neven Budak schließlich betont, dass sich ein genauer Ort innerhalb der ehemaligen römischen Provinz Dalmatia kaum bestimmen lässt, aber am ehesten in Zentral- oder Ostbosnien zu suchen ist.
  • 823: Um 823, bald nach dem Zwischenfall mit den Serben, sendet Ljudevit einen Gesandten an den fränkischen Hof und erklärt, dass er bereit ist, Kaiser Ludwig den Frommen als obersten Herrscher anzuerkennen, bricht diese Annäherung jedoch ab, indem er erneut flieht, diesmal zu Ljudemisl nach Dalmatien, der als Onkel Bornas in dem inzwischen von Vladislav beherrschten Gebiet eine einflussreiche Stellung einnimmt. Ljudemisl empfängt den geflohenen Ljudevit, tötet ihn jedoch schließlich hinterlistig, womit Ljudevits Herrschaft und sein jahrelanger Widerstand gegen die fränkische Oberhoheit ein abruptes Ende finden.
  • zuletzt 810

Kroatien

  • 810: Fürst Borna (810–821)
    Um 810 regiert Borna als Herzog von Kroatien (Dalmatien und Liburnien) und ist Vasall des Fränkischen Reiches. Die Geschichtsschreibung behandelt ihn als Herrscher des Herzogtums Kroatien.
  • Fortsetzung 818
  • 818: Im Jahr 818 wird Borna in den Reichsannalen als „Herzog der Guduscani“ bezeichnet. Er erscheint dort im Zusammenhang mit einem Treffen in Herstal, bei dem der fränkische Kaiser Ludwig der Fromme mit Gesandten der Obotriten, mit Borna als Herzog der Guduscani und mit Gesandten der Timociani zusammenkommt, die sich kürzlich gegen die Bulgaren erhoben und auf die Seite der Franken gewechselt haben, sowie mit Ljudevit, Herzog der Slawen in der Unteren Pannonien und Befehlshaber der Mark Friaul. Die Geschichtsschreibung behandelt die Guduscani überwiegend als einen Stamm in Lika entlang des Flusses Gacka.
  • Fortsetzung 819
  • 819: Im Juli 819 findet eine weitere fränkische Versammlung in Ingelheim statt, und wegen der Rebellion Ljudevits gegen die Franken werden fränkische Truppen aus Italien nach Pannonien entsandt, kehren jedoch ohne Erfolg zurück. Ljudevit sendet Gesandte zu den Franken mit Bedingungen, die der fränkische Kaiser nicht annimmt, setzt die Rebellion fort und schickt Gesandte zu benachbarten Stämmen, um sie zum Anschluss zu bewegen, wobei es ihm gelingt, die Timociani zu gewinnen, die sich zunächst den Franken unterworfen hatten. Ein kleines fränkisches Heer stößt in Karantanien mit Ljudevits Heer zusammen, zerstört einen großen Teil davon und treibt es hinaus. Borna, nun „Herzog von Dalmatien“, trifft mit einem großen Heer auf Ljudevits vorrückendes Heer am Fluss Kupa. Die Guduscani verlassen Borna bei der ersten Begegnung, doch er flieht mit seiner Leibwache unversehrt. Während dieser Schlacht fällt Dragomuž (Dragomosus), Ljudevits Schwiegervater, der sich Borna beim Ausbruch der Rebellion angeschlossen hat. Borna unterwirft die Guduscani erneut, nachdem sie in ihre Heimat zurückgekehrt sind. Im Dezember nutzt Ljudevit die Gelegenheit, Dalmatien mit einem großen Heer anzugreifen und das Land zu verwüsten. Borna greift Ljudevit mit ausgewählten Truppen an, nachdem er so viel wie möglich in seinen Burgen eingelagert hat, da er erkennt, dass er ihm nicht gewachsen ist. Er erschöpft Ljudevit, lässt ihn von hinten und von der Flanke angreifen und zwingt ihn mit schweren Verlusten zum Rückzug aus Bornas Gebiet. Ljudevit verliert 3 000 Soldaten, und Borna bemächtigt sich von mehr als 300 Pferden und Beute aller Art und informiert den fränkischen Kaiser anschließend durch seine Gesandten darüber.
  • 820: Im Januar 820 findet eine weitere fränkische Versammlung in Aachen statt, auf der beschlossen wird, Ljudevits Rebellion mit drei Heeren aus drei Richtungen niederzuschlagen. Borna bringt seine Ansichten zu diesem Feldzug zunächst durch Gesandte und dann persönlich vor. Im Frühling werden die drei Heere entsandt, das erste aus Italien über die Norischen Alpen, das zweite durch Karantanien, das dritte aus Bayern durch Oberpannonien. Das erste und das dritte Heer bewegen sich langsam, das eine durch Feinde behindert, das andere durch den langen Weg, während das zweite die Drau überschreitet, drei feindliche Begegnungen erfolgreich überwindet und sich schnell vorwärts bewegt. Die Heere vereinigen sich und verwüsten das Land und kehren ohne nennenswerte Verluste nach Hause zurück, während Ljudevit in einer bergigen Burg in Sicherheit bleibt. Karniola an der Grenze zu Friaul und die Karantanen, die von den Franken zu Ljudevit übergelaufen sind, unterwerfen sich den Franken.
  • 821: Im Februar 821 findet eine weitere fränkische Versammlung in Aachen statt, auf der ein Krieg gegen Ljudevit geplant wird, bei dem drei Heere die Länder der Verräter verwüsten sollen. Inzwischen stirbt Borna, der nun als „Herzog von Dalmatien und Liburnien“ erwähnt wird, und sein Neffe Vladislav (über seine Schwester) folgt ihm durch den Willen des Volkes und mit Zustimmung des Kaisers nach. Ljudevits Lande werden verwüstet, und die Heere kehren bis Oktober nach Hause zurück.
  • zuletzt 810

ERSTES BULGARISCHES REICH

  • 811: Krum nimmt Rache, indem er dem kaiserlichen Heer und Kaiser Nikephoros I. am 24. Juli 811 in einem Engpass auflauert und in der Schlacht am Warbiza-Pass das byzantinische Heer vernichtet, Nikephoros tötet und seinen Sohn und Nachfolger Staurakios schwer verwundet. Zudem schlägt er dem Kaiser den Kopf ab und lässt aus seinem Schädel einen Trinkbecher fertigen. Am 28. Juli wird Staurakios in Hadrianopel zum Kaiser gekrönt und nach nur einmonatiger Herrschaft vom Patriarchen Nikephoros abgesetzt und in ein Kloster verbannt, wo er fünf Monate später unter schrecklichen Schmerzen verstirbt. Sein Nachfolger wird Michael I. Rangabe.
  • Fortsetzung 813
  • 813: Am 22. Juni kommt es bei der Festung Versinikia zur Schlacht um Adrianopel, die mit einem erneuten bulgarischen Sieg endet. Nach der Schlacht wird das byzantinische Thema Makedonien mit dessen Hauptstadt Adrianopel dem bulgarischen Reich hinzugefügt. Kaiser Michael I. Rangabe flüchtet nach Konstantinopel, wird jedoch von Leo dem Armenier zusammen mit seinem Sohn und Mitkaiser Theophylaktos abgesetzt.
  • 814: Während Krum Konstantinopel belagert, erleidet er am 13. April 814 einen Blutsturz und stirbt in Konstantinopel. Khan Omurtag (814–831)
  • Zuletzt 809

BYZANTINISCHES REICH

  • Kaiser Nikephoros I. (802–811)
    Karl der Große unternimmt eine Offensive, in deren Verlauf Pépin die Region Venedig erobert und Raubzüge gegen Dalmatien führt, während ein Teil der Venezianer sich nach Rialto zurückzieht und von dort aus einen Vorstoß Pépins in die Lagune abwehrt. Zu Beginn des Sommers 810 kehrt Paul mit einer neuen Flotte zurück und erreicht nach dem Tod Pépins am 8. Juli den Rückzug der Franken ohne Kampf. In dieser Situation wählen die Venezianer Angelo Participazio zum neuen Dogen, der die Hauptstadt von Malamocco nach Rialto verlegt. Im selben Jahr kommt es nach zwei byzantinischen Flottenexpeditionen zum Abschluss eines Vertrages zwischen Nikephoros und Karl dem Großen, der die Grenzen der beiden Reiche festlegt: Venedig, Istrien, Dalmatien und Süditalien fallen dem Oströmischen Reich, Rom, Ravenna und die Pentapolis dem Frankenreich zu. Nicéphore erkennt den umstrittenen Kaisertitel Karls an, verweigert ihm jedoch die Bezeichnung „Kaiser der Römer“. Im Herbst 810 trifft eine byzantinische Gesandtschaft in Aachen ein, wobei die Byzantiner in der Frage des Kaisertitels Karls ausweichend bleiben.
  • Patriarch Fortunatus II. (Grado, 2. Amtszeit 809–820)
    Fortunatus übt bis zu diesem Jahr das Amt des Bischofs von Pola aus. König Pippin von Italien erobert mehrere Orte in der Lagune von Venedig. Trotz des Widerstands der Venezianer und des Rücktritts Obelerius’ kehrt Fortunatus nach Grado zurück. Karl erkennt an, dass die Lagune zum östlichen Kaiserreich gehört.
  • Patriarch Nikephoros I. (Konstantinopel, 806–815)
  • Fortsetzung 811
  • 811: Kaiser Nikephoros: Nikephoros I. stirbt am 26. Juli 811 am Warbizapass bei Preslaw. Im Sommer 811 bricht Nikephoros von Markellai aus zu einem Feldzug nach Bulgarien auf, um dem Khan Krum entgegenzutreten, der die nördlichen Grenzen bedroht. Der Feldzug bewegt Krum zu Verhandlungsangeboten, doch in der Schlacht am Warbiza-Pass am 26. Juli gelingt es Krum, Nikephoros und viele seiner Soldaten zu töten. Es wird berichtet, dass Krum aus dem Schädel des Nikephoros einen versilberten Trinkbecher anfertigen lässt. Nach seinem Tod folgt ihm kurzzeitig Staurakios nach, der jedoch wegen schwerer Verwundungen aus der Schlacht von Pliska bald abgesetzt und durch seinen Schwager Michael Rangabes ersetzt wird.
  • Fortsetzung 812
  • 812: Fortunatus: Der Vertrag von Aachen führt möglicherweise zu einer Veränderung der Beziehungen zwischen Franken und Byzantinern im Raum Grado-Istrien.
  • 814: Patriarch Nikephoros: Dezember: Nach erfolglosen theologischen Auseinandersetzungen kommt es zu persönlichen Beleidigungen. Nikephoros reagiert zunächst mit Exkommunikation auf seine Absetzung, wird jedoch unter Kaiser Leo V. dem Armenier gezwungen nachzugeben und in Klöster verbannt.
  • 815: Fortunatus: Ludwig der Fromme erneuert auf Veranlassung von Fortunatus das Recht der istrischen Region, ihre Bischöfe und Beamten selbst zu erheben.
  • 815: Patriarch Nikephoros: Vom Kloster aus führt Nikephoros eine literarische Polemik zugunsten der Ikonodulen gegen die Synode von 815.
  • 819: Fortunatus: Eine Quelle bezeichnet Fortunatus als „Patriarchen der Kirche von Aquileia und von Grado“.
  • 820: Fortunatus: Fortunatus beteiligt sich an einer Verschwörung zum Sturz des Dogen Agnello Particiaco. Das Komplott wird aufgedeckt, und er wird verbannt. Sein Amt übernimmt Johannes V.
  • 820: Patriarch Nikephoros: Beim Herrscherwechsel wird Nikephoros als Kandidat für das Patriarchat vorgeschlagen und erhält zumindest das Versprechen von Duldung.
  • 821: Fortunatus: Der ehemalige Patriarch Fortunatus unterstützt nach fränkischen Quellen eine Rebellion in Pannonia inferior unter Führung Ljudewits. Die Franken beenden den Krieg siegreich.
  • 824: Fortunatus: Der ehemalige Patriarch Fortunatus hält sich bis zu diesem Jahr in Konstantinopel auf und kehrt mit byzantinischen Gesandten an den fränkischen Hof zurück. Im Dezember hält er sich im Kloster Moyenmoutier auf.
  • 825: Fortunatus: Der ehemalige Patriarch Fortunatus stirbt am 12. März 825 (möglicherweise auch erst im Folgejahr), möglicherweise in Rom oder auf dem Weg dorthin, und wird im Kloster Moyenmoutier beigesetzt.
  • 828: Patriarch Nikephoros: Nikephoros stirbt am 5. April im Kloster des Heiligen Theodor (Hagiou Theodorou) und wird als Bekenner verehrt. Patriarch Theodotos I. (Konstantinopel, 815–821)
  • Zuletzt 810

IBERIEN

KACHETIEN

ARABER

(194/195 - 3./4. Oktober)

Abbasiden

  • 811: al-Amīn: Im Januar 811 beginnt al-Amin formell den Bürgerkrieg, indem er Ali ibn Isa ibn Mahan mit einem Heer von 40.000 Mann nach Chorasan entsendet, um al-Ma'mun abzusetzen. Im März 811 schickt al-Amin ein weiteres Heer unter Ali ibn Isa ibn Mahan gegen al-Ma'mun. Dieser wird bei Rayy von Tahir ibn Husain besiegt und getötet. Tahir übernimmt Ahwas, kontrolliert Bahrain und Teile Arabiens, und Basra sowie Kufa erkennen al-Ma'mun an. Tahir rückt auf Bagdad vor und besiegt weitere Truppen al-Amins. In Mekka ruft Dawud ibn Isa zur Anerkennung al-Ma'muns auf und wird von diesem als Statthalter von Mekka und Medina bestätigt.
  • Fortsetzung 812
  • 812: al-Amīn: Tahir erreicht Bagdad, schlägt sein Lager am Anbar-Tor auf und beginnt die Belagerung der Stadt. Es kommt zu schweren Kämpfen an mehreren Orten, und die Lage verschlechtert sich zunehmend für al-Amin.
  • 813: al-Amīn: Während der Belagerung versucht al-Amin zu fliehen, wird jedoch gefasst, gefangen genommen und schließlich hingerichtet. Sein Kopf wird am Anbar-Tor ausgestellt. Tahir berichtet al-Ma'mun über die Ereignisse und den eingetretenen Frieden in Bagdad. Nach al-Amins Tod geht die Herrschaft an al-Ma'mun über, da dieser al-Amins Sohn Musa nicht als Erben anerkennt. Kalif al-Ma'mūn (813–833)
  • 813: Imam der Ismailiten: Ahmad al-Wafi (813–828)
  • 813: Griechisch-orthodoxer Patriarch Eustatios (Alexandria, 813–817)
  • 816: ʿAlī ibn Mūsā ar-Ridā: Im Jahr 816 endet die medinische Phase seines Lebens, als ihn der abbasidische Kalif al-Ma'mūn in seine Residenz nach Merw einlädt, um ihn zu seinem Nachfolger zu bestimmen. Der Imam begibt sich über Basra und Nischapur nach Merw und steht dem Plan, ihn zum Nachfolger des Kalifen zu designieren, skeptisch gegenüber. In Merw bietet al-Ma'mūn ihm zunächst das Kalifat an, doch ʿAlī lehnt ab und stimmt erst später unter der Bedingung zu, sich nicht in Regierungsangelegenheiten einzumischen. Auf dem Weg nach Merw hält er sich eine Zeit lang in Nischapur auf, wo ihn mehrere sunnitische Hadith-Gelehrte besuchen.
  • 817: ʿAlī ibn Mūsā ar-Ridā: Im März 817 erfolgt in Merw die Ausrufung zum Nachfolger des Kalifen. ʿAlī ibn Mūsā wird mit der Tochter al-Ma'mūns, Umm Habib, verheiratet, und sein Sohn Muhammad wird mit al-Ma'mūns Tochter Umm al-Fadl verheiratet. Al-Ma'mūn verleiht ihm den Ehrentitel ar-Ridā, und ʿAlī lebt in Marw in einem Haus direkt neben der Residenz des Kalifen. Die meisten abbasidischen Gouverneure verhalten sich loyal, doch der abbasidische Regent in Basra verweigert die Gefolgschaft und die abbasidischen Prinzen in Bagdad schließen sich einem Aufstand im Irak an. Im selben Jahr bringt al-Ma'mūn ʿAlī nach Chorasan und bestimmt ihn zum Nachfolger; die Quellen schildern, dass ʿAlī die Nominierung nur widerwillig annimmt.
  • 818: ʿAlī ibn Mūsā ar-Ridā: Im Februar 818 wird der Wesir al-Fadl ibn Sahl auf dem Weg nach Bagdad von Offizieren ermordet. Als al-Ma'mūn Tūs erreicht, erkrankt ar-Ridā und stirbt wenige Tage später; sein Tod wird auf das Ende des Monats Safar 203 d.H. beziehungsweise auf September 818 datiert. Er stirbt wahrscheinlich vergiftet, und sein Begräbnis erfolgt in Tus nahe dem Grab seines Vaters Hārūn ar-Raschīd. Später entsteht an seinem Grab ein Schrein, der zu einer der wichtigsten Wallfahrtsstätten der iranischen Schiiten wird. In schiitischen Kreisen gilt ʿAlī ar-Ridā früh als Heiler mit besonderem medizinischem Wissen; ihm werden ein Rezept gegen Hämorrhoiden, das „umfassende Heilmittel“ sowie der Traktat des „goldenen Sendschreibens“ zugeschrieben. Auch spätere Autoren schreiben ihm therapeutische Kräfte zu, etwa die Wiedergabe der Sehkraft oder die Heilung von Hautkrankheiten.
  • 819: Mark II: Mark II stirbt am 17. April 819. Papst und Patriarch Jacob (Alexandria, 819-830)
  • 821: Patriarch Thomas stirbt im Jahr 821 und wird von seinem Anhänger Basilius abgelöst. Er gilt später als Heiliger mit dem Gedenktag 16. Mai. Patriarch Basileios (821–839)
  • 831: Im Jahr 831 stirbt Zubaida, Haruns erste Frau und Mutter des Kalifen al-Amin, die in ihrer Lebenszeit eine bedeutende Rolle im dynastischen Gefüge spielt und sowohl Maradschils Sohn al-Maʾmun adoptiert als auch dem Kalifen Harun Konkubinen und Dienerinnen zuführt. In den Jahren nach Haruns Tod setzen die Kinder und Nachkommen seiner zahlreichen Frauen und Konkubinen die innerdynastischen Verflechtungen fort, indem sie etwa die Söhne al-Hadis heiraten und so die verschiedenen Linien der Abbasidenfamilie eng miteinander verbinden.
  • 843: Patriarch Sergios I. (Jerusalem, 843–850)]
  • Zuletzt 810

Rustamiden

  • 811: Abd al-Wahhab: Im Jahr 811 bricht ein Konflikt zwischen den Ibāditen von Tahert und ihren zénetischen Nachbarn aus, die den Mu'tazilismus in seiner wāṣilitischen Form vertreten, vor allem bei den Houaras und den Louata. Die zénetische Koalition beschränkt Abd al-Wahhabs Macht in der Region Tlemcen und ist besonders in den Bergen aktiv. Im Norden setzt sich der Ibādismus jedoch fest und beherrscht die gesamte Küstenzone nördlich von Tahert sowie den Norden des heutigen Marokko bis nach Ceuta und Tanger. Die Nukkar, die sich in der Umgebung des heutigen Al-Hoceïma zurückgezogen haben, besetzen ein für das Imamat lebenswichtiges Gebiet. Abd al-Wahhab bekämpft sie mit besonderer Härte und versucht, jede Opposition im Westen zu zerschlagen.
  • Fortsetzung 812
  • 812: Abd al-Wahhab: Durch den Vertrag von 812 überlässt Abd al-Wahhab den Aghlabiden die Stadt Tripoli und das Meer und begnügt sich mit dem Hinterland. Er versucht zwar, Tripoli den Aghlabiden zu entreißen, bleibt dabei aber erfolglos. Trotzdem kontrolliert er mit Hilfe ibaditischer Berberstämme den gesamten Süden Ifriqiyas von Zouara bis zum Land Kastilia, dem Jerid.
  • 822: Abd al-Wahhab: Im Jahr 822 werden drei Söhne des Imams Abd al-Wahhab als Gesandte nach Córdoba geschickt, wo sie von Kalif Abd al-Rahman II. herzlich empfangen werden.
  • 823: Abd al-Wahhab: Abd al-Wahhab stirbt vermutlich 823/824. Sein Mandat reicht bis zu seinem Tod im Jahr 208 der Hidschra, und danach folgen die Imame in direkter Linie bis zum Ende des Reiches aufeinander. Imam Aflah ibn Abd al-Wahhab (823–872)
  • zuletzt 789

Idrisiden

  • 818: Idris II.: Im Jahr 818 erlebt Idris II. die Ankunft von zwei Wellen arabischer Flüchtlinge aus al-Andalus. Diese Gruppen lassen sich vor allem in der Hauptstadt Fès nieder. Dadurch beginnt während seiner Herrschaft die Arabisierung Marokkos, und Fès wird überwiegend arabischsprachig. Zugleich fördert Idris II. die Einwanderung arabischer Gruppen nach Nordmarokko.
  • Fortsetzung 824
  • 824: Idris II.: In den Jahren 824 bis 826 erreicht eine weitere Gruppe arabischer Flüchtlinge aus Ifriqiya Fès. Auch diese Ansiedlung verstärkt die arabische Prägung der Stadt. Idris II. wird in dieser Zeit von einer arabischen Leibwache geschützt und hat einen arabischen Minister namens Umair bin Mus'ab.
  • 828: Idris II.: Im Jahr 828 stirbt Idris II. in Fès beziehungsweise in Walila. Nach seinem Tod wird das Idrisidenreich in neun Fürstentümer geteilt, die von seinen Söhnen regiert werden; der älteste Sohn Muhammad ibn Idris herrscht von Fès aus als Emir. Sein Grab befindet sich in der Zawiyya Mulai Idris II in Fès; es wird 1437 unter Abdalhaqq II. wiederentdeckt und entwickelt sich im 15. Jahrhundert zu einem bedeutenden Wallfahrtsort. Emir Muhammad ibn Idris (828 – 836)
  • Zuletzt 803

Aghlabiden

  • 812: Am 5. Juli stirbt Ibrahim ibn al-Aghlab, und sein Sohn Abdallah I folgt ihm als Herrscher nach.
  • Fortsetzung 812
  • zuletzt 809

Emirat von Córdoba

  • 814: al-Hakam: Im Jahr 814 übernehmen andere Gruppen zeitweise in Alexandria die Macht. Der Text nennt dies als Teil der Folge von Vertreibungen und Wanderungen nach den Unruhen in al-Andalus.
  • Fortsetzung 818
  • 818: al-Hakam: Im Jahr 818 unterdrückt al-Hakam I. einen Aufstand in der Vorstadt rabaḍ von Córdoba gegen Steuererhöhungen blutig. Der Text beschreibt, dass viele Gegner der Umayyaden danach nach Marokko zu den Idrisiden fliehen, die die Andalusier in Fès ansiedeln. Im englischen Text wird der Aufstand als von Klerikern im Vorort al-Ribad am südlichen Ufer des Guadalquivir angeführt dargestellt; etwa 300 Notable werden gefangen genommen und gekreuzigt, während der Rest der Bewohner ins Exil geht.
  • 822: al-Hakam: Am 21. Mai 822 stirbt al-Hakam I.. Nach seinem Tod übernimmt sein Sohn Abd ar-Rahman II. die Regierung des Emirats. Der Text nennt zudem, dass al-Hakam I. bis 822 regiert und 26 Jahre an der Macht war. Emir Abd ar-Rahman II. (822–852)
  • zuletzt 806

CHASAREN

UIGURISCHES KAGANAT

  • Kagan Baoyi (808–821)
    Baoyi Qaghan fordert am 24. Juni von Kaiser Xianzong der Tang-Dynastie eine chinesische Prinzessin zur Heirat und entsendet dazu seinen Minister Inanchu Külüg Chigshi. Der Antrag wird abgelehnt, da Xianzong die entstehenden Kosten als Grund nennt. Stattdessen fordert Xianzong manichäische Priester auf, auf Baoyi einzuwirken, damit dieser seine Forderung aufgibt.
  • Fortsetzung 813
  • 813: Baoyi Qaghan nutzt die Situation und besetzt im April 813 Tiquan. Der Ritenminister Li Jiang vermutet, dass Baoyi ein Bündnis mit dem Tibetischen Reich eingehen könnte, um China anzugreifen. Er schlägt vor, den Heiratsantrag anzunehmen, um das Bündnis zwischen Tang und Uiguren zu festigen, doch dieser Vorschlag wird nicht umgesetzt.
  • Fortsetzung 821
  • 821: Baoyi Qaghans Wunsch wird erfüllt, als er Ulu Tarkhan zu Kaiser Muzong entsendet. Dieser verheiratet seine Schwester, Prinzessin Yong’an im Jahr 821 mit Baoyi. Nach der Heirat stirbt Baoyi Qaghan. Ihm folgt sein Sohn Chongde Qaghan nach. Kagan Chongde (821–824)
  • zuletzt 810

INDIEN

Pratihara

  • 813: Die Chatsu-Inschrift seines Guhila-Lehnsmanns Baladitya berichtet, dass Shankaragana Guhila im Auftrag von Vatsraja Bhata, den Gauda-Herrscher, im Kampf besiegt und die Erde zu Füßen seines Herrn darbringt.
  • Fortsetzung 814
  • 814: Die Regierungszeit von Govinda III endet (793–814), der zuvor Nagabhata II besiegt hatte.
  • 825: Der Historiker Shyam Manohar Mishra datiert den Tod Nagabhatas II auf etwa dieses Jahr.
  • 832: Nach jainistischen Berichten stirbt Āma, mit dem Nagabhata II von einigen früheren Historikern identifiziert wird.
  • 833: Nagabhata II stirbt, seine Herrschaft endet, und er wird von Ramabhadra abgelöst. König Ramabhadra (833-836)
  • zuletzt 800

Malla

Chauhan-Dynastie

Östliche Chalukya

Rashtrakuta

  • 813: Eine Inschrift aus dem Jahr 813 CE erklärt, dass Govinda III Lata, also südliches und zentrales Gujarat, erobert und seinen Bruder Indra als Herrscher dieses Gebietes eingesetzt hat. Dadurch wird das Gebiet faktisch zu einem Zweig des Rashtrakuta-Reiches.
  • Fortsetzung 814
  • 814: Govinda III stirbt im Jahr 814. In seiner Regierungszeit werden die Grenzen des Rashtrakuta-Reiches erweitert und seine politische Macht gestärkt. Er ist für Religionstoleranz und die Unterstützung mehrerer Glaubensrichtungen bekannt. In seinen Inschriften erscheinen königliche Titel wie „Prithvivallabha“, „Shrivallabha“, „Vimaladitya“ und „Atishayadhavala“, die im Jain-Kontext gebräuchlich sind und häufig in Jain-Stifter- und Herrscherinschriften vorkommen. Das verweist auf die lange Tradition der Rashtrakutas, sowohl Hinduismus als auch Jainismus zu fördern. Zahlreiche Schenkungen an Jain-Mönche und Jain-Tempel gehen unter ihrer Herrschaft weiter. Während der Herrschaft Govindas III verfassen Jain-Mönche wie Acharya Virasena und Acharya Jinasena mit seiner Unterstützung wichtige Jain-Texte, darunter die berühmte „Dhavala“, einen Kommentar zum „Shatakhandagama“. Auch die Arbeit an der „Jayadhavala“ beginnt unter ihnen und wird später von ihren Schülern vollendet. Govinda III erhält auch die Unterwerfung des Königs von Ceylon ohne Kampf; dieser soll ihm zwei Statuen gesandt haben, eine von sich selbst und eine seines Ministers, als Zeichen der Unterwerfung. Der Nasari-Bericht sagt außerdem, dass nun alle Königreiche des Tamilenlandes, also die Cholas, Pandyas und Keralas, ihren Tribut an Govinda III entrichten. Das Rashtrakuta-Reich erreicht nie zuvor ein solches Maß an militärischem Erfolg und glanzvoller Höhe. Sein Bruder Indra gründet in dieser Zeit den Gujarat- oder Lata-Zweig. Auf Govinda III folgt sein Sohn Amoghavarsha I. König Amoghavarsha (814-878)
  • zuletzt 804

Westliche Ganga-Dynastie

  • 816: Im Jahr 816 stirbt Shivamara II. im Kampf gegen die Rashtrakuta. Damit endet seine Herrschaft über die Westliche-Ganga-Dynastie. Über seine Nachfolger sind keine Wikipediaartikel vorhanden, erst im Jahr 938 folgt ein König, über den Informationen vorhanden sind.
  • Fortsetzung 938
  • 938: König Butuga II. (938-961)
  • zuletzt 788

Pallava

  • 818: Zwischen dem 21. und dem 49. Regierungsjahr Dantivarmans liegen keine Inschriften vor; dies entspricht ungefähr den Jahren 818 bis 845 n. Chr. Während dieses Zeitraums ist Dantivarman aus seinem Herrschaftsgebiet vertrieben, flieht und sucht Zuflucht im Kadamba-Reich, mit dem er durch Heirat verwandt ist.
  • Fortsetzung 845
  • 845: Im 49. Regierungsjahr Dantivarmans endet das durch die Telugu-Chola verursachte Interregnum. Dantivarman wird dabei von seinem Kronprinzen Nandivarman III. unterstützt, der durch die Kadamba-Prinzessin Aggalanimmadi geboren ist, und er gewinnt sein verlorenes Gebiet zurück. Die südlichen Regionen des Pallava-Reiches bleiben jedoch weiterhin unter pandyanischer Kontrolle.
  • 846: Dantivarman herrscht insgesamt 51 Jahre lang über das Pallava-Reich und regiert bis 846 n. Chr.. König Nandivarman III. (846–869)
  • Fortsetzung 796
  • Zuletzt 803

Anuradhapura

TIBET

  • 815: Sadnalegs stirbt wahrscheinlich 815; er hat fünf Söhne, von denen der erste Mönch wird und die letzten beiden in der Kindheit sterben, während Langdarma übergangen wird und die königliche Macht an Ralpacan übergeht.
  • Fortsetzung 815
  • Zuletzt 805

KHMER

Chenla

  • Zuletzt 716

CHAMPA

  • Zuletzt 686

CHINA

(58. (59.) Zyklus - Jahr des Metall-Tigers; am Beginn des Jahres Erde-Büffel)

Tang-Dynastie

  • 811: Auf Vorschlag von Li Jifu lässt Kaiser Xianzong die Regierungsstruktur überprüfen und reformieren. Gleichzeitig wird Li Jiang zum Kanzler ernannt, um ein Gegengewicht zu Li Jifu zu schaffen.
  • Fortsetzung 812
  • 812: Li Ning stirbt. Im Herbst wird Li You, Sohn von Konsortin Guo, zum Kronprinzen ernannt und in Li Heng umbenannt. Nach dem Tod von Tian Ji’an kommt es zu einer Meuterei, die Tian Xing an die Macht bringt. Dieser unterstellt sich dem Kaiser, wird als Militärgouverneur eingesetzt und in Tian Hongzheng umbenannt.
  • 814: Wu Shaoyang stirbt, und sein Sohn Wu Yuanji wird nicht anerkannt, woraufhin dieser militärisch gegen Nachbarregionen vorgeht. Kaiser Xianzong startet eine Kampagne gegen ihn. Li Shidao unterstützt Wu indirekt und lässt Attentate durchführen. Im Sommer wird der Kanzler Wu Yuanheng ermordet und Pei Du verletzt. Daraufhin beginnt auch ein Feldzug gegen Wang Chengzong.
  • 817: Kaiser Xianzong beendet den Feldzug gegen Chengde, um sich auf Zhangyi zu konzentrieren. Li Su erobert überraschend die Hauptstadt von Zhangyi und nimmt Wu Yuanji gefangen, der anschließend hingerichtet wird.
  • 818: Wang Chengzong bietet Teile seines Gebiets an und unterwirft sich, was der Kaiser akzeptiert. Li Shidao verspricht ebenfalls Gebietsabtretungen, hält dies jedoch nicht ein, woraufhin ein Feldzug gegen ihn beginnt.
  • 819: Kaiser Xianzong zeigt zunehmend luxuriöses Verhalten und bevorzugt bestimmte Beamte, während andere entlassen werden. Im Frühjahr lässt er eine angebliche Reliquie Buddhas feierlich in den Palast bringen; Han Yu kritisiert dies und wird verbannt. Ebenfalls im Frühjahr wird Li Shidao durch seinen eigenen Offizier Liu Wu gestürzt und getötet. Das Gebiet wird neu aufgeteilt und unter kaiserliche Kontrolle gebracht.
  • 820: Kaiser Xianzong stirbt im Frühjahr plötzlich, vermutlich infolge von Alchemie-Medikamenten oder durch Ermordung durch den Eunuchen Chen Hongzhi. Nach Machtkämpfen unter den Eunuchen wird Li Heng als Kaiser Muzong eingesetzt.
  • 821: Kaiser Tang Muzong (821–824)
  • Zuletzt 810

KOREA

Silla

  • König Heondeok (809-826)
    Heondeok lässt die Bewässerungsanlagen des Landes instand setzen. Außerdem entsendet er seinen Sohn Kim Hŏnjang nach Tang und lässt goldene und silberne buddhistische Bildnisse überbringen, um für den ewigen Frieden des Kaisers zu beten.
  • Fortsetzung 822
  • 822: Während Heondeoks späterer Herrschaft kommt es zum Aufstand von Kim Hŏnch'ang.
  • Fortsetzung 823
  • 823: Im folgenden Jahr kommt es zum Aufstand des Sohnes von Kim Hŏnch'ang. Beide Aufstände werden niedergeschlagen.
  • 824: Beunruhigt durch Bedrohungen aus dem Norden lässt der König eine 300 Ri lange Mauer nahe dem Taedong-Fluss errichten, der zu dieser Zeit die nördliche Grenze des Landes bildet.
  • 826: König Heungdeok (826-836)
  • Zuletzt 810

Balhae

JAPAN

  • Tennõ Saga (809–823)
    810 kommt es zum „Kusuko-Zwischenfall“, in dem der abgedankte Kaiser Heizei versucht, den Thron zurückzugewinnen. In der Folge wird Prinz Takaoka abgesetzt, und sein Halbbruder Prinz Ōtomo (später Kaiser Junna) wird zum Kronprinzen ernannt, während der abgedankte Kaiser Heizei weiterhin den Titel und die Ehren eines Großkaisers erhält. Nach diesem Ereignis richtet Kaiser Saga die Kebiishi ein, eine Polizeitruppe zur Aufrechterhaltung der Ordnung und zur Durchführung von Gerichtsverfahren in der Hauptstadt. Er schafft das Kurōdo-dokoro (Kämmereramt), um sicherzustellen, dass männliche Beamte mit dem Kaiser zusammenarbeiten, um Unruhen durch weibliche Hofbeamte zu verhindern, und ernennt Kose no Notari und Fujiwara no Fuyutsugu zu Kurōdo-gashira (Leiter des Kämmereramts).
  • Kōnin (Japan)
    810–824 (Äraname Kōnin) Die Ära Kōnin dauert von 810 bis 824 und bezeichnet einen Teil der Jahre von Sagas Herrschaft. Während dieser Zeit gehört unter den kugyō unter anderem Fujiwara no Uchimaro als Udaijin von 806 bis 812, Fujiwara no Sonohito als Udaijin von 812 bis 818 und Fujiwara no Fuyutsugu als Udaijin von 821 bis 825.
  • Heizei Im Namen des ehemaligen Tennõs Heizeis organisieren seine dritte Ehefrau Fujiwara no Kusuko und ihr Bruder Nakanari einen Aufstandsversuch. Ihre Kräfte werden besiegt. Kusuko stirbt durch Gift, ihr Bruder wird hingerichtet. Heizei nimmt die Tonsur und wird buddhistischer Mönch.
  • Fortsetzung 812
  • 812: 812 überträgt Kaiser Saga die Regierungsgeschäfte an Beamte, vor allem an Fujiwara no Sonohito, der Minister der Rechten wird, und widmet sich kulturellen Angelegenheiten wie der Abhaltung von Dichterbanketten.
  • Fortsetzung 814
  • 814: Im Mai 814 beginnt er, um finanzielle Belastungen zu vermeiden, mit der „dynastischen Ausdünnung“, indem er vielen seiner Kinder den Familiennamen „Minamoto“ verleiht, beginnend mit seinem siebten Sohn Minamoto no Makoto, und sie in den Stand von Gemeinen versetzt. Einer dieser herabgesetzten Prinzen ist Minamoto no Tōru, der als Inspiration für die Hauptfigur des Romans „Die Geschichte vom Prinzen Genji“ gilt.
  • 816: Im April des sechsten Jahres der Kōnin‑Ära 815 besucht er auf einer kaiserlichen Reise den Landkreis Shiga in der Provinz Ōmi, hält seine Sänfte am Tempel Bonshaku‑ji an und trinkt dort Tee, den der aus der Tang‑Dynastie zurückgekehrte Mönch Eichū zubereitet. Im Jahr 815 setzt er seine Halbschwester Prinzessin Takatsu ab, die seine Gemahlin ist, und ernennt im selben Monat Tachibana no Kachiko zur Kaiserin.
  • 810: 818 wird der Kōnin‑Kodex erlassen. Um diese Zeit befindet sich die landwirtschaftliche Produktion in einer schweren Krise, die Finanzlage ist ernst, und als Gegenmaßnahme wird das Gesetz über das dauerhafte Privateigentum an Neuland geändert, um Beschränkungen für Großgrundbesitz zu lockern, die Erschließung von Ödland zu fördern und staatliche sowie kaiserlich bestimmte Felder einzurichten. Ebenfalls 818 benennt er die zwölf Tore von Heian‑kyō in Tang‑stilisierte Namen um und übernimmt Hofzeremonien nach Tang‑Vorbild.
  • 823: 823 überträgt er den Tempel Tō‑ji an Kūkai. Im Jahr zuvor hat er Saichōs lang gehegten Wunsch nach der Einrichtung einer Ordinationsplattform anerkannt. Ebenfalls 823 dankt Saga zugunsten von Prinz Ōtomo (später Kaiser Junna) ab, wird zum abgedankten Kaiser und ernennt seinen Sohn Prinz Masayoshi (später Kaiser Ninmyō) zum Kronprinzen. Fujiwara no Fuyutsugu, ein enger Vertrauter Sagas, der finanzielle Sparsamkeit zur Erhaltung des Ritsuryō‑Systems befürwortet, widerspricht der Abdankung, da ein weiterer abgedankter Kaiser neben Kaiser Heizei in Zeiten wiederholter Missernten eine erhebliche finanzielle Belastung darstellt, doch Saga setzt die Abdankung fort, möglicherweise um die Gewohnheit zu durchbrechen, dass grundsätzlich der älteste Sohn des Kaisers den Thron erbt, und um einem weiteren Sohn Kaiser Kanmus den Thron zu überlassen, wobei seine vergleichsweise frühe Abdankung auch als Rücksichtnahme auf seinen gleichaltrigen Halbbruder Prinz Ōtomo gilt.
  • 824: Heizei Am 5. August stirbt der ehemalige Tennõ Heizei im Alter von 51 Jahren, 14 Jahre nach seiner krankheitsbedingten Abdankung.
  • 824: Saga Nach der Abdankung verändert sich die Rolle des abgedankten Kaisers Saga grundlegend. Unter dem Ritsuryō‑System besitzt der abgedankte Kaiser eigentlich politische Macht wie der amtierende Kaiser und steht in der Position eines Mitregenten, doch Saga lehnt den offiziellen Titel eines abgedankten Kaisers ab und weigert sich, weiter an der Staatspolitik teilzunehmen, wobei der einzige bekannte Eingriff Sagas in die nationale Politik nach seiner Abdankung in der Rückberufung der im Zusammenhang mit dem Kusuko‑Zwischenfall Verbannten im Jahr 824 besteht, im Monat nach dem Tod Kaiser Heizeis.
  • 833: Saga 833 lässt der ehemalige Kaiser Saga einen neuen Palast in Saga‑in, dem späteren Daikaku‑ji, erbauen, einem außerhalb Kyōtos gelegenen Nebenpalast, der bereits während seiner Regierungszeit angelegt wird, und zieht gemeinsam mit der Kaiserinwitwe Kachiko dorthin. Der Garten des Palastes enthält den Ōsawa‑Teich, einen der ältesten erhaltenen Teiche eines japanischen Gartens aus der Heian‑Zeit, der nach dem chinesischen Dongting‑See gestaltet ist.
  • 842: Saga Am 24. August 842 stirbt der ehemalige Kaiser Saga im Alter von 57 Jahren. Er hinterlässt ein Testament mit Zitaten aus chinesischen Klassikern, in dem er seinen Wunsch nach einem schlichten Begräbnis äußert, anders als frühere Kaiser und abgedankte Kaiser. Gemäß seinen wiederholten Bitten soll sein Grab in einem abgelegenen, kargen Gebiet nördlich der Berge liegen, ohne Siegel oder Erdaufschüttung, lediglich eingeebnet, mit einer Grube, die groß genug ist, um den Sarg aufzunehmen, ohne gepflanzte Bäume, der natürlichen Bewachsung überlassen und ohne längere Zeit dort abgehaltene Rituale. Dementsprechend wird die Bestattung am selben Tag seines Todes vollzogen, und seine sterblichen Überreste werden in einem abgelegenen Berggebiet nordwestlich von Daikaku‑ji beigesetzt, so dass das Grab nicht in den Engishiki verzeichnet ist und der genaue Ort ab der Kamakura‑Zeit unbekannt ist.
  • Zuletzt 810

KALINGGA

  • Zuletzt 725

QUELLEN

Blaue Stichwörter verweisen stets direkt auf den entsprechenden Wikipedia-Artikel; alle anderen Links sind nach der jeweiligen Quelle benannt.

05.08.2023 Artikel eröffnet

31.08.2023 Grundstock erstellt

17.06.2026 Grundstock ergänzt

807 | 808 | 809 | 810 | 811 | 812 | 813