784
MAYA
Calakmul
Talol
Tikal
Quiriguá
Copan
KELTEN
Uí Néill
Ailech
Ulaid
Connacht
- König Tipraiti mac Taidg (782–786)
Im Jahr 784 besiegt Tipraiti die Uí Fiachrach Aidhne in der Schlacht von Carn Conaill nahe Gort. - Fortsetzung 785
Leinster
Dalriada
Gwynedd
Königreich Powys
- König Cadell ap Brochfael (773–808)
784 kommt es erneut zu einem dokumentierten Feldzug Offas von Mercia nach Wales, der die anhaltende Bedrohung für Powys verdeutlicht. Cadell muss nun seit mehr als einem Jahrzehnt ständig mit Angriffen aus Mercia rechnen und seine Ressourcen sowohl für die Verteidigung als auch für gelegentliche Vorstöße gegen den östlichen Nachbarn einsetzen. Die wiederkehrenden Angriffe führen zu weiteren Landverlusten an der Grenze, doch die Quellen deuten zugleich an, dass Powys und andere walisische Herrschaften nicht kampflos weichen, sondern mit eigenen militärischen Aktionen antworten. Cadell behauptet sich damit in einem Umfeld, in dem Mercia seine Hegemonie über andere angelsächsische Reiche erneut festigt und seinen Einfluss bis tief nach Wales hinein auszudehnen versucht. - Fortsetzung 796
ANGELSACHSEN
Northumbria
Mercia
- König Offa (757–796)
- Bischof Unwona (Leicester, 781/785-801/803)
- Bischof Hygeberht (Lichfield, 779–787)
East Anglia
Königreich Wessex
Königreich Essex
Königreich Kent
- König Ecgberht II. (Westkent, 764/765–779/784)
- König Ealhmund (779/784–784/785)
Um 784 erscheint Ealhmund als Ecgberhts Nachfolger in Kent, der möglicherweise als sein Bruder anzusehen ist. Es ist denkbar, dass Ealhmund bereits seit den 770er Jahren als Mitkönig oder Unterkönig unter Ecgberht fungiert und deshalb relativ reibungslos in die Nachfolge eintritt. Um 784/785 gerät Kent jedoch erneut unter die direkte Kontrolle Offas, der das Königreich bis zu seinem Tod im Jahr 796 persönlich regiert. Offa widerruft dabei Schenkungen und Verfügungen Ecgberhts, die er als "eigenmächtig" und somit aus seiner Sicht als unrechtmäßig ansieht, womit er die frühere mercische Oberherrschaft über Kent wiederherstellt.
Er überschreibt mit der einzigen von ihm in einer frühen Abschrift erhaltenen Urkunde zwölf Hufen (Gehöfte) bei Scilduuic, dem heutigen Sheldwich bei Faversham, an Hwitred, den Abt von Reculver, und gewährt Abgabenfreiheit. Um 784/785 gerät Kent erneut unter die Kontrolle von Offa von Mercia, der das Land bis zu seinem Tod 796 selbst regiert. Vermutlich kommt Ealhmund in diesen Kämpfen im Jahr 785 ums Leben. Ealhmund stammt nach traditioneller Überlieferung aus dem Haus Wessex. Sein Vater heißt Eafa, seine Mutter ist unbekannt. Ealhmunds Sohn Ecgberht wird von 802 bis 839 König von Wessex sein. Es spricht jedoch einiges auch für eine kentische Herkunft Ealhmunds. Möglicherweise entsteht die Verbindung mit dem Haus Wessex erst später, als Ecgberht und seine Nachkommen sich eine zusätzliche Legitimation als Könige von Wessex schaffen. - Erzbischof Jænberht (Canterbury, 765–792)
- Fortsetzung 786
FRÄNKISCHES REICH
- König Karl der Große (768–800)
Karl der Große (36) setzt den Krieg gegen die Sachsen fort und richtet sein Augenmerk auf das Gebiet an der Lippe sowie das nördliche Harzvorland. Ein Heer unter seinem Sohn Karl kämpft an der Lippe, während der König selbst gleichzeitig mit seinem Aufgebot in das nördliche Harzvorland vorstößt. Er verfolgt das Ziel, den sächsischen Widerstand mit andauernden Feldzügen zu brechen und die fränkische Herrschaft in den eroberten Gebieten zu sichern. Dabei setzt er auf militärischen Druck und dauerhaft präsente Truppen, die die Unterwerfung und Christianisierung der sächsischen Bevölkerung erzwingen sollen. - Erzbischof Turpin (Reims, 748–794)
- Bischof Angilram (Metz, 768–791)
Um 784 ernennt Karl der Große Angilram zum Erzkapellan (Erzkaplan) seines Hofes, also zum obersten Leiter der Hofkapelle und der am Hof tätigen Geistlichen. In dieser Funktion ist Angilram auch Beichtvater des Königs, berät ihn in kirchlichen Fragen und begleitet ihn regelmäßig auf militärische Feldzüge. Der Papst gewährt ihm eine Dispensation von der Residenzpflicht, damit Angilram dauerhaft am Hofe bleiben kann, obwohl er formal weiterhin Bischof von Metz bleibt. - Bischof Alberich (Utrecht, 777-784)
Alberich stirbt, entweder am 21. August oder am 14. November. In Susteren werden seine sterblichen Überreste als Reliquien verehrt. Seine Festtage sind der 14. November, der 4. März und der 21. August. Über die drei nachfolgenden Bischöfe ist nur der Name und die Amtszeit bekannt, erst mit Friedrich I. folgt 826 ein Bischof, über den wieder mehr bekannt ist. - Liudger
784 unterbricht die Sachsenerhebung unter Widukind Liudgers Missionsarbeit unter den Friesen; er tritt eine Pilgerreise nach Rom an. Zwischen 784/785 und 787 hält er sich im Kloster Montecassino auf, bevor er nach Friesland zurückkehrt. - Bischof Agilfried (Lüttich, 769–787)
- Erzbischof Lullus (Mainz, 754-786)
- Bischof Wiomad (Trier, 762-791)
- Der Robertiner Heimo wird Abt im Kloster Mosbach (Nähe Worms).
- Bischof Berowelf (Würzburg, 769–794)
- Abt Baugulf (Fulda, 779–802)
- Bischof Egino (782–811)
- Abt Waldo von Reichenau (St. Gallen 782–784)
Aufgrund der Differenzen mit Bischof Egino von Konstanz muss Waldo vermutlich in der ersten Hälfte des Jahres 784 seine Abtwürde niederlegen. - Abt Petrus (Reichenau, 782–786)
- Fortsetzung 785
Aquitanien
Grafschaft Toulouse
Herzogtum Sachsen
- Herzog Widukind (777-785)
Die Friesen unterstützen die Sachsen in ihrem Kampf gegen die Franken.
Reitergefecht im Dreingau im Rahmen der Sachsenkriege, an dem auch Karl der Jüngere, Sohn Karls des Großen, teilnimmt. - Fortsetzung 785
Herzogtum Baiern
- Herzog Tassilo III. (748–788)
- Bischof Simpert (Regensburg, 768–791)
- Bischof Willibald (Eichstätt, 741–787)
Am 25. März beurkundet Willibald eine Schenkung der Äbtissin Emhilt von Milz an das Kloster Fulda. - Bischof Arbeo (Freising, 764–784)
Arbeo stirbt am 4. Mai und wird in Freising beigesetzt. Sein Gedenktag in der katholischen Kirche ist der 4. Mai und in Freising ist ihm die Aribostraße gewidmet. - Bischof Atto (Freising, 783/784–810/811)
Atto gehört der in Bayern ansässigen Hochadelsdynastie der Huosi und der Fagana an, die zum ältesten Adel der deutschen bzw. germanischen Nobiltät zählen. Er steht damit in derselben adeligen Tradition wie sein Vorgänger Arbo (Arbeo, Aribo, Arpio) sowie – zumindest hinsichtlich der Huosi – die nachfolgenden Bischöfe Hitto und Erchanbert. Die Huosi gelten in der Forschung als "legendärer Dreh- und Angelpunkt von zweitausend Jahren bayerischer Adelsgeschichte" und als Ursippe der ältesten germanischen Nobiltät, da die ältere Namensform "Hosi" mit den bei Tacitus in der Germania erwähnten "Osi" gleichgesetzt und ihnen dadurch der Rang einer "germanischen Uradels"-Familie beigelegt wird. Zugleich bleiben die Huosi trotz dieser Deutung als Adelsgeschlecht eine Art "stummer Zeuge", da ihre konkrete Überlieferung im Vergleich zu ihrer späteren ideellen Aufladung blass bleibt. Atto ist als Person mit Herkunftsbezeichnungen verbunden, die sich entweder auf den Ort Kienberg, auf Schlehdorf – benannt nach dem Kloster, dessen Abt er ist – oder auf Freising beziehen, wo er Bischof der Kathedrale ist. Er trägt somit unterschiedliche Herkunfts- bzw. Zunamen, die seine Bindung an Kienberg, das Kloster Schlehdorf und das Bischofssitz Freising markieren. Gegen Ende der 760er Jahre ist Atto der letzte Abt des Klosters Scharnitz, bevor dieses Kloster an den Kochelsee in das Kloster Schlehdorf verlegt wird. Er nimmt nach der Verlegung in Schlehdorf, nahe dem Kochelsee, die Funktion des ersten Abtes dieses Klosters wahr, und dies geschieht auf Auftrag bzw. Empfehlung durch den Bischof Aribo (Arbeo) von Freising. Die Rolle Attos als letzter Abt von Scharnitz und erster Abt von Schlehdorf verbindet sich eng mit seiner Zugehörigkeit zum Huosi‑Clan und mit der Rolle dieses Clans bei der Gründung und Führung mehrerer Klöster. Im Jahr 769 übergibt Tassilo III. Atto ein zusammenhängendes Stück Land zur Gründung des Klosters Innichen im Pustertal. Atto erhält damit diesen Landstrich ausdrücklich zu dem Zweck, dort ein Kloster zu errichten und von dort aus tätig zu werden. Von Innichen aus wirkt er an der Christianisierung der heidnischen Slawen des Pustertals mit und nutzt dazu seine Stellung als Abt und Kirchenmann, der über das von Tassilo III. gestiftete Gebiet verfügt. Nahezu gleichzeitig werden Atto und andere Angehörige der Huosi als Gründer oder Förderer zahlreicher Klöster betrachtet, darunter Benediktbeuern, Schäftlarn, Tegernsee und insbesondere Scharnitz, dessen wirtschaftliche und politische Bedeutung besonders hervorgehoben wird. Kurz nach seiner Gründung wird das Kloster Scharnitz nach Schlehdorf am Kochelsee verlegt und entwickelt sich nach der Formulierung Störmers zu einer Art "Hauskloster" der Huosi. Die Gründung, Verlegung und Nutzung dieser Klöster sind eng mit dem wirtschaftlichen und politischen Gewicht des Huosi‑Clans verknüpft und prägen Attos Wirken als Abt in der zweiten Hälfte des 8. Jahrhunderts. In den 770er Jahren lässt Atto sich in Südtirol nieder und gründet die Abtei Innichen im Pustertal. Er nutzt die ihm von Herzog Tassilo III. geschenkte und an den Quellen der Drau gelegene Landfläche, um dort das Kloster zu errichten und von diesem Stützpunkt aus die Slawen zu evangelisieren, die aus Karantanien in das Pustertal eindringen. Von Innichen aus entfaltet er seine Missionstätigkeit unter diesen slawischen Bevölkerungsgruppen, die als heidnisch beschrieben werden, und verknüpft damit die Klostergründung mit einer gezielten Christianisierungspolitik im Grenz- und Missionsraum. In derselben Zeit stellt sich Bischof Arbeo von Freising auf die Seite Karls des Großen in dessen Auseinandersetzung mit Herzog Tassilo III. von Bayern. Als Reaktion auf diese Parteinahme verbannt Tassilo III. den Bischof Arbeo in den letzten Jahren von dessen Leben aus Freising. Während dieser Zeit übernimmt Atto die Verwaltung des Bistums Freising und fungiert als Administrator, bis er nach dem Tod Arbeos im Jahr 784 dessen Nachfolger im Bischofsamt wird. Er tritt damit aus der Rolle des Abtes und Missionsgründers in die Stellung eines Diözesanbischofs ein, der das Bistum Freising leitet und zugleich in der Kontinuität des Huosi‑Adels steht. Um das Jahr 783/784 wird Atto Bischof von Freising und bekleidet dieses Amt als fünfter Bischof von Freising. Von seinem Bischofssitz aus führt er die zuvor von Arbeo geleitete Diözese weiter und verbindet seine Herkunft aus dem baierischen Hochadel der Huosi und Fagana mit der bischöflichen Amtsgewalt. Er ist damit gleichzeitig Geistlicher und Angehöriger eines der ältesten und vornehmsten Adelsgeschlechter des bayerischen Raums. Auf dem Freisinger Domberg, dem Hügel der Kathedrale von Freising, errichtet Atto ein zweites Benediktinerkloster. Er erweitert damit die klösterliche Präsenz unmittelbar bei der Kathedrale und verstärkt die monastische Basis des Bistums. Dieses zweite Benediktinerkloster steht neben seiner früheren Tätigkeit in Scharnitz und Schlehdorf und zeigt, dass Atto auch als Bischof weiterhin klosterpolitisch aktiv bleibt und neue monastische Institutionen aufbaut. - Bischof Waldrich (Passau, 777–804)
- Bischof Simpert (Augsburg, 778–807)
- Bischof Virgil (Salzburg, 746–784)
Nach fast vier Jahrzehnten im Bischofsamt stirbt Virgil am 27. November 784 in Salzburg und wird im Dom bestattet. Am 11. Februar 1181 stößt Erzbischof Konrad III. beim Bau des romanischen Doms auf ein vermauertes Grab, in dem sich Virgils Gebeine mit Bild und Inschrift befinden. Am 18. bzw. 10. Juni 1233 wird Virgil offiziell heiliggesprochen, und 1288 erhält er einen Altar im Salzburger Dom, über dem seine Gebeine neu beigesetzt werden. Seitdem verehrt man ihn als Diözesanpatron, feiert sein Gedächtnis vor allem am 27. November und stellt ihn meist als Bischof mit Kirchen- oder Dommodell dar. - Fortsetzung 785
Herzogzum Mailand
- Erzbischof Petrus I. (784-801)
Im Juli wird Petrus I. zum Erzbischof gewählt. Seine Wahl ist durch ein zeitgenössisches Dokument mit recht genauen Angaben überliefert, das als das erste sichere Dokument über die Wahl eines Bischofs in Mailand gilt. In diesem Dokument ist bei der Ernennung die Zustimmung von Pippin von Italien, von Karl dem Großen sowie von Benedikt, dem Abt der Basilika Sant’Ambrogio, vermerkt. Aufgrund der Besonderheiten dieser Wahl stammt Petrus I. mit großer Wahrscheinlichkeit aus fränkischer Herkunft oder aus einer Familie mit sehr engen Beziehungen zum karolingischen Hof, da dieser darauf abzielt, besonders vertrauenswürdige Persönlichkeiten auf wichtige Bischofssitze zu setzen. - Fortsetzung 789
Herzogtum Treviso
Herzogtum Spoleto
Herzogtum Benevent
SPANIEN
Königreich Asturien
- König Mauregato (783–788)
Der Erzbischof Elipand von Toledo verfasst in Sevilla ein Glaubensbekenntnis, in dem er lehrt, Christus sei nur in seiner göttlichen Natur wahrer Sohn Gottes und in seiner menschlichen Natur nur adoptiv Sohn Gottes, woraus die Bezeichnung der adoptionsianischen Häresie entsteht. Elipand bittet den Bischof Felix von Urgell, einen angesehenen Theologen, um Stellungnahme, der die Häresie unterschreibt und sie mit Formulierungen wie „homo adoptivus“ oder „adoptatus“ in patristischen Texten und der mozarabischen Liturgie begründet. - Mauregato regiert nun als König von Asturien und wird in der Überlieferung oft als Bastard, Verräter, Usurpator, Mischling oder körperlich wenig anziehend bezeichnet, was schon während seines Regierens auf die Feindschaft der unterlegenen Partei zurückgeführt wird. Die asturischen Chronisten berichten kaum Konkretes über seine Regierungstätigkeit, und es ist unbekannt, ob er verheiratet ist oder Nachkommen hat. Während seines Regierens herrscht nach den Quellen Frieden innerhalb des Königreichs, es kommt zu keinen inneren Erhebungen und zu keinem Krieg mit Al-Andalus, wobei die Grenzmarken bei Galiciern und Basken dem König treu bleiben. Als sich die adoptionsianische Häresie im Königreich der Asturier auszubreiten beginnt, bekämpft Mauregato sie mit Unterstützung des Mönchs Beatus von Liébana. In die mit dieser Lehre verbundene Auseinandersetzung greifen auch Karl der Große und Elipand von Toledo ein, wie die zeitgenössischen und späteren Quellen hervorheben. - Fortsetzung 794
KIRCHENSTAAT
REPUBLIK VENEDIG
ERSTES BULGARISCHES REICH
BYZANTINISCHES REICH
- Regentin Irene (780-790)
Irene setzt ihren Vertrauten Tarasios als Patriarchen von Konstantinopel ein, um die kirchliche Politik in ihrem Sinn zu lenken. - Kaiser Konstantin VI. (780–797)
- Patriarch Johannes (Grado, 766–802)
- Patriarch Paulos IV. (Konstantinopel, 780–784)
- Patriarch Tarasios (Konstantinopel, 784–806)
Tarasios wird um 730 in Konstantinopel geboren und wächst dort als Sohn eines hochrangigen Richters in einer angesehenen Familie auf. Er hat einen älteren Bruder namens Sisinnios, der später bei einem Einfall in Kalabrien in den Jahren 788–789 gefangen genommen wird. Er schlägt zunächst eine weltliche Laufbahn ein, wird Senator und steigt schließlich zum kaiserlichen Sekretär (asekretis) für Kaiser Konstantin VI. und seine Mutter, die Kaiserin Irene von Athen, auf. Als Patriarch Paul IV. von Konstantinopel ins Kloster zurücktritt, empfiehlt dieser den Laienbeamten Tarasios als seinen Nachfolger. Tarasios zeigt eine ikonodulen Haltung und ist bereit, kaiserliche Anordnungen zu befolgen, solange sie dem Glauben nicht widersprechen, weshalb Irene ihn 784 zum Ökumenischen Patriarchen von Konstantinopel auswählt, obwohl er zu diesem Zeitpunkt noch Laie ist. Er nimmt das Amt nur unter der Bedingung an, dass die Kircheneinheit mit Rom und den orientalischen Patriarchaten wiederhergestellt wird und ein Konzil zur Ikonoklastenfrage einberufen wird; dafür wird er zum Diakon, dann zum Priester und schließlich zum Bischof geweiht. Vor seiner endgültigen Annahme des Patriarchenamtes fordert und erhält Tarasios das Versprechen, dass die Verehrung der Ikonen in der Kirche wiederhergestellt wird. - Fortsetzung 785
IBERIEN
ARABER
(167/168 - 23./24. Juli)
Abbasiden
- Kalif al-Mahdi (775–785)
- Imam der Ismailiten: Muhammad ibn Isma'il (775-813)
- Imam der Zwölferschiiten: Mūsā al-Kāzim (765–799)
- Patriarch Elias II. (Jerusalem, 770–797)
- Papst und Patriarch Johannes IV. (Alexandria, 777–799)
- Griechisch-orthodoxer Patriarch Politianos (768–813)
Tahert
Emirat Noukour
Emirat von Córdoba
- Emir Abd ar-Rahman I. (Córdoba, 756–788)
- Mezquita-Catedral de Córdoba
Unter der Aufsicht von Abd ar-Rahman I. beginnt der Bau der Großen Moschee al-Dschāmiʿ al-kabīr / Dschāmiʿ Qurṭuba in Córdoba - Fortsetzung 788
TURK-SCHAHI
UIGURISCHES KAGANAT
INDIEN
Pratihara
Chauhan-Dynastie
- König Gopendraraja (771–784)
Gopendra-Radschas Regierungszeit endet, und die Quellen setzen seinen Tod in dieses Jahr. Mit seinem Ableben geht die Königswürde auf Durlabharadscha I. über, den Sohn Tschandraradschas I., sodass der Neffe nun als neuer Herrscher der Tschahamanas von Schakambhari auf dem Thron sitzt. Der Übergang bestätigt rückblickend die dynastische Struktur, in der Gopendra-Radscha als Bruder des vorherigen Königs und Onkel des Nachfolgers eine zentrale Verbindungsperson bildet. In späterer Erinnerung erscheint er als Königsfigur, die in etwa von 771 bis 784 regiert, militärische Erfolge gegen einen Sultan namens Beg Warisa erringt und die Stellung des Hauses in Nordwestindien stärkt. So bleibt sein Name in genealogischen und literarischen Traditionen lebendig, auch wenn die überlieferten Fakten spärlich sind und vor allem aus späteren Werken rekonstruiert werden. - König Durlabharaja I. (784–809)
Durlabha ist der Sohn des Tschahamāna-Königs Tschandrarādschā I. und der Neffe von Gopendrarādschā, dem Bruder Tschandrarādschas I. Gopendrarādschā regiert vor Durlabha, und Durlabha folgt ihm auf den Thron. Durlabha herrscht als König der Tschahamāna-Dynastie und regiert Teile des heutigen Rādschtahān in Nordwestindien als Vasall des Gurjara-Pratihāra-Königs Vatsarādschā. Historische Hinweise deuten darauf, dass Durlabha als Vasall Vatsarādschas militärische Erfolge gegen das Pāla-Reich im Gebiet des heutigen Bengalen erzielt, während die Pālas von Zeit zu Zeit mit den Pratihāras in Konflikt geraten. Während Vatsarādschās Feldzug gegen den Pāla-König Dharmapāla führt Durlabha Kämpfe im Raum Gauda. Die Prithvirādschā-Widschaya berichtet, dass Durlabhas Schwert im Ganga-Sāgara badet, das als Zusammenfluss des Flusses Ganga mit dem Ozean verstanden wird, und dass sein Schwert den süßen Saft von Gauda kostet; diese Schilderung bezieht sich auf Durlabhas militärische Erfolge in der Gauda-Region. Durlabhas Sohn Guwaka ist als Vasall des Gurjara-Pratihāra-Königs Nagabhata II. bezeugt, was nahelegt, dass Durlabha selbst ebenfalls ein Lehnsmann der Pratihāras ist, höchstwahrscheinlich des Vaters Nagabhatas II., nämlich Vatsarādschā. Diese Einordnung wird durch die Radhanpur-Platteninschrift gestützt, die auf Vatsarādschās erfolgreichen Feldzug in der Gauda-Region verweist und zugleich berichtet, dass Dharmapāla dabei seiner zwei weißen königlichen Schirme beraubt wird, flieht und von den Pratihāra-Truppen verfolgt wird. Die Radhanpur-Inschrift legt nahe, dass Vatsarādschā durch energische Feldzüge sein Herrschaftsgebiet auf einen großen Teil Nordindiens ausdehnt, von der Thar-Wüste im Westen bis an die Grenzen von Bengalen im Osten. In diesem Rahmen erscheinen Durlabhas Siege in Gauda als Teil von Vatsarādschās großangelegter Expansion nach Osten. Der Historiker R. C. Madschumdar vertritt die Auffassung, dass „Gauda“ in diesem Zusammenhang das Ganga-Jamuna-Doab im Gebiet des heutigen Uttar Pradesch bezeichnet. Andere Historiker, darunter Dascharatha Scharmā und Rima Hudscha, identifizieren Gauda dagegen mit der Gauda-Region in Bengalen, also dem Kerngebiet des Pāla-Reiches. - Fortsetzung 793
Östliche Chalukya
- König Vishnuvardhana IV. (772–808)
Vishnuvardhana IV. ist bereits seit über einem Jahrzehnt König von Vengi und steht in engem Kontakt mit der Großmacht der Rashtrakutas. In diesem Jahr erlebt er eine empfindliche militärische Niederlage, denn der Rashtrakuta-Kaiser Dhruva Dharavarsha besiegt und demütigt ihn in einem Konflikt um die Vorherrschaft in Südindien. Um diese Niederlage politisch abzufedern und ein neues Gleichgewicht der Kräfte herzustellen, nutzt er die Heiratspolitik als Instrument und gibt seine Tochter Silabhattarika dem Kaiser Dhruva Dharavarsha zur Frau. Durch diese Eheschließung schafft Vishnuvardhana IV. zugleich eine Verbindung zwischen den östlichen Chalukyas, den Rashtrakutas und der westlichen Ganga-Dynastie, denn die Heirat dient dazu, das Bündnis der Rashtrakutas mit den West-Gangas zu festigen. Auf diese Weise verwandelt er seine militärische Schwäche in einen diplomatischen Ausgleich, der seine Dynastie in ein weitreichendes Netz von Allianzen einbindet. In den Jahren nach 784 hält Vishnuvardhana seine Herrschaft über Vengi aufrecht und regiert weiterhin als anerkannter König der östlichen Chalukyas. Die bestehende Heiratsverbindung mit den Rashtrakutas bildet den Rahmen für eine vorsichtig austarierte Beziehung zu dieser Großmacht, in der er formal unterlegen, aber dynastisch verbunden ist. In seinem Reich sorgt er für die Kontinuität der Dynastie, sodass ein geregelter Übergang an einen Nachfolger möglich bleibt. Die Region Vengi bleibt in dieser Zeit ein wichtiger Schauplatz des Machtspiels zwischen den Chalukyas und ihren mächtigen Nachbarn, während Vishnuvardhana durch seine familiären Allianzen eine gewisse Sicherheit für sein Haus gewinnt. - Fortsetzung 808
Rashtrakuta
- König Dhruva Dharavarsha (780-793)
Dhruva Dharavarsha besiegt Vishnuvardhana IV., den König der östlichen oder Vengi‑Chalukya. Anschließend schließt er ein Bündnis, indem er seine Tochter Silabhattarika mit ihm verheiratet. - Fortsetzung 785
Westliche Ganga-Dynastie
Pallava
Anuradhapura
TIBET
CHINA
(57./58. / 58./59. Zyklus - Jahr der Holz-Ratte; am Beginn des Jahres Wasser-Schwein)
Tang-Dynastie
- Kaiser Tang Dezong (779–805)
Auf Vorschlag Lu Zhis erlässt Dezong am Neujahrstag (27. Januar) einen großen Gnadenerlass, macht sich selbst für die Aufstände verantwortlich, begnadigt sämtliche Warlords und ihre Truppen mit Ausnahme von Zhu Ci und befreit die an der Anti‑Zhu‑Kampagne beteiligten Soldaten von Steuern. Wang Wujun, Tian Yue und Li Na legen daraufhin ihre Fürstentitel ab und erkennen die Tang‑Oberhoheit erneut an, Dezong bestätigt sie als Militärgouverneure ihrer Gebiete. Li Xilie dagegen ruft ein eigenes Reich Chu aus, während Zhu Tao nach Süden zieht, um sich Zhu Ci anzuschließen. Als Tian Yue sich weigert, sich Zhu Tao anzuschließen, wird Weibo angegriffen, hält aber stand. Nach Tian Yues Ermordung übernimmt sein Cousin Tian Xu, der zunächst die Nähe zu Zhu Tao sucht, dann aber mit Wang Wujun und Li Baozhen ein Bündnis eingeht und Zhu Tao militärisch schlägt, so dass dieser nach Lulong flieht. Unterdessen verhandelt der entfremdete Li Huaiguang heimlich mit Zhu Ci, der sein Reich inzwischen in Han umbenannt hat. Zhu verspricht, Li Huaiguang als älteren Bruder zu behandeln und mit ihm die Guanzhong‑Region zu teilen, beide jeweils als Kaiser eines eigenen Staates. Am 20. März 784 erhebt sich Li Huaiguang offen und schließt sich Zhu an, worauf Dezong von Fengtian nach Liang‑Zhou ausweicht. Mehrere wichtige Offiziere Li Huaiguangs – Han Yougui, Dai Xiuyan, Luo Yuanguang und Shang Kegu – verweigern den Aufstand und stellen sich unter Li Shengs Befehl, den Dezong zum Oberkommandierenden im Raum Guanzhong macht. Als Li Huaiguang geschwächt ist, behandelt Zhu Ci ihn nur noch als Untergeordneten, was Li verbittert und verängstigt; er zieht sich nach Hezhong zurück. Li Sheng bereitet den entscheidenden Angriff auf Chang’an vor, beginnt am 12. Juni die Offensive und nimmt die Stadt am 20. Juni ein. Zhu Ci flieht Richtung Tibet, wird aber von eigenen Soldaten getötet, sein Staat Han endet. Am 3. August kehrt Dezong nach Chang’an zurück. Dezong bemüht sich anschließend, Li Huaiguang zur Rückkehr in die Loyalität zu bewegen, und dessen erste Reaktion ist positiv. Doch als der Gesandte Kong Chaofu in Hezhong ankommt, empfinden Li Huaiguangs Soldaten sein Auftreten als respektlos, töten ihn offenbar mit stillschweigender Billigung ihres Befehlshabers, worauf Li Huaiguang weiter Widerstand leistet. Bis Herbst 785 zwingen ihn die vereinten Truppen von Ma Sui und Hun Jian, in Hezhong Selbstmord zu begehen; seine Armee unterwirft sich wieder Tang. - Fortsetzung 786
KOREA
Silla
Balhae
JAPAN
- Tennō Kammu (781–806)
Kammu verlegt die Hauptstadt von Heijō-kyō nach Nagaoka-kyō, um sich dem Einfluss der mächtigen buddhistischen Tempel von Nara zu entziehen. Kurz darauf kommt es zur Ermordung von Fujiwara no Tanetsugu, was politische Spannungen und Verdächtigungen am Hof auslöst. Kammus Bruder Prinz Sawara, zuvor Kronprinz, wird der Verwicklung in diesen Mord beschuldigt, verbannt und stirbt auf dem Weg ins Exil nach Awaji. Später wird er unter dem postumen Titel Sudō Tennō geehrt, weil sein unruhiger Geist nach damaligem Glauben Unglück über Kaiserhaus und Fujiwara bringt. Die Jahre in Nagaoka-kyō sind von Unglücken, Aufständen, Hungersnöten und der allgemeinen Belastung durch Wehrpflicht und Kriege geprägt. In religiöser Deutung erscheinen Himmelszeichen und ein Mondfinsternis-Omen als Hinweis, dass der Standort der Hauptstadt unheilvoll ist. - Fortsetzung 794
QUELLEN
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25.08.2023 Artikel eröffnet
26.09.2023 Grundstock erstellt
19.03.2026 Grundstock ergänzt