793
MAYA
Talol
Tikal
Copan
NORDGERMANEN
- Wikingerzeit
Überfall auf Lindisfarne
0608D: Wikinger überfallen das Inselkloster Lindisfarne an der nordöstlichen Küste Englands. Die Angreifer kommen mit Langschiffen, erreichen die Insel schnell und treffen die Mönchsgemeinschaft unvorbereitet. Sie plündern das Kloster, töten Mönche, werfen Männer ins Meer oder verschleppen sie als Sklaven und entweihen heilige Reliquien. Alkuin beklagt die Gewalt und beschreibt die Tat als große Bedrohung für Britannien. Der Angriff wird von Zeitgenossen als schreckliches Omen und als Ausdruck göttlichen Zorns gedeutet. Der Überfall markiert den Beginn der Wikingerzeit beziehungsweise der Wikingerfeldzüge nach Westeuropa.
WDR ZeitZeichen 2023
Kalenderblatt von Deutschlandradio 2018
PIKTEN
KELTEN
Uí Néill
Ailech
Ulaid
Connacht
Leinster
Gwynedd
Königreich Powys
ANGELSACHSEN
Northumbria
- König Æthelred I. (2. Amtszeit 790–796)
- Erzbischof Eanbald I. (York, 780-796)
- Higbald (Lindisfarne, 780–802)
0608D: Wikinger überfallen das Kloster Lindisfarne. Higbald beschreibt dieses Ereignis ausführlich in einem Briefwechsel mit Alkuin von York. Zahlreiche Mönche werden misshandelt, erschlagen, ertränkt oder in die Sklaverei verschleppt. Kloster und Kathedrale werden geplündert, doch Lindisfarne bleibt weiterhin Bischofssitz. - Fortsetzung 796
Mercia
- König Offa (757–796)
- Erzbischof Æthelhard (1. Amtszeit 793–796)
0721D: Im Jahr 792 wird Æthelhard vom Bischofssitz Winchester auf den Erzbischofssitz von Canterbury versetzt und damit zum Metropoliten des südlichen England erhoben. Die feierliche Inthronisation als Erzbischof von Canterbury findet am 21. Juli 793 statt, wodurch er offiziell die Nachfolge der bisherigen Metropoliten übernimmt. Seine Ernennung verdankt er maßgeblich König Offa von Mercia, der damit seinen Einfluss auf die Kirche im Süden weiter absichert. Die Inthronisation wird vom damals ranghöchsten Bischof des Landes, Hygberht, dem Erzbischof von Lichfield, geleitet. Lichfield ist erst vor Kurzem zum Erzbistum erhoben worden, sodass Offa zuvor beim Gelehrten Alkuin von York nach der richtigen Vorgehensweise gefragt hat, wie das Verhältnis dieser beiden Metropolitansitze zu gestalten ist. Die Erhebung Lichfields schafft eine konkurrierende Erzdiözese im Süden, was das Verhältnis zwischen Canterbury, Lichfield und der Krone kompliziert und langfristig Konflikte anbahnt. - Bischof Unwona (Leicester, 781/785-801/803)
- Erzbischof Hygeberht (Lichfield, 787–799)
- Abtei von St Albans
Offa gründet in Hertfordshire nördlich von London die Alban von England geweihte Abtei von St Albans. - Fortsetzung 794
East Anglia
Königreich Wessex
- König Beorhtric (786–802)
- Bischof Æthelhard (Winchester, 765?–793)
Æthelhard wird zum Erzbischof von Canterbury erhoben (siehe Kent); über die nachfolgenden Bischöfe von Winchester sind nur die Namen und die ungefähre (also nicht mal exakte) Amtszeiten bekannt, sodass sich eine Aufnahme in diese Chronik nicht lohnt; erst mit Swithun tritt im Jahr 852 wieder ein Bischof in Erscheinung, über den wieder mehr bekannt ist. - Fortsetzung 794
Königreich Essex
FRÄNKISCHES REICH
- König Karl der Große (768–800)
Karl der Große (45) feiert Weihnachten in Würzburg und reist Anfang 794 nach Frankfurt weiter. - Die Franken verlieren Girona an die Mauren unter Emir Hischam I. von Córdoba, von denen sie bei Narbonne besiegt werden. Erst 801 gelingt die Rückeroberung.
- 792/793: Hungersnot im ganzen Frankenreich außer Italien
- Fossa Carolina
Karl der Große lässt beim späteren Ort Graben bei Treuchtlingen einen etwa drei Kilometer langen Kanal ausheben. Er soll die Verbindung zwischen dem Sualafeldgau und dem Nordgau herstellen. Die beim Bau verwendeten Eichen werden ebenfalls in den Jahren 792 und 793 gefällt, wie die dendrochronologische Untersuchung ergibt. Damit ist klar, dass Karl der Große Auftraggeber des Projekts ist. Nach der Fertigstellung gilt der Kanal als benutzbar, wird aber kaum genutzt und schon bald wieder aufgegeben. Die Ursachen dafür liegen im großen Aufwand der Kanalpassage und in Wegzöllen, die den Bau amortisieren sollen. Die Händler finden den Nutzen für ihr tägliches Geschäft offenbar gering. Es existieren jedoch auch Hypothesen, nach denen der Kanal länger in Gebrauch bleibt. Die frühen Kanalbauten bestehen zu dieser Zeit aus dammbegrenzten Wasserhaltungen. Die Niveauunterschiede werden auf Rutschen oder Rollen überwunden. Nahe beim Karlsgraben entsteht zur Wasserversorgung der Scheitelebene ein Stausee. Ein an der Altmühl bei Treuchtlingen entdeckter frühmittelalterlicher Damm wird zunächst als Staudamm zur Wasserversorgung des Kanals gedeutet, bis eine C-14-Datierung ein geringeres, hochmittelalterliches Alter ergibt. Zur Versorgung des nördlichen Kanalabschnittes mit Wasser wird das Bachbett der jungen Rezat verlegt. Der Karlsgraben ist für die zur damaligen Zeit übliche Binnenschifffahrt mit flachen Kähnen durchaus geeignet. - Erzbischof Turpin (Reims, 748–794)
- Liudger
792/793: Liudger gründet nahe der alten Sachsensiedlung Mimigernaford an der Aa ein Kloster (monasterium), nach dem der Ort Münster benannt wird. Münster wird 805 Bistum. - Bischof Gerobald (Lüttich, 787-809)
- Bischof Hildebold (Köln, 787-795)
- Erzbischof Richulf (Mainz, 787–813)
- Erzbischof Richbod (Trier, 791–804)
- Bischof Berowelf (Würzburg, 769–794)
- Abt Baugulf (Fulda, 779–802)
- Bischof Egino (Konstanz, 782–811)
- Abt Waldo von Reichenau (Reichenau 786–806)
- Fortsetzung 794
Aquitanien
- Unterkönig Ludwig der Fromme (Aquitanien, 781–814)
- Die erste Version der Capitulare de villis erscheint in Aquitanien. Karl der Große übernimmt später, vielleicht 812, diese Verwaltungsreform der Domänen für das gesamte Frankenreich: Die Domänenverwalter werden verpflichtet, dem König jährlich über ihre Einkünfte Bericht zu erstatten; die über 200 Grafen des Reiches werden durch Königsboten (missi dominici) kontrolliert; am karolingischen Hof erfolgt die Verwaltung durch Pfalzgericht und Kanzlei.
- Fortsetzung 801
Neustrien
Grafschaft Toulouse
- Graf Wilhelm von Aquitanien (790-806)
Hischam I. greift gegen die Christen im Norden zum heiligen Krieg und sammelt ein großes Heer. Wilhelm stellt sich dieser Streitmacht entgegen, besiegt sie zunächst, wird dann aber bei Villedaigne am Fluss Orbieu geschlagen; sein hartnäckiger Widerstand erschöpft die muslimischen Kräfte jedoch so sehr, dass sie nach Hispania zurückziehen. In den Quellen wird dabei immer wieder sein Mut betont. - Fortsetzung 801
Abodriten
Herzogtum Baiern
- Herzog Karl der Große (788–814)
Karl der Große hält sich an der im Bau befindlichen Fossa Carolina auf. Während dieses Aufenthalts belehnt er Gerhoh mit dem Kloster Murbach im Elsass. Zugleich setzt er Gerhoh als Abtbischof dieses Klosters ein. - Bischof Adalwin (Regensburg, 791–816)
- Bischof Gerhoh (Eichstätt, 787–806)
- Bischof Atto (Freising, 783/784–810/811)
- Bischof Waldrich (Passau, 777–804)
- Bischof Arn von (Salzburg 785–798)
- Fortsetzung 794
Herzogzum Mailand
Herzogtum Treviso
Herzogtum Spoleto
Herzogtum Benevent
SPANIEN
Königreich Asturien
- König Alfons II. (791-842)
- Die Mauren unterliegen bei Lugo gegen Asturien, ohne dass dies einen wesentlichen Einfluss auf die maurische Herrschaft hat.
- Fortsetzung 794
KIRCHENSTAAT
REPUBLIK VENEDIG
- Doge Maurizio Galbaio (764–797)
(möglicherweise bereits 787 gestorben) - Doge Johannes Galbaio (787–803)
WESTSLAWEN
Sorben
SÜDSLAWEN
Kroatien
ERSTES BULGARISCHES REICH
BYZANTINISCHES REICH
- Kaiser Konstantin VI. (780–797)
Konstantins frühere Unterstützer aus dem Armeniaken-Heer erheben sich, nachdem Konstantin ihren Strategen Alexios Mosele wegen angeblicher Beteiligung an der Verschwörung hat blenden lassen. Sie missbilligen zudem Irene als Mitregentin. Konstantin schlägt diesen Aufstand mit äußerster Grausamkeit nieder. - Mitkaiserin Irene (792-797)
- Patriarch Johannes (Grado, 766–802)
- Patriarch Tarasios (Konstantinopel, 784–806)
- Fortsetzung 794
ARABER
(176/177 - 17./18. April)
Abbasiden
- Kalif Hārūn ar-Raschīd (786-809) Im Jahr 793 unternimmt Harun eine Pilgerfahrt nach Mekka, wobei er die mehr als 2800 Kilometer von Bagdad aus mit Kamelkarawanen zurücklegt. 795 zieht er erneut zur Pilgerfahrt nach Mekka, was seine Frömmigkeit und die Verbindung zum heiligen Zentrum des Islam unterstreicht. 797 folgt eine weitere Pilgerreise nach Mekka, während das Kalifat politisch, wirtschaftlich und kulturell seinen Höhepunkt erlebt und weitreichende Handelsbeziehungen nach China, Indien und Europa pflegt. In dieser Phase stellt Harun mit bereits als Prinz errungenen Erfolgen seine militärische Stärke gegenüber Byzanz unter Beweis und richtet nach seiner Regierungsübernahme Verwüstungen im byzantinischen Anatolien an, wobei er 805 die Insel Zypern erobern lässt und die Kaiserin Irene zu hohen Tributzahlungen zwingt.
- Erneuter (erfolgloser) Aufstand in Ägypten gegen die Herrschaft der Abbasiden
- Sturz der Abbasiden-Statthalter der nordafrikanischen Provinz Ifrīqiya aus der Dynastie der Muhallabiten; um 800 treten die Aghlabiden deren Nachfolge an.
- Imam der Ismailiten: Muhammad ibn Isma'il (775-813)
- Imam der Zwölferschiiten: Mūsā al-Kāzim (765–799)
- Patriarch Elias II. (Jerusalem, 770–797)
- Papst und Patriarch Johannes IV. (Alexandria, 777–799)
- Griechisch-orthodoxer Patriarch Politianos (Alexandria, 768–813)
- Fortsetzung 795
Rustamiden
Emirat Noukour
Idrisiden
Emirat von Córdoba
- Emir Hischam I. (788–796)
Hischam setzt den Feldzug gegen Septimanien fort und ruft gegen die christlichen Franken einen Dschihad aus. Seine Truppen ziehen nach Girona und Narbonne, und unter dem Umayyaden-Generalfeldherrn Abd al-Malik ibn Abd al-Wahid ibn Mughith gelingt bei Narbonne ein Sieg über ein fränkisches Heer. Der Zug bringt Beute und Sklaven ein und liefert Mittel für die Erweiterung der Großen Moschee von Córdoba sowie für den Bau vieler weiterer Moscheen. Im selben Jahr werden in den Berichten auch die Kämpfe und Verwüstungen entlang des Zuges erwähnt, einschließlich des Vorrückens bis Girona, Narbonne und durch die Cerdagne. - Fortsetzung 794
CHASAREN
UIGURISCHES KAGANAT
INDIEN
Pratihara
Chauhan-Dynastie
- König Durlabharaja I. (784–809)
Sowohl Vatsarādschā als auch Dharmapāla werden vom Raschtrakuta-König Dhruva unterworfen. Da Dhruva im Jahr 793 stirbt, müssen Durlabhas militärische Erfolge in Gauda vor diesem Jahr liegen. Im Jahr 793 endet das Leben des Raschtrakuta-Königs Dhruva, der zuvor sowohl Vatsarādschā als auch Dharmapāla unterwirft. Zu diesem Zeitpunkt sind Durlabhas Feldzüge und Siege in Gauda bereits erfolgt, da sie zeitlich vor Dhruvas Tod anzusetzen sind. - Fortsetzung 809
Östliche Chalukya
Rashtrakuta
- König Dhruva Dharavarsha (780-793)
Im Jahr 793 endet die Herrschaft Dhruva Dharavarshas. Während seiner Regierungszeit entwickelt sich das Rashtrakuta‑Reich zu einer panindischen Macht, die große Regionen des indischen Subkontinents kontrolliert. Nach seinem Tod folgt ihm sein dritter Sohn Govinda III., dessen Regierungszeit ebenfalls durch bedeutende militärische Erfolge geprägt ist. - König Govinda III. (793–814)
Govindas III. Thronbesteigung wird nicht unangefochten akzeptiert. Zunächst verhält sich sein älterer Bruder Stambha ruhig, doch als dieser die Unterstützung mehrerer Feudalfürsten und Nachbarn erhält, erhebt er offenen Aufstand gegen Govinda. Dieser schlägt den Aufstand der „zwölf Könige unter Stambha“ nieder und nimmt seinen Bruder gefangen. Er behandelt ihn jedoch schonend und setzt ihn aus Überzeugung seiner künftigen Loyalität wieder als Ganga-Vizekönig ein. Stambha bleibt während seines restlichen Lebens seinem Wort treu, und damit endet der Erbfolgekrieg. - Fortsetzung 800
Westliche Ganga-Dynastie
Pallava
Anuradhapura
- König Mahinda II. (787-807)
Mahinda sorgt weiter für die Ausstattung religiöser Stätten; er stiftet dem Tempel Thuparama zusätzliche Gaben und lässt den dortigen Palast instand setzen. Darüber hinaus repariert er mehrere Devalayas und versieht sie mit verschiedenen Bildern, sodass zahlreiche Heiligtümer im Reich erneuert und geschmückt werden. Gegenüber den Brahmanen zeigt Mahinda II besondere Fürsorge, indem er ihnen hochwertige Speisen, Milch und Zucker zukommen lässt. Für Lahme stellt er Zugochsen und sonstige Mittel zum Lebensunterhalt bereit; tamilische Krüppel, die aus Gewissensgründen keine Ochsen verwenden wollen, erhalten von ihm Pferde. Angehörige verarmter, aber angesehenen Familien, die sich schämen, öffentlich um Hilfe zu bitten, unterstützt er ebenfalls mit Mitteln zum Lebensunterhalt; seine Wohltaten beschränken sich nicht auf Menschen, sondern erstrecken sich auch auf das Vieh, dem er die Nutzung von hundert Reis- oder Maisfeldern als Weideflächen zuweist. - Fortsetzung 806
TIBET
CHINA
(58./59. Zyklus - Jahr des Wasser-Hahns; am Beginn des Jahres Wasser-Affe)
Tang-Dynastie
KOREA
Silla
Balhae
- König Mun (737–793)
- König Tae Wŏnŭi (793)
Tae Wŏnŭi ist der 4. Herrscher von Balhae. Er ist ein Sohn von König Mu, dem zweiten Herrscher von Balhae, und der Bruder des vorherigen Königs, König Mun. Nachdem Muns Sohn Tae Koengnim gestorben ist, wird Wŏnŭi als nächster König ausgewählt. Nach der Thronbesteigung zeigt der König jedoch ein eifersüchtiges und gewalttätiges Temperament. Noch im Jahr 793 wird er von seinen Ministern getötet. Der Sohn von Koengnim wird ausgewählt, um ihn zu ersetzen, und wird König Sŏng. - König Sŏng (793–794)
Sŏng ist der 5. Herrscher von Balhae und ist auch unter seinem Geburtsnamen Tae Hwayŏ bekannt und ist der Enkel von König Mun; sein Vater ist der verstorbene Thronerbe Tae Koengnim. Sŏng wählt den Äranamen Chunghŭng. Er ist körperlich sehr schwach und lebt nach seiner Thronbesteigung nur noch einige Monate. Die auffälligste Leistung während seiner Herrschaft ist die Verlegung der Hauptstadt nach Sanggyeong. Er heiratet nicht und hat keine Kinder. - Fortsetzung 794
JAPAN
QUELLEN
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27.01.2018 Artikel eröffnet
16.09.2023 Grundstock erstellt
19.04.2026 Grundstock ergänzt