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Erscheinungsbild
CHRONIK
0928D: Mondfinsternis
- In den späten Abendstunden ereignet sich eine partielle Mondfinsternis, die bis nach Mitternacht andauert.
WELTALL
- Mondfinsternis
Die in babylonischen Quellen notierte Mondfinsternis vom 28./29. September gehört zur Gattung der ACT-Texte. Besondere Bedeutung erlangt diese Aufzeichnung durch ihren Bezug auf den achämenidischen König Artaxerxes I. Die Keilschrifttafel BM 34787 befindet sich im Jahr 2026 nach Christus im British Museum in London. Bei dem astronomischen Ereignis handelt es sich um eine partielle Mondfinsternis, die aufgrund der Angaben im Keilschrifttext genau zu datieren ist. Die Mondfinsternis fällt in ein Schaltjahr des babylonischen Kalenders und beginnt in den späten Abendstunden. Der Schreiber des babylonischen Keilschrifttextes vermerkt: „[Artaxerxes I. 41. Jahr]: In der Nacht des 14. Ululu begann 50 deg nach Sonnenuntergang die Bedeckung des Mondes. Der Himmel war bewölkt.“ - Fortsetzung 407
RÖMISCHE REPUBLIK
(ab urbe condita CCCXXX = 330)
- Konsulartribun Appius Claudius Crassus
Appius oder Titus Claudius Crassus gehört der patrizischen Gens Claudia an. Er ist der Sohn des berüchtigten Appius Claudius Crassus, der die führende Figur der als Decemviri bekannten Gruppe war. Gemäß der Filiationen ist Claudius der Vater des Appius Claudius Crassus, des konsularischen Tribunen von 403. Claudius hat zudem einen jüngeren Bruder namens Publius Claudius Crassus. Über sein Praenomen besteht eine gewisse Unsicherheit: Livius nennt ihn Appius, während Diodor von Sizilien ihn Titus nennt. Im Jahr 424 ist Claudius nun selber konsularischer Tribun. Während seine Amtskollegen Heere im Feld führen, bleibt Claudius in Rom. Dort führt und vollendet er die Wahl der Konsuln für das folgende Jahr. Während seines Amtsjahres tritt er als entschiedener Gegner der Plebejer und ihrer Tribunen auf. - Konsulartribun Spurius Nautius Rutilus
Spurius Nautius Rutilus gehört zur patrizischen gens Nautia. Die Filiationen weisen darauf hin, dass er der Sohn oder, wahrscheinlicher, der Enkel des Spurius Nautius Rutilus ist, der im Jahr 488 Konsul war. Spurius Nautius Rutilus scheint selbst der Vater des Spurius Nautius Rutilus zu sein, der in den Jahren 419, 416 und 404 Konsulartribun sein wird, sowie des Gaius Nautius Rutilus, der im Jahr 411 Konsul sein wird. Livius nennt Nautius bei seiner Darstellung des konsularischen Kollegiums zunächst Naevius, den Angehörigen einer plebejischen gens. Kurz darauf bestätigt Livius jedoch, dass sämtliche Konsulartribunen dieses Jahres Patrizier sind, und in einem späteren Kapitel nennt er ihn Nautius. Da auch andere Quellen, etwa Diodor, ihn Nautius nennen, ist Naevius bei Livius wahrscheinlich ein Fehler des antiken Historikers oder späterer Abschreiber. In diesem Jahr ist Nautilus Konsulartribun und verbringt offenbar den größten Teil seiner Amtszeit außerhalb Roms und führt wahrscheinlich Heere im Feld, da Livius berichtet, dass lediglich sein Amtskollege Claudius für die Comitia und die Wahl des konsularischen Kollegiums des Jahres 423 v. Chr. in Rom bleibt. Nach 424 wird Nautius nicht mehr erwähnt. - Konsulartribun Sextus Julius Iullus
Sextus Julius Iullus gehört zur patrizischen gens Julia und zum Zweig der Julier Iuller, einer der einflussreichsten Familien der frühen Römischen Republik, die vor Sextus Julius fünf Konsuln hervorgebracht hat. Er ist der erste bekannte Sextus unter den Juliern; dieses Praenomen ist sonst mit einem jüngeren Zweig, den Juliern Cäsaren, verbunden, der gegen Ende des 3. Jahrhunderts v. Chr. erscheint. Da keine Filiationen überliefert sind, bleibt seine Verbindung zu den anderen bekannten Juliern Iullern dieser Zeit unklar; es besteht jedoch die Möglichkeit, dass Lucius Julius Iullus sein Sohn ist. Livius gibt Sextus Julius für das Konsularkollegium mit dem Cognomen Tullus an. Dieses Cognomen ist sonst mit den Volscatiern verbunden, einer zu Livius’ Zeit bestehenden gens, die im 1. Jahrhundert v. Chr. an Bedeutung gewinnt. Da die übrigen Quellen bei Iullus beziehungsweise Iulus übereinstimmen, gilt es als wahrscheinlich, dass der antike Historiker hierbei einen Fehler macht. - Im Jahr 424 wird Sextus Julius Iullus zum Konsulartribunen gewählt. Sextus Julius verbringt offenbar den größten Teil seiner Amtszeit außerhalb Roms und führt wahrscheinlich Heere im Feld. Livius erwähnt, dass nur sein Amtskollege Claudius für die Komitien und für die Wahl des Konsularkollegiums des folgenden Jahres in Rom bleibt. - Konsulartribun Lucius Sergius Fidenas (2. Amtszeit)
Lucius Sergius Fidenas ist zum zweiten Mal Militärtribun. - Fortsetzung 423
SAMNITEN
- Die Samniten erobern Pompeji und Capua.
GRIECHEN
(4. Jahr der 88. / 1. Jahr der 89. Olympiade)
Syrakus
- Hermokrates
Hermokrates tritt auf dem Friedenskongress von Gela erstmals politisch hervor und fordert die sizilianischen Griechen mit Erfolg auf, ihre inneren Streitigkeiten beizulegen. - Fortsetzung 415
Molosser / Epirus
Makedonien
- König Perdikkas II. (448–413)
Nach dem Einfall des Sitalkes ist Perdikkas II mit den Spartanern verbündet und unterstützt den Spartaner Brasidas beim Angriff auf Amphipolis. Brasidas erobert Amphipolis von den Athenern, eine ihrer wichtigsten Kolonien, vor allem wegen des leichten Zugangs zu Holz für ihre Flotten. Dieser Verlust stellt für Athen einen schweren Schlag dar und bindet Athen über Jahre hinweg an makedonisches Holz, was die Verhandlungsmacht Makedoniens erheblich stärkt. Als Gegenleistung helfen die Spartaner Perdikkas II bei der Sicherung seiner Grenzen, indem sie einen Angriff auf König Arrhabaios von Lynkestis führen, unterstützt werden sollen dabei die Illyrer (Schlacht von Lynkestis). Die Illyrer wechseln jedoch die Seite und greifen Perdikkas II und seine spartanischen Verbündeten an. Die schlecht ausgebildeten makedonischen Truppen fliehen, und die Spartaner ziehen sich ebenfalls zurück und greifen aus Ärger den makedonischen Tross an. Diese Vorgänge belasten die Beziehungen zwischen Makedonien und dem Peloponnes über Jahre und führen dazu, dass Perdikkas II sich im Folgejahr stärker Athen zuwendet und mit Athen ein Bündnis eingeht. - Fortsetzung 423
Athen
- Peloponnesischer_Krieg (431-404)
Kampf um Megara
Der Beschluss Athens zum Handelsboykott gegenüber seiner Nachbarstadt Megara, das Megarische Edikt, ist einer der Streitpunkte, die 431 zum Ausbruch des Peloponnesischen Krieges geführt haben. Um seine Seeverbindung zu sichern, zieht Megara seine Mauern nach athenischem Vorbild bis zum Hafen Nisaia an der Küste des Saronischen Golfs. Der Verbleib im Peloponnesischen Bund erweist sich für die Handelsstadt Megara immer mehr als Last, und in der Stadt entstehen Zweifel, ob weiterer Widerstand sinnvoll ist. Die Führer der Volkspartei ziehen deshalb einen Bündnisumschwung zugunsten Athens in Erwägung, zumal die Langen Mauern gegenüber dem peloponnesischen Bundesheer eher Sicherheit zu versprechen scheinen als gegenüber der attischen Flotte. Schließlich nehmen sie Kontakt zu den athenischen Feldherren Demosthenes und Hippokrates auf, um ihnen die Stadt zuzuspielen. Entsprechend dem vereinbarten Plan fahren die Athener in der Nacht nach Minoa, um von dort zuerst die Langen Mauern einzunehmen und so die peloponnesische Besatzung in Nisaia am Eingreifen zu hindern. Mit einer List gegenüber den Wachhabenden öffnen die Verschwörer das Tor und lassen die ganz in der Nähe lauernden Athener hinein. Als Erste durchqueren es die Plänkler aus Plataiai und die Epheben unter dem Befehl des Demosthenes, danach etwa 600 Hopliten unter Hippokrates. Die Athener besetzen sofort die Mauern, und die peloponnesischen Wächter flüchten, soweit sie noch nicht getötet sind, in die Zitadelle von Nisaia. Nachdem man in Megara aufmerksam wird, suchen die Verschwörer in der Stadt ihre Mitbürger von der Notwendigkeit eines Ausfalls zu überzeugen, um auch hier die Tore zu öffnen. Als jedoch ein Mitwisser den Anschlag verrät, wird anders entschieden, und die Tore bleiben verschlossen. Die Athener, die über Nacht ihr gesamtes Heer mit 4000 Hopliten und 600 Reitern über die Straße von Eleusis vor die Stadt gebracht haben, wenden sich daraufhin gegen Nisaia, um es mit einer rasch errichteten Straßensperre zu blockieren. Die Peloponnesier in der Zitadelle haben keine Nahrungsreserven und glauben, von den Megarern verraten worden zu sein; sie verlieren die Hoffnung auf Rettung und ergeben sich am folgenden Tag. Inzwischen wird der Feldherr Brasidas, der mit einem Heer bei Korinth lagert, aufmerksam und nähert sich, wobei er mit 300 Auserlesenen vorauseilt. Uneinig und unschlüssig weigern sich die Megarer jedoch, ihn einzulassen. Am folgenden Morgen trifft von Norden ein Heer der Boioter mit 2200 Hopliten und 600 Reitern ein. Nachdem die boiotische Reiterei die attischen Plänkler in der Ebene überrascht und an die Küste zurücktreibt, rücken die attischen Kavalleristen ihrerseits aus und liefern ein längeres Reitertreffen, in dem sie zwar den boiotischen Reiterführer töten, aber sonst keinen entscheidenden Vorteil erzielen. Nachdem auch Brasidas seine Hauptmacht mit 2200 Hopliten aus Korinth, 600 aus Sikyon und 400 aus Phleius herangeführt hat, stehen sich die drei Heere in der Ebene gegenüber, ohne dass eine Seite einen Angriff wagt. Die verbündeten Peloponnesier und Boioter haben mit über 6000 Hopliten einen numerischen Vorteil; da die Athener sich jedoch geschickt entlang der Langen Mauern von Megara und Nisaia aufstellen, müssen sie die Schützen auf den Zinnen fürchten. Die athenischen Feldherren geben sich schließlich als Erste mit dem Erreichten zufrieden und befehlen den Rückzug hinter die Mauern von Nisaia. Danach kommt es auch in Megara zu einer Klärung, und man entscheidet, Brasidas einzulassen. Die Köpfe der Verschwörung suchen das Weite, während die Übrigen sich um eine mit Eiden bekräftigte Aussöhnung mühen. Als sich bald darauf in der Stadt eine strenge Adelsherrschaft etabliert, werden hundert Männer zum Tode verurteilt und hingerichtet. Bei der Schlacht von Megara zeichnen sich die Brüder Platons, Adeimantos und Glaukon, durch besondere Tapferkeit aus. Athen hat wegen einer unbedeutenden Handelskonkurrenz einen Konflikt begonnen, der entgegen den Vorhersagen des Perikles in eine Katastrophe mündet, an deren Ende der Totalverlust des Reiches steht. Megara wird durch den langjährigen Konflikt nachhaltig geschädigt und hat nach dem Krieg, obwohl es zu den Siegern gehört, seine frühere Bedeutung fast vollständig eingebüßt.
Schlacht von Delion
Die Schlacht von Delion findet während des Peloponnesischen Krieges statt. In ihr stehen sich die Athener und die Böotier gegenüber. Die athenischen Feldherren Demosthenes und Hippokrates wollen mit einem Zangenangriff von See und von Land in Böotien einfallen. Demosthenes, der Führer der Expeditionsflotte, segelt jedoch zu früh los und landet bei Siphai an der böotischen Küste des Golfs von Korinth. Die Böotier erfahren von seiner Ankunft, bevor Hippokrates mit dem Hoplitenheer eintreffen kann. Der Plan wird aufgegeben, und Demosthenes zieht sich zurück. Hippokrates gelangt mit seinem Heer nach Böotien und errichtet am Tempel von Delion im Osten Böotiens, nicht weit von Tanagra, eine befestigte Stellung. Nach fünf Tagen sind die Befestigungsarbeiten abgeschlossen. Hippokrates legt eine Garnison nach Delion und schickt das übrige Heer, etwa 10.000 Leichtbewaffnete, wieder heim. Das böotische Heer trifft vor Delion ein. Pagondas von Theben, der Heerführer, drängt auf einen Angriff, weil er überzeugt ist, dass die Athener ansonsten zurückkehren und in Delion einen starken Stützpunkt auf böotischem Boden errichten. Er bezieht mit seinem Heer auf einem Hügel Stellung. Den vermutlich an ein natürliches Hindernis aus Gebüsch, Geröll oder Ähnlichem angelehnten rechten Flügel bilden die Thebaner. Pagondas stellt sie entgegen der üblichen Phalanxgliederung von acht Mann Tiefe in einer Tiefe von 25 Mann auf. Im Zentrum folgen Truppen aus Haliartos, Koroneia und Kopai. Den linken Flügel besetzen Truppen aus Thespiai, Tanagra und Orchomenos; später schließen sich ihnen die Lokrer an. Die Reiterei soll die verwundbare tiefe Flanke des rechten Flügels decken. Aufgrund der beengten Raumverhältnisse stehen die Leichtbewaffneten vermutlich hinter der Front. Die Athener verfügen über etwa dieselbe Anzahl an Hopliten, jedoch nur über etwa 300 Reiter und wenige Leichtbewaffnete. Diese werden überwiegend von den Verbündeten gestellt und sind größtenteils bereits vor der Schlacht entlassen. Da die Athener ihre Phalanx nach dem gewöhnlichen Muster bilden, verfügen sie über eine deutlich größere Frontbreite von etwa 880 Metern als die Böotier mit etwa 700 Metern ohne Reiterei. Über die Verwendung der geringen athenischen Reiterei widersprechen sich die Angaben: Sie deckt entweder das Lager in Delion oder steht an beiden Flügeln der Phalanx; sie greift jedoch nicht in das Gefecht ein. Die Athener greifen das böotische Heer an und drängen trotz des Anlaufs bergauf mit ihrem traditionell stärkeren rechten Flügel den linken Flügel der Böotier zurück. Die wehrfähige Bevölkerung Thespiais wird dabei beinahe vollständig vernichtet. Nach dem Bericht des Thukydides steht der linke Flügel der Böotier bereits kurz vor einer Niederlage. Als die Athener den Gegner schon umfasst haben, bringen sie sich selbst Verluste bei. Die äußeren Ränder zweier Heeresabteilungen gelangen durch die Schwenkungsbewegung bei der Umfassung vermutlich in eine Stellung, in der es jeweils naheliegt, einer Frontverlängerung des Gegners gegenüberzustehen. Während die Athener ihren eigenen linken Flügel eindrücken und umfassen, greift Pagondas mit seinem besonders stoßkräftigen und tief gegliederten rechten Flügel den linken Flügel der Athener bergab an, drängt ihn mühelos immer weiter zurück und droht ihn zu durchbrechen. Da sein linker Flügel bereits umfasst ist und ihm dadurch ein Angriff gegen den Rücken des Zentrums seiner Front droht, steht er jedoch kurz vor einer Niederlage. Seine Reiterei hat bislang als Reserve lediglich den Auftrag, die rechte Flanke der tiefen thebanischen Phalanx zu decken, und ist durch den Gefechtserfolg auf diesem Flügel ungebunden. Pagondas erkennt seine Chance und setzt Teile dieser beweglichen Reserve zur Unterstützung des linken Flügels ein. Die Hopliten des rechten athenischen Flügels sehen sich bereits als Sieger, erblicken jedoch frische feindliche Reiterei, die anreitet und in das Gefecht eingreift, und verlieren den Mut. Die Anstrengungen des Sturms bergauf, des anschließenden Kampfes sowie die Hoffnung auf den greifbaren Sieg und das Ende der Schlacht lassen keine erneute Belastung zu. Gleichzeitig drängt Pagondas auf dem anderen Flügel, keine 800 Meter entfernt, die Athener immer weiter zurück und steht kurz vor dem Durchbruch in den Rücken des athenischen Heeres. Den Athenern bleibt nur die Flucht. In der Schlacht kommen rund 500 Böotier und 1000 Athener ums Leben, darunter der athenische Feldherr Hippokrates. Die Böotier verfolgen die Athener bis zum Sonnenuntergang. Den Fliehenden gelingt es, sich in ihr befestigtes Lager in Delion zu retten. Die Böotier teilen ihnen jedoch mit, dass sie das Tempelgelände als heiligen Ort betrachten und die Athener es zu verlassen haben. Die Athener antworten, sie hätten den Platz mit dem Recht des Eroberers gewonnen; nun sei er ihnen selbst heilig, und sie handelten zudem nur zur Selbstverteidigung. Zwei Wochen stehen sich beide Seiten gegenüber. Die Böotier erhalten Verstärkung durch 2000 korinthische Hopliten. Den Korinthern zufolge setzen diese mit einer Art Flammenwerfer die Stellung der Athener in Brand. Dabei kommen etwa 200 Athener ums Leben; den Übrigen wird freier Abzug gewährt. Demosthenes, der Führer der Seeexpedition, trifft ein, kann jedoch nichts mehr ausrichten, weil sich die Lage inzwischen grundlegend zum Nachteil der Athener gewandelt hat, und wird schnell von den Böotiern vertrieben. Der böotisch-thebanische Sieg hat keine strategischen Auswirkungen. Athen kann die relativ geringen Verluste leichter verwinden als den moralischen Schock der Niederlage. Sparta, der eigentliche Gegenspieler Athens im Peloponnesischen Krieg, erzielt keine spürbaren Vorteile. Die Bedeutung der Schlacht liegt im taktischen Bereich. Pagondas führt Neuerungen ein, die Vorbereitung für bahnbrechende Weiterentwicklungen sein sollen. Der gut dokumentierte Verlauf ermöglicht erstmals den Nachweis taktischer Entwicklungen, die vielleicht schon zu einem früheren Zeitpunkt vorhanden, jedoch nicht aufgezeichnet sind. Pagondas’ asymmetrische Aufstellung wird Vorbild für den thebanischen Feldherrn Epaminondas, der ihr später eine entscheidende Abwandlung gibt, indem er den linken statt des rechten Flügels verstärkt. Der Einsatz gilt als erster nachgewiesener schlachtentscheidender Einsatz einer Reserve. Der Einsatz von Reiterei zur Abwehr einer Hoplitenformation wertet die Rolle der Reiterei nachhaltig auf und bereitet die spätere Entwicklung der Kavallerie durch die Makedonen vor. In der Kriegführung des antiken Griechenlands ist die Verfolgung eines geschlagenen Feindes bis zur Schlacht von Delion verpönt. Später prominent werdende athenische Teilnehmer sind der Philosoph Sokrates, der spätere Feldherr und Politiker Alkibiades sowie der frühere Feldherr Laches, der als einfacher Hoplit mitkämpft. Thebens Stadtzentrum erlebt dank des Verkaufs von Kunstgegenständen, die von gefallenen und sich zurückziehenden Athenern erbeutet werden, eine künstlerische und architektonische Renaissance.
Sokrates (45)
Sokrates nimmt an der Schlacht von Delion teil. Beim Rückzug nach der Niederlage bewährt er sich durch Besonnenheit, Entschlossenheit und Mut und flieht nicht kopflos wie andere. In Platons Darstellung wird er in diesem Zusammenhang als jemand gezeigt, der Kälte, Hunger und sonstige Entbehrungen erträgt. - Thukydides wird in das Zehnerkollegium der Strategen gewählt und sieht sich mit der Aufgabe konfrontiert, das thrakische Amphipolis vor der Übernahme durch Brasidas zu schützen, scheitert jedoch, was die Athener ihm als schuldhaftes Versagen anlasten und einen Beschluss zu seiner Verbannung fassen.
- Schauspiel "Die Ritter" (Schauspiel von Aristophanes)
Die Ritter, griechisch Hippeis, ist eine Komödie des griechischen Dichters Aristophanes. Das Stück wird bei den Lenäen aufgeführt und mit dem ersten Preis ausgezeichnet. Aristophanes veröffentlicht seine drei ersten Werke anonym und lässt sie von Kallistratos spielen, führt dieses Stück jedoch selbst auf. Inhalt: Im Haushalt des senilen und reizbaren Demos, der Personifikation des Volkes, beschweren sich zwei Sklaven über ihren neuen Kollegen Paphlagos, wörtlich „der aus Paphlagonien“. Paphlagos beginnt, die Kontrolle über den Haushalt des Demos zu übernehmen, spioniert seine Kollegen aus und verlangt Schutzgeld. Er stellt die Verdienste der anderen Sklaven als seine eigenen dar, wird schließlich zum engen Vertrauten seines Herrn und beeinflusst ihn zu seinen Gunsten. Ein Orakel prophezeit, dass Paphlagos nur von einem noch schlimmeren Schurken gestürzt werden kann. Die namensgebenden Ritter suchen nach diesem Schurken und finden ihn in Gestalt eines Wursthändlers. Dieser tritt in einer Reihe von Wettbewerben gegen Paphlagos an, wobei Demos als Schiedsrichter fungiert. Der Wursthändler gewinnt schließlich, weil er sich Demos mit teuren Geschenken als Liebhaber anbietet und ihm Unsterblichkeit verspricht. Der betagte Demos lässt sich verführen und bietet dem Wursthändler die Stellung des Paphlagos an. Paphlagos wird zum Schweigen gebracht, und der Wursthändler verwendet seine magischen Kräfte, um Demos so lange zu kochen, bis von ihm nur die Essenz eines guten Hausherrn übrig ist. Dieser Vorgang leitet die politisch-ethische Erneuerung des Demos ein, die zu seiner Herrschaft über ganz Griechenland führt und ihm letztlich auch eine Geliebte einbringt. - Die Ritter gelten gemeinhin als politisches Werk, dessen Erfolg beim Publikum hauptsächlich auf der satirischen Verzerrung des bekannten Heerführers Kleon beruht. Der intrigante Sklave Paphlagos könnte nach Kleons Vorbild entstanden sein. Insbesondere die Bezeichnung Paphlagons als Gerber erinnert stark an Kleons Vergangenheit, die nur durch ein Scholion bezeugt ist: Kleon entwickelt sich vom Besitzer einer Gerberei zu einem einflussreichen Politiker. Auch eine Stelle in Die Acharner kann nicht nur als Werbung für Die Ritter gelesen werden. Angesichts dieser dünnen Beweislage plädiert der Althistoriker Robin Osborne für einen vorsichtigen Umgang mit weiterführenden Interpretationen. Die Komik des Stückes beruht laut Osborne auf dem undurchschaubaren Verhalten des Paphlagon: Einerseits verhält er sich so, wie es Kleon in den Augen des Publikums tut oder tun würde, andererseits tut er häufig auch das Gegenteil. Die beiden Sklaven werden, weil sie über die Schlacht von Sphakteria sprechen, oft mit Nikias und Demosthenes gleichgesetzt, die sich über Kleon beklagen. Gegen Ende der ersten Szene fordert eine Parabase die Zuschauer dazu auf, älteren Bühnenautoren, die nicht mehr aktiv sind oder deren Werke den Zeitgeist kaum noch treffen, wegen ihrer früheren Verdienste ein Ruhegehalt zukommen zu lassen. Die damaligen Hersteller von Theatermasken weigern sich, für die Rolle des Paphlagos, die Aristophanes möglicherweise selbst spielt, eine porträtähnliche Fratze anzufertigen. Einzelnen Vermutungen zufolge ist der Komödiendichter Eupolis am Verfassen des Stücks beteiligt. Christoph Martin Wieland übersetzt Die Ritter ins Deutsche und schreibt eine ausführliche Anmerkung über den in der dritten Szene erwähnten Seher Bakis. Diese Anmerkung inspiriert Johann Wolfgang von Goethe zu seinem Gedicht Weissagungen des Bakis. Der britische Premierminister Stanley Baldwin empfiehlt das Werk politischen Führungspersönlichkeiten, weil es zeigt, wie Kleon von einem Wursthändler übertroffen wird. - Fortsetzung 423
Olympia
- Dorieus, Sohn des Diagoras von Rhodos, gewinnt zum dritten Mal das Pankration bei den Olympischen Spielen und wird damit neuerlich Periodonike.
Messenien
- beim nächsten Eintrag Fortsetzung 369
Sparta
Bosporanisches Reich
ODRYSEN
- König Sitalkes (431–424)
Sitalkes wird von den thrakischen Triballern getötet. Ihm folgt Seuthes I. auf dem odrysischen Thron. - König Seuthes I. (um 424-411)
Seuthes ist der Sohn von Sparatocos (Sparadocus) und der Enkel von Teres I., und während sein Vater Sparadocus der erste odrysische Monarch ist, der nachweisbare Münzprägung hinterlässt, folgt Seuthes seinem Onkel Sitalces auf den Thron; obwohl der zeitgenössische Thukydides lediglich angibt, dass Sitalces im Verlauf eines erfolglosen Feldzugs gegen die Triballer stirbt und von seinem Neffen Seuthes abgelöst wird, sehen einige Gelehrte aufgrund der Umstände und einer späteren Anschuldigung Philipps II. von Makedonien gegen die Athener Seuthes’ Thronbesteigung als Ergebnis einer Verschwörung, was jedoch nicht zwingend ist, und Seuthes wird bereits vor seiner Thronbesteigung als höchster Beamter des Sitalces beschrieben, während andere darauf hinweisen, dass die Odrysen wahrscheinlich dem Prinzip der Tanistry bei der Nachfolge folgen und Seuthes als Sohn des offenbar älteren Bruders von Sitalces einen Vorrang gegenüber dessen Söhnen haben könnte; nach seiner Thronbesteigung erhöht Seuthes I. den Tribut für seine Schatzkammer und ist in der Lage, jährlich etwa 400 Talente in Silber und Gold einzuziehen, Geschenke an den König nicht mitgerechnet. König Sitalkes (431–424) - Fortsetzung 418
ACHÄMENIDENREICH
- König Artaxerxes I. (465–424)
Artaxerxes I. stirbt in Susa und wird in Naqsch-e Rostam bei Persepolis bestattet. Zu den Kindern Artaxerxes’ I. von Damaspia gehört Xerxes II.; von Alogyne aus Babylon stammt Sogdianos; von Cosmartidene aus Babylon stammen Dareios II. und Arsites; von Andia aus Babylon stammen Bogapaios und Parysatis, die Ehefrau des Dareios II. Ochos wird. Von einer anderen, möglicherweise unbekannten Frau hat er eine namentlich nicht genannte Tochter, die mit Hieramenes verheiratet ist und Autoboesakes und Mitraios zur Welt bringt. Von verschiedenen Ehefrauen hat er außerdem elf weitere Kinder. - König Xerxes II. (424–423)
Im Jahr 424 datiert die letzte Inschrift, die Artaxerxes I. noch als lebend erwähnt. Xerxes II. folgt ihm auf den Thron und herrscht 45 Tage lang, wobei er nur über die persischen Kernlande Kontrolle besitzt. Zwei uneheliche Brüder erheben ebenfalls Anspruch auf den Thron: Sogdianos, ein Sohn Artaxerxes’ I. und dessen babylonischer Nebenfrau Alogyne, sowie Dareios II., ein Sohn Artaxerxes’ I. und dessen babylonischer Nebenfrau Kosmartidene. Dareios II. ist mit seiner gemeinsamen Halbschwester Parysatis verheiratet, einer Tochter Artaxerxes’ I. und dessen babylonischer Nebenfrau Andia. Xerxes II. wird nur in Persien als König anerkannt, während Sogdianos in Elam anerkannt wird. Xerxes II. wird, als er betrunken ist, von Sogdianos mit Unterstützung des Pharnakyas und des Menostanes ermordet; nach Ktesias besitzen Pharnakyas und Menostanes großen Einfluss auf Sogdianos. - Fortsetzung 423
KUSCH
INDIEN
Haryanka
Anuradhapura
CHINA
Zeit der Streitenden Reiche
(37./ 38. Zyklus, Jahr der Feuer-Schlange; am Beginn des Jahres Feuer-Drache)
Jin
Qin
- Herzog Ling (424–415)
Ling tritt die Nachfolge seines Großvaters Herzog Huai an, nachdem dessen Sohn, der Kronprinz Zhaozi, Lings Vater, bereits früh verstorben ist. - Ying Shixi (auch Ying Lian) wird aus dem Haus Ying geboren, sein Vater ist Herzog Ling, der 25. Herrscher des Staates Qin.
- Fortsetzung 419
Zhou
Wei
- Markgraf Wen (424-396)
Wen nimmt den Titel Herzog aus eigener Initiative an und erklärt 424 zum ersten Jahr seiner eigenen Regierungszeit. - Fortsetzung 409
Qi
Chu
JAPAN
QUELLEN
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13.05.2009 Artikel eröffnet
19.05.2023 Grundstock erstellt
18.08.2026 Grundstock ergänzt