737
MAYA
Tikal
Naranjo
Copan
PIKTEN
KELTEN
Uí Néill
Ulaid
Connacht
Leinster
Uí Mháine
Dalriada
- König Muiredach mac Ainbcellaig (733–736)
Muiredach erleidet eine Niederlage gegen die Picts von Fortriu, angeführt von Talorgan mac Fergusa (Bruder von Óengus), bei „Cnoc Cairpri in Calathros at Etarlinde“; dies markiert wahrscheinlich das Ende seiner Herrschaft. Das unabhängige Königreich Cenél Loairn und Dál Riata endet und wird Teil des Pictenreichs unter Óengus mac Fergusa. - Der ehemalige König Dúngal kehrt aus seinem Exil in Irland zurück; er und sein Bruder Feradach werden gefangen genommen und in Ketten gelegt. Die Festungen Creic und Dunadd werden erobert und verbrannt. Muiredach vom Cenél Loairn wird ebenfalls besiegt, und die Dalriadaner erleiden schwere Verluste gegen Talorgan mac Fergusa, den Bruder von Óengus.
- Fortsetzung 768
Königreich Strathclyde
Gwynedd
Königreich Powys
ANGELSACHSEN
Northumbria
- König Ceolwulf (729–737)
Ceolwulf entscheidet sich, auf die Königsherrschaft zu verzichten und die weltliche Macht aufzugeben. Er setzt seinen Vetter Eadberht als Nachfolger auf den Thron von Northumbria und bereitet damit einen geordneten Herrscherwechsel vor. Nach seiner Abdankung tritt Ceolwulf in das Kloster Lindisfarne ein und lebt fortan als Mönch. Dem Kloster überträgt er Ländereien bei Warkworth in Northumberland, was seine enge Verbindung zu Lindisfarne und sein Engagement für die kirchliche Gemeinschaft unterstreicht. Chronisten des 11. und 12. Jahrhunderts überliefern, dass Ceolwulf den Mönchen den Genuss von Wein und Bier erlaubt und damit relativ großzügige Lebensgewohnheiten im Kloster duldet. Er verbringt die letzten 27 Jahre seines Lebens in Lindisfarne und bleibt dort als ehemaliger König und Mönch präsent. - König Eadberht (737–758)
- Erzbischof Egbert (York, 735-766)
- Bischof Frithubeorht (Hexham, 734–766)
- Bischof Æthelwald von Lindisfarne (721–740)
- Fortsetzung 740
Mercia
- König Æthelbald (716–757)
- Bischof Aldwine (Lichfield und Leicester, 721-737)
Aldwine stirbt. Nothhelm, der Erzbischof von Canterbury, teilt die Diözese in zwei Teile; Witta wird für Lichfield zuständig und Torhthelm für Leicester; bei Witta und seinen Nachfolgern sind nur die Namen und die ungefähren Amtszeiten bekannt, sodass sich eine Berücksichtigung in dieser Chronik nicht lohnt; erst im Jahr 779 folgt ein Bischof, über den wieder Details bekannt sind (Hygebehrt); für Torhthelm sieht es ähnlich aus; dort folgt erst im Jahr 781 wieder ein nennenswerter Bischof (Unwona). - Bischof Wilfrith I. (Worcester, 718–743/745)
- Bischof Cuthberth (Hereford, 736-740)
- Fortsetzung 740
East Anglia
Königreich Wessex
- König Æthelheard (726-740)
- Bischof Forthhere (Sherborne, 709-736/737)
Über Forthheres Nachfolger sind nur die Namen und die ungefähren Amtszeiten bekann, sodass sich eine Aufnahme in diese Chronik nicht lohnt. - Lullus, um 710 in Wessex geboren und Mönch im Benediktinerkloster Malmesbury ein, pilgert nach Rom und begegnet dort Bonifatius, dem er sich für die Mission in Germanien anschließt.
Königreich Essex
Königreich Kent
- König Eadberht I. (West-Kent, 725-748)
- König Æthelberht II. (Ost-Kent, 725–762)
- Erzbischof Nothhelm (Canterbury, 735–739)
- Bischof Ealdwulf (Rochester, 727–739)
FRÄNKISCHES REICH
- König Theuderich IV. (721-737)
- Interregnum (737-743)
- Hausmeier Karl Martell (717-741)
Im Frühjahr stirbt der von Karl Martell eingesetzte Merowingerkönig Theuderich IV. im Alter von etwa 25 Jahren. Karl Martell setzt Theuderichs Sohn Childerich III. ab, sperrt ihn in ein Kloster, und verzichtet darauf, einen neuen König auf den Thron zu setzen. Erst seine Nachfolger Karlmann und Pippin der Jüngere werden 743 wieder einen Schattenkönig einsetzen.
In Südgallien herrschen Muslime in Teilen von Septimanien mit dem Schwerpunkt Narbonne, das seit 719 unter Kontrolle von Truppen des umayyadischen Kalifats steht.
Schlacht bei Avignon
Karl Martell erhält Nachricht von der Festsetzung der Sarazenen in Avignon und von der Unterstützung durch Teile des provencalischen Adels. Daraufhin entscheidet er sich, einen größeren Feldzug in den südlichen Raum des Frankenreichs zu führen, um sowohl den innerfränkischen Widerstand als auch die muslimische Präsenz zurückzudrängen. Karl sammelt sein Heer in Austrasien und Burgund und bezieht auch Kontingente langobardischer Verbündeter in den Zug ein. Parallel dazu operiert sein Halbbruder Childebrand mit fränkischen Truppen bereits im Süden und hält den Raum um Avignon militärisch unter Druck, um den späteren Hauptstoß zu erleichtern. Karl Martell zieht mit seinem Heer die Rhône abwärts in Richtung Provence und stößt dabei auf Gebiete, die teils vom aufständischen Herzog Maurontus, teils von arabischen Garnisonen beherrscht werden. Der Feldzug zielt zunächst darauf, die Verbindungslinien der muslimischen Truppen zu schwächen und ihre Stützpunkte zu isolieren, bevor die Hauptfestung Avignon direkt angegriffen wird. Anschließend schließt das fränkische Heer Avignon ein und beginnt mit einer offenen Belagerung der stark befestigten Stadt. Die fränkischen und langobardischen Truppen rücken vor die Mauern, errichten Belagerungsstellungen und bereiten Sturmgeräte vor, während die arabische Garnison versucht, die Stadt zu halten. Karl Martell befiehlt schließlich den Frontalangriff auf die Befestigungen der Stadt. Seine Truppen setzen Rammböcke gegen die Tore ein und benutzen Sturmleitern, um die Mauern zu erklimmen, bis die Verteidigung der Garnison zusammenbricht und die Franken in die Stadt eindringen. Nach der Einnahme lässt Karl Martell Avignon niederbrennen und die Befestigungsanlagen weitgehend zerstören, um der muslimischen Seite jeden erneuten militärischen Nutzen dieser Stellung zu nehmen. Damit beendet er die arabische Herrschaft in Avignon und entreißt Maurontus und seinen Verbündeten einen zentralen Machtstützpunkt in der Provence.
Nach dem Erfolg von Avignon marschiert Karl Martell weiter nach Westen in Richtung Septimanien und beginnt den Feldzug gegen Narbonne, das als zentrales Ziel seiner Offensive gilt. Er richtet eine Belagerung gegen die stark befestigte und von arabisch‑berberischen Truppen sowie gotischen Verbündeten gehaltene Stadt ein und versucht, sie vom Umland abzuschneiden. Während die Belagerung von Narbonne andauert, formiert sich in al-Andalus ein Entsatzheer aus arabischen und berberischen Truppen, das unter Führung eines Statthalters wie Yusuf ibn Abd ar-Rahman oder eines von ihm gesandten Befehlshabers in Richtung Narbonne zieht. Dieses Heer überschreitet die Pyrenäen, marschiert durch Septimanien und versucht, Narbonne von Süden bzw. Südwesten her zu entsetzen, um die fränkische Belagerung zu brechen.
Schlacht an der Berre
Karl Martell erfährt vom Anmarsch des Entsatzheeres und entscheidet, den Gegner nicht unmittelbar vor Narbonne, sondern in offenem Gelände abzufangen. Er bricht mit seinem Heer von der Belagerung auf und zieht in Richtung der Berre, eines Gewässers in der Nähe der Mittelmeerküste bzw. südwestlich von Narbonne, um den Weg der muslimischen Truppen zu kreuzen. Die beiden Heere treffen sich im Bereich der Mündung oder unteren Läufe der Berre, wo sumpfiges oder wasserreiches Gelände die Bewegungen der Truppen beeinflusst. In der folgenden Schlacht gelingt es den Franken, das Entsatzheer zu durchbrechen, den feindlichen Anführer zu töten oder entscheidend zu schlagen und die gegnerischen Reihen in Unordnung zu bringen, sodass die muslimischen Soldaten in Richtung Küste und Wasserläufe fliehen. Auf der Flucht geraten zahlreiche Kämpfer des Entsatzheeres in die Gewässer und Küstensümpfe bei der Berre, wo viele durch Gedränge, Ertrinken und den Beschuss oder Angriff der Franken umkommen. Die fränkischen Truppen verfolgen die Flüchtenden, setzen ihnen über das Wasser hinweg nach und richten in den zersprengten Verbänden schwere Verluste an, sodass das Entsatzheer weitgehend vernichtet wird. Nach dem Sieg an der Berre setzt Karl Martell den Druck auf Septimanien fort und verwüstet Städte und Befestigungen im Umland, darunter Orte wie Béziers, Agde, Maguelone oder Nîmes, um die muslimische Machtbasis zu schwächen. Dennoch bleibt Narbonne selbst trotz des geschlagenen Entsatzheeres unter muslimischer Kontrolle, da Karl Martell die Stadt nicht erobert, und sie erst Jahrzehnte später im Jahr 759 endgültig an das Frankenreich fallen wird.
Nach Abschluss des Feldzuges kehrt Karl Martell als unangefochtener militärischer Führer des Frankenreichs zurück, während im Süden zwar Narbonne arabisch bleibt, Burgund und Provence aber stärker an das Reich gebunden sind.
Karl Marell schickt seinen Sohn Pippin III. zum Langobardenkönig Liutprand – die nach langobardischer Art adoptierte Beziehung sichert das Bündnis. - Bischof Sigebald (Metz, 716–741)
- Bischof Willibrord (Utrecht, 695–739)
- In den Jahren 737/738 folgt Gregor von Utrecht Bonifatius nach Rom.
- Bischof Floribert I. (Lüttich, 727–746)
- Bischof Reginfrid (Köln, 737–743/745)
Reginfrid wird Bischof von Köln als Nachfolger des Alduin. - Bischof Geroldus (Mainz, 724-743)
- Bischof Milo von Trier (Trier 715–753, Reims 717-744)
- Abt Wigbert von Fritzlar wird auch Abt im Kloster Ohrdruf.
- Fortsetzung 738
Herzogtum Aquitanien
Herzogtum Elsass
Herzogtum Alemannien
- Herzog Theudebald (709–746)
- Bischof Arnefrid (Konstanz, 736?–746?)
- Abt Otmar von St. Gallen (Kloster St. Gallen, 719–759)
Herzogtum Baiern
LANGOBARDENREICH
- König Liutprand (712–744)
Liutprand verbündet sich mit Karl Martell, indem er dessen Sohn Pippin adoptiert, und indem er Truppen für Karls Feldzug stellt. - Erzbischof Theodorus II. (Mailand, 732-739)
Herzogtum Friaul
- Herzog Pemmo (706-737/739)
737/739: Der Patriarch Calixtus von Aquileia vertreibt den exilierten Bischof Amator von Julia Carnica aus Forum Julii. Pemmo greift ein, nimmt den Patriarchen gefangen und gerät dadurch in Konflikt mit König Liutprand. Der König setzt Pemmo ab und überträgt das Herzogtum an dessen ältesten Sohn Ratchis. - Herzog Ratchis (737/739-744)
Pemmo will daraufhin mit seinen Anhängern zu den Slawen fliehen, doch Ratchis bringt den König zu einer Versöhnung. Pemmo und seine Söhne Ratchait und Aistulf werden begnadigt, während die übrigen Mitstreiter eingesperrt werden. Später stiftet Ratchis zu Ehren seines Vaters Pemmo einen Altar. Die Inschrift berichtet, dass der „berühmte und edle Pemmo“ die zerstörte Johannes-Kirche wieder aufbaut und sie mit vielen Geschenken schmückt. Über das weitere Leben Pemmos ist nichts überliefert. [Anmerkung: Die englische Wikipedia datiert den Regierungswechsel und die damit verbundenen Ereignisse ins Jahr 739.]
Herzogtum Spoleto
- Herzog Transamund II. (1. Amtszeit 719/720–739)
In den Jahren 737 oder 738 erobert Transamund das Kastell Gallese und unterbricht damit die Verbindung zwischen dem byzantinischen Exarchat und Rom. Papst Gregor III., der in Transamund sowohl einen möglichen Verbündeten als auch einen gefährlichen Gegner sieht, schließt mit ihm ein Bündnis. Gegen ein hohes Lösegeld übergibt Transamund Gallese an den Papst und verspricht, nicht mehr gegen Rom zu kämpfen. Damit gerät er in Konflikt mit König Liutprand, dessen Ziel die Eroberung Roms bleibt. Auch der dux Godescalc von Benevent, der ohne Einwilligung des Königs seinem verstorbenen Neffen Gregorius nachfolgt, schließt sich dem Bündnis an.
Herzogtum Benevent
SPANIEN
Königreich Asturien
- König Pelayo (718–737)
Pelayo stirbt in Cangas de Onís. Schon im Mittelalter erklären die christlichen Spanier Pelayo zum Nationalhelden; er steht für die Kontinuität zwischen dem untergegangenen Westgotenreich und dem von ihm gegründeten asturischen Reich. Diese Vorstellung der Wiederherstellung des Westgotenreichs (Neogotismus) entsteht bereits im 9. Jahrhundert am asturischen Hof. Die Forschung bleibt jedoch uneinig darüber, inwieweit tatsächlich eine Verbindung zwischen dem Westgotenreich und dem Reich Pelayos besteht oder ob diese erst später propagandistisch gefestigt wird. Der Name Pelayo bleibt bis in die jüngste Geschichte beliebt, um Kontinuität zu signalisieren: Ein spanisches Kriegsschiff sowie die franquistische Jugendorganisation „Pelayos“ werden nach ihm benannt und knüpfen allein durch die Namensgebung an die Ideale der Reconquista und der Westgoten an. - König Fafila (737–739)
Nach Pelayos Tod geht die Herrschaft auf seinen einzigen Sohn Fafila (spanisch Favila) über, der nun zweiter König von Asturien wird. In Cangas de Onís, das als Königssitz des jungen asturischen Reiches dient, lässt er emeinsam mit seiner Gemahlin Froiliuba an einem bereits zuvor kultisch bedeutenden, megalithischen Ort die Kirche Santa Cruz errichten, die als frühe christliche Repräsentationskirche des Königtums in Asturien gilt. - Fortsetzung 739
REPUBLIK VENEDIG
- Doge Orso Ipato (726-737)
Im Verlauf der 730er Jahre verschärfen sich Spannungen zwischen verschiedenen Gemeinden der Lagune, besonders zwischen Heraclea und Equilio (Iesolo), die beide einen hohen Grad an Eigeninteresse und Rivalität entwickeln. Die Gegner des Dogen werfen ihm Hochmut und Anmaßung vor und verurteilen seine starre Haltung gegenüber den Einwohnern von Iesolo. Aus den lokalen Spannungen entsteht ein offener bewaffneter Konflikt zwischen den Lagunenorten, an dem Orso sich aktiv beteiligt und auf Seiten Heracleas in den Kampf eingreift, statt zu vermitteln. Nach etwa elf Jahren und fünf Monaten im Amt schlägt die Stimmung um; seine eigenen Anhänger machen ihn für den Krieg verantwortlich, stürzen ihn und töten ihn um 737 auf brutale Weise.
Nach der Ermordung Orsos sieht sich der byzantinische Exarch von Ravenna veranlasst, die Ordnung in der für Byzanz wichtigen Lagunenregion unmittelbar wiederherzustellen. Er entscheidet, das traditionelle, auf längere Dauer angelegte Dogat nicht neu zu besetzen und stattdessen eine stärker kontrollierte Zwischenregierung einzusetzen. Der Exarch ordnet an, dass Venedig künftig nicht mehr von einem Dogen, sondern von jährlich wechselnden magistri militum regiert wird, die direkt der byzantinischen Zentralgewalt unterstehen. Diese Entscheidung markiert den Beginn eines Interregnums, das in den Quellen auf die Jahre 737 bis 742 datiert wird und in dem vom Folgejahr an fünf solcher Militärbefehlshaber nacheinander die weltliche Gewalt in Venedig ausüben. - Fortsetzung 738
ERSTES BULGARISCHES REICH
BYZANTINISCHES REICH
- Kaiser Leo III. (717–741)
- Papst Gregor III. (731–741)
- Patriarch Anastasios (Konstantinopel, 730-754)
IBERIEN
- 693: Guaram: Guaram III folgt kurz vor 693 seinem Vater oder Großvater Guaram II. als herrschender Fürst von Iberien nach. Er erhält vom Byzantinischen Reich den Titel eines Curopalates und steht damit in einem Vasallenverhältnis zu Byzanz. Vor 693 übt das Byzantinische Reich noch Einfluss im Kaukasus aus, was sich in der Verleihung des Titels an Guaram III. widerspiegelt. Um 693 vertreibt das wiedererstarkte Umayyadenkalifat die Byzantiner aus dem Kaukasus, sodass Guaram fortan auch im Einflussbereich der Umayyaden als Vasall herrscht. Um die Zeit Guarams III, also bis etwa 748, berichtet die um 800 verfasste Chronik des sogenannten Pseudo-Juansher von den Fürsten Mihr und Archil. Deren Stellung unterscheidet sich jedoch von der Guarams: Mihr, Archil und später Archils Söhne Iovane und Juansher sind keine herrschenden Fürsten von Iberien, sondern regionale Herrscher im östlichen Teilgebiet Kakheti. Guaram III. hat einen Sohn gleichen Namens, Guaram (auch Gurgen genannt), der die dynastische Linie fortsetzt. Außerdem hat er zwei namentlich nicht überlieferte Töchter; eine heiratet den chosroidischen Prinzen Archil, die andere den bagratidischen Prinzen Vasak und verbindet so die Guaramiden mit zwei weiteren führenden georgischen Fürstenhäusern. Guarams Sohn Guaram/Gurgen heiratet eine Prinzessin aus dem Haus der Nersianiden, die Tochter von Adarnase III; aus dieser Ehe geht Stephan III hervor, der als Sohn von Guaram/Gurgen und Enkel von Guaram III die Nachfolge in der Herrscherlinie der Guaramiden antritt. Fürst Guaram II. (684/685-vor 693)
DABUYIDEN
ARABER
(118/119/120 - 28./29. Dezember // 8./8. Januar)
Umayyaden
- Kalif Hischām ibn ʿAbd al-Malik (724–743)
- Nach jahrzehntelangen Kämpfen mit den Chasaren im Kaukasusgebiet gelingt den Muslimen der Vorstoß bis an die Wolga und die Durchsetzung eines dauerhaften Friedens.
- Statthalter Asad ibn Abdallah al-Qasri (Chorasan, 2. Amtszeit 734–738)
Asad führt erneut seine Truppen nördlich des Oxus in einen Vergeltungsfeldzug gegen Chuttal, dessen Herrscher mit Ḥārith und den Türgesch kooperiert. Asad nimmt mehrere Festungen ein und verwüstet das Land, worauf der Regent von Chuttal, Ibn as‑Saʿīdschī, den Türgesch‑ḫāqān Suluk um Hilfe ruft. Das Eintreffen der Türgesch‑Armee überrascht die weit im Land verstreuten arabischen Truppen und löst einen panikartigen Rückzug über den Oxus aus. Die Türgesch verfolgen sie und greifen in der "Schlacht um den Tross" den arabischen Gepäckzug an, den Asad vorausgeschickt hat, und vernichten ihn fast vollständig, bevor Asads Hauptheer rechtzeitig heranrückt und die Reste rettet; beide Seiten beziehen anschließend Winterquartiere. Der ḫāqān bleibt jedoch in Chorasan und zieht sich nicht nach Norden zurück, was für die Araber ein bedrohliches Signal ist. Ḥārith tritt nun wieder offen hervor und schließt sich ihm an, wobei er den ḫāqān drängt, die Zersplitterung des arabischen Heeres in den Winterquartieren zu nutzen und den Vormarsch fortzusetzen. Zu Beginn des Dezember führt der ḫāqān ein 30'000 Mann starkes Türgesch‑Heer, dem nahezu alle einheimischen Herrscher Transoxaniens und des Oberen Tucharistan Kontingente stellen, nach Süden. Die Türgesch umgehen Balch und marschieren nach Dschūzǧān in der Hoffnung, auch die hephtalischen Fürsten des Unteren Tucharistan zum Aufstand zu bewegen, was aber misslingt, da der König von Dschūzǧān sich Asad anschließt. Asad rückt mit den verfügbaren Kräften vor und trifft den ḫāqān und Ḥārith unvorbereitet in der Nähe von Ḫaristān, wo sie nur von etwa 4000 Mann begleitet sind, während der Rest ihrer Truppen plündernd umherzieht. In der darauf folgenden Schlacht von Ḫaristān fügt Asad den Türgesch eine entscheidende Niederlage zu; Ḥārith und der ḫāqān können nur knapp entkommen und fliehen über den Oxus nach Norden, während die südlich des Oxus verstreuten Türgesch‑Abteilungen von Dschudayʿ al‑Kirmānī größtenteils einzeln aufgerieben werden. Nach diesem Sieg entsendet Asad ein weiteres Expeditionskorps gegen Badr Tarkhān, möglicherweise einen Fürsten von Bamiyān in Ghur, der die Wirren des vergangenen Jahres genutzt und Chuttal erobert hat. Der Feldzug ist erfolgreich, Chuttal wird wieder unter arabische Kontrolle gebracht. - Statthalter Hanzala ibn Safwan al-Kalbi (Ägypten, 2. Amtszeit 737–742)
Nach mehreren gescheiterten Gouverneuren in Ägypten entscheidet sich Hischam, Hanzala ibn Safwan erneut als Statthalter von Ägypten einzusetzen. Hanzala löst damit Abd al‑Rahman ibn Khalid al‑Fahmi ab. - Statthalter Ubayd Allah ibn al-Habhab (Ifriqiya, 734–741)
- Statthalter Uqba ibn al-Hajjaj (al-Andalus, 734-740)
Uqba entsendet ein Heer über die Pyrenäen, um dem muslimischen Gouverneur von Narbonne militärische Unterstützung zu leisten. In der folgenden Schlacht am Fluss Berre geraten die andalusisch‑umayyadischen Kontingente in eine ungünstige Lage, können ihre Stellung nicht behaupten und werden schließlich von den karolingischen Kräften geschlagen und in die Flucht geschlagen. - Imam Ja'far al-Sadiq (732–765)
- Papst und Patriarch Theodoros I. (Alexandria, 730–742)
- Griechisch-orthodoxer Patriarch Kosmas I. (Alexandria, 727–768)
- Universität Ez-Zitouna
Um 737 herum setzt an der Großen Ez‑Zitouna‑Moschee im späteren Tunis ein stärker institutionalisierter Unterricht ein, der über reine Koranstudien hinausgeht und schrittweise die Form einer Madrasa annimmt, sie gilt als Vorgängerinstitution der Universität Ez-Zitouna. - Fortsetzung 738
- 736: Asad: Im Jahr 736 säubert Asads Heer die Berge des Oberen Tucharistan von den verbliebenen Anhängern Ḥāriths. Viele von ihnen, darunter einige Verwandte Ḥāriths, werden von Asads Befehlshaber Dschudayʿ al‑Kirmānī mit 6.000 Mann in der Festung Ṭabuschḫān eingeschlossen, bis sie sich ergeben. Nach al‑Ṭabarī werden 400 Männer hingerichtet, während die übrigen Verteidiger, darunter Frauen und Kinder, in die Sklaverei verkauft werden. Im selben Jahr verlegt Asad die Hauptstadt Chorasans nach Balch, was mehreren Faktoren geschuldet ist: Balch ist die traditionelle vorislamische Hauptstadt der Region, liegt näher an Tucharistan, wo Asad seine militärischen Hauptoperationen führt, und ist von loyalen Syrern bewohnt, die von den innerarabischen Fraktionskämpfen in Marw ferngehalten sind. Zu dieser Zeit lässt Asad einen der Anführer der chorasanischen haschimitischen Bewegung, ʿAmmār ibn Yazīd mit dem Beinamen Ḫidāsch, gefangen nehmen und durch Kreuzigung hinrichten. Damit setzt er ein hartes Zeichen gegen abbasidisch‑haschimitische Agitation in der Provinz.
- 735: Asad: Anfang 735 erneuert Ḥārith den Aufstand. Unter dem Druck lokaler Sympathisanten in Marw oder um Zeit für Asads Ankunft zu gewinnen, schließt ʿĀṣim einen Waffenstillstand mit Ḥārith und verspricht, dessen Forderungen gegenüber dem Kalifen zu unterstützen. Zu Beginn des Jahres 735 trifft Asad zum zweiten Mal als Gouverneur in Chorasan ein, diesmal mit etwa 20.000 syrischen Soldaten, wie der Historiker Gardīzī berichtet. Er lässt ʿĀṣim wegen Unterschlagung und wegen dessen Untätigkeit gegen die Rebellen inhaftieren und übernimmt persönlich den Feldbefehl. Asad erlangt in einer Reihe siegreicher, aber verlustreicher Schlachten gegen Ḥāriths Anhänger schrittweise die Oberhand. Dabei hilft ihm seine langjährige persönliche Beziehung zu arabischen Stammesführern vor Ort sowie die anhaltenden Stammesrivalitäten: Als Jemenī, der gegen den Muḍarī Ḥārith kämpft, kann er mit der Unterstützung der ihm verwandten jemenitischen Gruppen rechnen, und große Teile der Rabīʿa, traditionelle Gegner des Tamīm‑Stammes von Ḥārith, laufen zu ihm über. Asad teilt seine Streitkräfte: Die Kūfīer und Syrer unter ʿAbd ar‑Raḥmān ibn Naʿyūm sendet er nach Marw Rudh, wo sich das Hauptheer Ḥāriths befindet, während er selbst mit den Basrern und den übrigen Chorasani auf die Festungen Āmul und Zamm marschiert. Die Rebellen in Āmul ergeben sich und werden begnadigt; kurz darauf kapituliert auch die Garnison von Balch. Ḥārith gibt Marw Rudh auf und weicht vor ʿAbd ar‑Raḥmān über den Oxus zurück, wo er bei den Fürsten Tucharistans Zuflucht findet. Mit ihrer Hilfe belagert er den wichtigen Oxus‑Übergang bei Tirmidh; Asads Truppen können angesichts der Rebellen dort nicht den Fluss überschreiten und ziehen sich nach Balch zurück, doch die Besatzung von Tirmidh schlägt Ḥārith, der sich in die Berge von Badachschan zurückzieht. Asad nutzt diesen Erfolg und bewegt die Besatzung von Zamm zur Kapitulation, indem er Amnestie und doppelten Sold zusichert. Anschließend führt er einen Feldzug zur Rückeroberung von Samarqand, das nach der Schlacht der Engstelle verloren gegangen ist; den Sturm auf die Stadt schafft er nicht, zerstört aber bei seinem Rückzug die Schleusen des Bewässerungssystems.
- 734: Asad: Diese militärischen Niederlagen, lang gehegte Groll gegen die umayyadische Regierung und die Zwangsbeschlagnahme von Nahrungsmitteln durch Dschunaid während der Hungersnot von 733 lösen Anfang 734 einen Aufstand unter Führung von al‑Ḥārith ibn Surayǧ aus. Der Aufstand umfasst sowohl arabische Gruppen als auch einheimische Fürsten, insbesondere aus bislang loyalen Fürstentümern Tucharistans, und breitet sich rasch aus, wobei die Rebellen Balch einnehmen. Der neue Gouverneur ʿĀṣim ibn ʿAbdallāh al‑Hilālī kann Ḥāriths Vormarsch auf die Hauptstadt Marw zunächst aufhalten und zwingt ihn zu Verhandlungen. Da seine Lage fragil bleibt, verlangt ʿĀṣim beim Kalifen, Chorasan wieder der Oberaufsicht des Irak zu unterstellen, einen neuen Gouverneur zu ernennen und die Provinz mit syrischen Truppen zu verstärken; Hišām stimmt dem zu und beauftragt Chālid al‑Qasrī, Asad erneut als Gouverneur nach Chorasan zu entsenden.
- 734: Nasr verhaftet den amtierenden Statthalter von Balkh und übernimmt selbst das Gouverneursamt in der Stadt. Dort begegnet er der Rebellion des lokalen Heeres unter al‑Harith ibn Surayj, der Steuerreformen und die Gleichbehandlung der nichtarabischen Neubekehrten (mawālī) fordert.
- 731: Nasr: Im Juli 731 unterscheidet sich Nasr in der verlustreichen „Schlacht in der Engstelle“ hervorgehend als einer der wenigen erfolgreichen muslimischen Befehlshaber.
- 727: Statthalter Asad ibn Abdallah al-Qasri (Chorasan, 1. Amtszeit 724–727) 727/728 (Ramadan 109 AH) endet seine erste Amtszeit abrupt, als er in einem Wutausbruch die führenden Vertreter der vier größten arabischen Stämme Chorasan – Ahl al‑ʿAlīya, Azd, Tamīm und Bakr – öffentlich auspeitschen lässt. Kalif Hišām verlangt daraufhin seine Absetzung. Asad wird durch al‑Ḥakam ibn ʿAwāna al‑Kalbī vertreten und kehrt zu seinem Bruder nach Irak zurück. Nach Asads Entlassung übernimmt zunächst Aschras ibn ʿAbdallāh as‑Sulamī (727–730) die Statthalterschaft und setzt anfangs die versöhnliche Linie Asads fort. Später nimmt er diese Politik jedoch zurück, was in Transoxanien zu einem umfassenden Aufstand führt, der zusammen mit erneuten Türgesch‑Angriffen die arabische Präsenz fast vollständig auf das Gebiet um Samarqand reduziert. Aschras gelingt es, Buchara vorübergehend zurückzugewinnen, doch sein Nachfolger Dschunaid ibn ʿAbd ar‑Raḥmān al‑Murrī führt die Armee 731 in das Desaster der „Schlacht der Engstelle“, das die chorasanische Streitmacht schwer trifft. Bis zu Dschunaids Tod 734 schrumpfen die muslimischen Besitzungen in Transoxanien auf Buchara und Teile Tucharistans.
- 726: Asad: Im lokalen Adel spielt Asad auch als Bekehrer eine Rolle: Saman Ḫudā, der Ahnherr der späteren Samaniden‑Dynastie, soll unter seinem Einfluss zum Islam übertreten; Samans ältester Sohn erhält zu Ehren des Gouverneurs den Namen Asad. 726 lässt Asad die Stadt Balch, die Qutayba ibn Muslim nach einem Aufstand zerstört hat, wiederaufbauen und verlegt die arabische Garnison von Barukhan dorthin. Etwa zur gleichen Zeit nimmt Asad nach fast einem Jahrzehnt wieder regelmäßige Gesandtschaften an den chinesischen Hof auf. Dieser Schritt ist deutlich mit der Türgesch‑Bedrohung verknüpft, da die Türgesch als chinesische Vasallen gelten und von den Transoxaniern als Werkzeuge des chinesischen Kaisers gesehen werden, die sie von der arabischen Herrschaft befreien sollen. Asad gründet zudem das Dorf Asadābād nahe Nischapur, das in der Hand seiner Nachkommen bis in die Zeit der Tahiriden bleibt.
- 725: Asad: In den Jahren 725/726 (107 AH) führt Asad einen Feldzug gegen Namrūn, den König von al‑Gharšistān nordöstlich von Herat, zwingt ihn zur Unterwerfung und zum Übertritt zum Islam und unterwirft anschließend das Gebiet von Ghur im heutigen Zentralafghanistan. Im folgenden Jahr zieht er nach Chuttal in Tucharistan; dort erscheint auf Bitte des lokalen Herrschers al‑Sabāl der Türgesch‑ḫāqān, der Oberherr der Türgesch. Die Überlieferung ist uneinheitlich: Nach einer Version zieht sich Asad über den Oxus zurück und setzt im nächsten Jahr seine erfolgreichen Operationen in Ghur fort, nach einer anderen Version erleidet er eine schwere Niederlage gegen die Türgesch. Insgesamt bleiben seine Feldzüge dieser ersten Amtszeit militärisch nur mäßig erfolgreich und beseitigen vor allem nicht die zunehmende Türgesch‑Gefahr. Parallel versucht Asad, die einheimische Bevölkerung für die muslimische Herrschaft zu gewinnen. Er setzt, in der Nachfolge seines Vorgängers, als Steuerbeamte Männer ein, die für ihre Ehrlichkeit bekannt sind, und bemüht sich, die Diskriminierung der mawālī, der einheimischen Konvertiten, zu beenden, indem er die Erhebung der ǧizya von ihnen einstellen lässt. Diese Steuerpolitik stößt auf heftigen Widerstand der arabischen Siedler in Chorasan. Gleichwohl kann die Maßnahme nach Einschätzung von Khalid Yahya Blankinship dazu beitragen, die Türken einige Jahre lang abzuschrecken, weil sie die Bevölkerung Transoxaniens eher auf die Seite der Muslime zieht. Trotz Asads Bemühungen und seiner guten Beziehungen zur iranischen Grundbesitzerschicht der dihqāne bleibt die Steuerlast für die Untertanen sehr hoch. Die Habgier und Grausamkeit arabischer wie iranischer Steuereintreiber macht Chorasan zu einem fruchtbaren Feld für die Propaganda schiitischer und abbasidischer Missionare der haschimitischen Bewegung.
- 724: Asad ibn ʿAbdallāh al-Qasrī gehört zum Qasr‑Clan, einer Untergruppe des Stammes der Badschila. Sein Urgroßvater Asad ibn Kurz al‑Qasrī gilt nach einem Teil der Überlieferungen als Stammesführer der Badschila zur Zeit des Propheten Mohammed und als einer seiner Gefährten. Andere, familienfeindliche Traditionen behaupten dagegen, dieser Ahnherr sei ein jüdischer entflohener Sklave. Asads Großvater Yazīd unterstützt früh und prominent die Umayyaden im Ersten Fitna, während Asads Vater ʿAbdallāh im Zweiten Fitna auf die Seite Ibn az‑Zubairs tritt, später aber von Kalif ʿAbd al‑Malik begnadigt wird. Als Hišām ibn ʿAbd al‑Malik 724 den Thron besteigt, ernennt er Asads Bruder Chālid al‑Qasrī zum Statthalter des Irak mit Verantwortung für den gesamten islamischen Osten. Chālid setzt seinen Bruder Asad als Gouverneur von Chorasan ein; die beiden Brüder gelten damit nach Patricia Crone als zwei der hervorstechendsten Persönlichkeiten der marwanidischen Umayyadenzeit. Asad übernimmt 724 das Amt des Gouverneurs von Chorasan und verfolgt zunächst eine Politik der Konsolidierung mit begrenzter militärischer Aktivität. Er konzentriert sich darauf, die Oberhoheit über kleinere lokale Machthaber durchzusetzen und eine direkte Konfrontation mit den Türgesch zu vermeiden, die mit lokalen Fürsten zusammenarbeiten und die Araber über den Oxus zurückzudrängen drohen.
- 724: Statthalter Muslim ibn Sa'id al-Kilabi (Chorasan, 723–724)
- 724: Nasr führt ein mudaritisches Heer gegen Balkh, weil dort yamanitische Truppen den Dienst im Feldzug gegen Farghana verweigern. Seine Truppen, verstärkt durch Kontingente aus dem hephthalitischen Fürstentum Chaghaniyan, treffen die Yaman in Baruqan und schlagen sie.
- 705: Nasr ibn Sayyār wird um 663 geboren und gehört zum arabischen Stamm der Kināna. Schon früh wächst er in einem Milieu auf, in dem militärische Dienste im Osten des Kalifats wichtig sind. Um 705 nimmt Nasr an einem Feldzug entlang des oberen Oxus unter Salih, dem Bruder Qutayba ibn Muslims, teil. Für seine Leistungen erhält er ein ganzes Dorf in dieser Region als persönliche Zuteilung.
TURK-SCHAHI
ZWEITES TÜRK-KAGANAT
TÜRGESCH
- Khagan Suluk (715–738)
Im Winter 737 formiert Suluk ein großes Bündnis gegen die Umayyaden. Zusammen mit al-Harith, dem sogdischen Herrscher Gurak sowie Kontingenten aus Usrushana, Taschkent und Khuttal dringt er nach Chorasan vor und überschreitet die Grenze bei Jowzjan. Doch der umayyadische Gouverneur Asad ibn Abdallah al-Qasri überrascht das vereinte Heer und schlägt Suluk in der Schlacht von Kharistan, was dessen Ansehen stark beschädigt. - Fortsetzung 738
INDIEN
Kaschmir
Pratihara
Malla
Chauhan-Dynastie
Chalukya
Westliche Ganga-Dynastie
Pallava
Anuradhapura
TIBET
- König Mé Aktsom (705–755)
- Um 737: Mé Aktsoms Frau Jincheng gewährt buddhistischen Mönchen aus Khotan Zuflucht.
- Fortsetzung 739
CHINA
(57./58. Zyklus - Jahr des Feuer-Büffels; am Beginn des Jahres Feuer-Ratte)
Tang-Dynastie
KOREA
Silla
- König Seongdeok (702–737)
Im Februar entsendet die Tang-Dynastie einen Gesandten, um Seongdeoks Nachfolger Hyoseong als König von Silla zu investieren. Seongdeok stirbt ungefähr zu dieser Zeit. - König Hyoseong (737–742)
Hyoseong, zweiter Sohn von König Seongdeok und Königin Sodeok aus dem Kim‑Klan, besteigt als 34. König den Thron des geeinten Silla-Reiches. Er ist mit Frauen aus den einflussreichen Kim‑ und Park‑Klans verheiratet, darunter Königin Park und Königin Hyemyeong, zudem nimmt er die Tochter des hohen Beamten und Adeligen Yeongjong, der den Rang eines pajinchan bekleidet, als Konkubine an. Die eifersüchtige Königin lässt die neue Konkubine töten, worauf Yeongjong einen Anschlag auf die Königin plant, aber auf Hyoseongs Anweisung hingerichtet wird, bevor er seinen Plan in die Tat umsetzen kann. - Fortsetzung 742
Balhae
- König Mu (719–737)
Mus Herrschaft endet, und sein Sohn Mun folgt ihm als dritter König von Balhae auf dem Thron. - König Mun (737–793)
Muns außergewöhnlich lange Regierungszeit wird sich als längste Herrschaft eines Balhae-Königs erweisen; er setzt den Beginn einer neuen Ära mit dem Namen Taehŭng fest, die "Großes Glück" bedeutet.
Während seiner Regierungszeit nimmt Mun diplomatische Beziehungen zur Tang-Dynastie in China auf; er entsendet viele Gelehrte an den Tang-Hof, wodurch buddhistische und konfuzianische Einflüsse in Verwaltung und Staatsführung Balhaes zunehmen. Gleichzeitig intensiviert er die Beziehungen zum südlich gelegenen Silla, das die koreanische Halbinsel geeint hat, und fördert den Ausbau der Handelsroute "Silla-Straße" (Silla-road). Parallel dazu steigert Balhae unter Mun den diplomatischen und wirtschaftlichen Austausch mit Japan. Mun verlegt die Hauptstadt Balhaes mehrere Male, insbesondere nach Sanggyeong und Donggyeong. In Anlehnung an das Vorbild der Tang-Dynastie gründet er die nationale Akademie Chujagam, um das Bildungswesen und die Ausbildung der Elite institutionell zu verankern.
Seine Familie besteht aus seinem Vater Mu, seinem jüngeren Bruder Tae Wŏnŭi (geb. 735) und seiner Gemahlin Kaiserin Hyoŭi, mit der er mehrere Kinder hat: eine erste Tochter, die 732 geboren wird und früh stirbt, die zweite Tochter Prinzessin Chŏnghye (737–777), den ersten Sohn Tae Koengnim (745–780), der Vater des späteren Königs Sŏng ist, die dritte Tochter Prinzessin Chŏngyŏn (geb. 747), den zweiten Sohn Tae Chŏngal (geb. 747), den dritten Sohn Tae Ch’ŏngyun (geb. 748), den vierten Sohn und späteren König Kang (750–809) sowie die vierte Tochter Prinzessin Chŏnghyo (757–792). - Fortsetzung 774
JAPAN
- Tennō Shōmu (724–749)
- Prinz Yamabe, der spätere Tennō Kammu, wird im Jahr 737 in Heijō-kyō, der späteren Stadt Nara, geboren und wächst als Sohn des Tennō Kōnin und der Takano no Niigasa in der kaiserlichen Familie auf, wobei seine Mutter einem aus Korea stammenden Klan angehört.
- Fortsetzung 738
QUELLEN
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05.11.2023 Artikel eröffnet
12.11.2023 Grundstock erstellt
10.12.2025 Grundstock ergänzt