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RÖMISCHE REPUBLIK

(ab urbe condita DLI = 551)

  • Konsul Gnaeus Servilius Caepio
    Gnaeus Servilius Caepio wird gemeinsam mit Gaius Servilius Geminus ein einziges Mal zum Konsul gewählt; ihm wird die Provinz Bruttium im Süden Italiens zugewiesen, wo noch immer karthagische Garnisonen und mit Hannibal verbündete Städte ausharren. In diesem Jahr zieht Hannibal auf Beschluss Karthagos aus Italien ab und kehrt in seine Heimat zurück, wodurch Caepio militärisch günstige Bedingungen vorfindet. Er nutzt die Lage, um die Unterwerfung der letzten von den Karthagern gehaltenen Städte in Bruttium zu erzwingen, nimmt Kapitulationen entgegen, setzt römische Forderungen durch und festigt so die Kontrolle der Republik über den äußersten Süden der Apenninhalbinsel. Gemäss Valerius Antias hat Caepio bei Kroton noch gegen Hannibal gekämpft, bevor dieser Italien verlassen hat, und dabei 5000 Gegner getötet, doch diese Darstellung gilt in der modernen Forschung als völlig unglaubwürdig. Ebenso wenig plausibel erscheint die Episode, nach der Caepio nach Hannibals Abfahrt aus Italien nach Afrika übersetzen will, sich zu diesem Zweck nach Sizilien begibt und erst auf angebliche Weisung des Senats von seinem Vorhaben ablässt und in Italien bleibt.
  • Konsul Gaius Servilius Geminus
    Für das Jahr 203 wird Gaius Servilius Geminus zum Konsul gewählt; sein Mitkonsul ist Gnaeus Servilius Caepio, der einem patrizischen Zweig derselben Familie entstammt. Ihm wird Etrurien als Provinz zugeteilt, und bevor er dort sein Kommando antritt, führt er gemeinsam mit seinem Kollegen in Rom Rekrutierungen durch und leitet Sühnerituale zur Beruhigung der Götter. Danach zieht er nach Etrurien ab und stößt von dort aus nach Norditalien vor, wo es ihm gelingt, seinen seit 218 gefangenen Vater sowie den ehemaligen Konsul Gaius Lutatius Catulus aus der Gefangenschaft der Boier und Punier zu befreien. Mit den Befreiten kehrt er nach Rom zurück. In Rom setzt Geminus ein Indemnitätsgesetz durch, das ihn vor strafrechtlicher Verfolgung wegen seiner früheren plebejischen Ämter schützt, die er angeblich in Unkenntnis des Weiterlebens seines Vaters ausgeübt haben soll. Nach seinem Aufenthalt in Rom begibt sich Geminus erneut nach Etrurien, wo er im Auftrag des Senats Untersuchungen gegen verschwörerische Umtriebe leitet. Er ernennt Publius Sulpicius Galba Maximus zum Diktator, der gemäß Fasti Capitolini und der als glaubwürdiger angesehenen Überlieferung bei Livius die Wahlen für das folgende Jahr abhält. Eine alternative Tradition, die Livius als abweichende Version überliefert, schreibt die Leitung der Wahlen dagegen Geminus selbst zu, doch die Forschung verwirft diese Variante zugunsten der Fassung mit Galba als Wahlleiter. Bei den so abgehaltenen comitia wird der jüngere Bruder des Geminus, Marcus Servilius Pulex Geminus, zum Konsul des nächsten Jahres gewählt.
  • Diktator Publius Sulpicius Galba Maximus
    Galba wird vom Konsul Gaius Servilius Geminus zum Diktator zur Durchführung der Konsulwahlen ernannt. Er erwählt Marcus Servilius Pulex Geminus, den Bruder des Konsuls, zum magister equitum und fördert ihn 202 selbst in das Konsulat. Eine abweichende Darstellung bei Livius gilt in der Forschung, etwa bei Münzer, als verfälscht.
    Magister Equitum Marcus Servilius Pulex Geminus
    Marcus Servilius Pulex Geminus fungiert als Magister equitum des Diktators Publius Sulpicius Galba Maximus. Sein Amt ist dem des Diktators unmittelbar untergeordnet und verschafft ihm ein bedeutendes militärisches Kommando. Eine Überlieferung bei Livius berichtet, dass der Diktator bestellt wird, um mit seinem überlegenen Imperium den Konsul Gnaeus Servilius Caepio – der angeblich ohne Senatsbeschluss von Sizilien nach Afrika übersetzen will – zur Rückkehr nach Italien zu zwingen; in dieser Version führt der Diktator gemeinsam mit seinem Magister equitum Servilius mehrere vom Krieg abtrünnige Städte Italiens auf und untersucht ihren Status. Andere Quellen, die Livius ebenfalls heranzieht, schildern den Vorgang anders: Danach ist es Gaius Servilius Geminus, der ältere Bruder des Marcus und amtierender Konsul, der in Etrurien entsprechende Untersuchungen über abgefallene Städte durchführt. Weil ihn diese Aufgabe lange in Anspruch nimmt, beruft er Sulpicius Galba als Diktator einzig zur Durchführung der Wahlen. Die Fasti Capitolini bestätigen diese zweite Version, sodass die moderne Forschung diese Darstellung als plausibler ansieht und die erste Deutung – nach der Galba hauptsächlich zur Disziplinierung des Konsuls Caepio berufen ist – als tendenziöse Konstruktion bewertet. Ausserdem kämpft Servilius während des Zweiten Punischen Krieges gegen Hannibal in zahlreichen Gefechten.
  • Prokonsul Publius Cornelius Scipio, später Africanus (204–201)
    Im Frühjahr 203 haben die Karthager, gestärkt durch Hasdrubal und ihren Verbündeten Syphax, ihre Flotte und Landstreitkräfte in den Wintermonaten ausgebaut, sodass sie glauben, Scipio nun stellen zu können. Dieser erfährt durch Gesandte, dass die feindlichen Armeen in einfachen Holzhütten lagern und dort verwundbar sind, weshalb er in einer nächtlichen Überraschungsaktion die Lager Hasdrubals und des Syphax überfällt, in Brand steckt und die meisten Soldaten durch Feuer oder Schwert vernichten lässt, wie der Historiker Livius in drastischen Bildern schildert. Die Niederlagen bei Utica und später bei Cirta zwingen Karthago, Friedensverhandlungen aufzunehmen, um der vollständigen Vernichtung zu entgehen, während Scipio in Rom für einen moderaten Frieden plädiert und sich gegen verhärtete Positionen im Senat durchsetzt. Die vorgeschlagenen Bedingungen sehen vor, dass Karthago sich auf sein afrikanisches Stammland beschränkt, die Flotte auf 20 Schiffe reduziert, 5000 Silbertalente zahlt, Geiseln stellt und Hannibal aus Italien abzieht, sodass dieser den Kriegsschauplatz nach Afrika verlagern muss, wo er im Herbst mit nur noch etwa 20'000 Soldaten bei Hadrumetum ein Lager bezieht.
  • Publius Licinius Crassus Dives
    Crassus verlässt den Kriegsschauplatz in Bruttium und übergibt das Kommando an Publius Sempronius Tuditanus, der nun als Prokonsul seine Stellung übernimmt. Crassus konzentriert sich wieder stärker auf seine religiösen Aufgaben in Rom.
  • Prokonsul Publius Sempronius Tuditanus (2. Amtszeit)
    Der vorjährige Konsul Publius Sempronius Tuditanus hält sich als Prokonsul weiterhin in Bruttium auf.
  • Quintus Fabius Maximus Verrucosus
    Noch vor Scipios entscheidendem Sieg bei Zama, stirbt der ehemalige Konsul Quintus Fabius Maximus Verrucosus; er erhält kein staatliches Begräbnis, aber ein ehrenvolles Begräbnis aus öffentlichen Mitteln. In der späteren Überlieferung wird Fabius zum Vorbild des zähen, vorsichtigen Römers stilisiert, wie das berühmte Versfragment des Ennius "unus homo nobis cunctando restituit rem" ausdrückt. Seine konkreten militärischen Erfolge bleiben begrenzt, doch er vermeidet große Niederlagen und trägt wesentlich dazu bei, Roms Widerstandskraft nach Cannae zu bewahren. Zugleich zeigt er sich in der Innenpolitik als harter Vertreter patrizischer Vorrechte gegenüber den Plebejern, was ein differenzierteres Bild seines Charakters notwendig macht. In der Neuzeit gilt Fabius als Muster eines prinzipientreuen und beharrlichen Politikers, und seine defensive Strategie inspiriert den Begriff Fabianismus in der politischen Theorie, der unter anderem in der britischen Fabian Society des späten 19. Jahrhunderts aufgegriffen wird. Viele Autoren der Weltliteratur, etwa Machiavelli und Molière, greifen seine Gestalt auf und interpretieren sie je nach Zeitgeist. So lebt Fabius’ Ruf als Cunctator weit über die römische Republik hinaus fort.
  • Marcus Valerius Laevinus
    Der ehemalige Konsul Marcus Valerius Laevinus setzt sich wahrscheinlich gegen die Annahme des moderaten, von Publius Cornelius Scipio Africanus ausgehandelten Friedensvertrags mit Karthago ein.
  • Quintus Caecilius Metellus
    Der ehemalige Konsul Quintus Caecilius Metellus setzt sich mit anderen Verbündeten des Scipio Africanus dafür ein, dass dessen Oberbefehl in Afrika verlängert wird. Diese Verlängerung ermöglicht schließlich die entscheidende Begegnung zwischen Hannibal und Scipio bei Zama im folgejahr, die den Krieg zu Roms Gunsten entscheiden wird.
  • Legat Gaius Terentius Varro
    Der Senat entsendet Gaius Terentius Varro zusammen mit Gaius Mamilius Atellus und Marcus Aurelius als Gesandten zu König Philipp V. von Makedonien, um die griechischen Verbündeten Roms gegen dessen Übergriffe zu schützen.
  • Zweiter Punischer Krieg (218-201)
    Hannibal und Mago Barkas verlassen Italien, weil Rom Karthago direkt angreift
    Schlacht auf den Großen Feldern
    Scipio der Ältere überfällt die am Bagrades lagernden Heere des Karthagers Hasdrubal und Königs Syphax. Später besiegt er sie in der Schlacht auf den Großen Feldern.
    Schlacht von Cirta
  • Fortsetzung 202

ILLYRER

GRIECHEN

(1./2. Jahr der 144. Olympiade)

Makedonien

  • König Philipp V. (221–179)
    Geheimer Vertrag zwischen Philipp V. und Antiochos III. von Syrien zur Aufteilung des ägäischen Raums. Pergamon und Rhodos, bedroht durch Philipps Expansionspolitik, bitten Rom um Hilfe
  • Fortsetzung 201

Sparta

Bosporanisches Reich

Pergamon

Pontos

Bithynien

Kappadokien

Seleukidenreich

Griechisch-Baktrisches Königreich

Ägypten

IBERIA

PARTHERREICH

(108/109)

MASSYLIER

MASSÄSYLIER

  • König Syphax (220-203)
    Niederlage gegen Scipio und Massinissa, Flucht nach Cirta, erneute Niederlage, Gefangennahme und Abtransport nach Italien

INDIEN

Maurya-Reich

Anuradhapura

Ruhuna

VIETNAM

Triệu-Dynastie

XIONGNU

CHINA

(41/42. Zyklus - Jahr des Erde-Hundes; am Beginn des Jahres Feuer-Hahn)

Han-Dynastie

  • König Liu Bang, nun Kaiser Han Gaozu (206–195)
    Entscheidungsschlacht bei Gaixia: Xiang Yu wird besiegt und begeht Suizid. Liu Bang, bisher König, besteigt nun als Kaiser Gaozu den Thron und gründet offiziell die Han-Dynastie. Chang'an (heute Xi'an) wird zur Hauptstadt der Han-Dynastie ernannt. Geburt von Liu Heng, fünfter Sohn von Kaiser Gaozu (Liu Bang)
  • Fortsetzung 200

JAPAN

QUELLEN

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26.12.2023 Artikel eröffnet und Grundstock erstellt

12.06.2025 Grundstock ergänzt

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