814
WELTALL
- 993–994: Miyake-Ereignis In den Jahren 993–994 n. Chr. ereignet sich ein weiteres starkes Miyake‑Ereignis, das erneut zu einem klar erkennbaren Anstieg kosmogener Isotope führt. Energieträchtige Teilchen aus dem Weltraum verstärken die Bildung von C14 in der Erdatmosphäre und verursachen so einen charakteristischen Peak im Radiokohlenstoff‑Profil von Baumringen, der für diese Jahre deutlich hervortritt. Bei Untersuchungen japanischer Zedern identifizieren Forschende einen zweiten, vom Ereignis 774–775 n. Chr. unabhängigen Peak, der die Jahre 993–994 n. Chr. markiert und damit ein weiteres, zeitlich scharf begrenztes Strahlungssignal liefert. Dieses Ereignis ergänzt die wachsende Liste bekannter Miyake‑Ereignisse und bestätigt, dass solche Ausbrüche in der jüngeren Erdgeschichte wiederholt und mit erheblicher Intensität auftreten. Für die heutige Forschung bildet der Peak von 993–994 n. Chr. zusammen mit dem von 774–775 n. Chr. ein wichtiges Instrument der Feindatierung, da sich archäologische Hölzer an zwei verschiedenen, unabhängig überprüfbaren Radiokohlenstoff‑Signaturen ausrichten lassen.
- Fortsetzung 2012
- 2012: Miyake-Ereignis Im Jahr 2012 veröffentlicht die japanische Astronomin Fusa Miyake an der Universität Nagoya erste Ergebnisse über derartige Strahlungsausbrüche in der Fachzeitschrift Nature und etabliert damit den Begriff Miyake‑Ereignis. Sie analysiert den C14‑Gehalt in den Jahresringen japanischer Zedern und entdeckt dabei starke Anstiege für die Jahre 774–775 n. Chr. und 993–994 n. Chr., die sich deutlich von der Hintergrundvariation abheben. Mit Hilfe der Beschleuniger‑Massenspektrometrie weist sie die winzigen Mengen an Radiokohlenstoff nach und rekonstruiert den zeitlichen Verlauf der Peaks mit hoher Genauigkeit. In der Folge setzen sich die Bezeichnungen Miyake‑Ereignis und Miyake event als Fachtermini für solche kurzzeitigen, extremen Anstiege kosmogener Isotopproduktion durch, die in Baumringen und Eisbohrkernen erkennbar sind. Die Veröffentlichung löst eine Reihe weiterer Studien aus, in denen Forschende zusätzliche Ereignisse identifizieren und die Bedeutung dieser Strahlungsausbrüche für die Chronologie‑Forschung und das Verständnis der Sonnen‑ und Weltraumphysik untersuchen.
- 2022: Miyake-Ereignis Im Jahr 2022 legt Fusa Miyake mit ihrem Team eine weitere Studie vor, in der sie hochpräzise C14‑Daten aus Baumringen eines Alaskanischen Baumes für den Zeitraum 1844–1876 n. Chr. auswertet und darin keine Signatur eines extremen solaren Teilchenereignisses findet. Diese Ergebnisse erscheinen unter dem Titel „No signature of extreme solar energetic particle events in high‑precision 14C data from the Alaskan tree for 1844–1876 CE“ und dienen als wichtiger Referenzdatensatz für die Abgrenzung normaler solaren Aktivität von extremen Ausbrüchen. Parallel dazu untersucht die Arbeitsgruppe Eisbohrkerne aus Alaska und der Antarktis sowie weitere Baumring‑Serien und identifiziert zusätzliche Ausbrüche kosmischer Strahlung um 7176 v. Chr., 5410 v. Chr. und 5259 v. Chr. Diese Funde erweitern die bekannte Liste der Miyake‑Ereignisse deutlich in die ferne Vergangenheit und zeigen, dass solche Ereignisse im Mittel ungefähr alle tausend Jahre auftreten, auch wenn die tatsächlichen Abstände stark schwanken können.
- 2023: Miyake-Ereignis Im Jahr 2023 wird ein weiteres, besonders extremes Ereignis beschrieben, das um das Jahr 12 350 v. Chr. stattfindet und sich im Nachhinein als das stärkste bekannte Miyake‑Ereignis herausstellt. Neue hochauflösende Analysen von Baumringen und anderen natürlichen Archiven machen den außergewöhnlich hohen Peak in der C14‑Konzentration sichtbar und erlauben eine genauere Rekonstruktion von Dauer und Intensität des Ausbruchs. Forschende erkennen, dass dieses Ereignis alle zuvor dokumentierten Miyake‑Ereignisse an Stärke übertrifft und damit neue Fragen nach den zugrunde liegenden astrophysikalischen Mechanismen aufwirft. Die Veröffentlichung des Ergebnisses verankert 12 350 v. Chr. als neuen Extremfall in der Statistik solcher Strahlungsausbrüche und verdeutlicht, welches Potential Miyake‑Ereignisse als natürliche Experimente für das Verständnis kosmischer Strahlung besitzen.
- zuletzt 811
KLIMA
- zuletzt 764
MAYA
Tikal
- 849: Ajaw Jewel Kʼawiil (849)
- Fortsetzung 849
- zuletzt 810
Xunantunich
- 820: Aus dem Jahr 820 berichtet die Stele 8 von einem Ritual, das gemeinsam in Xunantunich von den Herrschern Xunantunichs und des Naranjos ausgeführt wird. Als möglicher letzter Herrscher Naranjos wird Waaklajuun Ub’aah K’awiil genannt.
- Fortsetzung 830
- 830: Die Stele 9 in Xunantunich aus dem Jahr 830 ist der Stele 8 überaus ähnlich. Sie lässt es wahrscheinlich erscheinen, dass derselbe Regent zu dieser Zeit noch Xunantunich regiert.
- 849: Stele 1 und Altar 1 in Xunantunich sind auf das Jahr 849 datiert. Der zu dieser Zeit herrschende Regent ist nicht mehr identisch mit dem der Jahre 820 und 830. Möglicherweise werden die beiden Monumente als Widmung im Zuge einer Renovierung der Struktur A-1 in Anwesenheit eines weiteren Herrschers errichtet. Sie sind die letzten bekannten datierbaren Inschriften Xunantunichs. Zwischen 849 und 890 wird Katuutzwitz im Zuge des allmählichen Zusammenbruchs der Maya-Zivilisation endgültig verlassen. Damit endet die nachweisbare Nutzung des Ortes als besiedeltes Zentrum.
Copan
- 822: Ajaw Ukit Took (822-830) (letzter Herrscher von Copán)
- Fortsetzung 830
- zuletzt 810
PRÄ-INKAS
- zuletzt 700
NORDGERMANEN
Dänemark
- 814: Horik: 814–815: Im nächsten Jahr sammelt Harald mit Ragnfred eine Streitmacht und greift seine Rivalen an. In der Schlacht werden Ragnfred und der älteste Sohn Gudfreds getötet, doch die übrigen vier Brüder erringen den Sieg. Harald erkennt seine Niederlage an und flieht zum neuen fränkischen Kaiser Ludwig dem Frommen, der gerade seinem Vater Karl dem Großen nachfolgt. Ludwig befiehlt Harald, in Sachsen zu bleiben und auf eine passende Gelegenheit zu warten, zu der die Franken ihm zur Wiedererlangung seines Throns helfen können. Während des Winters lässt Ludwig die Sachsen und Obodriten einen Einfall in Dänemark vorbereiten.
- 814: *Harald Klak
: Zu Beginn des Jahres 814, nach dem Tod Karls des Grossen, setzt Ludwig der Fromme seine Aussenpolitik fort, und Harald erscheint als besiegter und vertriebener König der Dänen an seinem Hof. Reginfrid und der älteste Sohn Gudfreds sind im Kampf gefallen, und Harald gibt seinen Anspruch auf, sucht den Schutz Ludwigs und wird von ihm aufgenommen, nach Sachsen geschickt und dort zurückgehalten, bis der Kaiser ihm militärische Hilfe gewähren kann. Im Winter 814/815 befiehlt Ludwig den Sachsen und Obodriten, sich auf einen Feldzug zur Wiedererhebung Haralds vorzubereiten, doch zweimal verhindert plötzliches Tauwetter den Marsch über die Elbe. Im Mai 815 zieht schliesslich ein Heer aus sächsischen Grafen und obodritischen Truppen unter dem Gesandten Baldrich über die Eider nach Silendi und legt in den Küstengebieten der Dänen Verwüstungen an, während die Söhne Gudfreds mit einer Flotte von zweihundert Schiffen auf einer Insel bleiben und eine offene Schlacht meiden. Nach der Verwüstung und der Einnahme von Geiseln kehren die fränkischen Truppen mit Harald nach Sachsen zurück, wo Ludwig in Paderborn eine Reichsversammlung abhält, die Angelegenheiten der Slawen und Harald regelt und Harald vorerst in Sachsen belässt. - 814: Reginfrid 814 ist Reginfrid nicht mehr König, versucht aber als Einziger der drei abgesetzten Mitkönige, das dänische Königreich zurückzugewinnen. Er unternimmt einen erneuten Einfall in Dänemark, um die Herrschaft wieder zu erlangen. Bei diesem Versuch, das Reich zurückzugewinnen, fällt Reginfrid im Jahr 814. Sein Tod wird in den Annales regni Francorum verzeichnet und markiert das Ende seines Herrschaftsanspruchs in Dänemark.
- Fortsetzung 815
- 815: Horik: Im Mai 815 ziehen die Truppen Ludwigs des Frommen über die Elbe nach Norden und erreichen Sinlendi in Südjütland. Dann marschieren sie sieben Tage, bis sie eine Küste erreichen, drei Meilen von einer Insel entfernt, die möglicherweise Fünen ist. Die vier brüderlichen Könige haben eine Flotte von 200 Schiffen versammelt und beziehen auf der Insel Stellung, wobei sie den kaiserlichen Truppen die Schlacht verweigern. Der kaiserliche Gesandte Baldrich lässt seine Truppen die umliegenden Bezirke verwüsten, nimmt 40 Geiseln und kehrt zurück, ohne viel erreicht zu haben.
- 817: Horik: Harald gibt nicht auf und überfällt von seiner Basis im fränkischen Reich aus wiederholt das Reich der Söhne Gudfreds. 817 bitten die Söhne den Kaiser Ludwig um Frieden, um die Angriffe zu beenden. Der fränkische Hof hält dies jedoch für Heuchelei und Ludwig unterstützt weiterhin Haralds Sache. Der Obodritenfürst Slavomir, ein Vasall Ludwigs, läuft über, da der Kaiser ihn zwingt, die Macht mit einem anderen Fürsten namens Keadrag zu teilen. Stattdessen sendet Slavomir eine Botschaft an die Söhne Gudfreds und schlägt ein Bündnis vor. Tatsächlich segelt eine dänische Wikingerflotte die Elbe hinauf und verwüstet das Stör-Gebiet. Der dänische Grenzherr Glum greift mit einer Streitmacht aus Dänen und Obodriten die fränkische Festung Esesfeld an, muss sich jedoch angesichts entschlossenen fränkischen Widerstands zurückziehen.
- 817: Harald Klak: Im Jahr 817 meldet derselbe Annalist, dass die Söhne Gudfreds, König der Dänen, wegen der fortgesetzten Angriffe Haralds eine Gesandtschaft an Ludwig schicken, um Frieden zu erbitten, der Kaiser dies als Heuchelei deutet und Harald weiterhin militärisch unterstützt. 819 bringt ein neuer Versuch, wiederum mit obodritischer Hilfe, mehr Erfolg, denn Harald kehrt mit Hilfe der Obodriten per Schiff in seine Heimat zurück und übernimmt zusammen mit zwei Söhnen Gudfreds die Königsherrschaft, während zwei weitere vertrieben werden. Die Annalen betonen, dass diese Doppel- oder Dreifachherrschaft vermutlich durch List zustande kommt, doch 821 ist „alles ruhig an der dänischen Front“, und Harald wird ausdrücklich als Mitregent der Söhne Gudfreds beschrieben, was zu einem vorübergehend friedlichen Verhältnis führt. 822 erscheinen Gesandtschaften aus Nordmannien bei der Reichsversammlung in Frankfurt sowohl von Harald als auch von den Söhnen Gudfreds, was die fortbestehende Doppelherrschaft und die diplomatischen Beziehungen zu Ludwig dokumentiert. 823 kommt Harald erneut aus Nordmannien zu Ludwig und bittet um Hilfe, weil die Söhne Gudfreds ihn bedrohen und aus seinem Reich drängen wollen, worauf Ludwig die Grafen Theothari und Hruodmund und Erzbischof Ebo von Reims entsendet, um die Lage der dänischen Herrschaft zu prüfen und gleichzeitig eine Missionsreise zur Taufe zahlreicher Dänen zu unterstützen.
- 819: Horik: 819 wird der dänische Verbündete Slavomir von den Franken verhaftet und entmachtet. Im gleichen Zeitraum entsteht ein Riss unter den Söhnen Gudfreds: Zwei von ihnen vertreiben die beiden anderen, vermutlich durch Verrat. - [König Harald Klak (2. Amtszeit (819–827) In einer dramatischen Wendung der Bündnisse bitten die verbliebenen königlichen Brüder, unter denen offensichtlich Horik ist, Harald Klak, die Macht mit ihnen zu teilen. Dies ist möglicherweise ein zweckmäßiger Weg, um Frieden mit den Franken zu gewinnen, da die dänischen Interessen in den slawischen Gebieten geschwächt sind. Auf Befehl des Kaisers nehmen die Obodriten Harald an Bord ihrer Schiffe und bringen ihn nach Hause; die Route legt nahe, dass das Zentrum des dänischen Königreichs auf den Inseln liegt, vielleicht auf Fünen. Die Vita Ansgari berichtet, Harald herrsche über „einen Teil des Landes der Dänen“, was darauf hindeutet, dass das Reich aufgeteilt ist. Diese neue Konstellation ist für einige Jahre erfolgreich, doch die Söhne Gudfreds verärgern den Kaiser, indem sie sich in „treuloser“ Weise mit dem Obodritenfürsten Keadrag verbünden, woraufhin Ludwig Slavomir wieder einsetzt.
- 823: Horik: 823 beginnt das Bündnis zu zerbrechen, als die Söhne Gudfreds Harald mit Vertreibung aus dem Reich drohen. Harald flieht zu Ludwig und bittet um Unterstützung. Zwei kaiserliche Gesandte besuchen Dänemark und sammeln ausführliche Informationen über die Lage. Bei ihrer Rückkehr bringen sie Erzbischof Ebo von Reims mit, der mit einigem Erfolg Zeit in Dänemark zur Missionierung verbracht hat.
- 825: Horik: In den folgenden Jahren ist Haralds Aufenthaltsort zunächst nicht überliefert, doch 826 wird er in Mainz getauft, wobei der Kaiser persönlich als sein Taufpate fungiert. Nach der Zeremonie wird Harald in Begleitung des Missionars Ansgar zurück nach Norden gesandt; da er sein Reich nicht sicher betreten kann, erhält er vom Kaiser ein Lehen auf der anderen Seite der Elbe. 825 und 826 senden die Söhne Gudfreds Gesandte an den kaiserlichen Hof, um den Frieden zu erneuern. Horik, der nun erstmals namentlich erwähnt wird, verspricht, 827 vor Ludwig in Nijmegen zu erscheinen, bricht dieses Versprechen jedoch. Stattdessen vertreibt er gemeinsam mit seinem Bruder Harald endgültig aus Dänemark. Noch im folgenden Jahr finden diplomatische Verhandlungen zwischen den Franken und den Söhnen Gudfreds statt. Der exilierte Harald verliert die Geduld und greift Dänemark überraschend an, wobei er mehrere Dörfer plündert und niederbrennt. Horik und sein Bruder sammeln eine Armee, überschreiten die Eider und greifen die kaiserlichen Truppen in der Umgebung an. Die Franken werden schwer geschlagen und fliehen aus ihrem Lager. Anschließend senden die Könige Gesandte zu Ludwig, um fränkische Vergeltung abzuwenden. Horik wird in der Folgezeit von keiner direkten fränkischen Intervention mehr gestört. Obwohl Harald als fränkischer Protegé bis in die 840er Jahre überlebt, kann er Horik nicht ernsthaft gefährden. Es ist nicht genau bekannt, wann Horiks Bruder und Mitregent stirbt; nach 828 wird er nicht mehr erwähnt. Die Vita Ansgari berichtet, dass Horik alleiniger Herrscher ist, als Ansgar 849 Erzbischof von Bremen wird. Bis zur Mitte des 9. Jahrhunderts entwickelt Horik eine freundschaftliche Beziehung zu Ansgar, dem Erzbischof von Hamburg und Bremen. Nach der Vita Ansgari vertraut der König Ansgar so sehr, dass dieser den Sitzungen mit seinem Geheimrat beiwohnen darf. Ansgar bemüht sich, Horik zum Christentum zu bekehren und überredet ihn, in Haithabu eine Kirche zu errichten. Als Ansgar um 852 eine Missionsreise zu den Schweden plant, hilft Horik bei der Vorbereitung und stellt dem Erzbischof seinen persönlichen Gesandten sowie eine Botschaft an den schwedischen König Olof zur Verfügung. Horik oder seine Anhänger haben in seiner Jugend in Schweden Zuflucht gefunden und pflegen möglicherweise gute Beziehungen zu Teilen der schwedischen Elite. Am Ende weigert sich Horik dennoch, zum Christentum überzutreten, vielleicht weil es die Religion seiner Feinde ist. Trotz dieser Annäherung an die christliche Mission ist seine Regierungszeit von Wikingeraktivitäten gegen die fränkischen Königreiche geprägt, die oft, aber nicht immer seine Billigung finden. Dänische Überfälle gegen Friesland sind ein großes Problem, da den Franken eine wirksame Flotte fehlt und die Dänen so nahezu ungestraft plündern können. Die Dänen plündern das Silberprägungszentrum Dorestad 834, 835 und 836 und verwüsten Walcheren 837. König Horik scheint diese Raubzüge zu missbilligen, da erfolgreiche Räuber mögliche Rivalen darstellen. Gelegentlich bestraft Horik sogar Räuber. 836 sendet Horik einen Gesandten zu Kaiser Ludwig und erklärt, er habe mit den Überfällen auf Friesland nichts zu tun, und zwei Jahre später versichert er, die Verantwortlichen hingerichtet zu haben. Im Gegenzug fordert er den Kaiser auf, ihm die Gebiete der Friesen und Obodriten zu überlassen, was Ludwig sehr anstößig findet. Hier scheint Horik die alten Ansprüche seines Vaters Gudfred zu wiederholen. Dänische Wikingeraktivität richtet sich auch nach Norden zu Zentralschweden. Der vertriebene schwedische König Anund erhält in den 840er Jahren Unterstützung von den Dänen, um sein Reich zurückzugewinnen, vermutlich mit Horiks Zustimmung. Das Unternehmen bleibt weitgehend erfolglos und wird bald in die slawischen Gebiete an der südlichen Ostseeküste umgeleitet. Eine weitere dänische Expedition zieht um 850 nach Kurland, um Tribute einzutreiben, scheitert jedoch schwer, was die schwedische Expansion in dieser Richtung begünstigt.
- 826: Harald: Im Jahr 826 erscheint Harald mit seiner Frau und einer grossen Zahl von Dänen in Mainz und wird in der Basilika des heiligen Alban zusammen mit seinen Gefährten getauft, wobei Ludwig ihn reich beschenkt und ihm bei der Rückreise durch Friesland die Grafschaft Rüstringen als Zufluchtsort überträgt. Die Vita Hludovici beschreibt, wie Ludwig Harald aus Furcht vor einer erneuten Vertreibung aus Dänemark dieses Gebiet in Friesland als Rückzugsort zuweist, und die Annales Xantenses berichten von einer Bischofssynode in Ingelheim, bei der über vierhundert Männer und Frauen aus dem Gefolge Haralds getauft werden. Rimberts Vita Ansgari hält fest, dass Ludwig Harald, der von anderen dänischen Königen vertrieben worden ist, zunächst am Hof behält, ihn auf die Annahme des christlichen Glaubens drängt, ihn selbst aus der Taufquelle empfängt und ihn dann mit einem heiligen Mann zur weiteren Festigung seines Glaubens zurück in sein Reich schicken will. Adam von Bremen ordnet die Taufe Haralds ebenfalls nach einer Entmachtung durch die Söhne Gudfreds ein, berichtet von der Taufe Haralds, seiner Frau und seines Bruders in Mainz und von einem Lehen jenseits der Elbe sowie einem Teil Frieslands für seinen Bruder Harekr, der in anderen Quellen nicht erscheint. Nach der Rückkehr nach Dänemark begleitet Anskar mit anderen Mönchen Harald wahrscheinlich, und es entsteht womöglich eine Kirche in Haithabu sowie eine Schule, in der zwölf dänische Knaben, darunter Angehörige aus Haralds Haus, zu Priestern ausgebildet werden, während Harald auf der Reise über Köln, Dorestad und das friesische Gebiet bis an die dänische Grenze die Hilfe eines Bischofs und eines Schiffes erhält.
- 827: Harald: Im Jahr 827 kann Harald sein Reich in Dänemark bereits im zweiten Jahr nach seiner Rückkehr nicht friedlich behaupten, denn die Söhne Gudfreds entziehen ihm seinen Anteil an der Königsherrschaft und zwingen ihn, Nordmannien zu verlassen. Die Annalen erwähnen in diesem Jahr zwei Reichsversammlungen Ludwigs, von denen eine in Nimwegen wegen des falschen Versprechens Hohreks, Sohn Gudfreds und König der Dänen, anberaumt wird. Die Gründe für Haralds erneute Entmachtung bleiben in den Quellen ungenannt, doch seine Einführung des Christentums kann dazu beitragen, dass er bei seinen Untertanen unbeliebt wird und so eher angreifbar wird. Harald zieht sich nach dieser Absetzung wahrscheinlich in seine friesische Grafschaft Rüstringen zurück, die ihm als sicherer Zufluchtsort dient.
- 828: Harald: Im Jahr 828 planen fränkische Grafen und Markgrafen an der Grenze Nordmanniens Verhandlungen zur Bestätigung des Friedens und zur Regelung von Haralds Angelegenheiten, doch Harald bricht aus Ungeduld die vereinbarte Ruhe und lässt kleine dänische Dörfer niederbrennen und plündern. Daraufhin sammeln die Söhne Gudfreds sofort Truppen, überschreiten die Eider, greifen die unvorbereiteten fränkischen Einheiten an, vertreiben sie aus ihrer Befestigung, nehmen ihnen alles und ziehen sich in ihr Lager zurück, bevor sie aus Furcht vor Vergeltung Gesandte zu den Friesen und zu Ludwig schicken, um die Tat als Notwehr darzustellen und Wiedergutmachung anzubieten. Die Vita Hludovici schildert denselben Vorgang und betont, dass Ludwig zwar Harald unterstützen will, aber aufgrund einer bestehenden Friedensvereinbarung mit den Söhnen Gudfreds zunächst zu Verhandlungen rät, während Harald eigenmächtig plündert und damit den dänischen Gegenangriff auslöst. Ludwig gewährt den Dänen schliesslich Frieden gemäss ihrem Wunsch, nachdem sie ihr Missverständnis erklärt und Satisfaktion angeboten haben, und die Kämpfe an der Nordgrenze ziehen sich mindestens bis 829 hin. Später im Jahr 829 kursiert das Gerücht eines dänischen Grossangriffs, für den Ludwig ein Heer zusammenzieht, bevor sich die Meldung als falsch erweist, eine Nachricht, die möglicherweise von Harald ausgeht.
- 838: Harald: Ab Ende der 820er Jahre wird Harald in den fränkischen Annalen nicht mehr ausdrücklich erwähnt, er gewinnt seinen Thron in Dänemark nicht zurück, bleibt aber wahrscheinlich weiterhin im fränkischen Raum und übt dort Einfluss aus. Sein Bruder Hemming, den die Annales Fuldenses als Sohn Halb dans nennen, verteidigt im Jahr 837 zusammen mit dem Grafen Eggihard die Insel Walcheren gegen nordische Angreifer, fällt am 17. Juni und erlebt, wie Walcheren und Dorestad verwüstet werden. Ludwig verzichtet in der Folge auf seine geplante Romreise, überwintert in Aachen und lässt in Nimwegen eine Reichsversammlung abhalten, um die Verantwortung der lokalen Magnaten für die Küstensicherung zu prüfen. Die Annales Bertiniani berichten ergänzend, dass Ludwig energische Äbte und Grafen zur Bestrafung widerspenstiger Friesen entsendet und den Bau einer Flotte anordnet, um künftigen Angriffen schneller begegnen zu können.
- 845: Horik: Nach der Auflösung des fränkischen Reiches 843 beendet Horik vorübergehend seine bisher versöhnliche Haltung und beginnt offene Feindseligkeiten gegen die West- und Ostfranken. 845 segelt eine Flotte unter einem von Horiks Anführern namens Ragnar die Seine hinauf und greift Paris im westfränkischen Königreich an. Ragnar wird manchmal mit dem legendären Wikinger Ragnar Lodbrok identifiziert, was jedoch nicht nachweisbar ist. Paris wird geplündert, und König Karl der Kahle ist gezwungen zu fliehen; schließlich zahlt er Ragnar eine Summe von 7000 Pfund Silber als Lösegeld. Eine beträchtliche Beute gelangt zurück nach Dänemark, doch viele Wikinger, darunter Ragnar, sollen nach fränkischen Quellen an einer heftigen Krankheit sterben. Möglicherweise greift dieselbe Flotte auf dem Rückweg Hamburg an und zerstört dort die Marienkathedrale. Dies ist Horiks letzter großer Krieg in Ostfranken. Kurz darauf teilt er König Ludwig dem Deutschen mit, er habe erneut einige der berüchtigtsten Wikinger-Räuber töten lassen. Dennoch wird Friesland 846 abermals verwüstet, und im folgenden Jahr einigen sich die drei fränkischen Könige und Brüder Karl, Ludwig und Lothar I., Horik einzuschüchtern, um Frieden zu erlangen. Die Störungen enden jedoch erst um 850, als Horik durch innere Probleme bedrängt wird.
- 850: Horik: Um 850 schwächen die Wikingerüberfälle in Westeuropa Horiks Autorität eher, als dass sie sie stärken, da er die Kriegerführer zunehmend nicht mehr kontrollieren kann. 850 teilen Horik I und zwei ungenannte Neffen, die als „nepotes“ bezeichnet werden, das Königreich in drei Teile und beenden damit die einheitliche Königsherrschaft.
- 852: Harald: Im Jahr 852 melden die Annales Fuldenses, dass ein Norweger beziehungsweise Nordmann namens Harald in früheren Jahren dem Zorn seines Herrn Hohrek, des dänischen Königs, entflohen ist, bei König Ludwig Zuflucht gefunden, die Taufe empfangen und über Jahre im Frankenreich geehrt worden ist. Die führenden Männer der nördlichen Gebiete und die Wächter der dänischen Mark halten ihn schliesslich für zweifelhaft loyal und potentiell verräterisch und töten ihn deshalb. Diese Nachricht passt zu Harald „Klak“ Halvdansson, der als getaufter dänischer König im fränkischen Raum lebt und gegen Ende seines Lebens ohne konkreten Verratsbeweis aus Misstrauen beseitigt wird. Harald bleibt bis zu seinem Tod eine einflussreiche Gestalt in der Grenzregion, kann jedoch keine weitere ernsthafte Unternehmung zur Rückeroberung des dänischen Throns einleiten, und auch die fränkischen Herrscher schicken keine neuen Heere mehr in seinen Dienst. Er stirbt zwei Jahre vor seinem langjährigen Rivalen König Horik dem Älteren. Die Annales Bertiniani erwähnen einen Gottfried Haraldsson, der in Mainz getauft wird und als Sohn Haralds „Klak“ gilt. Sigifrid, späterer König von Dänemark, und sein Bruder Halb dan erscheinen in den Annales Vedastini als „nepotes“ entweder Roriks von Dorestad oder Horiks II, und wenn ersteres zutrifft, tragen sie die Erbansprüche Haralds weiter. 891 melden die Annales Fuldenses den Tod Sigifrids und seines Mitregenten Gottafrid, eines Namens, der auf ihre Zugehörigkeit zu derselben Familie verweist. Spätere Könige wie Svend und sein Sohn Hardeknut sowie der kurz regierende Sigerich können zur gleichen Linie gehören, doch ihre genauen verwandtschaftlichen Beziehungen bleiben unklar. Gerlof Verwey führt einen weiteren Neffen Haralds ein, Hemming, Graf in Friesland, den er als Bruder Roriks von Dorestad und des jüngeren Harald ansieht. Die altnordische Erzählung „Ragnarssona þáttr“ nennt Klakk-Harald als Vater von Thyra und macht ihn dadurch zum Schwiegervater Gorms des Alten, während die Gesta Danorum Thyra stattdessen als Tochter eines angelsächsischen Königs Ethelred beschreibt. Dieselbe Erzählung nennt Ingibjörg als zweite Tochter Haralds und Ehefrau Sigurds Hart, deren Kinder Gudthorm und Ragnhild werden, wobei Ragnhild als Gattin Half dans des Schwarzen und Mutter Harald Schönhaars erscheint. Die Heimskringla übernimmt die Linie, ändert aber den Namen der Mutter, indem sie Ragnhilds Mutter Thorny, Tochter von Klakkharald und Schwester von Thrye Danebod, nennt, die mit Gorm dem Alten verheiratet ist.
- 854: Horik: 854 erscheint Horiks Brudersohn Guttorm, der von Horik ins Exil getrieben worden war, und beansprucht das Königreich. Es kommt zu einer gewaltigen Schlacht, die drei Tage dauert. König Horik I „und die anderen Könige“ werden getötet, ebenso Guttorm und viele Häuptlinge. Nach der Schlacht bleibt nur ein einziger geeigneter Kandidat für die Königswürde übrig, ein Kind namens Horik, das mit seinem älteren Namensvetter verwandt ist. Der junge Mann wird nun zum König erhoben. Über Söhne Horiks I ist nichts bekannt, und da ein Kind gewöhnlich nicht nach seinem Vater benannt wird, wird vermutet, dass Horik II ein Enkel Horiks I ist. Horik II verschwindet irgendwann zwischen 864 und 873 und ist der letzte bekannte Herrscher der sigfredianischen Dynastie. Dänemark scheint im späten 9. Jahrhundert seine politische Geschlossenheit zu verlieren, und erst im 10. Jahrhundert beginnt die Dynastie Gorms des Alten, das dänische Königreich wieder zusammenzuführen. König Horik II. (854-870)
- zuletzt 813
PIKTEN
- 815: Andrew von Wyntoun datiert die Gründung von Dunkeld auf 815. Er sagt zugleich, dass dies nach dem Tod von Karl dem Großen und Papst Leo III. geschehe, was die Datierung auf 816 oder später verschiebt.
- Fortsetzung 818
- 818: Für 818 verweist der Text auf einen Eintrag im Chronicon Scotorum. Auf dieser Grundlage wird die Vorstellung gestützt, dass die Reliquien des Heiligen Kolumba schon zur Zeit Causantíns nach Dunkeld gelangen, also nicht erst dreißig Jahre später zur Zeit von Cináed mac Ailpín.
- 820: Im Jahr 820 liegt der zweite Bericht über Causantín vor: Sein Tod wird in diesem Jahr vermerkt. Nach ihm folgt sein Bruder Óengus als Herrscher der Pikten.
- zuletzt 811
KELTEN
- Reihenfolge der Irischen Königreiche:
Ailech (Northern Uí Néill)
Ulster (engl. Ulaid)
Oriel (engl. Argyll oder Airgialla)
Brefni
Connacht
Meath (Southern Uí Néill)
Dubh Linn
Leinster
Wexford
Waterford
Ossory
Munster
Limerick
Cork
- Der König von Ailech ist gleichzeitig auch Hochkönig von Irland
Ailech
- 815: 815 wird einer von Áeds Brüdern, Colmán mac Néill, von Cenél Conaill getötet. Áed führt daraufhin einen Vergeltungszug gegen sie.
- Fortsetzung 817
- 817: 817 kommt es zu einem weiteren Konflikt mit der Kirche: Die Columbanische Kirche geht nach Tara und exkommuniziert Áed. Anlass ist offenbar die Tötung von Mael Dúin, dem Vorsteher von Ráith Both, und der Vorgang steht wahrscheinlich mit Áeds Feldzug gegen Cenél Conaill im Jahr 815 in Zusammenhang.
- 818: 818 sammelt Áed seine Truppen erneut in Dún Cuair und greift Leinster an; er teilt das Land zwischen seinen beiden Kandidaten, doch beide können ihre Stellung nicht halten. Ebenfalls 818 wird der Vizeabt von Cell Mór Enir von den Laigin getötet, und Cuanu, Abt von Lugmad, flieht mit dem Schrein des heiligen Mochtae ins Exil nach Munster. Áed zieht daraufhin erneut gegen Leinster und verwüstet das Land von Cualu bis Glenn dá Locha.
- 819: 819 stirbt Áed nahe Áth dá Ferta im Gebiet von Conaille Muirtheimne im heutigen County Louth. König Murchad mac Máele Dúin (819–823)
- Könige von Ailech
- zuletzt 811
Ulster
- 819:Im Jahr 819 rächt Muiredach mac Eochada, der 839 stirbt, seinen Vater, indem er Cairell in einem Gefecht besiegt und tötet. Die Nachfolge im Königtum von Ulaid läuft in der Folge nicht über die Nachkommen Cairells, sondern über die Nachkommen seines Bruders Eochaid. Nach 819 behalten die Nachkommen Cairells zwar nicht das Königtum von Ulaid, sind jedoch weiterhin am königlichen monastischen Zentrum in Downpatrick in hervorgehobener Stellung präsent. König Máel Bressail mac Ailillo (819–825)
- Fortsetzung 825
- Liste der Könige
- zuletzt 811
Connacht
- 815: König Diarmait mac Tommaltaig (815–833)
- Fortsetzung 833
- Liste der Könige
- zuletzt 796
Meath
- 819: Nach dem Tod von Áed Oirdnide wird Conchobar als Hochkönig anerkannt.
- Fortsetzung 822
- 822: Conchobar erkennt den Verrat der Síl nÁedo Sláine und nimmt an dieser Verwandtschaft in „einem besonders schrecklichen Gemetzel“ Rache.
- 823: Conchobar schließt ein Bündnis mit Feidlimid mac Crimthainn, dem König von Munster.
- 827: Feidlimid mac Crimthainn wird infolge von Conchobars Versuchen, Munster und seinen König zu unterwerfen, zu einer Quelle der Opposition.
- 833: Conchobar stirbt unter unbekannten Umständen vor dem Hintergrund erneuter Wikingerüberfälle und wird in der Abtei von Clonard beigesetzt. König Máel Ruanaid mac Donnchada Midi (833–843)
- Könige von Meath
- zuletzt 803
Leinster
- König Muiredach mac Brain (808–818)
Es wird eine Schlacht zwischen den Uí Cheinnselaig aus Süd-Leinster und den Söhnen von Bran aufgezeichnet. Die Söhne von Bran, wahrscheinlich Muiredach mac Brain und sein Bruder Cellach mac Brain, gewinnen die Schlacht. - Fortsetzung 818
- 818: Muiredach mac Brain stirbt und wird in den Annalen von Ulster als leth-rí bezeichnet. Muiredach mac Ruadrach wird danach alleiniger Herrscher.
- 818: 818–834: Muiredach mac Brain, Sohn Brans und Ethnes, stirbt im Jahr 818, nachdem er zuvor als König oder Mitkönig von Leinster regiert hat. Cellach mac Brain, ein weiterer Sohn Brans, ist im Zeitraum von 829 bis 834 als König von Leinster überliefert und stirbt im Jahr 834, womit die von Bran Ardchenn ausgehende Linie der Uí Muiredaig in den Quellen fortgeführt wird. König Muiredach mac Ruadrach (818–829)
- Fortsetzung 829
- Könige von Leinster
- zuletzt 808
Uí Mháine
- König Murchadh mac Aodha (936-960)
- zuletzt 780
Dalriada
- 835: König Áed mac Boanta (835–839)
- Fortsetzung 839
- Zuletzt 782
Gwynedd
- 816: Im Jahr 816 endet der Krieg zwischen Cynan und Hywel mit der Niederlage Cynans. Cynan wird verbannt. Seine Herrschaft endet in diesem Jahr.
- Fortsetzung 816
- Zuletzt 813
Powys
- 820: (Lebenszeit des Enkels Rhodri Mawr) Um 820 wird Rhodri Mawr, der Enkel Cadells über dessen Tochter Nest, geboren, der später als König von Gwynedd und Erbe von Powys eine herausragende Stellung in Wales einnimmt. Nest, Cadells Tochter, heiratet Merfyn Frych, König von Gwynedd von 825 bis 844, und verbindet dadurch das Haus Powys mit der Dynastie von Gwynedd. Rhodri wächst somit in einem Umfeld auf, in dem die Tradition Powys’ und Gwynedds zusammenfließen, und erlangt später als „der Große“ bedeutende Macht über große Teile von Wales. Diese Entwicklung zeigt, dass Cadells Herrschaft und seine Nachkommen langfristig die politische Landschaft von Wales prägen, indem sie durch Heirat und Erbfolge Königreiche verbinden, die zuvor Rivalen gewesen sind.
- Fortsetzung 844
- 844: König Rhodri Mawr (844-878)
- 850: Säule des Eliseg als dynastisches Denkmal: Um das Jahr 850 lässt Cyngen ap Cadell, Sohn Cadells und damaliger König von Powys, die Säule des Eliseg errichten, die seinem Großvater Elisedd ap Gwylog gewidmet ist. Dieses Monument trägt eine Inschrift, in der auch Cadell unter der Namensform „Cattell“ erwähnt wird und die die Abstammungslinie der Herrscher von Powys bis zurück zu Vortigern und darüber hinaus zu Magnus Maximus nachzeichnet. Cyngen nutzt die Säule, um den dynastischen Anspruch seiner Familie zu betonen und die Kontinuität der Herrschaft von Powys trotz der andauernden Bedrohungen durch Mercia und interne walisische Konflikte sichtbar zu machen. Damit setzt er dem Wirken seines Vaters Cadell und dessen Vorfahren ein dauerhaftes Zeichen in der Landschaft, das zugleich politische Propaganda und Familiendenkmal ist.
- 854: Cyngen ap Cadell begibt sich nach einer langen Regierungszeit auf eine Pilgerreise nach Rom und stirbt dort. Er gilt als der erste walisische Herrscher, der nach der Beilegung des Streits zwischen dem walisischen Zweig der keltischen Kirche und Rom über das Osterdatum nach Rom reist. Mit seinem Tod endet die ursprüngliche Linie der Könige von Powys aus der Gwertherion-Dynastie. Obwohl er drei Söhne hat, wird Powys nach seinem Tod von Rhodri Mawr, dem Herrscher von Gwynedd, annektiert. Rhodri ist sein Neffe, da dessen Vater Merfyn Frych Cyngens Schwester Nest ferch Cadell geheiratet hat.
- 855: Ende der Cadelling‑Herrschaft über Powys: Im Jahr 855 stirbt Cyngen ap Cadell im Exil in Rom, und mit seinem Tod endet die direkte Herrschaft der Cadelling‑Dynastie über Powys. Das Königreich geht an Rhodri Mawr, den Sohn von Nest ferch Cadell und Merfyn Frych, über, der bereits König von Gwynedd ist und nun auch die Herrschaft über Powys übernimmt. Rhodri vereinigt damit zentrale walisische Herrschaftsgebiete in einer Hand und gilt als erster Herrscher in Wales, der den Beinamen „der Große“ erhält, was die langfristige Bedeutung der von Cadell ausgehenden Linie für die Geschichte des Landes unterstreicht. Die Ereignisse von 855 zeigen rückblickend, dass Cadells Politik der Bewahrung der Unabhängigkeit Powys’ und die dynastischen Verbindungen seiner Nachkommen die Grundlage für eine spätere größere Einheit innerhalb Wales bilden.
- zuletzt 808
ANGELSACHSEN
Northumbria
- Lindisfarne (Grafschaft Northumberland) 55,67° N.
- Hexham (Northumberland) 54,97° N.
- König Eardwulf (2. Amtszeit 808-810/812/830)
- König Eanred (810-840/841 oder 830-854)
- Erzbischof Wulfsige (York, 808-837)
- Bischof Egbert (Lindisfarne, 802–821)
- Bischof Tidfrith (Hexham, 813-821/822)
- 821: Bischof Heathwred (821–830)
- 821: Tidfrith: Richard von Hexham überliefert, dass Tidfrith 54 Jahre vor der großen skandinavischen Invasion im Jahr 875 stirbt. Wenn diese Angabe wörtlich zutrifft, endet seine Amtszeit spätestens 821 oder 822. Nach einer bei Richard von Hexham überlieferten Tradition stirbt Tidfrith auf dem Weg nach Rom. Im 19. Jahrhundert wird im Friedhof von Wearmouth ein gravierter Stein mit seinem Namen in Runen entdeckt, der sich auf den Bischof beziehen kann, da Wearmouth innerhalb seiner Diözese liegt. Der Historiker James Raine schlägt vor, dass sein Tod möglicherweise dort eintritt, während er auf ein Schiff an der Mündung des Flusses Wear wartet. Es bleibt unklar, was mit dem Bistum Hexham nach der Amtszeit Tidfriths geschieht. Eine Möglichkeit ist die Eingliederung in die Diözese von Lindisfarne, eine andere Erklärung überliefert Wilhelm von Malmesbury in seinem Werk „Gesta Pontificum Anglorum“. In dieser Darstellung kommt das dänische Heer – seit den Tagen Alcuins gefürchtet – in das Land, tötet oder vertreibt die Bevölkerung von Hexham, setzt die Dächer ihrer Häuser in Brand und legt ihre privaten Räume unter freiem Himmel offen. Der moderne Historiker David Rollason schreibt, dass das Verschwinden Hexhams als Bischofssitz „wahrscheinlich nichts mit der Wikingeraktivität“ zu tun hat. Trotz der Darstellung Wilhelms von Malmesbury bleibt der Untergang Hexhams „völlig dunkel“. In derselben Zeit verschwindet auch eine andere nordumbrische Diözese mit Sitz in Whithorn, sodass die nordumbrische Kirche von fünf Bistümern (Lindisfarne, Hexham, Whithorn, Abercorn und York) auf zwei reduziert wird.
- Fortsetzung 829
- 829: Eanred: Egbert von Wessex führt im Jahr 829 ein Heer bis nach Dore an der Grenze Northumbrias. Dort legt er Eanred Bedingungen zur Unterwerfung vor, die dieser akzeptiert, woraufhin Egbert wieder abzieht. Eine andere Überlieferung berichtet, Egbert verwüste und plündere Northumbria, bevor Eanred tributpflichtig wird.
- 830: Eardwulf: Für das Jahr 830 nennt der Text eine mögliche zweite zeitliche Grenze für Eardwulfs Tod. Nach einer neueren Deutung endet Eardwulfs zweite Herrschaft um 830. In derselben Deutung werden auch die Regierungszeiten der späteren Könige von Northumbria entsprechend verschoben. Eardwulf wird im Kloster von Breedon on the Hill beigesetzt, wo ihm die Church of St Mary and St Hardulph geweiht wird.
- 830: Eanred: Nach einer Forschungsmeinung herrscht Eardwulf bis etwa 830, wodurch sich die Regierungszeit Eanreds entsprechend nach hinten verschiebt.
- 837: Erzbischof Wigmund (837–854)
- 840: Eanred: Eanred stirbt um 840/841, woraufhin sein Sohn Æthelred II. ihm als König nachfolgt. König Æthelred II. (1. Amtszeit 840/841–844 oder 854–858)
- 844: König Æthelred II. (2. Amtszeit 844–848/849 oder 858–862)
- 845: Eanred: Münzfunde von Eanred werden aus stilistischen Gründen auf etwa 850 datiert und dienen als Grundlage für alternative Chronologien seiner Regierungszeit.
- 854: Eanred: Nach einer weiteren Datierung stirbt Eanred erst um 854; auch in diesem Fall folgt ihm sein Sohn Æthelred II. als König nach.
- 875: Mönche fliehen wegen Wikingerüberfällen aus Lindisfarne und nehmen Cuthberts Gebeine mit.
- 995: Nach einer langen Odyssee ruhen Cuthberts Gebeine in der Kathedrale von Durham.
- 998: Weihe einer steinernen Kirche in Durham als Ruhestätte der Heiligen
- 'Zuletzt 813
Mercia
Lichfield 52° 41′ N Leicester 52° 38′ N Hereford 52° 3′ N
- König Cenwulf (796–821)
- Erzbischof Wulfred (Canterbury, 805-832)
Wulfred reist nach Rom, um Papst Leo III. zu besuchen; der genaue Anlass ist unbekannt, hängt aber vermutlich mit der Auseinandersetzung um die Laienherrschaft über Klöster zusammen, und er wird von Bischof Wigberht von Sherborne begleitet. - Fortsetzung 816
- 816: Cenwulf: Im Jahr 816 setzt in Wessex und im Süden erneut Spannung ein, und Wulfred leitet ein Konzil in Chelsea, das sich gegen den weltlichen Einfluss auf geistliche Häuser richtet. Cenwulf hat zuvor seine Tochter Cwoenthryth zur Äbtissin von Minster-in-Thanet ernannt. In diesem Jahr stirbt Papst Leo, und sein Nachfolger bestätigt Cenwulfs Privilegien, ohne den Streit zu beenden. Im selben Zeitraum beginnt auch die merzische Westexpansion wieder stärker: Zwischen 816 und 818 dringen merzische Truppen tief in die walisischen Königreiche vor.
- 816: Wulfred: Im Jahr 816 manifestiert sich der Versuch der Kirche, die Kontrolle über Klöster zu sichern, besonders in den Beschlüssen der Synode von Chelsea, nachdem bereits 803 eine Synode in Clofesho entsprechende Dekrete erlässt.
- Fortsetzung 817
- 817: Cenwulf: Im Jahr 817 bezeugt Wulfred zwei Urkunden, in denen Cenwulf Land an Deneberht, den Bischof von Worcester, verleiht. Im selben Jahr oder im Jahr 818 ist ein Kampf bei Anglesey überliefert, dessen Beteiligung der Merzier aber nicht sicher ist.
- 817: Wulfred: Im Jahr 817 zeichnet Wulfred weiterhin als Erzbischof Urkunden, obwohl ihm wegen der Spannungen um die Klöster von Reculver und Minster‑in‑Thanet die Vollmacht vom König für einige Jahre entzogen wird.
- 818: Cenwulf: Im Jahr 818 führen merzische Truppen die westliche Expansion weiter und verwüsten Dyfed. Der Feldzug steht im Zusammenhang mit den zwischen 816 und 818 vorgerückten Angriffen auf Powys, Gwynedd und Dyfed.
- 820: Wulfred: Um 820 erzwingt Coenwulf von Wulfred einen für Wulfred ungünstigen Vergleich, durch den Wulfred zwar die Kontrolle über die umstrittenen Klöster gewinnt, dafür aber eine große Goldzahlung leisten und ein sehr großes Gut an den König abtreten muss; dennoch geben Coenwulf und seine Gefolgsleute die Kontrolle über Minster und Reculver nicht rasch an den Erzbischof ab.
- 821: Cenwulf: Im Jahr 821 endet Cenwulfs Herrschaft mit seinem Tod. In diesem Jahr hält Cenwulf in London ein Konzil ab, auf dem er Wulfred mit Verbannung droht, falls dieser ein Gut von 300 Hides nicht herausgibt und 120 Pfund an den König zahlt. Ebenfalls 821 soll die Expansion nach Westen weitergehen, wird Cenwulf selbst aber nicht mehr erlebt. Cenwulf stirbt in Basingwerk bei Holywell und wird nach Winchcombe überführt und dort in St Mary’s Abbey bestattet.
- 821: Wulfred: Etwa 821 bleibt der Streit in den letzten Regierungsjahren Coenwulfs lebendig, da der König auf einer wohl in diesem Jahr abgehaltenen Versammlung dem Erzbischof mit Exil droht, falls er nicht nachgibt.
- 822: Wulfred: Bis September 822 ist Wulfred wieder als Erzbischof im Amt, als er Ceolwulf von Mercia zum König krönt; im September 822 erreicht Wulfred mit Ceolwulf eine Vereinbarung, die sich in der Königskrönung niederschlägt, die um etwa ein Jahr wegen des Konflikts mit dem Erzbischof verzögert worden ist.
- 823: Wulfred: Erzbistum wieder unter Kent
- 928: Bischof Koenwald (Worcester, 928/929–958/959)
- 1046: Bischof Ealdred (Hereford 1056–1060, Worcester 1046–1062), Erzbischof Ealdred (York, 1060–1069)
- 1053: Bischof Leofwin (Lichfield, 1053-1070)
- Zuletzt 814
East Anglia
- Zuletzt 798
Wessex
- 815: Egcberht: Im Jahr 815 verzeichnet die Angelsächsische Chronik, dass Ecgberht das gesamte Gebiet des verbliebenen britischen Königreichs Dumnonia verwüstet, das der Verfasser als Westwaliser bezeichnet. Ihr Gebiet entspricht ungefähr dem heutigen Cornwall.
- Fortsetzung 823
- 823: Egcberht: Eine Schlacht bei Gafulford im Jahr 823 wird in der Chronik als Auseinandersetzung zwischen den Männern von Devon und den Briten von Cornwall verzeichnet.
- 825: Egcberht: Im Jahr 825 vermerkt die Angelsächsische Chronik, dass die Menschen im Südosten Ecgberhts Herrschaft akzeptieren, da er zu Unrecht von dort vertrieben worden ist. Im Jahr 825 besiegt Ecgberht Beornwulf von Mercia bei Ellandun. Die Schlacht von Ellandun markiert das Ende der mercischen Dominanz in Südengland. Nach diesem Sieg unterwerfen sich Kent, Surrey, das Königreich Sussex (wohl erst 827) und das Königreich Essex der Herrschaft von Wessex; auch East Anglia, das sich gegen die Herrschaft der Mercier erhebt, erkennt Ecgberht als Herrscher an. Im selben Jahr 825 bitten die Ostangeln Ecgberht um Schutz vor den Merciern. Die Chronik berichtet, dass Ecgberht nach dem Sieg seinen Sohn Æthelwulf, Bischof Ealhstan und Ealdorman Wulfheard mit einem großen Aufgebot nach Kent sendet. Æthelwulf treibt Baldred, den König von Kent, nach Norden über die Themse, und die Männer von Kent, Essex, Surrey und Sussex unterwerfen sich Æthelwulf, „weil sie zuvor zu Unrecht von seinen Verwandten fortgerissen worden waren“. Eine Urkunde vom 19. August 825 zeigt, dass Ecgberht erneut in Dumnonia im Feldzug ist.
- 826: Egcberht: Im Jahr 826 gibt ein Dokument aus Kent das Datum „drittes Regierungsjahr Beornwulfs“ an und legt nahe, dass Beornwulf zu dieser Zeit noch als Baldreds Oberherr in Kent herrscht. Im Jahr 826 fällt Beornwulf in East Anglia ein, offenbar um seine Oberherrschaft zurückzugewinnen, und wird dort erschlagen.
- 827: Egcberht: Im Jahr 827 wird Beornwulfs Nachfolger Ludeca bei einem weiteren Einfall in East Anglia getötet. Im Jahr 827 erhebt der Ostangelnkönig Æthelstan Münzen; dies geschieht möglicherweise bereits 827, wahrscheinlicher aber um 830, nachdem Ecgberhts Einfluss mit Wiglafs Rückkehr nach Mercia zurückgeht.
- 829: Egcberht (nun auch König von Mercia 802–839): Im Jahr 829 besiegt Ecgberht Wiglaf, den König von Mercia, und vertreibt ihn aus seinem Königreich. Im Jahr 829 erobert Ecgberht das Königreich Mercia und alle Gebiete südlich des Humber. Nach diesem Sieg erhält Ecgberht die Kontrolle über die Münzstätte von London und prägt Münzen als König von Mercia. Im Eintrag der Angelsächsischen Chronik für das Jahr 829 wird berichtet, dass Ecgberht alle Gebiete südlich des Humber beherrscht und nun als bretwalda fungiert. Die Chronik bezeichnet Ecgberht im Jahr 829 als achten König, der „Bretenanwealda“ ist. Später im Jahr 829 erhält Ecgberht bei Dore die Unterwerfung der Northumbrier; der Northumbria-König ist wahrscheinlich Eanred.
- 830: Egcberht: Im Jahr 830 führt Ecgberht einen erfolgreichen Feldzug gegen Wales an, fast sicher mit der Absicht, den westsächsischen Einfluss in den zuvor mercischen walisischen Gebieten auszuweiten. Im Jahr 830 gewinnt Mercia unter Wiglaf seine Unabhängigkeit zurück; die Chronik vermerkt, Wiglaf „erlangt das Königreich Mercia wieder“. Um 830 prägt Æthelstan von East Anglia Münzen und demonstriert damit Unabhängigkeit, nachdem Ecgberhts Einfluss durch Wiglafs Rückkehr geschwächt ist. In den 830er Jahren bricht das rheinische und fränkische Handelsnetz zusammen. In den 830er Jahren beginnt eine Reihe innerfränkischer Konflikte, die die Unterstützung für Ecgberht beeinträchtigen können.
- 836: Egcberht: Im Jahr 836 verwendet Wiglaf in einer Urkunde die Formulierung „meine Bischöfe, duces und magistri“ für eine Gruppe, die elf Bischöfe des Episkopats von Canterbury umfasst, darunter Bischöfe auf westsächsischem Gebiet. Im Jahr 836 wird Ecgberht bei Carhampton von den Dänen geschlagen.
- 838: Egcberht: Im Jahr 838 besiegt Ecgberht die Dänen und die mit ihnen verbündeten Westwaliser in einer Schlacht bei Hingston Down in Cornwall. Im Jahr 838 findet ein Konzil in Kingston upon Thames statt, bei dem Ecgberht und Æthelwulf den Bistümern Winchester und Canterbury Land im Austausch für die Zusicherung der Unterstützung für Æthelwulfs Thronanspruch gewähren. Im Jahr 838 akzeptiert Erzbischof Ceolnoth Ecgberht und Æthelwulf als Herren und Beschützer der Klöster unter seiner Kontrolle. Im Jahr 838 beschreiben Urkunden Ecgberht und Æthelwulf als „Könige der Westsachsen und auch des Volkes von Kent“.
- 839: Egcberht: Zu Ostern 839 steht Ecgberht mit Ludwig dem Frommen in Verbindung, um eine sichere Reise nach Rom zu arrangieren. Ecgberht stirbt im Jahr 839 und wird in Winchester bestattet. König Æthelwulf (839–858)
- 852: Bischof Swithun (852–862)
- Zuletzt 814
Essex
- König Sigered (798–825)
Ab 814 erscheint möglicherweise ein Sigered als dux, der Cenwulfs Chartas beurkundet. Der Text weist zugleich darauf hin, dass einige Historiker diese Person mit dem König Sigered identifizieren, während andere die Gleichsetzung nicht als gesichert ansehen. Auch die Möglichkeit zweier unterschiedlicher Personen wird genannt. - Fortsetzung 821
- 821: Sigered: Nach der Todeszeit Cenwulfs im Jahr 821 verändert sich nach dem Text das Machtgefüge in England zugunsten von Wessex. Der Abschnitt nennt dieses Jahr als Wendepunkt, ohne dass Sigered selbst hier eine neue Handlung ausführt.
- Fortsetzung 823
- 823: Sigered: Für 823 nennt der Text erneut eine Urkunde, in der Sigered als subregulus erscheint, diesmal in einer Charta des Cenwulf-Nachfolgers Ceolwulf. Damit bleibt sein untergeordneter Status gegenüber Mercia auch in diesem Jahr bestehen.
- 825: Sigered: Im Jahr 825 besiegt Egbert von Wessex Mercia in der Schlacht von Ellandun. Nach diesem Sieg unterwerfen sich Kent, Surrey, Sussex und Essex der Herrschaft von Wessex, und Sigered wird vertrieben; Essex wird als Unterkönigreich dem Königreich Wessex angegliedert. Der Text nennt außerdem, dass Sigered in einer Urkunde dieses Jahres noch als „dux der Ostsachsen“ erwähnt wird und der Schenkung zusammen mit anderen Großen zustimmt. König Sigerich II. (um 825–um 840)
- 827: Sigered: Der ehemalige König Sigered stirbt um 827. Der Text nennt außerdem die Ansicht einiger Historiker, dass Sigered und sein Nachfolger Sigerich II. dieselbe Person sein könnten.
- Zuletzt 814
Kent
Wieder unter Kent ab 823:
- 823: König Baldred (823-825)
- 823: Wulfred: Nach der Absetzung Ceolwulfs im Jahr 823 verbessert sich Wulfreds Lage.
- Fortsetzung 825
- 825: Wulfred: Im Jahr 825 hält der neue merzische König Beornwulf eine weitere Synode in Clofesho ab, bei der der Konflikt schließlich zu Gunsten Wulfreds entschieden und ein Bericht über den bisherigen Verlauf des Streits verfasst wird; Coenwulfs Tochter Cwenthryth, Äbtissin von Winchcombe und Minster, zahlt Wulfred Entschädigung und verliert die Kontrolle über die Häuser in Kent, während Kent später im Jahr 825 oder möglicherweise im folgenden Jahr an Mercia verloren geht, nachdem Egbert von Wessex Beornwulf bei Ellendun besiegt; in einem 825 abgefassten, den Canterbury‑Standpunkt vertretenden Dokument wird zudem festgehalten, dass Wulfred sechs Jahre der Amtsenthebung erleidet, wobei vier Jahre für wahrscheinlicher gehalten werden, und es zeigt sich, dass Wulfred und die Gemeinschaft von Canterbury Coenwulf mit Gesandtschaften an den Papst und mit Fälschungen bekämpfen, die angeblich von früheren Königen stammen. In den mittleren Jahren der 830er Jahre steigt Werhard, ein Verwandter Wulfreds und Mitglied des Klosters von Christ Church, zum „Priester‑Abt“ auf, wie aus Wulfreds Testament hervorgeht, das in einer späten Abschrift erhalten ist und Werhard als Neffen Wulfreds und als Priester bezeichnet.
- 832: Wulfred: Im Jahr 832 stirbt Wulfred wahrscheinlich am 24. März; den größten Teil seines Vermögens hinterlässt er seinem Verwandten Werhard, der die Ländereien nach seinem eigenen Tod an Christ Church geben soll, und die Münzprägung in Wulfreds Namen, die zeitweise ausgesetzt gewesen ist, wird vor seinem Tod wieder aufgenommen, wobei Wulfred als erster Erzbischof sein Porträt auf die in seinem Namen geschlagenen Pfennige setzt, die im Unterschied zu denen früherer Erzbischöfe keinen Bezug auf den regierenden merzischen König nehmen.
- 1058: Bischof Siward (Rochester, 1058–1075)
- zuletzt 805
FRÄNKISCHES REICH
Sortierung der Städte:
- Paris (Neustrien)
- Reims (49° 16′ N) (Neustrien)
- Utrecht, Niederlande (~52° 05′ N) (Friesland)
- Metz, Frankreich (~49° 07′ N) (Austrasien)
- Lüttich, Belgien (Liège, ~50° 38′ N) (Austrasien)
- Verden, Niedersachsen, verden (♁52° 55′ N)
- Köln, Nordrhein-Westfalen (~50° 56′ N) (Austrasien)
Kloster Werden - Bremen, ~53° 5′ N (Sachsen)
- Büraburg, Hessen (bei Fritzlar, ~51° 08′ N)
- Reichsabtei Lorsch, Hessen [~49° 39′ N)
- Erfurt, Thüringen (~50° 58′ N)
- Erzbistum Mainz:
Mainz, Rheinland-Pfalz (~50° 00′ N)
Kloster Hersfeld - Bistum Trier
Trier, Rheinland.Pfalz (~49° 45′ N)
Worms, Rheinland-Pfalz (49° 38′ N) - Bistum Würzburg
Würzburg, Bayern, Unterfranken damals noch Herrschaft der Hedenen (~49° 47′ N) - Reichskloster Lorsch
- Konstanz, Baden-Württemberg (47° 40′ N)
Karl der Große geb. 748 (66)
- Kaiser Karl der Große (800–814)
- König, Mitkaiser (Aquitanien, 781–814), nun Kaiser Ludwig der Fromme (814–840)
Nach dem Tod Karls des Großen am 28. Januarzieht Ludwig unverzüglich nach Aachen, übernimmt die Herrschaft im Gesamtreich, benötigt keine erneute Kaiserkrönung, da er bereits Kaiser ist, und beginnt seine Herrschaftsübernahme, die mühelos, aber nicht bruchlos verläuft. - Adalhard
Nach dem Regierungsantritt Ludwigs des Frommen entfernt dieser die Berater seines Vaters. Adalard wird deshalb im Jahr in das von Abt Arnoul geleitete Kloster Noirmoutier verbannt. - Reichsabtei Kornelimünster
Benedikt von Aniane gründet mit Unterstützung von Ludwig dem Frommen die Reichsabtei Kornelimünster in der gleichnamigen Ortschaft an der Inde in der Nähe von Aachen. Sie soll auf der Basis der Regula Benedicti, der Regel des Benedikt von Nursia, als Vorbild für die Erneuerung des Klosterwesens und des Mönchtums im fränkischen Reich dienen - König Bernhard (Italien, 810–818)
Bernards Reich umfasst nicht Bayern, da sein Vater Pippin vor Karl dem Großen stirbt und somit die Thronfolgeregelung von 806 nicht vollständig in Kraft tritt. Bereits 814 verleiht Bernards Onkel väterlicherseits, der neue Kaiser Ludwig der Fromme, Bayern und seine östlichen Abhängigkeiten seinem ältesten Sohn Lothar. Somit beginnt sich eine komplexe Situation hinsichtlich der Abgrenzung zwischen den Zuständigkeiten Bernards und Lothars an den südöstlichen Grenzen des Karolingischen Reiches abzuzeichnen. - Erzbischof Wulfar (Reims, 812-816)
Wulfar beruft eine Synode in Noyon ein, zu der Äbte, Bischöfe und Grafen zusammenkommen. - Abt Hilduin (Saint-Denis, 814–840)
Waldo, Abt von Reichenau und Abt von Saint-Denis, stirbt im März. Nach seinem Tod folgt Hilduin, der ein Weltgeistlicher und kein Mönch ist, als Abt von Saint-Denis nach. - Alkuin
- Bischof Theodulf (Orléans, 798-818)
Als Karl stirbt, ist Theodulf unter den Zeugen seines Testaments. Auch zu Karls Sohn und Nachfolger Ludwig dem Frommen steht er zunächst in guter Beziehung. - Bischof Waltcaud (Lüttich, 810/811-831)
Ludwig der Fromme hält sich kurz nach dem Tod Karls des Großen in Lüttich auf. - Erzbischof Hildebold (Köln, 795–818)
Hildebold spendet seinem Freund Kaiser Karl in Aachen die Sterbesakramente. Er erteilt ihm die Krankensalbung und reicht ihm die Kommunion. In dieser Situation begleitet er den Kaiser in den letzten Stunden seines Lebens. Kurz zuvor hat er bereits als erster Zeuge das Testament des Kaisers unterzeichnet und bestätigt damit dessen Bestimmungen. - Bischof Willerich (Bremen, 805–837)
- Erzbischof Haistulph (813–825)
Haistulph weiht am 23. Dezember weiht Hrabanus Maurus zum Priester, der ihm später auf den bischöflichen Stuhl von Mainz folgen soll. Auf Haistulph geht die Anregung zur Erstellung des Werkes De institutione clericorum und der Matthäus-Kommentare zurück, die ihm wie auch eine Predigtsammlung dediziert werden. - Erzbischof Amalarius (Trier, 809–814)
- Erzbischof Hetti (Trier, 814–847)
Hetti gehört einer vornehmen austrasischen Familie an. Seine Schwester Warentrud ist Äbtissin in Pfalzel, und sein Neffe Grimald von Weißenburg ist Abt von St. Gallen. Bevor Hetti Bischof wird, ist er Abt von Mettlach. Zwischen 814 und 816 lässt sich die Besteigung des erzbischöflichen Stuhls in Trier als Nachfolger von Erzbischof Amalarius Fortunatus urkundlich grob datieren. Spätestens 814 ist Hetto Erzbischof von Trier und bleibt es in diesem Amt bis zu seinem Tod, wobei er zugleich als politischer und kirchlicher Führer wirkt. Als Erzbischof von Trier erhält Hetto von Ludwig dem Frommen die Bestätigung des Immunitätsprivilegs gegenüber den weltlichen Gerichten, das zuvor Bischof Wermad gewährt worden ist, der vor der Erhebung Triers zum Erzbistum dort Bischof gewesen ist. Hetti hinterlässt zudem ein Traktat für angehende Kleriker. - Bischof Wolfgar (Würzburg, 809–831)
- Abt Ratgar (Fulda, 802–817)
- Bischof Wolfleoz (Konstanz, 811–838/39)
- Abt Waldo von Reichenau (Saint-Denis 806–814)
Waldo stirbt am 29. oder 30. März in der Abtei Saint-Denis bei Paris, wo er ebenfalls Abt gewesen ist; Haito, Bischof von Basel, tritt die Nachfolge als Abt von Reichenau an (bis 823) - Bischof Haito (Basel, 805-823)
- Fortsetzung 815
- 815: Adalhard Im Jahr 821 wird Adalard nach dem Tod des heiligen Benedikt von Aniane wieder begnadigt. Er kehrt daraufhin in seine Abtei Corbie zurück.
- 815: Baugulf Am 8. Juli stirbt der ehemalige Abt Baugulf in Wolfsmünster und wird dort bestattet. Abt Eigil lässt seine Vita durch den Fuldaer Mönch Brun Candidus verfassen. Dieses Werk ist in den späteren Bücherverzeichnissen des Klosters Fulda bereits nicht mehr erwähnt und geht spätestens bei der Zerstörung der Fuldaer Bibliothek im Dreißigjährigen Krieg verloren.
- 815: Ratgar: Am 27. März gelingt Ratgar im Vertrag von Retzbach ein Vergleich mit dem Bistum Würzburg im Streit um die Erhebung des Kirchenzehnten in den auf dem Gebiet der Würzburger Diözese liegenden Fuldaer Besitzungen.
- 815: Wolfgar: Ein Vergleich zwischen Fulda und Würzburg wird geschlossen, nach dem zahlreiche Dörfer im heutigen Unterfranken ihren Zehnten nach Fulda zu entrichten haben. Damit werden zugleich weitergehende Ansprüche Fuldas zurückgewiesen.
- Fortsetzung 816
- 816: Ludwig der Fromme: Im Jahr 816 beschließt eine große Aachener Reichssynode, dass die benediktinischen Regeln für alle Mönche und Nonnen im Frankenreich verbindlich sind, und die Institutio canonicorum Aquisgranensis legt für alle nichtmonastischen Kleriker- und Frauengemeinschaften eine einheitliche Norm in Liturgie und Lebensführung fest, während Ludwig im selben Jahr, wohl am 5. Oktober, in Reims von Papst Stephan IV. gesalbt und nochmals gekrönt wird, um die Sakralität seiner Herrschaft zu betonen.
- 816: Wulfar: Im Jahr 816, als Papst Stephan IV. die Kathedrale von Reims besucht, um den Kaiser Ludwig den Frommen zu krönen, ist Wulfar bereits schwer krank und gibt sein Leben kurz danach auf. Das Volk und der Klerus der Stadt wählen Gislemar zu seinem Nachfolger, aber als die Bischöfe der Kirchenprovinz zusammenkommen, befinden sie diesen Mann als unfähig, die lateinische Vulgata zu lesen; daher fällt ihre Wahl auf den Kandidaten des Kaisers, Ebon. Erzbischor Ebo (Reims, 1. Amtszeit 816-835)
- 816: Waltcaud: Waltcaud nimmt 816/817 an der Synode in Aachen zur Zeit Ludwigs des Frommen teil, bei der die Lebensweise der Kanoniker und Kanonissen geregelt wird. Vor diesem Hintergrund reguliert er das Leben an den Kirchen von St. Lambert in Lüttich, Notre Dame in Tongern und Sankt Servatius in Maastricht.
- 816: Theodulf: Als Papst Stephan IV. 816 zur Krönung Ludwigs nach Reims kommt, gehört Theodulf zu der Gesandtschaft, die den Papst empfängt.
- 816: Erzbischof Ebo (Reims, 816–835, Bischof von Hildesheim 845–851)
- 816: Hildebold: Im Jahr 816 holt Hildebold feierlich Papst Stephan V. nach Reims ein, wo die Krönung König Ludwigs des Frommen zum römischen Kaiser vorbereitet wird. Er empfängt den Papst und begleitet ihn an den Ort der künftigen Krönung. Auch nach dem Tod Karls des Großen wahrt er seine Stellung und bleibt eine einflussreiche Figur in Reich und Kirche. Er wirkt weiterhin an der Verbindung zwischen Papsttum und fränkischer Herrschaft mit.
- 816: Bischof Gondulf (Metz, 816–823)
- 816: Ratgar: Erneut kommt es zu offener Rebellion gegen den Abt, an deren Spitze sein Nachfolger Eigil erscheint.
- 816: Wolfleoz: Im Jahr 816 nimmt Wolfleoz an der Translation der Reliquien des als Märtyrer verehrten Trudpert teil und weiht aus diesem Anlass vermutlich auch die neuerrichtete Klosterkirche in St. Trudpert, so dass er liturgisch und repräsentativ im Rahmen dieser Feierlichkeiten handelt. Im selben Jahr wirkt er außerdem bei der Einweihung der unter Abt Haito neuerbauten Abteikirche des Klosters Reichenau mit, so dass er auch dort als Bischof an einem bedeutenden Weiheakt beteiligt ist. Gleichzeitig erreicht in St. Gallen der Konflikt um seine Herrschaft über das Kloster einen Höhepunkt, die St. Galler Mönche haben sich bereits entschlossen, sich mit einer Klage an Kaiser Ludwig den Frommen zu wenden, wodurch die allmähliche Ablösung des Klosters St. Gallen von der Konstanzer Bischofskirche eingeleitet wird, und Wolfleoz versucht zwar, mithilfe einer gefälschten Urkunde seine Rechte durchzusetzen, hat damit aber keinen Erfolg. Ebenfalls im Jahr 816 wählt der Konvent von St. Gallen in freier Wahl Gozbert zum Abt von St. Gallen, wodurch Wolfleoz das Amt des Abtes von St. Gallen verliert, während er Bischof von Konstanz bleibt. Abt Gozbert (St. Gallen, 816–837)
- 816: Hetti: Im Jahr 816 nimmt Hetti an der Synode in Aachen teil.
- 817: Ludwig der Fromme: Im Jahr 817 greift Ludwig in die monastische Reform im Kloster Fulda ein, lässt auf Bitte des Konvents im Supplex Libellus Abt Ratgar absetzen und stellt das Kloster für ein Jahr unter kommissarische Leitung zweier Mönche aus dem Westen, und im selben Jahr, möglicherweise durch einen Unfall veranlasst, ordnet er in der Ordinatio imperii die Nachfolge so, dass Lothar in Aachen zum Mitkaiser gekrönt wird und die außenpolitische Hoheit über das Gesamtreich erhält, während Pippin Aquitanien und Ludwig den östlichen Teil des Fränkischen Reiches bekommt, was Theodor Schieffer als absoluten Höhepunkt des karolingischen Zeitalters bezeichnet.
- 817: Bernard: Im Jahr 817 erlässt Kaiser Ludwig eine Thronfolgeregelung, bekannt als Ordinatio Imperii, und ernennt seinen Sohn Ludwig zum König in Bayern mit zusätzlicher Zuständigkeit über Karantanien, Böhmen und andere abhängige Slawen und Awaren. Da Karantanien zuvor der Zuständigkeit des Herzogtums Friaul untersteht, das zum italienischen Reich Pippins gehört, deutet die Ankündigung seiner künftigen Übertragung in die bayerische Zuständigkeit auf eine Verringerung von Bernards Herrschaftsgebiet hin. Weitere Schwierigkeiten für Bernard ergeben sich daraus, dass er im Gegensatz zu Ludwigs Söhnen in der Ordinatio Imperii nicht namentlich erwähnt wird, die eine mehrdeutige Klausel über den Status des italienischen Reiches enthält. Unter dieser Klausel wird festgelegt, dass Italien in derselben Weise regiert werden soll, wie es während der Herrschaft der Kaiser Karl der Große und Ludwig geschieht und geschehen ist, wobei betont wird, dass dieselben Regelungen unter Ludwigs ältestem Sohn und Mitkaiser Lothar aufrechterhalten werden sollen, falls dieser seinen Vater als neuer Kaiser beerbt. Diese Bestimmungen sind auslegungsfähig und versäumen es, Bernards Herrschaft über das italienische Reich ausdrücklich zu bestätigen und damit zu sichern, und werden in Italien als Anlass zur Sorge aufgenommen. Bestimmte von Bernards Ratgebern, darunter Graf Eggideo und Kämmerer Reginhard, überzeugen Bernard, dass diese Regelung seine Position bedroht. Weitere Würdenträger sind ebenfalls beteiligt, wie Reginhar, ein Enkel eines thüringischen Rebellen gegen Karl den Großen, und der Adlige Hardrad, während die Bischöfe Anshelm von Mailand und Theodulf von Orléans ebenfalls verdächtigt werden, beteiligt zu sein, aber es gibt im Fall Theodulfs weder Beweise dafür noch dagegen, während die Beteiligung Anshelms ungewiss bleibt. Zuvor scheint Bernards Verhältnis zu seinem Onkel väterlicherseits kooperativ zu sein, und es scheint, dass Bernards Hauptbeschwerde im Jahr 817 der Gedanke ist, auch Vasall des Mitkaisers Lothar zu werden. In praktischer Hinsicht hat sich seine tatsächliche Stellung durch die Bestimmungen des Dekrets überhaupt nicht verändert, und er kann unter einem solchen System sicher weiterregieren. Dennoch gelangen „teilweise wahre“ Berichte zu Ludwig dem Frommen, dass sein Neffe plane, in Italien ein „unrechtmäßiges“ (d. h. unabhängiges) Regime zu errichten. Ludwig der Fromme reagiert rasch auf die Verschwörung und marschiert nach Süden bis nach Chalon. Bernard und seine Gefolgsleute werden überrascht; Bernard reist nach Chalon, um zu versuchen, Bedingungen auszuhandeln, aber er und die Rädelsführer werden gezwungen, sich Ludwig zu ergeben, der sie nach Aachen bringen lässt, wo Bernard wegen Hochverrats verurteilt, abgesetzt und zusammen mit anderen Verschwörern zum Tode verurteilt wird. Ludwig wandelt ihre Strafen in Blendung um, die Bernard als Bedrohung ausschalten soll, ohne ihn tatsächlich zu töten. Bernard ist mit Cunigunda von Laon verheiratet, aber das Jahr ihrer Ehe ist unklar. Sie haben einen Sohn, Pippin I., Graf von Vermandois, der 817 geboren wird. Ein Text mit dem Titel Die Vision der armen Frau von Laon kritisiert Ludwig wegen Bernards Tod.
- 817: Römischer Kaiser Lothar I. (817/823–855 (bis 840 als Mitkaiser), (Unter-)König von Italien / König der Langobarden Lothar I. (822–855), König des fränkischen Lotharii Regnum Lothar I. (843–855) Im Juli 817 wird Lothar bei der Teilung des Reichs durch Ludwig den Frommen Mitkaiser.
- 817: Theodulf: Bald darauf gerät Theodulf unter Verdacht, in die Rebellion Bernhards von Italien gegen Ludwig im Jahr 817 verwickelt gewesen zu sein. Im selben Jahr findet auf dem Reichstag eine Auseinandersetzung statt, in der Theodulf möglicherweise die Sache Bernhards scharfzüngig vertritt; einem gewaltsamen Aufruhr redet er jedoch sicher nicht das Wort.
- 817: Ratgar: Supplex Libellus Der Supplex Libellus (Bittbüchlein) ist ein Beschwerdebrief des Konvents des Klosters Fulda gegen seinen Abt Ratgar, der im Jahr 812 Kaiser Karl dem Großen und in einer erweiterten Fassung nun Kaiser Ludwig dem Frommen vorgelegt wird. Ziel der Verfasser ist es, ein Eingreifen des Kaisers in den schweren Konflikt zwischen Abt und Konvent zu erreichen, der aus dem autoritären Führungsstil Ratgars, aus den Belastungen durch sein ehrgeiziges Bauprogramm und aus den damit verbundenen administrativen Maßnahmen sowie Eingriffen in die überlieferte Liturgie und die Consuetudines (ergänzende Ausführungsbestimmungen zur Regel) des Klosters Fulda resultiert und nach mehreren vergeblichen Schlichtungsversuchen (für 809 und 812 sind Visitationen unter Leitung des Mainzer Erzbischofs Richulf bezeugt) schließlich in der Flucht eines Teils der Mönche aus dem Kloster gipfelt. Obwohl sich Ratgar zu seiner Rechtfertigung auf die Beschlüsse der vom Kaiser einberufenen Reformsynoden berufen hat, ist seine Stellung nun nicht länger haltbar. Ludwig der Fromme verfügte seine Absetzung und Verbannung. Das Kloster wird für etwa ein Jahr unter kommissarische Leitung durch kaiserliche Missi (Sendboten) gestellt. In dieser Zeit wurde von diesen, Mönchen aus der Umgebung Benedikts von Aniane, die anianische Reform in Fulda eingeführt. Auf Initiative seines Nachfolgers, Abt Eigil, der als Verwandter des Gründerabtes Sturmi wahrscheinlich zu den Autoren des Supplex Libellus zählt, wird Ratgar begnadigt und verbringt den Rest seines Lebens († 835) als Mönch im Fuldaer Nebenkloster Frauenberg.
- 817: Waltcaud: Er ersetzt die Kanoniker in d’Andage durch Benediktinermönche. Im Kloster Nivelles gelingt es ihm nicht, die bisherigen Regeln durch die Benediktinerregel zu ersetzen. Die Äbtissin organisiert Widerstand auch in anderen Stiften bis nach Köln. Die Stifte wenden sich an den Papst. Ludwig der Fromme bittet den Papst, die Beschlüsse des Konzils auch im Fall von Nivelle zu bestätigen. Die beteiligten Stifte bleiben jedoch ablehnend. Später werden mehrere Äbtissinnen abgesetzt.
- 817: Hetti: Im Jahr 817 fordert Hetti als Legat des Kaisers Ludwig des Frommen und als Erzbischof von Trier den Bischof Frothat von Toul auf, Truppen für einen möglichen Heerzug nach Italien bereitzuhalten.
- 818: Ludwig der Fromme: Im Jahr 818 zwingt Ludwig nach der Rebellion seines Neffen Bernhard von Italien seine illegitimen Halbbrüder Hugo, Drogo und Theoderich in den Dienst der Kirche.
- 818: Bernard: Das Verfahren der Blendung, das durch das Aufdrücken eines glühend heißen Stiletts auf die Augäpfel durchgeführt wird, erweist sich als so traumatisch, dass Bernard zwei Tage nach der Durchführung des Verfahrens unter Qualen stirbt. Zugleich lässt Ludwig auch seine Halbbrüder Drogo, Hugo und Theoderich scheren und in Klöstern einsperren, um zu verhindern, dass andere karolingische Seitenlinien die Hauptlinie herausfordern. Er behandelt außerdem diejenigen, die Bernards Verschwörung schuldig oder verdächtig sind, mit Härte: Theodulf von Orléans wird inhaftiert und stirbt kurz darauf; die weltlichen Verschwörer werden geblendet, die Kleriker abgesetzt und inhaftiert; alle verlieren Ländereien und Ehren. Bernard stirbt am 17. April 818 an seinen Wunden. Bald nach Bernards Absetzung wird die Herrschaft über das italienische Reich auf Ludwigs ältesten Sohn Lothar übertragen. Es wird argumentiert, dass manche Historiker der Ansicht sind, Ludwigs Verhalten mache ihn für klerikale Bevormundung empfänglich und mindere sein Ansehen und seine Wertschätzung unter dem fränkischen Adel. Andere weisen hingegen darauf hin, dass Bernards Verschwörung eine ernsthafte Bedrohung für die Stabilität des Reiches darstellt und die Reaktion nicht weniger eine Bedrohung ist; Ludwigs Bußhandlung ist dann „eine wohl abgewogene Geste, um die Harmonie wiederherzustellen und seine Autorität neu zu begründen“.
- 818: Theodulf: Im Jahr 818 wird Theodulf auf der Synode von Aachen verurteilt, aller Ämter enthoben und verbannt. Nach der Verurteilung erfolgt die Verbannung ins Kloster Saint-Aubin in Angers. In der Verbannung schreibt er den liturgisch bedeutsamen Hymnus Gloria, laus et honor; die in die Legenda aurea übernommene Legende beschreibt dies als Zeit in Angers, doch nach übereinstimmender Meinung der Historiker kommt es nicht zu seiner Begnadigung durch Ludwig.
- 818: Hildebold: Am 3. September 818 stirbt Erzbischof Hildebold in Köln. Er wird in St. Gereon zur letzten Ruhe gebettet. Noch im 14. Jahrhundert gilt er als der Stifter des dortigen Hochaltars. In der Nähe von St. Gereon ist später ein Platz nach Hildebold benannt, der an seine Person erinnert.
- 818: Abt Eigil (Fulda, 818–822) Eigils Leben bis 818: Eigil wird um 750 in Bayern in eine bairische Adelsfamilie geboren, Er ist mit Abt Sturmius verwandt, der sein Onkel ist. Noch im Kindesalter übergeben ihn seine Eltern als Oblaten dem Kloster Fulda, wo er unter Sturmius Schüler wird. Er wird Propst und fungiert als Schöffe im Abtsgericht. Unter Abt Ratgar entsteht im Kloster Fulda eine existenzbedrohende Krise. Ratgar führt ein hartes, kompromissloses Regiment, greift in die überlieferten Consuetudines ein und betreibt ein forciertes Bauprogramm. Eigil gehört in dieser Krise zu den Gegnern Ratgars. Er zählt zu den Verfassern des gegen Ratgars Amtsführung gerichteten Beschwerdebriefs, des Supplex Libellus, und gehört zu einer Gruppe von Mönchen, die auf dem Höhepunkt des Streits aus dem Kloster flieht. Nach der Absetzung Ratgars beginnt ein Interregnum in Fulda. Auf Befehl Kaiser Ludwigs des Frommen wird in dieser Zeit die Reform Benedikts von Aniane im Kloster eingeführt. Er folgt ihr jedoch nicht in allen Einzelheiten und lässt zum Beispiel weiterhin die Außenposten des Klosters von Mönchen und nicht – wie vorgeschrieben – von Laien verwalten. - Im Jahr 818 wird Eigil vierter Abt des Klosters Fulda. Er entwickelt einen kooperativen Führungsstil und setzt ausgleichende Maßnahmen ein. Eigil greift auf die integrativen Reformideen Benedikts von Aniane zurück. Er verbindet altmonastische Spiritualität, Askese, benediktinische Tradition und Reformgedanken und trägt so zur Überwindung der Krise bei. Unter seiner Leitung kommt es zu einer Versöhnung zweier Gruppen: der an einem idealen, asketischen Einsamkeitskloster festhaltenden Traditionalisten und der gegenüber den Neuerungen der karolingischen Renaissance in Bildung, Kunst und Kultur aufgeschlossenen Gruppierung. Obwohl er zuvor Gegner Ratgars ist, setzt sich Eigil als Abt später für dessen Begnadigung ein. Er bewirkt, dass Ratgar in das Fuldaer Nebenkloster Frauenberg zurückkehren darf. Wahrscheinlich ernennt Eigil den Leiter der Klosterschule, Hrabanus Maurus, mit dem er bei Bau- und liturgischen Projekten eng zusammenarbeitet, zum Propst und präsumptiven Nachfolger. Hrabanus repräsentiert den neuen geistigen Aufbruch im Kloster. Unter Eigils kurzem Abbatiat blüht das Klosterleben auf. Es entstehen die Voraussetzungen dafür, dass Fulda unter seinem Nachfolger Hrabanus Maurus zu einem der bedeutendsten Zentren geistiger Kultur aufsteigt. - Eigil verfasst im Vorfeld der 820 durchgeführten Translation der Gebeine des Gründerabtes Sturmi dessen Biographie. Dieses Werk trägt den Titel Vita Sturmi primi abbatis et fundatoris Fuldensis coenobii. Er veranlasst den Fuldaer Mönch Brun Candidus zur Abfassung der Vita des zweiten Fuldaer Abtes Baugulf. Damit begründet Eigil die Fuldaer Vitenreihe, die die ersten fünf Äbte Sturmi, Baugulf, Ratgar, Eigil und Rabanus Maurus sowie die Fuldaer Heiligen Bonifatius und Lioba umfasst. Fuldaschüler, die aus diesem geistigen Umfeld hervorgehen, sind unter anderem Ermenrich von Ellwangen, der den Sermo de Vita B. Soli über den Einsiedler Sola von Solnhofen verfasst, der Kaiserbiograf Einhard und Walahfrid Strabo. Walahfrid Strabo verfasst und ediert zahlreiche Viten wie die Vita S. Galli, Vita Mammae, Vita Blaithmaic, Vita S. Otmari sowie Einhards Vita Karoli und Thegans Gesta Hludowici. - Eigil vollendet die von seinen beiden Vorgängern begonnene Salvator-Basilika in Fulda. Diese Kirche heißt nach ihrem Erbauer später meist Ratgar-Basilika. Er lässt in diese Basilika nachträglich zwei Krypten einbauen, die zu den frühesten Hallenkrypten zählen. Zugleich fördert er damit die klösterliche Memoria und die liturgische Nutzung des Kirchenraums. Außerdem lässt Eigil eine Friedhofskapelle errichten, die Hrabanus Maurus konzipiert. Es entsteht die Michaelskirche, ein Zentralbau über acht Säulen mit Schlussstein in der Kuppel oder im Gewölbe und einer Krypta, die über einer Mittelsäule mit jonisierendem Kapitell gewölbt ist. - Um den Kult des Gründerabtes Sturmius, seines Verwandten, kümmert sich Eigil besonders. Er lässt dessen Grab im südlichen Seitenschiff der Salvator-Basilika neu anlegen, ordnet seine Translation und gestaltet seine liturgische Memoria neu. Zu dieser erneuerten Memoria zählt auch die Lesung der von Eigil verfassten Vita Sturmi während der Liturgie. Wahrscheinlich steht diese Einzelmaßnahme im Zusammenhang mit einer Liturgiereform, in deren Rahmen ein von Hrabanus Maurus kompiliertes Sakramentar, ein Gregorio-Gelasianum mixtum, in Fulda eingeführt wird. - Eigil beginnt außerdem mit dem Bau eines neuen Konventsgebäudes. Dieses Gebäude kann er jedoch vor seinem Tod nicht mehr fertigstellen.
- 818: Abt Eigil (Fulda, 818–822)
- 818: Wolfleoz: Im Jahr 818 verleiht Kaiser Ludwig der Fromme dem Kloster St. Gallen die Immunität und damit den Status eines Reichsklosters, wodurch St. Gallen die Unabhängigkeit von Konstanz erhält und sich von der bisherigen Bindung an die Konstanzer Bischofskirche löst, was die zuvor eingeleitete Ablösung des Klosters von der Herrschaft des Bischofs von Konstanz rechtlich festigt.
- 819: Eigil: Die Weihe der Ratgar-Basilika erfolgt nach Ratgars Absetzung unter seinem Nachfolger Eigil.
- 819: Hilduin: Im Jahr 819 ist Hilduin Erzkaplan Ludwigs des Frommen. Er bekleidet damit das Amt des höchsten Hofgeistlichen am Hof Ludwigs des Frommen. Von 819 bis 831 ist Hilduin Erzkaplan Ludwigs des Frommen. In dieser Zeit wirkt er als einer der wichtigsten Berater Ludwigs des Frommen und als einflussreiche Persönlichkeit am karolingischen Hof.
wikipedia
- 819: Haistulph: Am 1. November 819 weiht Haistulph als zuständiger Diözesan gemäß dem im Zachariasprivileg festgelegten Verfahren auf invitatio von Abt Eigil und dem Fuldaer Konvent unter Mitwirkung seines Chorbischofs Humbert, des späteren Bischofs von Würzburg, die noch von Ratgar errichtete, von Eigil fertiggestellte und um zwei Krypten bereicherte Salvatorbasilika in Fulda. Er transferiert dabei die Reliquien des Bonifatius in das Altargrab der Westapsis. Unter den Anwesenden befindet sich auch Deocar, Abt von Herrieden und späterer Heiliger.
- 819: Hetti: Im Jahr 819 fordert Hetti denselben Bischof Frothat von Toul auf, über die kaiserliche Verfügung für die Stifte zu wachen.
- 820: Waltcaud: Teile des Bistums Lüttich werden erstmals von Wikingern bedroht.
- 820: Haistulph: Im Jahr 820 erfolgt mit ausdrücklicher Genehmigung Haistulphs die Translation der Lioba von Tauberbischofsheim zum Ignatiusaltar im südlichen Seitenschiff der Kirche in Fulda. Dort wird Lioba zusammen mit dem Gründerabt Sturmi beigesetzt.
- 821: Ludwig der Fromme: Im Jahr 821 stirbt Benedikt von Aniane, Ludwigs wichtigster Berater, wodurch die kirchliche Reformbewegung erlahmt.
- 821: Bernhard: Im Jahr 821 begnadigt Kaiser Ludwig einige von Bernards Mitverschwörern.
- 821: Lothar I.: Mitte Oktober 821 vermählt sich Lothar in Diedenhofen mit Irmingard von Tours, der Tochter des Grafen Hugo von Tours.
- 821: Theodulf: Theodulf stirbt in der Verbannung nach Februar 821 und vor Oktober 821. Das genaue Todesdatum ist nicht bekannt, und der Sterbeort ist nicht eindeutig belegt; literarische Zeugnisse und die Rezeption seiner Dichtung in den Carmina Cenomanensia sprechen dafür, dass es Le Mans ist.
- 821: Haistulph: Im Folgejahr weiht Haistulph weitere Altäre. Am 15. Januar 822 weiht er die von Hrabanus Maurus konzipierte Begräbniskirche St. Michael. Beide Ereignisse hält Hrabanus Maurus in Weihenotizen fest, die Brun Candidus von Fulda in der Vita Abt Eigils überliefert, wo auch die Weihezeremonie detailliert beschrieben ist.
- 822: Ludwig der Fromme: Im Jahr 822 vollzieht Ludwig der Fromme auf dem Reichstag von Attigny einen öffentlichen Bußakt für sein hartes Vorgehen gegen Familienangehörige, insbesondere gegen Bernhard, erfüllt damit den Wunsch führender Geistlicher, erleidet aber zugleich einen Prestigeverlust, während Hugo 822/23 Abt von Saint-Quentin wird.
- 822: Lothar I.: 822 erhält Lothar Italien als Herrschaftsbereich.
- 822: Bernhard: Im Jahr 822 vollzieht Bernard in Attigny eine öffentliche Bußhandlung, bei der er vor dem gesamten Hof bekennt, seinen Neffen sündhaft getötet zu haben, und er nimmt auch seine Halbbrüder wieder in seine Gunst auf.
- 822: Abt Adalhard (Corvey, 822-826) Im Jahr 822 beteiligt sich Adalard zusammen mit seinem Bruder Wala an der Gründung der Neuen Corbie, der Abtei Corvey an der Weser in Sachsen. Wala wird dort Abt. Im selben Jahr verfasst Adalard die Statuten der Abtei Corbie (Statuta antiqua abbatiae sancti Petri Corbeiensis), die später als Vorbild für andere Abteien dienen.
- 822: Haistulph: Am 15. Januar 822 weiht Haistulph die Begräbniskirche St. Michael. Die Konzeption dieser Kirche geht auf Hrabanus Maurus zurück. Die Weihenotizen Hrabanus Maurus zu diesem und dem vorherigen Weihedatum sind von Brun Candidus in der Vita Abt Eigils überliefert. Über das weitere Wirken Haistulphs ist wenig bekannt. Wie sein Vorgänger fördert er Kloster Bleidenstadt. Er fördert auch Kloster Hersfeld, obwohl ihm dieses von Ludwig dem Frommen entzogen und einem eigenen Abt, Brunward I., unterstellt wird.
- 823: Ludwig der Fromme: Im Jahr 823 wird Drogo Bischof von Metz, und im selben Jahr wird Karl, der Sohn Ludwigs aus zweiter Ehe mit Judith, geboren, für den später ein neues Teilreich Schwaben geschaffen werden soll.
- 823: Lothar I.: Ein Jahr später, zu Ostern am 5. April 823, erhält Lothar von Papst Paschalis I. die Kaiserkrone.
- 823: Willerich: Willerich und Bischof Halitgar von Cambrai begleiten den Erzbischof und päpstlichen Legaten Ebo von Reims auf dessen erster Missionsreise nach Dänemark, die wenig Erfolg zeigt.
- 823: Haito: Haito tritt von allen seinen Ämtern zurück, um seinen Lebensabend als einfacher Mönch auf der Reichenau zu verbringen. Bischof Udalricus (Basel, 823–835) Abt Erlebald (Reichenau, 823–838)
- 824: Ludwig der Fromme: Im Jahr 824 gewährt Ludwig den Juden im Frankenreich mehrere Privilegien, darunter das Recht des inländischen Sklavenhandels, wobei die Versklavten in das Kalifat von Córdoba exportiert werden, gegen was der Erzbischof Agobard von Lyon vergeblich protestiert.
- 824: Lothar I.: Im November 824 erlässt Lothar die Konstitution Lothars, die Constitutio Romana, die die Rechte des Kaisers und des Papstes in Rom und im Kirchenstaat festsetzt.
- 824: Haito: Nach dem Tod Wettis bringt der ehemalige Bischof von Basel, Haito, die Visio Wettini in Verse.
- 825: Ludwig der Fromme: Von 825 bis 829 wirkt Lothar als offizieller Mitregent, und 826 empfängt Ludwig den entmachteten Dänenkönig Harald Klak und dessen Gefolge zur Reichsversammlung in Ingelheim, bei der Harald sich im Stift St. Alban vor Mainz taufen lässt und Ansgar in der Folge in Skandinavien missioniert, während Ludwig zugleich sein Itinerar ausweitet und häufiger etwa nach Frankfurt und Ingelheim reist.
- 825: Lothar I.: 825–826 (Kinder, ohne genaues Jahr) Zwischen etwa 825 und 826 wird Ludwig II. geboren, der später Mitkaiser wird und Engelberga heiratet, die Äbtissin von San Salvatore in Brescia ist.
Etwa im Jahr 826 wird Helletrud (auch Hiltrud genannt) geboren, die später Graf Berengar heiratet.
- 825: Waltcaud: Ludwig der Fromme ist erneut in Lüttich zu Gast. Waltcaud lässt die Gebeine des 727 verstorbenen Hubertus von Lüttich in das Kloster d’Andage überführen. Zu diesem Zweck erbittet er von Bischof Jonas von Orléans eine Neufassung der Vita und einen Translationsbericht des Heiligen Hubert.
- 825: Haistulph: Haistulph stirbt nach der Hildesheimer Chronik, zitiert von Nicolaus Serarius und den Fuldaer Totenannalen, am 28. Dezember des Jahres 825. Sein Grabmal befindet sich im später zerstörten Stift St. Alban vor Mainz. Das Epitaph verfasst Hrabanus Maurus, der Haistulph seinen Vorgängern Lul und Richulf an Verdiensten gleichstellt und ihn bereits bei seinem Begleiter auf Erden, Christus, im Himmel sieht.
- 826: Lothar I.: 826–830 (Kinder, ohne genaues Jahr) Zwischen etwa 826 und 830 wird eine Tochter geboren, vielleicht Ermengarde oder Irmgard, die 846 entführt wird und Giselbert, Graf im Maasgau und später Graf im Lommegau, heiratet.
- 826: Erzbischof Otgar (826–847)
- 826: Adalhard: Am 2. Januar 826 stirbt Adalard im Alter von 75 Jahren. Sein Bruder Wala folgt ihm als Abt von Corbie nach. Eine Vita wird von Radbertus wohl schon kurz nach dem Tod Adalhards verfasst.Im Jahr 1024 wird Adalhard heiliggesprochen. Sein Gedenktag ist der 2. Januar. Abt Wala (826–831)
- 826: Bischof Friedrich I. (Utrecht, 826-838)
- 826: Willerich: Harald Klak, seit 814 Vasall Ludwigs des Frommen, lässt sich in Mainz mit viel Pomp taufen, wobei Kaiser Ludwig der Fromme als Taufpate fungiert.
- 827: Willerich: Harald Klak, seit 814 Vasall Ludwigs des Frommen, wird endgültig aus Dänemark vertrieben.
- 829: Ludwig der Fromme: Im Jahr 829 schickt Ludwig, vermutlich auf Drängen von Kaiserin Judith, seinen ältesten Sohn und Mitkaiser Lothar nach Italien und verweist Wala, den Abt von Corbie, vom Hof.
- 829: Lothar I.: Im August 829 bestimmt Ludwig der Fromme auf dem Reichstag zu Worms Alemannien für Karl den Kahlen. Daraufhin empören sich die drei Söhne aus erster Ehe, Lothar, Pippin und Ludwig, gegen den Vater und setzen ihn 830 ab.
- 829: Wolfleoz: Im Jahr 829 nimmt Wolfleoz an der von Ludwig dem Frommen einberufenen Synode in Mainz teil, so dass er als Bischof von Konstanz in den überregionalen kirchenpolitischen Beratungen des Reiches präsent ist und an dieser Synode mitwirkt.
- 829: Hetti: Im Jahr 829 nimmt Hetto zusammen mit einer Anzahl von Bischöfen an der Synode von Mainz teil, um den Fall des Mönchs Gottschalk von Orbais aus dem Kloster Fulda gegen den Abt Rabanus Maurus zu verhandeln. Gottschalks Vater hat ihn als Kinderoblaten zusammen mit einem Landgeschenk in das Kloster gegeben. Das Zehnte Konzil von Toledo von 656 verbietet zuvor die Annahme solcher Oblaten vor dem Alter von zehn Jahren und gewährt ihnen mit Erreichen der Pubertät freie Erlaubnis, das Kloster zu verlassen, wenn sie es wünschen. Gottschalk behauptet, der Abt habe ihn anschließend gezwungen, die Tonsur zu empfangen und die monastischen Gelübde abzulegen, und er verlangt seine Freiheit sowie die Rückgabe seines Landes. Er argumentiert, seine Oblation sei nach sächsischem Recht ungültig, da keine sächsischen Zeugen zugegen sind, wobei mehrere der anwesenden Bischöfe sächsische Bistümer innehaben. Das Konzil entscheidet zugunsten des Mönchs.
- 830: Ludwig der Fromme: Im Jahr 830 ruft Ludwig während der Fastenzeit zu einem nicht akut notwendigen Feldzug gegen die Bretonen auf, was im April zu einem offenen Aufstand führt, den Mühlbacher, Theodor Schieffer und Boshof als loyale Revolution deuten, bei der Lothar aus Italien zurückgeholt und wieder Mitregent wird, Ludwig in leichte Haft gerät, Judith der Ehebruchs mit Bernhard von Septimanien beschuldigt und in ein Kloster bei Poitiers verbannt wird, bevor im Oktober 830 auf der Reichsversammlung von Nimwegen ein Umschwung erfolgt, Ludwig wieder in seine Herrschaft eingesetzt, die Verschworenen verhaftet oder verbannt, Judith nach Aachen zurückgeholt und Lothar 831 erneut nach Italien geschickt wird.
- 830: Lothar I.: Im Jahr 830 setzen Lothar, Pippin und Ludwig ihren Vater Ludwig den Frommen ab. Um das Jahr 830 wird Bertha geboren, die vor 847 Äbtissin von Avenay wird und vielleicht Äbtissin von Faremoutiers ist. Um 830 wird Gisla geboren, die später von 851 bis 860 Äbtissin von San Salvatore in Brescia ist.
- 830: Hilduin: Im Jahr 830 gibt es eine kurze Unterbrechung in Hilduins Amtsführung als Abt von Saint-Denis. Er ist seit 814 Abt von Saint-Denis, mit dieser kurzen Unterbrechung im Jahr 830, und führt sein Amt bis zu seiner Amtsenthebung 840.
- 830: Erkanbert Der ehemalige Bischof Erkanbert stirbt am 7. Juni 830 in Minden. Sein Gedenktag ist sein Todestag, der 7. Juni, und er wird als Heiliger verehrt.
- 831: Ludwig der Fromme: Im Jahr 831 gründet Ludwig das Erzbistum Hamburg, von dem aus ganz Skandinavien missioniert werden soll, und beauftragt Ebo von Reims sowie Ansgar, Bischof von Bremen-Hamburg, mit der nordischen Mission, während Lothar nach Italien zurückgeschickt wird.
- 831: Lothar I.: Im Jahr 831 wird Ludwig der Fromme befreit, und Lothar verliert die Regentschaft.
- 831: Hilduin: Im Jahr 831 endet Hilduins Amtszeit als Erzkaplan Ludwigs des Frommen. Bis dahin hat er als Erzkaplan von 819 bis 831 am Hof Ludwigs des Frommen gewirkt.
- 831: Waltcaud: Waltcaud wird am 19. April 831 in einer Urkunde Ludwigs des Frommen letztmals urkundlich genannt. Sein Sterbedatum ist nicht bekannt. Er wird in Serinchamps begraben. Bischof Pirard (Lüttich, 831-838)
- 831: Willerich: Die dänische Mission wird nach diesem Jahr von Ansgar von Bremen wieder aufgenommen.
- 831: Amalarius Der ehemalige Erzbischof von Trier, Amalarius reist nach Rom, um von Papst Gregor IV. ein römisches Antiphonar zu erhalten. Aus diesen Texten stellt er eine neue Liturgie für das Fränkische Reich zusammen.
- 831: Hetti: Im Jahr 831 ist Hetto Mitkonsekrator bei der Weihe des heiligen Ansgar zum Bischof für die nördlichen Missionen. Im selben Zusammenhang assistiert Hetti bei der Weihe des heiligen Ansgar zum Erzbischof von Hamburg durch Drogo von Metz.
- 832: Ludwig der Fromme: Im Jahr 832 zwingt Ludwig der Fromme seine aufständischen Söhne Ludwig den Deutschen und Pippin zur Unterwerfung.
- 832: Wolfgar: 831 oder 832: Wolfgar beendet seine Amtszeit als Bischof von Würzburg; sein Tod fällt möglicherweise in den November 831. Bischof Hunbert (Würzburg, 832–842)
- 833: Ludwig der Fromme: Ende Juni 833 stehen sich Ludwig und seine Söhne aus erster Ehe auf dem Rotfeld bei Colmar gegenüber, wo durch Druck und Versprechungen Ludwigs Getreue und Soldaten abfallen, sodass Ludwig am 30. Juni zur Ergebung und faktischen Abdankung gezwungen wird, das Feld als Lügenfeld bekannt wird, Ludwig in das Kloster Saint-Médard bei Soissons verbannt wird, dort eine demütigende öffentliche Buße mit Übergabe eines Sündenregisters, Waffenabgabe und Büßergewand leisten muss, während Judith nach Tortona verbannt und Karl der Kahle in strenge Haft in das Kloster Prüm gebracht wird.
- 833: Lothar I.: Bei einer neuen Empörung im Jahr 833 stehen sich die Parteien Ende Juni auf dem Rotfeld bei Colmar gegenüber, bis Ludwig alle Unterstützung verliert und sich am 30. Juni ergeben und faktisch abdanken muss. Es folgt ein öffentliches Schuldbekenntnis Ludwigs des Frommen und die Verbannung Judiths und ihres Sohnes Karl in ein Kloster. Das Colmarer Rotfeld wird aufgrund gebrochener Eide bald als Lügenfeld bezeichnet.
- 834: Ludwig der Fromme: Anfang 834 wenden sich Pippin und Ludwig der Deutsche von Westen und Osten gegen Lothar, der keine Unterstützung mehr findet und nach Italien flieht, und am 1. März 834 wird Ludwig der Fromme in der Abteikirche von Saint-Denis mit Waffen und Krone geschmückt und erneut als Kaiser anerkannt, während Lothars Macht auf Italien beschränkt und Judith aus Italien nach Aachen zurückgeholt wird.
- 834: Lothar I.: Lothar hält seine Herrschaft über das Gesamtreich für gesichert, doch nun verbünden sich seine Brüder mit Ludwig, ihrem abgesetzten Vater, und holen ihn auf den Thron zurück. Ludwig der Fromme wird am 1. März 834 in Saint-Denis wieder eingesetzt. Lothar, der nach Burgund geflohen ist, muss sich im Juni 834 in Blois unterwerfen. Lothar behält nur Italien als Unterkönigreich, das er ohne Zustimmung Ludwigs nicht mehr verlassen darf.
- 835: Lothar I.: 835–840 (Kinder, ohne genaues Jahr) Um 835 wird Lothar II. geboren, der später König von Lothringen wird und 855 Theutberga heiratet, die Tochter des Grafen Boso von Arles.
Zwischen 835 und 840 wird Rotrud geboren, die in Pavia getauft wird und um 850/851 Lambert heiratet, den Markgrafen der Bretagne und Grafen von Nantes.
- 835: Ratgar: Der ehemalige Abt Ratgar stirbt, nachdem er auf Initiative seines Nachfolgers Eigil begnadigt worden ist, auf den Frauenberg zurückkehrt und dort lebt; er wird ehrenvoll im äbtlichen Ornat bestattet.
- 835: Amalarius Der ehemalige Erzbischof von Trier, Amalarius wird nach der Synode von Diedenhofen für den abgesetzten Erzbischof von Lyon, Agobard, eingesetzt und setzt in Lyon liturgische Reformen durch.
- 835: Wolfleoz: Im Jahr 835 tritt Wolfleoz als Mitkonsekrator der unter Abt Gozbert errichteten St. Galler Klosterbasilika auf, so dass er trotz der früheren Konflikte mit dem Kloster St. Gallen an der Weihe dieser neuen Klosterbasilika mitwirkt und in feierlicher Weise bei der Konsekration beteiligt ist.
- 836: Haito: Der ehemalige Bischof von Basel, Haito, stirbt am 17. März.
- 836: Hetti: Um 836 gründet Hetti die Kirche St. Kastor in Koblenz. Im Jahr 836 gründet er zudem die Kirche St. Marzellinus und Petrus in Vallendar. Ebenfalls gehört die St. Georgskirche in Limburg zu den von Hetti errichteten Kirchen. In dieser Zeit legt Hetto mit Unterstützung Ludwigs des Frommen den Grundstein für die Kirche St. Kastor unmittelbar außerhalb von Confluentes. Die Grundsteinlegung der Koblenzer Kastorkirche mit den Gebeinen des heiligen Castor von Karden stellt eines der bedeutendsten Ereignisse in der Amtszeit Hettis dar. Im Jahr 836 überführt Hetto die Reliquien des heiligen Castor von der Paulinuskirche in Karden in diese Kirche.
- 837: Ludwig der Fromme: Im Jahr 837 plant Ludwig einen neuen Reichsteilungsplan zugunsten Karls des Kahlen, der diesem die Herrschaft über Friesland und das Gebiet zwischen Maas und Seine zuspricht und neue Unruhen auslöst, die später erst mit der Teilung durch den Vertrag von Verdun beendet werden.
- 837: Willerich: Willerich stirbt am 4. Mai und wird im Bremer Dom beigesetzt. Sein Nachfolger wird Leuderich (Lüder).
- 838: Ludwig der Fromme: Im Jahr 838 stirbt Ludwigs Sohn Pippin plötzlich, wodurch der Weg zu einer einigermaßen ausgewogenen Dreiteilung des Reiches unter Lothar, Ludwig den Deutschen und Karl den Kahlen geebnet wird.
- 838: Bischof Leuderich (838–845)
- 838: Amalarius Der ehemalige Erzbischof von Trier, Amalarius wird von dem Diakon Florus von Lyon der Ketzerei angeklagt. Auf der Synode von Quierzy werden einige seiner Texte als Irrlehre verurteilt, und Amalarius wird als Bischofsvertreter abgesetzt. Agobard erhält seinen Bischofsstuhl zurück.
- 838: Wolfleoz: Im Jahr 838 oder 839 ist Wolfleoz weiterhin Bischof des Bistums Konstanz und übt dieses Amt seit 811 aus, bis seine Amtszeit 838/39 endet, wobei sein Sterbedatum auf den 15. März 838 oder 839 in Konstanz fällt, so dass er in Konstanz stirbt und sein Bischofsamt mit seinem Tod endet. Bischof Salomo I. (Konstanz, 838/39–871)
- 839: Lothar I.: Bei der neuen Teilung des Reichs nach Pippins Tod wird Lothar im Juni 839 wieder zu Gnaden angenommen. Er erhält außer Italien Austrasien ohne Bayern.
- 840: Ludwig der Fromme: Im Jahr 840 versucht Ludwig der Fromme, seinem Sohn Ludwig dem Deutschen nur noch Bayern als Herrschaftsgebiet zuzuweisen, provoziert dessen Widerstand, unternimmt eine Strafexpedition und stirbt schließlich am 20. Juni 840 auf einer Rheininsel bei Ingelheim vermutlich an Magen- oder Speiseröhrenkrebs in Verbindung mit Bronchitis, nachdem er laut Astronomus’ Vita Hludowici mit den Worten „Huz, huz“ einen bösen Geist zu sehen glaubt, dann heiter zum Himmel blickt und lächelnd stirbt.
- 840: Lothar I.: Nach dem Tod des Vaters Ludwig des Frommen im Juni 840 beansprucht Lothar die volle Anerkennung als Kaiser.
- 840: Hilduin: Im Jahr 840 wird Hilduin als Abt von Saint-Denis seines Amtes enthoben.
- 841: Lothar I.: Ludwig und Karl schlagen Lothar bei Fontenoy in Burgund am 25. Juni 841.
- 843: Lothar I.: Im Vertrag von Verdun vom 10. August 843 behält Lothar außer der Kaiserwürde und Italien Burgund und die Länder zwischen Rhein, Maas und Schelde bis an die Nordsee mit den beiden Hauptstädten Rom und Aachen. Dieses Reich wird als Mittelreich bezeichnet. Der kleinere Teil Burgunds, die später Burgund genannte Region Frankreichs, ist seit 843 Teil des Westfrankenreiches.
- 845: Lothar I.: Um das Jahr 845 wird Karl geboren, der später König in Burgund ist und im Kloster St-Pierre-les-Nonnains, dem heutigen Lyon, stirbt.
- 846: Hetti: Im Jahr 846 schenkt Hetto den Weiler Scindalasheim dem Abt Marcuardus der Abtei Prüm.
- 847: Hetti: Hetti stirbt am 27. Mai 847 in Trier. Hetto stirbt im Jahr 847 als Erzbischof von Trier, nachdem er das Amt seit 814 bekleidet. Nach seinem Tod folgt ihm sein Neffe Theutgaud als Erzbischof von Trier nach. Hetti wird in der Johanniskapelle der Euchariuskirche bei Trier bestattet. Erzbischof Theutgaud (847–868)
- 848: Lothar I.: Während Lothar zur Festigung seiner Macht in Aachen bleibt, verwüsten die Araber 848 seine italienischen Provinzen. Im selben Zeitraum plündern die Normannen die Küsten der Nordsee. Der hohe Klerus erringt eine selbstständige Stellung, und die großen Vasallen üben nach Lothars Vorbild Willkür und Gewaltherrschaft aus.
- 850: Amalarius Der ehemalige Erzbischof von Trier, Amalarius stirbt um 850 (nach anderen Quellen 841) wahrscheinlich in Metz.
- 851: Lothar I.: Von 851 bis 860 ist Gisla Äbtissin von San Salvatore in Brescia.
- 853: Lothar I.: Im Jahr 853 wird Karlmann geboren.
- 855: Lothar I.: Bereits schwer erkrankt teilt Lothar I. am 19. September 855 in der Teilung von Prüm sein Reich unter seine Söhne auf. Ludwig II., geboren um 825, erhält die Kaiserwürde und Italien. Karl von der Provence erhält die Provence und den zum Mittelreich gehörenden größeren Teil Burgunds. Lothar II. erhält den nach ihm benannten Nordteil des Reiches, Lotharingien. Nach seiner Abdankung zieht sich Lothar I. in die Abtei Prüm in der Eifel zurück. Wenige Tage später, am 29. September 855, stirbt er dort und wird in der Abtei Prüm bestattet.
- 864: Überführung der Gebeine Rigoberts nach Reims.
- 872: Beisetzung der Gebeine Rigoberts in der Kirche Saint-Thierry zu Reims; Teile der Reliquien gelangen später nach Paris. Gedenktag: 4. Januar.
- zuletzt 814
Grafschaft Aragón und Conflent
- 820: Im Jahr 820 wird Aznar Galíndez I. von seinem Schwiegersohn García dem Schlechten gestürzt, der von den navarresischen Truppen Íñigo Aristas unterstützt wird. Nach seinem Sturz nimmt Aznar Galíndez I. Zuflucht in der zum Frankenreich lehnsabhängigen Vasconia. Dort wird er zum Grafen in Urgell und Cerdanya ernannt. Graf García Galíndez (820–833)
- Fortsetzung 833
Grafschaft Barcelona
- 815: Der Frieden wird gebrochen, und ein Heer unter Ubayd Allah Abu Marwan greift Barcelona an, wird jedoch zurückgeschlagen.
- Fortsetzung 816
- 816: Im November reist der Wali von Zaragoza nach Aachen und verhandelt einen neuen Waffenstillstand.
- 816: Im Februar wird ein neuer dreijähriger Waffenstillstand abgeschlossen.
- 820: Im Februar findet eine Reichsversammlung in Aachen statt; Bera wird von Sanila des Verrats beschuldigt, im Zweikampf besiegt und seiner Grafschaften enthoben. Ludwig I. wandelt die Todesstrafe in Verbannung nach Rouen um. Graf Rampó (820–825), nun auch von Girone und Osona
- 844: Der ehemalige Graf Bera stirbt in Rouen.
- zuletzt 813
Grafschaft Urgell, Cerdaña und Osona
- 820: Borrell: Im Jahr 820 stirbt Borrell I. Nach seinem Tod wird Osona an Rampón, Graf von Barcelona, gegeben. Urgel und Cerdaña werden an Aznar I. Galíndez vergeben. Der Text verbindet diesen Machtwechsel mit einer Neuordnung der Herrschaftsverhältnisse in der Marca Hispánica. Graf Rampon (Barcelona und Osona, 820–825), Graf Aznar Galíndez I (Aragón und Conflent (809-820) nun Urgell und Cerdaña 820–839)
- Fortsetzung 820
- zuletzt 805
Herzogtum Gascogne
- Herzog Sancho I. (800-812)
Als Ludwig der Fromme Karl den Großen nachfolgt, bleibt Sancho Loup in Aquitanien. - [[816#FRÄNKISCHES_REICH | Fortsetzung 816]
- 816: Sancho: Es bildet sich eine Koalition christlicher Herren gegen die Muslime Spaniens. Beide Heere treffen in der Schlacht von Pancorbo aufeinander, die dreizehn Tage dauert. Sancho Loup fällt in dieser Schlacht, ebenso wie sein Bruder Garcia Loup. Zuvor hat er die Macht an seinen Bruder Semen I. Loup abgegeben.
- [[816#FRÄNKISCHES_REICH | Fortsetzung 816]
- zuletzt 814
Grafschaft Toulouse
- 816: Beggo: Beggo stirbt am 28. Oktober 816 und hat bis zu seinem Tod die Stellung des Grafen von Paris inne. Nach seinem Tod wird Alpheidis Äbtissin im Reimser Frauenkloster St. Peter, das sie von ihrem Vater Kaiser Ludwig geschenkt bekommen hat. Graf Berengar (Toulouse 816–835, Barcelona und Girona 832–835)
- Fortsetzung 835
- Grafen von Toulouse
- Zuletzt 812
Abodriten
- Samtherrscher Sclaomir (810–819)
In diesem Jahr stirbt Karl der Große. Nach seinem Tod kommt es unter den abodritischen Kleinstämmen zu innerabodritischen Streitigkeiten um die Samtherrschaft. - Fortsetzung 816
- 816: Im November 816 empfängt Karls Nachfolger Ludwig der Fromme in Compiègne eine Gesandtschaft der Abodriten. Diese Gesandtschaft fordert die Einsetzung Ceadrags als angestammten Nachfolger seines Vaters Drasco.
- Fortsetzung 817
- 817: Im Jahr 817 ordnet Ludwig der Fromme als Kompromiss die Mitregentschaft Ceadrags neben Sclaomir an. Diese Beschränkung seiner Macht gedemütigt Sclaomir so weit, dass er sich von den Franken lossagt. Sclaomir kündigt an, nie mehr über die Elbe zu gehen und bei Hofe zu erscheinen, und verweigert damit dem Kaiser die Huldigung durch Hoffahrt. Sclaomir lässt daraufhin sofort Botschafter über die Ostsee zu den Söhnen Göttriks aufbrechen. Er verbündet sich mit den Söhnen Göttriks und überzeugt sie, ein Heer nach Nordalbingien zu entsenden. Zugleich fährt die dänische Flotte die Elbe hinauf bis vor die Feste Esesfeld und verwüstet das Land an der Stör. Währenddessen zieht Gluomi, der Befehlshaber im dänischen Grenzbezirk, mit seinen Fußtruppen und den Abodriten zu Lande vor die Festung. Esesfeld hält der Belagerung stand, wird jedoch bald darauf von den nordalbingischen Sachsen aufgelassen und geräumt.
- 819: Im Jahr 819 entsendet Ludwig der Fromme ein von kaiserlichen Gesandten geführtes Heer aus Sachsen und Ostfranken über die Elbe, um Sclaomir für seine Treulosigkeit zu bestrafen. Sclaomir ergibt sich offenbar kampflos und wird vom Befehlshaber der sächsischen Grenzmark und den kaiserlichen Gesandten als Gefangener nach Aachen gebracht. In Aachen wird Sclaomir vor den Kaiser geführt, der gegen ihn ein förmliches Gerichtsverfahren eröffnet. Abodritische Adlige, Parteigänger Ceadrags, treten als Ankläger auf und beschuldigen Sclaomir des Verrats. Ludwig der Fromme setzt Sclaomir daraufhin ab und verurteilt ihn zur Verbannung. Zugleich setzt Ludwig Ceadrag als alleinigen Samtherrscher der Abodriten ein. Samtherrscher Ceadrag (ab 819)
- 821: Im Jahr 821 beginnt auch Ceadrag, sich mit den Dänen einzulassen. Ludwig der Fromme sendet daraufhin Sclaomir in das Abodritenreich zurück, damit er wieder an Ceadrags Stelle tritt. Auf der Rückreise erkrankt Sclaomir und verstirbt noch in Sachsen. Bei den Sachsen empfängt er 821 auf dem Sterbebett die christliche Taufe. Mit dieser Taufe ist Sclaomir der erste christlich getaufte Abodritenfürst.
- Zuletzt 814
Herzogtum Sachsen
Bremen (53° 04′ N) Verden (Aller) (52° 55′ N) Minden (52° 17′ N) Osnabrück (52° 16′ N) Münster (51° 57′ N) Halberstadt (51° 54′ N) Paderborn (51° 43′ N
- Bischof Hardward (Minden, 813–853)
- Bischof Meginhard (Osnabrück, 805–829)
- Bischof Gerfried (Münster, 809–839)
- 827: Gerfried: Im Jahr 827 übernimmt Gerfried nach dem Tod seines Vorgängers Hildegrim I. die Leitung des Klosters Werden.
- Fortsetzung 829
- 829: Meginhard: Am 7. September 829 findet Meginhard seine erste Erwähnung in einer gefälschten Urkunde (sogenannte Zehntbestätigung), die angeblich von Ludwig dem Frommen ausgestellt worden ist. Bischof Goswin (Osnabrück, 829–845)
- 830: Erkanbert Der ehemalige Bischof Erkanbert stirbt am 7. Juni in Minden.
- zuletzt 805
- 836: Gerfried: Im Jahr 836 nimmt Gerfried zusammen mit 36 anderen Bischöfen an einem von Kaiser Ludwig dem Frommen in Aachen einberufenen Reformkonzil teil.
- 839: Gerfried: Am 12. September 839 stirbt Gerfried in Münster. Nach seinem Tod werden seine sterblichen Überreste in der Krypta des Klosters Werden beigesetzt. Bischof Altfried (Münster, 839–849)
- 853: Hardward stirbt am 16. September 853 in Minden; später wird er – ebenso wie sein Gehilfe, Diakon Meimelph, – als Heiliger verehrt. Der Gedenktag des Bischofs ist der 13. April.
- zuletzt 813
Herzogtum Baiern
Reihenfolge der Städte: Regensburg, Bayern, Oberpfalz (49° 01′ N) Eichstätt, Bayern, Oberbayern (48° 53′ N) Freising, Bayern, Oberbayern (48° 24′ N) Passau, Bayern, Niederbayern (48° 34′ N) Augsburg, Bayern, Schwaben (48° 22′ N)
- Herzog Karl der Große (788–814)
- Herzog? König? Lothar I. (814-817)
Seit August 814 regiert Lothar, der älteste Sohn Ludwigs des Frommen, Bayern, aber in welchem Rang? Die deutsche Wikipedia nennt den Rang als König, erwähnt aber im Artikel zum Jahr 814, dass am 28. Januar nach dem Tode Karls des Großen sein Enkel Lothar I. HERZOG von Bayern werde; die französische und englische Wikipedia erwähnen nur, dass er Bayern "regiert", ohne sich auf einen Titel festzulegen. In den Infokästen werden nur die Regentschaften ab 817 gelistet. - Erzbischof Arn (Salzburg, 798-821)
- Bischof Adalwin (Regensburg, 791–816)
- Bischof Agan (Eichstätt, 806–822)
- Bischof Atto (Freising, 783/784–810/811)
- Bischof Hitto (Freising, 810/12–835)
- Bischof Hatto (Passau, 806–817)
- Fortsetzung 816
- 816: Adalwin stirbt am 4. Oktober 816. Damit endet seine Amtszeit als vierter Bischof von Regensburg, die von 791 bis 816 reicht.
- Fortsetzung 817
- 817: Bischof Baturich (Regensburg, 817–847)
- 817: Hitto: Im Jahr 817 steht Kloster Schliersee im Zusammenhang mit der von Hitto angestrebten bischöflichen Oberherrschaft über bisher meist adlige Eigenklöster. Hitto setzt seine Bemühungen um die Sicherung dieser Oberherrschaft im Bistum Freising fort.
- 817: Hatto stirbt im Jahr 817 und ist bis zu diesem Zeitpunkt Bischof von Passau. Bischof Reginhar (Passau, 817–838)
- 821: Arn stirbt am 24. Januar 821 in Salzburg. Die römisch-katholische Kirche verehrt ihn als Seligen; sein Gedenktag ist der 24. Januar.
- 821: Hitto: Im Jahr 821 ist Kloster Schäftlarn Teil der Bemühungen Hittos um die bischöfliche Oberherrschaft über die Eigenklöster im Bistum. Die Entwicklung der Klöster im Bistum Freising steht weiterhin im Zeichen dieser bischöflichen Einflussnahme.
- 822: Eigil stirbt 822 hochbetagt im Kreis seiner Brüder im Kloster Fulda, wahrscheinlich am 15. Juni oder alternativ am 6. August. Sein Sterbeort ist Fulda. Sein Grab befindet sich in der als Abtsgrablege konzipierten Krypta der von ihm in Auftrag gegebenen Michaelskirche. Der Überlieferung nach gräbt Eigil dieses Grab nach dem Vorbild Benedikts von Nursia mit eigenen Händen. Um 840 verfasst der Fuldaer Mönch Brun Candidus eine Biographie Eigils. Dieses Werk entsteht als opus geminum in zwei Büchern, eines in Prosa (Buch I) und eines in Versen (Buch II). Der katholische Gedenktag Eigils ist am 15. Juni.
- 822: Agan ist bis zum Jahr 822 Bischof von Eichstätt. Er stirbt möglicherweise am 6. November 822. Bischof Adalung (Eichstätt, 822–837)
- 822: Hitto: Im Jahr 822 gehört Kloster Innichen zu den Klöstern, über die Hitto die bischöfliche Oberherrschaft erreicht. Damit setzt er die Ausweitung der bischöflichen Kontrolle über zuvor adlige Eigenklöster fort.
- 828: Hitto: Im Jahr 828 ist Kloster Schäftlarn erneut im Zusammenhang mit der bischöflichen Oberherrschaft Hittos über Eigenklöster bezeugt. Hitto festigt damit seine Stellung gegenüber den adligen Eigenklöstern weiter.
- 830: Hitto: Um das Jahr 830 gründet Hitto das Kloster Weihenstephan. Diese Gründung erfolgt in seiner Funktion als Bischof von Freising und steht im Kontext seiner Tätigkeit im Bistum.
- 834: Hitto: Im Jahr 834 unternimmt Hitto eine Romwallfahrt. Nach einer alten Tradition erhält er bei dieser Romwallfahrt von Papst Gregor IV. die Reliquien des heiligen Justin. Er bringt diese Reliquien nach Freising.
- 835: Hitto: Im Jahr 835 endet seine Amtszeit als Bischof von Freising. Hitto stirbt 835 und wird in Freising in der Domkrypta begraben. Sein Sarkophag ist erhalten. Nach seinem Tod folgt ihm sein Neffe Erchanbert im Amt des Bischofs von Freising nach. Bischof Erchanbert (Freising, 835/836–854)
- 861: Bischof Witgar (Augsburg, 861–887)
- zuletzt 814
Herzogtum Mailand
- 817: Anselmo: Im Herbst 817 stellt sich der Karolinger Bernardo gegen seinen Onkel Ludwig den Frommen. Der Bischof von Cremona, Walfredo beziehungsweise Wolodolfo, schliesst sich Bernardo an. Ebenso schliesst sich der Mailänder Erzbischof Anselmo Bernardo an. Anselmo und Wolodolfo wollen die konstante fränkische Druckausübung auf die Verwaltung der Mailänder Kurie entgegenwirken. Bernardo hat im Konflikt die schlechteren Karten und sieht sich besiegt. Er liefert sich daraufhin seinen Gegnern aus und hofft auf ein mildes Urteil, das jedoch nicht erfolgt.
- Fortsetzung 818
- 818: Anselmo: Im Jahr 818 wird Bernardo zum Tode verurteilt. Kurz danach beruft man eine Synode ein. Diese Synode setzt die Bischöfe Wolodolfo und Anselmo gleichzeitig ab und verbannt sie. Der Erzbischof von Mailand, Anselmo, stirbt im Exil am 11. Mai 818. Es heisst, er stirbt aus Schmerz darüber, dass er im Versuch, die Werte seiner Kirche zu verteidigen, eine Niederlage erleidet. Wegen dieses Einsatzes für seine Kirche wird er heiliggesprochen. Man bestattet ihn in der Basilika Sant’Ambrogio. Erzbischof Bono (Milano, 818-822)
- zuletzt 813
Herzogtum Treviso
- 815: Fortunatus II: Karls Sohn Ludwig der Fromme erneuert auf Veranlassung von Fortunatus das Recht für die istrische Region, ihre Bischöfe und Beamten selbst zu erheben.
- Fortsetzung 820
- 820: Fortunatus II: Fortunatus beteiligt sich an einer Verschwörung zum Sturz des neuen Dogen von Venedig, des Agnello Particiaco. Das Komplott fliegt jedoch auf und Fortunatus wird verbannt; wie der venezianische Chronist Johannes Diaconus behauptet, nach 27 Jahren der Herrschaft. Sein Amt als Patriarch von Grado übernimmt der Abt von San Servolo als Johannes V.
- 821: Fortunatus II: Nach fränkischen Quellen wird Fortunatus aus ganz anderen Gründen gestürzt. Er soll 821 eine Rebellion in Pannonia inferior unter Führung des Ljudewit unterstützt haben, dessen Herrschaftskern um das kroatische Sisak lag. Es kommt zu einem Krieg, den die Franken siegreich beenden; Konstantinopel ist wohl nicht in der Lage, die Rebellion zu unterstützen. Dieser Sieg lässt sich auch archäologisch nachweisen, denn im Westen Kroatiens verschwindet eine eigenwillige archäologische Kultur mit Beziehungen nach Böhmen.
- 824: Fortunatus II: Nach einer Aufforderung, sich an den kaiserlichen Hof zu begeben, reist Fortunatus nach Istrien, um Gehorsam vorzutäuschen – immerhin ist er als Abt von Moyenmoutier dem Kaiser zu Gehorsam verpflichtet –, flieht jedoch bald darauf nach Zara, also in den byzantinischen Machtbereich. Der dortige Präfekt der Provinz Dalmatien lässt den Geflohenen sogleich nach Konstantinopel bringen. Fortunatus hält sich bis 824 in der byzantinischen Hauptstadt auf. Ob er den Aufenthalt, über den nichts weiter bekannt ist, nutzt, um Reliquien oder Schmuck für seine Gradeser Kirche zu erwerben, ist aus den erzählenden Quellen nicht zu belegen. Im Dezember 824 hält sich der Patriarch in seinem fränkischen Kloster Moyenmoutier auf. Ein Chronist des frühen 11. Jahrhunderts, der in seinem Liber de sancti Hidulfi successoribus über die Nachfolger des hl. Idulfo oder Hydulphe von Moyenmoutier († 707) schreibt: „Mira autem dispositione divinitatis repertus est ibidem Fortunatus patriarcha venerabilis, qui gratia salutandi famosum principem, ab Hierosalimis peregre disgressus erat“, Fortunatus ist also aus Jerusalem zurückgekehrt. Derselbe Chronist berichtet zudem, wie Fortunatus einige Jahre zuvor eine Gesandtschaft im Auftrag Kaiser Karls an Harun ar-Raschid geschickt hat, wobei unklar bleibt, ob er womöglich selbst an dieser Gesandtschaft teilgenommen hat. Fortunatus kehrt mit einer Gruppe von byzantinischen Gesandten an den fränkischen Hof zurück, wohl um seine Rückkehr auf den Patriarchensitz zu betreiben. Doch Ludwig verweist den abgesetzten Patriarchen an Rom.
- 825: Fortunatus II: Nach den Nekrologien des Klosters Moyenmoutier stirbt Fortunatus am 12. März, wohl spätestens im Jahr 825 oder 826, auch der 26. Februar wird angegeben. Er wird im Kloster nahe dem Altar Gregors des Großen beigesetzt. In einer Art Brief, möglicherweise aus dem byzantinischen Exil, den er an seine Kleriker in Grado gesandt hat, und der einem Testament ähnelt, listet Fortunatus seine Verdienste um die Gradenser Kirche auf, und er gibt seiner Hoffnung auf eine baldige Rückkehr Ausdruck. Das Dokument ist nicht datiert. Inzwischen wird diese Quelle eher als Exzerpt einer Gerichtsakte aufgefasst, in der der Patriarch versucht, seine Verdienste in den Vordergrund zu rücken, während er beschuldigt wird, die Gradeser Kirche bestohlen zu haben. Ein archäologischer Fund spricht für einen Aufenthalt Fortunatus’ in Jerusalem. Während der Ausgrabungen an der Gradeser Kirche S. Maria delle Grazie kommt 1925 an einem Ziborium eine Inschrift zu Tage, die stark fragmentiert war (Grado, Museo Lapidario). Ihren Sinn zu entschlüsseln gelingt aufgrund dessen über Jahrzehnte nicht, zumal einige Buchstaben fehlen, und die nachträgliche Reihung der Fragmente keinen sinnvollen Text ergibt. Maurizio Buora schlägt 2017 als Lesung „GLORIO(sis) TEMPORIB(u)S TER B – caput – EATI M[VN]ER(a) Q(uae) E SION [DVX]IT SE(cum)“ vor, wobei auch „[tul]IT“ denkbar sei. Dabei steht „Sion“ für „Jerusalem“ (S. 36–38), die Inschrift erinnert also an besagten Aufenthalt in Jerusalem und die „munera“, die Fortunatus mitgebracht hat. Dies ist insofern von Bedeutung, als bekannt ist, dass Harun ar-Raschid ein Stück des Kreuzes Christi an den Frankenkaiser schicken lässt, das Helena, die Mutter Konstantins des Großen, erhalten hat. Auch in Grado befindet sich ein Stück des besagten Kreuzes, und damit eine der bedeutendsten Reliquien. Obwohl das Behältnis deutlich jünger ist, mag es sich um eine Reliquie handeln, die Fortunatus beschafft hat. Die zeitliche Nähe zum Raub der Reliquien des Evangelisten Markus im Jahr 829 aus Alexandria macht dieses Szenario, so Maurizio Buora, noch wahrscheinlicher. Zudem liegt die Vermutung nahe, dass Fortunatus mit diesen Stiftungen an die Gradeser Kirche seine Rückkehr vorbereiten wollte.
- zuletzt 810
Markgrafschaft Friaul
- 817: Herzog Kadolah (817–819) Kadolah wird als Herzog von Friaul eingesetzt.
- Fortsetzung 830
- 830: Hunfrid
Um 830 stirbt der ehemalige Herzog von Friaul, Hunfried. - zuletzt 811
Markgrafschaft Toskana
- 823: Bonifatius I. stirbt 823. Er hinterlässt einen Sohn namens Bonifatius, der Markgraf der Toskana wird, und einen weiteren Sohn namens Berard, der seinem Bruder bei der Verteidigung Korsikas hilft. Seine einzige Tochter Richilda wird Äbtissin von SS. Benedetto e Scolastica in Lucca.
- Fortsetzung 828
- 828: Markgraf Bonifatius II. von Lucca (828–834)
- Liste der Markgrafen für deutsche Namen
- zuletzt 812
Herzogtum Spoleto
- 815: Winigis: Papst Leo III. erkrankt schwer, und die Verschwörer von 799 versuchen erneut, ihn zu stürzen. Winigis wird von König Bernhard von Italien nach Rom geschickt, um den Papst zu schützen, und lässt dort mehrere Verschwörer festnehmen und hinrichten, wodurch der Aufstand im Keim erstickt wird.
- Fortsetzung 821
- 821: Winigis: Winigis gerät mit der Abtei Farfa in Streit um den Besitz einiger Ländereien, die einst einem Adligen namens Paolo gehört haben sollen. Der Text erklärt, dass die Auseinandersetzung am Ende zugunsten der Abtei endet.
- 822: Winigis: Winigis legt sein weltliches Amt als Herzog von Spoleto nieder und zieht sich ins Kloster zurück. Dort stirbt er kurze Zeit später an Krankheit; der Text nennt außerdem seinen Nachfolger Suppo I.
- zuletzt 803
Herzogtum Benevent
- Herzog Grimoald IV. (806–817)
Grimoald verspricht Ludwig dem Frommen einen jährlichen Tribut von 7000 Solidi. Dieses Versprechen wird jedoch nicht eingehalten. - Fortsetzung 817
- 817:Grimoald IV. wird von Adligen ermordet, die um seinen Thron konkurrieren. Herzog Sico (817 – 832/4)
- Fortsetzung 832
- Zuletzt 814
SPANIEN
Asturien
- 816: Alfons: Im Jahr 816 kämpft Alfons am Fluss Orón; das Gefecht endet unentschieden.
- Fortsetzung 825
- 825: Alfons: Im Jahr 825 siegt Alfons bei Anceo gegen die Mauren.
- 830: Alfons: Um 830 wird in Compostela der Fund der Grabstätte des Apostels Santiago überliefert. Dieser Vorgang macht den Ort zu einem wichtigen Zentrum der Wallfahrt.
- 842: Alfons: Alfons stirbt 842. Nach seinem Tod wird sein Leichnam im Pantheon der Könige der Kirche Nuestra Señora del Rey Casto in Oviedo beigesetzt. König Ramiro I. (842–850)
- zuletzt 811
KIRCHENSTAAT
- Papst Leo III. (795–816)
Nach dem Tod Karls des Großen wird die antipäpstliche Gruppe der verbannten Pascale und Campolo erneut aktiv und plant einen weiteren Anschlag gegen den Papst. Die Verantwortlichen werden jedoch entdeckt und sofort abgeurteilt und hingerichtet. Ludwig schickt den König von Italien, Bernardo, nach Rom, um die Lage zu untersuchen; Bernardo beendet die Angelegenheit, indem er weitere Unruhen unterdrückt. Danach wird die Situation dem Herzog Guinigisio I. von Spoleto anvertraut, der mit seinen Truppen in der Stadt Stellung bezieht und neue Todesurteile vollstreckt. - Fortsetzung 816
- 816: Am 12. Juni 816 stirbt Leo III. Sein Todestag ist zugleich sein liturgischer Gedenktag. Der Text nennt außerdem, dass er nach mehr als 20 Jahren Pontifikat stirbt und zunächst in seinem eigenen Monument bestattet wird. Papst Stephan IV. (816–817)
- Fortsetzung 817
- zuletzt 814
REPUBLIK VENEDIG
- Doge Agnello Particiaco (810–827)
Um 814 versucht Agnello, eine Dynastie zu etablieren. Zu diesem Zweck entsendet er seinen Sohn Iustinianus an den Hof Kaiser Leos V., der ihm den Titel eines Ipato, eines Konsuls, verleiht. Kaiser Leo V. erhebt jedoch Iustinianus’ Bruder Iohannes zum Mitherrscher seines Vaters. Gegen diese Zurücksetzung wehrt sich der ältere Iustinianus. Er weigert sich, im Dogenpalast zu residieren, und lässt sich stattdessen auf San Servolo nieder. Schließlich lenkt der Vater ein und erhebt Iustinianus zum Mitdogen. Iohannes wird ins Exil nach Zara an der dalmatinischen Küste geschickt. Nun gelangen Iustinianus und sein Sohn Agnello auf den Dogenstuhl. - Das Dogenkastell, ein Vorläuferbau des Dogenpalastes wird in Venedig nach der Verlegung des Dogensitzes von Malamocco nach Rivo Alto errichtet.
- Fortsetzung 819
- 819: Agnello Particiaco: Im Jahr 819 statten der Doge Agnello und sein ältester Sohn Iustinianus die Mönche des Benediktinerklosters auf San Servolo mit der Familienkapelle von S. Ilario auf dem Festland aus. Diese Kapelle befindet sich nahe am Brenta. Hintergrund ist die Umsiedlung der Gemeinde von der Laguneninsel aufs Festland, weil der ansteigende Meeresspiegel die Insel bedroht. Im gleichen Jahr belegt die erste Erwähnung einer Mühle in Venedig den Besitz einer entsprechenden Mühle der Familie.
- Fortsetzung 820
- 820: Agnello Particiaco: Im Jahr 820 beginnt im Byzantinischen Reich ein mehrjähriger Bürgerkrieg, der das Reich schwächt. Im selben Jahr entsendet Agnello seinen Enkel Agnello nach Konstantinopel, als dort Michael II. den Thron besteigt. Der junge Agnello stirbt während seines Aufenthalts in Konstantinopel. Ab 820/821 verstärkt sich der Prozess der Loslösung Venedigs vom Byzantinischen Reich, das nun durch den Bürgerkrieg geschwächt ist.
- 821: Agnello Particiaco: Um 821 entfernt Agnello den Patriarchen von Grado Fortunatus II., der als Frankenfreund gilt. Das nun vakante Amt übernimmt der Abt von San Servolo als Johannes V. Zwischen 821 und 827 bleibt Johannes V. Patriarch von Grado. In dieser Phase setzt sich die auf Agnello und seine Söhne zurückgehende dynastische Entwicklung fort.
- 827: Agnello Particiaco: Um 827 stirbt Agnello. Er wird in S. Ilario bei Fusina beigesetzt. Im gleichen Jahr beginnt die Invasion der muslimischen Aghlabiden auf Sizilien. Nach seinem Tod bleibt Iustinianus als einziger amtierender Doge. Doge Giustiniano Particiaco (827–829)
- 829: Obelerio Antenoreo Der ehemalige Doge Obelerius kehrt aus dem Exil zurück, landet bei Metamaucum und sammelt seine Anhänger. Die Truppen aus Metamaucum desertieren, woraufhin der regierende Doge Metamaucum zerstört. Obelerius wird hingerichtet, sein Haupt zur Abschreckung bei Mestre aufgestellt.
- zuletzt 814
WESTSLAWEN
Obodriten
- 815: Im Jahr 815 unterstützt Slavomir Kaiser Ludwig den Frommen bei einem fränkischen Eingreifen in Dänemark, indem er mit einem sächsisch‑abodritischen Heer an einem Feldzug teilnimmt, der unter dem Befehl des Missus Baldric von Friaul steht und das Ziel verfolgt, Harald Klak wieder auf den dänischen Thron zu bringen. Das sächsisch‑abodritische Heer verwüstet bei diesem Unternehmen das zentrale Dänemark, der Versuch, Harald Klak wieder einzusetzen, bleibt jedoch erfolglos, sodass das Heer sich anschließend nach Sachsen zurückzieht und Slavomir damit zwar seine Loyalität gegenüber dem Kaiser demonstriert, aber keinen dauerhaften Erfolg in Dänemark erzielt. Im selben Zeitraum, im Juli 815, befindet sich zudem eine abodritische Gesandtschaft am kaiserlichen Hof, wodurch Ludwig der Fromme die Position von Cedragus, dem Sohn Thrascos, und der ihn unterstützenden Adligen kennenlernt, und diese Kontakte bereiten eine spätere kaiserliche Entscheidung über die Machtverteilung im abodritischen Reich vor.
- Fortsetzung 817
- 817: Im Jahr 817 fordert Ludwig der Fromme von Slavomir, dass er die Macht über die Abodriten mit Cedragus, dem Sohn Thrascos, teilen soll, wobei es möglich ist, dass der Kaiser mit dieser Teilung die abodritische Herrschergewalt bewusst schwächen will oder den Bitten von Cedragus und den ihn stützenden Großen nachkommt, deren Haltung er bereits 815 durch die Gesandtschaft kennengelernt hat. Slavomir reagiert auf diesen Druck, indem er zwar schwört, nie wieder die Elbe zu überschreiten, jedoch zugleich den kaiserlichen Anordnungen die Gefolgschaft verweigert und in offenen Gegensatz zur fränkischen Einflussnahme tritt, sodass sich im selben Jahr ein offener Widerstand der Abodriten gegen die fränkische Oberhoheit entfaltet. Parallel dazu sendet Slavomir eine Gesandtschaft zu den Söhnen des dänischen Königs Gudfred, schließt mit ihnen ein militärisches Bündnis und vereinbart einen gemeinsamen Angriffsplan auf kaiserliche Gebiete, der vorsieht, die eroberten von Nordalbingiern bewohnten Ländereien zwischen Dänen und Abodriten aufzuteilen, während die Söhne Gudfreds eine Flotte die Elbe hinaufführen und die abodritischen und dänischen Landstreitkräfte die angrenzenden Provinzen plündern, ohne jedoch über eine erfolglose Belagerung der Grenzfestung Itzehoe hinauszukommen.
- 819: Im Jahr 819 reagiert Ludwig der Fromme auf Slavomirs Bündnis mit den Dänen und seinen Widerstand, indem er ein sächsisch‑fränkisches Strafheer unter dem Kommando seiner Gesandten über die Elbe gegen Slavomir führt, das den abodritischen Herrscher besiegt. Slavomir wird von den kaiserlichen Truppen nach Aachen gebracht, wo sich nicht nur die Franken, sondern auch einflussreiche abodritische Adlige gegen ihn stellen und ihm nicht näher benannte „zahlreiche Verbrechen“ vorwerfen, woraufhin er verbannt wird und Ludwig der Fromme den abodritischen Thron an Cedragus übergibt, sodass Slavomir seine Herrschaft verliert und ins Exil geht. Fürst Czedróg (819-826)
- 821: Im Jahr 821 bleibt Slavomir zunächst noch im Exil, doch in diesem Jahr verliert Ludwig der Fromme das Vertrauen in Cedragus und bestimmt Slavomir erneut zum Fürsten der Abodriten, wodurch er ihm die Rückkehr in sein Herrschaftsgebiet gestattet und ihn wieder einsetzt. Auf der Rückreise erkrankt Slavomir jedoch schwer, er hat zuvor bereits die Taufe empfangen, und er stirbt schließlich in Sachsen, sodass seine Wiedereinsetzung als Fürst nur kurz vor seinem Tod erfolgt und sein Leben als abodritischer Herrscher mit seinem Tod im Exilgebiet endet.
- zuletzt 811
SÜDSLAWEN
Pannonien
- 818: Im Jahr 818 sendet Ljudevit Gesandte zu Kaiser Ludwig nach Heristal, damit sie dem Kaiser die von Markgraf Kadolah von Friaul und dessen Männern in Pannonien verübten Gräuel schildern, insbesondere die von diesen fränkischen Grenztruppen ausgeübten Gewalttaten gegen die Bevölkerung, doch Ludwig lehnt einen Frieden ab und verweigert Ljudevit jede Entlastung von der fränkischen Herrschaft.
- Fortsetzung 819
- 819: Im Jahr 819 erhebt sich Ljudevit nach schwerwiegenden Anschuldigungen durch den fränkischen Hof gegen seine fränkischen Oberherren, sodass Kaiser Ludwig der Fromme Markgraf Kadolah mit einem Heer aussendet, um den Aufstand niederzuschlagen, woraufhin die fränkischen Grenztruppen Ljudevits Land verwüsten und die Bevölkerung, besonders die Kinder, misshandeln. Während die pannonischen Slawen unter Ljudevit ihre Kräfte sammeln, ziehen die von Kadolah geführten Franken im gleichen Jahr erneut gegen ihn, werden jedoch geschlagen, sodass Kadolah sich nach Friaul zurückzieht, wo er bald darauf an einer Krankheit stirbt. Im Juli 819 legen Ljudevits Gesandte auf der Synode von Ingelheim einen Waffenstillstandsvorschlag vor, den Kaiser Ludwig aber zurückweist, da er weitergehende Zugeständnisse fordert, sodass Ljudevit beginnt, gezielt Verbündete für seinen Kampf zu suchen. Zunächst zählt dazu sein bisheriger Verbündeter Borna, der als Dux Dalmatiae et Liburniae den Stamm der Guduscani führt, doch nachdem der fränkische Herrscher Borna in Aussicht stellt, ihn zum princeps Pannoniae zu machen, falls er bei der Niederschlagung von Ljudevits Aufstand hilft, wendet Borna sich gegen Ljudevit, der seinerseits Unterstützung bei den slawischen Gruppen in Karantanien und Krain findet, die als Nachbarn der Mark Friaul in ähnlicher Weise bedroht sind wie die Pannonier, und zusätzlich schließen sich ihm die an der Timok lebenden Timočani an, die ihrerseits unter Druck des benachbarten bulgarischen Reiches stehen. Im Herbst 819 zieht ein fränkisches Heer unter dem neuen Markgrafen von Friaul, Herzog Baldric, gegen Ljudevit, der gerade entlang der Drau weitere karantanische Truppen aushebt, doch dank seiner zahlenmäßigen Überlegenheit drängt das fränkische Heer Ljudevit und seine Männer aus Krain über die Drau zurück, sodass Ljudevit sich in das zentrale Kerngebiet seines Herrschaftsbereiches zurückziehen muss, während Baldric auf eine Verfolgung verzichtet, um zunächst die Karantanen zu befrieden. Gleichzeitig zieht Borna mit seinem Schwiegervater Dragomuž und deren Truppen von Südwesten her heran, und in der Schlacht an der Kupa wechseln Bornas eigene Guduscani im entscheidenden Moment die Seite und schließen sich Ljudevit an, während Dragomuž fällt und Borna nur mit Hilfe seiner Leibwache vom Schlachtfeld entkommt. Ljudevit nutzt diesen Erfolg und bricht im Dezember 819 nach Dalmatien ein, wo er plündernd vorrückt, doch da Borna militärisch geschwächt ist, wehren die Dalmatiner den Angriff durch eine zurückhaltende, auf List und Zermürbung setzende Kriegsführung ab, indem sie die pannonischen Truppen ausbluten lassen, bis der harte Winter in den Hügellandschaften Ljudevit zum Rückzug zwingt, wobei Borna dem Kaiser berichtet, Ljudevit habe dabei etwa 3 000 Soldaten, über 300 Pferde und große Mengen an Vorräten eingebüßt.
- 820: Im Januar 820 schließt Borna in Aachen ein Bündnis mit dem fränkischen Kaiser, in dessen Rahmen ein gemeinsamer Plan entsteht, Ljudevits Herrschaft durch einen Angriff aus drei Richtungen zu zerschlagen. Sobald der Winter weicht, sammeln sich gewaltige fränkische Heere in Italien, Ostfranken, Bayern, Sachsen und Alemannien, um im Frühjahr gleichzeitig in Ljudevits Gebiete einzufallen, wobei die nördliche fränkische Heeresgruppe von Bayern über Pannonien an die Drau vorrückt, wo Ljudevits Truppen diesen Vorstoß am Fluss erfolgreich aufhalten. Zur gleichen Zeit setzt sich die südliche Heeresgruppe über die Norischen Alpen in Marsch und folgt der Straße von Aquileia nach Emona, wird aber noch vor dem Alpenübergang von Ljudevit gestoppt, sodass beide Seiten an dieser Linie verharren. Die zentrale Heeresgruppe zieht von Tirol nach Krain, und Ljudevit versucht dreimal, ihren Vormarsch aufzuhalten, scheitert jedoch jedes Mal, da die Franken ihre zahlenmäßige Überlegenheit ausspielen und schließlich die Drau erreichen, was Ljudevit erneut zwingt, sich in das Herz seines Gebietes zurückzuziehen. Nachdem die Franken auf diese Weise die Wege für die nördlichen und südlichen Heere geöffnet haben, beginnen sie eine umfassende Invasion, worauf Ljudevit erkennt, dass offener Widerstand aussichtslos ist, und sich daher in eine von ihm errichtete, stark befestigte Burg auf einem Hügel zurückzieht, während seine Untertanen Zuflucht in den umliegenden Wäldern und Sümpfen suchen und er jede Verhandlung mit den Franken verweigert, bis diese sich letztlich aus seinen Ländern zurückziehen, geschwächt durch Krankheiten, die besonders das nördliche Heer in den Sümpfen der Drau erfasst haben.
- 821: Im Jahr 821 verlieren die Slawen aus Karantanien ihre innere Autonomie und müssen den friaulischen Markgrafen Balderich als ihren neuen Herrn anerkennen, während ein Teil von ihnen Ljudevit weiterhin die Treue hält, sodass seine Anhängerschaft trotz fränkischen Drucks nicht völlig zerbricht. In diesem Jahr stirbt auch Fürst Borna, dessen Herrschaftsgebiet Dalmatien und Liburnien umfasst, und Ljudevits Neffe Vladislav folgt ihm als Herrscher nach, wobei Kaiser Ludwig ihn im Februar 821 auf der Synode von Aachen ausdrücklich als princeps Dalmatiae et Liburniae anerkennt. Auf dieser Versammlung berät der Kaiser abermals über die Kriegführung gegen Ljudevit, und die Franken beschließen, den dreifachen Vormarsch zu wiederholen und erneut von drei Seiten gegen ihn vorzugehen, während Ljudevit, der inzwischen erkennt, dass offene Feldschlachten gegen die fränkische Übermacht keine Aussicht auf Erfolg bieten, mit dem Bau umfangreicher Befestigungsanlagen beginnt und dabei Unterstützung vom venezianischen Patriarchen Fortunat erhält, der ihm Baumeister und Maurer aus Italien schickt.
- 822: Im Jahr 822 kommt es zu der letzten großen fränkischen Invasion, während der der Patriarch von Grado, Fortunat, der Ljudevit unterstützt, nach Zadar flieht und dort unter byzantinischem Schutz ins Exil geht. Nach dem letzten fränkischen Angriff verlässt Ljudevit nach dem Bericht Einhards die Stadt Sisak und flieht zu den Serben, die nach dieser Quelle einen großen Teil Dalmatiens beherrschen, wobei er in der zeitgenössischen Vita Hludovici ohne die dortige Beschreibung der Serben erscheint und später den serbischen Župan, der ihn aufgenommen hat, tötet, um vorübergehend selbst die Herrschaft in dessen Župa zu übernehmen. Die in den Hauptquellen erwähnten Serben und Ljudevits Flucht dorthin werden seit dem 19. Jahrhundert von Historikern diskutiert, wobei Tadija Smičiklas keine genaue Lokalisierung wagt, Vjekoslav Klaić das Gebiet jenseits von Save und Bosna ansiedelt, Ferdo Šišić den Ausdruck ad Sorabos südöstlich von Save und Vrbas nahe bei den dalmatinischen Kroaten verortet und Vladimir Ćorović zwar die Flucht erwähnt, aber nicht weiter ausführt, während die 1953 erschienene „Geschichte der Völker Jugoslawiens“ zusätzliche, offenbar erfundene Einzelheiten einführt. Anto Babić setzt sich mit dem ursprünglichen Text und der Frage auseinander, ob sich die Wendung auf eine einzelne Burg oder ein größeres Gebiet bezieht, Svetislav M. Prvanović versucht, Ljudevit und die Guduscani mit der römischen Stadt Guduscum im Osten Serbiens in Verbindung zu bringen, stützt sich dabei aber nur auf die Deutung eines Kommas in einem Text von Franjo Rački und weitere Vermutungen, während Sima Ćirković zwar von einem Konsens ausgeht, der den Fluchtort irgendwo in Bosnien sieht, genaueres aber für Spekulation hält, und Relja Novaković die bosnische Deutung als sinnlos bezeichnet und von einer fehlenden Verbindung zu Bosnien ausgeht. Nada Klaić hält das Ziel von Ljudevits Flucht für das mittelalterliche Grafschaftsgebiet Srb an der Una, wohingegen Ivo Goldstein diese Lokalisierung anerkennt, aber vor einer Überinterpretation der wenigen Quellen warnt, während Radoslav Katičić dieser Theorie widerspricht und Tibor Živković ihm darin folgt, indem sie hervorheben, die Quelle spreche von Serben, nicht von dem Ort Srb, und betone deren Herrschaft über einen großen Teil Dalmatiens statt über ein kleines Gebiet um Srb, sodass Živković es für plausibler hält, Ljudevits Fluchtweg von Sisak entlang der Save bis zur Mündung der Vrbas in die Save zu verstehen. John Van Antwerp Fine Jr. weist darauf hin, dass byzantinische Quellen für dieses Gebiet nur spärliche Nachrichten liefern und Serben dort schwer nachzuweisen sind, aber hält es für möglich, dass unter anderen Stämmen auch eine serbische Gruppe oder mehrere kleinere serbische Gruppen existieren, während Živković im Gegensatz dazu in den indirekten Berichten fränkischer Agenten in Sisak und Kroatien eher einen Hinweis auf einen serbischen Herrschaftsanspruch über Teile der römischen Provinz Dalmatia sieht, der mit dem fränkischen Herrschaftsanspruch vergleichbar ist, ohne zwingend eine Besiedlung außerhalb anderweitig bekannter Räume vorauszusetzen, und Neven Budak schließlich betont, dass sich ein genauer Ort innerhalb der ehemaligen römischen Provinz Dalmatia kaum bestimmen lässt, aber am ehesten in Zentral- oder Ostbosnien zu suchen ist.
- 823: Um 823, bald nach dem Zwischenfall mit den Serben, sendet Ljudevit einen Gesandten an den fränkischen Hof und erklärt, dass er bereit ist, Kaiser Ludwig den Frommen als obersten Herrscher anzuerkennen, bricht diese Annäherung jedoch ab, indem er erneut flieht, diesmal zu Ljudemisl nach Dalmatien, der als Onkel Bornas in dem inzwischen von Vladislav beherrschten Gebiet eine einflussreiche Stellung einnimmt. Ljudemisl empfängt den geflohenen Ljudevit, tötet ihn jedoch schließlich hinterlistig, womit Ljudevits Herrschaft und sein jahrelanger Widerstand gegen die fränkische Oberhoheit ein abruptes Ende finden.
- zuletzt 810
Kroatien
- 818: Im Jahr 818 wird Borna in den Reichsannalen als „Herzog der Guduscani“ bezeichnet. Er erscheint dort im Zusammenhang mit einem Treffen in Herstal, bei dem der fränkische Kaiser Ludwig der Fromme mit Gesandten der Obotriten, mit Borna als Herzog der Guduscani und mit Gesandten der Timociani zusammenkommt, die sich kürzlich gegen die Bulgaren erhoben und auf die Seite der Franken gewechselt haben, sowie mit Ljudevit, Herzog der Slawen in der Unteren Pannonien und Befehlshaber der Mark Friaul. Die Geschichtsschreibung behandelt die Guduscani überwiegend als einen Stamm in Lika entlang des Flusses Gacka.
- Fortsetzung 819
- 819: Im Juli 819 findet eine weitere fränkische Versammlung in Ingelheim statt, und wegen der Rebellion Ljudevits gegen die Franken werden fränkische Truppen aus Italien nach Pannonien entsandt, kehren jedoch ohne Erfolg zurück. Ljudevit sendet Gesandte zu den Franken mit Bedingungen, die der fränkische Kaiser nicht annimmt, setzt die Rebellion fort und schickt Gesandte zu benachbarten Stämmen, um sie zum Anschluss zu bewegen, wobei es ihm gelingt, die Timociani zu gewinnen, die sich zunächst den Franken unterworfen hatten. Ein kleines fränkisches Heer stößt in Karantanien mit Ljudevits Heer zusammen, zerstört einen großen Teil davon und treibt es hinaus. Borna, nun „Herzog von Dalmatien“, trifft mit einem großen Heer auf Ljudevits vorrückendes Heer am Fluss Kupa. Die Guduscani verlassen Borna bei der ersten Begegnung, doch er flieht mit seiner Leibwache unversehrt. Während dieser Schlacht fällt Dragomuž (Dragomosus), Ljudevits Schwiegervater, der sich Borna beim Ausbruch der Rebellion angeschlossen hat. Borna unterwirft die Guduscani erneut, nachdem sie in ihre Heimat zurückgekehrt sind. Im Dezember nutzt Ljudevit die Gelegenheit, Dalmatien mit einem großen Heer anzugreifen und das Land zu verwüsten. Borna greift Ljudevit mit ausgewählten Truppen an, nachdem er so viel wie möglich in seinen Burgen eingelagert hat, da er erkennt, dass er ihm nicht gewachsen ist. Er erschöpft Ljudevit, lässt ihn von hinten und von der Flanke angreifen und zwingt ihn mit schweren Verlusten zum Rückzug aus Bornas Gebiet. Ljudevit verliert 3 000 Soldaten, und Borna bemächtigt sich von mehr als 300 Pferden und Beute aller Art und informiert den fränkischen Kaiser anschließend durch seine Gesandten darüber.
- 820: Im Januar 820 findet eine weitere fränkische Versammlung in Aachen statt, auf der beschlossen wird, Ljudevits Rebellion mit drei Heeren aus drei Richtungen niederzuschlagen. Borna bringt seine Ansichten zu diesem Feldzug zunächst durch Gesandte und dann persönlich vor. Im Frühling werden die drei Heere entsandt, das erste aus Italien über die Norischen Alpen, das zweite durch Karantanien, das dritte aus Bayern durch Oberpannonien. Das erste und das dritte Heer bewegen sich langsam, das eine durch Feinde behindert, das andere durch den langen Weg, während das zweite die Drau überschreitet, drei feindliche Begegnungen erfolgreich überwindet und sich schnell vorwärts bewegt. Die Heere vereinigen sich und verwüsten das Land und kehren ohne nennenswerte Verluste nach Hause zurück, während Ljudevit in einer bergigen Burg in Sicherheit bleibt. Karniola an der Grenze zu Friaul und die Karantanen, die von den Franken zu Ljudevit übergelaufen sind, unterwerfen sich den Franken.
- 821: Im Februar 821 findet eine weitere fränkische Versammlung in Aachen statt, auf der ein Krieg gegen Ljudevit geplant wird, bei dem drei Heere die Länder der Verräter verwüsten sollen. Inzwischen stirbt Borna, der nun als „Herzog von Dalmatien und Liburnien“ erwähnt wird, und sein Neffe Vladislav (über seine Schwester) folgt ihm durch den Willen des Volkes und mit Zustimmung des Kaisers nach. Ljudevits Lande werden verwüstet, und die Heere kehren bis Oktober nach Hause zurück.
- zuletzt 810
Serbien
- Fürst VRadoslav (814–822)
Am Ende des 8. Jahrhunderts herrscht Fürst Višeslav über die frühmittelalterliche Fürstentümer Serbien. Während seiner Herrschaft besteht kein Krieg zwischen dem serbischen Fürstentum und seinem östlichen Nachbarn, dem bulgarischen Khanat. In dieser Zeit läuft bereits der Prozess der allmählichen Christianisierung der Serben, der in der ersten Hälfte des 7. Jahrhunderts begonnen hat und bis zur Mitte des 9. Jahrhunderts andauert. Zu Beginn des 9. Jahrhunderts folgt Radoslav, griechisch Rodosthlabos, serbisch Radoslav oder Rodoslav, als Fürst auf seinen Vater Višeslav nach und herrscht über die frühmittelalterliche Fürstentümer Serbien. Während der Regierungszeit der Fürsten Višeslav, Radoslav und Prosigoj besteht weiterhin kein Krieg zwischen der serbischen Fürstentümer und dem bulgarischen Khanat. In der Regierungszeit von Fürst Radoslav sowie seiner unmittelbaren Vorgänger und Nachfolger setzt sich der Prozess der allmählichen Christianisierung der Serben fort, der bereits im 7. Jahrhundert beginnt und bis zur Mitte des 9. Jahrhunderts reicht. - Fortsetzung 819
- 819: Zwischen 819 und 822 ist Radoslav oder sein Sohn der Herrscher Serbiens während der Aufstände Ljudevit Posavskis gegen die Franken. Ljudevit Posavski erhebt sich in dieser Zeit gegen die fränkische Herrschaft, und die serbische Seite steht unter der Herrschaft von Radoslav oder dessen Sohn.
- Fortsetzung 822
- 822: Im Jahr 822 geht Ljudevit von seinem Sitz in Sisak zu den Serben, die sich irgendwo im westlichen Bosnien befinden. In demselben Eintrag berichten die Königlichen fränkischen Annalen, dass die Serben einen großen Teil Dalmatiens kontrollieren und formulieren dies mit der Aussage, dass die Nation der Serben einen großen Teil Dalmatiens zu besitzen sagt. Gleichzeitig bemerkt John (Jr.) Fine, dass es in diesem Gebiet schwer ist, Serben zu finden, da die byzantinischen Quellen sich auf die südliche Küste beschränken, und dass es möglich ist, dass unter anderen Stämmen ein Stamm oder eine Gruppe kleiner Stämme von Serben existiert. Die Erwähnung „Dalmatia“ in den Jahren 822 und 833 in den fränkischen Annalen dient dabei als alter geographischer Begriff im Sinne eines Pars pro toto mit einer vagen Vorstellung davon, worauf dieser geographische Begriff tatsächlich verweist. Fürst Prosigo (822?-830)
- zuletzt 814
ERSTES BULGARISCHES REICH
- Khan Krum (803–814)
Am 13. April erleidet Krum einen Blutsturz und stirbt, während seine großangelegten militärischen Vorbereitungen gegen Konstantinopel die byzantinische Führung so beunruhigen, dass sie die Hilfe des karolingischen Kaisers Ludwig des Frommen anfordert. Zu Krums Maßnahmen gehört die Aufstellung von 5000 eisenbeschlagenen Wagen zur Beförderung des Belagerungsgeräts, mit denen er seinen Misserfolg bei der zweiten bulgarischen Belagerung Konstantinopels im Vorjahr rächen will. Mit Krums Tod enden die unmittelbaren Auseinandersetzungen vorläufig und der Weg zu einem Ausgleich öffnet sich. - Khan Omurtag (814–831)
Nach dem Tod Krums folgen für kurze Zeit dessen Brüder nach, die in byzantinischen Quellen Dukumos und Ditzeugos heissen. Im Jahr 814 beginnt die Regierungszeit Omurtags als Khan der Bulgaren. 814-831: Gleich zu Beginn seiner Herrschaft unterzeichnet Omurtag einen 30-jährigen Friedensvertrag mit dem benachbarten Byzantinischen Reich, der bis zu seinem Lebensende in Kraft bleibt. Er wehrt sich erfolgreich gegen die aggressive Politik des Frankenreichs, das die nordwestlichen Gebiete Bulgariens einnimmt. Er unterdrückt Unruhen unter mehreren slawischen Stämmen. Er führt Verwaltungsreformen durch, die Macht und Autorität der Zentralregierung stärken. Seine Herrschaft ist geprägt von einer starken Entwicklung der bulgarischen Architektur mit einer Reihe bedeutender Bauprojekte. Der byzantinische Einfluss wirkt sich auf Omurtags Bautätigkeit aus, etwa in der Hauptstadt Pliska. Aus dieser Zeit sind griechische Inschriften erhalten. Der Endpunkt dieser Entwicklung ist die endgültige Christianisierung Bulgariens ein halbes Jahrhundert später. Omurtag unterstützt Kaiser Michael II. im Kampf gegen den Usurpator Thomas. Gegenüber dem Adel betreibt Omurtag eine insgesamt erfolgreiche Zentralisierungspolitik.
Wohl nach 814 kommt es zu harten Repressalien gegen die christlich-byzantinische Bevölkerung, die im bulgarischen Herrschaftsgebiet lebt. Dabei ist unklar, ob die christenfeindlichen Massnahmen von Omurtag oder von seinem direkten Vorgänger Ditzeugos ausgehen. In byzantinischen Quellen stehen Berichte, nach denen die Christen in Thrakien die Wahl haben, das Fleischverbot der Fastenzeit zu brechen oder zu sterben. 14 Männer erleiden das Martyrium. Andere Quellen berichten von Massakern an Gefangenen. In manchen Quellen steht Omurtag direkt für die christenfeindlichen Massnahmen verantwortlich. In der Folgezeit entspannen sich dennoch die Beziehungen zu Byzanz. - Fortsetzung 815
- 815: Ende 815 oder Anfang 816 schliesst Omurtag mit dem byzantinischen Kaiser Leon V. einen auf 30 Jahre befristeten Friedensvertrag. Der Vertrag leitet eine Phase der Annäherung Bulgariens an Byzanz ein. Omurtag hält sich an die vertraglichen Verpflichtungen.
- 815: Im Jahr 815 kontrolliert Bulgarien weiterhin die gesamte Region Ostäthrakien mit Ausnahme einiger weniger Burgen, die in byzantinischer Hand bleiben, bis zum Abschluss des byzantinisch‑bulgarischen Vertrages von 815. Leo V. schließt mit Krums Nachfolger Omurtag, der seit 814 herrscht, einen auf 30 Jahre angelegten Friedensvertrag, der die Kämpfe zwischen Byzanz und Bulgarien für längere Zeit beendet.
- Fortsetzung 818
- 818: Im Jahr 818 wenden sich slawische Stämme im Donau-Theiss-Gebiet dem Fränkischen Reich zu. Sie beschweren sich bei Kaiser Ludwig dem Frommen, dass nach Reformen im Bulgarischen Reich ihre bisherigen Rechte beschnitten sind.
- 824: Im Jahr 824 versucht Omurtag in Briefen eine diplomatische Lösung für das Donau-Theiss-Gebiet. Die Briefe bleiben wahrscheinlich unbeantwortet. Im gleichen Jahr erscheinen zum ersten Mal bulgarische Gesandte am fränkischen Hof Ludwigs des Frommen mit dem Wunsch, die gemeinsamen Grenzen festzusetzen.
- 826: Im Jahr 826 setzt Omurtag seine Versuche fort, das angesprochene Gebiet diplomatisch zu klären, indem er erneut schreibt.
- 827: Im Jahr 827 erobert Omurtag das Gebiet entlang der Save bis Sirmium. Er gliedert dieses Gebiet seinem Herrschaftsgebiet ein. Im Jahr 827 berichten Quellen von bulgarischen Überfällen im Drautal.
- 829: Im Jahr 829 gliedert Omurtag das zuvor eroberte Gebiet endgültig seinem Herrschaftsgebiet ein. Im Jahr 829 berichten Quellen erneut von bulgarischen Überfällen im Drautal.
- 831: Im Jahr 831 erreicht eine bulgarische Gesandtschaft Aachen. Sie überbringt Geschenke. Wahrscheinlich noch zu Lebzeiten Omurtags kommt es in Anschluss daran zu einer vertraglichen Grenzregelung zwischen Franken und Bulgaren. Omurtags Nachfolge tritt sein jüngster Sohn Malamir an. Malamir betreibt eine harte anti-christliche Politik. Omurtag stirbt nach 831. Khan Malamir (831–836)
- Zuletzt 814
BYZANTINISCHES REICH
- Kaiser Leo V, (813–820)
Am Weihnachtsabend entsteht in Konstantinopel unter Teilen des Klerus und der Bevölkerung Unruhe wegen der Haltung des Kaisers zu den Bildern, in diesem Jahr sacken die Bulgaren unter Krum Arcadiopolis und weitere thrakische Städte, Krum plant eine großangelegte Belagerung Konstantinopels, stirbt aber vor Beginn der Belagerung an einem Schlaganfall, dadurch geht die bulgarische Bedrohung zurück. Leo beginnt Ende 814 mit einem Vorgehen gegen die Bilderverehrer, er sieht die militärischen Erfolge der syrischen Kaiser Leo III. und Konstantin V. und nimmt deren bilderfeindliche Politik wieder auf, er informiert seine Berater, dass nach seiner Auffassung die jüngsten Kaiser wegen ihrer Verehrung von Bildern Niederlagen erlitten haben, er beauftragt eine theologische Kommission unter der Leitung des Mönchs Johannes Grammatikos, die ikonodulen Patriarch Nikephoros I. widerspricht der Kommission. Die Geistlichen Konstantinopels versammeln sich am Weihnachtsabend 814 im Patriarchenpalast, Patriarch Nikephoros widerlegt das Dokument der Kommission und lässt die Geistlichen ein Gelöbnis unterschreiben, in dem sie versprechen, die Bilderverehrung mit ihrem Leben zu verteidigen. - Patriarch Fortunatus II. (Grado, 2. Amtszeit 809–820)
- Patriarch Nikephoros I. (Konstantinopel, 806–815)
Dezember: Nach erfolglosen theologischen Auseinandersetzungen kommt es zu persönlichen Beleidigungen. Nikephoros reagiert zunächst mit Exkommunikation auf seine Absetzung, wird jedoch unter Kaiser Leo V. dem Armenier gezwungen nachzugeben und in Klöster verbannt. - Fortsetzung 815
- 815: Leo: Im Jahr 815 setzt Leo den Patriarchen Nikephoros ab und verbannt ihn, er ernennt Theodotos I., einen laienhaften Ikonoklasten, zum Patriarchen, Theodotos hält eine Synode ab, in der das Zweite Konzil von Nicäa von 787 verworfen und das Konzil von Hieria von 754 als siebtes ökumenisches Konzil bestätigt wird. Leo erlässt eine Kompromisspolitik zur Bilderfrage, er lässt die Bilder, die tief in den Kirchen hängen und verehrt werden können, entfernen und ersetzt besonders auffällige Bilder, etwa die Christusikone am Chalketor, durch ein Kreuz, die Synode von Konstantinopel betont, dass Bilder weder ehrwürdig noch nützlich sind, ohne Bilderverehrer ausdrücklich der Götzendienerei zu beschuldigen. In diesem Jahr proklamiert Leo die Verehrung von Bildern als Irrlehre, seine Maßnahmen führen dazu, dass nahezu der gesamte Klerus Konstantinopels sowie viele Bischöfe und Laien im Reich die kaiserliche Position annehmen, Gegner verweigern die Kommunion mit Patriarch Theodotos, werden verbannt oder gefoltert, darunter Theodor Studites, Anthony der Bekenner und Theophanes der Bekenner, die Klöster und Güter der Bilderverehrer, etwa das reiche Studioskloster, werden eingezogen.
- 815: Fortunatus: Ludwig der Fromme erneuert auf Veranlassung von Fortunatus das Recht der istrischen Region, ihre Bischöfe und Beamten selbst zu erheben.
- 815: Patriarch Nikephoros: Vom Kloster aus führt Nikephoros eine literarische Polemik zugunsten der Ikonodulen gegen die Synode von 815.
- Fortsetzung 816
- 816: Leo: Im Frühjahr 816 kommt es zur Schlacht bei Mesembria, Leo marschiert in die Umgebung von Mesembria, täuscht einen Rückzug vor und lockt das bulgarische Heer in einen Hinterhalt, er besiegt die Bulgaren entscheidend und lässt bulgarisches Gebiet plündern. Noch im Jahr 816 schließt Leo mit dem Bulgarenkhan Omurtag, der seit 814 regiert, einen dreißigjährigen Friedensvertrag, er stellt damit die Grenze in der Gestalt von 780 wieder her und sorgt für Ruhe an der Reichsgrenze zu Bulgarien.
- 817: Leo: Im Jahr 817 verschlechtert sich das Verhältnis Leos zu den Franken und zum Papsttum, Patriarch Theodotos versucht, freundschaftliche Kontakte zu Papst Paschalis I. herzustellen, wird jedoch abgewiesen, zuvor hat Theodor Studites den Papst in Briefen vor dem ikonoklastischen Patriarchen gewarnt und die Wiederherstellung der Bilderverehrung gefordert. Leo setzt seine Bemühungen zur Konsolidierung des Reiches fort, er baut das Thrakesische und das Makedonische Thema wieder auf, im selben Jahr entsendet er Flottenverbände, die das geschwächte Abbasidenkalifat überfallen, und führt ein Heer, das die Grenzfestung Kamachon zurückerobert, die unter Kaiser Konstantin VI. verloren gegangen war.
- 818: Leo: Im Jahr 818 greifen die Rus zum ersten Mal das byzantinische Reich an, sie plündern die Nordküste Anatoliens, Leo reagiert mit der Verstärkung des Armeniakischen Themas durch Flottenverbände, zugleich wächst die verdeckte Opposition gegen seine Regierung und seine Bilderpolitik, besonders in den Klöstern, einer der führenden Gegner ist Theodor Studites.
wikipedia
- 819: Fortunatus: Eine Quelle bezeichnet Fortunatus als „Patriarchen der Kirche von Aquileia und von Grado“.
- 820: Leo: Im Jahr 820 deckt Leo eine Verschwörung gegen ihn auf und bestraft die Beteiligten, trotz der Verschwörung gewinnt in den Augen Leos, seiner ikonoklastischen Anhänger und einiger Bilderverehrer der Eindruck an Gewicht, dass das Reich mit der Wiedereinführung des Bilderstreits wieder unter dem Schutz Gottes steht, die ikonoklastische Politik fällt zeitlich mit Siegen über die Bulgaren zusammen, wie bereits unter Konstantin V., selbst feindliche Quellen wie Theophanes Continuatus und Patriarch Nikephoros gestehen Leos Geschick in der Staatsführung zu. Die maßgebliche Verschwörung gegen Leo wird von Michael dem Amorier, dem Domestikos der Exkubitoren, angeführt, er missbilligt Leos Scheidung und Wiederverheiratung, da er mit der Schwester der verstoßenen Frau verheiratet ist, gegen Ende des Jahres 820 wird die Verschwörung durch den Logotheten der Post aufgedeckt. Leo lässt Michael inhaftieren und verurteilt ihn zum Tod durch Verbrennen, Kaiserin Theodosia erreicht eine Verschiebung der Hinrichtung bis nach Weihnachten, dies verschafft Michael Zeit, die Verschwörer zu organisieren, die in der Palastkapelle des heiligen Stephanus am Weihnachtsabend den Kaiser ermorden. Leo nimmt am Weihnachtsabend 820 die Matutin in der Palastkapelle wahr, eine Gruppe von Verschwörern verbirgt ihre Waffen unter Chorgewändern, in der schwachen Beleuchtung halten sie den Priester zunächst für den Kaiser, Leo nutzt die Verwirrung, greift ein schweres Kreuz vom Altar und verteidigt sich, er ruft seine Leibwache, die Verschwörer haben aber die Türen verriegelt, nach wenigen Augenblicken trennt ein Schwerthieb seinen Arm ab, er stürzt vor den Altartisch, sein Körper wird zerteilt. Die Mörder werfen seine Überreste in den Schnee, sie eilen in die Kerker, um Michael zu befreien, sie stellen fest, dass Leo den Schlüssel bei sich getragen hat und sie ihn nicht öffnen können, da es zu früh ist, einen Schmied zu holen, wird Michael mit Eisenfesseln an den Beinen in aller Eile zum Kaiser gekrönt, nach Leos Ermordung wird Michael II. Kaiser. Leo wird am Weihnachtsabend 820 in der Palastkapelle ermordet, sein Leben endet damit am 25. Dezember 820. Nach der Ermordung Leos V. werden seine Frau Theodosia, eine Tochter Arsabers, und seine vier Söhne verschont und nicht getötet, um sie als mögliche Thronerben auszuschließen, werden sie kastriert, der jüngste Sohn stirbt an den Folgen des Eingriffs. Leos Mutter und seine Frau Theodosia werden auf die Prinzeninseln in Klöster verbannt, seine vier Söhne, darunter der ehemalige Mitkaiser Symbatios, werden kastriert, die Kastration wird so brutal ausgeführt, dass einer der Söhne bald daran stirbt. Das byzantinische Beamtentum bevorzugt nach Leos Tod den neuen Kaiser Michael II., Leo bleibt beim Heer wegen seiner militärischen Erfolge populär, nach der Nachricht von seiner Ermordung erklärt das Anatolische Thema Thomas den Slaven, der mit Leo und Michael unter Bardanes Tourkos gedient hat, zum rechtmäßigen Kaiser und Rächer Leos, mehrere Themen schließen sich ihm an, daraus entsteht 821 ein Bürgerkrieg. Die zweite Phase der byzantinischen Bilderfeindschaft ist gemäß den Quellen moderater als die erste, Bilder, die nicht aktiv verehrt werden, bleiben zugelassen, Bilderverehrer werden nicht wegen Götzendienstes angeklagt, die ikonoklastische Bewegung hat keine dauerhafte starke Basis in der Kirche und wird nach dem Tod Theophilos’ von Kaiserin Theodora abgeschafft, der Patriarch Methodios I. ersetzt den ikonoklastischen Patriarchen, die Liturgie des Festes der Orthodoxie am 11. März 843 wird eingeführt und bleibt als Symbol des orthodoxen Glaubens bestehen. Spätere Chronisten zeichnen Leo als volksnahen Kaiser, der Gerechtigkeit sucht und Ungerechtigkeiten der Bürokratie rückgängig macht, er führt fast jedes Jahr Feldzüge und ähnelt den Kaisern der isaurischen Dynastie nicht nur in seiner Bilderpolitik, sondern auch in seiner militärischen Aktivität. Genesius überliefert, dass Leo und Theodosia vier Söhne haben, Symbatios, der in Konstantin umbenannt wird und ab 814 Mitkaiser ist, Basil, Gregor und Theodosios, alle Söhne werden nach der Ermordung des Vaters kastriert und verbannt, Basil und Gregor leben 847 noch und unterstützen die Wahl des Patriarchen Ignatios, Theodosios stirbt kurz nach der Kastration. Eine Tochter Leos ist in den Quellen umstritten, einige Forscher vermuten, dass sie Anna heißt, sie heiratet Hmayeak, einen Mamikonenfürsten, und hat mit ihm Konstantinos, einen Offizier am Hof Kaiser Michaels III., diese genealogischen Annahmen dienen der Diskussion um mögliche Nachkommen Leos, ohne seine Regierungszeit unmittelbar zu betreffen. Kaiser Michael II. (820–829)
- 820: Fortunatus: Fortunatus beteiligt sich an einer Verschwörung zum Sturz des Dogen Agnello Particiaco. Das Komplott wird aufgedeckt, und er wird verbannt. Sein Amt übernimmt Johannes V.
- 820: Patriarch Nikephoros: Beim Herrscherwechsel wird Nikephoros als Kandidat für das Patriarchat vorgeschlagen und erhält zumindest das Versprechen von Duldung.
- 821: Fortunatus: Der ehemalige Patriarch Fortunatus unterstützt nach fränkischen Quellen eine Rebellion in Pannonia inferior unter Führung Ljudewits. Die Franken beenden den Krieg siegreich.
- 824: Fortunatus: Der ehemalige Patriarch Fortunatus hält sich bis zu diesem Jahr in Konstantinopel auf und kehrt mit byzantinischen Gesandten an den fränkischen Hof zurück. Im Dezember hält er sich im Kloster Moyenmoutier auf.
- 825: Fortunatus: Der ehemalige Patriarch Fortunatus stirbt am 12. März 825 (möglicherweise auch erst im Folgejahr), möglicherweise in Rom oder auf dem Weg dorthin, und wird im Kloster Moyenmoutier beigesetzt.
- 828: Patriarch Nikephoros: Nikephoros stirbt am 5. April im Kloster des Heiligen Theodor (Hagiou Theodorou) und wird als Bekenner verehrt. Patriarch Theodotos I. (Konstantinopel, 815–821)
- 844: Kaiser Michael I. (811–813) Im Jahr 844 stirbt der ehemalige Kaiser Michael I. Rhangabe in dem Kloster auf der Insel Proti, in das er sich nach seiner Abdankung zurückgezogen hat, und beendet damit ein langes Leben, das vom Aufstieg aus der aristokratischen Elite über eine kurze Herrschaft in Krisenzeiten bis zu einem Jahrzehnte währenden monastischen Rückzug reicht.
- Zuletzt 816
IBERIEN
- 818: Um 818 erkennt der Kalif Aschot als Fürsten Iberiens an, um gegen den rebellischen Emir in Tiflis Isma’il ibn Shu’aib vorzugehen. Die arabischen Emire im Kaukasus lösen sich immer mehr von der Zentralmacht, und der Emir von Tiflis unterstützt die Gegner Aschots, nämlich den kachetischen Fürsten Grigol und die georgischen Hochlandstämme aus Mtiulian und Tsanars. Aschot wird vom byzantinischen Vasallenkönig aus Abchasien Teodosi II. unterstützt. Die Armeen Aschots und des Emirs treffen bei Ksani aufeinander, und Aschot kann als Sieger die gegnerischen Kacheten aus Zentraliberien vertreiben.
- Fortsetzung 827
- 827: Um 827/828 unternimmt Kahlid bin Yazid, der Vizekönig des Kalifen in Armenien, einen Feldzug in den Kaukasus, um die Autorität des Kalifen wiederherzustellen. Aschot muss zu dieser Zeit noch am Leben sein, und die Information des georgischen Chronisten Sumbat, wonach er 826 ermordet worden sei, ist zweifelhaft.
- 829: In den Jahren 829/830 wird Aschot ermordet. Er wird von den Arabern aus Zentraliberien vertrieben und zieht sich ins Nigali-Tal zurück, wo er in einer Kirche von Abtrünnigen ermordet wird. Da er ein Patron der christlichen Kultur und ein Freund der Kirche ist, wird er von der georgisch-orthodoxen Kirche heiliggesprochen.
- 830: Am 29. Januar 830 stirbt Aschot. Nach Aschots Tod wird sein Besitz unter seinen drei Söhnen Bagrat I., Adarnase II. und Guaram Mampali aufgeteilt. Seine Tochter heiratet Teodosi II. von Abchasien.
- Zuletzt 813
KACHETIEN
ARABER
(198/199 - 21./22. August)
Abbasiden
- Kalif al-Ma'mūn (813–833)
- Imam der Ismailiten: Ahmad al-Wafi (813–828)
- Imam der Zwölferschiiten: ʿAlī ibn Mūsā ar-Ridā (799-818)
- Patriarch Thomas I. (Jerusalem, 807–821)
- Papst und Patriarch Markus II. (Alexandria, 799–819)
- Griechisch-orthodoxer Patriarch Eustatios (Alexandria, 813–817)
- 815: al-Ma'mūn: Am Neujahrstag des Jahres 200 der Hidschra, d. h. am 11. August 815, wird in Mekka im Rahmen des von Abū s-Sarāyā ausgelösten alidischen Aufstands die Kaaba mit gelben und weißen Tüchern neu eingekleidet, um ein neues Zeitalter zu symbolisieren. Im Oktober 815 wird Abū s-Sarāyā in der Nähe von Dschalūlā' festgenommen, nach Bagdad gebracht und von al-Hasan ibn Sahl enthauptet, der den Kopf zu al-Ma'mūn nach Merw schicken lässt.
- Fortsetzung 816
- 816: al-Ma'mūn: Im Sommer 816 lässt al-Fadl ibn Sahl den nach Merw gelangten Harthama ibn Aʿyan, den al-Ma'mūn zuvor einsperrt, ermorden, nachdem er den Kalifen überzeugt hat, Harthama sei an Abū s-Sarāyās Verschwörung beteiligt. Im selben Jahr erhebt sich der Churramit Bābak in Aserbaidschan, und Hamza ibn Ādharak beginnt einen charidschitischen Aufstand, der die ländlichen Gebiete von Sistān und Bust der zentralen Kontrolle entzieht. 816 flieht auch der qarinidische Fürst Mazyar an al-Ma'mūns Hof und nimmt den Islam an.
- 816: ʿAlī ibn Mūsā ar-Ridā: Im Jahr 816 endet die medinische Phase seines Lebens, als ihn der abbasidische Kalif al-Ma'mūn in seine Residenz nach Merw einlädt, um ihn zu seinem Nachfolger zu bestimmen. Der Imam begibt sich über Basra und Nischapur nach Merw und steht dem Plan, ihn zum Nachfolger des Kalifen zu designieren, skeptisch gegenüber. In Merw bietet al-Ma'mūn ihm zunächst das Kalifat an, doch ʿAlī lehnt ab und stimmt erst später unter der Bedingung zu, sich nicht in Regierungsangelegenheiten einzumischen. Auf dem Weg nach Merw hält er sich eine Zeit lang in Nischapur auf, wo ihn mehrere sunnitische Hadith-Gelehrte besuchen.
- 817: al-Ma'mūn: Im März 817 ruft al-Ma'mūn den Husainiden ʿAlī ibn Mūsā ar-Ridā zu seinem Nachfolger aus, verfasst ein Ernennungsschreiben, das als authentisch gilt, spricht von der Wahl des besten Kandidaten unter Abbasiden und Aliden und verleiht ʿAlī den Beinamen ar-Ridā, wobei er eine Idee der haschimitischen Daʿwa aufgreift. Die schwarzen Banner der Abbasiden werden durch grüne des Prophetenhauses ersetzt, und Amtsträger werden angewiesen, grüne Kleidung zu tragen. Kopien des Dekrets gehen nach Medina, Irak und Ägypten, das Dekret wird in Medina am Grab des Propheten öffentlich verlesen. Im Juli 817 wird es auch im Irak verlesen, worauf abbasidische Prinzen revoltieren und al-Ma'mūns Onkel Ibrāhīm ibn al-Mahdī zum Gegenkalifen mit dem Thronnamen al-Mubārak ausrufen, der neben Bagdad auch Kufa kontrolliert und die Anerkennung des ägyptischen Gouverneurs erhält.
- 817: ʿAlī ibn Mūsā ar-Ridā: Im März 817 erfolgt in Merw die Ausrufung zum Nachfolger des Kalifen. ʿAlī ibn Mūsā wird mit der Tochter al-Ma'mūns, Umm Habib, verheiratet, und sein Sohn Muhammad wird mit al-Ma'mūns Tochter Umm al-Fadl verheiratet. Al-Ma'mūn verleiht ihm den Ehrentitel ar-Ridā, und ʿAlī lebt in Marw in einem Haus direkt neben der Residenz des Kalifen. Die meisten abbasidischen Gouverneure verhalten sich loyal, doch der abbasidische Regent in Basra verweigert die Gefolgschaft und die abbasidischen Prinzen in Bagdad schließen sich einem Aufstand im Irak an. Im selben Jahr bringt al-Ma'mūn ʿAlī nach Chorasan und bestimmt ihn zum Nachfolger; die Quellen schildern, dass ʿAlī die Nominierung nur widerwillig annimmt.
- 817: Griechisch-orthodoxer Patriarch Christophoros I. (Alexandria, 817–841)
- 818: al-Ma'mūn: Im Januar 818 entscheidet sich al-Ma'mūn nach Aufklärung durch ʿAlī ibn Mūsā über die Lage im Irak und Bestätigung durch Heerführer zur Verlegung des Hofes nach Bagdad und bricht nach Westen auf. Im Februar 818 wird al-Fadl ibn Sahl unterwegs ermordet, und al-Ma'mūn ernennt al-Fadls Bruder al-Hasan ibn Sahl zum Nachfolger, während dieser von al-Wasit aus den Süden des Irak mit Basra kontrolliert. Al-Ma'mūn ehelicht al-Hasans zehnjährige Tochter Būrān und, nach at-Tabarī, verheiratet im selben Jahr seine Tochter Umm Habīb mit ʿAlī ar-Ridā und seine Tochter Umm al-Fadl mit dessen Sohn Muhammad. Im September 818 stirbt ʿAlī ar-Ridā in der Nähe von Tūs auf dem Weg nach Bagdad, die Schiiten beschuldigen al-Ma'mūn der Ermordung, wobei spätere Berichte den Verdacht und zugleich die Trauerreaktion des Kalifen mit dreitägigem Grabesbesuch schildern.
- 818: ʿAlī ibn Mūsā ar-Ridā: Im Februar 818 wird der Wesir al-Fadl ibn Sahl auf dem Weg nach Bagdad von Offizieren ermordet. Als al-Ma'mūn Tūs erreicht, erkrankt ar-Ridā und stirbt wenige Tage später; sein Tod wird auf das Ende des Monats Safar 203 d.H. beziehungsweise auf September 818 datiert. Er stirbt wahrscheinlich vergiftet, und sein Begräbnis erfolgt in Tus nahe dem Grab seines Vaters Hārūn ar-Raschīd. Später entsteht an seinem Grab ein Schrein, der zu einer der wichtigsten Wallfahrtsstätten der iranischen Schiiten wird. In schiitischen Kreisen gilt ʿAlī ar-Ridā früh als Heiler mit besonderem medizinischem Wissen; ihm werden ein Rezept gegen Hämorrhoiden, das „umfassende Heilmittel“ sowie der Traktat des „goldenen Sendschreibens“ zugeschrieben. Auch spätere Autoren schreiben ihm therapeutische Kräfte zu, etwa die Wiedergabe der Sehkraft oder die Heilung von Hautkrankheiten.
- 819: al-Ma'mūn: Im Juni 819 dankt der Bagdader Gegenkalif Ibrāhīm ibn al-Mahdī ab, und al-Ma'mūn hält am Vormittag des 11. August triumphalen Einzug in Bagdad. Zunächst bezieht er Quartier in ar-Rusāfa, bevor er seinen Palast am Tigrisufer bezieht, womit die politischen Unruhen der vierten Fitna weitgehend enden und der zweite Teil seines Kalifats beginnt, in dem er persönlich und selbstbewusster regiert. Beim Einzug tragen er und seine Gefährten grüne Gewänder, Fahnen und Abzeichen, und alle, die zu ihm eintreten, tragen aus Furcht ebenfalls grün, doch auf Drängen der Abbasiden kehrt er schon nach einer Woche zur abbasidischen schwarzen Kleidung zurück.
- 819: Mark II: Mark II stirbt am 17. April 819. Papst und Patriarch Jacob (Alexandria, 819-830)
- 820: al-Ma'mūn: Im Jahr 820 ernennt al-Ma'mūn Tāhir ibn al-Husain zum Statthalter über das Gebiet der Dschazīra, um den Kampf gegen Nasr ibn Schabath zu führen.
- 821: al-Ma'mūn: Im Jahr 821 löst ʿAbdallāh ibn Tāhir seinen Vater Tāhir bei der Bekämpfung Nasrs in der Dschazīra ab und wird 824/25 den Aufstand beenden. Ebenfalls 821 ernennt al-Ma'mūn Tāhir ibn Husain zum Statthalter über Chorasan und Dschibāl, der jedoch 822 rebellisches Verhalten zeigt, indem er den Namen al-Ma'mūns aus der Chutba streicht, aber bald darauf stirbt. Danach überträgt al-Ma'mūn die Statthalterschaft Chorasans auf Tāhirs Söhne Talha (Regierung 822–28) und ʿAbdallāh (Regierung 828–45) und begründet damit die Tahiridische Statthalterdynastie. Zum Statthalter von Tabaristan ernennt er Mazyar, der 816 an seinen Hof geflohen ist und den Islam angenommen hat.
- 821: Patriarch Thomas stirbt im Jahr 821 und wird von seinem Anhänger Basilius abgelöst. Er gilt später als Heiliger mit dem Gedenktag 16. Mai. Patriarch Basileios (821–839)
- 822: al-Ma'mūn: Im Jahr 822 erhebt sich im Jemen der Alide ʿAbd ar-Rahmān ibn Ahmad, der die Losung ar-riḍā min āl Muḥammad wieder aufgreift, und al-Ma'mūn entsendet seinen Feldherrn Dīnār ibn ʿAbdallāh gegen ihn und lässt ihn in den Irak bringen. Al-Ma'mūn untersagt im April 823 allen Tālibiden, bei ihm vorzusprechen, und verpflichtet sie zum Tragen schwarzer Kleidung.
- 823: al-Ma'mūn: Im April 823 bleibt das Verbot für Tālibiden bestehen, beim Kalifen vorzusprechen, und die Verpflichtung zur schwarzen Kleidung gilt weiterhin.
- 824: al-Ma'mūn: In den Jahren 824/25 gelingt es ʿAbdallāh ibn Tāhir, Nasr ibn Schabath zur Aufgabe zu bewegen. Um dieselbe Zeit, datiert bei Ibn Taghribirdī auf das Jahr 209 der Hidschra (824/25 n. Chr.), zieht al-Ma'mūn Kalām‑Gelehrte an seinen Hof nach Bagdad, zahlt ihnen Unterhalt, lässt sie Bücher zur Verteidigung ihrer Lehren und Widerlegung der Gegner verfassen und etabliert damit eine intensive Kalām‑Kultur.
- 825: al-Ma'mūn: Zwischen 825 und 828 beziehungsweise 829 und 832 treten Aufstände in Ägypten auf, die niedergeschlagen werden. Im Winter 825/826 findet die größere Festlichkeit von al-Ma'mūns Hochzeit mit Būrān, der Tochter al-Hasan ibn as-Sahls, statt, die er bereits 818 geehelicht hat, als sie zehn Jahre alt war, ohne die Ehe zu vollziehen. Nun ist Būrān 18 Jahre alt, al-Hasan hat sich auf sein Landgut in Fam as-Silh am Ostufer des Euphrat zurückgezogen, und der Kalif besucht ihn dort anlässlich der Hochzeit 17 Tage, in denen al-Hasan für den Unterhalt des Kalifen und seines Gefolges aufkommt, die Festkosten auf 50 Millionen Dirham steigen und der Kalif die bereitgestellten Ambrakerzen der Hochzeitsnacht verschmäht und entfernen lässt. Obwohl Ramadan ist, trinkt al-Ma'mūn in den Nächten Wein und fordert andere dazu auf. Als Brautgeschenk erbittet Būrān die Begnadigung des früheren Gegenkalifen Ibrāhīm ibn al-Mahdī, der sofort begnadigt wird, und bei der Abreise lässt al-Ma'mūn al-Hasan zehn Millionen Dirham aus den Einkünften von Fārs auszahlen und weist ihm das Gebiet am Silhkanal als Lehen zu.
- 826: al-Ma'mūn: Im Jahr 826 verfügt al-Ma'mūn, dass das Landgut Fadak, das Abū Bakr der Prophetentochter Fātima entzogen hat, den Aliden als Nachkommen zurückgegeben wird. Im selben Jahr lässt er durch einen Herold ausrufen, dass jeder, der Gutes über Muʿāwiya sagt oder ihn einem der Prophetengefährten vorzieht, Sicherheit für Leib und Leben verliert, und er erwägt eine weitergehende Proklamation zur öffentlichen Verfluchung Muʿāwiyas, von der ihn Qādī Yahyā ibn Aktham zurückhält. Er lässt Maqsūra‑Logen aus Freitagsmoscheen entfernen, da sie als von Muʿāwiya eingeführter Brauch gelten, und entfernt die Namen umayyadischer Kalifen von monumentalen Inschriften, ersetzt den Namen ʿAbd al-Maliks am Felsendom und al-Walīds an der Großen Moschee von Damaskus durch seinen eigenen.
- 827: al-Ma'mūn: Im Juni 827 erklärt al-Ma'mūn ʿAlī ibn Abī Tālib offiziell zum „vorzüglichsten aller Menschen nach dem Gottesgesandten“ und lädt nach einem Bericht Ibn ʿAbd Rabbihs 40 Rechtsgelehrte am frühen Morgen zu einem Streitgespräch ein, bei dem er persönlich ʿAlīs Vorrang verteidigt. Im gleichen Jahr erklärt er ʿAlī ibn Abī Tālib im Rahmen seiner imamitischen Gedächtnispolitik zum bevorzugten Menschen nach dem Propheten. Im Juni 827 unternimmt er zugleich einen Schritt in der Religionspolitik, indem er weiter Kalām-Diskussionen fördert, und in seiner Herrschaftszeit setzt er die Mihna ein, bei der Amtsträger auf das Bekenntnis zur Erschaffenheit des Korans verpflichtet werden.
- 828: al-Ma'mūn: Im Jahr 828 verliert der charidschitische Aufstand Hamzas an Schärfe, weil Hamza eines natürlichen Todes stirbt. 828 beginnt zugleich die Regierungszeit ʿAbdallāh ibn Tāhirs als Statthalter von Chorasan, die bis 845 andauert.
- 830: al-Ma'mūn: Im Jahr 830 kann sich al-Ma'mūn erstmals gegen Ende seiner Herrschaft dem Ghazw gegen die Byzantiner widmen und bricht im März zu einem ersten Feldzug auf. Er zieht von Bagdad über Tikrit, Mossul, Manbidsch, Dābiq nach Antiochia und weiter über al-Massīsa nach Tarsus, von wo er im Juli 830 auf byzantinisches Gebiet vordringt und verschiedene Festungen einnimmt. Auf dem Weg nach Syrien im Jahr 830 plant er nach einem Bericht al-Chatīb al-Baghdādīs auch, die Mutʿa‑Ehe als erlaubt zu erklären, wird aber von Qādī Yahyā ibn Aktham mit juristischen Argumenten davon abgehalten. Er lässt geodätische Vermessungen zur Bestimmung des Erdumfangs nach dem Prinzip der Gradmessung durchführen, die in der Ebene von Sindschar einen Wert von 111,814 Kilometern zwischen zwei Breitengraden ergeben und eine Weltkarte anfertigen. In diesem Zeitraum stellt er den Philosophen al-Kindī ein, um ältere Übersetzungen griechischer Werke zu überprüfen, und lässt zahlreiche Werke zur Logik, Mathematik, Medizin und Astronomie ins Arabische übersetzen, wozu er eine Delegation mit al-Haddschādsch ibn Matar, Yahyā ibn al-Bitrīq und Salmā nach Byzanz schickt und weitere griechische Bücher aus einem Haus auf Zypern nach Bagdad bringen lässt, die er in der „Bibliothek der Weisheit“ unter dem Bibliothekar Sahl ibn Hārūn sammelt.
- 831: Im Jahr 831 stirbt Zubaida, Haruns erste Frau und Mutter des Kalifen al-Amin, die in ihrer Lebenszeit eine bedeutende Rolle im dynastischen Gefüge spielt und sowohl Maradschils Sohn al-Maʾmun adoptiert als auch dem Kalifen Harun Konkubinen und Dienerinnen zuführt. In den Jahren nach Haruns Tod setzen die Kinder und Nachkommen seiner zahlreichen Frauen und Konkubinen die innerdynastischen Verflechtungen fort, indem sie etwa die Söhne al-Hadis heiraten und so die verschiedenen Linien der Abbasidenfamilie eng miteinander verbinden.
- 832: al-Ma'mūn: Ende Januar 832 bricht al-Ma'mūn zu einem Feldzug nach Ägypten auf, kommt Mitte Februar an und hat den jakobitischen Patriarchen Dionysius von Tell Mahre zur Unterstützung bei Verhandlungen mit den Kopten an seiner Seite. Afschīn ist zuvor von Abu Ishāq nach Ägypten geschickt worden, um den Aufstand der Kopten Oberägyptens zu bekämpfen, hat aber keinen Erfolg, sodass der Kalif selbst eingreift. Trotz der Argumente Dionysius' und eines muslimischen Juristen, die die Legitimität der Forderungen der Rebellen betonen, schlagen al-Ma'mūn und Afschīn den Aufstand mit großer Brutalität nieder, und am 25. April 832 kehrt der Kalif aus Ägypten nach Damaskus zurück. Im Jahr 832 lässt er nach Berichten al-Idrīsīs die Cheops-Pyramide durchbohren und ihr Inneres erkunden, beauftragt Mineure, die Große Pyramide zu öffnen, interessiert sich für exotische Wissenschaften und okkulte Philosophien, und es entsteht der später so genannte „al-Ma'mūn-Eingang“, den al-Maqrīzī als von ihm geöffnetes Spalt bezeichnet, auch wenn moderne Annahmen von einer früheren Räuberöffnung ausgehen. In dieser Zeit interessiert er sich für Inschriften ägyptischer Baudenkmäler und lässt Hieroglyphen durch Aiyūb ibn Maslama übersetzen, dessen Übersetzungen im Buch aṭ-Ṭilasmat al-Kāhinīya gesammelt werden.
- 833: al-Ma'mūn: Anfang Juli 833 dringt al-Ma'mūn erneut von Tarsus auf byzantinisches Gebiet vor, woraufhin Kaiser Theophilos einen Friedensbrief sendet, den der Kalif unbeantwortet lässt. Am 9. August 833 stirbt al-Ma'mūn in al-Budandūn während eines Feldzugs gegen Byzanz. Sein Leichnam wird nach Tarsus gebracht und dort bestattet, und als Nachfolger tritt sein Bruder al-Muʿtasim die Kalifaherrschaft an. Kalif al-Muʿtasim (833–842)
- 840: Imam der Ismailiten Hussein ibn Ahmad (840–881)
- 843: Patriarch Sergios I. (Jerusalem, 843–850)]
- Zuletzt 813
Rustamiden
- 822: Abd al-Wahhab: Im Jahr 822 werden drei Söhne des Imams Abd al-Wahhab als Gesandte nach Córdoba geschickt, wo sie von Kalif Abd al-Rahman II. herzlich empfangen werden.
- Fortsetzung 823
- 823: Abd al-Wahhab: Abd al-Wahhab stirbt vermutlich 823/824. Sein Mandat reicht bis zu seinem Tod im Jahr 208 der Hidschra, und danach folgen die Imame in direkter Linie bis zum Ende des Reiches aufeinander. Imam Aflah ibn Abd al-Wahhab (823–872)
- zuletzt 812
Idrisiden
- 818: Idris II.: Im Jahr 818 erlebt Idris II. die Ankunft von zwei Wellen arabischer Flüchtlinge aus al-Andalus. Diese Gruppen lassen sich vor allem in der Hauptstadt Fès nieder. Dadurch beginnt während seiner Herrschaft die Arabisierung Marokkos, und Fès wird überwiegend arabischsprachig. Zugleich fördert Idris II. die Einwanderung arabischer Gruppen nach Nordmarokko.
- Fortsetzung 824
- 824: Idris II.: In den Jahren 824 bis 826 erreicht eine weitere Gruppe arabischer Flüchtlinge aus Ifriqiya Fès. Auch diese Ansiedlung verstärkt die arabische Prägung der Stadt. Idris II. wird in dieser Zeit von einer arabischen Leibwache geschützt und hat einen arabischen Minister namens Umair bin Mus'ab.
- 828: Idris II.: Im Jahr 828 stirbt Idris II. in Fès beziehungsweise in Walila. Nach seinem Tod wird das Idrisidenreich in neun Fürstentümer geteilt, die von seinen Söhnen regiert werden; der älteste Sohn Muhammad ibn Idris herrscht von Fès aus als Emir. Sein Grab befindet sich in der Zawiyya Mulai Idris II in Fès; es wird 1437 unter Abdalhaqq II. wiederentdeckt und entwickelt sich im 15. Jahrhundert zu einem bedeutenden Wallfahrtsort. Emir Muhammad ibn Idris (828 – 836)
- Zuletzt 803
Aghlabiden
- 817: Als 'Abdallah I. stirbt, gilt dies weithin als göttliche Strafe. Ihm folgt sein Bruder Ziyadat Allah I. nach. Emir Ziyadat Allah I. (817–838)
- Liste der Emire (für deutsche Namen)
- zuletzt 812
Emirat von Córdoba
- Emir al-Hakam I. (796–822)
Im Jahr 814 übernehmen andere Gruppen zeitweise in Alexandria die Macht. Der Text nennt dies als Teil der Folge von Vertreibungen und Wanderungen nach den Unruhen in al-Andalus. - Fortsetzung 818
- 818: al-Hakam: Im Jahr 818 unterdrückt al-Hakam I. einen Aufstand in der Vorstadt rabaḍ von Córdoba gegen Steuererhöhungen blutig. Der Text beschreibt, dass viele Gegner der Umayyaden danach nach Marokko zu den Idrisiden fliehen, die die Andalusier in Fès ansiedeln. Im englischen Text wird der Aufstand als von Klerikern im Vorort al-Ribad am südlichen Ufer des Guadalquivir angeführt dargestellt; etwa 300 Notable werden gefangen genommen und gekreuzigt, während der Rest der Bewohner ins Exil geht.
- Fortsetzung 82
- 822: al-Hakam: Am 21. Mai 822 stirbt al-Hakam I.. Nach seinem Tod übernimmt sein Sohn Abd ar-Rahman II. die Regierung des Emirats. Der Text nennt zudem, dass al-Hakam I. bis 822 regiert und 26 Jahre an der Macht war. Emir Abd ar-Rahman II. (822–852)
- zuletzt 814
CHASAREN
- 840: uvan Dyggvi stirbt. Kagan Tarkha (840-850)
- Fortsetzung 850
- Zuletzt 809
UIGURISCHES KAGANAT
- 821: Baoyi Qaghans Wunsch wird erfüllt, als er Ulu Tarkhan zu Kaiser Muzong entsendet. Dieser verheiratet seine Schwester, Prinzessin Yong’an im Jahr 821 mit Baoyi. Nach der Heirat stirbt Baoyi Qaghan. Ihm folgt sein Sohn Chongde Qaghan nach. Kagan Chongde (821–824)
- Fortsetzung 824
- zuletzt 813
INDIEN
Pratihara
- König Nagabhata II. (800–833)
Die Regierungszeit von Govinda III. endet (793–814), der zuvor Nagabhata besiegt hat. - Fortsetzung 825
- 825: Der Historiker Shyam Manohar Mishra datiert den Tod Nagabhatas II auf etwa dieses Jahr.
- Fortsetzung 832
- 832: Nach jainistischen Berichten stirbt Āma, mit dem Nagabhata II von einigen früheren Historikern identifiziert wird.
- 833: Nagabhata II stirbt, seine Herrschaft endet, und er wird von Ramabhadra abgelöst. König Ramabhadra (833-836)
- zuletzt 814
Malla
- 994: König Jagat Malla (994–1007)
- Fortsetzung 1007
- zuletzt 757
Chauhan-Dynastie
- 836: Um 836 endet die Regierungszeit Govinda-rajas, der bis zu diesem Zeitpunkt als König der Shakambhari-Chahamana über Teile des heutigen Rajasthan unter der Oberhoheit Nagabhatas II. geherrscht hat. Nach seinem Tod oder seinem Ausscheiden aus der Herrschaft folgt ihm sein Sohn Chandraraja II nach, der die Nachfolge innerhalb der Chahamana-Dynastie fortführt und damit die königliche Linie weiterführt. König Chandraraja II. (836–863)
- Fortsetzung 836
- zuletzt 809
Östliche Chalukya
- 848: König Vijayaditya III. (848–892)
- Fortsetzung 848
- Zuletzt 808
Rashtrakuta
- König Govinda III. (793–814)
Govinda stirbt. Auf ihn folgt sein Sohn Amoghavarsha I. - König Amoghavarsha (814-878)
Amoghavarsha Nrupatunga beginnt als König der Rashtrakutas zu herrschen, und er ist von diesem Zeitpunkt an bis zu seinem Tod im Jahr 878 als Herrscher des Reiches eingesetzt, sodass seine Regierungszeit eine der am genauesten datierten und längsten monarchischen Regierungszeiten darstellt. (Anmerkung Rk: in den englischen Wikipedia-Artikeln werden die indischen Herrscher sehr häufig als Kaiser benannt, während die deutschen Artikel sie als Könige bezeichnen). Während seiner Regierungszeit schafft es Amoghavarsha I., zahlreiche Gelehrte der Kannada- und Sanskrit-Literatur an seinem Hof zu versammeln, darunter den Jain-Mathematiker Mahaviracharya, der das Werk „Ganita-sara-samgraha“ verfasst, Shakatayan und Srivijaya als Jain-Kannada-Sprachtheoretiker sowie die Jain-Mönche Acharya Jinasena, Acharya Virasena und Acharya Gunabhadra, und er verfasst oder ko-verfasst als dichterisch und wissenschaftlich gebildeter Herrscher das Werk „Kavirajamarga“, das früheste erhaltene literarische Werk in Kannada, sowie die religiöse Sanskritschrift „Prashnottara Ratnamalika“, er führt Ehrennamen wie Nrupathunga, Atishadhavala, Veeranarayana, Rattamarthanda und Srivallabha, und laut dem arabischen Reisenden Sulaiman al-Tajir gilt sein Reich als eines von vier grossen Weltreichen jener Zeit, während die Einleitung des „Ganita-sara-samgraha“ ihn als Herrscher schildert, unter dem das Volk glücklich ist und das Land reiche Ernten hervorbringt, und ihm den Wunsch zuschreibt, dass sein Reich weit und breit wachse. - Fortsetzung 815
- 815: Im Jahr 815 besteigt Amoghavarsha I. im Alter von 14 Jahren nach dem Tod seines Vaters Govinda III. den Thron, wie aus den Sirur-Tafeln hervorgeht, und von diesem Zeitpunkt an bezeichnen alle seine Inschriften ihn als Amoghavarsha I.; im selben Zeitraum führt eine von einigen Verwandten und Lehnsfürsten des Reiches angeführte Revolte dazu, dass er vorübergehend vom Thron verdrängt wird, bis er sich mit Hilfe seines Vetters Karka, auch Patamalla genannt, bis 821 wieder als Kaiser durchsetzt, wobei der erste Aufstand vom westlichen Ganga-Lehnsfürsten unter König Shivamara II. ausgeht.
- Fortsetzung 816
- 816: Im Jahr 816 kommt es in der Folge der Auseinandersetzungen mit den Westlichen Gangas dazu, dass Shivamara II. in einer der Schlachten getötet wird, während Amoghavarshas Befehlshaber und Vertrauter Bankesha in Rajaramadu von dem nächsten Ganga-König Rachamalla geschlagen wird, was Amoghavarsha I. angesichts der Zähigkeit der Westlichen Gangas zu einer versöhnlichen Politik zwingt.
- 818: In den Jahren 818 bis 820 ereignen sich weitere Aufstände im Reich, die sich gegen die Herrschaft Amoghavarshas I. richten, doch er setzt sich schliesslich gegen alle Widerstände durch und stabilisiert bis 821 das Reich, um seine Herrschaft fortzusetzen.
- 821: Im Jahr 821 hat Amoghavarsha I. nach den vorausgegangenen Revolten und Kämpfen seine Stellung als Kaiser wieder vollständig gefestigt und das Reich soweit stabilisiert, dass er über eine konsolidierte Herrschaft verfügt, wobei diese Entwicklung aus den Surat-Berichten und den Baroda-Tafeln von 835 ersichtlich ist.
- 835: Im Jahr 835 liegen die Baroda-Tafeln vor, die zusammen mit den Surat-Aufzeichnungen Auskunft darüber geben, wie Amoghavarsha I. nach den Revolten durch die Unterstützung seines Vetters Karka, auch Patamalla genannt, seine Stellung bis 821 wiederherstellt und erneut als Kaiser der Rashtrakutas herrscht.
- 846: Im Jahr 846 tötet Amoghavarsha I. den östlichen Chalukya-Herrscher Vishnuvardhana V., nachdem dieser den nördlichen Kalachuri-Lehnsfürsten der Rashtrakutas in Tripuri in Zentralindien angegriffen und Elichpur bei Nasik erobert hat, und Amoghavarsha pflegt danach ein freundschaftliches Verhältnis zum nächsten östlichen Chalukya-Herrscher Gunaga Vijayaditya III., während er seine Beziehungen im Süden durch militärische und diplomatische Massnahmen stabil hält.
- 870: Im Jahr 870 unterdrückt Amoghavarsha I. den aufrührerischen Alupa-Herrscher von Süd-Canara unter dem Prinzen Vimaladitya und sichert damit seine Oberhoheit in dieser Region, während er zugleich weiterhin freundschaftliche Beziehungen zu den Pallavas pflegt, die mit ihm über Heiratsverbindungen verbunden sind und sich vor allem mit der Abwehr der Pandyas befassen.
- 871: Im Jahr 871 liegen die Sanjan-Tafeln vor, die zusammen mit der Manne-Inschrift von 803 wichtige biographische Informationen über Amoghavarsha I. liefern, darunter die Angabe über seine Geburt im Jahr 800 in Sribhavan am Narmada-Ufer während der Rückkehr Govindas III. von dessen Feldzügen in Nordindien.
- 876: Im Jahr 876 existiert eine altkannadische Inschrift des Rashtrakuta-Kaisers Amoghavarsha I. im Veerabhadra-Tempel in Kumsi, die ihn als Herrscher dokumentiert und in der seine Titulaturen und sein kaiserlicher Status im Rashtrakuta-Reich sichtbar werden.
- 877: Im Jahr 877 dauert die Regierungszeit Amoghavarshas I. noch an, wobei überliefert ist, dass seine Herrschaft bis zu diesem Jahr reicht und er danach freiwillig von seinem kaiserlichen Thron zurücktritt, während eine Angabe auch festhält, dass er von 815 bis 877 als Kaiser herrscht und somit eine 64-jährige Herrschaft ausübt.
- 878: Im Jahr 878 stirbt Amoghavarsha I., der auch als Amoghavarsha Nrupatunga bekannt ist, im Alter von etwa 77 bis 78 Jahren möglicherweise in Manyakheta im Rashtrakuta-Reich, wobei seine Gesamtlebensspanne von etwa 800 bis 878 reicht und seine Herrschaft von 814 bis zu seinem Tod dauert; seine Regierungszeit umfasst 64 Jahre und gehört zu den am genauesten datierten längsten monarchischen Regierungszeiten, und es wird berichtet, dass er die Hauptstadt des Rashtrakuta-Reiches von Mayurkhandi im heutigen Distrikt Bidar nach Manyakheta im heutigen Distrikt Kalaburagi im heutigen Bundesstaat Karnataka verlegt und dort eine kaiserliche Hauptstadt errichtet, die der Stadt des Gottes Indra entsprechen soll, mit aufwendig gestalteten Gebäuden für das Herrscherhaus aus bester handwerklicher Arbeit. König Krishna II. (878–914)
- zuletzt 814
Westliche Ganga-Dynastie
- 816: Im Jahr 816 stirbt Shivamara II. im Kampf gegen die Rashtrakuta. Damit endet seine Herrschaft über die Westliche-Ganga-Dynastie. Über seine Nachfolger sind keine Wikipediaartikel vorhanden, erst im Jahr 938 folgt ein König, über den Informationen vorhanden sind.
- Fortsetzung 938
- 938: König Butuga II. (938-961)
- zuletzt 788
Pallava
- 818: Zwischen dem 21. und dem 49. Regierungsjahr Dantivarmans liegen keine Inschriften vor; dies entspricht ungefähr den Jahren 818 bis 845 n. Chr. Während dieses Zeitraums ist Dantivarman aus seinem Herrschaftsgebiet vertrieben, flieht und sucht Zuflucht im Kadamba-Reich, mit dem er durch Heirat verwandt ist.
- Fortsetzung 845
- 845: Im 49. Regierungsjahr Dantivarmans endet das durch die Telugu-Chola verursachte Interregnum. Dantivarman wird dabei von seinem Kronprinzen Nandivarman III. unterstützt, der durch die Kadamba-Prinzessin Aggalanimmadi geboren ist, und er gewinnt sein verlorenes Gebiet zurück. Die südlichen Regionen des Pallava-Reiches bleiben jedoch weiterhin unter pandyanischer Kontrolle.
- 846: Dantivarman herrscht insgesamt 51 Jahre lang über das Pallava-Reich und regiert bis 846 n. Chr.. König Nandivarman III. (846–869)
- Fortsetzung 796
- Zuletzt 803
Anuradhapura
- 816: König Aggabodhi VIII. (816–827)
- Fortsetzung 827
- Zuletzt 812
TIBET
- 815: Sadnalegs stirbt wahrscheinlich 815; er hat fünf Söhne, von denen der erste Mönch wird und die letzten beiden in der Kindheit sterben, während Langdarma übergangen wird und die königliche Macht an Ralpacan übergeht.
- Fortsetzung 815
- Zuletzt 805
KHMER
- 850: Jayavarman stirbt im Jahr 850 und erhält den posthumen Namen Parameshwara; nach ihm besteigt sein Sohn Jayavarman III den Thron. [https://de.wikipedia.org/wiki/Jayavarman_III. König Jayavarman III. (um 850-877)
- Fortsetzung 850
Chenla
- Zuletzt 716
CHAMPA
- Zuletzt 686
CHINA
(58. (59.) Zyklus - Jahr des Holz-Pferdes; am Beginn des Jahres Wasser-Schlange)
Tang-Dynastie
- Kaiser Tang Xianzong (805–820)
- Wu Shaoyang stirbt, und sein Sohn Wu Yuanji wird nicht anerkannt, woraufhin dieser militärisch gegen Nachbarregionen vorgeht. Kaiser Xianzong startet eine Kampagne gegen ihn. Li Shidao unterstützt Wu indirekt und lässt Attentate durchführen. Im Sommer wird der Kanzler Wu Yuanheng ermordet und Pei Du verletzt. Daraufhin beginnt auch ein Feldzug gegen Wang Chengzong.
- Erdbeben im Gebiet von Xichang in Sichuan Am 6. April ereignet sich im Gebiet von Xichang in der chinesischen Provinz Sichuan ein Erdbeben, das im Jiu Tangshu in Kapitel 37 und im Xin Tangshu in Kapitel 35 mit über 100 Toten beschrieben wird, dessen verursachte Schäden erkennen lassen, dass das Beben im Epizentrum die Stärke IX auf der Mercalli-Skala erreicht und auf dieser Grundlage berechnete Werte eine Magnitude von 7 ergeben, wobei das Epizentrum in der Gegend der Koordinaten 27° 54′ 0″ nördlicher Breite und 102° 12′ 0″ östlicher Länge liegt.
- Fortsetzung 817
- 817: Kaiser Xianzong beendet den Feldzug gegen Chengde, um sich auf Zhangyi zu konzentrieren. Li Su erobert überraschend die Hauptstadt von Zhangyi und nimmt Wu Yuanji gefangen, der anschließend hingerichtet wird.
- Fortsetzung 818
- 818: Wang Chengzong bietet Teile seines Gebiets an und unterwirft sich, was der Kaiser akzeptiert. Li Shidao verspricht ebenfalls Gebietsabtretungen, hält dies jedoch nicht ein, woraufhin ein Feldzug gegen ihn beginnt.
- 819: Kaiser Xianzong zeigt zunehmend luxuriöses Verhalten und bevorzugt bestimmte Beamte, während andere entlassen werden. Im Frühjahr lässt er eine angebliche Reliquie Buddhas feierlich in den Palast bringen; Han Yu kritisiert dies und wird verbannt. Ebenfalls im Frühjahr wird Li Shidao durch seinen eigenen Offizier Liu Wu gestürzt und getötet. Das Gebiet wird neu aufgeteilt und unter kaiserliche Kontrolle gebracht.
- 820: Kaiser Xianzong stirbt im Frühjahr plötzlich, vermutlich infolge von Alchemie-Medikamenten oder durch Ermordung durch den Eunuchen Chen Hongzhi. Nach Machtkämpfen unter den Eunuchen wird Li Heng als Kaiser Muzong eingesetzt.
- 821: Kaiser Tang Muzong (821–824)
- Zuletzt 814
KOREA
Silla
- 822: Während Heondeoks späterer Herrschaft kommt es zum Aufstand von Kim Hŏnch'ang.
- Fortsetzung 823
- 823: Im folgenden Jahr kommt es zum Aufstand des Sohnes von Kim Hŏnch'ang. Beide Aufstände werden niedergeschlagen.
- 824: Beunruhigt durch Bedrohungen aus dem Norden lässt der König eine 300 Ri lange Mauer nahe dem Taedong-Fluss errichten, der zu dieser Zeit die nördliche Grenze des Landes bildet.
- 826: König Heungdeok (826-836)
- Zuletzt 810
Balhae
- 817: Hui stirbt 817. König Kan (817–818)
- Fortsetzung 818
- Liste der Könige von Balhae
- zuletzt 812
JAPAN
- Tennõ Saga (809–823)
Im Mai beginnt Saga, um finanzielle Belastungen zu vermeiden, mit der „dynastischen Ausdünnung“, indem er vielen seiner Kinder den Familiennamen „Minamoto“ verleiht, beginnend mit seinem siebten Sohn Minamoto no Makoto, und sie in den Stand von Gemeinen versetzt. Einer dieser herabgesetzten Prinzen ist Minamoto no Tōru, der als Inspiration für die Hauptfigur des Romans „Die Geschichte vom Prinzen Genji“ gilt. - Shinsen Shōjiroku
814/815: Das japanische Shinsen Shōjiroku, ein in 30 Teilen gegliedertes japanisches genealogisches Werk, wird auf Anordnung des Tennō Saga kompiliert. - Fortsetzung 816
- 816: Im April des sechsten Jahres der Kōnin‑Ära 815 besucht er auf einer kaiserlichen Reise den Landkreis Shiga in der Provinz Ōmi, hält seine Sänfte am Tempel Bonshaku‑ji an und trinkt dort Tee, den der aus der Tang‑Dynastie zurückgekehrte Mönch Eichū zubereitet. Im Jahr 815 setzt er seine Halbschwester Prinzessin Takatsu ab, die seine Gemahlin ist, und ernennt im selben Monat Tachibana no Kachiko zur Kaiserin.
- Fortsetzung 818
- 818: 818 wird der Kōnin‑Kodex erlassen. Um diese Zeit befindet sich die landwirtschaftliche Produktion in einer schweren Krise, die Finanzlage ist ernst, und als Gegenmaßnahme wird das Gesetz über das dauerhafte Privateigentum an Neuland geändert, um Beschränkungen für Großgrundbesitz zu lockern, die Erschließung von Ödland zu fördern und staatliche sowie kaiserlich bestimmte Felder einzurichten. Ebenfalls 818 benennt er die zwölf Tore von Heian‑kyō in Tang‑stilisierte Namen um und übernimmt Hofzeremonien nach Tang‑Vorbild.
- 823: 823 überträgt er den Tempel Tō‑ji an Kūkai. Im Jahr zuvor hat er Saichōs lang gehegten Wunsch nach der Einrichtung einer Ordinationsplattform anerkannt. Ebenfalls 823 dankt Saga zugunsten von Prinz Ōtomo (später Kaiser Junna) ab, wird zum abgedankten Kaiser und ernennt seinen Sohn Prinz Masayoshi (später Kaiser Ninmyō) zum Kronprinzen. Fujiwara no Fuyutsugu, ein enger Vertrauter Sagas, der finanzielle Sparsamkeit zur Erhaltung des Ritsuryō‑Systems befürwortet, widerspricht der Abdankung, da ein weiterer abgedankter Kaiser neben Kaiser Heizei in Zeiten wiederholter Missernten eine erhebliche finanzielle Belastung darstellt, doch Saga setzt die Abdankung fort, möglicherweise um die Gewohnheit zu durchbrechen, dass grundsätzlich der älteste Sohn des Kaisers den Thron erbt, und um einem weiteren Sohn Kaiser Kanmus den Thron zu überlassen, wobei seine vergleichsweise frühe Abdankung auch als Rücksichtnahme auf seinen gleichaltrigen Halbbruder Prinz Ōtomo gilt.
- 824: Heizei Am 5. August stirbt der ehemalige Tennõ Heizei im Alter von 51 Jahren, 14 Jahre nach seiner krankheitsbedingten Abdankung.
- 824: Saga Nach der Abdankung verändert sich die Rolle des abgedankten Kaisers Saga grundlegend. Unter dem Ritsuryō‑System besitzt der abgedankte Kaiser eigentlich politische Macht wie der amtierende Kaiser und steht in der Position eines Mitregenten, doch Saga lehnt den offiziellen Titel eines abgedankten Kaisers ab und weigert sich, weiter an der Staatspolitik teilzunehmen, wobei der einzige bekannte Eingriff Sagas in die nationale Politik nach seiner Abdankung in der Rückberufung der im Zusammenhang mit dem Kusuko‑Zwischenfall Verbannten im Jahr 824 besteht, im Monat nach dem Tod Kaiser Heizeis.
- 833: Saga 833 lässt der ehemalige Kaiser Saga einen neuen Palast in Saga‑in, dem späteren Daikaku‑ji, erbauen, einem außerhalb Kyōtos gelegenen Nebenpalast, der bereits während seiner Regierungszeit angelegt wird, und zieht gemeinsam mit der Kaiserinwitwe Kachiko dorthin. Der Garten des Palastes enthält den Ōsawa‑Teich, einen der ältesten erhaltenen Teiche eines japanischen Gartens aus der Heian‑Zeit, der nach dem chinesischen Dongting‑See gestaltet ist.
- 842: Saga Am 24. August 842 stirbt der ehemalige Kaiser Saga im Alter von 57 Jahren. Er hinterlässt ein Testament mit Zitaten aus chinesischen Klassikern, in dem er seinen Wunsch nach einem schlichten Begräbnis äußert, anders als frühere Kaiser und abgedankte Kaiser. Gemäß seinen wiederholten Bitten soll sein Grab in einem abgelegenen, kargen Gebiet nördlich der Berge liegen, ohne Siegel oder Erdaufschüttung, lediglich eingeebnet, mit einer Grube, die groß genug ist, um den Sarg aufzunehmen, ohne gepflanzte Bäume, der natürlichen Bewachsung überlassen und ohne längere Zeit dort abgehaltene Rituale. Dementsprechend wird die Bestattung am selben Tag seines Todes vollzogen, und seine sterblichen Überreste werden in einem abgelegenen Berggebiet nordwestlich von Daikaku‑ji beigesetzt, so dass das Grab nicht in den Engishiki verzeichnet ist und der genaue Ort ab der Kamakura‑Zeit unbekannt ist.
- Zuletzt 814
KALINGGA
- Zuletzt 725
QUELLEN
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23.07.2023 Artikel eröffnet
27.08.2023 Grundstock erstellt