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LEXIKON

Sophistes (Platon)

  • Der Sophistes (altgriechisch Σοφιστής Sophistḗs, latinisiert Sophista, deutsch auch Der Sophist) ist ein in Dialogform verfasstes Spätwerk des griechischen Philosophen Platon. Darin wird ein fiktives, literarisch gestaltetes Gespräch wörtlich wiedergegeben. Die Hauptgesprächspartner sind ein nicht namentlich genannter „Fremder“ aus Elea und der junge Mathematiker Theaitetos. Nebenrollen spielen Platons Lehrer Sokrates und der Mathematiker Theodoros von Kyrene. Die beiden Diskutanten stellen sich die Aufgabe, den Begriff „Sophist“ zu bestimmen. Der Sophist, ein Lehrer der Überzeugungskunst, soll genau charakterisiert werden, damit dieser Beruf seinem Wesen nach erfasst und von allen anderen Tätigkeiten abgegrenzt werden kann. Zunächst wird anhand eines einfacheren Beispiels, des Anglers, die Technik der Begriffsbestimmung eingeübt. Der an Sachkenntnis weit überlegene Fremde lenkt das Gespräch. Beim Definieren kommt die Methode der Dihairesis zur Anwendung: Ein allgemeiner Begriff wird so lange in Unterbegriffe unterteilt, bis die genaue Definition des untersuchten Begriffs gefunden ist. Auf diesem Weg erarbeiten die Gesprächspartner schließlich die Definition des Sophisten. (Artikel des Tages)
  • Der Titel Sophistes ist etwas irreführend, denn der Text handelt nur vordergründig von dieser Denkschule der nützlichen Beredsamkeit, deren Blüte zur Entstehungszeit des Dialogs schon vorbei war. Auch hatte sich Platon schon in früheren Dialogen am Thema der Sophistik abgearbeitet. Die Suche nach dem Wesen der Sophistik ist im Sophistes eine Art Generalprobe für Platons System einer dialektischen Philosophie. Dieses zeichnet sich als Gegenbild der Sophistik ab, gewissermaßen als seriöser Zwilling dieser Schule, die den Unterschied zwischen wahrem und scheinbarem Wissen zugunsten des Effekts unterschlug. Eine dialektische Philosophie, so hoffte Platon, würde die Strukturen der Sprache mit denen der Wirklichkeit synchronisieren und somit das wahre Sprechen über reale Sachverhalte ermöglichen. Auf der Suche nach der Beziehung von Denk- und Dingwelt hat Platon tief gegraben, bis hinunter zu vermeintlich universalen metaphysischen Prinzipien, die wir heute als Katzengold erkennen. Auf dem gewaltigen Aushub dieser Grabungsarbeiten jedoch baut die gesamte abendländische Philosophie. (getAbstract)

QUELLEN

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17.03.2016 Artikel eröffnet