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LEXIKON

De rerum natura (Lukrez)

  • Evolutionstheorie, Atomphysik, Genetik, Astrophysik – erstaunlich viele Themen, die in der westlichen Naturwissenschaft in den letzten 200 Jahren aufkamen, wurden schon vor 2000 Jahren von Lukrez angesprochen. Unweigerlich drängt sich bei der Lektüre von De rerum natura die Frage auf, wie weit die Naturwissenschaft heute wohl sein könnte, wenn nicht 1500 Jahre lang der Fortschritt vor allem durch die katholische Kirche eingeschränkt worden wäre. Erstaunlich modern ist auch die Methode, die in dem Werk vorgestellt wird: Ausgehend von genauer Naturbeobachtung werden Hypothesen aufgestellt und anhand der vorhandenen Daten geprüft und angepasst. Es ist nur schwer vorstellbar, dass noch viele Hundert Jahre nach Lukrez in der Scholastik Thesen nur aufgrund ihrer Übereinstimmung mit den Werken von Aristoteles für richtig oder falsch erklärt wurden. Auch wenn die Form des Lehrgedichts heute auf den einen oder anderen Leser abschreckend wirken mag – der Aufwand lohnt sich. Lukrez’ Darstellung der Atomlehre begeistert mit erstaunlichen Schlussfolgerungen, einleuchtenden Lebensweisheiten und mitreißender Sprache. (getAbstract)

QUELLEN

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17.09.2015 Artikel erstellt