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== | ==KORREKTURLAUF== | ||
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==WELTALL== | |||
*beim nächsten Eintrag: [[484#WELTALL | Fortsetzung 484]] | |||
==MAYA== | |||
'''Palenque''' | |||
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Casper_II. Ajaw Casper II. (435–487)] <br /> | |||
*'''435:''' Casper II. besteigt am 9. August 435 im Alter von 13 Jahren den Thron der Stadt Palenque. Dieses Datum entspricht in der Langen Zählung 8.19.19.11.17 und in der Kalenderrunde 2 Kaban 10 Xul. Seine Regierungszeit beginnt damit unmittelbar nach dem Tod seines Vorgängers K’uk’ Bahlam I., der als erster historisch nachweisbarer Herrscher und Dynastiegründer von Palenque gilt. [https://de.wikipedia.org/wiki/K%E2%80%99uk%E2%80%99_Bahlam_I. Ajaw K’uk’ Bahlam I. (431–435)] | |||
*[[487#MAYA | Fortsetzung 487]] | |||
*'''422:''' [http://de.wikipedia.org/wiki/Casper_II. Casper] Casper wird am 8. August 422 in der Maya-Stadt Palenque geboren. Sein Geburtsdatum entspricht in der Langen Zählung dem Datum 8.19.6.8.8 und in der Kalenderrunde 11 Lamat 6 Xul. | |||
'''Tikal''' | |||
*[https://en.wikipedia.org/wiki/K%CA%BCan_Chitam Ajaw Kʼan Chitam (458-486)] <br /> | |||
*'''458:''' Am 8. August 458 besteigt K’an Chitam den Thron von Tikal und regiert von diesem Tag an als Ajaw, sein Vorgänger ist Sihyaj Chan K’awiil II und er folgt als König dieser Maya-Stadt in der Herrscherfolge. Während seiner Lebenszeit ist K’an Chitam auch unter den Namen Kan Boar und K’an Ak bekannt, er heiratet Lady Tzutz Nik aus Naranjo, die Tochter von Tzik’in Bahlam, dem Herrscher von Naranjo, und mit seinem Namen sind die Monumente Stelen 2?, 9, 13 und 40 verbunden. | |||
*[[486#MAYA | Fortsetzung 486]] | |||
*'''456:''' [https://en.wikipedia.org/wiki/Sihyaj_Chan_K%CA%BCawiil_II Ajaw Sihyaj Chan Kʼawiil II. (411-456)] | |||
*'''415:''' [https://en.wikipedia.org/wiki/K%CA%BCan_Chitam Kʼan Chitam (458-486)] K’an Chitam wird am 26. November in Tikal geboren und ist als Sohn von Sihyaj Chan K’awiil II und Lady Ahiin Teil der herrschenden Familie von Tikal. | |||
'''Copan''' | |||
*[https://en.wikipedia.org/wiki/Ku_Ix Ajaw Ku Ix (465-476)] <br /> | |||
*'''465:''' Ku Ix ist der vierte dynastische Herrscher von Copán. Er lässt in der Stadt über der als Papagei bezeichneten Motmot-Phase eine neue Bauphase des Tempels 26 errichten [https://en.wikipedia.org/wiki/Ruler_3_(Cop%C3%A1n) Ajaw Ruler 3 (455-465)] | |||
*[[476#MAYA | Fortsetzung 476]] | |||
==PIKTEN== | |||
*[https://en.wikipedia.org/wiki/Nechtan_Morbet König Nechtan Morbet (456–480)] | |||
*'''456:''' Nechtan, der Sohn von Erip, ist König der Pikten und regiert von 456 bis 480. Er trägt in den Königslisten die Beinamen Morbet und Celchamoth sowie im Lateinischen Magnus, also „der Große“. Ihm wird eine Regierungszeit von vierundzwanzig Jahren zugeschrieben. [https://fr.wikipedia.org/wiki/Talorg_Ier König Talorc I. (452–456)] In der englischen Wikipedia ist kein Artikel über Talorc I. vorhanden; die französische Wikipedia setzt seine Regierungszeit auf 456-460 an. | |||
*[[480#PIKTEN | Fortsetzung 480]] | |||
==KELTEN== | |||
'''Ulster''' | |||
*[https://en.wikipedia.org/wiki/Muiredach_Muinderg König Muiredach Muinderg (465–489)] <br /> | |||
*'''465:''' Muiredach Muinderg ist ein König der Ulster aus der Sippe der Dál Fiatach, dem das Buch von Leinster eine Regierungszeit von 24 Jahren zuweist was zu einem möglichen Herrschaftsbeginn im Jahr 465 führt. | |||
*[[489#KELTEN | Fortsetzung 489]] | |||
*[https://en.wikipedia.org/wiki/List_of_kings_of_Ulster Liste der Könige] | |||
'''Connacht''' | |||
*[https://en.wikipedia.org/wiki/Ailill_Molt König Ailill Molt (445–482)] <br /> | |||
*'''463:''' Ailill wird um 463 Hochkönig von Irland, als er der Überlieferung nach der Hochkönig wird, nachdem Lóegaire mac Néill einen übernatürlichen Tod erleidet, diese Angabe wird mit „supposedly c. 463“ datiert. | |||
*[[482#KELTEN | Fortsetzung 482]] | |||
*'''445:''' Ailill ist der Sohn von Nath Í und Ethne ingen Chonrach Cais, sein Großvater väterlicherseits Fiachrae gilt als Bruder von Niall der Neun Geiseln, Ailill gehört damit zu den Connachta, einer Sippe, die durch die angenommene Abstammung von Conn der Hundert Schlachten verbunden ist, zu dieser gehören die Uí Néill, die Uí Briúin und, nach Ailills Großvater benannt, die Uí Fiachrach, obwohl Ailills Nachkommen nicht als Hochkönige von Irland gezählt werden, werden sein Enkel Eógan Bél und sein Urenkel Ailill Inbanda als Könige von Connacht geführt, Ailills Sohn Mac Ercae kann eine wichtige historische Figur sein, doch vermischt die Überlieferung Mac Ercae mac Ailello Muilt mit dem Uí‑Néill‑König Muirchertach mac Muiredaig, genannt Muirchertach Mac Ercae, und verwirrt damit die Ereignisse über jede Wiederherstellbarkeit hinaus. Die breite Übereinstimmung allgemein pro‑Uí‑Néill‑orientierter Quellen, dass Ailill Hochkönig ist, wird als Beweis dafür angeboten, dass dies der Fall ist, obwohl die Chronologie der Hochkönige des 5. Jahrhunderts Gegenstand von Manipulationen ist, gilt es als unwahrscheinlich, dass spätere Historiker und Genealogen einen nicht zu den Uí Néill gehörenden König hinzugefügt hätten, wenn der Glaube, dass Ailill König ist, nicht weit verbreitet wäre, die irischen Annalen enthalten viele Hinweise auf ihn, doch werden die meisten als späte Zusätze betrachtet oder stammen aus dem verlorenen „Buch von Cuanu“, aus dem Auszüge in den Annalen von Ulster erhalten sind, die Königlisten geben an, dass Lugaid mac Lóegairi ihm folgt, Thomas Charles‑Edwards stellt der Auffassung, Ailill sei von früh an als Hochkönig aufgenommen, entgegen, dass die Aufnahme von Nath Í und Ailill Molt ein Mittel ist, um im späten 7. oder 8. Jahrhundert die Verbindungen zwischen den Uí Néill und den anderen Zweigen der Connachta zu stärken, als die Königlisten und die mit dem heiligen Patrick verbundenen Annalen gesammelt und bearbeitet werden, dies geschieht ohne übermäßige Unterstützung möglicher zeitgenössischer Ansprüche anderer Connachta‑Sippen, der Uí Ailello und besonders der mächtigen Uí Briúin, auf die Hochkönigswürde. [https://en.wikipedia.org/wiki/Nath_%C3%8D_mac_Fiachrach König Nath Í mac Fiachrach (440–445)] | |||
*[https://en.wikipedia.org/wiki/List_of_kings_of_Connacht Könige von Connacht] | |||
'''Leinster''' | |||
*[https://en.wikipedia.org/wiki/Crimthann_mac_%C3%89nnai König Crimthann mac Énnai (446–483)] <br /> | |||
*'''458:''' Im Jahr 458 ist unklar, wann Crimthann den Thron erlangt hat, aber sowohl die Annalen von Ulster als auch das Chronicum Scotorum nennen ihn in der Annalenmeldung zur Schlacht von Áth Dara am Fluss Barrow in Mag Ailbe im Süden der Grafschaft Kildare als Anführer der Laigin‑Truppen. In dieser Schlacht besiegen die Laigin den Hochkönig Lóegaire mac Néill und nehmen ihn gefangen, lassen ihn jedoch wieder frei, nachdem er verspricht, den Viehtribut aus Leinster nicht mehr zu erheben. | |||
*[[482#KELTEN | Fortsetzung 482]] | |||
*'''446:''' Crimthann mac Énnai ist König von Leinster aus dem Uí‑Cheinnselaig‑Sept der Laigin und Sohn von Énnae Cennsalach, dem Ahnherrn dieser Dynastie. Crimthann wurde von Sankt Patrick in Ráith Bilech, dem Rathvilly‑Motte in der Grafschaft Carlow, getauft. Er hat mindestens einen Sohn, Nath Í mac Crimthainn, einen König der Uí Cheinnselaig, dessen Söhne Éogan Cáech, ein König der Uí Cheinnselaig und Gründer der Síl‑Fáelchán‑, Síl‑Máeluidir‑, Síl‑nÉladaig‑ und Síl‑Mella‑Septs, sowie Cormacc, Gründer des Síl‑Chormaic‑Septs, und Ailill, Großvater des Hochkönigs von Irland Áed mac Ainmuirech, sind. In den Kinsella‑, Chennselaigh‑ und anderen Genealogien ist die erste Frau von Crimthann mac Énnai und Mutter von Nath Í Mel, die auch in „Die Vertreibung der Déisi“ erwähnt wird. Crimthann heiratet nach dieser Darstellung zwei Schwestern von Mel der Reihe nach, wobei die zweite Schwester die Mutter von Ingren ist, die wiederum Mutter seines ihn ermordenden Enkels Eochaid Guinech von den Uí Bairrche ist, und eine weitere Schwester die Mutter von Eithne Uatahach ist, die nur diese eine Tochter von ihm bekommt. Aus „Die Vertreibung der Déisi“ geht hervor, dass die drei Töchter von Ernbrand, Mell, Belc und Cinniu, nacheinander alle drei mit Crimthann verheiratet sind, wobei aus Mell die Síl‑Mella‑Gruppe und aus Belc die Uí‑Beilce hervorgehen und Cinniu nur Eithne für ihn zur Welt bringt, und die Sil‑Mella‑ und Uí‑Meala‑Septs sich auf Nachkommen von Mell beziehen. | |||
*Crimthann ist der erste König mit genauen Daten | |||
==ANGELSACHSEN== | ==ANGELSACHSEN== | ||
''' | '''Kent''' | ||
*[ | *[https://de.wikipedia.org/wiki/Hengest König Hengest (455–488)] <br /> | ||
*'''473:''' Im Jahr 473 kämpfen Hengest und Oeric wieder gegen die Walas und erlangen dabei „unermessliche Beute“. Die Gegner fliehen „von den Angeln, wie vom Feuer“. In der anderen Darstellung heißt es, dass Hengest und Esk mit den „Walisern“ kämpfen, unermessliche Beute nehmen und die Gegner davonlaufen. | |||
*[[488#ANGELSACHSEN | Fortsetzung 488]] | |||
*'''465:''' Im Jahr 465 sind Hengest und Oeric erneut gegen die Walas, also die Welschen bzw. Kelten, siegreich. In der anderen Fassung werden die Waliser am Wippedsfleot, dem „Rinn des Wipped“, geschlagen; dabei fallen 12 Eldormen und der Tēn Wipped. | |||
*'''457:''' Im Jahr 457 siegen Hengest und Oeric in der blutigen Schlacht von Crecganford, also bei Crayford östlich von London, über die Briten. Nach dieser Niederlage fliehen die Briten aus Kent nach London. In der anderen Darstellung besiegen Hengest und Esk in diesem Jahr die Briten bei „Brod / Creacanford“ und töten dabei 4.000 Krieger, worauf die Briten gezwungen sind, Kent zu verlassen. | |||
*'''455:''' Im Jahr 455 zerwerfen sich Hengest und Horsa mit Vortigern. Es kommt zur Schlacht bei Agælesþrep, also bei Aylesford, in der Horsa fällt. Darauf macht Hengest sich und Oeric zu Königen von Kent. In der anderen Überlieferung wird ebenfalls berichtet, dass 455 bei der Schlacht an der genannten Stelle Horsa getötet wird und Hengest mit seinem Sohn Esk die Herrschaft übernimmt. | |||
*'''449:''' Im Jahr 449 kommen Hengenst und Horsa auf Einladung von Vortigern nach Britannien. Sie werden als Söldner geholt, um mit ihren Männern gegen die aus dem Norden eindringenden Pikten zu kämpfen. Oeric begleitet seinen Vater Hengest und seinen Onkel Horsa, tritt aber zu dieser Zeit noch nicht weiter in Erscheinung. Als Sold erhalten Hengest und seine sächsischen Gefolgsleute Land bei Ypwinesfleot im Südosten des Landes, das spätere Königreich Kent. | |||
==WESTGERMANEN== | ==WESTGERMANEN== | ||
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'''Westgoten''' | '''Westgoten''' | ||
*[ | *[https://de.wikipedia.org/wiki/Eurich König Eurich (466-484)] <br /> | ||
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Aprunculus Bischof Aprunculus (Langres, 456–484)] <br /> | |||
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Sidonius_Apollinaris Bischof Sidonius Apollinaris (Clermont-Ferrand, um 470–486)] <br />Eurich belagert mit den Westgoten weiterhin die Stadt Clermont, Sidonius zeichnet sich bei mehreren Belagerungen aus, er ermutigt die Bewohner mit seinen rhetorischen Fähigkeiten, der hartnäckige Widerstand der Region gegen germanische Krieger bleibt im zerfallenden weströmischen Reich eine Ausnahme, der Friedensschluss des römischen Kaisers Julius Nepos mit Eurich bringt 474 Eurich die Anerkennung seiner Souveränität und die Abtretung der Auvergne durch Rom, Sidonius lehnt sich bis zuletzt gegen diese Abtretung auf und wird von Eurich in die Festung Livia bei Carcassonne verbannt. | |||
*[[475#WESTGERMANEN | Fortsetzung 475]] | |||
*'''473:''' Eurich: 473 scheitert Eurichs Versuch, seine Macht auch auf Italien auszuweiten, am Widerstand des Kaisers Glycerius, zugleich festigt er seine Stellung in Hispanien und im westgotischen Reich, in dem er als einziger westgotischer König auch im Seekrieg Erfolge vorweisen kann und das er mit Härte nach innen befriedet, wobei er wiederholt gegen katholische Bischöfe aus der gallo-römischen Aristokratie vorgeht, die in ihm vor allem einen arianischen Barbaren und Vertragsbrecher sehen. | |||
*[[474#WESTGERMANEN | Fortsetzung 474]] | |||
*'''472:''' Eurich: 472 beginnt Eurich nach Erreichung der faktischen Unabhängigkeit einen neuen Krieg gegen die Römer und fällt erneut in Hispanien ein, wo er in den Jahren 472 bis 473 große Siege erringt und den größten Teil Hispaniens erobert; nur der Nordosten mit der Stadt Barcelona als Zentrum verbleibt in römischer Hand, während Pamplona und Zaragoza sowie die Mittelmeerküste um Tarragona westgotisch werden und Ravenna auch hier nicht mehr wirksam eingreifen kann. | |||
*'''469:''' Eurich: 469 versucht Eurich, seine Herrschaft auf Nordgallien auszudehnen, scheitert aber an dem starken Widerstand der Gallorömer und Franken unter Childerich I., er erleidet wie zuvor Theoderich II. eine schwere Niederlage bei Orléans, zieht sich danach wieder nach Süden zurück, kann jedoch dank des Verrats des gallischen Prätorianerpräfekten Arvandus ein von dem britischen Anführer Riothamus herangeführtes Entsatzheer schlagen, das den Römern zu Hilfe eilt, und erringt einen weiteren Sieg in einer Schlacht bei Arles, der es ihm ermöglicht, das Gebiet von Berry zu erobern und sich in der Provence eine starke Position zu verschaffen, während ihm in der Auvergne, dem Zentrum Galliens, zunächst der erbitterte Widerstand des Heermeisters Ecdicius entgegentritt. | |||
*'''471:''' Eurich: 471 schlägt Eurich eine weitere kaiserliche Armee in Südgallien, was die Aufgabe dieses Raumes durch die weströmische Regierung beschleunigt. | |||
*'''468:''' Eurich: 468 nutzt Eurich die Krise nach dem Scheitern einer großen römischen Offensive gegen den Vandalenkönig Geiserich und nach der Niederlage der vereinigten römischen Flotte, bricht das alte foedus mit Westrom, erklärt sich in Gallien gegenüber der weströmischen Regierung zum unabhängigen Monarchen und erobert alle noch verbliebenen römischen Gebiete zwischen Loire und Pyrenäen; in seinem Auftrag erheben sich gotische Truppen in Spanien, und die Städte Mérida, Braga, Zaragoza, Pamplona und eine Stadt namens Cluna werden besetzt oder bewaffnet, was die römische Herrschaft in Spanien ernsthaft bedroht, während der Versuch des Kaisers Anthemius, eine anti-gotische Koalition zu bilden, scheitert und Eurich eine kaiserliche Armee in Südgallien schlägt, woraufhin dieses Gebiet bald von der in Ravenna residierenden weströmischen Regierung aufgegeben werden muss. | |||
*'''466:''' Eurich: Eurich kommt ungefähr 420 bis 430 zur Welt, als dritter Sohn des Westgotenkönigs Theoderich I., der 451 in der Schlacht auf den Katalaunischen Feldern gegen Hunnen und Ostgoten fällt; Eurich wächst wahrscheinlich in der westgotischen Hauptstadt Toulouse auf und dient wie sein Bruder Frederich im römischen Heer, über seine Jugend ist sonst nichts bekannt, seine Brüder Thorismund und Theoderich II. sind seine Vorgänger als Könige, und die Westgoten siedeln seit 418 als formelle Bundesgenossen Westroms im Südwesten Galliens, wobei das Land offiziell weiterhin zum Imperium gehört, wenn es auch immer wieder zu Spannungen kommt. 466 bricht Eurich mit den bis dahin üblichen Bündnisverhältnissen innerhalb der Dynastie, indem er in Toledo seinen älteren Bruder Theoderich II. ermordet, der zuvor 453 den gemeinsamen Bruder Thorismund getötet hat, und auf diese Weise mit Unterstützung des Adels die Königsherrschaft über die Westgoten übernimmt; seine Einsetzung als König entspricht der für diese Zeit typischen gotischen Sukzession ohne feste Erbfolge, in der Macht durch Gewalt und den Rückhalt der Aristokratie gewonnen wird, und Sidonius Apollinaris schildert ihn als entschlossenen und intelligenten, aber auch tyrannischen Verfolger katholischer Bischöfe. Eurich rückt als erster westgotischer König vollständig von den römischen Kaiseransprüchen ab und herrscht nicht mehr lediglich als Beauftragter des Kaisers; frühere Westgotenkönige haben offiziell nur als kaiserliche Bevollmächtigte regiert, während Eurich seine völlige Unabhängigkeit von den schwachen weströmischen Kaisern betont, alle formellen Bindungen zu Rom löst, die Grenzen seines Reiches in Gallien und auf der Iberischen Halbinsel erweitern lässt, in mehreren Seeschlachten erfolgreich ist, den inneren Frieden im Reich mit Strenge durchsetzt, wiederholt gegen katholische Bischöfe vorgeht, vor allem, weil diese ihn als Arianer, Barbaren und Vertragsbrecher betrachten, und dass seine Person in den Briefen des Sidonius Apollinaris sowie in späteren Urteilen als maßvoll und klug beschrieben wird, wobei er zugleich als einer der gebildeteren unter den großen westgotischen Königen und als Herrscher erscheint, der seine Stellung im spätantiken Gallien durch die Einbindung gallorömischer Adliger an seinem Hof sichert. [https://de.wikipedia.org/wiki/Theoderich_II. '''König Theoderich II. (453–466)'''] | |||
*'''445:''' Agrunculus: Im Jahr 456 tritt Aprunculus erstmals als Bischof von Langres in die Geschichte ein und übernimmt das Bischofsamt in dieser Stadt, wobei Fraternus II. sein Vorgänger ist und Armentarius später sein Nachfolger wird. | |||
'''Burgunden''' | |||
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Chilperich_I._(Burgund) König Chilperich I. (457–480)] <br />Chilperich führt anfangs den Kampf gegen die Westgoten weiter, stellt diesen jedoch ein, als sein Neffe Gundobad in diesem Jahr beim römischen Kaiser Julius Nepos in Ungnade fällt. Chilperichs Abfall führt zu Verhandlungen, in deren Verlauf Julius Nepos den Föderaten-Vertrag auflöst und nicht nur die Unabhängigkeit der Burgunden, sondern auch den Besitz der Provinz Viennensis (des Rhônetals) anerkennt. | |||
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Godegisel Unterkönig Godegisel (463-480)] <br /> | |||
*[http://de.wikipedia.org/wiki/Mamertus Erzbischof Mamertus (Vienne, 461-475)] | |||
*[[475#WESTGERMANEN | Fortsetzung 475]] | |||
*'''473:''' Gundobad ist der älteste Sohn von König Gundioch und dient zunächst seinem Onkel Ricimer in Italien als magister militum und patricius. Nach Ricimers Tod wird er selbst zum „Patricius“ erhoben und nimmt an den politischen Wirren des Weströmischen Reichs teil. 473–480: Nach dem Tod von Gundioch und Chilperich I. wird Gundobad gemeinsam mit seinen Brüdern (Godegisel, Chilperich II., Godomar I.) König der Burgunden. Die Königsherrschaft wird unter den Brüdern geteilt. Gundobad residiert in Lyon und gewinnt allmählich die Oberherrschaft. | |||
*'''473:''' Durch den Tod seines Bruders Gundioch um 473 wird Chilperich I. alleiniger Inhaber der Macht. In der überlieferten Darstellung regiert er von 473 an bis zu seinem Tod. [https://de.wikipedia.org/wiki/Gundioch König Gundioch (436–473)] | |||
*'''473:''' Godegisel: Nach dem Tod seines Vaters Gundioch um 473 teilen sich zunächst vor allem Gundobad und Chilperich I., ein Bruder Gundiochs und damit Onkel Godegisels, die Macht. | |||
*[[474#WESTGERMANEN | Fortsetzung 474]] | |||
*'''471:''' Chilperichs Ehe mit Caretene wird um 471 geschlossen. Diese Ehe bleibt kinderlos. | |||
*'''471:''' Mamertus: Zwischen 471 und 475 beruft Mamertus in Vienne im Zusammenhang mit den Fürbittprozessionen eine Synode ein. Nach Sidonius Apollinaris und Avitus, dem zweiten Nachfolger des Mamertus, gründet Bischof Mamertus die kleineren Bittprozessionen, die von Montag bis Mittwoch vor Christi Himmelfahrt stattfinden. Diese kleineren Bittgänge werden traditionell mit Prozessionslitaneien und Fasten begangen und gelten als Bitte um günstiges Wetter für die Feldfrüchte sowie um Befreiung von Seuchen und Hungersnot. Während seines Bischofsamtes werden außerdem die Gebeine des Ferreolus entdeckt; Mamertus überführt sie in eine Kirche in Vienne, die zu Ehren dieses Märtyrers errichtet worden ist. | |||
*'''464:''' Mamertus: Ein auf den 25. Februar 464 datierter Brief des Papstes Hilarius schildert die Entscheidung der Synode gegen Mamertus. Hilarius erklärt darin, dass Mamertus und der von ihm unrechtmäßig geweihte Bischof eigentlich abgesetzt werden müssten, bietet jedoch Milde an. Hilarius beauftragt Veranus von Vence, Mamertus mitzuteilen, dass ihm auch die vier Vienne weiterhin unterstehenden Suffraganbistümer genommen werden, falls er die Bestimmungen Papst Leos nicht anerkennt und sich ihnen nicht unterwirft. Der von Mamertus ungültig eingesetzte Bischof soll durch Leontius in seinem Amt bestätigt werden und darf danach das Bischofsamt behalten. | |||
*'''463:''' Godegisel: Godegisel ist ab 463 Unterkönig im Königreich der Burgunden; er hat seinen Herrschaftssitz in Genf. | |||
*'''463:''' Mamertus: Im Jahr 463 befindet sich Mamertus in einem Streit mit Papst Hilarius über die Vorrechte des Bischofs von Arles. Papst Leo I. hat die Grenzen der Kirchenprovinzen Arles und Vienne geregelt. Unter Vienne belässt er die Bistümer Valence, Tarentaise, Genf und Grenoble; alle anderen Bistümer dieses Gebiets werden Arles unterstellt. Ungeachtet dieser Regelung und unter Verletzung der Rechte des Bischofs von Arles weiht Mamertus im Jahr 463 für die Stadt Die einen Bischof. Der burgundische König Gundioch beschwert sich bei Hilarius über dieses Vorgehen. Daraufhin schreibt Hilarius am 10. Oktober 463 an Bischof Leontius von Arles und fordert ihn auf, eine Synode von Bischöfen aus den verschiedenen Provinzen einzuberufen, um die Angelegenheit zu untersuchen. In einem weiteren Schreiben an die Bischöfe der römischen Provinzen Lyon, Vienne, Narbonensis I, Narbonensis II und Alpenprovinz nimmt Hilarius ebenfalls auf die Angelegenheit Bezug und weist sie an, der Einberufung des Leontius zu einer rechtmäßig zusammengesetzten Synode Folge zu leisten. | |||
*'''461:''' Mamertus: Vor seinem Bischofsamt ist über Mamertus nur wenig überliefert. Sein Bruder Claudianus Mamertus erhält in seiner Jugend eine gründliche rhetorische Ausbildung und steht in persönlicher Bekanntschaft mit Bischof Eucherius von Lyon. Dies lässt darauf schließen, dass die Brüder einer wohlhabenden gallischen Familie aus der Umgebung von Lyon angehören. Wie sein Bruder zeichnet sich der heilige Mamertus sowohl durch weltliche Bildung als auch durch Theologie aus und scheint vor seiner Erhebung zum Bischofsamt verheiratet zu sein. Kurz vor 462 erfolgt Mamertus’ Wahl und Weihe zum Bischof von Vienne. Als Bischof nimmt er die Dienste seines Bruders Claudianus Mamertus in Anspruch, der sich in ein Kloster zurückgezogen hat, und weiht ihn zum Priester von Vienne. Die Tätigkeit der Brüder wird in einem Brief des Sidonius Apollinaris beschrieben; ein weiterer Brief ist an Bischof Mamertus gerichtet. Wilhelm von Auxerre berichtet, Mamertus habe die Litaneien nach einer „Wolfsplage“ eingeführt. Nach dieser Darstellung fahren Dämonen mit Gottes Erlaubnis und aufgrund der Sünden der Menschen in Wölfe, damit diese Menschen besser verletzen und töten können, nicht nur in Dörfern, sondern auch in Städten. Mamertus wird als Bischof von Vienne in Gallien und als Heiliger verehrt. Sein Festtag ist der 11. Mai; er gilt als der erste der Eisheiligen. | |||
*'''457:''' Chilperich I. wird im Jahre 457, also noch zu Lebzeiten seines Bruders, als König bezeichnet. Im selben Jahr wird auch sein Bruder Gundioch von den aufständischen Einwohnern von Lyon gerufen. | |||
'''Salfranken''' | '''Salfranken''' | ||
*[ | *[https://de.wikipedia.org/wiki/Childerich_I. König Childerich I. (457/63–481/820)] <br /> | ||
*'''470:''' Der Loireraum scheint zumindest bis zu diesem Jahr das Gebiet zu sein, in dem Childerich hauptsächlich operiert. 470er Jahre: Childerich muss in diesem Jahrzehnt mit der verstärkten und erfolgreichen Expansion der Westgoten unter König Eurich kämpfen. | |||
*[[481#WESTGERMANEN | Fortsetzung 481]] | |||
*'''469:''' Wohl in diesem Jahr stoppt der comes Paulus mit römischen Truppen und Franken einen zweiten Vorstoß der Westgoten. Bei der Entsetzung von Angers fällt Paulus im Kampf gegen sächsische Plünderer unter Adovacrius; Childerich nimmt danach die Stadt ein. 469/70: Kurz nach der Schlacht von Angers vertreiben gallorömische Truppen, wahrscheinlich im Bündnis mit Childerich, jedenfalls aber in Kooperation mit fränkischen Truppen, die Sachsen, die sich an der Loiremündung festgesetzt haben. | |||
*'''464:''' 464/65: Aegidius stirbt; danach gewinnt Childerich wohl neuen Handlungsspielraum. | |||
*'''463:''' Childerich ist als salfränkischer Herrscher sicher belegt. Im selben Jahr kämpft er siegreich gegen die Westgoten bei Orléans; dabei bleibt offen, ob dies unter dem Kommando des Heermeisters Aegidius geschieht oder ob beide Gegner beziehungsweise Rivalen sind. 463–470er Jahre: Childerich errichtet in diesem Zeitraum sein Herrschaftsgebiet im Nordosten Galliens, während die weströmische Verwaltungsordnung dort allmählich zusammenbricht. | |||
*'''457:''' 457/58: Childerich führt seit diesem Zeitraum seinen Verband, wenn man der Angabe im Liber Historiae Francorum folgt; diese Angabe gilt jedoch als wenig zuverlässig. | |||
'''Vandalen''' | '''Vandalen''' | ||
*[http://de.wikipedia.org/wiki/Geiserich König Geiserich (428–477)] | *[http://de.wikipedia.org/wiki/Geiserich König Geiserich (428–477)] <br />Geiserich schließt Geiserich ein foedus mit dem oströmischen Kaiser Zeno. Darin wird ihm und seinen legitimen Nachfolgern die Herrschaft über Karthago garantiert. | ||
* | *[[477#WESTGERMANEN | Fortsetzung 477]] | ||
*'''472:''' Geiserich: Im Jahr 472 gelingt es Geiserich, die Erhebung seines Verwandten Olybrius, des Schwagers Eudocias, zum neuen Westkaiser durchzusetzen. Olybrius stirbt jedoch kurz darauf. | |||
*[[474#WESTGERMANEN | Fortsetzung 474]] | |||
*'''468:''' Geiserich: Eine noch sehr viel größer angelegte Landungsoperation West- und Ostroms kann Geiserich im Jahr 468 mit viel Glück und dank des Versagens des römischen Feldherrn Basiliskos zurückschlagen. | |||
*'''460:''' Geiserich: Im Jahr 460 zerstört Geiserich große Teile einer weströmischen Flotte in Spanien, die Kaiser Majorian gegen ihn in Marsch gesetzt hat; dies geschieht in der Schlacht bei Cartagena. | |||
*'''456:''' Geiserich: Hunerich heiratet im Jahr 456 Eudocia, mit der er bereits seit über zehn Jahren verlobt ist. Sein Sohn aus dieser Ehe wird später der vorletzte vandalische rex. | |||
*'''456:''' [http://de.wikipedia.org/wiki/Hunerich Hunerich]: Zwischen den Jahren 456 und 471 wird Hilderich aus der Ehe zwischen Hunerich und Eudocia geboren; auch wird angegeben, dass Eudocia nach sechzehn Jahren Ehe stirbt, wobei diese Angabe aus einem Bericht des Chronisten Theophanes Confessor des 9. Jahrhunderts stammt. | |||
*'''455:''' Geiserich: Im Jahr 455 greift Geiserich in die nach der Ermordung Valentinians III. in Italien ausgebrochenen Wirren ein. Nach der Plünderung Roms bringt er die weströmische Kaiserinwitwe Licinia Eudoxia mit ihren beiden Töchtern Eudocia und Placidia nach Africa. Von Licinia Eudoxia wird gesagt, dass sie Geiserich gegen den Usurpator Petronius Maximus zu Hilfe gerufen habe. | |||
*'''455:''' [http://de.wikipedia.org/wiki/Hunerich Hunerich]: Im Jahr 455 heiratet Hunerich Eudocia, nachdem sie nach der Plünderung Roms dorthin gebracht worden ist. | |||
*'''450:''' Geiserich: Geiserich leistet Flavius Aëtius keine Unterstützung in dessen Kämpfen gegen die Hunnen und verbündet sich im Jahr 450 vielmehr mit Attila gegen Aëtius und die Westgoten. | |||
*'''442:''' Geiserich: Im folgenden Jahr 442 wird Geiserich durch ein neues foedus vom weströmischen Kaiser Valentinian III. faktisch als eigenständiger Herrscher anerkannt; er ist damit der erste rex eines „germanischen“ Reiches auf dem Boden des Imperiums. Africa bleibt offiziell Teil des Römischen Reiches. Der Vertrag sieht vor, dass Geiserichs Sohn Hunerich die Kaisertochter Eudocia heiratet, sobald sie alt genug ist. Im selben Jahr muss Geiserich in Africa eine Verschwörung blutig unterdrücken. | |||
*'''442:''' [http://de.wikipedia.org/wiki/Hunerich Hunerich]: Im Jahr 442 schließt das Vandalenreich mit den Römern einen Friedensvertrag, in dem die Vandalen die fruchtbarsten Gebiete des römischen Africa erhalten; gleichzeitig wird eine Heiratsvereinbarung zwischen Hunerich und Eudocia, der Tochter des Kaisers Valentinian III., getroffen, als Eudocia vier Jahre alt ist. | |||
*'''441:''' Geiserich: Im Jahr 441 scheitert eine römische Gegenoffensive. | |||
*'''440:''' Geiserich: Seit 440 greift Geiserich wiederholt in die weströmische Innenpolitik ein und stoppt zu diesem Zweck wiederholt die lebenswichtigen Getreidelieferungen nach Rom. | |||
*'''439:''' Geiserich: Nachdem die Römer im Jahr 439 eine schwere Niederlage gegen die Westgoten erlitten haben, nutzt Geiserich die Gelegenheit, bricht das foedus und nimmt am 19. Oktober 439 die Metropole Karthago ein. Vor 439 zählt die Stadt über 200.000 Einwohner. | |||
*'''435:''' Geiserich: Geiserich schließt im Jahr 435 einen offiziellen Bündnisvertrag, ein foedus, mit Ravenna. Dort ist inzwischen Flavius Aëtius der starke Mann. Der Vertrag überlässt Geiserich die Kontrolle über wichtige Gebiete. | |||
*'''435:''' [http://de.wikipedia.org/wiki/Hunerich Hunerich]: Im Jahr 435 sendet Geiserich seinen Sohn Hunerich als Geisel nach Italien, als er einen Vertrag mit dem weströmischen Kaiser Valentinian III. schließt. | |||
*'''432:''' Geiserich: Im Jahr 432 kommt es erneut zu einer Schlacht zwischen Römern und Vandalen; wieder siegen die Vandalen. Aspar übernimmt die Verteidigung Karthagos. Bonifatius kehrt nach Ravenna zurück, um den Posten des obersten Heermeisters des Westreiches zu übernehmen und gegen seinen Rivalen Flavius Aëtius zu kämpfen; in diesem Bürgerkrieg findet Bonifatius den Tod. | |||
*'''431:''' Geiserich: Im Jahr 431 fällt Hippo Regius nach einer vierzehnmonatigen Belagerung. Bonifatius ist vor dem Fall der Stadt entkommen und schließt sich mit dem vom oströmischen Reich entsandten Heermeister Aspar zusammen. | |||
*'''430:''' Geiserich: Im Juni 430 beginnen die Vandalen die Belagerung von Hippo Regius. | |||
*'''429:''' Geiserich: Im Jahr 429 setzen die Vandalen gemeinsam mit den Alanen von Iulia Traducta nach Nordafrika über. Nach Prokopios von Caesarea ruft der weströmische Feldherr Bonifatius Geiserich angeblich zu Hilfe, nachdem er sich mit Flavius Felix, dem obersten Heermeister des Westreichs, zerstritten hat. Die Darstellung Prokops ist in der modernen Forschung umstritten. Als wahrscheinlicher gilt vielen Forschern ein sorgfältig geplantes Unternehmen, das die gegenwärtige militärische Schwäche Roms ausnutzt. Etwa 15.000 bis 20.000 Krieger ziehen mit ihren Frauen und Kindern, insgesamt etwa 80.000 Menschen, nach Afrika; dem Verband gehören neben Vandalen und Alanen auch Soldaten anderer Herkunft an, insbesondere wohl Goten. Sie gehen möglicherweise in Tingis, möglicherweise weiter östlich, an Land und marschieren zunächst ostwärts in Richtung Karthago. Weil sie die stark befestigte Stadt Karthago nicht einnehmen können, wenden sie sich nach Westen und ziehen entlang der Küste nach Hippo Regius. Auf dem Weg kommt es zum Kampf mit Bonifatius, der inzwischen vom Kaiser als comes Africae bestätigt wird; die Vandalen siegen. Bonifatius verfügt nur über schwache Truppenkontingente und zieht sich mit dem Rest seiner Streitkräfte in die Stadt zurück. Augustinus ist zu dieser Zeit Bischof der Stadt. | |||
*'''428:''' Geiserich: Geiserich, auch Genserich, Gaiserich oder wandalisch Gaisarīks, bedeutet „Speerfürst“. Er wird um 389 am Plattensee in Pannonien als unehelicher Sohn des vandalischen Anführers Godigisel und einer versklavten Römerin geboren. Godigisel ist einer der Anführer eines vor allem, aber nicht nur aus Vandalen und Alanen bestehenden Kriegerverbandes. Geiserich ist König beziehungsweise rex der Vandalen und Gründer des vandalischen Reiches im römischen Africa. Nach dem Tod seines Halbbruders Gunderich wird er dessen Nachfolger als rex Vandalorum et Alanorum; Gunderichs Witwe und Söhne lässt er ermorden, um seine Herrschaft zu sichern. Geiserich hat die drei Söhne Hunerich, Theuderik und Gento sowie möglicherweise eine namentlich nicht bekannte Tochter; die Namen seiner Gemahlinnen sind nicht überliefert. Der vandalische Verband hält sich weiterhin in Spanien auf und wird unter anderem von den als foederati in römischen Diensten stehenden Westgoten bedrängt. Geiserichs Ziel ist es, seinem Verband den dauerhaften Besitz des reichen Africa zu sichern. Karthago wird zur Hauptstadt, in der Geiserich die Vandalen verstärkt ansiedelt. Er schafft eine bedeutende Flotte und erobert Stützpunkte auf Sardinien, Korsika und den Balearen sowie einen Teil Siziliens. Seine Nachfolge wird nach seinen Vorschriften als Seniorat geregelt. Eine Gedenktafel für ihn wird in die Walhalla bei Regensburg aufgenommen, da Geiserich im 19. Jahrhundert als Germane als „Vorfahr der Deutschen“ gilt. | |||
==OSTGERMANEN== | ==OSTGERMANEN== | ||
'''Rugier''' | |||
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Flaccitheus König Flaccitheus (467–475)] <br /> | |||
*'''467:''' Flaccitheus ist von 467 bis zu seinem wohl im Jahr 475 eintretenden Tod König der Rugier. Er ist der Vater Feletheus’ und der Großvater des Fredericus. Über ihn sind nur wenige Einzelheiten bekannt; einige davon sind in der Vita Sancti Severini des Eugippius überliefert. Die Rugier errichten nach der Schlacht am Nedao außerhalb der römischen Reichsgrenze nördlich der Donau ein eigenes Reich, das spätere Quellen Rugiland nennen und das beim heutigen Krems an der Donau liegt. Der Zusammenbruch der spätantiken Verwaltungsordnung in Noricum beschleunigt sich infolge der Auswirkungen der Völkerwanderung zunehmend. Der Großteil der regulären weströmischen Truppen wird abgezogen, und auch die meisten Verwaltungsbeamten verlassen diesen Raum. Die Rugier in Noricum, die in der Forschung bisweilen als „Kremser Rugier“ bezeichnet werden, nutzen dies aus, um ihre Machtstellung zu festigen. Flaccitheus residiert gegenüber von Favianis. Die Rugier geraten bald in Konflikt mit den Ostgoten in Pannonien, welche die Verbindungswege nach Italien kontrollieren und den Rugiern den Durchzug nach Italien verwehren. Flaccitheus ist wie die meisten Rugier arianischer Christ und soll den katholischen Abt Severin von Noricum, der im von Rugiern beherrschten Noricum lebt und wirkt, um Rat gebeten haben. Severin soll Flaccitheus geraten haben, in Ruhe abzuwarten; dann werde sich alles von selbst regeln, was Flaccitheus beruhigen soll. [Erster König der Rugier] | |||
*[[475#OSTGERMANEN | Fortsetzung 475]] | |||
'''Ostgoten''' | '''Ostgoten''' | ||
*[ | *[https://de.wikipedia.org/wiki/Thiudimir König Thiudimir (468/69–474)] <br />Thiudimir erkrankt und stirbt. | ||
*[ | *[https://de.wikipedia.org/wiki/Theoderich_der_Gro%C3%9Fe '''König Theoderich der Große (474–526)'''] <br />Theoderich folgt seinem Vater Thiudimir als König des Gotenverbandes nach. Thiudimir hat dessen Föderatenreich von Pannonien nach Makedonien verlegt. In der Ämterübersicht beginnt Theoderichs Königtum über die Ostgoten in diesem Jahr und reicht bis 526. <br />Theoderich der Große, lateinisch Flavius Theodericus und gotisch Þiudareiks, ist ein König des Ostgotenreichs aus dem Geschlecht der Amaler. Er stammt aus Pannonien und gilt als eine der bedeutendsten Persönlichkeiten der spätantiken Völkerwanderungszeit, herrscht nach seinem Sieg über Odoaker in Italien und fungiert zeitweise auch als Herrscher des Westgotenreichs. Seine Rechtsstellung bleibt umstritten: Es ist strittig, ob er im Namen des oströmischen Kaisers über das Weströmische Reich herrscht oder nur als Herrscher der Ostgoten anzusehen ist. Er gilt als Gründer des Ostgotenreichs in Italien und als historisches Vorbild für Dietrich von Bern beziehungsweise Theoderich von Verona in der germanisch-mittelalterlichen Heldendichtung. Über Theoderichs Jugend liegen kaum zuverlässige Informationen vor. Sein Vater ist Thiudimir, ein Anführer gotischer Föderaten. Nach der Abschaffung von Subventionszahlungen unter Kaiser Leo I. begehren diese gegen den Kaiser auf und werden schließlich unter dem militärischen Oberkommando des späteren weströmischen Kaisers Anthemius zu einem Abkommen gedrängt. Der junge Theoderich wird als Friedensgeisel bestimmt und an den Kaiserhof nach Konstantinopel überstellt. Dort dominiert der Heermeister Aspar den oströmischen Hof; auf dessen Vorbild beruft sich Theoderich später in der Frage, weshalb er nicht selbst Kaiser werden wolle. | ||
*[[481#OSTGERMANEN | Fortsetzung 481]] | |||
*''' 473:''' Womöglich aufgrund von Ressourcenmangel entsendet Teodemir seinen Bruder Widimir auf einen Feldzug gegen Italien des weströmischen Kaisers Glycerius. Teodemir selbst zieht mit seinem Sohn Theoderich gegen das Byzantinische Reich. Dort greift er die Prätorianerpräfektur Illyrien an, nimmt Dyrrhachium und Naissus ein und setzt danach Theoderichs Vormarsch in Richtung Thessaloniki fort. Vor dem Angriff auf die Stadt verhandelt er mit dem Patrizier Hilarianus. Es wird ein Waffenstillstand geschlossen, nach dem viele Ostgoten in Städten Makedoniens angesiedelt werden sollen. Kyrrhos soll die neue Hauptstadt von Teodemirs Föderatenstaat werden. Die Verfasser der Prosopographie des Spätrömischen Reiches vermuten, dass diese von Jordanes berichtete Verhandlung eine Verwechslung mit der im Jahr 479 an Theoderich gesandten Gesandtschaft ist. Glycerius herrscht als weströmischer Kaiser. | |||
*[[481#OSTGERMANEN | Fortsetzung 481]] | |||
*'''472:''' Um 472: Theoderich wird seinem Vater Teodemir zurückgegeben. | |||
*'''471:''' Theoderich [https://de.wikipedia.org/wiki/Theoderich_der_Gro%C3%9Fe Theoderich] Theoderich wird wohl schon 471 zum Heerkönig erhoben. | |||
*'''469:''' Um 469/470: Teodemir muss zur Festigung seiner Herrschaft einem verbündeten barbarischen Heer entgegentreten, das aus Skiren, Rugiern, Gepiden und weiteren Gruppen besteht. Dieses Heer wird von den Königen Hunimund, Alarich, Beuka, Babas, Edekon und Hunulf geführt und von byzantinischen Truppen Leos I. des Thrakers unterstützt. Leo I. unterstützt Teodemirs Gegner wegen seines Konflikts mit dem Hofbeamten Aspar. Es kommt zu einer großen Schlacht, in der die Goten siegen und ihre Vorherrschaft im mittleren Lauf der Donau begründen. Nach Hyun Jin Kim ist es jedoch plausibel, dass die Ostgoten diese Schlacht verloren haben. | |||
*'''469:''' Theoderich [https://de.wikipedia.org/wiki/Theoderich_der_Gro%C3%9Fe Theoderich] Theoderich kehrt etwa 469 nach Pannonien zurück und übernimmt die Führung einer der dort operierenden gotischen Kriegergruppen. | |||
*'''468:''' Teodemir oder Thiudimir ist ein Arianer und der Sohn des Amalers Vandalarius, eines vornehmen Sohnes des Königs Vinithar. Er ist der Bruder der Vornehmen Widimir und Valamir. Mit seiner katholischen Ehefrau Erelieva hat er die Tochter Amalafrida, die den Vandalenkönig Thrasamund heiraten wird, sowie die beiden Söhne Theodimund und Theoderich, den späteren Theoderich den Großen. Nach seiner Ansiedlung in Pannonien organisiert Teodemir mit seinen Verwandten das Ostgotenreich von Pannonien in drei Bezirken, von denen jeweils einer durch einen der Brüder kontrolliert wird; allein Valamir trägt jedoch den Königstitel. Teodemir kontrolliert die Goten am Plattensee, was nach Herwig Wolfram dem zentralen Süden Somogys und dem Nordosten Kroatiens entspricht. Später tritt Teodemir einem einfallenden Verband von Sueben entgegen und nimmt deren König Hunimund gefangen. Hunimund wird nach germanischer Sitte adoptiert und freigelassen. Als Reaktion auf den Angriff organisiert Teodemir einen Feldzug gegen die Sueben und ihre alamannischen Verbündeten und erringt einen bedeutenden Sieg. | |||
*'''465:''' [https://de.wikipedia.org/wiki/Thiudimir Thiudimir] Thiudimir: Um 465: Nach seiner Freilassung stiftet Hunimund einen skythischen Angriff gegen die Goten an, der Valamir das Leben kostet. Mit Valamirs Tod wird Teodemir zum König ausgerufen. | |||
*'''461:''' [https://de.wikipedia.org/wiki/Thiudimir Thiudimir] Thiudimir: 461/462: Mit dem Abschluss der Feindseligkeiten wird Teodemirs Sohn Theoderich als Geisel nach Konstantinopel geschickt. | |||
*'''459:''' [https://de.wikipedia.org/wiki/Thiudimir Thiudimir] Thiudimir: 459–461/462: Teodemir nimmt an den Konflikten mit den Byzantinern über die Nichtzahlung des jährlichen Zuschusses für die Goten teil. | |||
*'''459:''' Theoderich [https://de.wikipedia.org/wiki/Theoderich_der_Gro%C3%9Fe Theoderich] Theoderich verbringt seine Jugendzeit wohl ungefähr von 459 bis 469 als Friedensgeisel am Kaiserhof in Konstantinopel. Dort erhält er vermutlich rudimentäre Kenntnisse der römischen Verwaltungs- und Herrschaftspraxis. | |||
*'''454:''' [https://de.wikipedia.org/wiki/Thiudimir Thiudimir] Thiudimir: Nach dem Tod Attilas tritt Teodemir den Hunnen in der Schlacht am Nedao erfolgreich entgegen. Im selben Jahr lässt er sich mit seinen Verwandten in Pannonien nieder; dies geschieht mit Genehmigung des byzantinischen Kaisers Markian. | |||
*'''451:''' [https://de.wikipedia.org/wiki/Thiudimir Thiudimir] Thiudimir: Teodemir führt gemeinsam mit seinen Brüdern die gotischen Kontingente im Heer Attilas des Hunnen während der Schlacht auf den Katalaunischen Feldern. | |||
'''Langobarden''' | |||
*'''Um 470:''' [https://de.wikipedia.org/wiki/Wacho Wacho] Wacho wird als Sohn des Prinzen Zuchilo (auch Unichis oder Unigis), eines Bruders des späteren Langobardenkönigs Tato, geboren. Über seine Kindheit und Jugend ist wenig bekannt | |||
*[[490#OSTGERMANEN | Fortsetzung 490]] | |||
==RÖMISCHES REICH== | ==RÖMISCHES REICH== | ||
(ab urbe condita MCCXXVII = 1227) | |||
''' | '''Reich des Syagrius''' | ||
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Syagrius König Syagrius (464–486/487)] <br /> | |||
*[ | *'''470:''' Vom Krieg des weströmischen Kaisers Anthemius gegen die Westgoten, der 470 beginnt, kann Syagrius profitieren. Syagrius steht offenbar in einer Annäherung zu Anthemius. Mit salfränkischer Unterstützung werden die Goten zunächst bei Bourges geschlagen. Dieser Erfolg nutzt Anthemius wenig, da bald darauf die letzten regulären weströmischen Truppenverbände in Südgallien von gotischen Truppen vernichtet werden. Syagrius kann seinen Machtbereich vermutlich konsolidieren, doch bleibt die Entwicklung in seinem Bereich für die nächsten Jahre faktisch nicht greifbar. | ||
*[[475#RÖMISCHES_REICH | Fortsetzung 475]] | |||
*'''464:''' Aegidius verstirbt 464 oder 465. In Gallien ist es seit Arbogast üblich, dass Soldaten ihre Kommandeure mitunter selbst wählen. Syagrius tritt die Nachfolge seines Vaters an und residiert gesichert in Soissons. In den Quellen erscheint der comes Paulus, der einige Jahre nach dem Tod des Aegidius gegen sächsische Plünderer vorgeht und bei Angers fällt. Gregor von Tours berichtet darüber und stützt sich offenbar auf die heute verlorenen Annalen von Angers. Paulus, der römische Befehlshaber, greift mit Römern und Franken die Goten an und macht reiche Beute. Danach kommt Adovacrius, ein Anführer sächsischer Plünderer, nach Angers. Am folgenden Tag erscheint König Childerich und gewinnt, nachdem Paulus getötet ist, die Stadt; dabei gerät das Kirchenhaus in Flammen. Die Forschung nimmt oft an, dass Paulus im Auftrag des Syagrius agiert oder an dessen Stelle als Statthalter in Soissons fungiert, doch bleibt dies Spekulation. Aus den Schilderungen geht nicht hervor, ob Paulus im Auftrag eines anderen handelt oder eher auf eigene Faust. | |||
*'''463:''' Aegidius schlägt 463 die Westgoten bei Orléans. Trotz dieses Erfolges muss er wegen des bestehenden Drucks ausweichen. Er errichtet im Gebiet nördlich der Loire bis zur Somme ein Sonderreich und handelt dort als unabhängiger gallorömischer Herrscher. Aegidius bezieht wahrscheinlich in Soissons Residenz, wo sich römische Waffenschmieden (fabricae) befinden, doch ist dies nicht gesichert. Die Annahme ergibt sich aus der Nachricht Gregors von Tours, dass Aegidius die Stadt beherrscht hat, in der Syagrius um 486 seinen Sitz hat. | |||
*'''461:''' Der mit Aegidius befreundete Kaiser Majorian wird 461 auf Befehl des einflussreichen magister militum Ricimer hingerichtet. Danach überwirft sich Aegidius mit der weströmischen Regierung in Ravenna. In der Folge mobilisiert Agrippinus als Rivale des Aegidius im Auftrag Ricimers die Westgoten gegen Aegidius. In den Jahren 461/62 mobilisiert Agrippinus die Westgoten gegen Aegidius. Aegidius kann diese Westgoten 463 bei Orléans schlagen, möglicherweise mit Hilfe der Salfranken unter Childerich I., was aber offenbleibt. | |||
*'''457:''' Aegidius ist seit 457 magister militum per Gallias und steht damit an der Spitze der Truppen in Gallien. Er übt diese Funktion im Rahmen des weströmischen Militärsystems aus. | |||
'''Weströmisches Reich''' | '''Weströmisches Reich''' | ||
*[ | |||
*[ | *[https://de.wikipedia.org/wiki/Glycerius Kaiser Glycerius (473–474)] <br />Leo I. erkennt Glycerius weiterhin nicht als Kaiser an. Er entscheidet sich stattdessen, Julius Nepos, einen seiner eigenen Männer, als weströmischen Kaiser anzuerkennen, und schickt ihn mit einer Flotte zur Invasion des Weströmischen Reiches. Julius Nepos herrscht von 474 bis 475 beziehungsweise 480. Johannes von Antiochia berichtet im 7. Jahrhundert, Leo habe die Entscheidung zur Absetzung des Glycerius getroffen, nachdem er von dessen Thronbesteigung im Weströmischen Reich erfahren habe. Mathisen erklärt jedoch, Leo müsse einige Zeit gezögert haben, da der tatsächliche Angriff durch den Winter verzögert werde und Julius Nepos bis zum Beginn des Frühlings warten müsse, um seine Invasion zu beginnen. Glycerius hat keine Verbündeten mehr, weil Gundobad ihn offenbar verlässt. Als Nepos im Juni bei Ostia landet, bleibt Glycerius daher keine andere Möglichkeit als die Übergabe. Am 24. Juni dankt Glycerius in Ravenna ab, und Nepos übernimmt den Thron. John Michael O’Flynn erklärt, die Umstände dieses raschen Sturzes seien unklar und auf den ersten Blick rätselhaft. Die Truppen des Nepos seien wahrscheinlich klein, doch Gundobad unternehme nichts gegen sie und verschwinde vielmehr vollständig aus der italienischen politischen Szene. O’Flynn vermutet, Gundobad könne zwar starken Widerstand leisten, akzeptiere jedoch, statt die von Leo vertretene kaiserliche Legitimität anzufechten, Leos Befugnis, Glycerius als kaiserlichen Kollegen zurückzuweisen und einen eigenen Kandidaten einzusetzen. Glycerius gewinne offenbar auch nie die Gunst des römischen Senats oder der gallorömischen Aristokratie. Nach seiner Absetzung wird Glycerius zum Bischof von Salona in Dalmatien geweiht. | ||
*[ | wikipedia | ||
*[ | *[https://de.wikipedia.org/wiki/Julius_Nepos '''Kaiser Julius Nepos (474–475)'''] <br />Zenon erkennt Nepos rasch als rechtmäßigen weströmischen Kaiser an; auch der römische Senat und die Bevölkerung Italiens akzeptieren seine Herrschaft. Nepos ist bis zur Krönung Karls des Großen im Jahr 800 der letzte Kaiser, der in Rom gekrönt wird. Nepos weist offenbar einen westgotischen Angriff auf Italien ab, und die Burgunder werden erneut zu Föderaten des Reiches. Er konzentriert sich auf die Wiederherstellung und Festigung der kaiserlichen Autorität in Gallien und gibt zu diesem Zweck Hispanien auf. Die verbliebenen kaiserlichen Gebiete in Gallien werden von dem westgotischen König Eurich angegriffen, der zugleich gegen römische Streitkräfte in Spanien kämpft und Aquitania Prima unter seine Kontrolle bringen will. Nepos ernennt Ecdicius, einen Sohn des ehemaligen weströmischen Kaisers Avitus, zum Patrizier und Heermeister. Zeitgenössische gallorömische Autoren wie Sidonius Apollinaris nehmen Nepos’ Herrschaftsantritt in den verbliebenen kaiserlichen Besitzungen Galliens begeistert auf. Ecdicius befreit Arles 474 erfolgreich von einer westgotischen Belagerung. - Julius Nepos stammt aus der römischen Provinz Dalmatien. Er ist der Sohn des unter Kaiser Majorian dienenden Generals Nepotianus und ein Neffe des Heermeisters Marcellinus, da seine Mutter eine Schwester des Marcellinus ist. Er heiratet eine namentlich nicht überlieferte römische Adlige, die mit der oströmischen Kaiserin Verina verwandt ist und möglicherweise eine Nichte Kaiser Leos I. ist. Nach dem Tod seines Onkels Marcellinus übernimmt Nepos dessen Stellung als weitgehend selbständiger Statthalter Dalmatiens. Als Kaiser arbeitet Nepos daran, das kaiserliche Ansehen wiederherzustellen. Er lässt Münzen in Rom, Ravenna und Mediolanum prägen; Münzen aus Nordgallien in seinem Namen zeigen, dass der römische General Syagrius seine Herrschaft dort anerkennt. Nepos lässt außerdem symbolische Münzen für Zenon und dessen Mitkaiser Leo II. prägen. In seiner Außenpolitik muss Nepos sich mit den Vandalen und deren erneuten sowie verstärkten Piratenangriffen im Mittelmeer auseinandersetzen. Wegen der schwachen Stellung des Weströmischen Reiches erkennt er die vandalische Herrschaft über die bereits in Afrika und im Mittelmeerraum eroberten Gebiete an, darunter Sardinien, Korsika, die Balearen und Teile Siziliens. Während seines Aufenthalts in Dalmatien gibt Nepos seinen Anspruch auf das Weströmische Reich niemals auf und hofft fortdauernd auf die Wiedergewinnung Italiens. Odoaker erkennt Nepos’ Herrschaft nur dem Namen nach an, lässt Goldmünzen in Nepos’ Namen in italienischen Münzstätten prägen und unternimmt keine ernsthaften Schritte zu dessen Wiedereinsetzung. Möglicherweise gewährt Odoaker Nepos eine Pension, ignoriert ihn in der Praxis jedoch. Nach Nepos’ Tod erkennt Odoaker Zenon als seinen neuen Oberherrn an, und Zenon ernennt keinen neuen weströmischen Kaiser. | ||
*[http://de.wikipedia.org/wiki/ | *[https://de.wikipedia.org/wiki/Simplicius Papst Simplicius (468–483)] | ||
*[http://de.wikipedia.org/wiki/ | *[https://de.wikipedia.org/wiki/Epiphanius_von_Pavia Bischof Epiphanius von Pavia (466-496)] | ||
*[http://de.wikipedia.org/wiki/Sidonius_Apollinaris | *[[475#RÖMISCHES_REICH | Fortsetzung 475]] | ||
*'''473:''' Glycerinus: Gundobad überzeugt Glycerius nach dem beinahe viermonatigen Interregnum, den Thron zu übernehmen, und ruft ihn in Ravenna zum Kaiser aus. Die Fasti vindobonenses datieren die Erhebung auf den 5. März, während das ebenfalls die Konsularjahre verzeichnende Paschale campanum den 3. März nennt. Glycerius herrscht als weströmischer Kaiser von März 473 bis zum 24. Juni 474. Leo I. erkennt Glycerius nicht als Kaiser an, weil dieser lediglich eine Marionette Gundobads sei. Eurich ordnet eine Invasion Italiens an, entscheidet sich aus unbekannten Gründen jedoch stattdessen für einen Einfall in Gallien und besetzt sowohl Arles als auch Marseille. Videmir schlägt eine Invasion Italiens vor. Glycerius hält Videmir durch ein Geschenk von 2.000 Solidi, hochwertigen Goldmünzen, von diesem Vorhaben ab und lenkt die Ostgoten von Italien nach Gallien. Dort werden sie später von umliegenden Gruppen angegriffen, die Jordanes als „verschiedene Völker“ bezeichnet. Mathisen erklärt, diese Maßnahmen zur Verteidigung des Reiches könnten der Grund dafür sein, dass Glycerius in römischen und byzantinischen Quellen im Allgemeinen günstig beurteilt werde. Glycerius herrscht offenbar hauptsächlich in Norditalien, da mit einer Ausnahme alle aus seiner Regierungszeit gefundenen Münzen entweder in Ravenna oder in Mailand geprägt werden. Das einzige erhaltene Gesetz des Glycerius trägt das Datum 11. März. Es richtet sich an Himilco, den Prätorianerpräfekten von Italien, und wird später erneut an die Prätorianerpräfekten von Illyrien, des Ostens und Galliens ausgegeben. Es betrifft die Simonie, also den Verkauf kirchlicher Ämter. Das Gesetz wird nicht nur von den Präfekten Italiens und Galliens übernommen, die zum Weströmischen Reich gehören, sondern auch von den Präfekten Illyriens und des Ostens, obwohl Glycerius keine Befugnis besitzt, ihnen Gesetze zu erlassen. Das Gesetz soll Glycerius die Unterstützung des Klerus verschaffen, spricht aber wahrscheinlich auch die senatorische Schicht an, die sich um zunehmend gewalttätige Wahlen und um die Verwendung von Kirchengeldern durch Kleriker für persönliche Zwecke sorgt. Dieses Gesetz ist zugleich das letzte bekannte Gesetz eines weströmischen Kaisers. Glycerius ernennt keinen Konsul für 474 und akzeptiert stattdessen den östlichen Konsul, den noch minderjährigen Kaiser Leo II., dessen Regierungszeit mit 473 bis 474 angegeben wird. Dies gilt als möglicher Hinweis darauf, dass Glycerius eine Aussöhnung mit dem Oströmischen Reich versucht. Gundobad ist außerdem König von Burgund; seine Herrschaft wird mit 473 oder 474 bis 516 angegeben. Als foederatus unterhält er gute Beziehungen zum Oströmischen Reich. Mathisen nennt als Möglichkeiten, dass Gundobad weitere Truppen in Gallien anzuwerben versucht oder dass er Italien verlässt, um nach dem Tod seines Vaters Gundioch sein Erbe zu sichern. - Über Glycerius ist fast nichts bekannt. Penny MacGeorge erklärt, dass über ihn „fast nichts bekannt“ sei. Sie schreibt, er sei vermutlich ein Italiener aus der Oberschicht, doch seine Familie sei unbekannt und müsse nicht aristokratisch gewesen sein. Glycerius steigt zum comes domesticorum auf, also zum Befehlshaber der Palastwache, und dient wahrscheinlich während der Herrschaft des weströmischen Kaisers Olybrius in diesem Amt. Die Westgoten und Ostgoten sind germanische Gruppen, die als foederati in Gallia Aquitania beziehungsweise in Pannonia Prima und Valeria angesiedelt sind. Über die Ereignisse der Herrschaft des Glycerius sind nur wenige Angaben überliefert. Die Überlieferung besteht aus einigen bruchstückhaften Hinweisen in den von Ralph Mathisen als dürftige Chroniken bezeichneten Quellen, darunter die Annalen des Marcellinus Comes, die Gallische Chronik von 511 und die Chronik von Saragossa, sowie aus kleineren Hinweisen des Schriftstellers Jordanes aus dem 6. Jahrhundert und des Bischofs Ennodius. Der Historiker Theophanes aus dem 9. Jahrhundert bezeichnet Glycerius lediglich als einen „nicht verächtlichen Mann“. Ennodius, Bischof von Pavia, berichtet in seiner Vita des heiligen Epiphanius, Glycerius vergebe auf die Fürsprache des Bischofs Epiphanius von Pavia Männern unter seiner Herrschaft das Unrecht, das sie seiner Mutter zugefügt hätten. Mathisen erklärt, die Verletzungen der Mutter des Glycerius könnten eine Reaktion auf dessen Bestechung Videmirs sein, hält aber fest, dass solche Maßnahmen ein regelmäßiger Bestandteil kaiserlicher Politik seien, und vermutet, die Angreifer könnten Soldaten gewesen sein, was ihre Straflosigkeit erkläre. Nach seiner Absetzung wird Glycerius unverzüglich zum Bischof von Salona in Dalmatien geweiht. Er stirbt irgendwann nach 474, möglicherweise 480. Er wird gelegentlich mit einem Glycerius gleichgesetzt, den König Odoaker zum Erzbischof von Mailand erhoben habe; dies sei jedoch wahrscheinlich unzutreffend. Die Quelle für die Beförderung des Glycerius zum Erzbischof sei eine unklare Zeile des Ennodius, in der dieser neben anderen Erzbischöfen von Mailand einen Erzbischof namens Glycerius lobe. Dieser Abschnitt scheine jedoch entweder verderbt oder später ergänzt worden zu sein, um den Erzbischof Glycerius mit dem Kaiser Glycerius gleichzusetzen. | |||
*'''473:''' [https://de.wikipedia.org/wiki/Julius_Nepos Julius Nepos] Am 1. Juni 473 ist Julius Nepos erstmals als Heermeister Dalmatiens bezeugt; möglicherweise bekleidet er dieses Amt bereits seit dem Tod des Marcellinus. Im März 473 ernennt der burgundische König Gundobad, ein Neffe Ricimers, den Befehlshaber der Palastgarde Glycerius zum weströmischen Kaiser. Glycerius regiert von 473 bis 474. Leo I. ist darüber erzürnt und ernennt Nepos zum Befehlshaber eines Heeres, das Italien angreifen und Glycerius absetzen soll. Der Winter verhindert jedoch, dass Nepos für einige Monate gegen Glycerius vorgeht. Durch die Ernennung des Nepos versucht Leo I., seine Autorität im Westen durchzusetzen, und möglicherweise will er zugleich einen möglichen Rivalen im Osten beseitigen. | |||
*[[474#RÖMISCHES_REICH | Fortsetzung 474]] | |||
*'''472:''' Simplicius: Im Jahr 472 gerät Simplicius in einen Konflikt mit Kaiser Anthemius, während er gleichzeitig weiterhin die Entscheidung des Konzils von Chalcedon gegen die miaphysitische Häresie verteidigt und die Menschen in Italien gegen marodierende barbarische Soldaten unterstützt. Der Konflikt mit Anthemius prägt seine päpstliche Tätigkeit in diesem Jahr und steht neben seiner Auseinandersetzung mit den kirchlichen Richtungen, die der Entscheidung von Chalcedon widersprechen. Zugleich setzt Simplicius seine Bemühungen fort, die katholische Position gegenüber abweichenden Lehren im Osten zu behaupten und die Gläubigen in Italien angesichts der Unruhen und Übergriffe zu unterstützen. | |||
*'''472:''' [https://de.wikipedia.org/wiki/Glycerius Glycerius] Glycerius dient wahrscheinlich während der Herrschaft des Olybrius als comes domesticorum. | |||
*'''471:''' Weströmisches Reich, Sidonius: Von 471 bis 474 stellt Sidonius als Führer und Bischof der Auvergne zusammen mit seinem Schwager Ecdicius, den er zum militärischen Führer bestimmt, mit eigenen Mitteln und der Unterstützung anderer Aristokraten eine Truppe auf und verteidigt während vier Jahren die Auvergne gegen alljährliche Eroberungsversuche der arianischen Westgoten unter König Eurich II., der 469 das foedus von 418 gebrochen hat und sein Reich bis ans Mittelmeer und an die Rhône zu erweitern sucht, Sidonius hat zu Eurichs Bruder und Vorgänger Theoderich II. gute Beziehungen, begräbt nach den Ereignissen die Hoffnung, die römische Ordnung in Gallien mit Hilfe der föderierten Westgoten zu erhalten, wendet sich vom Prinzip des foedus ab und entwickelt römischen Patriotismus und Bindung an die katholische Kirche. | |||
*'''470:''' Weströmisches Reich, Sidonius: In den Jahren 469/470 oder 471 wendet sich Sidonius wieder dem Landleben auf seinem Gut Avitacum zu, unterbrochen von Aufenthalten in Lugdunum und Arverni, er baut Beziehungen zum einflussreichen Bischof Patiens von Lugdunum und anderen Klerikern auf und bekleidet möglicherweise eine kirchliche Würde, in dieser Phase wird er auserwählt, Bischof von Clermont zu werden, das Ansehen seiner Familie und seines Schwiegervaters sowie seine politischen Einflussmöglichkeiten tragen zu dieser Wahl bei, mit der Annahme der Wahl wird Sidonius zum politischen Führer der Auvergne, da das Bischofsamt in Gallien zugleich ein politisches Amt ist und die katholische Kirche zur Rückzugstellung des Römertums in Gallien wird. Ab etwa 470 entsteht die umfangreiche Briefsammlung von 147 Stücken in neun Büchern, in die weitere Gedichte aufgenommen sind, die ersten acht Gedichte sind Panegyrici im Stil Claudians und dokumentieren wichtige politische Ereignisse, Carmen 7 ist eine Lobrede auf Avitus zu seiner Erhebung zum Kaiser, Carmen 5 ist eine Lobrede auf Kaiser Majorian und zeigt, dass Sidonius Gefühle gegenüber dem für den Tod seines Schwiegervaters verantwortlichen Kaiser hintanstellen kann, Carmen 2 ist eine Lobrede auf Anthemius und Teil seiner Bemühungen, Stadtpräfekt von Rom zu werden. | |||
*'''469:''' Weströmisches Reich: [http://de.wikipedia.org/wiki/Sidonius_Apollinaris Sidonius Apollinaris] Sidonius übt die Stadtpräfektur von Rom möglicherweise bis ins Frühjahr 469 aus, besonders erfolgreich ist er im Amt nicht, doch erhält er nach Ablauf der Stadtpräfektur die Würde eines patricius, er zieht sich aus dem politischen Leben in Rom zurück, möglicherweise im Zusammenhang mit dem Prozess gegen seinen Freund Arvandus, der sich einer Verschwörung mit den Westgoten schuldig gemacht hat, im selben Zeitraum haben die Westgoten 468 das foedus von 418 gebrochen und sich vom weströmischen Reich losgesagt. | |||
*'''468:''' [https://de.wikipedia.org/wiki/Julius_Nepos Julius Nepos] 468 stirbt Marcellinus, der Onkel des Julius Nepos. Vor seinem Tod ist er ein weitgehend selbständiger Statthalter Dalmatiens. Nach seinem Tod übernimmt Nepos diese Stellung. Marcellinus hat in mehreren Feldzügen gegen die Vandalen gekämpft und vorübergehend vandalische Versuche abgewehrt, Sardinien unter ihre Kontrolle zu bringen. | |||
*'''468:''' Weströmisches Reich: [http://de.wikipedia.org/wiki/Sidonius_Apollinaris Sidonius Apollinaris] Am 1. Januar 468 verfasst Sidonius als Symbol der Versöhnung der gallischen mit den italischen Senatoren einen panegyricus auf Anthemius und trägt ihn vor, Anthemius belohnt ihn mit dem prestigeträchtigen Amt eines praefectus urbi Romae, die politische Karriere gipfelt in dieser Stadtpräfektur, Sidonius übt das Amt mindestens einige Monate aus. | |||
*'''468:''' Simplicius: Simplicius wird in Tivoli im Latium als Sohn eines Bürgers namens Castinus geboren, sein lateinischer Name bedeutet „der Einfache“ und er gehört als Papst und Heiliger der katholischen Kirche an. Nach dem Tod des Papstes Hilarius besteht eine Sedisvakanz von zehn Tagen, und Simplicius wird am 25. Februar 468 zum Bischof von Rom konsekriert. Er übernimmt damit das Papstamt und beginnt seinen Papstdienst im Jahr 468, während seine Amtszeit von Beginn an von kirchlichen und politischen Spannungen geprägt ist. Als Papst verteidigt Simplicius die Entscheidungen des Konzils von Chalcedon gegen die eutychianische beziehungsweise miaphysitische Häresie und wendet sich gegen die entsprechenden Strömungen im Osten des Reiches. In diesem Zusammenhang wendet er sich an die Kaiser Basiliskos und Leo I. im Oströmischen Reich, um die Wiederherstellung katholischer Bischöfe zu erreichen, und setzt seine Tätigkeit als Patriarch von Rom und Papst ein, um die Autorität Roms im Westen zu sichern. - Simplicius verteidigt die Entscheidung des Konzils von Chalcedon gegen die miaphysitische beziehungsweise eutychianische Häresie, er hilft den Menschen in Italien gegen marodierende barbarische Soldaten und bemüht sich, die Auswirkungen germanischer Invasionen abzumildern. Er arbeitet daran, die Autorität von Rom im Westen zu erhalten und beendet die Praxis, Bischöfe nur im Dezember vor Weihnachten zu weihen, indem er zusätzlich im Februar heilige Weihen vornimmt. Er lässt eine Kirche mit dem Namen Santa Bibiana in Erinnerung an die Jungfrau und Märtyrin Bibiana errichten und weiht die Kirche Santo Stefano Rotondo auf dem Caelius, die Kirche S. Andrea nahe S. Maria Maggiore und eine dem heiligen Laurentius geweihte Kirche im Campo Verano. Ausserdem bemüht er sich, den Menschen in Italien gegen die marodierenden barbarischen Angreifer beizustehen. [https://de.wikipedia.org/wiki/Hilarius_(Papst) Papst Hilarius (461–468)] | |||
*'''467:''' Weströmisches Reich: [http://de.wikipedia.org/wiki/Sidonius_Apollinaris Sidonius Apollinaris] Im Jahr 467 wird Sidonius offiziell aufgefordert, sich in Rom einzufinden, er zieht als Vorsteher einer Delegation der Auvergne zum neuen Kaiser Anthemius, der nach einem zweijährigen Interregnum mit oströmischer Unterstützung an die Macht kommt. | |||
*'''461:''' Weströmisches Reich: [http://de.wikipedia.org/wiki/Sidonius_Apollinaris Sidonius Apollinaris] Im August 461 entmachtet und richtet Ricimer Kaiser Majorian hin, diese überraschende Entwicklung beendet für längere Zeit die politische Karriere des Sidonius, er zieht sich auf seine Domänen in der Auvergne und im Lyonnais zurück, widmet sich der Poesie, seinen Freunden und seinen Kindern und wendet sich in dieser Zeit dem Christentum zu, möglicherweise bekleidet er weiterhin öffentliche Ämter. | |||
*'''460:''' Weströmisches Reich: [http://de.wikipedia.org/wiki/Sidonius_Apollinaris Sidonius Apollinaris] Im Jahr 460 beschuldigt man Sidonius, ein anonymes Pamphlet gegen Majorian verfasst zu haben, Majorian schenkt diesem Vorwurf keinen Glauben und lässt Sidonius in seiner Stellung. | |||
*'''458:''' Weströmisches Reich: [http://de.wikipedia.org/wiki/Sidonius_Apollinaris Sidonius Apollinaris] Beim Einzug Majorians in Lugdunum 458 hält Sidonius erneut einen panegyricus, diese Geste leitet eine neue Phase seiner politischen Aktivitäten ein, er dient dem Kaiser in nicht genauer bekannter Funktion, möglicherweise als tribunus et notarius, erhält den Titel comes und wird an die Tafel des Kaisers zugelassen. | |||
*'''457:''' Weströmisches Reich: [http://de.wikipedia.org/wiki/Sidonius_Apollinaris Sidonius Apollinaris] Anfang 457 findet Avitus den Tod und wird wenig später durch Majorian abgelöst, der vom magister militum Ricimer unterstützt wird, viele gallische Aristokraten weigern sich zunächst, Majorian anzuerkennen, Sidonius schliesst sich letztlich dem neuen Kaiser an und plant einen weiteren panegyricus. | |||
*'''456:''' Weströmisches Reich: [http://de.wikipedia.org/wiki/Sidonius_Apollinaris Sidonius Apollinaris] Am 1. Januar 456 trägt Sidonius vor dem Senat in Rom einen panegyricus auf Avitus vor, Avitus belohnt ihn mit einem Bronzestandbild auf dem forum Traianum, Ende 456 wird Avitus durch einen Militärputsch gestürzt. | |||
*'''455:''' Weströmisches Reich: [http://de.wikipedia.org/wiki/Sidonius_Apollinaris Sidonius Apollinaris] Nachdem Petronius Maximus 455 gestürzt wird und Avitus mit Unterstützung der seit 418 in Aquitanien siedelnden Westgoten den Purpur nimmt, folgt Sidonius seinem Schwiegervater nach Rom und bereitet sich auf dessen öffentliche Ehrung vor. | |||
*'''452:''' Weströmisches Reich: [http://de.wikipedia.org/wiki/Sidonius_Apollinaris Sidonius Apollinaris] Um 452 heiratet Sidonius seine Cousine Papianilla, die Tochter des späteren weströmischen Kaisers Avitus, aus dieser Ehe gehen vier Kinder hervor, der Sohn Apollinaris und die drei Töchter Roscia, Severiana und Alcima, als Teil der Mitgift erhält Sidonius das Gut Avitacum, wahrscheinlich das heutige Aydat. | |||
*'''431:''' Weströmisches Reich: [http://de.wikipedia.org/wiki/Sidonius_Apollinaris Sidonius Apollinaris] Sidonius Apollinaris wird am 5. November 431 oder 432 in Lyon geboren, sein Vater und sein Großvater Apollinaris haben das Amt eines praefectus praetorio Galliarum inne, die Familie gehört zum gallischen Senatsadel und zählt zur weströmischen Reichselite, Sidonius erhält in Lugdunum und Arelate eine Ausbildung in Grammatik und Rhetorik nach dem seit Quintilian geltenden System. | |||
*'''397:''' [http://de.wikipedia.org/wiki/Severin_von_K%C3%B6ln '''Bischof Severin von Köln (397)'''] Köln gehörte im Jahr 397 zum Römischen Reich, genauer zur Provinz Germania secunda im spätantiken Westreich; die Stadt war damals noch eine römische Stadt und nicht Teil eines „Staates“ im modernen Sinn. In der späten Antike ging die römische Herrschaft am Rhein jedoch bereits ihrem Ende entgegen. | |||
'''Oströmisches Reich''' | '''Oströmisches Reich''' | ||
*[ | |||
*[http://de.wikipedia.org/wiki/Leo_II._(Byzanz) '''Kaiser Leo II. (474)'''] <br /> | *[https://de.wikipedia.org/wiki/Leo_I._(Byzanz) Kaiser Leo I. (457–474)] <br /> | ||
*[http://de.wikipedia.org/wiki/Leo_II._(Byzanz) '''Kaiser Leo II. (474)'''] (gleichzeitig Konsul) <br />Nach dem Tod seines Großvaters Leo I. am 18. Januar übernimmt der junge Leo II. nominell die Alleinherrschaft. Bereits am 29. Januar krönt Leo II. seinen Vater Zenon zum Mitkaiser. In seine zehnmonatige Regierungszeit fällt die Erhebung des Julius Nepos zum letzten legitimen weströmischen Kaiser. Leo II. stirbt am 17. November an einer unbekannten Krankheit und hinterlässt Zenon als Alleinherrscher im Osten. | |||
*[ | *[https://de.wikipedia.org/wiki/Zenon_(Kaiser) Kaiser Zenon (474–491)] <br />1117D: Durch den überraschenden Tod seines Sohnes Leo II. wird Zenon Alleinherrscher im Oströmischen Reich. | ||
*[http://de.wikipedia.org/wiki/Akakios_von_Konstantinopel Patriarch Akakios von Konstantinopel (471–489)] | *[http://de.wikipedia.org/wiki/Akakios_von_Konstantinopel Patriarch Akakios von Konstantinopel (471–489)] | ||
*[ | *[https://de.wikipedia.org/wiki/Basiliskos Basiliskos] Leo stirbt am 18. Januar. Leo II. besteigt den Thron. Zenon wird am 29. Januar zum Mitkaiser eingesetzt und gekrönt. Als Leo II. im Herbst stirbt, wird Zenon alleiniger oströmischer Kaiser. Zenon regiert zunächst von 474 bis 475 und später erneut von 476 bis 491. Julius Nepos regiert von 474 bis 475 oder 480. Basiliskos ist durch Heirat mit Julius Nepos verbunden. Zenon ist bei der Bevölkerung und im Senat unpopulär, teilweise wegen seiner isaurischen Herkunft und teilweise wegen der Erwartung, dass seine Herrschaft Isaurier in hohe Ämter bringt. Verina, die Zenons Erhebung zuvor unterstützt hat, verschwört sich mit anderen gegen ihn. Sie plant nach allgemeiner Auffassung, ihren Geliebten Patricius, den magister officiorum, zum Kaiser zu machen und ihn zu heiraten. Theoderich Strabo, Basiliskos, die isaurischen Brüder Illus und Trokundes sowie Armatus unterstützen die Verschwörung. Die Verschwörung besitzt Rückhalt im Militär, im oströmischen Senat und bei Basiliskos, Illus und Trokundes. Die Haltung des Patriarchen Akakios von Konstantinopel bleibt unklar. Basiliskos ist mit Zenonis verheiratet und Vater des Marcus; Zenonis wird möglicherweise miaphysitischer Einfluss zugeschrieben. | ||
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Akakios_von_Konstantinopel Patriarch Akakios von Konstantinopel (471–489)] <br /> | |||
*[https://en.wikipedia.org/wiki/Anastasius_I_of_Jerusalem Patriarch Anastasios I. (Jerusalem, 458-478)] <br /> | |||
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Timotheos_III._Salophakiolos Patriarch Timotheos III. Salophakiolos (Alexandria, 1. Amtszeit 460–475)] <br /> | |||
*[[475#RÖMISCHES_REICH | Fortsetzung 475]] | |||
*'''473:''' Leo I.: Im Jahr 473 schließen das Oströmische Reich und Theoderich Strabo eine Vereinbarung. Das Reich verpflichtet sich darin zur Zahlung eines jährlichen Tributs von 2.000 Goldstücken. Die schwierigen Beziehungen zu den germanischen Gruppen auf Reichsboden bestehen weiter. Leon I. bekleidet im Jahr 473 zum fünften und letzten Mal während seiner Herrschaft das Konsulat. | |||
*'''473:''' [http://de.wikipedia.org/wiki/Leo_II._(Byzanz) Leo] Ein Jahr später, wahrscheinlich am 17. November 473, wird Leo (später Leo II.) zum Augustus und Mitkaiser erhoben. In diesem Zusammenhang jubelt ihm die Bevölkerung von Konstantinopel auf Griechisch zu, während die versammelten Soldaten ihm auf Latein zujubeln. | |||
*'''473:''' Während seines Patriarchats leitet Anastasios I. im Jahr 473 die Bestattung des heiligen Euthymios des Großen. | |||
*[[474#RÖMISCHES_REICH | Fortsetzung 474]] | |||
*'''472:''' Leo I.: Im Jahr 472 zieht ein Teil der Männer Theoderichs des Amalers nach Noricum und unterstützt Anthemius gegen Ricimer. | |||
*'''472:''' [http://de.wikipedia.org/wiki/Leo_II._(Byzanz) Leo] Einige Monate nach der Beseitigung des Patricius wird Leo (später Leo II.) im Oktober als nächster männlicher Verwandter Leos I. zum Caesar und zum Thronfolger erhoben. | |||
*'''471:''' Leo I.: Im Sommer 471 werden Aspar, sein Sohn Ardabur und wahrscheinlich auch Patricius während eines Banketts im Großen Palast ermordet. Die Tat wird offenbar von Eunuchen des Palastes ausgeführt. Nach dieser Beseitigung Aspars und seiner Söhne endet der Einfluss der Alanen am kaiserlichen Hof. Einige Quellen, darunter Malchos von Philadelphia, geben Leon I. deshalb den Beinamen Makelles, „der Schlächter“. Zenon kehrt in diesem Jahr nach Konstantinopel zurück und scheint an der Ermordung Aspars beteiligt zu sein. Die Beseitigung des Caesar Patricius stärkt zugleich die Stellung Leons II. in der Nachfolgefrage. Unmittelbar nach Aspars Ermordung erheben sich die gotischen Truppen in Thrakien unter Theoderich Strabo, die traditionell Aspar verbunden sind. In Konstantinopel greifen gotische Verbände unter einem Mann namens Ostrys den Kaiserpalast an, um Aspars Tod zu rächen. Die Excubitores schlagen den Angriff zurück; die gotischen Truppen schließen sich danach Theoderich Strabo an. Basiliskos besiegt die Goten noch im selben Jahr. Theoderich Strabo verlangt daraufhin die Ansiedlung seiner Männer in Thrakien, Aspars Erbe und die Ernennung zum magister militum. Er erhält nur das Amt des magister militum und beginnt anschließend mit Plünderungen. Leon I. bekleidet im Jahr 471 zum vierten Mal während seiner Herrschaft das Konsulat. | |||
*'''471:''' [https://de.wikipedia.org/wiki/Basiliskos Basiliskos] Aspar und sein Sohn Ardabur werden getötet. Patricius wird schwer verwundet, seiner Stellung als Caesar enthoben und von Leontia geschieden. Basiliskos unterstützt Leo in dessen Machtkampf gegen Aspar und anschließend gegen Theoderich Strabo. Zenon gewinnt danach größeren Einfluss am Hof. Theoderich Strabo versucht, Aspar zu rächen, marschiert gegen Konstantinopel und wird von Basiliskos und Zenon zurückgedrängt. - 471/472: Basiliskos unterstützt Leo im Machtkampf gegen Aspar und danach gegen Theoderich Strabo. | |||
*'''471:''' [https://de.wikipedia.org/wiki/Armatus Armatus] Nach der Ermordung Aspars zettelt Theoderich Strabo möglicherweise eine Rebellion an. Gegen Ende der Herrschaft Kaiser Leos I. unterdrückt Armatus als magister militum per Thracias erfolgreich einen Aufstand in Thrakien, indem er thrakischen Gefangenen die Hände abhacken und sie den Rebellen überbringen lässt. | |||
*'''471:''' Akakios: Akakios ist ab 471 Patriarch von Konstantinopel. Zentrales Problem in der Amtszeit des Akakios ist die theologische Auseinandersetzung zwischen Orthodoxen und Monophysiten, die sich um die christologische Frage des Verhältnisses der göttlichen und menschlichen Natur Christi zueinander dreht. Da der Monophysitismus in Ägypten und im Orient stark verbreitet ist, droht im Oströmischen Reich eine staatsgefährdende Glaubensspaltung, der der Kaiser in Konstantinopel entgegenzuwirken sucht. Akakios unterstützt ihn dabei, indem er eine Glaubensformel, das Henotikon, verfasst. Die Beziehungen zwischen dem römischen Papst und dem Patriarchen in Konstantinopel sind ohnehin bereits belastet dadurch, dass in Chalcedon für den Patriarchen von Konstantinopel eine Sonderstellung vereinbart wird. Akakios nimmt 482 bei der Besetzung des Patriarchats von Alexandria, das zwischen Petros III. Mongos und Talaia umstritten ist, Partei für Ersteren. Im Oströmischen Reich setzen derweil Akakios und Kaiser Zeno alles daran, das Henotikon auch gegen den Widerstand der Monophysiten durchzusetzen. | |||
*'''470:''' Leo I.: Um das Jahr 470 bleibt Aspars Einfluss im Reich bestehen; zugleich ist seine Stellung wegen der wachsenden Feindseligkeit am Hof gefährdet. Patricius, ein Sohn Aspars, ist mit Leontia Porphyrogenita, der zweiten Tochter Leons I., verheiratet und zum Caesar erhoben worden. Dadurch kann er als möglicher Thronfolger erscheinen. Gleichzeitig ist Zenon mit Aelia Ariadne, der älteren Tochter Leons I., verheiratet, und ihr Sohn Leon II. besitzt ebenfalls einen Anspruch auf die Nachfolge. Im Jahr 470 nehmen Sarmaten Singidunum ein. Leon I. ruft den in Konstantinopel als Geisel lebenden Theoderich, den Sohn Thiudimirs, zur Hilfe. Theoderich vertreibt die Sarmaten, verweigert jedoch anschließend die Rückgabe Singidunums. Ein Teil seiner Gefolgschaft zieht nach Noricum und unterstützt dort Anthemius im Jahr 472 gegen Ricimer; ein anderer Teil verwüstet Gebiete auf dem Balkan, greift Naissus und Ulpiana an und bedroht nach dem Tod Leons I. Thessaloniki. Pannonien fällt an die Gepiden. | |||
*'''um 470:''' Justin (der spätere Kaiser): Militärkarriere in Konstantinopel; Teilnahme an den Isaurischen Kriegen | |||
*'''469:''' Leo I.: Im Jahr 469 unterstützt Zenon Leon I. gegen die Räuberzüge des Indacus Cottunes. Noch im selben Jahr wird Zenon jedoch aus Konstantinopel entfernt und zum magister militum für den Orient ernannt; dies geschieht wahrscheinlich auf Veranlassung Aspars. Ebenfalls im Jahr 469 versucht Anagastes, der magister militum von Thrakien, einen Aufstand. Nach dessen Scheitern erklärt er, auf Druck Aspars gehandelt zu haben. Die Quellen lassen offen, in welchem Maß die gegen Leon I. gerichteten Verschwörungen tatsächlich bestehen. Um 469 oder 470 führen die militärischen Maßnahmen Leons I. zur Beseitigung des Hunnenführers Dengizich und zur endgültigen Auflösung des Hunnenreiches. Der Kopf Dengizichs, eines Sohnes Attilas, wird nach Konstantinopel geschickt und öffentlich ausgestellt. Für das Jahr 469 sind außerdem Spuren der später als Anastasiusmauer bezeichneten Befestigungsanlage außerhalb Konstantinopels nachweisbar. | |||
*'''468:''' Leo I.: Im Jahr 468 scheitert die gemeinsame große Expedition gegen das Vandalenreich. Der Misserfolg schwächt Leon I. und ermöglicht Aspar einen erneuten Einflussgewinn. Basiliskos, der Bruder der Kaiserin Verina, führt den Feldzug gegen die Vandalen an. Trotz des Scheiterns behält er seine Stellung, wahrscheinlich mit Unterstützung Verinas; später unterstützt er Leon I. bei der Beseitigung Aspars und wird Vorsitzender des Senats. Ebenfalls im Jahr 468 erlässt Leon I. ein Gesetz zur Regelung der Bucellarii, die als private Soldatenverbände oder Gefolgschaften auftreten können. Das Gesetz soll ihre Verbreitung und ihre Auswirkungen auf die öffentliche Ordnung stärker begrenzen. In diesem Jahr besiegt der Suebe Hunimund, der von Skiren, Gepiden und Sarmaten unterstützt wird, die in Pannonien lebenden Goten unter der Dynastie der Amaler. | |||
*'''468:''' [https://de.wikipedia.org/wiki/Basiliskos Basiliskos] Basiliskos erhält das Kommando über einen Feldzug gegen das Vandalenreich und wird wahrscheinlich zugleich zum magister militum praesentalis befördert. Seine Flotte soll aus 1.113 Schiffen mit mehr als 100.000 Männern bestehen, darunter Söldner aus weit entfernten Gebieten wie Öland in Schweden. Basiliskos wird erstmals als patricius erwähnt. Marcellinus nimmt Sardinien mit geringem Widerstand ein. Herakleios von Edessa nimmt die Festung Tripolis in Libyen ein. Beide wollen sich mit Basiliskos’ Kräften vereinigen. Basiliskos’ Galeeren zerstreuen die vandalische Flotte nahe Sizilien. Basiliskos nutzt diesen Vorteil jedoch nicht aus und lässt seine Kräfte am Kap Bon, etwa 60 Kilometer von Karthago entfernt, ruhen. Geiserich täuscht Friedensbereitschaft vor und schlägt einen Waffenstillstand von fünf Tagen vor, um Zeit zur Vorbereitung zu gewinnen; Basiliskos nimmt das Angebot an. Geiserich stellt eine neue Flotte mit Brandschiffen zusammen und greift die römische Flotte in der Schlacht am Kap Bon an. Die römische Flotte wird durch Brandschiffe, ungünstige Winde und den Überraschungsangriff geschlagen; die Hälfte der Flotte wird zerstört. Basiliskos flieht mit den übrigen Schiffen nach Sizilien, um sich mit Marcellinus’ Streitkräften zu vereinigen. Marcellinus wird ermordet, möglicherweise auf Befehl Ricimers. Herakleios kehrt auf dem Weg, auf dem er gekommen ist, in das Oströmische Reich zurück, ohne Karthago erreicht zu haben. Basiliskos kehrt nach Konstantinopel zurück. Die Ausrüstung der Flotte kostet insgesamt 130.000 Pfund beziehungsweise 59.000 Kilogramm Gold, mehr als der gesamte Staatsschatz des Oströmischen Reiches; das Reich steht danach mehr als 30 Jahre lang nahe dem Bankrott. Nach seiner Rückkehr sucht Basiliskos Zuflucht in der Sophienkirche. Verina tritt bei Leo für ihn ein, woraufhin er begnadigt wird. Er bleibt möglicherweise magister militum praesentalis, lebt jedoch weitgehend zurückgezogen in Herakleia am Propontis. Aspar wird verdächtigt, Basiliskos zum Verrat am Feldzug angestiftet, mit den Vandalen sympathisiert und ihm die Kaiserwürde anstelle Leos versprochen zu haben. Eine Quelle berichtet, Aspar sei wegen seiner geäußerten Verdächtigungen seines Ranges enthoben worden; andere Historiker halten dies nahezu sicher für eine Verwechslung mit der Ungnade seines Sohnes Ardabur. | |||
*'''467:''' Leo I.: Im Jahr 467 entlässt Leon I. den heidnischen Quaestor des Palastes Isokasios wegen dessen als zu stark angesehenen Heidentums aus seinem Amt. Im selben Jahr wird Leon II., der Sohn Zenons und Aelia Ariadnes, geboren. Er kann von nun an als möglicher Nachfolger seines Großvaters Leon I. gelten. | |||
*'''467:''' [http://de.wikipedia.org/wiki/Leo_II._(Byzanz) Leo] Leo (später Leo II.) wird im August oder September 467 geboren. Er ist der Sohn Zenons und Ariadnes. Ariadne ist die Tochter Leos I. und Verinas. | |||
*'''467:''' [https://de.wikipedia.org/wiki/Basiliskos Basiliskos] Basiliskos behält den Rang eines magister militum per Thracias bis 467 oder 468. | |||
*'''466:''' Leo I.: Im Jahr 466 gestattet Leon I. Zenon die Heirat mit seiner Tochter Aelia Ariadne. Zenon und Aelia Ariadne bekommen spätestens im folgenden Jahr einen Sohn, Leon II. Durch diese Ehe und die Geburt des Sohnes kann Leon II. als möglicher Thronfolger erscheinen und tritt in Konkurrenz zu Patricius, dem Sohn Aspars. Im selben Jahr bekleidet Leon I. zum dritten Mal während seiner Herrschaft das Konsulat. Tatianus ist gemeinsam mit Leon I. Konsul des Westens. | |||
*'''466:''' [https://de.wikipedia.org/wiki/Basiliskos Basiliskos] 466/467: Basiliskos führt gemeinsam mit Anagast, Aspar und Ostrys Truppen in einem Krieg gegen eine gemischte Gruppe aus Hunnen und Goten. | |||
*'''465:''' Leo I.: Im Jahr 465 legt der Isaurier Zenon dem Kaiser Leon I. Briefe vor, die Kontakte zwischen Ardabur und dem sassanidischen Hof bezeugen sollen. Leon I. ist von einem Einvernehmen Ardaburs mit dem Feind überzeugt und enthebt ihn deshalb seines Amtes als magister militum für den Orient. Zenon tritt damit erstmals deutlich hervor und scheint bereits besonderen Einfluss zu besitzen. Leon I. verleiht ihm das Amt des Comes domesticorum, wodurch Zenon zum Befehlshaber der kaiserlichen Leibgarde wird. Ebenfalls im Jahr 465 wird Herminerich, ein weiterer Sohn Aspars, Konsul. | |||
*'''465:''' [https://de.wikipedia.org/wiki/Basiliskos Basiliskos] Basiliskos wird gemeinsam mit Flavius Hermenericus, dem westlichen Konsul, Konsul des Ostens. | |||
*'''464:''' Leo I.: Im Jahr 464 verwüstet ein großer Brand Konstantinopel. Aspar scheint bei den Maßnahmen nach diesem Brand eine führende Rolle einzunehmen. Leon I. verlegt seinen Hof für mehrere Monate in den außerhalb der Stadtmauern gelegenen Palast von Sankt Mamas, während Konstantinopel wiederaufgebaut wird. | |||
*'''464:''' [https://de.wikipedia.org/wiki/Basiliskos Basiliskos] Basiliskos erhält ungefähr in diesem Jahr den Rang eines magister militum per Thracias und behält ihn bis 467 oder 468. Während dieser Zeit erringt er in Thrakien zahlreiche Siege gegen Hunnen und Goten. | |||
*'''463:''' Leo I.: Um das Jahr 463 erscheint vor Leon I. eine Gesandtschaft, zu der nach Priskos unter anderem Onoguren gehören. Die Gesandtschaft belegt Beziehungen des Reiches zu weiteren Völkern der Steppe. | |||
*'''462:''' Leo I.: Im Jahr 462 bekleidet Leon I. zum zweiten Mal während seiner Herrschaft das Konsulat. Die konsularischen Münzen zeigen den Kaiser mit der mappa und einem kreuzförmigen Zepter; auf der Rückseite erscheint er in konsularischer Kleidung, von vorn sitzend und mit erhobener mappa, die den Beginn der konsularischen Spiele bezeichnet. Diese Münzen werden vor allem in Thessaloniki geprägt. | |||
*'''461:''' Leo I.: Im Jahr 461 heiratet Flavius Dagalaiphus, der in diesem Jahr Konsul ist, die Tochter Ardaburs. Dieses Bündnis bezeugt Aspars Verbindungen zu weiteren römischen Aristokraten. Leon I. bekleidet in diesem Jahr zudem zum ersten Mal während seiner Herrschaft das Konsulat; insgesamt ist er in den Jahren 458, 462, 466, 471 und 473 fünfmal Konsul. | |||
*'''460:''' Timotheos III.: Im Jahr 460 vertreibt der Kaiser den Miaphysitischen Patriarchen Timotheus Ailouros aus Alexandria und setzt den Chalkedonischen Timotheus Salophakiolos als Patriarchen ein. *'''460:''' [https://en.wikipedia.org/wiki/Timothy_II_of_Alexandria Koptischer Papst Timotheus II. Eluros (Alexandria, 1. Amtszeit 454–460)]: Kaiser Leo I. vertreibt Timotheus aus Alexandria und setzt den chalzedonischen Timotheus III. Salophakiolos als Patriarchen ein. | |||
*'''460:''' Leo I.: Leo führt um 460 die Excubitores ein, eine dreihundert Mann starke kaiserliche Garde, die ihm vollständig ergeben ist. Brian Croke sieht darin weniger die Schaffung einer neuen Einheit als die Umgestaltung einer bereits bestehenden Truppe, die als Gegengewicht zu anderen militärischen Einheiten in Konstantinopel dienen soll, insbesondere zu den häufig Aspar verpflichteten gotischen Kontingenten. | |||
*'''459:''' Leo I.: Leo beruft Flavius Constantinus, einen Phryger und früheren Prätorianerpräfekten des Ostens, im Jahr 459 erneut in dieses Amt. | |||
*'''458:''' Leo I.: Leo ist im Jahr 458 Konsul. | |||
*'''458:''' Anastasios I. ist Patriarch der Kirche von Jerusalem. Über sein Leben ist nur wenig bekannt. Er folgt Juvenal von Jerusalem als Patriarch nach. [https://en.wikipedia.org/wiki/Juvenal_of_Jerusalem '''Patriarch Juvenal (Jerusalem, 451-458, Bischof Juvenal (Jerusalem 422–451)] | |||
*'''457:''' Leo I.: Der Tod Kaiser Markians im Januar 457 löst eine schwierige politische Übergangsphase aus. Es gibt keinen bestimmten Erben, und Markian hat keinen Nachfolger zum Mitkaiser erhoben. Das Entscheidungsrecht liegt daher beim Senat von Konstantinopel, den obersten militärischen Befehlshabern und den das oströmische Heer prägenden Patronagenetzwerken. Die beherrschende Gestalt ist Aspar, Heermeister in kaiserlicher Anwesenheit gotisch-alanischer Herkunft. Die genauen Umstände von Leos Thronbesteigung bleiben nur unzureichend bekannt. Aspar wählt Leo unter den Palastoffizieren mittleren Ranges aus, während Leo zugleich in der Hauptstadt ausreichend bekannt ist, um bei den Eliten als legitim zu gelten. Leo ist fast sechzig Jahre alt, hat keinen Sohn und damit keinen möglichen unmittelbaren Nachfolger, was seine Erhebung als Übergangslösung begünstigen kann. Nach dem Tod Markians vergeht nur etwa eine Woche, bevor Leo gekrönt wird. Leo wird im Lager von Hebdomon auf dem Marsfeld von der Armee zum Kaiser ausgerufen. An der Zeremonie nehmen neben den palatinischen Scholae, den Einheiten der kaiserlichen Garde, Senatoren, hohe Würdenträger des Reiches einschließlich Aspars sowie der Patriarch teil. Es ist die letzte Krönungszeremonie außerhalb der Kaiserstadt. Die Akklamationen rufen vor allem das göttliche Eingreifen zur Bestätigung der Wahl Leos an und bekräftigen die Einheit der beteiligten Körperschaften. Leo erhält zunächst einen Torques und bekommt einen weiteren von einem Soldaten in die Hand. Anschließend zieht er sich zurück, legt die Chlamys an, ersetzt den Torques durch ein Diadem, kehrt auf die Tribüne zurück, wird erneut ausgerufen und spricht selbst zum Volk. Patriarch Anatolios von Konstantinopel ist bei der Krönung anwesend. Nach Theophanes Confessor krönt er bei dieser Gelegenheit erstmals einen Herrscher mit dem Diadem; andere Historiker halten dagegen, Anatolios überreiche Leo nur das Diadem, während Leo sich selbst krönt. Nach der militärischen Zeremonie besucht Leo zwei nahe gelegene Kirchen, zuerst die Kirche des Pavillons und danach zu Pferd die Kirche des heiligen Johannes des Täufers. Er nimmt beim Betreten jeweils das Diadem ab und bringt in der zweiten Kirche Opfergaben dar. In Konstantinopel nimmt er im Palast der Helenianai ein Prozessionskreuz entgegen und fährt mit Aspar auf einem Wagen über die Mese zur Hagia Sophia. Unterwegs legt er die militärische Kleidung ab und zieht die konsularischen Insignien an. In der Basilika legt er das Diadem am Eingang ab und wird dort formell durch den Patriarchen gekrönt. - Als Offizier einer Einheit der Palastgarde steht er Aspar nahe, einem am oströmischen Hof sehr einflussreichen General. Aspar spielt vermutlich eine entscheidende Rolle bei Leos Thronbesteigung. Während des größten Teils seiner Herrschaft bemüht sich Leo, sich von dem Einfluss seines Förderers zu lösen, und erreicht dies schließlich durch dessen Ermordung. Neben Aspar wirken weitere Einflussgruppen am Hof. Leo ist alt, hat keinen männlichen Nachkommen und keinen bestimmten Nachfolger. Der Isaurier Zenon erweist sich als besonders geschickt, indem er Aelia Ariadne, die Tochter Leos, heiratet. Leos Regierung fällt in die letzte Phase des Weströmischen Reiches. Leo greift in die westliche Politik ein und setzt beispielsweise Anthemius auf den westlichen Kaiserthron, besiegt jedoch das Vandalenreich nicht. In religiösen Fragen handelt er eher vorsichtig, bewahrt nur schwer den Frieden mit den Sassaniden und bemüht sich, die verschiedenen Bedrohungen für die römische Herrschaft auf dem Balkan abzuwehren. Nach seinem Tod folgt ihm sein junger Enkel Leo II. unter der Regentschaft dessen Vaters Zenon. - Leo stammt wie andere oströmische Kaiser dieser Zeit vom Balkan und scheint einfacher Herkunft zu sein. Als Berufssoldat veranschaulicht seine Herkunft die strategische Bedeutung dieser Grenzregion, aus der Generäle und sogar Herrscher hervorgehen. Nach Candidus Isaurus hat er dakische Abstammung; andere Chronisten, darunter Johannes Malalas, nennen eine bessische Herkunft und rücken ihn damit in die Nähe der Thraker. Antike Quellen nennen ihn unterschiedslos Thraker, Besser, Daker oder Illyrer. Leo erscheint unter Kaiser Markian als erfahrener Offizier, der bereits in Aspars militärische Netzwerke eingebunden ist. Er bekleidet den Rang eines Tribuns der Mattiarier und das Amt eines Comes, besonders in der Gegend von Selymbria. Möglicherweise verwaltet er nach Theophanes Confessor auch Besitzungen Aspars. Aspar kann wegen seiner Herkunft nicht selbst zur Herrschaft gelangen und fördert deshalb andere Personen. Seine Macht beruht in großem Umfang auf gotischen Gefolgschaften in und um Konstantinopel. Die Quellen beschreiben Leo als einen Mann, auf den Aspar für seine politischen und dynastischen Vorhaben zählen kann; zugleich hat Leo eine ausreichend lange und gefestigte Laufbahn, um in den militärischen und senatorischen Kreisen Konstantinopels Anerkennung zu finden. - Leo heiratet Verina, deren Herkunft unbekannt ist und die offenbar deutlich jünger als er ist. Seine Schwester Eufemia ist nur im Patria von Konstantinopel belegt; Leo soll sie wöchentlich besucht haben. Sie bleibt dort zufolge unverheiratet und errichtet nahe ihrer Wohnung eine Statue, an deren Standort die Einwohner ihre Bittschriften an den Kaiser hinterlassen. Leo nutzt seine Töchter, um Bündnisse in der Aristokratie zu schließen. Aelia Ariadne heiratet Zenon, und aus dieser Verbindung geht die Nachfolge durch Zenon und ihren Sohn Leo II. hervor. Leontia Porphyrogenita heiratet zunächst Patricius, einen Sohn Aspars, und nach dessen Tod Markian, den Sohn des weströmischen Kaisers Anthemius und der Marcia Euphemia. Verina bildet ebenfalls ein eigenes Netzwerk aus; ihr Bruder Basiliskos bekleidet hohe militärische Ämter, ihr Neffe Armatus ist Heermeister von Thrakien, und auch Epinicus kann sich auf seine Nähe zur Kaiserin berufen. - Leos Herrschaft ist am Hof von mehreren, teils miteinander konkurrierenden Einflusskreisen geprägt. Zu Beginn dominiert Aspar, während Leo versucht, dessen Einfluss schrittweise zurückzudrängen. Leo verleiht vermehrt Titel und Würden, insbesondere die Würde eines Patriziers, um Bündnisse mit Teilen der Aristokratie zu sichern. Zwei Heermeister in kaiserlicher Anwesenheit werden anstelle eines einzigen ernannt, um eine Konzentration von Macht zu begrenzen; unter Leo scheint auch das Ehrenkonsulat aufzukommen. Aspar und sein Sohn Ardabur verkörpern am Hof starken Einfluss, stoßen jedoch wegen ihrer Herkunft und ihrer Nähe zum Arianismus auf Widerstand. Aspar lässt die Aspar-Zisterne bauen und geht offenbar beim großen Brand der Hauptstadt den Maßnahmen voran. Er schließt zudem ein Bündnis mit anderen römischen Aristokraten, wie die Ehe des Flavius Dagalaiphus mit einer Tochter Ardaburs zeigt. Leo versucht früh, sich Aspars Einfluss zu entziehen. Johannes Zonaras berichtet von einem Wortwechsel, in dem Aspar Leo vorwirft, der Träger des kaiserlichen Purpurs dürfe nicht lügen, während Leo erwidert, es sei ebenso nicht angemessen, dass er wie ein Sklave gezwungen und geführt werde. - Leo führt den Ausbau Konstantinopels fort. Er gilt häufig als Gründer der Kirche der heiligen Maria an der Quelle, die an einer Quelle außerhalb der Stadtmauern errichtet wird, der wundertätige Eigenschaften zugeschrieben werden. Einer Legende zufolge wäscht Leo einem Blinden mit diesem Wasser die Augen, nachdem er eine Stimme hört, die ihm zugleich seine künftige Kaiserherrschaft ankündigt. Er lässt außerdem hinter der Kirche der heiligen Irene ein Forum mit Statuen anlegen; dort steht auch die sogenannte Leosäule, die um 1400 einstürzt. Es wird regelmäßig vermutet, dass der Koloss von Barletta ursprünglich für diese Säule geschaffen worden sein könnte und Leo darstellen könnte. Leo errichtet im Blachernenviertel zudem eine Kapelle zu Ehren der Gottesmutter neben einer bereits unter Markian gebauten Kirche. Diese Stiftung gehört zu den ersten Einrichtungen der späteren Kirche der heiligen Maria von Blachernai. Er lässt dort eine Ikone anbringen, die ihn selbst, Verina und ihre Kinder bei der Verehrung der Jungfrau Maria zeigt. Die Ikone ist mit einem Reliquiar verbunden, das ein Stück des Schleiers oder des Gewandes der Jungfrau Maria enthalten soll. - Die Münzprägung unter Leo unterscheidet sich insgesamt wenig von derjenigen seines Vorgängers. Der vorherrschende Solidus-Typ zeigt den Kaiser in Militärkleidung auf der einen Seite und die Allegorie des Sieges auf der anderen. Ein weiterer, konsularischer Typ zeigt den Kaiser mit Mappa und kreuzförmigem Zepter sowie auf der Rückseite sitzend in konsularischer Kleidung. Tremisses sind verhältnismäßig häufig und folgen meist dem Typus der Solidi in einfacherem Stil; Semisses und Silbermünzen sind besonders selten. Einige Siliquen zeigen Leo im Profil auf einer Seite und stehend in Militärkleidung mit Lanze auf der anderen. Kupfer-Nummi sind häufiger und können auf der Rückseite ein Monogramm, den stehenden Kaiser, einen Löwen oder die Kaiserin mit Kreuzglobus und Zepter darstellen. Die Münzprägung konzentriert sich vor allem auf Konstantinopel; weitere Werkstätten bestehen in Thessaloniki, Antiochia und Kyzikos, und kleine Mengen von Münzen Leos werden auch im Westen geprägt. - Bei Leos Thronantritt bestehen Überreste der hunnischen Macht in Gestalt verstreuter militärischer Gruppen unter den Söhnen und Nachfolgern Attilas fort. Römische Heere kämpfen auf dem Balkan weiterhin gegen die Gruppen des Dengizich und anderer hunnischer Anführer. Dengizich versucht zunächst, mit Leo eine Vereinbarung zu treffen, um die Ansiedlung der Hunnen abzusichern, doch Leo lehnt ab. Mehrere Unternehmungen unter Leo zerstören die letzten organisierten hunnischen Kräfte. Das Ende der hunnischen Bedrohung führt jedoch nicht zur Stabilisierung des Balkans, da die Goten in der Region verbleiben. Bei Leos Machtantritt muss er auch mit einer weiteren gotischen Gruppe in Pannonien umgehen, die unter der Amaler-Dynastie mit Thiudimir und Valamir ein von Konstantinopel unabhängiges Reich organisiert. Leo verweigert den ihnen versprochenen jährlichen Zuschuss, worauf die Goten mehrere Städte einschließlich Dyrrhachion einnehmen. Der General Anthemius wird gegen sie entsandt und erzielt unterschiedliche Ergebnisse. Ein Abkommen zu Beginn der 460er Jahre sieht vor, dass der spätere Theoderich der Große, Sohn Thiudimirs, als Geisel an den kaiserlichen Hof kommt und die Goten dafür jährlich dreihundert Pfund Gold erhalten. Leo unterstützt später eine gegen die Goten gerichtete Koalition unter dem Sueben Hunimund, die von Skiren, Gepiden und Sarmaten unterstützt wird. [https://de.wikipedia.org/wiki/Markian Kaiser Markian (450–457)] | |||
*'''457:''' [https://de.wikipedia.org/wiki/Basiliskos Basiliskos] Basiliskos dient Leo als Militärangehöriger. Er stammt vermutlich vom Balkan; sein Geburtsdatum ist unbekannt. Er ist der Bruder der späteren Kaiserin Verina, der Ehefrau des oströmischen Kaisers Leo I. Stefan Krautschick vertritt die Auffassung, dass Basiliskos aufgrund der Verwandtschaft seines Neffen Armatus mit dem Barbaren Odoaker ebenfalls dessen Onkel und damit ein Barbar sei; Wolfram Brandes und Hugh Elton widersprechen dieser Auffassung. Basiliskos ist mit Zenonis verheiratet und hat mit ihr einen Sohn namens Marcus. Zenonis’ Herkunft ist unbekannt; einige Autoren schreiben ihr Einfluss auf die miaphysitische Religionspolitik des Basiliskos zu. Basiliskos ist durch Heirat mit Kaiser Julius Nepos verwandt, da er der Onkel von dessen Ehefrau ist. Zenonis soll mit Armatus, dem Neffen des Basiliskos, ein Liebesverhältnis haben. Basiliskos erlaubt Armatus als Verwandtem freien Umgang mit Kaiserin Zenonis und verleiht ihm auf deren Bitte das höchste Amt der Stadt. | |||
*'''457:''' [http://de.wikipedia.org/wiki/Elias_von_Jerusalem Elias] Der Mönch Elias ist von Geburt Araber und wächst in einem ägyptischen Kloster auf. Im Jahre 457 wird er durch den monophysitischen Patriarchen von Alexandria Timotheos vertrieben und kommt nach Palästina, wo er in der Nähe von Jericho eine Laura gründet. Dort empfängt ihn Patriarch Anastasios von Jerusalem zur Priesterweihe. | |||
*'''454:''' Timotheus II.: Timotheus II. von Alexandria, auch Timotheus Ailuros oder Timotheus Ælurus genannt, verdrängt zweimal den chalzedonischen Patriarchen von Alexandria. Sein Beiname leitet sich vom griechischen Αἴλουρος ab und bedeutet „Katze“, wobei er wegen seiner kleinen Statur oder in diesem Fall wahrscheinlich als „Wiesel“ bezeichnet wird. Bevor er Bischof wird, ist Timotheus Mönch im Eikoston. Nach den prochalzedonischen Quellen wird Proterius von Alexandria, nachdem er nach dem Konzil von Chalzedon als Patriarch eingesetzt worden ist, auf Anstiftung des Timotheus während Ostern im Baptisterium ermordet. In den antichalzedonischen Quellen wird Proterius nach einem heftigen Wortwechsel auf Befehl des für Ägypten zuständigen byzantinischen Generals ermordet. Timotheus gibt der christlichen Gruppierung ihren Namen, die als Timotheaner oder alternativ als Sekte des Ælurus bekannt wird. Nach dem Tod des verbannten Dioskoros von Alexandria wird Timotheus von den miaphysitischen Gegnern des Konzils von Chalzedon gewählt und geweiht. Er wird damit zum Rivalen des prochalzedonischen Bischofs Proterius. | |||
*'''um 450:''' Geburt von Justin in der Nähe von Naissus (heute Niš, Serbien), Provinz Dacia mediterranea | |||
*'''437:''' [http://de.wikipedia.org/wiki/Proklos '''Proklos'''] <br />Als Syrianos um 437 stirbt, übernimmt der etwa fünfundzwanzigjährige Proklos die Leitung der neuplatonischen Schule von Athen, behält dieses Amt bis zu seinem Tod 485, erhält den Beinamen oder Titel diadochos („der Nachfolger“), weil er als Nachfolger Platons als Oberhaupt der platonischen Schule gilt, und zählt Isidor, Ammonios Hermeiou, Zenodotos und Marinos von Neapolis zu seinen namhaftesten Schülern. Proklos leitet die neuplatonische Schule von Athen fast ein halbes Jahrhundert, prägt sie durch intensive Lehrtätigkeit und zahlreiche Schriften, führt ein asketisches, arbeitsreiches und sehr diszipliniertes Leben, bleibt unverheiratet, widmet sich tagsüber unermüdlich Unterricht und schriftstellerischer Arbeit, widmet sich nachts dem Gebet und schläft nur wenige Stunden, hält morgens mindestens fünf Unterrichtseinheiten über Texte der philosophischen Schulautoren, arbeitet anschließend schriftlich und diskutiert mit Kollegen, erteilt abends erneut Unterricht, nutzt ein Privathaus, das Plutarch gehört hat und nach dessen Tod Sitz der Schule und Wohnstätte ihres Leiters bleibt, dieses Haus wird von manchen Archäologen mit dem „Gebäude Chi“ am Südhang der Akropolis identifiziert, das 1955 teilweise ausgegraben wird, und die These von Ioannis Meliades, der das Gebäude als Sitz der neuplatonischen Schule betrachtet, findet sowohl Zustimmung als auch Widerspruch. Im Rahmen seiner Lehrtätigkeit kommentiert Proklos im weiteren Verlauf seines Lebens verschiedene Werke des Aristoteles und Platons, verfasst umfangreiche Kommentare zu mehreren Dialogen Platons, darunter zu Erster Alkibiades, Kratylos, Parmenides und Timaios, sowie 17 Abhandlungen zur Politeia, und seine Kommentierungsweise, die allgemeine Erörterung und anschließende „Lesung“ einzelner Textstellen trennt, setzt Maßstäbe für spätere Ausleger; zahlreiche weitere Kommentare und Abhandlungen gehen im Laufe der Überlieferung teilweise oder ganz verloren. Im Bereich des öffentlichen Lebens setzt sich Proklos bei einer städtischen Behörde für die Bildungsförderung durch leistungsabhängige Besoldung qualifizierter Rhetoriklehrer ein, überprüft persönlich den Arbeitseifer und die Leistungen der von ihm empfohlenen Lehrkräfte, nimmt an Bürgerversammlungen teil, ergreift dort das Wort und bezieht Stellung zu aktuellen Fragen, vertritt eine heftige Opposition zum Christentum, wirft Christen Ignoranz, Unfrömmigkeit, innere Zwiespältigkeit und Zwietracht vor und betrachtet die Beteiligung am öffentlichen Leben als Aufgabe eines Philosophen. Im Laufe seines langen Gelehrtenlebens verfasst Proklos mehr als fünfzig Werke, darunter die Grundlagen der Theologie mit 211 Lehrsätzen und Beweisführungen, die Platonische Theologie in sechs Büchern, in der er die Götterhierarchie darstellt, mehrere religionsphilosophische Abhandlungen, die gemeinsam als tria opuscula überliefert werden, eine teilweise rekonstruierbare Entgegnung auf Aristoteles’ Kritik am Timaios, eine (nur durch Gegenschriften erschließbare) Abhandlung, in der er mit achtzehn Argumenten die Welt ohne Anfang und Ende begründen will, eine Abhandlung Über den Ort, einen Kommentar zum ersten Buch von Euklids Elementen mit zwei Vorreden zur Geschichte der Mathematik, die Grundlagen der Physik, eine Kurze Darstellung astronomischer Hypothesen über die Astronomie des Ptolemaios, eine Auslegung von Hesiods Werke und Tage, einen umfangreichen Kommentar zu den Chaldäischen Orakeln und mehrere Hymnen in hexametrischer Form, von denen sieben erhalten bleiben. | |||
*'''432:''' [http://de.wikipedia.org/wiki/Proklos Proklos] <br />Etwa zwei Jahre nach der Ankunft von Proklos in Athen stirbt Plutarch von Athen, Syrianos übernimmt als Nachfolger die Schulleitung, Proklos schließt sich Syrianos als Schüler und Freund an, zieht in dessen Haus, wird wie ein Familienangehöriger behandelt und als Wunschnachfolger in der Schulleitung betrachtet, studiert in weniger als zwei Jahren – dem üblichen Lehrplan folgend – zunächst die Schriften des Aristoteles und danach die Philosophie Platons. | |||
*'''430:''' [http://de.wikipedia.org/wiki/Proklos Proklos] <br />Um 430/431 geht Proklos als etwa Neunzehnjähriger nach Athen, lernt dort zunächst den Neuplatoniker Syrianos kennen, wird von Syrianos dem betagten Plutarch von Athen vorgestellt, dem Gründer und Leiter der neuplatonischen Schule von Athen, und wird Schüler Plutarchs, der ihn sehr schätzt und ihn in Aristoteles’ Schrift De anima sowie in Platons Phaidon einführt. | |||
*'''412:''' [http://de.wikipedia.org/wiki/Proklos Proklos] <br />Die Familie von Proklos stammt aus Xanthos in Lykien, sein Vater Patrikios und seine Mutter Markella gehören der dortigen Oberschicht an, Patrikios ist ein wohlhabender Anwalt und gilt wahrscheinlich als Sohn des Flavius Eutolmius Tatianus, die Familie lebt zur Zeit der Geburt von Proklos in der Hauptstadt Konstantinopel, die Geburt lässt sich aufgrund eines Horoskops gewöhnlich auf den 7. oder 8. Februar 412 datieren, die Familie kehrt bald darauf nach Xanthos zurück, und Proklos erhält dort den üblichen Schulunterricht bei einem Grammatiklehrer. Nach Abschluss der Schulbildung begibt sich Proklos nach Alexandria, studiert dort Rhetorik, Latein und römisches Recht, da er den Beruf seines Vaters ergreifen soll, unternimmt eine Reise nach Konstantinopel, wendet sich unter dem Einfluss dortiger Gelehrter der Philosophie zu, kehrt nach Alexandria zurück, gibt Rhetorik, Latein und römisches Recht auf, beginnt bei Olympiodoros dem Älteren Philosophie zu studieren und eignet sich mathematische Kenntnisse an, wobei er durch ein außergewöhnlich leistungsfähiges Gedächtnis auffällt. | |||
*'''Um 401:''' [https://de.wikipedia.org/wiki/Leo_I._(Byzanz) Leo] Leo wird um 401 geboren. Leo (später Leo I.), auch Leo der Thraker genannt, heißt lateinisch Flavius Valerius Leo Augustus und ist von 457 bis 474 oströmischer Kaiser. Seine Herkunft bleibt weitgehend unbekannt; er stammt wahrscheinlich aus Thrakien und steigt in der militärischen Hierarchie auf. | |||
*[ | ==IBERIA== | ||
*[https://en.wikipedia.org/wiki/Vakhtang_I Klientelkönig Wachtang I. (439/452-502/522)] <br /> | |||
*'''nach 470:''' Nach Überlieferung nimmt Wachtang auch an persischen Feldzügen teil und kämpft vermutlich gegen Alanen und andere Nachbarn. Seine Teilnahme an den Kriegen Peroz‘ I. gegen die Hephthaliten wird von der späteren Tradition behauptet, ist aber historisch umstritten. Gründung von Tbilissi (Tiflis): Laut Legende entdeckt Wachtang beim Jagen heiße Quellen an der Kura und veranlasst dort die Gründung der heutigen Hauptstadt Georgiens. Die Gründung wird meist in die Regierungszeit (2. Hälfte 5. Jh.) gelegt. spätes 5. Jh.: Wachtang bemüht sich um eine größere kirchliche Selbständigkeit Georgiens (Autokephalie der georgisch-orthodoxen Kirche) | |||
*[[476#IBERIA | Fortsetzung 476]] | |||
*'''um 452:''' Wachtang wird König von Iberien (Kartlien) nach dem Tod seines Vaters (möglicherweise aber auch bereits 539 oder 443). In den frühen Jahren seiner Herrschaft erneuert und festigt Wachtang die Beziehungen zur Kirche in Konstantinopel und beginnt eine Kirchenausbau-Reform. Mitte/zweite Hälfte 5. Jh.: Kämpft wiederholt gegen das persische Sassanidenreich zur Wahrung der georgischen Unabhängigkeit | |||
==SASSANIDENREICH== | ==SASSANIDENREICH== | ||
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Peroz_I. Großkönig Peroz I. (459–484)] <br />Zwischen 474 und 491 regiert Zenon als byzantinischer Kaiser, er nimmt die Goldzahlungen an Iran wieder auf, löst Peroz aus der Gefangenschaft bei den Hephthaliten und trägt zur Wiederherstellung der Beziehungen zwischen Sasaniden und Hephthaliten bei. Im Jahr 474 greift Peroz die Hephthaliten an, um ihren Vormarsch zu stoppen, wird jedoch in der Nähe der Grenze von Gurgan in einen Hinterhalt gelockt, besiegt und gefangen genommen, worauf Zenon seine Auslösung finanziert und damit die Beziehungen zwischen Iran und Hephthaliten vorübergehend verbessert. In den späten 470er oder frühen 480er Jahren unternimmt Peroz einen zweiten Feldzug gegen die Hephthaliten, wird erneut besiegt und gefangen genommen, verspricht als Lösegeld drei Maultierladungen Silberdrachmen, kann aber nur zwei leisten, schickt dann seinen jüngsten Sohn Kavad im Jahr 482 als Geisel an den Hephthalitenhof, bis der Rest bezahlt ist. | |||
*[http://de.wikipedia.org/wiki/Peroz_I. Großkönig Peroz I. (459–484)] | *'''473:''' Geburt von Kavadh I., Sohn des Großkönigs Peroz I. | ||
*'''471:''' Peroz: 471–479 (ungefähre Datierung des Baus Bolnissi Sioni – 478/479) In den Jahren 478/479 wird in Iberien die Basilika von Bolnissi Sioni im Süden des Landes errichtet, wo die Mihraniden von Gugark lokal die Kontrolle besitzen, und ihre Ikonographie zeigt iranische Merkmale, während eine altgeorgische Inschrift die Gründung im zwanzigsten Jahr der Herrschaft von Peroz und die Fertigstellung fünfzehn Jahre später bezeugt. | |||
*'''470:''' Peroz: Im Jahr 470 reist Varsken, der Vizekönig der Grenzregion Gugark, an den iranischen Hof, konvertiert dort vom Christentum zum Zoroastrismus, wechselt seine Loyalität von der christlichen iberischen Monarchie zum sasanidischen Reich, erhält als Belohnung die Vizekönigswürde über Albanien und eine Tochter von Peroz zur Frau und beginnt, seine Familie zwangsweise zur Konversion zu zwingen, wobei er seine erste Frau Shushanik, die Tochter Vardans, tötet und sie dadurch zur Märtyrerin macht. | |||
*'''468:''' Peroz: Im Jahr 468 entsendet Iran eine Gesandtschaft an die chinesische Nordwei-Dynastie, die möglicherweise ebenfalls den Sieg über die Kidariten meldet und damit die iranische Position im Osten demonstriert. | |||
*'''467:''' Peroz: Im Jahr 467 reist eine iranische Gesandtschaft nach Konstantinopel, um den Sieg über die Kidariten offiziell zu verkünden, während im selben Jahr die Hungersnot endet, die seit der Dürre von 461 das Reich belastet hat. | |||
*'''466:''' Peroz: Im Jahr 466 gelingt Peroz mit Hilfe der Hephthaliten und anderer Hunnengruppen, darunter Mehama von Kadag, der endgültige Sieg über die Kidariten, er bringt Tokharistan vorübergehend unter sasanidische Kontrolle und prägt in Balkh Goldmünzen, deren Stil an Kidaritenmünzen angelehnt ist und ihn mit seiner zweiten Krone sowie einer baktrischen Legende mit seinem Namen und Titel zeigt. | |||
*'''464:''' Peroz: Um das Jahr 464 erklären die Kidariten Peroz den Krieg, wobei sie die Verweigerung der Tributzahlung durch Yazdegerd II. als Begründung heranziehen, und Peroz ist zunächst nicht in der Lage, genügend Truppen zu stellen, sucht vergeblich Finanzhilfe in Byzanz, versucht den Kidaritenkönig Kunkhas mit einem Heiratsangebot seiner Schwester zu täuschen, sendet jedoch eine Frau niedrigen Standes. | |||
*'''462:''' Peroz: Im Jahr 462 dankt Vache II. als König von Kaukasisch-Albanien ab, nachdem er zuvor die Unabhängigkeit erklärt, die Hunnen nach Derbent eingelassen und mit ihrer Hilfe iranische Truppen angegriffen hat, und lässt das Land bis 485 ohne König zurück, ehe Vachagan III. durch Balash auf den Thron gesetzt wird. | |||
*'''461:''' Peroz: Im Jahr 461 leidet Iran unter einer schweren Dürre, die eine großflächige Hungersnot auslöst, die bis 467 anhält und das Reich während dieser Zeit deutlich schwächt. | |||
*'''459:''' Peroz: Im Jahr 459 erfasst und exekutiert nach Elishe der Mihraniden Raham Mihran Hormizd III. und krönt Peroz zum Großkönig, während Ghazar Parpetsi diese Handlung Ashtad Mihran zuschreibt, den er als Pflegevater von Peroz bezeichnet. - Peroz I. ist Sohn von Yazdegerd II. und lehnt die Herrschaft seines älteren Bruders Hormizd III. ab, der als amtierender König regiert. Er flieht in den Nordosten des Reiches und beginnt dort ein Heer zu sammeln, um den Thron zu beanspruchen. Die Mutter der beiden, Königin Denag, regiert während des Bruderstreits vorübergehend als Regentin des Reiches von der Hauptstadt Ktesiphon aus. In den zeitgenössischen östlichen Quellen gilt Peroz als würdiger für den Thron, während Hormizd als „unfair“ bezeichnet wird; im Codex Sprenger 30 erscheint dagegen Hormizd als „braver und besser“ und Peroz als „in religiösen Dingen gebildeter“. Beide Brüder versuchen, in Tokharistan/Baktrien die Unterstützung der dortigen Mächte zu gewinnen, wo die Kidariten und ihre lokalen Vasallen, darunter die Hephthaliten, herrschen. Der lokale Herrscher von Rob, Kirdir-Warahran, erhält in drei zeitgenössischen baktrischen Briefen Ehrentitel, die seine wechselnde Loyalität zwischen Hormizd und Peroz erkennen lassen. Die armenischen Historiker Elishe und Ghazar Parpetsi berichten, dass Peroz besonders von der Mihranidenfamilie unterstützt wird, während spätere persische Quellen sagen, er fliehe zu den Hephthaliten und gewinne ihre Hilfe. Nach Elishe wird Peroz von seinem Mihranidenlehrer Raham Mihran unterstützt, der Hormizd erfasst und hinrichten lässt und Peroz zum Großkönig krönt, während Ghazar denselben Vorgang mit Ashtad Mihran als Pflegevater schildert. Während des Bruderkriegs erklärt der arsakidische König Vache II. von Kaukasisch-Albanien die Unabhängigkeit, lässt die Hunnen in die Stadt Derbent und greift mit ihrer Hilfe das iranische Heer an; Peroz gestattet daraufhin den Hunnen den Durchzug durch die Darial-Schlucht, worauf sie Albanien verwüsten, bevor Peroz und Vache II. ein Abkommen schließen. Vache II. gibt seine Mutter und Tochter zurück, erhält dafür die ursprünglich von seinem Vater zugewiesenen 1000 Familien und dankt schließlich ab, sodass Albanien zunächst ohne König bleibt. Peroz befreit einige der armenischen Aristokraten, die sein Vater nach dem Aufstand von 451 hatte in Haft nehmen lassen. Früh in seiner Herrschaft verschärfen sich die Spannungen mit dem Oströmischen Reich, als die Byzantiner entdecken, dass ihr General Ardabur heimlich mit dem iranischen Hof korrespondiert und Peroz zum Angriff auf Byzanz mit dem Versprechen militärischer Unterstützung und wohl auch von Informationen aufruft, worauf Ardaburs Briefe abgefangen werden und Kaiser Leo I. ihn absetzt und nach Konstantinopel zitieren lässt. Seit dem Frieden von 387 sehen die Byzantiner die unregelmäßig geleisteten Zahlungen von etwa 500 Pfund Gold als Beitrag zur gemeinsamen Verteidigung der Kaukasusfront gegen Nomadenangriffe, während die Iraner sie als Tribut auffassen, der Byzanz in eine untergeordnete Stellung bringt. Leo I. stellt die Zahlungen als Reaktion auf das iranische Intrigenspiel ein, es folgen vergebliche Verhandlungen und byzantinische Forderungen nach Rückgabe der Stadt Nisibis, bis unter Kaiser Zenon die Zahlungen wieder aufgenommen werden und Zenon Peroz später aus einer Gefangenschaft bei den Hephthaliten auslöst. Im Osten kämpft Iran seit der Regierung Schapur II. gegen die sogenannten „iranischen Hunnen“ – Hephthaliten, Kidariten, Chioniten und Alkhans –, die Tokharistan und Gandhara, später Kabul, erobern, ein eigenes, kultiviertes Reich mit iranischer Symbolik und sasanidisch inspiriertem Münzwesen errichten und damit die sasanidische Position erheblich schwächen. Die Kidariten zwingen Yazdegerd I., Bahram V. und/oder Yazdegerd II. zur Tributzahlung, was die iranische Seite als demütigend empfindet, bis Yazdegerd II. die Zahlungen verweigert und dies später als Begründung für den Kidaritenkrieg gegen Peroz dient. Nachdem Peroz mit Hilfe der Hephthaliten und anderer Hunnengruppen, darunter Mehama von Kadag, die Kidariten besiegt und Tokharistan kurzzeitig unter sasanidische Kontrolle gebracht hat, entsteht dort ein Machtvakuum, das Mehama nutzt, um eine autonome oder unabhängige Stellung zu gewinnen. Die Hephthaliten mit einem Herrscher, der in den Quellen meist Akhshunwar heißt, wachsen in den östlichen Gebieten zur dominierenden Macht heran. Neben Kaukasisch-Albanien sind auch Armenien und Iberien mit der zoroastrischen sasanidischen Herrschaft unzufrieden, da Yazdegerd II. in Armenien eine große Rebellion durch seine Zwangskonversionspolitik ausgelöst hat und in Iberien Varsken als pro-iranischer Vizekönig agiert, der seine Familie zur Konversion zwingt und Shushanik, die Tochter Vardans, tötet. Vakhtang I. von Iberien lässt Varsken töten und erhebt sich gegen Iran, während Vahan Mamikonian in Armenien einen Aufstand anführt. Peroz entsendet Heere unter Zarmihr Hazarwuxt und Mihran, deren Sohn Schapur Mihran im Sommer ein vereintes armenisch-iberisches Heer bei Akesga besiegt, Sahak II. Bagratuni und Vahans Bruder Vasak töten lässt und Vakhtang zur Flucht nach Lazika zwingt, während Vahan in die Berge von Tayk ausweicht und von dort Guerillakrieg führt. Zarmihr Hazarwuxt belagert Dvin, Vahan gelingt ein überraschender Angriff bei Nerseapate; anschließend zieht sich Vahan mit seinen Leuten noch tiefer in die Gebirge nahe der byzantinischen Grenze zurück, in der Hoffnung, dass die Iraner aus Rücksicht auf Byzanz nicht nachsetzen. Peroz bereitet gegen den Rat von Adel und Klerus in Gurgan einen dritten Feldzug gegen die Hephthaliten vor, lässt seinen Bruder Balash als Regenten zurück und zieht an der Spitze eines großen Heeres los. Akhshunwar erinnert Peroz an einen schriftlich und besiegelt vereinbarten Frieden, der gemeinsame Grenzen und das Verbot feindlicher Grenzübertritte festlegt, während Peroz einen von Bahram V. errichteten Grenzturm am Oxus zerstört, indem er ihn an Elefanten und Männerketten befestigen lässt und ihn vor seinen Reihen herziehen lässt, um den Vertragsbruch zu verschleiern. Akhshunwar lässt daraufhin einen großen, mit Sträuchern und Holz verdeckten Graben anlegen; als Peroz angreift, gerät sein Heer in diese Falle, fällt in den Graben und wird dort vernichtet. Viele vornehme Aristokraten und vier Söhne oder Brüder von Peroz sterben dabei, die Leichen bleiben den Iranern unauffindbar. Pseudo-Joshua schildert Peroz in feindseligem Ton und behauptet, er entkomme aus dem Graben, sterbe dann jedoch in einer Bergkluft an Hunger oder werde in einem Wald von wilden Tieren getötet. Nach dem Tod des Königs geraten die wichtigsten sasanidischen Städte des Ostens, Nishapur, Herat und Marw, unter Hephthalitenherrschaft, seine Gefolge, darunter seine Tochter Perozdukht und seine Priester, werden von Akhshunwar gefangen genommen, und Perozdukht wird Akhshunwar zur Frau gegeben und bringt eine Tochter zur Welt, die später Kavad I. heiratet. Eine angebliche Gesetzesänderung untersagt künftig die Verfolgung eines sich zurückziehenden Heeres, und die Kriege von Peroz gegen die Hephthaliten gelten in zeitgenössischer und moderner Historiographie als „tollkühn“, da seine Niederlage und sein Tod eine Phase politischer, sozialer und religiöser Turbulenz einleiten. Das Reich erreicht einen Tiefpunkt, der Großkönig wird zum Klient der Hephthaliten und muss Tribut zahlen, während Adel und Geistlichkeit erheblichen Einfluss gewinnen und als Königsmacher auftreten, worauf die Großen, besonders Sukhra und Schapur Mihran, Balash als neuen Großkönig wählen. Unter Kavad I. wird die Ordnung wiederhergestellt, das Reich reformiert, die Hephthaliten besiegt und Chorasan zurückerobert, und unter Chosrau I. werden die Hephthaliten schließlich zusammen mit dem ersten türkischen Kaganat vernichtet. Seit Bahram I. residieren die sasanidischen Könige vor allem in Gundeschapur, nach Peroz wird der Hauptsitz der Großkönige wegen der wachsenden Bedeutung der Zweistromebene nach Ktesiphon verlegt. Peroz ist ein zoroastrischer König, von at-Tabari als gerecht, lobenswert und fromm beschrieben, er lehnt offenbar die zoroastrische Richtung des Zurvanismus ab, behält aber den zurvanitischen Minister Mihr-Narseh im Amt und verlegt Neujahr und Schalttage im iranischen Kalender. Er versucht im Gegensatz zu seinem Vater nicht, die Kaukasischen Albaner und Armenier zur Zoroastrischen Religion zu bekehren, dennoch berichten Quellen von Verfolgungen von Christen und Juden, wobei jüdische Berichte iranischen Fanatismus betonen und iranische Texte den Juden Misshandlungen der Priester vorwerfen. Peroz unterstützt die neue christliche Richtung des Nestorianismus und lässt in Gundeschapur kurz vor seinem Tod auf einer Synode Nestorianismus als offizielle Lehre der iranischen Kirche proklamieren. Peroz gründet mehrere Städte, darunter Perozapat in Kaukasisch-Albanien, vermutlich selbst nach der Aufhebung des dortigen Königreichs, sowie Shahram Peroz in Adurbadagan, Ram Peroz bei Rey und Rowshan Peroz zwischen Gurgan und Derbent, und macht aufgrund ihrer Lage Perozapat zum neuen Sitz der iranischen Marzbane. Die Basilika von Bolnissi Sioni in Iberien, 478/479 errichtet, weist iranische Ikonographie auf, ihre georgische Inschrift nennt Peroz und betont, dass der Kirchenbau im zwanzigsten Jahr seiner Herrschaft beginnt und fünfzehn Jahre später vollendet wird. Der Große Wall von Gurgan erreicht unter Peroz seine späteste mögliche Fertigstellungszeit, später werden zusätzliche Befestigungen hinzugefügt; der Wall vom Kaspischen Meer bis Pishkamar ist der größte seiner Zeit und die bedeutendste iranische Militärinvestition der Spätantike und des Mittelalters. Auf den Münzen von Peroz erscheint das traditionelle sasanidische „König der Könige“ nicht, sondern nur „kay Peroz“, wobei Siegel belegen, dass die volle Titulatur weiterhin in Gebrauch ist; die Verwendung des mythischen Kayaniden-Titels „kay“, eingeführt durch Yazdegerd II., spiegelt eine nach Osten gerichtete Perspektive und knüpft an mythische Rivalitäten zwischen iranischen Kayaniden und ihren turanischen Gegnern an. Peroz prägt sich mit drei verschiedenen Kronen: einer Diademkrone mit Zinnen und Halbmond, einer Variante mit verlängerten Zinnen und einer dritten mit Flügeln als Verweis auf den Siegesgott Verethragna, und gehört neben Schapur II. zu den einzigen sasanidischen Herrschern, die regelmäßig Goldmünzen schlagen, die mutmaßlich als Schenkungen an hochrangige Magnaten bei Festen dienen. In der persischen Literatur erscheint Peroz in einer romantischen Erzählung bei Ibn Isfandiyar, in der er von einer schönen Frau träumt, Mihrfiruz aus der Mihranidenfamilie aussendet, die Frau als Tochter des Generals Ashtad Mihran findet, sie heiratet und auf ihren Wunsch die Stadt Amol in Tabaristan gründet. | |||
*'''457:''' [http://de.wikipedia.org/wiki/Peroz_I. Peroz]: Im Jahr 457 stirbt Yazdegerd II., ohne nach einem Bericht von at-Thaʿalibi einen Nachfolger bestimmt zu haben, und vertraut die Entscheidung stattdessen der Elite und den führenden Marzbanen an, worauf Hormizd III. sich in Rey zum König erklärt und Peroz in den nordöstlichen Teil des Reiches flieht, um dort ein Heer für seinen eigenen Thronanspruch zu sammeln. | |||
Lachmiden | |||
*[https://ru.wikipedia.org/wiki/%D0%90%D0%BB%D1%8C-%D0%90%D1%81%D1%83%D0%B0%D0%B4 Klientelkönig a-Aswad (462–490)] <br /> | |||
*'''462:''' Über diesen Herrscher ist kein Wikipedia-Artikel aus Europa vorhanden, sodass ich auf die russische Wikipedia verlinke; ich gebe hier die Übersetzung wider, die dem Datengerüst der englischen Wikipedia widerspricht, welche die Regierungszeit auf 462–490 ansetzt; siehe hierzu [https://en.wikipedia.org/wiki/Lakhmid_kingdom Lakhmid Kingdom]: Um das Jahr 472/473 wird al-Asuad ibn al-Munzir nach dem Tod seines Vaters al-Munzir I. König des Lachemidenstaates, und damit tritt er als Sohn und Thronfolger in die Herrschaft ein, während der Artikel festhält, dass er nicht der einzige Sohn des Vorgängerkönigs ist und dass zuvor an-Numan als wahrscheinlicher Nachfolger gilt, der jedoch zu diesem Zeitpunkt offenbar nicht mehr lebt, sodass sich die Nachfolge nun zugunsten von al-Asuad entscheidet, wobei at-Tabari sich dabei auf die Angaben von Hischam ibn al-Kalbi stützt und berichtet, dass nach al-Munzir dessen Sohn al-Asuad ibn al-Munzir, dessen Mutter die Tochter von an-Numan aus dem Stamm der Banu al-Chaidschuman ist, den Thron einnimmt und zudem derjenige ist, von dem gesagt wird, er werde zwanzig Jahre lang von den Persern in Gewahrsam gehalten, ohne dass aus dem Text eindeutig hervorgeht, ob sich diese Bemerkung auf al-Asuad oder auf den im gleichen Abschnitt genannten Amr ibn Abi Rabia bezieht, sodass die Frage offen bleibt, ob al-Asuad bereits vor oder erst nach seinem Herrschaftsantritt in persische Gefangenschaft gerät. At-Tabari, der sich auf die Angaben von Hischam ibn al-Kalbi stützt, schreibt, dass al-Asuad nach dieser Tradition zwanzig Jahre regiert und zwar zehn Jahre unter Großkönig Piroz, vier Jahre unter Walsch und sechs Jahre unter Kawadh I, und aus dieser Aufstellung ergibt sich nach der Interpretation des Artikels, dass die Herrschaft von al-Asuad zehn Jahre vor dem Tod des Großkönig Piroz beginnt, sodass das Jahr des Herrschaftsantritts nach dieser Berechnung 472 oder 433 ist und das Ende seiner Herrschaft ungefähr sechs Jahre nach dem ersten Regierungsantritt von Kawadh I. liegt, etwa also um das Jahr 493, wobei der Artikel ausdrücklich darauf hinweist, dass diese Datierung aus den Berichten von at-Tabari und Hischam ibn al-Kalbi abgeleitet ist und sich damit eine gewisse Diskrepanz gegenüber der eingangs genannten Datierung um 472/473 ergibt, sodass die Rekonstruktion der Chronologie von al-Asuads Regierungszeit in der Forschung als problematisch erscheint, während gleichzeitig mehrere mittelalterliche Autoren wie al-Biruni, al-Isfahani, Ibn Saida, Ibn Habib und Ibn Chaldun darin übereinstimmen, dass al-Asuad insgesamt zwanzig Jahre lang den Thron des Lachemidenstaates innehat. Während seiner zwanzigjährigen Herrschaft, die nach den verschiedenen, teilweise widersprüchlichen Überlieferungen in die Regierungszeiten von Piroz, Walsch und Kawad I fällt, sitzt al-Asuad als König des Lachemidenstaates auf dem Thron, und die Quellen, auf die sich der Artikel stützt, betonen in erster Linie die Dauer dieser Herrschaft und ihre Einbindung in den politischen Rahmen der Sasanidenherrscher, ohne jedoch konkrete Ereignisse im Inneren des Reiches oder genaue Daten einzelner Vorgänge zu nennen, sodass sich das Bild seiner Regierungszeit vor allem über die Angabe der Herrschaftsdauer und die gleichzeitig genannte, teils unklare Nachricht über eine zwanzigjährige Haftperiode in persischer Gefangenschaft erschliesst, deren zeitliche Einordnung entweder vor oder nach dieser Regierungszeit ansetzt und damit zur Verwirrung in der Überlieferung beiträgt. Der mittelalterliche Autor Abu-l-Baka al-Hilli berichtet, dass al-Asuad zwanzig Jahre regiert und dass seine Herrschaft in die Zeit von Piroz, dem Sohn des Jazdegerd, und von Walsch, dem Sohn von Piroz, fällt, und fügt hinzu, dass Walsch ihn schliesslich bestraft und in ein Gefängnis wirft, in dem al-Asuad nach dieser Darstellung weitere zwanzig Jahre in den Kerkern der Sasanidenkönige verbringt, sodass daraus eine doppelte Abfolge von jeweils zwanzig Jahren entsteht, einmal als Regierungszeit und einmal als Haftzeit, während der Artikel darauf hinweist, dass dieser zwanzigjährige Haftzeitraum wahrscheinlich aus einer eigenständigen Interpretation al-Hillis des bei at-Tabari überlieferten Abschnitts hervorgeht, in dem nicht eindeutig ist, ob die dort genannte Dauer von zwanzig Jahren auf die Herrschaft oder auf die Gefangenschaft bezogen ist, sodass al-Hilli offenbar zwei getrennte Zeiträume konstruiert, obwohl Hischam ibn al-Kalbi, auf den sich at-Tabari stützt, nur einen zwanzigjährigen Herrschaftszeitraum erwähnt und keinen zweiten Zeitraum nennt, und zudem widerspricht die Angabe, wonach Walsch al-Asuad inhaftiert, den von at-Tabari überlieferten Angaben, was die innere Widersprüchlichkeit dieser Überlieferung zusätzlich unterstreicht. | |||
*'''461:''' [https://en.wikipedia.org/wiki/Al-Mundhir_I_ibn_al-Nu%27man Klientelkönig Al-Mundhir I ibn al-Nu'man (418–461)] | |||
[[482#SASSANIDENREICH | Fortsetzung 482]] | |||
beim nächsten Eintrag: [[474#SASSANIDENREICH | Fortsetzung 474]] | |||
==AKSUMITISCHES REICH== | |||
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Nezool König Nezool (um 450–500)] <br /> | |||
*beim nächsten Eintrag: [[500#AKSUMITISCHES_REICH | Fortsetzung 500]] | |||
==HIMYAR== | |||
*[https://en.wikipedia.org/wiki/Sharhabil_Yakkuf König Sharhabil Yakkuf (465–480)] <br />Sharhabil Jakkuf und seine drei Söhne führen einen großen Feldzug nach Norden der Arabischen Halbinsel, um die Angriffe rebellischer arabischer Stämme, darunter Zweige der Taiy und Abd al-Qais, zu stoppen. Er stellt sich außerdem dem lachmidischen Herrscher Amr ibn al-Aswad entgegen, kämpft gegen dessen Reich und tötet dabei mehr als dreihundert lachmidische Soldaten; vierhundert Kamele werden den Abd al-Qais als Beute abgenommen. | |||
*[[480#HIMYAR | Fortsetzung 480]] | |||
*'''470:''' 470–475: Nach mehreren äthiopischen Quellen, besonders der Martyrdom of Azqir, kommt der Missionar Azqir während der Herrschaft von Sharhabil Jakkuf nach Nadschran, um das Christentum zu verkünden. Er erregt die Feindseligkeit einiger Leute, wird von den örtlichen Behörden festgenommen, vor Gericht gestellt und auf Anraten einiger im Gericht anwesender Rabbiner hingerichtet; Berichte nennen außerdem die Hinrichtung von mindestens 38 weiteren Christen, darunter Mönche und Priester. | |||
*[[474#HIMYAR | Fortsetzung 474]] | |||
*'''472:''' Sharhabil Jakkuf teilt den königlichen Titel König von Saba, Dhu Raidan, Hadramaut, Yamnat und ihrer Araber auf Tawdum und Tihamat mit seinen drei Söhnen Lachniah Yanuf, Ma'dikarib Yun'im und Abu Shamir Nawaf. | |||
*'''470:''' Die älteste Inschrift, die Sharhabil Jakkuf nennt, ist auf dieses Jahr datiert. | |||
*'''465:''' 465–480: Sharhabil Jakkuf ist König von Himjar. Er folgt auf Sharhabil Yafur und trägt den Herrschertitel König von Saba, Dhu Raidan, Hadramaut, Yamnat und ihrer Araber auf Tawdum und Tihamat. Er gilt als Gründer einer neuen Herrscherdynastie, die nicht von Dhamar Ali Yahbur II. abstammt. [https://en.wikipedia.org/wiki/Sharhabil_Ya%27fur König Sharhabil Ya'fur (450–465)'''] | |||
==ROURAN== | |||
*[https://en.wikipedia.org/wiki/Yujiul%C3%BC_Yucheng Kagan Yujiulü Yucheng (464–485)] <br /> | |||
*'''473:''' Im Jahr 473 greift Yucheng erneut die Nördliche Wei über die Westgrenze an und richtet seine Angriffe wiederum auf Dunhuang, außerdem schließt er ein Bündnis mit Jangsu von Goguryeo, mit dem Ziel, die Nördliche Wei unter Kontrolle zu halten. | |||
*[[475#ROURAN | Fortsetzung 475]] | |||
*'''472:''' Im Jahr 472 greift Yucheng die Nördliche Wei über die Westgrenze an und richtet seine Angriffe auf Dunhuang. | |||
*'''471:''' Im Jahr 471 sendet Yucheng einen weiteren Tribut an das Reich Liu Song. | |||
*'''470:''' Im Jahr 470 setzt Yucheng die Kampagne seines Vaters gegen die Tarim-Becken-Staaten fort, während eines Feldzuges gegen Khotan schreibt der König von Khotan in einem Bittbrief an Kaiser Xianwen, dass alle Kleinstaaten im Westen sich den Rouran unterworfen haben, und bittet um Unterstützung, wodurch die Rouran in Gegensatz zur Nördlichen Wei geraten. | |||
*'''469:''' Im Jahr 469 sendet Yucheng einen weiteren Tribut an die Nördliche Wei, dieser Tribut besteht aus Kumo-Xi- und Kitan-Sklaven und wird im Februar und im Juli überbracht. | |||
*'''468:''' Im Jahr 468 sucht Yucheng zunächst friedliche Beziehungen zu chinesischen Staaten und sendet einen Tribut an das Reich Liu Song. | |||
*'''464:''' Im Jahr 464 regiert Yucheng das Rouran-Khaganat und führt den Titel Shouluobuzhen Khagan, die chinesische Ärenbezeichnung Yongkang beginnt und er ist der ältere Sohn von Yujiulü Tuhezhen. [https://en.wikipedia.org/wiki/Yujiul%C3%BC_Tuhezhen Kagan Yujiulü Tuhezhen (444–464)] | |||
==INDIEN== | |||
'''Alchon-Hunnen''' | |||
*[https://en.wikipedia.org/wiki/Mehama König Mehama (461-493)] <br /> | |||
*'''466:'''Mehama verbündet sich mit dem sasanidischen König Peroz I. (459–484) bei dessen Sieg über die Kidariten im Jahr 466 n. Chr. und hilft ihm möglicherweise auch, den Thron gegen seinen Bruder Hormizd III. zu erlangen. | |||
*[[477#INDIEN | Fortsetzung 477]] | |||
*'''461:''' Mehama ist der König der Alchon-Hunnen von 461 bis zu seinem Tod im Jahr 493. Er ist wenig bekannt, aber die Talagan-Kupferrolle erwähnt ihn als einen aktiven Herrscher. Mehama erscheint in einem Brief in baktrischer Sprache, den er in den Jahren 461–462 n. Chr. schreibt. Der Brief stammt aus den Archiven des Königreichs Rob, das im südlichen Baktrien liegt. In diesem Brief stellt er sich vor als: Meyam, König des Volkes von Kadag, der Statthalter des berühmten und wohlhabenden Königs der Könige Peroz Kadag ist Kadagstan, ein Gebiet im südlichen Baktrien in der Region Baghlan. Bemerkenswert ist, dass er sich als Vasall des sasanidischen Reiches unter König Peroz I. darstellt. | |||
'''Gupta-Reich''' | |||
*[https://en.wikipedia.org/wiki/Kumaragupta_II König Kumaragupta II. (473-476)] <br />Während der Herrschaft Kumaraguptas II. wird der Gupta-Ära eine stehende Buddha-Statue unter einem Chatra-Schirm als Geschenk Abhayamiras beschriftet. Die Statue befindet sich im Museum von Sarnath. Eine Inschrift der Buddha-Statue ist auf das Jahr 154 der Gupta-Ära während der Herrschaft Kumaraguptas datiert und mit einer englischen Übersetzung versehen. | |||
*[[476#INDIEN | Fortsetzung 476]] | |||
*'''473:''' Kumaragupta II. Kramaditya ist Kaiser des Gupta-Reiches. Er folgt auf Purugupta, der höchstwahrscheinlich sein Vater ist, wie ein Bild Gautama Buddhas in Sarnath vermerkt. Auf Kumaragupta II. folgt Budhagupta. Kumaragupta II. gehört der Gupta-Dynastie an und ist Buddhist. Aus seiner Regierungszeit sind mehrere Statuen des stehenden Buddha bekannt, die Gupta-Kunst repräsentieren und sich heute im Museum von Sarnath befinden. [https://en.wikipedia.org/wiki/Purugupta König Purugupta (467–473)] | |||
*[[474#INDIEN | Fortsetzung 474]] | |||
'''Vakataka''' | |||
*[https://en.wikipedia.org/wiki/Devasena_(Vakataka_king) König Devasena (455-480)] <br /> | |||
*'''455:''' 455–480: Devasena ist Herrscher des Vatsagulma-Zweiges der Vakataka-Dynastie und Sohn sowie Nachfolger von Sarvasena II. Seine Herrschaft erlebt eine Wiederbelebung der Macht und des Einflusses der Vatsagulma-Vakatakas, und die Ajanta-Inschriften sprechen von König Devasena in lobenden Worten. Im Gegensatz zu seinen Vorgängern Pravarasena II. und Sarvasena II., die den einfachen Titel mahārāja tragen, nimmt Devasena wieder den Titel dharmamahārāja an, der zuletzt von Vindhyashakti II. verwendet worden ist. Es ist möglich, dass Devasena sein Königreich nach Süden bis nach Karnataka ausgedehnt hat, weil einige seiner Kupferplatten im Distrikt Bidar im nördlichen Karnataka gefunden worden sind. Im Osten knüpft Devasena Beziehungen zur aufstrebenden Macht der Vishnukundins, indem er seine Tochter mit dem Vishnukundin-König Madhavavarman II. Janashraya verheiratet. In seine Herrschaft fällt auch die Hisse-Borala-Steininschrift, die das Jahr 380 der Shaka-Ära enthält und damit 457/58 n. Chr. entspricht; sie ist die einzige Überlieferung, die eine sichere chronologische Grundlage für die Dynastiegeschichte der Vakatakas bietet. Diese Inschrift wird etwa 10 Kilometer südlich von Devasenas Hauptstadt Vatsagulma, dem heutigen Washim, gefunden und berichtet vom Bau eines Wasserbeckens durch einen Adeligen namens Svamilladeva; das Becken heißt Sudarshana. Devasena vertraut die Verwaltung seines Reiches seinem Minister Hastibhoja an, der zugleich fähig und beliebt ist. Später begegnet auch Hastibhojas Sohn Varahadeva als Minister von Harishena, dem Sohn und Nachfolger Devasenas. Ebenso erscheint der Adelige Svamilladeva aus der Hisse-Borola-Inschrift in Devasenas Bidar-Urkunden seines fünften Regierungsjahres und erneut in den Thalner-Urkunden Harishenas, wo er nun als dūtaka oder Verbindungsoffizier tätig ist. [https://en.wikipedia.org/wiki/Sarvasena_II König Sarvasena II. (415-455)] | |||
*[[480#INDIEN | Fortsetzung 480]] | |||
'''Westliche Ganga-Dynastie''' | |||
*[https://en.wikipedia.org/wiki/Avinita König Avinita (469-529)] | |||
*'''469:''' Avinita besteigt den Thron der Ganga-Dynastie [[529#INDIEN | Fortsetzung 529]] | |||
'''Kamarupa''' | |||
*[https://en.wikipedia.org/wiki/Mahendravarman_(Varman_dynasty) König Mahendravarman (470–494)] <br /> | |||
*'''470:''' Mahendravarman herrscht ab 470 über Kamarupa aus der Varman-Dynastie. Er ist der Sohn von König Ganapativarman und Königin Yajnavati. [https://en.wikipedia.org/wiki/Ganapativarman König Ganapativarman (446-470)] | |||
*[[494#INDIEN | Fortsetzung 494]] | |||
'''Anuradhapura''' | |||
*[https://en.wikipedia.org/wiki/Dhatusena König Dhatusena (463–479 bzw. 455–473)] <br /> | |||
*'''473:''' 473 oder 479: Dhatusena hat zwei Söhne, Kasyapa I und Moggallana I, sowie eine Tochter. Moggallana ist der Sohn der königlichen Gemahlin und der rechtmäßige Thronerbe, während Kasyapa von einer nichtköniglichen Konkubine geboren wird. Die Tochter von Dhatusena wird mit dem Sohn seiner Schwester und General seiner Armee, Migara, verheiratet. Später lässt Migara sie wegen eines Streits zwischen ihr und ihm schwer foltern, was Dhatusena so erzürnt, dass er befiehlt, seine Mutter, also Dhatusenas Schwester, lebendig zu verbrennen. Als Vergeltung ermutigt und unterstützt Migara Kasyapa, den König zu stürzen und den Thron zu übernehmen. Kasyapa rebelliert schließlich gegen Dhatusena und stürzt ihn; Dhatusena wird eingesperrt und Kasyapa wird 473 König des Landes. Migara bringt Kasyapa dazu zu glauben, Dhatusena habe verborgene Schätze von großem Reichtum, und überzeugt ihn, diese zu suchen. Als Kasyapa Dhatusena fragt, wo diese Schätze verborgen seien, führt Dhatusena ihn zum Kalavewa, nimmt Wasser in die Hände und erklärt, dies sei der einzige Schatz, den er habe. Darüber gerät Kasyapa in Wut und lässt ihn durch Einmauern töten; eine alternative Überlieferung sagt, er sei im Damm des Kalaweva lebendig begraben worden. Anschließend errichtet Kasyapa eine Burg auf dem Sigiriya-Felsen, während sein Bruder und rechtmäßiger Erbe nach Indien flieht. | |||
*[[479#INDIEN | Fortsetzung 479]] | |||
*'''459:''' Die letzte Schlacht findet circa 459 statt, in der der letzte König Pithiya besiegt wird. Nach der Niederlage der Pandya-Eindringlinge wird Dhatusena 459 zum König von Sri Lanka gekrönt und macht Anuradhapura zu seiner Hauptstadt. Nach seiner Krönung lässt er die Dörfer der glühenden Unterstützer der früheren dravidischen Könige als Strafe für ihre Illoyalität konfiszieren. | |||
*'''455:''' Dhatusena wird von seinem Onkel, dem buddhistischen Mönch Mahanama, aufgezogen, und der Onkel lässt ihn als buddhistischen Mönch ordinieren, um ihn zu tarnen, weil die Pandya-Eindringlinge nach ihm suchen. Dhatusena organisiert später eine Widerstandsbewegung gegen die tamilischen Invasoren und führt einen Aufstand gegen sie an. Im Jahr 455 erhebt er Anspruch auf die Königswürde des Landes, und zu diesem Zeitpunkt sind bereits drei der sechs Pandya-Eindringlinge durch gegenseitige Kämpfe gestorben; in den Kämpfen während des Aufstands werden zwei weitere besiegt. Dhatusena ist ein König von Sri Lanka und herrscht von 455 bis 473 n. Chr.; er ist der erste König der Moriyan-Dynastie und wird in einigen Quellen auch als Dasenkeli bezeichnet. Er vereint das Land nach 26 Jahren der Anarchie unter seiner Herrschaft, besiegt die sechs Draviden, die damals das Land regieren, und baut große Stauseen sowie Kanäle, um die Landwirtschaft zu fördern. Nach seiner Thronbesteigung überzeugt er die Menschen, die nach Ruhuna geflohen sind, in die verlassenen Gebiete in Anuradhapura zurückzukehren. Er baut 18 große und 18 kleine Bewässerungstanks, darunter Kala Wewa und Balaluwewa, die miteinander verbunden sind; außerdem errichtet er Padaviya Wewa, Yodha Wewa, Meddaketiya Wewa und Maeliya Wewa. Er konstruiert auch den Yodha Ela, auch Jayaganga genannt, einen Bewässerungskanal, der Wasser von Kala Wewa zum Tissawewa-See über eine Strecke von etwa 54 Meilen von Anuradhapura führt; Yoda Ela fällt pro Kilometer um 95 Millimeter ab und gilt als große technische Leistung. Zudem entsteht unter ihm die Avukana-Buddha-Statue, eine 13 Meter hohe Statue des Gautama Buddha, und auch Lahugala Magulmahaviharaya wird von diesem König gebaut. Weitere Berichte deuten darauf hin, dass es eine Tradition gibt, eine Buddha-Skulptur zu krönen und damit die königliche Macht unter dem Schutz des Buddhismus auszuüben, was es dem König ermöglichen würde, das Land geeint zu regieren. Er lässt außerdem Vajra-Chumbhatas, also Blitzableiter, auf den Spitzen der drei wichtigsten Dagobas in Anuradhapura anbringen. Der Culavamsa beschreibt ihn als Erbauer von 18 Vihara; als Beispiel wird genannt, dass er das Mahapalidhanasala in seinen ursprünglichen Zustand zurückversetzt. Während seiner Herrschaft findet eine Redaktion des Pali Tipitaka statt. [https://en.wikipedia.org/wiki/The_Six_Dravidians#Pithiya Die Sechs Dravidianer (436-452/455)] | |||
*'''433:''' Im Jahr 433 fallen Tamilen, offenbar aus der oder mit der Pandya-Dynastie aus Südindien verbunden, in das Land ein und werden als die „Sechs Draviden“ bezeichnet. Sie stürzen und töten Mittasena und beherrschen das Königreich Anuradhapura für 26 Jahre bis 459. Während dieser Zeit verlassen sinhalische Führer Rajarata und fliehen in das Fürstentum Ruhuna im Süden des Landes; Ruhuna dient als Basis des Widerstands gegen die eindringenden Herrscher. | |||
==KHMER== | |||
'''Chenla''' | |||
*[https://en.wikipedia.org/wiki/Srutavarman König Srutavarman (435-495)] <br /> | |||
*'''435:''' Srutavarman ist der erste König von Chenla. | |||
*[[495#KHMER | Fortsetzung 495]] | |||
==CHINA== | |||
(52./53. Zyklus - Jahr des Holz-Tigers; am Beginn des Jahres Wasser-Büffel) | |||
'''Nördliche Wei-Dynastie''' | |||
*[https://en.wikipedia.org/wiki/Emperor_Xiaowen_of_Northern_Wei Kaiser Xiaowen (471-499)] <br /> | |||
*'''472:''' Xiaowen: Kaiser Xiaowen verleiht Kong Sheng, einem Nachfahren von Konfuzius in der 28. Generation, ein Lehen von zehn Haushalten sowie den Rang eines „Großwürdenträgers, der den Weisen verehrt“. Kaiserinwitwe Feng lässt Kaiser Xianwen ermorden, aus Rache für die Hinrichtung ihres Liebhabers Li Yi im Jahr 470. Sie übernimmt erneut die Regentschaft über Kaiser Xiaowen und nimmt den Titel Großkaiserinwitwe an. | |||
*[[477#CHINA | Fortsetzung 477]] | |||
*'''471:''' Xiaowen: Kaiser Xianwen überträgt den Thron an Kronprinz Hong, der als Kaiser Xiaowen den Thron besteigt. Kaiser Xianwen nimmt den Titel Taishang Huang an, behält jedoch aufgrund des jungen Alters seines Sohnes die tatsächliche Kontrolle über wichtige Angelegenheiten und führt bei Bedarf selbst militärische Kampagnen. [https://en.wikipedia.org/wiki/Emperor_Xianwen_of_Northern_Wei Kaiser Xianwen (465-471)] | |||
*'''470:''' [https://en.wikipedia.org/wiki/Emperor_Xiaowen_of_Northern_Wei Tuoba Hong] Kaiser Xianwen lässt Li Yi, den Liebhaber von Kaiserinwitwe Feng, hinrichten. | |||
*'''469:''' [https://en.wikipedia.org/wiki/Emperor_Xiaowen_of_Northern_Wei Tuoba Hong] Tuoba Hong wird im Alter von zwei Jahren zum Kronprinzen ernannt. Im selben Jahr stirbt seine Mutter Konkubine Li; es wird berichtet, dass sie möglicherweise entsprechend der Tradition zur Selbsttötung gezwungen wird. | |||
*'''467:''' [https://en.wikipedia.org/wiki/Emperor_Xiaowen_of_Northern_Wei Tuoba Hong] Tuoba Hong wird am 13. Oktober 467 geboren, als sein Vater Kaiser Xianwen selbst noch jung ist und unter der Regentschaft seiner Stiefmutter Kaiserinwitwe Feng steht. Er ist der älteste Sohn von Kaiser Xianwen, seine Mutter ist die Konkubine Li, Tochter von Li Hui. Nach seiner Geburt beendet Kaiserinwitwe Feng ihre Regentschaft, gibt die Macht an Kaiser Xianwen zurück und zieht Tuoba Hong auf. | |||
'''Song-Dynastie''' | |||
*[https://en.wikipedia.org/wiki/Latter_Deposed_Emperor_of_Liu_Song Kaiser Latter Deposed Emperor (472-477)] <br />Liu Xiufan, der Fürst von Guiyang und Statthalter der Jiang-Provinz, die das heutige Jiangxi und Fujian umfasst, ist unzufrieden, weil er als Onkel des Kaisers nicht zum Ministerpräsidenten ernannt wird. Im Sommer erklärt er einen Aufstand. Er beschuldigt Wang Daolong und Yang Yunchang, den Tod Liu Xiurens, des Fürsten von Jian’an, und Liu Xiuruos, des Fürsten von Baling, zu Unrecht veranlasst zu haben. Da frühere Aufstände wegen zu langsamen Vorgehens gescheitert sind, befiehlt Liu Xiufan seinen Truppen, so schnell wie möglich gegen die Hauptstadt Jiankang vorzurücken; sie erreichen Jiankang nach fünf Tagen. Der General Xiao Daocheng meldet sich freiwillig, Liu Xiufans Truppen entgegenzutreten. Liu Xiufans Truppen können sich zunächst gegen Xiao Daocheng durchsetzen, doch die Kämpfe bleiben nicht entscheidend. Xiaos Untergebene Huang Hui und Zhang Jinger bieten ihm einen Täuschungsplan an: Sie wollen vorgeben, zu Liu Xiufan überzulaufen, und ihn dann ermorden. Xiao Daocheng stimmt zu. Huang Hui und Zhang Jinger täuschen ihre Unterwerfung vor und töten Liu Xiufan bei dieser Gelegenheit. Seine Truppen wissen zunächst nichts von seinem Tod und kämpfen weiter. Liu Xiufans General Ding Wenhao greift die Truppen Wang Daolongs und Liu Mians an, besiegt sie, tötet Wang Daolong und Liu Mian und belagert anschließend den Palast. Als Dings Truppen vom Tod Liu Xiufans erfahren, brechen sie von selbst zusammen. Xiao Daocheng und der wegen des Notfalls in die Regierung zurückgekehrte Yuan Can besiegen die verbliebenen Truppen Liu Xiufans und beenden den Aufstand. Wegen dieses Sieges wird Xiao Daocheng gemeinsam mit Yuan Can, Chu Yuan und Liu Bing in den Kreis der Entscheidungsträger aufgenommen. Houfeidi entwickelt den Ruf, wahnsinnig und ohne Tugend zu sein. Viele Menschen hoffen stattdessen, dass sein erwachsener Vetter Liu Jingsu, der Fürst von Jianping, Kaiser werden könne, da er als freundlich und großzügig gilt. Viele Armeeoffiziere hoffen, sich einem Aufstand Liu Jingsus anzuschließen. Yang Yunchang und Ruan Dianfu wollen ihre Macht bewahren und Liu Jingsu als mögliche Bedrohung ausschalten. Sie wollen auf der Grundlage einer Anschuldigung handeln, Liu Jingsu plane einen Aufstand, und ihn festnehmen lassen, werden aber von Yuan Can und Xiao Daocheng daran gehindert. | |||
*'''474:''' [https://en.wikipedia.org/wiki/Emperor_Shun_of_Song Liu Zhun] <br />Liu Xiufan rebelliert und belagert die Hauptstadt Jiankang. Der Beamte Chu Cheng ergreift Liu Zhun und übergibt dessen Hauptquartier an die Armee von Liu Xiufan, wobei er erklärt, Liu Xiufan habe Liu Zhun als seinen Sohn erklärt; tatsächlich ist Liu Xiufan zu diesem Zeitpunkt bereits von Attentätern des Generals Xiao Daocheng getötet worden, und als dessen Armee davon erfährt, zerfällt sie. Liu Zhun bleibt unverletzt. | |||
*'''474:''' [https://en.wikipedia.org/wiki/Emperor_Gao_of_Southern_Qi Xiao Daocheng] <br />Kaiser Houfeis Onkel Liu Xiufan, der Prinz von Guiyang und Gouverneur der Provinz Jiang, rebelliert, weil er nicht zum Regenten ernannt worden ist, und rückt schnell auf Jiankang vor. Bei einer großen militärischen Beratung schlägt Xiao Daocheng vor, keine Armee gegen Liu Xiufan zu entsenden, sondern die starken Verteidigungsposten am Rand von Jiankang zu halten und Liu Xiufan nicht aktiv anzugreifen, um ihn in ein Patt zu zwingen und seine Vorräte ausgehen zu lassen. Ohne wesentlichen Widerstand wird Xiaos Plan angenommen. Liu Xiufans Kräfte treffen bald ein, greifen Xiaos Verteidigungsstellung direkt an, und mit Xiaos Zustimmung geben sich seine Offiziere Huang Hui und Zhang Jing'er Liu Xiufan scheinbar geschlagen und teilen ihm dann mit, Xiao wolle sich ebenfalls ergeben. Während sie die Information heimlich weitergeben, ermorden Zhang und Huang Liu Xiufan. Da sie anschließend Liu Xiufans Kopf wegwerfen müssen, um dessen Wachen zu entgehen, ist die Nachricht zunächst nicht bekannt. Liu Xiufans Truppen verstärken die Belagerung der verschiedenen Verteidigungsstellungen. Xiao hält seine Stellung kaum, doch Liu Xiufans General Ding Wenhao besiegt und tötet Liu Mian und Wang Daolong und belagert den Palast. Bald wird Liu Xiufans Tod allmählich bekannt, und Dings Truppen zerfallen. | |||
*[[475#CHINA | Fortsetzung 475]] | |||
*'''473:''' Houfei: Yuan Cans Mutter stirbt, und Yuan Can verlässt die Regierung, um die dreijährige Trauerzeit einzuhalten. Die Regierungsdevise Yuanhui beginnt und gilt bis 477. | |||
*'''473:''' [https://en.wikipedia.org/wiki/Xiao_Zhaoye Xiao Zhaoye] Xiao Zhaoye wird im Jahr 473 geboren, als sein Urgroßvater Xiao Daocheng noch General der Liu-Song-Dynastie ist. | |||
*[[474#CHINA | Fortsetzung 474]] | |||
*'''472:''' Houfei: Kaiser Ming stirbt. Kronprinz Yu besteigt im Alter von neun Jahren als Kaiser den Thron und verwendet die Regierungsdevise Yuanhui. Er ehrt die Ehefrau Kaiser Mings, Kaiserin Wang Zhenfeng, als Kaiserinwitwe und seine Mutter, die Konkubine Chen, als „Konkubinenwitwe“. Die Regierung liegt formal in den Händen der beiden hohen Beamten Chu Yuan und Yuan Can, denen Kaiser Ming Houfeidi anvertraut hat. Die engen Vertrauten Kaiser Mings unter Ruan Dianfu und Wang Daolong bleiben jedoch im Hintergrund mächtig und einflussreich; Chu Yuan und Yuan Can können ihre Macht nicht begrenzen. Chu Yuan und Yuan Can nehmen bald Liu Bing, einen entfernten Verwandten Houfeidis, in ihren Kreis auf, damit er an wichtigen Entscheidungen beteiligt ist. [https://en.wikipedia.org/wiki/Emperor_Ming_of_Song Kaiser Ming (466-472)] | |||
*'''472:''' [https://en.wikipedia.org/wiki/Emperor_Shun_of_Song Liu Zhun] Nach dem Tod von Kaiser Ming im Jahr 472 besteigt Liu Yü, der Kronprinz, als Kaiser Houfei den Thron. Liu Zhun wird zum Statthalter der wichtigen Hauptstadtregion Yang-Provinz ernannt, die von seinem Stab verwaltet wird. | |||
*'''472:''' [https://en.wikipedia.org/wiki/Emperor_Gao_of_Southern_Qi Xiao Daocheng] Nachdem Wu nach Jiankang zurückkehrt und Kaiser Ming Xiaos Loyalität versichert hat, erzwingt Kaiser Ming, nachdem Details über Wus Weitergabe der Information an Xiao bekannt geworden sind, Wus Selbstmord; gegen Xiao unternimmt er nichts. Kurz darauf ruft er Xiao nach Jiankang zurück. Xiaos Gefolgsleute vermuten weitgehend, dass Kaiser Ming ihn töten werde, und raten ihm zum Widerstand, doch Xiao glaubt, dass Kaiser Ming dies nicht tun werde. Er kehrt daher nach Jiankang zurück und wird Kommandierender General der Leibwache des Kronprinzen Yu. Als Kaiser Ming schwer erkrankt, wird Xiao auf Empfehlung des hohen Beamten Chu Yuan zum Kommandierenden General der Hauptstadtverteidigung ernannt. Kaiser Ming stirbt bald darauf, und Kronprinz Yu besteigt als Kaiser Houfei den Thron. | |||
*'''471:''' [https://en.wikipedia.org/wiki/Latter_Deposed_Emperor_of_Liu_Song Liu Huizhen] Kaiser Ming hat alle seine noch lebenden Brüder außer Liu Xiufan töten lassen, weil er befürchtet, dass sie nach seinem Tod Macht übernehmen könnten. Liu Xiufan, der Fürst von Guiyang, bleibt verschont, weil Kaiser Ming ihn für unfähig und deshalb für keine große Bedrohung hält. | |||
*'''471:''' [https://en.wikipedia.org/wiki/Emperor_Shun_of_Song Liu Zhun] Im Jahr 471 wird Liu Zhun zum Prinzen von Ancheng erhoben.*'''469:''' [https://en.wikipedia.org/wiki/Emperor_Shun_of_Song Liu Zhun] Liu Zhun wird im August 469 geboren. Sein Vater ist nach den historischen Angaben Kaiser Ming, seine Mutter Konkubine Chen Farong; die Überlieferung stellt seine tatsächliche Abstammung jedoch nicht eindeutig fest und nennt in den späteren Berichten auch abweichende Angaben. | |||
*'''471:''' [https://en.wikipedia.org/wiki/Emperor_Gao_of_Southern_Qi Xiao Daocheng] Während der Herrschaft von Kaiser Ming gibt es Gerüchte, dass Xiao Daochengs Gesichtszüge ungewöhnlich seien und Zeichen dafür seien, dass er Kaiser werde. Bis 471 wird Kaiser Ming misstrauisch, besonders weil es Gerüchte gibt, Xiao stehe heimlich mit dem Nördlichen Wei in Verbindung. Kaiser Ming sendet seinen General Wu Xi, einen Freund Xiaos, mit einem versiegelten Weinkrug nach Huaiyin; Xiao fürchtet, der Wein sei vergiftet, und will nach Nördlichem Wei fliehen. Wu sagt Xiao heimlich, der Wein sei nicht vergiftet, und trinkt selbst etwas, bevor Xiao wagt zu trinken. | |||
*'''470:''' [https://en.wikipedia.org/wiki/Latter_Deposed_Emperor_of_Liu_Song Liu Huizhen ] Kaiser Ming richtet für Kronprinz Liu Yu entsprechend der Tradition für Kronprinzen einen eigenen Haushalt ein. | |||
*'''470:''' [https://en.wikipedia.org/wiki/Emperor_Wu_of_Southern_Qi Xiao Ze] Xiao Daocheng nimmt Kaiser Shun den Thron ab, beendet das Liu-Song-Reich und gründet als Kaiser Gao das Südliche Qi; Xiao Ze wird Kronprinz. Als der Beamte Xie Duo sich öffentlich weigert, sich Kaiser Gao zu unterwerfen, schlägt Xiao Ze vor, Xie hinzurichten, um andere zu warnen, doch Kaiser Gao lehnt dies ab und findet stattdessen einen anderen Vorwand, um Xie zu entfernen. | |||
*'''467:''' [https://en.wikipedia.org/wiki/Latter_Deposed_Emperor_of_Liu_Song Liu Huizhen ] Der Name Yu für Liu Yu wird festgelegt. Als Kronprinz ist Liu Yu als übermäßig aktives Kind bekannt, das gefährliche Dinge ausführt, etwa Fahnenmasten erklimmt. Er hat starke Stimmungsschwankungen und ist so impulsiv, dass seine Begleiter ihn nicht daran hindern können, Gewalttaten zu begehen. Kaiser Ming lässt ihn häufig durch seine Mutter, die Konkubine Chen, zur Strafe schlagen. | |||
*'''466:''' [https://en.wikipedia.org/wiki/Emperor_Gao_of_Southern_Qi Xiao Daocheng] Als Kaiser Xiaowus Bruder Kaiser Ming und Kaiser Xiaowus Sohn Liu Zixun um den Thron kämpfen, ist Xiao Daocheng bereits General und steht auf der Seite von Kaiser Ming. Er beteiligt sich am Feldzug gegen die Armee, die nominell von Liu Zifang, dem Prinzen von Xunyang und Gouverneur der Kommende Kuaiji, geführt wird, und besiegt anschließend die aus dem Süden entsandte Armee von Xue Andu, dem Gouverneur der Provinz Xu. Für diese Leistungen schafft Kaiser Ming ihn zum Markgrafen von Xiyang und macht ihn zum amtierenden Gouverneur der Südprovinz Xu; später wird er Gouverneur der Süd-Yan-Provinz und verteidigt die wichtige Stadt Huaiyin. Es heißt, dass er an diesem Posten beginnt, eine Gruppe talentierter Gefolgsleute um sich zu sammeln. | |||
*'''466:''' [https://en.wikipedia.org/wiki/Emperor_Wu_of_Southern_Qi Xiao Ze] Xiao Ze ist Kreisbeamter in Gan County (im heutigen Ganzhou, Jiangxi), als er in den Bürgerkrieg zwischen Kaiser Ming und dessen Neffen Liu Zixun gerät. Weil Xiao Daocheng Kaiser Ming unterstützt, wird Xiao Ze in dem von Liu Zixun kontrollierten Gebiet verhaftet und eingesperrt. Sein Gefährte Huan Kang flieht mit Xiao Ze's Frau Pei Huizhao und seinen beiden Söhnen Xiao Zhangmao und Xiao Ziliang, organisiert mit etwa 100 Leuten und mit Xiao Xinzu einen Überraschungsangriff auf Gan und befreit Xiao Ze. Xiao Ze beginnt daraufhin in Gan einen Aufstand gegen Liu Zixun; nach Liu Zixuns Niederlage noch im selben Jahr verleiht Kaiser Ming ihm den Titel eines Vizegrafen von Gan, den er jedoch ablehnt. | |||
*'''466:''' [https://en.wikipedia.org/wiki/Latter_Deposed_Emperor_of_Liu_Song Liu Huizhen ] Kaiser Ming ernennt Liu Yu zum Kronprinzen. | |||
*'''464:''' [https://en.wikipedia.org/wiki/Emperor_Wu_of_Liang Xiao Yan] Geburt von Xiao Yan (später Kaiser Wu von Liang) | |||
*'''463:''' [https://en.wikipedia.org/wiki/Latter_Deposed_Emperor_of_Liu_Song Liu Huizhen ] Liu Yu wird am 1. März als Liu Huizhen geboren. Sein Vater Liu Xiubing ist zu dieser Zeit unter seinem Onkel Kaiser Xiaowu Fürst von Xiangdong. Liu Yu ist der älteste Sohn des Fürsten von Xiangdong; seine Mutter ist dessen Konkubine Chen Miaodeng. Der Fürst von Xiangdong hat Chen Miaodeng zuvor missbilligt, sie seinem Bediensteten Li Dao’er gegeben und sie später wieder zu sich genommen. Deshalb besteht fortwährend das Gerücht, Li Dao’er und nicht der Fürst von Xiangdong sei Liu Yus leiblicher Vater. Liu Yus Höflichkeitsname Huizhen stammt aus dem Buch der Wandlungen, das der Fürst von Xiangdong umfangreich zur Weissagung verwendet. | |||
*'''452:''' [https://en.wikipedia.org/wiki/Emperor_Ming_of_Southern_Qi Xiao Luan] Xiao Luan wird geboren. Seine Mutter ist unbekannt, sein Vater ist Xiao Daosheng, ein Beamter mittleren bis niedrigen Ranges während Liu Song. Nach dem frühen Tod seines Vaters wird Xiao Luan von dessen jüngerem Bruder Xiao Daocheng aufgezogen. | |||
*'''440:''' [https://en.wikipedia.org/wiki/Emperor_Wu_of_Southern_Qi Xiao Ze] Xiao Ze wird in der Hauptstadt Jiankang des Liu-Song-Reiches geboren, als sein Vater Xiao Daocheng erst 13 Jahre alt ist. Er ist der älteste Sohn seines Vaters; seine Mutter Liu Zhirong ist die Frau von Xiao Daocheng. | |||
*'''427:''' [https://en.wikipedia.org/wiki/Emperor_Gao_of_Southern_Qi Xiao Daocheng] Xiao Daocheng wird geboren; seine Vorfahren führen ihre Linie auf Xiao He zurück, und während der Jin- und Liu-Song-Dynastie dienen seine Vorfahren als niedere Beamte. Sein Vater Xiao Chengzhi ist General unter Kaiser Wen von Song und wird für seine Leistungen in Feldzügen gegen das Nördliche Wei zum Baron von Jinxing erhoben. | |||
==KOREA== | |||
'''Goguryeo''' | |||
*[https://en.wikipedia.org/wiki/Jangsu_of_Goguryeo König Jangsu (412–491)] <br /> | |||
*'''412:''' Im Jahr 412 stirbt sein Vater Gwanggaeto, und Jangsu wird im Alter von 18 Jahren Herrscher von Goguryeo. [https://en.wikipedia.org/wiki/Gwanggaeto_the_Great '''König Gwanggaeto der Große (391-412)'''] | |||
*[[475#KOREA | Fortsetzung 475]] | |||
*'''409:''' [https://en.wikipedia.org/wiki/Jangsu_of_Goguryeo Jangsu] Im Jahr 409 wird Jangsu, Gwanggaetos ältester Sohn, zum Kronprinzen ernannt. | |||
*'''394:''' [https://en.wikipedia.org/wiki/Jangsu_of_Goguryeo Jangsu] Jangsu wird im Jahr 394 als ältester Sohn von Gwanggaeto geboren. | |||
'''Baekje''' | |||
*[https://en.wikipedia.org/wiki/Gaero_of_Baekje König Gaero (455–475)] <br /> | |||
*'''472:''' Gaero: Gaero entsendet eine Gesandtschaft mit Tributen an die Nördliche Wei-Dynastie und ersucht um Unterstützung gegen die Angriffe Goguryeos. Der Hof der Wei weist dieses Ansinnen zurück, weil er einen Krieg mit dem militärisch stärkeren Goguryeo vermeiden will, während er gleichzeitig gegen die Südlichen Dynastien kämpft. | |||
*'''472:''' [https://en.wikipedia.org/wiki/Emperor_Ming_of_Southern_Qi Xiao Luan] Im Alter von 20 Jahren wird Xiao Luan zum Kreisverwalter ernannt. | |||
*[[475#KOREA | Fortsetzung 475]] | |||
*'''469:''' Gaero: Gaero befiehlt einen Überraschungsangriff, durch den die Stadt Cheongmongnyeon, die in der Nähe des heutigen Kaesŏng liegt, von Goguryeo zurückerobert wird. | |||
*'''465:''' [https://en.wikipedia.org/wiki/Samgeun_of_Baekje Samgeun] Samgeun wird geboreb und laut dem *Samguk sagi* ist er der älteste Sohn des 22. Königs Munju. | |||
*'''461:''' Gaero: Buyeo Gonji wird nach Japan entsandt und hat dort mit einer japanischen Frau einen Sohn. | |||
*'''461:''' [https://en.wikipedia.org/wiki/Munju_of_Baekje Munju] Munjus Bruder Buyeo Gonji wird nach Japan entsandt und hat dort mit einer japanischen Frau einen Sohn. | |||
*'''455:''' Gaero wird König von Baekje und folgt damit seinem Vater Biyu als 21. Herrscher des Reiches nach. Seine Regierungszeit dauert von 455 bis 475.Gaero versucht, die königliche Kontrolle über die Aristokratie zu stärken. Zu diesem Zweck beruft er Beamte aus seinem eigenen Buyeo-Clan und schwächt dadurch die Stellung der mächtigen Hae- und Jin-Clans. In den frühen 470er Jahren entsendet König Jangsu von Goguryeo nach dem Samguk Sagi einen buddhistischen Mönch namens Dorim, der tatsächlich ein Agent Goguryeos ist. Dorim nutzt Gaeros Leidenschaft für Baduk, um sich bei ihm einzuschmeicheln, und überzeugt den König davon, die Landesverteidigung zugunsten öffentlicher Bauvorhaben zu vernachlässigen. Gaero ist der letzte Herrscher Baekjes, der vom historischen Kernland des Reiches im Tal des Han-Flusses aus regiert. Nach seinem Tod führt Hae Gu aus dem unterdrückten Hae-Clan einen blutigen Aufstand an. Gaero ist mit einer namentlich nicht genannten Königin verheiratet. Sein Sohn Buyeo Modo wird später als König Munju der 22. König von Baekje. Sein Sohn Buyeo Gonji ist ein militärischer Befehlshaber und Vater des späteren 24. Königs Dongseong von Baekje. [https://en.wikipedia.org/wiki/Biyu_of_Baekje König Biyu (427–455)] | |||
'''Geumgwan Gaya''' | |||
*[https://en.wikipedia.org/wiki/Jilji_of_Geumgwan_Gaya König Jilji (451–492)] <br /> | |||
*'''451:''' Jilji wird Herrscher von Geumgwan Gaya und regiert als achter König dieses Gaya-Staates im alten Korea. Er ist der Sohn von König Chwihui und Königin Indeok. - 451–492: Jilji lässt laut einer Passage im Samguk yusa an dem Ort, an dem Heo Hwang-ok und König Suro heiraten, einen buddhistischen Tempel für die Ahnenkönigin Heo Hwang-ok errichten. Er nennt den Tempel Wanghusa („Tempel der Königin“, 王后寺) und stattet ihn mit zehn gyeol Land als Unterhalt aus. Ein gyeol variiert je nach Bodenfruchtbarkeit zwischen 2,2 und 9 Acres (8.903–36.422 m²). Der Tempel besteht angeblich fünfhundert Jahre. | |||
*[[492#KOREA | Fortsetzung 492]] | |||
'''Silla''' | |||
*[https://en.wikipedia.org/wiki/Jabi_of_Silla König Jabi (458–479)] <br />Goguryeo beginnt einen massiven Angriff auf Baekje, den westlichen Nachbarn Sillas. Jabi entsendet Truppen zur Unterstützung Baekjes; zwischen den beiden Königreichen entsteht eine historische Allianz, die bis ins 6. Jahrhundert besteht. | |||
*[[479#KOREA | Fortsetzung 479]] | |||
*'''458:''' Jabi, auch unter seinem Titel Jabi Maripgan bekannt, regiert von 458 bis 479 als zwanzigster Herrscher des koreanischen Königreichs Silla. Er ist der älteste Sohn König Nuljis von Silla und der Königin Aro aus dem Kim-Clan, einer Tochter König Silseongs. Seine Großeltern väterlicherseits sind König Naemul und Lady Boban, die Tochter König Michus. Jabi heiratet Königin Kim aus dem Kim-Clan, die Tochter Kim Misaheuns. Aus der Familie werden ein ältester Prinz, ein zweiter Prinz, König Soji von Silla, Prinzessin Junmyeong aus dem Kim-Clan sowie Lady Kim, die Tochter Kim Mul-ryeoks, genannt. Während Jabís Regierungszeit wird Musik, die sich bereits unter der Herrschaft seines Vaters in Silla verbreitet, Teil des alltäglichen Lebens in Silla. [https://en.wikipedia.org/wiki/Nulji_of_Silla König Nulji (417-458)] | |||
*[[474#KOREA | Fortsetzung 474]] | |||
==JAPAN== | ==JAPAN== | ||
*[http://de.wikipedia.org/wiki/Y%C5%ABryaku Tennō Yūryaku (456–479)] | *[http://de.wikipedia.org/wiki/Y%C5%ABryaku Tennō Yūryaku (456–479)] <br /> | ||
*'''456:''' Yūryaku wird Kaiser von Japan und folgt Ankō als Tennō nach. Seine Herrschaft dauert von 456 bis 479. Yūryaku ist der 21. Tennō von Japan und herrscht vermutlich im späten 5. Jahrhundert. Historiker identifizieren ihn mit dem japanischen König Bu in chinesischen Dokumenten. Er herrscht in Hase, das heute in der Präfektur Nara liegt. Sein Charakter ist streng und stark. Nach den genannten Dokumenten ermordet er selbst seine zwei Brüder sowie einen Cousin; die beiden Söhne dieses Cousins werden später Kaiser Kenzō und Kaiser Ninken. Nachdem Ankō ermordet wird, besteht vermutlich ein Streit um den Thron. Gemäß dem Nihonshoki und einer koreanischen Chronik führt Yūryaku Kriege in Korea. Er ist der Vater Kaiser Seineis, der sein Kronprinz ist. Das Nihonshoki, das Kojiki sowie die Gedichteanthologie Man’yōshū enthalten ihm zugeschriebene Gedichte, darunter das Eröffnungsgedicht des Man’yōshū. [https://de.wikipedia.org/wiki/Ank%C5%8D Trnnō Ankō (453–456)] | |||
*[[479#JAPAN | Fortsetzung 479]] | |||
*[http://de.wikipedia.org/wiki/ | *'''449:''' [http://de.wikipedia.org/wiki/Ninken Ninken] Ninken wird geboren. | ||
*'''444:''' [https://de.wikipedia.org/wiki/Seinei Seinei] Im Nihon Shoki wird aufgezeichnet, dass Seinei im Jahr 444 als Sohn von Katsuragi no Karahime geboren wird und den Namen Shiraka erhält, Prinz Shiraka ist der dritte und Lieblingssohn des Tennō Yūryaku und wird ein Jahr vor dem Tod seines Vaters zum Thronfolger bestimmt, Yūryaku nimmt die Tatsache, dass Shiraka mit weißem Haar geboren wird, als bedeutungsvoll wahr. | |||
*'''418:''' [[http://de.wikipedia.org/wiki/Y%C5%ABryaku Yūryaku] Yūryaku wird um 418 geboren. Er ist ein Sohn Kaiser Ingyōs und ein Bruder Ankōs von derselben Mutter. Sein Eigenname lautet nach den Geschichtsbüchern Kojiki und Nihonshoki Ōhatsuse-no-wakatake. | |||
==QUELLEN== | ==QUELLEN== | ||
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Aktuelle Version vom 8. September 2026, 14:25 Uhr
KORREKTURLAUF
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WELTALL
- beim nächsten Eintrag: Fortsetzung 484
MAYA
Palenque
- 435: Casper II. besteigt am 9. August 435 im Alter von 13 Jahren den Thron der Stadt Palenque. Dieses Datum entspricht in der Langen Zählung 8.19.19.11.17 und in der Kalenderrunde 2 Kaban 10 Xul. Seine Regierungszeit beginnt damit unmittelbar nach dem Tod seines Vorgängers K’uk’ Bahlam I., der als erster historisch nachweisbarer Herrscher und Dynastiegründer von Palenque gilt. Ajaw K’uk’ Bahlam I. (431–435)
- Fortsetzung 487
- 422: Casper Casper wird am 8. August 422 in der Maya-Stadt Palenque geboren. Sein Geburtsdatum entspricht in der Langen Zählung dem Datum 8.19.6.8.8 und in der Kalenderrunde 11 Lamat 6 Xul.
Tikal
- 458: Am 8. August 458 besteigt K’an Chitam den Thron von Tikal und regiert von diesem Tag an als Ajaw, sein Vorgänger ist Sihyaj Chan K’awiil II und er folgt als König dieser Maya-Stadt in der Herrscherfolge. Während seiner Lebenszeit ist K’an Chitam auch unter den Namen Kan Boar und K’an Ak bekannt, er heiratet Lady Tzutz Nik aus Naranjo, die Tochter von Tzik’in Bahlam, dem Herrscher von Naranjo, und mit seinem Namen sind die Monumente Stelen 2?, 9, 13 und 40 verbunden.
- Fortsetzung 486
- 456: Ajaw Sihyaj Chan Kʼawiil II. (411-456)
- 415: Kʼan Chitam (458-486) K’an Chitam wird am 26. November in Tikal geboren und ist als Sohn von Sihyaj Chan K’awiil II und Lady Ahiin Teil der herrschenden Familie von Tikal.
Copan
- 465: Ku Ix ist der vierte dynastische Herrscher von Copán. Er lässt in der Stadt über der als Papagei bezeichneten Motmot-Phase eine neue Bauphase des Tempels 26 errichten Ajaw Ruler 3 (455-465)
- Fortsetzung 476
PIKTEN
- 456: Nechtan, der Sohn von Erip, ist König der Pikten und regiert von 456 bis 480. Er trägt in den Königslisten die Beinamen Morbet und Celchamoth sowie im Lateinischen Magnus, also „der Große“. Ihm wird eine Regierungszeit von vierundzwanzig Jahren zugeschrieben. König Talorc I. (452–456) In der englischen Wikipedia ist kein Artikel über Talorc I. vorhanden; die französische Wikipedia setzt seine Regierungszeit auf 456-460 an.
- Fortsetzung 480
KELTEN
Ulster
- 465: Muiredach Muinderg ist ein König der Ulster aus der Sippe der Dál Fiatach, dem das Buch von Leinster eine Regierungszeit von 24 Jahren zuweist was zu einem möglichen Herrschaftsbeginn im Jahr 465 führt.
- Fortsetzung 489
- Liste der Könige
Connacht
- 463: Ailill wird um 463 Hochkönig von Irland, als er der Überlieferung nach der Hochkönig wird, nachdem Lóegaire mac Néill einen übernatürlichen Tod erleidet, diese Angabe wird mit „supposedly c. 463“ datiert.
- Fortsetzung 482
- 445: Ailill ist der Sohn von Nath Í und Ethne ingen Chonrach Cais, sein Großvater väterlicherseits Fiachrae gilt als Bruder von Niall der Neun Geiseln, Ailill gehört damit zu den Connachta, einer Sippe, die durch die angenommene Abstammung von Conn der Hundert Schlachten verbunden ist, zu dieser gehören die Uí Néill, die Uí Briúin und, nach Ailills Großvater benannt, die Uí Fiachrach, obwohl Ailills Nachkommen nicht als Hochkönige von Irland gezählt werden, werden sein Enkel Eógan Bél und sein Urenkel Ailill Inbanda als Könige von Connacht geführt, Ailills Sohn Mac Ercae kann eine wichtige historische Figur sein, doch vermischt die Überlieferung Mac Ercae mac Ailello Muilt mit dem Uí‑Néill‑König Muirchertach mac Muiredaig, genannt Muirchertach Mac Ercae, und verwirrt damit die Ereignisse über jede Wiederherstellbarkeit hinaus. Die breite Übereinstimmung allgemein pro‑Uí‑Néill‑orientierter Quellen, dass Ailill Hochkönig ist, wird als Beweis dafür angeboten, dass dies der Fall ist, obwohl die Chronologie der Hochkönige des 5. Jahrhunderts Gegenstand von Manipulationen ist, gilt es als unwahrscheinlich, dass spätere Historiker und Genealogen einen nicht zu den Uí Néill gehörenden König hinzugefügt hätten, wenn der Glaube, dass Ailill König ist, nicht weit verbreitet wäre, die irischen Annalen enthalten viele Hinweise auf ihn, doch werden die meisten als späte Zusätze betrachtet oder stammen aus dem verlorenen „Buch von Cuanu“, aus dem Auszüge in den Annalen von Ulster erhalten sind, die Königlisten geben an, dass Lugaid mac Lóegairi ihm folgt, Thomas Charles‑Edwards stellt der Auffassung, Ailill sei von früh an als Hochkönig aufgenommen, entgegen, dass die Aufnahme von Nath Í und Ailill Molt ein Mittel ist, um im späten 7. oder 8. Jahrhundert die Verbindungen zwischen den Uí Néill und den anderen Zweigen der Connachta zu stärken, als die Königlisten und die mit dem heiligen Patrick verbundenen Annalen gesammelt und bearbeitet werden, dies geschieht ohne übermäßige Unterstützung möglicher zeitgenössischer Ansprüche anderer Connachta‑Sippen, der Uí Ailello und besonders der mächtigen Uí Briúin, auf die Hochkönigswürde. König Nath Í mac Fiachrach (440–445)
- Könige von Connacht
Leinster
- 458: Im Jahr 458 ist unklar, wann Crimthann den Thron erlangt hat, aber sowohl die Annalen von Ulster als auch das Chronicum Scotorum nennen ihn in der Annalenmeldung zur Schlacht von Áth Dara am Fluss Barrow in Mag Ailbe im Süden der Grafschaft Kildare als Anführer der Laigin‑Truppen. In dieser Schlacht besiegen die Laigin den Hochkönig Lóegaire mac Néill und nehmen ihn gefangen, lassen ihn jedoch wieder frei, nachdem er verspricht, den Viehtribut aus Leinster nicht mehr zu erheben.
- Fortsetzung 482
- 446: Crimthann mac Énnai ist König von Leinster aus dem Uí‑Cheinnselaig‑Sept der Laigin und Sohn von Énnae Cennsalach, dem Ahnherrn dieser Dynastie. Crimthann wurde von Sankt Patrick in Ráith Bilech, dem Rathvilly‑Motte in der Grafschaft Carlow, getauft. Er hat mindestens einen Sohn, Nath Í mac Crimthainn, einen König der Uí Cheinnselaig, dessen Söhne Éogan Cáech, ein König der Uí Cheinnselaig und Gründer der Síl‑Fáelchán‑, Síl‑Máeluidir‑, Síl‑nÉladaig‑ und Síl‑Mella‑Septs, sowie Cormacc, Gründer des Síl‑Chormaic‑Septs, und Ailill, Großvater des Hochkönigs von Irland Áed mac Ainmuirech, sind. In den Kinsella‑, Chennselaigh‑ und anderen Genealogien ist die erste Frau von Crimthann mac Énnai und Mutter von Nath Í Mel, die auch in „Die Vertreibung der Déisi“ erwähnt wird. Crimthann heiratet nach dieser Darstellung zwei Schwestern von Mel der Reihe nach, wobei die zweite Schwester die Mutter von Ingren ist, die wiederum Mutter seines ihn ermordenden Enkels Eochaid Guinech von den Uí Bairrche ist, und eine weitere Schwester die Mutter von Eithne Uatahach ist, die nur diese eine Tochter von ihm bekommt. Aus „Die Vertreibung der Déisi“ geht hervor, dass die drei Töchter von Ernbrand, Mell, Belc und Cinniu, nacheinander alle drei mit Crimthann verheiratet sind, wobei aus Mell die Síl‑Mella‑Gruppe und aus Belc die Uí‑Beilce hervorgehen und Cinniu nur Eithne für ihn zur Welt bringt, und die Sil‑Mella‑ und Uí‑Meala‑Septs sich auf Nachkommen von Mell beziehen.
- Crimthann ist der erste König mit genauen Daten
ANGELSACHSEN
Kent
- 473: Im Jahr 473 kämpfen Hengest und Oeric wieder gegen die Walas und erlangen dabei „unermessliche Beute“. Die Gegner fliehen „von den Angeln, wie vom Feuer“. In der anderen Darstellung heißt es, dass Hengest und Esk mit den „Walisern“ kämpfen, unermessliche Beute nehmen und die Gegner davonlaufen.
- Fortsetzung 488
- 465: Im Jahr 465 sind Hengest und Oeric erneut gegen die Walas, also die Welschen bzw. Kelten, siegreich. In der anderen Fassung werden die Waliser am Wippedsfleot, dem „Rinn des Wipped“, geschlagen; dabei fallen 12 Eldormen und der Tēn Wipped.
- 457: Im Jahr 457 siegen Hengest und Oeric in der blutigen Schlacht von Crecganford, also bei Crayford östlich von London, über die Briten. Nach dieser Niederlage fliehen die Briten aus Kent nach London. In der anderen Darstellung besiegen Hengest und Esk in diesem Jahr die Briten bei „Brod / Creacanford“ und töten dabei 4.000 Krieger, worauf die Briten gezwungen sind, Kent zu verlassen.
- 455: Im Jahr 455 zerwerfen sich Hengest und Horsa mit Vortigern. Es kommt zur Schlacht bei Agælesþrep, also bei Aylesford, in der Horsa fällt. Darauf macht Hengest sich und Oeric zu Königen von Kent. In der anderen Überlieferung wird ebenfalls berichtet, dass 455 bei der Schlacht an der genannten Stelle Horsa getötet wird und Hengest mit seinem Sohn Esk die Herrschaft übernimmt.
- 449: Im Jahr 449 kommen Hengenst und Horsa auf Einladung von Vortigern nach Britannien. Sie werden als Söldner geholt, um mit ihren Männern gegen die aus dem Norden eindringenden Pikten zu kämpfen. Oeric begleitet seinen Vater Hengest und seinen Onkel Horsa, tritt aber zu dieser Zeit noch nicht weiter in Erscheinung. Als Sold erhalten Hengest und seine sächsischen Gefolgsleute Land bei Ypwinesfleot im Südosten des Landes, das spätere Königreich Kent.
WESTGERMANEN
Westgoten
- König Eurich (466-484)
- Bischof Aprunculus (Langres, 456–484)
- Bischof Sidonius Apollinaris (Clermont-Ferrand, um 470–486)
Eurich belagert mit den Westgoten weiterhin die Stadt Clermont, Sidonius zeichnet sich bei mehreren Belagerungen aus, er ermutigt die Bewohner mit seinen rhetorischen Fähigkeiten, der hartnäckige Widerstand der Region gegen germanische Krieger bleibt im zerfallenden weströmischen Reich eine Ausnahme, der Friedensschluss des römischen Kaisers Julius Nepos mit Eurich bringt 474 Eurich die Anerkennung seiner Souveränität und die Abtretung der Auvergne durch Rom, Sidonius lehnt sich bis zuletzt gegen diese Abtretung auf und wird von Eurich in die Festung Livia bei Carcassonne verbannt. - Fortsetzung 475
- 473: Eurich: 473 scheitert Eurichs Versuch, seine Macht auch auf Italien auszuweiten, am Widerstand des Kaisers Glycerius, zugleich festigt er seine Stellung in Hispanien und im westgotischen Reich, in dem er als einziger westgotischer König auch im Seekrieg Erfolge vorweisen kann und das er mit Härte nach innen befriedet, wobei er wiederholt gegen katholische Bischöfe aus der gallo-römischen Aristokratie vorgeht, die in ihm vor allem einen arianischen Barbaren und Vertragsbrecher sehen.
- Fortsetzung 474
- 472: Eurich: 472 beginnt Eurich nach Erreichung der faktischen Unabhängigkeit einen neuen Krieg gegen die Römer und fällt erneut in Hispanien ein, wo er in den Jahren 472 bis 473 große Siege erringt und den größten Teil Hispaniens erobert; nur der Nordosten mit der Stadt Barcelona als Zentrum verbleibt in römischer Hand, während Pamplona und Zaragoza sowie die Mittelmeerküste um Tarragona westgotisch werden und Ravenna auch hier nicht mehr wirksam eingreifen kann.
- 469: Eurich: 469 versucht Eurich, seine Herrschaft auf Nordgallien auszudehnen, scheitert aber an dem starken Widerstand der Gallorömer und Franken unter Childerich I., er erleidet wie zuvor Theoderich II. eine schwere Niederlage bei Orléans, zieht sich danach wieder nach Süden zurück, kann jedoch dank des Verrats des gallischen Prätorianerpräfekten Arvandus ein von dem britischen Anführer Riothamus herangeführtes Entsatzheer schlagen, das den Römern zu Hilfe eilt, und erringt einen weiteren Sieg in einer Schlacht bei Arles, der es ihm ermöglicht, das Gebiet von Berry zu erobern und sich in der Provence eine starke Position zu verschaffen, während ihm in der Auvergne, dem Zentrum Galliens, zunächst der erbitterte Widerstand des Heermeisters Ecdicius entgegentritt.
- 471: Eurich: 471 schlägt Eurich eine weitere kaiserliche Armee in Südgallien, was die Aufgabe dieses Raumes durch die weströmische Regierung beschleunigt.
- 468: Eurich: 468 nutzt Eurich die Krise nach dem Scheitern einer großen römischen Offensive gegen den Vandalenkönig Geiserich und nach der Niederlage der vereinigten römischen Flotte, bricht das alte foedus mit Westrom, erklärt sich in Gallien gegenüber der weströmischen Regierung zum unabhängigen Monarchen und erobert alle noch verbliebenen römischen Gebiete zwischen Loire und Pyrenäen; in seinem Auftrag erheben sich gotische Truppen in Spanien, und die Städte Mérida, Braga, Zaragoza, Pamplona und eine Stadt namens Cluna werden besetzt oder bewaffnet, was die römische Herrschaft in Spanien ernsthaft bedroht, während der Versuch des Kaisers Anthemius, eine anti-gotische Koalition zu bilden, scheitert und Eurich eine kaiserliche Armee in Südgallien schlägt, woraufhin dieses Gebiet bald von der in Ravenna residierenden weströmischen Regierung aufgegeben werden muss.
- 466: Eurich: Eurich kommt ungefähr 420 bis 430 zur Welt, als dritter Sohn des Westgotenkönigs Theoderich I., der 451 in der Schlacht auf den Katalaunischen Feldern gegen Hunnen und Ostgoten fällt; Eurich wächst wahrscheinlich in der westgotischen Hauptstadt Toulouse auf und dient wie sein Bruder Frederich im römischen Heer, über seine Jugend ist sonst nichts bekannt, seine Brüder Thorismund und Theoderich II. sind seine Vorgänger als Könige, und die Westgoten siedeln seit 418 als formelle Bundesgenossen Westroms im Südwesten Galliens, wobei das Land offiziell weiterhin zum Imperium gehört, wenn es auch immer wieder zu Spannungen kommt. 466 bricht Eurich mit den bis dahin üblichen Bündnisverhältnissen innerhalb der Dynastie, indem er in Toledo seinen älteren Bruder Theoderich II. ermordet, der zuvor 453 den gemeinsamen Bruder Thorismund getötet hat, und auf diese Weise mit Unterstützung des Adels die Königsherrschaft über die Westgoten übernimmt; seine Einsetzung als König entspricht der für diese Zeit typischen gotischen Sukzession ohne feste Erbfolge, in der Macht durch Gewalt und den Rückhalt der Aristokratie gewonnen wird, und Sidonius Apollinaris schildert ihn als entschlossenen und intelligenten, aber auch tyrannischen Verfolger katholischer Bischöfe. Eurich rückt als erster westgotischer König vollständig von den römischen Kaiseransprüchen ab und herrscht nicht mehr lediglich als Beauftragter des Kaisers; frühere Westgotenkönige haben offiziell nur als kaiserliche Bevollmächtigte regiert, während Eurich seine völlige Unabhängigkeit von den schwachen weströmischen Kaisern betont, alle formellen Bindungen zu Rom löst, die Grenzen seines Reiches in Gallien und auf der Iberischen Halbinsel erweitern lässt, in mehreren Seeschlachten erfolgreich ist, den inneren Frieden im Reich mit Strenge durchsetzt, wiederholt gegen katholische Bischöfe vorgeht, vor allem, weil diese ihn als Arianer, Barbaren und Vertragsbrecher betrachten, und dass seine Person in den Briefen des Sidonius Apollinaris sowie in späteren Urteilen als maßvoll und klug beschrieben wird, wobei er zugleich als einer der gebildeteren unter den großen westgotischen Königen und als Herrscher erscheint, der seine Stellung im spätantiken Gallien durch die Einbindung gallorömischer Adliger an seinem Hof sichert. König Theoderich II. (453–466)
- 445: Agrunculus: Im Jahr 456 tritt Aprunculus erstmals als Bischof von Langres in die Geschichte ein und übernimmt das Bischofsamt in dieser Stadt, wobei Fraternus II. sein Vorgänger ist und Armentarius später sein Nachfolger wird.
Burgunden
- König Chilperich I. (457–480)
Chilperich führt anfangs den Kampf gegen die Westgoten weiter, stellt diesen jedoch ein, als sein Neffe Gundobad in diesem Jahr beim römischen Kaiser Julius Nepos in Ungnade fällt. Chilperichs Abfall führt zu Verhandlungen, in deren Verlauf Julius Nepos den Föderaten-Vertrag auflöst und nicht nur die Unabhängigkeit der Burgunden, sondern auch den Besitz der Provinz Viennensis (des Rhônetals) anerkennt. - Unterkönig Godegisel (463-480)
- Erzbischof Mamertus (Vienne, 461-475)
- Fortsetzung 475
- 473: Gundobad ist der älteste Sohn von König Gundioch und dient zunächst seinem Onkel Ricimer in Italien als magister militum und patricius. Nach Ricimers Tod wird er selbst zum „Patricius“ erhoben und nimmt an den politischen Wirren des Weströmischen Reichs teil. 473–480: Nach dem Tod von Gundioch und Chilperich I. wird Gundobad gemeinsam mit seinen Brüdern (Godegisel, Chilperich II., Godomar I.) König der Burgunden. Die Königsherrschaft wird unter den Brüdern geteilt. Gundobad residiert in Lyon und gewinnt allmählich die Oberherrschaft.
- 473: Durch den Tod seines Bruders Gundioch um 473 wird Chilperich I. alleiniger Inhaber der Macht. In der überlieferten Darstellung regiert er von 473 an bis zu seinem Tod. König Gundioch (436–473)
- 473: Godegisel: Nach dem Tod seines Vaters Gundioch um 473 teilen sich zunächst vor allem Gundobad und Chilperich I., ein Bruder Gundiochs und damit Onkel Godegisels, die Macht.
- Fortsetzung 474
- 471: Chilperichs Ehe mit Caretene wird um 471 geschlossen. Diese Ehe bleibt kinderlos.
- 471: Mamertus: Zwischen 471 und 475 beruft Mamertus in Vienne im Zusammenhang mit den Fürbittprozessionen eine Synode ein. Nach Sidonius Apollinaris und Avitus, dem zweiten Nachfolger des Mamertus, gründet Bischof Mamertus die kleineren Bittprozessionen, die von Montag bis Mittwoch vor Christi Himmelfahrt stattfinden. Diese kleineren Bittgänge werden traditionell mit Prozessionslitaneien und Fasten begangen und gelten als Bitte um günstiges Wetter für die Feldfrüchte sowie um Befreiung von Seuchen und Hungersnot. Während seines Bischofsamtes werden außerdem die Gebeine des Ferreolus entdeckt; Mamertus überführt sie in eine Kirche in Vienne, die zu Ehren dieses Märtyrers errichtet worden ist.
- 464: Mamertus: Ein auf den 25. Februar 464 datierter Brief des Papstes Hilarius schildert die Entscheidung der Synode gegen Mamertus. Hilarius erklärt darin, dass Mamertus und der von ihm unrechtmäßig geweihte Bischof eigentlich abgesetzt werden müssten, bietet jedoch Milde an. Hilarius beauftragt Veranus von Vence, Mamertus mitzuteilen, dass ihm auch die vier Vienne weiterhin unterstehenden Suffraganbistümer genommen werden, falls er die Bestimmungen Papst Leos nicht anerkennt und sich ihnen nicht unterwirft. Der von Mamertus ungültig eingesetzte Bischof soll durch Leontius in seinem Amt bestätigt werden und darf danach das Bischofsamt behalten.
- 463: Godegisel: Godegisel ist ab 463 Unterkönig im Königreich der Burgunden; er hat seinen Herrschaftssitz in Genf.
- 463: Mamertus: Im Jahr 463 befindet sich Mamertus in einem Streit mit Papst Hilarius über die Vorrechte des Bischofs von Arles. Papst Leo I. hat die Grenzen der Kirchenprovinzen Arles und Vienne geregelt. Unter Vienne belässt er die Bistümer Valence, Tarentaise, Genf und Grenoble; alle anderen Bistümer dieses Gebiets werden Arles unterstellt. Ungeachtet dieser Regelung und unter Verletzung der Rechte des Bischofs von Arles weiht Mamertus im Jahr 463 für die Stadt Die einen Bischof. Der burgundische König Gundioch beschwert sich bei Hilarius über dieses Vorgehen. Daraufhin schreibt Hilarius am 10. Oktober 463 an Bischof Leontius von Arles und fordert ihn auf, eine Synode von Bischöfen aus den verschiedenen Provinzen einzuberufen, um die Angelegenheit zu untersuchen. In einem weiteren Schreiben an die Bischöfe der römischen Provinzen Lyon, Vienne, Narbonensis I, Narbonensis II und Alpenprovinz nimmt Hilarius ebenfalls auf die Angelegenheit Bezug und weist sie an, der Einberufung des Leontius zu einer rechtmäßig zusammengesetzten Synode Folge zu leisten.
- 461: Mamertus: Vor seinem Bischofsamt ist über Mamertus nur wenig überliefert. Sein Bruder Claudianus Mamertus erhält in seiner Jugend eine gründliche rhetorische Ausbildung und steht in persönlicher Bekanntschaft mit Bischof Eucherius von Lyon. Dies lässt darauf schließen, dass die Brüder einer wohlhabenden gallischen Familie aus der Umgebung von Lyon angehören. Wie sein Bruder zeichnet sich der heilige Mamertus sowohl durch weltliche Bildung als auch durch Theologie aus und scheint vor seiner Erhebung zum Bischofsamt verheiratet zu sein. Kurz vor 462 erfolgt Mamertus’ Wahl und Weihe zum Bischof von Vienne. Als Bischof nimmt er die Dienste seines Bruders Claudianus Mamertus in Anspruch, der sich in ein Kloster zurückgezogen hat, und weiht ihn zum Priester von Vienne. Die Tätigkeit der Brüder wird in einem Brief des Sidonius Apollinaris beschrieben; ein weiterer Brief ist an Bischof Mamertus gerichtet. Wilhelm von Auxerre berichtet, Mamertus habe die Litaneien nach einer „Wolfsplage“ eingeführt. Nach dieser Darstellung fahren Dämonen mit Gottes Erlaubnis und aufgrund der Sünden der Menschen in Wölfe, damit diese Menschen besser verletzen und töten können, nicht nur in Dörfern, sondern auch in Städten. Mamertus wird als Bischof von Vienne in Gallien und als Heiliger verehrt. Sein Festtag ist der 11. Mai; er gilt als der erste der Eisheiligen.
- 457: Chilperich I. wird im Jahre 457, also noch zu Lebzeiten seines Bruders, als König bezeichnet. Im selben Jahr wird auch sein Bruder Gundioch von den aufständischen Einwohnern von Lyon gerufen.
Salfranken
- 470: Der Loireraum scheint zumindest bis zu diesem Jahr das Gebiet zu sein, in dem Childerich hauptsächlich operiert. 470er Jahre: Childerich muss in diesem Jahrzehnt mit der verstärkten und erfolgreichen Expansion der Westgoten unter König Eurich kämpfen.
- Fortsetzung 481
- 469: Wohl in diesem Jahr stoppt der comes Paulus mit römischen Truppen und Franken einen zweiten Vorstoß der Westgoten. Bei der Entsetzung von Angers fällt Paulus im Kampf gegen sächsische Plünderer unter Adovacrius; Childerich nimmt danach die Stadt ein. 469/70: Kurz nach der Schlacht von Angers vertreiben gallorömische Truppen, wahrscheinlich im Bündnis mit Childerich, jedenfalls aber in Kooperation mit fränkischen Truppen, die Sachsen, die sich an der Loiremündung festgesetzt haben.
- 464: 464/65: Aegidius stirbt; danach gewinnt Childerich wohl neuen Handlungsspielraum.
- 463: Childerich ist als salfränkischer Herrscher sicher belegt. Im selben Jahr kämpft er siegreich gegen die Westgoten bei Orléans; dabei bleibt offen, ob dies unter dem Kommando des Heermeisters Aegidius geschieht oder ob beide Gegner beziehungsweise Rivalen sind. 463–470er Jahre: Childerich errichtet in diesem Zeitraum sein Herrschaftsgebiet im Nordosten Galliens, während die weströmische Verwaltungsordnung dort allmählich zusammenbricht.
- 457: 457/58: Childerich führt seit diesem Zeitraum seinen Verband, wenn man der Angabe im Liber Historiae Francorum folgt; diese Angabe gilt jedoch als wenig zuverlässig.
Vandalen
- König Geiserich (428–477)
Geiserich schließt Geiserich ein foedus mit dem oströmischen Kaiser Zeno. Darin wird ihm und seinen legitimen Nachfolgern die Herrschaft über Karthago garantiert. - Fortsetzung 477
- 472: Geiserich: Im Jahr 472 gelingt es Geiserich, die Erhebung seines Verwandten Olybrius, des Schwagers Eudocias, zum neuen Westkaiser durchzusetzen. Olybrius stirbt jedoch kurz darauf.
- Fortsetzung 474
- 468: Geiserich: Eine noch sehr viel größer angelegte Landungsoperation West- und Ostroms kann Geiserich im Jahr 468 mit viel Glück und dank des Versagens des römischen Feldherrn Basiliskos zurückschlagen.
- 460: Geiserich: Im Jahr 460 zerstört Geiserich große Teile einer weströmischen Flotte in Spanien, die Kaiser Majorian gegen ihn in Marsch gesetzt hat; dies geschieht in der Schlacht bei Cartagena.
- 456: Geiserich: Hunerich heiratet im Jahr 456 Eudocia, mit der er bereits seit über zehn Jahren verlobt ist. Sein Sohn aus dieser Ehe wird später der vorletzte vandalische rex.
- 456: Hunerich: Zwischen den Jahren 456 und 471 wird Hilderich aus der Ehe zwischen Hunerich und Eudocia geboren; auch wird angegeben, dass Eudocia nach sechzehn Jahren Ehe stirbt, wobei diese Angabe aus einem Bericht des Chronisten Theophanes Confessor des 9. Jahrhunderts stammt.
- 455: Geiserich: Im Jahr 455 greift Geiserich in die nach der Ermordung Valentinians III. in Italien ausgebrochenen Wirren ein. Nach der Plünderung Roms bringt er die weströmische Kaiserinwitwe Licinia Eudoxia mit ihren beiden Töchtern Eudocia und Placidia nach Africa. Von Licinia Eudoxia wird gesagt, dass sie Geiserich gegen den Usurpator Petronius Maximus zu Hilfe gerufen habe.
- 455: Hunerich: Im Jahr 455 heiratet Hunerich Eudocia, nachdem sie nach der Plünderung Roms dorthin gebracht worden ist.
- 450: Geiserich: Geiserich leistet Flavius Aëtius keine Unterstützung in dessen Kämpfen gegen die Hunnen und verbündet sich im Jahr 450 vielmehr mit Attila gegen Aëtius und die Westgoten.
- 442: Geiserich: Im folgenden Jahr 442 wird Geiserich durch ein neues foedus vom weströmischen Kaiser Valentinian III. faktisch als eigenständiger Herrscher anerkannt; er ist damit der erste rex eines „germanischen“ Reiches auf dem Boden des Imperiums. Africa bleibt offiziell Teil des Römischen Reiches. Der Vertrag sieht vor, dass Geiserichs Sohn Hunerich die Kaisertochter Eudocia heiratet, sobald sie alt genug ist. Im selben Jahr muss Geiserich in Africa eine Verschwörung blutig unterdrücken.
- 442: Hunerich: Im Jahr 442 schließt das Vandalenreich mit den Römern einen Friedensvertrag, in dem die Vandalen die fruchtbarsten Gebiete des römischen Africa erhalten; gleichzeitig wird eine Heiratsvereinbarung zwischen Hunerich und Eudocia, der Tochter des Kaisers Valentinian III., getroffen, als Eudocia vier Jahre alt ist.
- 441: Geiserich: Im Jahr 441 scheitert eine römische Gegenoffensive.
- 440: Geiserich: Seit 440 greift Geiserich wiederholt in die weströmische Innenpolitik ein und stoppt zu diesem Zweck wiederholt die lebenswichtigen Getreidelieferungen nach Rom.
- 439: Geiserich: Nachdem die Römer im Jahr 439 eine schwere Niederlage gegen die Westgoten erlitten haben, nutzt Geiserich die Gelegenheit, bricht das foedus und nimmt am 19. Oktober 439 die Metropole Karthago ein. Vor 439 zählt die Stadt über 200.000 Einwohner.
- 435: Geiserich: Geiserich schließt im Jahr 435 einen offiziellen Bündnisvertrag, ein foedus, mit Ravenna. Dort ist inzwischen Flavius Aëtius der starke Mann. Der Vertrag überlässt Geiserich die Kontrolle über wichtige Gebiete.
- 435: Hunerich: Im Jahr 435 sendet Geiserich seinen Sohn Hunerich als Geisel nach Italien, als er einen Vertrag mit dem weströmischen Kaiser Valentinian III. schließt.
- 432: Geiserich: Im Jahr 432 kommt es erneut zu einer Schlacht zwischen Römern und Vandalen; wieder siegen die Vandalen. Aspar übernimmt die Verteidigung Karthagos. Bonifatius kehrt nach Ravenna zurück, um den Posten des obersten Heermeisters des Westreiches zu übernehmen und gegen seinen Rivalen Flavius Aëtius zu kämpfen; in diesem Bürgerkrieg findet Bonifatius den Tod.
- 431: Geiserich: Im Jahr 431 fällt Hippo Regius nach einer vierzehnmonatigen Belagerung. Bonifatius ist vor dem Fall der Stadt entkommen und schließt sich mit dem vom oströmischen Reich entsandten Heermeister Aspar zusammen.
- 430: Geiserich: Im Juni 430 beginnen die Vandalen die Belagerung von Hippo Regius.
- 429: Geiserich: Im Jahr 429 setzen die Vandalen gemeinsam mit den Alanen von Iulia Traducta nach Nordafrika über. Nach Prokopios von Caesarea ruft der weströmische Feldherr Bonifatius Geiserich angeblich zu Hilfe, nachdem er sich mit Flavius Felix, dem obersten Heermeister des Westreichs, zerstritten hat. Die Darstellung Prokops ist in der modernen Forschung umstritten. Als wahrscheinlicher gilt vielen Forschern ein sorgfältig geplantes Unternehmen, das die gegenwärtige militärische Schwäche Roms ausnutzt. Etwa 15.000 bis 20.000 Krieger ziehen mit ihren Frauen und Kindern, insgesamt etwa 80.000 Menschen, nach Afrika; dem Verband gehören neben Vandalen und Alanen auch Soldaten anderer Herkunft an, insbesondere wohl Goten. Sie gehen möglicherweise in Tingis, möglicherweise weiter östlich, an Land und marschieren zunächst ostwärts in Richtung Karthago. Weil sie die stark befestigte Stadt Karthago nicht einnehmen können, wenden sie sich nach Westen und ziehen entlang der Küste nach Hippo Regius. Auf dem Weg kommt es zum Kampf mit Bonifatius, der inzwischen vom Kaiser als comes Africae bestätigt wird; die Vandalen siegen. Bonifatius verfügt nur über schwache Truppenkontingente und zieht sich mit dem Rest seiner Streitkräfte in die Stadt zurück. Augustinus ist zu dieser Zeit Bischof der Stadt.
- 428: Geiserich: Geiserich, auch Genserich, Gaiserich oder wandalisch Gaisarīks, bedeutet „Speerfürst“. Er wird um 389 am Plattensee in Pannonien als unehelicher Sohn des vandalischen Anführers Godigisel und einer versklavten Römerin geboren. Godigisel ist einer der Anführer eines vor allem, aber nicht nur aus Vandalen und Alanen bestehenden Kriegerverbandes. Geiserich ist König beziehungsweise rex der Vandalen und Gründer des vandalischen Reiches im römischen Africa. Nach dem Tod seines Halbbruders Gunderich wird er dessen Nachfolger als rex Vandalorum et Alanorum; Gunderichs Witwe und Söhne lässt er ermorden, um seine Herrschaft zu sichern. Geiserich hat die drei Söhne Hunerich, Theuderik und Gento sowie möglicherweise eine namentlich nicht bekannte Tochter; die Namen seiner Gemahlinnen sind nicht überliefert. Der vandalische Verband hält sich weiterhin in Spanien auf und wird unter anderem von den als foederati in römischen Diensten stehenden Westgoten bedrängt. Geiserichs Ziel ist es, seinem Verband den dauerhaften Besitz des reichen Africa zu sichern. Karthago wird zur Hauptstadt, in der Geiserich die Vandalen verstärkt ansiedelt. Er schafft eine bedeutende Flotte und erobert Stützpunkte auf Sardinien, Korsika und den Balearen sowie einen Teil Siziliens. Seine Nachfolge wird nach seinen Vorschriften als Seniorat geregelt. Eine Gedenktafel für ihn wird in die Walhalla bei Regensburg aufgenommen, da Geiserich im 19. Jahrhundert als Germane als „Vorfahr der Deutschen“ gilt.
OSTGERMANEN
Rugier
- 467: Flaccitheus ist von 467 bis zu seinem wohl im Jahr 475 eintretenden Tod König der Rugier. Er ist der Vater Feletheus’ und der Großvater des Fredericus. Über ihn sind nur wenige Einzelheiten bekannt; einige davon sind in der Vita Sancti Severini des Eugippius überliefert. Die Rugier errichten nach der Schlacht am Nedao außerhalb der römischen Reichsgrenze nördlich der Donau ein eigenes Reich, das spätere Quellen Rugiland nennen und das beim heutigen Krems an der Donau liegt. Der Zusammenbruch der spätantiken Verwaltungsordnung in Noricum beschleunigt sich infolge der Auswirkungen der Völkerwanderung zunehmend. Der Großteil der regulären weströmischen Truppen wird abgezogen, und auch die meisten Verwaltungsbeamten verlassen diesen Raum. Die Rugier in Noricum, die in der Forschung bisweilen als „Kremser Rugier“ bezeichnet werden, nutzen dies aus, um ihre Machtstellung zu festigen. Flaccitheus residiert gegenüber von Favianis. Die Rugier geraten bald in Konflikt mit den Ostgoten in Pannonien, welche die Verbindungswege nach Italien kontrollieren und den Rugiern den Durchzug nach Italien verwehren. Flaccitheus ist wie die meisten Rugier arianischer Christ und soll den katholischen Abt Severin von Noricum, der im von Rugiern beherrschten Noricum lebt und wirkt, um Rat gebeten haben. Severin soll Flaccitheus geraten haben, in Ruhe abzuwarten; dann werde sich alles von selbst regeln, was Flaccitheus beruhigen soll. [Erster König der Rugier]
- Fortsetzung 475
Ostgoten
- König Thiudimir (468/69–474)
Thiudimir erkrankt und stirbt. - König Theoderich der Große (474–526)
Theoderich folgt seinem Vater Thiudimir als König des Gotenverbandes nach. Thiudimir hat dessen Föderatenreich von Pannonien nach Makedonien verlegt. In der Ämterübersicht beginnt Theoderichs Königtum über die Ostgoten in diesem Jahr und reicht bis 526.
Theoderich der Große, lateinisch Flavius Theodericus und gotisch Þiudareiks, ist ein König des Ostgotenreichs aus dem Geschlecht der Amaler. Er stammt aus Pannonien und gilt als eine der bedeutendsten Persönlichkeiten der spätantiken Völkerwanderungszeit, herrscht nach seinem Sieg über Odoaker in Italien und fungiert zeitweise auch als Herrscher des Westgotenreichs. Seine Rechtsstellung bleibt umstritten: Es ist strittig, ob er im Namen des oströmischen Kaisers über das Weströmische Reich herrscht oder nur als Herrscher der Ostgoten anzusehen ist. Er gilt als Gründer des Ostgotenreichs in Italien und als historisches Vorbild für Dietrich von Bern beziehungsweise Theoderich von Verona in der germanisch-mittelalterlichen Heldendichtung. Über Theoderichs Jugend liegen kaum zuverlässige Informationen vor. Sein Vater ist Thiudimir, ein Anführer gotischer Föderaten. Nach der Abschaffung von Subventionszahlungen unter Kaiser Leo I. begehren diese gegen den Kaiser auf und werden schließlich unter dem militärischen Oberkommando des späteren weströmischen Kaisers Anthemius zu einem Abkommen gedrängt. Der junge Theoderich wird als Friedensgeisel bestimmt und an den Kaiserhof nach Konstantinopel überstellt. Dort dominiert der Heermeister Aspar den oströmischen Hof; auf dessen Vorbild beruft sich Theoderich später in der Frage, weshalb er nicht selbst Kaiser werden wolle. - Fortsetzung 481
- 473: Womöglich aufgrund von Ressourcenmangel entsendet Teodemir seinen Bruder Widimir auf einen Feldzug gegen Italien des weströmischen Kaisers Glycerius. Teodemir selbst zieht mit seinem Sohn Theoderich gegen das Byzantinische Reich. Dort greift er die Prätorianerpräfektur Illyrien an, nimmt Dyrrhachium und Naissus ein und setzt danach Theoderichs Vormarsch in Richtung Thessaloniki fort. Vor dem Angriff auf die Stadt verhandelt er mit dem Patrizier Hilarianus. Es wird ein Waffenstillstand geschlossen, nach dem viele Ostgoten in Städten Makedoniens angesiedelt werden sollen. Kyrrhos soll die neue Hauptstadt von Teodemirs Föderatenstaat werden. Die Verfasser der Prosopographie des Spätrömischen Reiches vermuten, dass diese von Jordanes berichtete Verhandlung eine Verwechslung mit der im Jahr 479 an Theoderich gesandten Gesandtschaft ist. Glycerius herrscht als weströmischer Kaiser.
- Fortsetzung 481
- 472: Um 472: Theoderich wird seinem Vater Teodemir zurückgegeben.
- 471: Theoderich Theoderich Theoderich wird wohl schon 471 zum Heerkönig erhoben.
- 469: Um 469/470: Teodemir muss zur Festigung seiner Herrschaft einem verbündeten barbarischen Heer entgegentreten, das aus Skiren, Rugiern, Gepiden und weiteren Gruppen besteht. Dieses Heer wird von den Königen Hunimund, Alarich, Beuka, Babas, Edekon und Hunulf geführt und von byzantinischen Truppen Leos I. des Thrakers unterstützt. Leo I. unterstützt Teodemirs Gegner wegen seines Konflikts mit dem Hofbeamten Aspar. Es kommt zu einer großen Schlacht, in der die Goten siegen und ihre Vorherrschaft im mittleren Lauf der Donau begründen. Nach Hyun Jin Kim ist es jedoch plausibel, dass die Ostgoten diese Schlacht verloren haben.
- 469: Theoderich Theoderich Theoderich kehrt etwa 469 nach Pannonien zurück und übernimmt die Führung einer der dort operierenden gotischen Kriegergruppen.
- 468: Teodemir oder Thiudimir ist ein Arianer und der Sohn des Amalers Vandalarius, eines vornehmen Sohnes des Königs Vinithar. Er ist der Bruder der Vornehmen Widimir und Valamir. Mit seiner katholischen Ehefrau Erelieva hat er die Tochter Amalafrida, die den Vandalenkönig Thrasamund heiraten wird, sowie die beiden Söhne Theodimund und Theoderich, den späteren Theoderich den Großen. Nach seiner Ansiedlung in Pannonien organisiert Teodemir mit seinen Verwandten das Ostgotenreich von Pannonien in drei Bezirken, von denen jeweils einer durch einen der Brüder kontrolliert wird; allein Valamir trägt jedoch den Königstitel. Teodemir kontrolliert die Goten am Plattensee, was nach Herwig Wolfram dem zentralen Süden Somogys und dem Nordosten Kroatiens entspricht. Später tritt Teodemir einem einfallenden Verband von Sueben entgegen und nimmt deren König Hunimund gefangen. Hunimund wird nach germanischer Sitte adoptiert und freigelassen. Als Reaktion auf den Angriff organisiert Teodemir einen Feldzug gegen die Sueben und ihre alamannischen Verbündeten und erringt einen bedeutenden Sieg.
- 465: Thiudimir Thiudimir: Um 465: Nach seiner Freilassung stiftet Hunimund einen skythischen Angriff gegen die Goten an, der Valamir das Leben kostet. Mit Valamirs Tod wird Teodemir zum König ausgerufen.
- 461: Thiudimir Thiudimir: 461/462: Mit dem Abschluss der Feindseligkeiten wird Teodemirs Sohn Theoderich als Geisel nach Konstantinopel geschickt.
- 459: Thiudimir Thiudimir: 459–461/462: Teodemir nimmt an den Konflikten mit den Byzantinern über die Nichtzahlung des jährlichen Zuschusses für die Goten teil.
- 459: Theoderich Theoderich Theoderich verbringt seine Jugendzeit wohl ungefähr von 459 bis 469 als Friedensgeisel am Kaiserhof in Konstantinopel. Dort erhält er vermutlich rudimentäre Kenntnisse der römischen Verwaltungs- und Herrschaftspraxis.
- 454: Thiudimir Thiudimir: Nach dem Tod Attilas tritt Teodemir den Hunnen in der Schlacht am Nedao erfolgreich entgegen. Im selben Jahr lässt er sich mit seinen Verwandten in Pannonien nieder; dies geschieht mit Genehmigung des byzantinischen Kaisers Markian.
- 451: Thiudimir Thiudimir: Teodemir führt gemeinsam mit seinen Brüdern die gotischen Kontingente im Heer Attilas des Hunnen während der Schlacht auf den Katalaunischen Feldern.
Langobarden
- Um 470: Wacho Wacho wird als Sohn des Prinzen Zuchilo (auch Unichis oder Unigis), eines Bruders des späteren Langobardenkönigs Tato, geboren. Über seine Kindheit und Jugend ist wenig bekannt
- Fortsetzung 490
RÖMISCHES REICH
(ab urbe condita MCCXXVII = 1227)
Reich des Syagrius
- 470: Vom Krieg des weströmischen Kaisers Anthemius gegen die Westgoten, der 470 beginnt, kann Syagrius profitieren. Syagrius steht offenbar in einer Annäherung zu Anthemius. Mit salfränkischer Unterstützung werden die Goten zunächst bei Bourges geschlagen. Dieser Erfolg nutzt Anthemius wenig, da bald darauf die letzten regulären weströmischen Truppenverbände in Südgallien von gotischen Truppen vernichtet werden. Syagrius kann seinen Machtbereich vermutlich konsolidieren, doch bleibt die Entwicklung in seinem Bereich für die nächsten Jahre faktisch nicht greifbar.
- Fortsetzung 475
- 464: Aegidius verstirbt 464 oder 465. In Gallien ist es seit Arbogast üblich, dass Soldaten ihre Kommandeure mitunter selbst wählen. Syagrius tritt die Nachfolge seines Vaters an und residiert gesichert in Soissons. In den Quellen erscheint der comes Paulus, der einige Jahre nach dem Tod des Aegidius gegen sächsische Plünderer vorgeht und bei Angers fällt. Gregor von Tours berichtet darüber und stützt sich offenbar auf die heute verlorenen Annalen von Angers. Paulus, der römische Befehlshaber, greift mit Römern und Franken die Goten an und macht reiche Beute. Danach kommt Adovacrius, ein Anführer sächsischer Plünderer, nach Angers. Am folgenden Tag erscheint König Childerich und gewinnt, nachdem Paulus getötet ist, die Stadt; dabei gerät das Kirchenhaus in Flammen. Die Forschung nimmt oft an, dass Paulus im Auftrag des Syagrius agiert oder an dessen Stelle als Statthalter in Soissons fungiert, doch bleibt dies Spekulation. Aus den Schilderungen geht nicht hervor, ob Paulus im Auftrag eines anderen handelt oder eher auf eigene Faust.
- 463: Aegidius schlägt 463 die Westgoten bei Orléans. Trotz dieses Erfolges muss er wegen des bestehenden Drucks ausweichen. Er errichtet im Gebiet nördlich der Loire bis zur Somme ein Sonderreich und handelt dort als unabhängiger gallorömischer Herrscher. Aegidius bezieht wahrscheinlich in Soissons Residenz, wo sich römische Waffenschmieden (fabricae) befinden, doch ist dies nicht gesichert. Die Annahme ergibt sich aus der Nachricht Gregors von Tours, dass Aegidius die Stadt beherrscht hat, in der Syagrius um 486 seinen Sitz hat.
- 461: Der mit Aegidius befreundete Kaiser Majorian wird 461 auf Befehl des einflussreichen magister militum Ricimer hingerichtet. Danach überwirft sich Aegidius mit der weströmischen Regierung in Ravenna. In der Folge mobilisiert Agrippinus als Rivale des Aegidius im Auftrag Ricimers die Westgoten gegen Aegidius. In den Jahren 461/62 mobilisiert Agrippinus die Westgoten gegen Aegidius. Aegidius kann diese Westgoten 463 bei Orléans schlagen, möglicherweise mit Hilfe der Salfranken unter Childerich I., was aber offenbleibt.
- 457: Aegidius ist seit 457 magister militum per Gallias und steht damit an der Spitze der Truppen in Gallien. Er übt diese Funktion im Rahmen des weströmischen Militärsystems aus.
Weströmisches Reich
- Kaiser Glycerius (473–474)
Leo I. erkennt Glycerius weiterhin nicht als Kaiser an. Er entscheidet sich stattdessen, Julius Nepos, einen seiner eigenen Männer, als weströmischen Kaiser anzuerkennen, und schickt ihn mit einer Flotte zur Invasion des Weströmischen Reiches. Julius Nepos herrscht von 474 bis 475 beziehungsweise 480. Johannes von Antiochia berichtet im 7. Jahrhundert, Leo habe die Entscheidung zur Absetzung des Glycerius getroffen, nachdem er von dessen Thronbesteigung im Weströmischen Reich erfahren habe. Mathisen erklärt jedoch, Leo müsse einige Zeit gezögert haben, da der tatsächliche Angriff durch den Winter verzögert werde und Julius Nepos bis zum Beginn des Frühlings warten müsse, um seine Invasion zu beginnen. Glycerius hat keine Verbündeten mehr, weil Gundobad ihn offenbar verlässt. Als Nepos im Juni bei Ostia landet, bleibt Glycerius daher keine andere Möglichkeit als die Übergabe. Am 24. Juni dankt Glycerius in Ravenna ab, und Nepos übernimmt den Thron. John Michael O’Flynn erklärt, die Umstände dieses raschen Sturzes seien unklar und auf den ersten Blick rätselhaft. Die Truppen des Nepos seien wahrscheinlich klein, doch Gundobad unternehme nichts gegen sie und verschwinde vielmehr vollständig aus der italienischen politischen Szene. O’Flynn vermutet, Gundobad könne zwar starken Widerstand leisten, akzeptiere jedoch, statt die von Leo vertretene kaiserliche Legitimität anzufechten, Leos Befugnis, Glycerius als kaiserlichen Kollegen zurückzuweisen und einen eigenen Kandidaten einzusetzen. Glycerius gewinne offenbar auch nie die Gunst des römischen Senats oder der gallorömischen Aristokratie. Nach seiner Absetzung wird Glycerius zum Bischof von Salona in Dalmatien geweiht.
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- Kaiser Julius Nepos (474–475)
Zenon erkennt Nepos rasch als rechtmäßigen weströmischen Kaiser an; auch der römische Senat und die Bevölkerung Italiens akzeptieren seine Herrschaft. Nepos ist bis zur Krönung Karls des Großen im Jahr 800 der letzte Kaiser, der in Rom gekrönt wird. Nepos weist offenbar einen westgotischen Angriff auf Italien ab, und die Burgunder werden erneut zu Föderaten des Reiches. Er konzentriert sich auf die Wiederherstellung und Festigung der kaiserlichen Autorität in Gallien und gibt zu diesem Zweck Hispanien auf. Die verbliebenen kaiserlichen Gebiete in Gallien werden von dem westgotischen König Eurich angegriffen, der zugleich gegen römische Streitkräfte in Spanien kämpft und Aquitania Prima unter seine Kontrolle bringen will. Nepos ernennt Ecdicius, einen Sohn des ehemaligen weströmischen Kaisers Avitus, zum Patrizier und Heermeister. Zeitgenössische gallorömische Autoren wie Sidonius Apollinaris nehmen Nepos’ Herrschaftsantritt in den verbliebenen kaiserlichen Besitzungen Galliens begeistert auf. Ecdicius befreit Arles 474 erfolgreich von einer westgotischen Belagerung. - Julius Nepos stammt aus der römischen Provinz Dalmatien. Er ist der Sohn des unter Kaiser Majorian dienenden Generals Nepotianus und ein Neffe des Heermeisters Marcellinus, da seine Mutter eine Schwester des Marcellinus ist. Er heiratet eine namentlich nicht überlieferte römische Adlige, die mit der oströmischen Kaiserin Verina verwandt ist und möglicherweise eine Nichte Kaiser Leos I. ist. Nach dem Tod seines Onkels Marcellinus übernimmt Nepos dessen Stellung als weitgehend selbständiger Statthalter Dalmatiens. Als Kaiser arbeitet Nepos daran, das kaiserliche Ansehen wiederherzustellen. Er lässt Münzen in Rom, Ravenna und Mediolanum prägen; Münzen aus Nordgallien in seinem Namen zeigen, dass der römische General Syagrius seine Herrschaft dort anerkennt. Nepos lässt außerdem symbolische Münzen für Zenon und dessen Mitkaiser Leo II. prägen. In seiner Außenpolitik muss Nepos sich mit den Vandalen und deren erneuten sowie verstärkten Piratenangriffen im Mittelmeer auseinandersetzen. Wegen der schwachen Stellung des Weströmischen Reiches erkennt er die vandalische Herrschaft über die bereits in Afrika und im Mittelmeerraum eroberten Gebiete an, darunter Sardinien, Korsika, die Balearen und Teile Siziliens. Während seines Aufenthalts in Dalmatien gibt Nepos seinen Anspruch auf das Weströmische Reich niemals auf und hofft fortdauernd auf die Wiedergewinnung Italiens. Odoaker erkennt Nepos’ Herrschaft nur dem Namen nach an, lässt Goldmünzen in Nepos’ Namen in italienischen Münzstätten prägen und unternimmt keine ernsthaften Schritte zu dessen Wiedereinsetzung. Möglicherweise gewährt Odoaker Nepos eine Pension, ignoriert ihn in der Praxis jedoch. Nach Nepos’ Tod erkennt Odoaker Zenon als seinen neuen Oberherrn an, und Zenon ernennt keinen neuen weströmischen Kaiser. - Papst Simplicius (468–483)
- Bischof Epiphanius von Pavia (466-496)
- Fortsetzung 475
- 473: Glycerinus: Gundobad überzeugt Glycerius nach dem beinahe viermonatigen Interregnum, den Thron zu übernehmen, und ruft ihn in Ravenna zum Kaiser aus. Die Fasti vindobonenses datieren die Erhebung auf den 5. März, während das ebenfalls die Konsularjahre verzeichnende Paschale campanum den 3. März nennt. Glycerius herrscht als weströmischer Kaiser von März 473 bis zum 24. Juni 474. Leo I. erkennt Glycerius nicht als Kaiser an, weil dieser lediglich eine Marionette Gundobads sei. Eurich ordnet eine Invasion Italiens an, entscheidet sich aus unbekannten Gründen jedoch stattdessen für einen Einfall in Gallien und besetzt sowohl Arles als auch Marseille. Videmir schlägt eine Invasion Italiens vor. Glycerius hält Videmir durch ein Geschenk von 2.000 Solidi, hochwertigen Goldmünzen, von diesem Vorhaben ab und lenkt die Ostgoten von Italien nach Gallien. Dort werden sie später von umliegenden Gruppen angegriffen, die Jordanes als „verschiedene Völker“ bezeichnet. Mathisen erklärt, diese Maßnahmen zur Verteidigung des Reiches könnten der Grund dafür sein, dass Glycerius in römischen und byzantinischen Quellen im Allgemeinen günstig beurteilt werde. Glycerius herrscht offenbar hauptsächlich in Norditalien, da mit einer Ausnahme alle aus seiner Regierungszeit gefundenen Münzen entweder in Ravenna oder in Mailand geprägt werden. Das einzige erhaltene Gesetz des Glycerius trägt das Datum 11. März. Es richtet sich an Himilco, den Prätorianerpräfekten von Italien, und wird später erneut an die Prätorianerpräfekten von Illyrien, des Ostens und Galliens ausgegeben. Es betrifft die Simonie, also den Verkauf kirchlicher Ämter. Das Gesetz wird nicht nur von den Präfekten Italiens und Galliens übernommen, die zum Weströmischen Reich gehören, sondern auch von den Präfekten Illyriens und des Ostens, obwohl Glycerius keine Befugnis besitzt, ihnen Gesetze zu erlassen. Das Gesetz soll Glycerius die Unterstützung des Klerus verschaffen, spricht aber wahrscheinlich auch die senatorische Schicht an, die sich um zunehmend gewalttätige Wahlen und um die Verwendung von Kirchengeldern durch Kleriker für persönliche Zwecke sorgt. Dieses Gesetz ist zugleich das letzte bekannte Gesetz eines weströmischen Kaisers. Glycerius ernennt keinen Konsul für 474 und akzeptiert stattdessen den östlichen Konsul, den noch minderjährigen Kaiser Leo II., dessen Regierungszeit mit 473 bis 474 angegeben wird. Dies gilt als möglicher Hinweis darauf, dass Glycerius eine Aussöhnung mit dem Oströmischen Reich versucht. Gundobad ist außerdem König von Burgund; seine Herrschaft wird mit 473 oder 474 bis 516 angegeben. Als foederatus unterhält er gute Beziehungen zum Oströmischen Reich. Mathisen nennt als Möglichkeiten, dass Gundobad weitere Truppen in Gallien anzuwerben versucht oder dass er Italien verlässt, um nach dem Tod seines Vaters Gundioch sein Erbe zu sichern. - Über Glycerius ist fast nichts bekannt. Penny MacGeorge erklärt, dass über ihn „fast nichts bekannt“ sei. Sie schreibt, er sei vermutlich ein Italiener aus der Oberschicht, doch seine Familie sei unbekannt und müsse nicht aristokratisch gewesen sein. Glycerius steigt zum comes domesticorum auf, also zum Befehlshaber der Palastwache, und dient wahrscheinlich während der Herrschaft des weströmischen Kaisers Olybrius in diesem Amt. Die Westgoten und Ostgoten sind germanische Gruppen, die als foederati in Gallia Aquitania beziehungsweise in Pannonia Prima und Valeria angesiedelt sind. Über die Ereignisse der Herrschaft des Glycerius sind nur wenige Angaben überliefert. Die Überlieferung besteht aus einigen bruchstückhaften Hinweisen in den von Ralph Mathisen als dürftige Chroniken bezeichneten Quellen, darunter die Annalen des Marcellinus Comes, die Gallische Chronik von 511 und die Chronik von Saragossa, sowie aus kleineren Hinweisen des Schriftstellers Jordanes aus dem 6. Jahrhundert und des Bischofs Ennodius. Der Historiker Theophanes aus dem 9. Jahrhundert bezeichnet Glycerius lediglich als einen „nicht verächtlichen Mann“. Ennodius, Bischof von Pavia, berichtet in seiner Vita des heiligen Epiphanius, Glycerius vergebe auf die Fürsprache des Bischofs Epiphanius von Pavia Männern unter seiner Herrschaft das Unrecht, das sie seiner Mutter zugefügt hätten. Mathisen erklärt, die Verletzungen der Mutter des Glycerius könnten eine Reaktion auf dessen Bestechung Videmirs sein, hält aber fest, dass solche Maßnahmen ein regelmäßiger Bestandteil kaiserlicher Politik seien, und vermutet, die Angreifer könnten Soldaten gewesen sein, was ihre Straflosigkeit erkläre. Nach seiner Absetzung wird Glycerius unverzüglich zum Bischof von Salona in Dalmatien geweiht. Er stirbt irgendwann nach 474, möglicherweise 480. Er wird gelegentlich mit einem Glycerius gleichgesetzt, den König Odoaker zum Erzbischof von Mailand erhoben habe; dies sei jedoch wahrscheinlich unzutreffend. Die Quelle für die Beförderung des Glycerius zum Erzbischof sei eine unklare Zeile des Ennodius, in der dieser neben anderen Erzbischöfen von Mailand einen Erzbischof namens Glycerius lobe. Dieser Abschnitt scheine jedoch entweder verderbt oder später ergänzt worden zu sein, um den Erzbischof Glycerius mit dem Kaiser Glycerius gleichzusetzen.
- 473: Julius Nepos Am 1. Juni 473 ist Julius Nepos erstmals als Heermeister Dalmatiens bezeugt; möglicherweise bekleidet er dieses Amt bereits seit dem Tod des Marcellinus. Im März 473 ernennt der burgundische König Gundobad, ein Neffe Ricimers, den Befehlshaber der Palastgarde Glycerius zum weströmischen Kaiser. Glycerius regiert von 473 bis 474. Leo I. ist darüber erzürnt und ernennt Nepos zum Befehlshaber eines Heeres, das Italien angreifen und Glycerius absetzen soll. Der Winter verhindert jedoch, dass Nepos für einige Monate gegen Glycerius vorgeht. Durch die Ernennung des Nepos versucht Leo I., seine Autorität im Westen durchzusetzen, und möglicherweise will er zugleich einen möglichen Rivalen im Osten beseitigen.
- Fortsetzung 474
- 472: Simplicius: Im Jahr 472 gerät Simplicius in einen Konflikt mit Kaiser Anthemius, während er gleichzeitig weiterhin die Entscheidung des Konzils von Chalcedon gegen die miaphysitische Häresie verteidigt und die Menschen in Italien gegen marodierende barbarische Soldaten unterstützt. Der Konflikt mit Anthemius prägt seine päpstliche Tätigkeit in diesem Jahr und steht neben seiner Auseinandersetzung mit den kirchlichen Richtungen, die der Entscheidung von Chalcedon widersprechen. Zugleich setzt Simplicius seine Bemühungen fort, die katholische Position gegenüber abweichenden Lehren im Osten zu behaupten und die Gläubigen in Italien angesichts der Unruhen und Übergriffe zu unterstützen.
- 472: Glycerius Glycerius dient wahrscheinlich während der Herrschaft des Olybrius als comes domesticorum.
- 471: Weströmisches Reich, Sidonius: Von 471 bis 474 stellt Sidonius als Führer und Bischof der Auvergne zusammen mit seinem Schwager Ecdicius, den er zum militärischen Führer bestimmt, mit eigenen Mitteln und der Unterstützung anderer Aristokraten eine Truppe auf und verteidigt während vier Jahren die Auvergne gegen alljährliche Eroberungsversuche der arianischen Westgoten unter König Eurich II., der 469 das foedus von 418 gebrochen hat und sein Reich bis ans Mittelmeer und an die Rhône zu erweitern sucht, Sidonius hat zu Eurichs Bruder und Vorgänger Theoderich II. gute Beziehungen, begräbt nach den Ereignissen die Hoffnung, die römische Ordnung in Gallien mit Hilfe der föderierten Westgoten zu erhalten, wendet sich vom Prinzip des foedus ab und entwickelt römischen Patriotismus und Bindung an die katholische Kirche.
- 470: Weströmisches Reich, Sidonius: In den Jahren 469/470 oder 471 wendet sich Sidonius wieder dem Landleben auf seinem Gut Avitacum zu, unterbrochen von Aufenthalten in Lugdunum und Arverni, er baut Beziehungen zum einflussreichen Bischof Patiens von Lugdunum und anderen Klerikern auf und bekleidet möglicherweise eine kirchliche Würde, in dieser Phase wird er auserwählt, Bischof von Clermont zu werden, das Ansehen seiner Familie und seines Schwiegervaters sowie seine politischen Einflussmöglichkeiten tragen zu dieser Wahl bei, mit der Annahme der Wahl wird Sidonius zum politischen Führer der Auvergne, da das Bischofsamt in Gallien zugleich ein politisches Amt ist und die katholische Kirche zur Rückzugstellung des Römertums in Gallien wird. Ab etwa 470 entsteht die umfangreiche Briefsammlung von 147 Stücken in neun Büchern, in die weitere Gedichte aufgenommen sind, die ersten acht Gedichte sind Panegyrici im Stil Claudians und dokumentieren wichtige politische Ereignisse, Carmen 7 ist eine Lobrede auf Avitus zu seiner Erhebung zum Kaiser, Carmen 5 ist eine Lobrede auf Kaiser Majorian und zeigt, dass Sidonius Gefühle gegenüber dem für den Tod seines Schwiegervaters verantwortlichen Kaiser hintanstellen kann, Carmen 2 ist eine Lobrede auf Anthemius und Teil seiner Bemühungen, Stadtpräfekt von Rom zu werden.
- 469: Weströmisches Reich: Sidonius Apollinaris Sidonius übt die Stadtpräfektur von Rom möglicherweise bis ins Frühjahr 469 aus, besonders erfolgreich ist er im Amt nicht, doch erhält er nach Ablauf der Stadtpräfektur die Würde eines patricius, er zieht sich aus dem politischen Leben in Rom zurück, möglicherweise im Zusammenhang mit dem Prozess gegen seinen Freund Arvandus, der sich einer Verschwörung mit den Westgoten schuldig gemacht hat, im selben Zeitraum haben die Westgoten 468 das foedus von 418 gebrochen und sich vom weströmischen Reich losgesagt.
- 468: Julius Nepos 468 stirbt Marcellinus, der Onkel des Julius Nepos. Vor seinem Tod ist er ein weitgehend selbständiger Statthalter Dalmatiens. Nach seinem Tod übernimmt Nepos diese Stellung. Marcellinus hat in mehreren Feldzügen gegen die Vandalen gekämpft und vorübergehend vandalische Versuche abgewehrt, Sardinien unter ihre Kontrolle zu bringen.
- 468: Weströmisches Reich: Sidonius Apollinaris Am 1. Januar 468 verfasst Sidonius als Symbol der Versöhnung der gallischen mit den italischen Senatoren einen panegyricus auf Anthemius und trägt ihn vor, Anthemius belohnt ihn mit dem prestigeträchtigen Amt eines praefectus urbi Romae, die politische Karriere gipfelt in dieser Stadtpräfektur, Sidonius übt das Amt mindestens einige Monate aus.
- 468: Simplicius: Simplicius wird in Tivoli im Latium als Sohn eines Bürgers namens Castinus geboren, sein lateinischer Name bedeutet „der Einfache“ und er gehört als Papst und Heiliger der katholischen Kirche an. Nach dem Tod des Papstes Hilarius besteht eine Sedisvakanz von zehn Tagen, und Simplicius wird am 25. Februar 468 zum Bischof von Rom konsekriert. Er übernimmt damit das Papstamt und beginnt seinen Papstdienst im Jahr 468, während seine Amtszeit von Beginn an von kirchlichen und politischen Spannungen geprägt ist. Als Papst verteidigt Simplicius die Entscheidungen des Konzils von Chalcedon gegen die eutychianische beziehungsweise miaphysitische Häresie und wendet sich gegen die entsprechenden Strömungen im Osten des Reiches. In diesem Zusammenhang wendet er sich an die Kaiser Basiliskos und Leo I. im Oströmischen Reich, um die Wiederherstellung katholischer Bischöfe zu erreichen, und setzt seine Tätigkeit als Patriarch von Rom und Papst ein, um die Autorität Roms im Westen zu sichern. - Simplicius verteidigt die Entscheidung des Konzils von Chalcedon gegen die miaphysitische beziehungsweise eutychianische Häresie, er hilft den Menschen in Italien gegen marodierende barbarische Soldaten und bemüht sich, die Auswirkungen germanischer Invasionen abzumildern. Er arbeitet daran, die Autorität von Rom im Westen zu erhalten und beendet die Praxis, Bischöfe nur im Dezember vor Weihnachten zu weihen, indem er zusätzlich im Februar heilige Weihen vornimmt. Er lässt eine Kirche mit dem Namen Santa Bibiana in Erinnerung an die Jungfrau und Märtyrin Bibiana errichten und weiht die Kirche Santo Stefano Rotondo auf dem Caelius, die Kirche S. Andrea nahe S. Maria Maggiore und eine dem heiligen Laurentius geweihte Kirche im Campo Verano. Ausserdem bemüht er sich, den Menschen in Italien gegen die marodierenden barbarischen Angreifer beizustehen. Papst Hilarius (461–468)
- 467: Weströmisches Reich: Sidonius Apollinaris Im Jahr 467 wird Sidonius offiziell aufgefordert, sich in Rom einzufinden, er zieht als Vorsteher einer Delegation der Auvergne zum neuen Kaiser Anthemius, der nach einem zweijährigen Interregnum mit oströmischer Unterstützung an die Macht kommt.
- 461: Weströmisches Reich: Sidonius Apollinaris Im August 461 entmachtet und richtet Ricimer Kaiser Majorian hin, diese überraschende Entwicklung beendet für längere Zeit die politische Karriere des Sidonius, er zieht sich auf seine Domänen in der Auvergne und im Lyonnais zurück, widmet sich der Poesie, seinen Freunden und seinen Kindern und wendet sich in dieser Zeit dem Christentum zu, möglicherweise bekleidet er weiterhin öffentliche Ämter.
- 460: Weströmisches Reich: Sidonius Apollinaris Im Jahr 460 beschuldigt man Sidonius, ein anonymes Pamphlet gegen Majorian verfasst zu haben, Majorian schenkt diesem Vorwurf keinen Glauben und lässt Sidonius in seiner Stellung.
- 458: Weströmisches Reich: Sidonius Apollinaris Beim Einzug Majorians in Lugdunum 458 hält Sidonius erneut einen panegyricus, diese Geste leitet eine neue Phase seiner politischen Aktivitäten ein, er dient dem Kaiser in nicht genauer bekannter Funktion, möglicherweise als tribunus et notarius, erhält den Titel comes und wird an die Tafel des Kaisers zugelassen.
- 457: Weströmisches Reich: Sidonius Apollinaris Anfang 457 findet Avitus den Tod und wird wenig später durch Majorian abgelöst, der vom magister militum Ricimer unterstützt wird, viele gallische Aristokraten weigern sich zunächst, Majorian anzuerkennen, Sidonius schliesst sich letztlich dem neuen Kaiser an und plant einen weiteren panegyricus.
- 456: Weströmisches Reich: Sidonius Apollinaris Am 1. Januar 456 trägt Sidonius vor dem Senat in Rom einen panegyricus auf Avitus vor, Avitus belohnt ihn mit einem Bronzestandbild auf dem forum Traianum, Ende 456 wird Avitus durch einen Militärputsch gestürzt.
- 455: Weströmisches Reich: Sidonius Apollinaris Nachdem Petronius Maximus 455 gestürzt wird und Avitus mit Unterstützung der seit 418 in Aquitanien siedelnden Westgoten den Purpur nimmt, folgt Sidonius seinem Schwiegervater nach Rom und bereitet sich auf dessen öffentliche Ehrung vor.
- 452: Weströmisches Reich: Sidonius Apollinaris Um 452 heiratet Sidonius seine Cousine Papianilla, die Tochter des späteren weströmischen Kaisers Avitus, aus dieser Ehe gehen vier Kinder hervor, der Sohn Apollinaris und die drei Töchter Roscia, Severiana und Alcima, als Teil der Mitgift erhält Sidonius das Gut Avitacum, wahrscheinlich das heutige Aydat.
- 431: Weströmisches Reich: Sidonius Apollinaris Sidonius Apollinaris wird am 5. November 431 oder 432 in Lyon geboren, sein Vater und sein Großvater Apollinaris haben das Amt eines praefectus praetorio Galliarum inne, die Familie gehört zum gallischen Senatsadel und zählt zur weströmischen Reichselite, Sidonius erhält in Lugdunum und Arelate eine Ausbildung in Grammatik und Rhetorik nach dem seit Quintilian geltenden System.
- 397: Bischof Severin von Köln (397) Köln gehörte im Jahr 397 zum Römischen Reich, genauer zur Provinz Germania secunda im spätantiken Westreich; die Stadt war damals noch eine römische Stadt und nicht Teil eines „Staates“ im modernen Sinn. In der späten Antike ging die römische Herrschaft am Rhein jedoch bereits ihrem Ende entgegen.
Oströmisches Reich
- Kaiser Leo I. (457–474)
- Kaiser Leo II. (474) (gleichzeitig Konsul)
Nach dem Tod seines Großvaters Leo I. am 18. Januar übernimmt der junge Leo II. nominell die Alleinherrschaft. Bereits am 29. Januar krönt Leo II. seinen Vater Zenon zum Mitkaiser. In seine zehnmonatige Regierungszeit fällt die Erhebung des Julius Nepos zum letzten legitimen weströmischen Kaiser. Leo II. stirbt am 17. November an einer unbekannten Krankheit und hinterlässt Zenon als Alleinherrscher im Osten. - Kaiser Zenon (474–491)
1117D: Durch den überraschenden Tod seines Sohnes Leo II. wird Zenon Alleinherrscher im Oströmischen Reich. - Patriarch Akakios von Konstantinopel (471–489)
- Basiliskos Leo stirbt am 18. Januar. Leo II. besteigt den Thron. Zenon wird am 29. Januar zum Mitkaiser eingesetzt und gekrönt. Als Leo II. im Herbst stirbt, wird Zenon alleiniger oströmischer Kaiser. Zenon regiert zunächst von 474 bis 475 und später erneut von 476 bis 491. Julius Nepos regiert von 474 bis 475 oder 480. Basiliskos ist durch Heirat mit Julius Nepos verbunden. Zenon ist bei der Bevölkerung und im Senat unpopulär, teilweise wegen seiner isaurischen Herkunft und teilweise wegen der Erwartung, dass seine Herrschaft Isaurier in hohe Ämter bringt. Verina, die Zenons Erhebung zuvor unterstützt hat, verschwört sich mit anderen gegen ihn. Sie plant nach allgemeiner Auffassung, ihren Geliebten Patricius, den magister officiorum, zum Kaiser zu machen und ihn zu heiraten. Theoderich Strabo, Basiliskos, die isaurischen Brüder Illus und Trokundes sowie Armatus unterstützen die Verschwörung. Die Verschwörung besitzt Rückhalt im Militär, im oströmischen Senat und bei Basiliskos, Illus und Trokundes. Die Haltung des Patriarchen Akakios von Konstantinopel bleibt unklar. Basiliskos ist mit Zenonis verheiratet und Vater des Marcus; Zenonis wird möglicherweise miaphysitischer Einfluss zugeschrieben.
- Patriarch Akakios von Konstantinopel (471–489)
- Patriarch Anastasios I. (Jerusalem, 458-478)
- Patriarch Timotheos III. Salophakiolos (Alexandria, 1. Amtszeit 460–475)
- Fortsetzung 475
- 473: Leo I.: Im Jahr 473 schließen das Oströmische Reich und Theoderich Strabo eine Vereinbarung. Das Reich verpflichtet sich darin zur Zahlung eines jährlichen Tributs von 2.000 Goldstücken. Die schwierigen Beziehungen zu den germanischen Gruppen auf Reichsboden bestehen weiter. Leon I. bekleidet im Jahr 473 zum fünften und letzten Mal während seiner Herrschaft das Konsulat.
- 473: Leo Ein Jahr später, wahrscheinlich am 17. November 473, wird Leo (später Leo II.) zum Augustus und Mitkaiser erhoben. In diesem Zusammenhang jubelt ihm die Bevölkerung von Konstantinopel auf Griechisch zu, während die versammelten Soldaten ihm auf Latein zujubeln.
- 473: Während seines Patriarchats leitet Anastasios I. im Jahr 473 die Bestattung des heiligen Euthymios des Großen.
- Fortsetzung 474
- 472: Leo I.: Im Jahr 472 zieht ein Teil der Männer Theoderichs des Amalers nach Noricum und unterstützt Anthemius gegen Ricimer.
- 472: Leo Einige Monate nach der Beseitigung des Patricius wird Leo (später Leo II.) im Oktober als nächster männlicher Verwandter Leos I. zum Caesar und zum Thronfolger erhoben.
- 471: Leo I.: Im Sommer 471 werden Aspar, sein Sohn Ardabur und wahrscheinlich auch Patricius während eines Banketts im Großen Palast ermordet. Die Tat wird offenbar von Eunuchen des Palastes ausgeführt. Nach dieser Beseitigung Aspars und seiner Söhne endet der Einfluss der Alanen am kaiserlichen Hof. Einige Quellen, darunter Malchos von Philadelphia, geben Leon I. deshalb den Beinamen Makelles, „der Schlächter“. Zenon kehrt in diesem Jahr nach Konstantinopel zurück und scheint an der Ermordung Aspars beteiligt zu sein. Die Beseitigung des Caesar Patricius stärkt zugleich die Stellung Leons II. in der Nachfolgefrage. Unmittelbar nach Aspars Ermordung erheben sich die gotischen Truppen in Thrakien unter Theoderich Strabo, die traditionell Aspar verbunden sind. In Konstantinopel greifen gotische Verbände unter einem Mann namens Ostrys den Kaiserpalast an, um Aspars Tod zu rächen. Die Excubitores schlagen den Angriff zurück; die gotischen Truppen schließen sich danach Theoderich Strabo an. Basiliskos besiegt die Goten noch im selben Jahr. Theoderich Strabo verlangt daraufhin die Ansiedlung seiner Männer in Thrakien, Aspars Erbe und die Ernennung zum magister militum. Er erhält nur das Amt des magister militum und beginnt anschließend mit Plünderungen. Leon I. bekleidet im Jahr 471 zum vierten Mal während seiner Herrschaft das Konsulat.
- 471: Basiliskos Aspar und sein Sohn Ardabur werden getötet. Patricius wird schwer verwundet, seiner Stellung als Caesar enthoben und von Leontia geschieden. Basiliskos unterstützt Leo in dessen Machtkampf gegen Aspar und anschließend gegen Theoderich Strabo. Zenon gewinnt danach größeren Einfluss am Hof. Theoderich Strabo versucht, Aspar zu rächen, marschiert gegen Konstantinopel und wird von Basiliskos und Zenon zurückgedrängt. - 471/472: Basiliskos unterstützt Leo im Machtkampf gegen Aspar und danach gegen Theoderich Strabo.
- 471: Armatus Nach der Ermordung Aspars zettelt Theoderich Strabo möglicherweise eine Rebellion an. Gegen Ende der Herrschaft Kaiser Leos I. unterdrückt Armatus als magister militum per Thracias erfolgreich einen Aufstand in Thrakien, indem er thrakischen Gefangenen die Hände abhacken und sie den Rebellen überbringen lässt.
- 471: Akakios: Akakios ist ab 471 Patriarch von Konstantinopel. Zentrales Problem in der Amtszeit des Akakios ist die theologische Auseinandersetzung zwischen Orthodoxen und Monophysiten, die sich um die christologische Frage des Verhältnisses der göttlichen und menschlichen Natur Christi zueinander dreht. Da der Monophysitismus in Ägypten und im Orient stark verbreitet ist, droht im Oströmischen Reich eine staatsgefährdende Glaubensspaltung, der der Kaiser in Konstantinopel entgegenzuwirken sucht. Akakios unterstützt ihn dabei, indem er eine Glaubensformel, das Henotikon, verfasst. Die Beziehungen zwischen dem römischen Papst und dem Patriarchen in Konstantinopel sind ohnehin bereits belastet dadurch, dass in Chalcedon für den Patriarchen von Konstantinopel eine Sonderstellung vereinbart wird. Akakios nimmt 482 bei der Besetzung des Patriarchats von Alexandria, das zwischen Petros III. Mongos und Talaia umstritten ist, Partei für Ersteren. Im Oströmischen Reich setzen derweil Akakios und Kaiser Zeno alles daran, das Henotikon auch gegen den Widerstand der Monophysiten durchzusetzen.
- 470: Leo I.: Um das Jahr 470 bleibt Aspars Einfluss im Reich bestehen; zugleich ist seine Stellung wegen der wachsenden Feindseligkeit am Hof gefährdet. Patricius, ein Sohn Aspars, ist mit Leontia Porphyrogenita, der zweiten Tochter Leons I., verheiratet und zum Caesar erhoben worden. Dadurch kann er als möglicher Thronfolger erscheinen. Gleichzeitig ist Zenon mit Aelia Ariadne, der älteren Tochter Leons I., verheiratet, und ihr Sohn Leon II. besitzt ebenfalls einen Anspruch auf die Nachfolge. Im Jahr 470 nehmen Sarmaten Singidunum ein. Leon I. ruft den in Konstantinopel als Geisel lebenden Theoderich, den Sohn Thiudimirs, zur Hilfe. Theoderich vertreibt die Sarmaten, verweigert jedoch anschließend die Rückgabe Singidunums. Ein Teil seiner Gefolgschaft zieht nach Noricum und unterstützt dort Anthemius im Jahr 472 gegen Ricimer; ein anderer Teil verwüstet Gebiete auf dem Balkan, greift Naissus und Ulpiana an und bedroht nach dem Tod Leons I. Thessaloniki. Pannonien fällt an die Gepiden.
- um 470: Justin (der spätere Kaiser): Militärkarriere in Konstantinopel; Teilnahme an den Isaurischen Kriegen
- 469: Leo I.: Im Jahr 469 unterstützt Zenon Leon I. gegen die Räuberzüge des Indacus Cottunes. Noch im selben Jahr wird Zenon jedoch aus Konstantinopel entfernt und zum magister militum für den Orient ernannt; dies geschieht wahrscheinlich auf Veranlassung Aspars. Ebenfalls im Jahr 469 versucht Anagastes, der magister militum von Thrakien, einen Aufstand. Nach dessen Scheitern erklärt er, auf Druck Aspars gehandelt zu haben. Die Quellen lassen offen, in welchem Maß die gegen Leon I. gerichteten Verschwörungen tatsächlich bestehen. Um 469 oder 470 führen die militärischen Maßnahmen Leons I. zur Beseitigung des Hunnenführers Dengizich und zur endgültigen Auflösung des Hunnenreiches. Der Kopf Dengizichs, eines Sohnes Attilas, wird nach Konstantinopel geschickt und öffentlich ausgestellt. Für das Jahr 469 sind außerdem Spuren der später als Anastasiusmauer bezeichneten Befestigungsanlage außerhalb Konstantinopels nachweisbar.
- 468: Leo I.: Im Jahr 468 scheitert die gemeinsame große Expedition gegen das Vandalenreich. Der Misserfolg schwächt Leon I. und ermöglicht Aspar einen erneuten Einflussgewinn. Basiliskos, der Bruder der Kaiserin Verina, führt den Feldzug gegen die Vandalen an. Trotz des Scheiterns behält er seine Stellung, wahrscheinlich mit Unterstützung Verinas; später unterstützt er Leon I. bei der Beseitigung Aspars und wird Vorsitzender des Senats. Ebenfalls im Jahr 468 erlässt Leon I. ein Gesetz zur Regelung der Bucellarii, die als private Soldatenverbände oder Gefolgschaften auftreten können. Das Gesetz soll ihre Verbreitung und ihre Auswirkungen auf die öffentliche Ordnung stärker begrenzen. In diesem Jahr besiegt der Suebe Hunimund, der von Skiren, Gepiden und Sarmaten unterstützt wird, die in Pannonien lebenden Goten unter der Dynastie der Amaler.
- 468: Basiliskos Basiliskos erhält das Kommando über einen Feldzug gegen das Vandalenreich und wird wahrscheinlich zugleich zum magister militum praesentalis befördert. Seine Flotte soll aus 1.113 Schiffen mit mehr als 100.000 Männern bestehen, darunter Söldner aus weit entfernten Gebieten wie Öland in Schweden. Basiliskos wird erstmals als patricius erwähnt. Marcellinus nimmt Sardinien mit geringem Widerstand ein. Herakleios von Edessa nimmt die Festung Tripolis in Libyen ein. Beide wollen sich mit Basiliskos’ Kräften vereinigen. Basiliskos’ Galeeren zerstreuen die vandalische Flotte nahe Sizilien. Basiliskos nutzt diesen Vorteil jedoch nicht aus und lässt seine Kräfte am Kap Bon, etwa 60 Kilometer von Karthago entfernt, ruhen. Geiserich täuscht Friedensbereitschaft vor und schlägt einen Waffenstillstand von fünf Tagen vor, um Zeit zur Vorbereitung zu gewinnen; Basiliskos nimmt das Angebot an. Geiserich stellt eine neue Flotte mit Brandschiffen zusammen und greift die römische Flotte in der Schlacht am Kap Bon an. Die römische Flotte wird durch Brandschiffe, ungünstige Winde und den Überraschungsangriff geschlagen; die Hälfte der Flotte wird zerstört. Basiliskos flieht mit den übrigen Schiffen nach Sizilien, um sich mit Marcellinus’ Streitkräften zu vereinigen. Marcellinus wird ermordet, möglicherweise auf Befehl Ricimers. Herakleios kehrt auf dem Weg, auf dem er gekommen ist, in das Oströmische Reich zurück, ohne Karthago erreicht zu haben. Basiliskos kehrt nach Konstantinopel zurück. Die Ausrüstung der Flotte kostet insgesamt 130.000 Pfund beziehungsweise 59.000 Kilogramm Gold, mehr als der gesamte Staatsschatz des Oströmischen Reiches; das Reich steht danach mehr als 30 Jahre lang nahe dem Bankrott. Nach seiner Rückkehr sucht Basiliskos Zuflucht in der Sophienkirche. Verina tritt bei Leo für ihn ein, woraufhin er begnadigt wird. Er bleibt möglicherweise magister militum praesentalis, lebt jedoch weitgehend zurückgezogen in Herakleia am Propontis. Aspar wird verdächtigt, Basiliskos zum Verrat am Feldzug angestiftet, mit den Vandalen sympathisiert und ihm die Kaiserwürde anstelle Leos versprochen zu haben. Eine Quelle berichtet, Aspar sei wegen seiner geäußerten Verdächtigungen seines Ranges enthoben worden; andere Historiker halten dies nahezu sicher für eine Verwechslung mit der Ungnade seines Sohnes Ardabur.
- 467: Leo I.: Im Jahr 467 entlässt Leon I. den heidnischen Quaestor des Palastes Isokasios wegen dessen als zu stark angesehenen Heidentums aus seinem Amt. Im selben Jahr wird Leon II., der Sohn Zenons und Aelia Ariadnes, geboren. Er kann von nun an als möglicher Nachfolger seines Großvaters Leon I. gelten.
- 467: Leo Leo (später Leo II.) wird im August oder September 467 geboren. Er ist der Sohn Zenons und Ariadnes. Ariadne ist die Tochter Leos I. und Verinas.
- 467: Basiliskos Basiliskos behält den Rang eines magister militum per Thracias bis 467 oder 468.
- 466: Leo I.: Im Jahr 466 gestattet Leon I. Zenon die Heirat mit seiner Tochter Aelia Ariadne. Zenon und Aelia Ariadne bekommen spätestens im folgenden Jahr einen Sohn, Leon II. Durch diese Ehe und die Geburt des Sohnes kann Leon II. als möglicher Thronfolger erscheinen und tritt in Konkurrenz zu Patricius, dem Sohn Aspars. Im selben Jahr bekleidet Leon I. zum dritten Mal während seiner Herrschaft das Konsulat. Tatianus ist gemeinsam mit Leon I. Konsul des Westens.
- 466: Basiliskos 466/467: Basiliskos führt gemeinsam mit Anagast, Aspar und Ostrys Truppen in einem Krieg gegen eine gemischte Gruppe aus Hunnen und Goten.
- 465: Leo I.: Im Jahr 465 legt der Isaurier Zenon dem Kaiser Leon I. Briefe vor, die Kontakte zwischen Ardabur und dem sassanidischen Hof bezeugen sollen. Leon I. ist von einem Einvernehmen Ardaburs mit dem Feind überzeugt und enthebt ihn deshalb seines Amtes als magister militum für den Orient. Zenon tritt damit erstmals deutlich hervor und scheint bereits besonderen Einfluss zu besitzen. Leon I. verleiht ihm das Amt des Comes domesticorum, wodurch Zenon zum Befehlshaber der kaiserlichen Leibgarde wird. Ebenfalls im Jahr 465 wird Herminerich, ein weiterer Sohn Aspars, Konsul.
- 465: Basiliskos Basiliskos wird gemeinsam mit Flavius Hermenericus, dem westlichen Konsul, Konsul des Ostens.
- 464: Leo I.: Im Jahr 464 verwüstet ein großer Brand Konstantinopel. Aspar scheint bei den Maßnahmen nach diesem Brand eine führende Rolle einzunehmen. Leon I. verlegt seinen Hof für mehrere Monate in den außerhalb der Stadtmauern gelegenen Palast von Sankt Mamas, während Konstantinopel wiederaufgebaut wird.
- 464: Basiliskos Basiliskos erhält ungefähr in diesem Jahr den Rang eines magister militum per Thracias und behält ihn bis 467 oder 468. Während dieser Zeit erringt er in Thrakien zahlreiche Siege gegen Hunnen und Goten.
- 463: Leo I.: Um das Jahr 463 erscheint vor Leon I. eine Gesandtschaft, zu der nach Priskos unter anderem Onoguren gehören. Die Gesandtschaft belegt Beziehungen des Reiches zu weiteren Völkern der Steppe.
- 462: Leo I.: Im Jahr 462 bekleidet Leon I. zum zweiten Mal während seiner Herrschaft das Konsulat. Die konsularischen Münzen zeigen den Kaiser mit der mappa und einem kreuzförmigen Zepter; auf der Rückseite erscheint er in konsularischer Kleidung, von vorn sitzend und mit erhobener mappa, die den Beginn der konsularischen Spiele bezeichnet. Diese Münzen werden vor allem in Thessaloniki geprägt.
- 461: Leo I.: Im Jahr 461 heiratet Flavius Dagalaiphus, der in diesem Jahr Konsul ist, die Tochter Ardaburs. Dieses Bündnis bezeugt Aspars Verbindungen zu weiteren römischen Aristokraten. Leon I. bekleidet in diesem Jahr zudem zum ersten Mal während seiner Herrschaft das Konsulat; insgesamt ist er in den Jahren 458, 462, 466, 471 und 473 fünfmal Konsul.
- 460: Timotheos III.: Im Jahr 460 vertreibt der Kaiser den Miaphysitischen Patriarchen Timotheus Ailouros aus Alexandria und setzt den Chalkedonischen Timotheus Salophakiolos als Patriarchen ein. *460: Koptischer Papst Timotheus II. Eluros (Alexandria, 1. Amtszeit 454–460): Kaiser Leo I. vertreibt Timotheus aus Alexandria und setzt den chalzedonischen Timotheus III. Salophakiolos als Patriarchen ein.
- 460: Leo I.: Leo führt um 460 die Excubitores ein, eine dreihundert Mann starke kaiserliche Garde, die ihm vollständig ergeben ist. Brian Croke sieht darin weniger die Schaffung einer neuen Einheit als die Umgestaltung einer bereits bestehenden Truppe, die als Gegengewicht zu anderen militärischen Einheiten in Konstantinopel dienen soll, insbesondere zu den häufig Aspar verpflichteten gotischen Kontingenten.
- 459: Leo I.: Leo beruft Flavius Constantinus, einen Phryger und früheren Prätorianerpräfekten des Ostens, im Jahr 459 erneut in dieses Amt.
- 458: Leo I.: Leo ist im Jahr 458 Konsul.
- 458: Anastasios I. ist Patriarch der Kirche von Jerusalem. Über sein Leben ist nur wenig bekannt. Er folgt Juvenal von Jerusalem als Patriarch nach. Patriarch Juvenal (Jerusalem, 451-458, Bischof Juvenal (Jerusalem 422–451)
- 457: Leo I.: Der Tod Kaiser Markians im Januar 457 löst eine schwierige politische Übergangsphase aus. Es gibt keinen bestimmten Erben, und Markian hat keinen Nachfolger zum Mitkaiser erhoben. Das Entscheidungsrecht liegt daher beim Senat von Konstantinopel, den obersten militärischen Befehlshabern und den das oströmische Heer prägenden Patronagenetzwerken. Die beherrschende Gestalt ist Aspar, Heermeister in kaiserlicher Anwesenheit gotisch-alanischer Herkunft. Die genauen Umstände von Leos Thronbesteigung bleiben nur unzureichend bekannt. Aspar wählt Leo unter den Palastoffizieren mittleren Ranges aus, während Leo zugleich in der Hauptstadt ausreichend bekannt ist, um bei den Eliten als legitim zu gelten. Leo ist fast sechzig Jahre alt, hat keinen Sohn und damit keinen möglichen unmittelbaren Nachfolger, was seine Erhebung als Übergangslösung begünstigen kann. Nach dem Tod Markians vergeht nur etwa eine Woche, bevor Leo gekrönt wird. Leo wird im Lager von Hebdomon auf dem Marsfeld von der Armee zum Kaiser ausgerufen. An der Zeremonie nehmen neben den palatinischen Scholae, den Einheiten der kaiserlichen Garde, Senatoren, hohe Würdenträger des Reiches einschließlich Aspars sowie der Patriarch teil. Es ist die letzte Krönungszeremonie außerhalb der Kaiserstadt. Die Akklamationen rufen vor allem das göttliche Eingreifen zur Bestätigung der Wahl Leos an und bekräftigen die Einheit der beteiligten Körperschaften. Leo erhält zunächst einen Torques und bekommt einen weiteren von einem Soldaten in die Hand. Anschließend zieht er sich zurück, legt die Chlamys an, ersetzt den Torques durch ein Diadem, kehrt auf die Tribüne zurück, wird erneut ausgerufen und spricht selbst zum Volk. Patriarch Anatolios von Konstantinopel ist bei der Krönung anwesend. Nach Theophanes Confessor krönt er bei dieser Gelegenheit erstmals einen Herrscher mit dem Diadem; andere Historiker halten dagegen, Anatolios überreiche Leo nur das Diadem, während Leo sich selbst krönt. Nach der militärischen Zeremonie besucht Leo zwei nahe gelegene Kirchen, zuerst die Kirche des Pavillons und danach zu Pferd die Kirche des heiligen Johannes des Täufers. Er nimmt beim Betreten jeweils das Diadem ab und bringt in der zweiten Kirche Opfergaben dar. In Konstantinopel nimmt er im Palast der Helenianai ein Prozessionskreuz entgegen und fährt mit Aspar auf einem Wagen über die Mese zur Hagia Sophia. Unterwegs legt er die militärische Kleidung ab und zieht die konsularischen Insignien an. In der Basilika legt er das Diadem am Eingang ab und wird dort formell durch den Patriarchen gekrönt. - Als Offizier einer Einheit der Palastgarde steht er Aspar nahe, einem am oströmischen Hof sehr einflussreichen General. Aspar spielt vermutlich eine entscheidende Rolle bei Leos Thronbesteigung. Während des größten Teils seiner Herrschaft bemüht sich Leo, sich von dem Einfluss seines Förderers zu lösen, und erreicht dies schließlich durch dessen Ermordung. Neben Aspar wirken weitere Einflussgruppen am Hof. Leo ist alt, hat keinen männlichen Nachkommen und keinen bestimmten Nachfolger. Der Isaurier Zenon erweist sich als besonders geschickt, indem er Aelia Ariadne, die Tochter Leos, heiratet. Leos Regierung fällt in die letzte Phase des Weströmischen Reiches. Leo greift in die westliche Politik ein und setzt beispielsweise Anthemius auf den westlichen Kaiserthron, besiegt jedoch das Vandalenreich nicht. In religiösen Fragen handelt er eher vorsichtig, bewahrt nur schwer den Frieden mit den Sassaniden und bemüht sich, die verschiedenen Bedrohungen für die römische Herrschaft auf dem Balkan abzuwehren. Nach seinem Tod folgt ihm sein junger Enkel Leo II. unter der Regentschaft dessen Vaters Zenon. - Leo stammt wie andere oströmische Kaiser dieser Zeit vom Balkan und scheint einfacher Herkunft zu sein. Als Berufssoldat veranschaulicht seine Herkunft die strategische Bedeutung dieser Grenzregion, aus der Generäle und sogar Herrscher hervorgehen. Nach Candidus Isaurus hat er dakische Abstammung; andere Chronisten, darunter Johannes Malalas, nennen eine bessische Herkunft und rücken ihn damit in die Nähe der Thraker. Antike Quellen nennen ihn unterschiedslos Thraker, Besser, Daker oder Illyrer. Leo erscheint unter Kaiser Markian als erfahrener Offizier, der bereits in Aspars militärische Netzwerke eingebunden ist. Er bekleidet den Rang eines Tribuns der Mattiarier und das Amt eines Comes, besonders in der Gegend von Selymbria. Möglicherweise verwaltet er nach Theophanes Confessor auch Besitzungen Aspars. Aspar kann wegen seiner Herkunft nicht selbst zur Herrschaft gelangen und fördert deshalb andere Personen. Seine Macht beruht in großem Umfang auf gotischen Gefolgschaften in und um Konstantinopel. Die Quellen beschreiben Leo als einen Mann, auf den Aspar für seine politischen und dynastischen Vorhaben zählen kann; zugleich hat Leo eine ausreichend lange und gefestigte Laufbahn, um in den militärischen und senatorischen Kreisen Konstantinopels Anerkennung zu finden. - Leo heiratet Verina, deren Herkunft unbekannt ist und die offenbar deutlich jünger als er ist. Seine Schwester Eufemia ist nur im Patria von Konstantinopel belegt; Leo soll sie wöchentlich besucht haben. Sie bleibt dort zufolge unverheiratet und errichtet nahe ihrer Wohnung eine Statue, an deren Standort die Einwohner ihre Bittschriften an den Kaiser hinterlassen. Leo nutzt seine Töchter, um Bündnisse in der Aristokratie zu schließen. Aelia Ariadne heiratet Zenon, und aus dieser Verbindung geht die Nachfolge durch Zenon und ihren Sohn Leo II. hervor. Leontia Porphyrogenita heiratet zunächst Patricius, einen Sohn Aspars, und nach dessen Tod Markian, den Sohn des weströmischen Kaisers Anthemius und der Marcia Euphemia. Verina bildet ebenfalls ein eigenes Netzwerk aus; ihr Bruder Basiliskos bekleidet hohe militärische Ämter, ihr Neffe Armatus ist Heermeister von Thrakien, und auch Epinicus kann sich auf seine Nähe zur Kaiserin berufen. - Leos Herrschaft ist am Hof von mehreren, teils miteinander konkurrierenden Einflusskreisen geprägt. Zu Beginn dominiert Aspar, während Leo versucht, dessen Einfluss schrittweise zurückzudrängen. Leo verleiht vermehrt Titel und Würden, insbesondere die Würde eines Patriziers, um Bündnisse mit Teilen der Aristokratie zu sichern. Zwei Heermeister in kaiserlicher Anwesenheit werden anstelle eines einzigen ernannt, um eine Konzentration von Macht zu begrenzen; unter Leo scheint auch das Ehrenkonsulat aufzukommen. Aspar und sein Sohn Ardabur verkörpern am Hof starken Einfluss, stoßen jedoch wegen ihrer Herkunft und ihrer Nähe zum Arianismus auf Widerstand. Aspar lässt die Aspar-Zisterne bauen und geht offenbar beim großen Brand der Hauptstadt den Maßnahmen voran. Er schließt zudem ein Bündnis mit anderen römischen Aristokraten, wie die Ehe des Flavius Dagalaiphus mit einer Tochter Ardaburs zeigt. Leo versucht früh, sich Aspars Einfluss zu entziehen. Johannes Zonaras berichtet von einem Wortwechsel, in dem Aspar Leo vorwirft, der Träger des kaiserlichen Purpurs dürfe nicht lügen, während Leo erwidert, es sei ebenso nicht angemessen, dass er wie ein Sklave gezwungen und geführt werde. - Leo führt den Ausbau Konstantinopels fort. Er gilt häufig als Gründer der Kirche der heiligen Maria an der Quelle, die an einer Quelle außerhalb der Stadtmauern errichtet wird, der wundertätige Eigenschaften zugeschrieben werden. Einer Legende zufolge wäscht Leo einem Blinden mit diesem Wasser die Augen, nachdem er eine Stimme hört, die ihm zugleich seine künftige Kaiserherrschaft ankündigt. Er lässt außerdem hinter der Kirche der heiligen Irene ein Forum mit Statuen anlegen; dort steht auch die sogenannte Leosäule, die um 1400 einstürzt. Es wird regelmäßig vermutet, dass der Koloss von Barletta ursprünglich für diese Säule geschaffen worden sein könnte und Leo darstellen könnte. Leo errichtet im Blachernenviertel zudem eine Kapelle zu Ehren der Gottesmutter neben einer bereits unter Markian gebauten Kirche. Diese Stiftung gehört zu den ersten Einrichtungen der späteren Kirche der heiligen Maria von Blachernai. Er lässt dort eine Ikone anbringen, die ihn selbst, Verina und ihre Kinder bei der Verehrung der Jungfrau Maria zeigt. Die Ikone ist mit einem Reliquiar verbunden, das ein Stück des Schleiers oder des Gewandes der Jungfrau Maria enthalten soll. - Die Münzprägung unter Leo unterscheidet sich insgesamt wenig von derjenigen seines Vorgängers. Der vorherrschende Solidus-Typ zeigt den Kaiser in Militärkleidung auf der einen Seite und die Allegorie des Sieges auf der anderen. Ein weiterer, konsularischer Typ zeigt den Kaiser mit Mappa und kreuzförmigem Zepter sowie auf der Rückseite sitzend in konsularischer Kleidung. Tremisses sind verhältnismäßig häufig und folgen meist dem Typus der Solidi in einfacherem Stil; Semisses und Silbermünzen sind besonders selten. Einige Siliquen zeigen Leo im Profil auf einer Seite und stehend in Militärkleidung mit Lanze auf der anderen. Kupfer-Nummi sind häufiger und können auf der Rückseite ein Monogramm, den stehenden Kaiser, einen Löwen oder die Kaiserin mit Kreuzglobus und Zepter darstellen. Die Münzprägung konzentriert sich vor allem auf Konstantinopel; weitere Werkstätten bestehen in Thessaloniki, Antiochia und Kyzikos, und kleine Mengen von Münzen Leos werden auch im Westen geprägt. - Bei Leos Thronantritt bestehen Überreste der hunnischen Macht in Gestalt verstreuter militärischer Gruppen unter den Söhnen und Nachfolgern Attilas fort. Römische Heere kämpfen auf dem Balkan weiterhin gegen die Gruppen des Dengizich und anderer hunnischer Anführer. Dengizich versucht zunächst, mit Leo eine Vereinbarung zu treffen, um die Ansiedlung der Hunnen abzusichern, doch Leo lehnt ab. Mehrere Unternehmungen unter Leo zerstören die letzten organisierten hunnischen Kräfte. Das Ende der hunnischen Bedrohung führt jedoch nicht zur Stabilisierung des Balkans, da die Goten in der Region verbleiben. Bei Leos Machtantritt muss er auch mit einer weiteren gotischen Gruppe in Pannonien umgehen, die unter der Amaler-Dynastie mit Thiudimir und Valamir ein von Konstantinopel unabhängiges Reich organisiert. Leo verweigert den ihnen versprochenen jährlichen Zuschuss, worauf die Goten mehrere Städte einschließlich Dyrrhachion einnehmen. Der General Anthemius wird gegen sie entsandt und erzielt unterschiedliche Ergebnisse. Ein Abkommen zu Beginn der 460er Jahre sieht vor, dass der spätere Theoderich der Große, Sohn Thiudimirs, als Geisel an den kaiserlichen Hof kommt und die Goten dafür jährlich dreihundert Pfund Gold erhalten. Leo unterstützt später eine gegen die Goten gerichtete Koalition unter dem Sueben Hunimund, die von Skiren, Gepiden und Sarmaten unterstützt wird. Kaiser Markian (450–457)
- 457: Basiliskos Basiliskos dient Leo als Militärangehöriger. Er stammt vermutlich vom Balkan; sein Geburtsdatum ist unbekannt. Er ist der Bruder der späteren Kaiserin Verina, der Ehefrau des oströmischen Kaisers Leo I. Stefan Krautschick vertritt die Auffassung, dass Basiliskos aufgrund der Verwandtschaft seines Neffen Armatus mit dem Barbaren Odoaker ebenfalls dessen Onkel und damit ein Barbar sei; Wolfram Brandes und Hugh Elton widersprechen dieser Auffassung. Basiliskos ist mit Zenonis verheiratet und hat mit ihr einen Sohn namens Marcus. Zenonis’ Herkunft ist unbekannt; einige Autoren schreiben ihr Einfluss auf die miaphysitische Religionspolitik des Basiliskos zu. Basiliskos ist durch Heirat mit Kaiser Julius Nepos verwandt, da er der Onkel von dessen Ehefrau ist. Zenonis soll mit Armatus, dem Neffen des Basiliskos, ein Liebesverhältnis haben. Basiliskos erlaubt Armatus als Verwandtem freien Umgang mit Kaiserin Zenonis und verleiht ihm auf deren Bitte das höchste Amt der Stadt.
- 457: Elias Der Mönch Elias ist von Geburt Araber und wächst in einem ägyptischen Kloster auf. Im Jahre 457 wird er durch den monophysitischen Patriarchen von Alexandria Timotheos vertrieben und kommt nach Palästina, wo er in der Nähe von Jericho eine Laura gründet. Dort empfängt ihn Patriarch Anastasios von Jerusalem zur Priesterweihe.
- 454: Timotheus II.: Timotheus II. von Alexandria, auch Timotheus Ailuros oder Timotheus Ælurus genannt, verdrängt zweimal den chalzedonischen Patriarchen von Alexandria. Sein Beiname leitet sich vom griechischen Αἴλουρος ab und bedeutet „Katze“, wobei er wegen seiner kleinen Statur oder in diesem Fall wahrscheinlich als „Wiesel“ bezeichnet wird. Bevor er Bischof wird, ist Timotheus Mönch im Eikoston. Nach den prochalzedonischen Quellen wird Proterius von Alexandria, nachdem er nach dem Konzil von Chalzedon als Patriarch eingesetzt worden ist, auf Anstiftung des Timotheus während Ostern im Baptisterium ermordet. In den antichalzedonischen Quellen wird Proterius nach einem heftigen Wortwechsel auf Befehl des für Ägypten zuständigen byzantinischen Generals ermordet. Timotheus gibt der christlichen Gruppierung ihren Namen, die als Timotheaner oder alternativ als Sekte des Ælurus bekannt wird. Nach dem Tod des verbannten Dioskoros von Alexandria wird Timotheus von den miaphysitischen Gegnern des Konzils von Chalzedon gewählt und geweiht. Er wird damit zum Rivalen des prochalzedonischen Bischofs Proterius.
- um 450: Geburt von Justin in der Nähe von Naissus (heute Niš, Serbien), Provinz Dacia mediterranea
- 437: Proklos
Als Syrianos um 437 stirbt, übernimmt der etwa fünfundzwanzigjährige Proklos die Leitung der neuplatonischen Schule von Athen, behält dieses Amt bis zu seinem Tod 485, erhält den Beinamen oder Titel diadochos („der Nachfolger“), weil er als Nachfolger Platons als Oberhaupt der platonischen Schule gilt, und zählt Isidor, Ammonios Hermeiou, Zenodotos und Marinos von Neapolis zu seinen namhaftesten Schülern. Proklos leitet die neuplatonische Schule von Athen fast ein halbes Jahrhundert, prägt sie durch intensive Lehrtätigkeit und zahlreiche Schriften, führt ein asketisches, arbeitsreiches und sehr diszipliniertes Leben, bleibt unverheiratet, widmet sich tagsüber unermüdlich Unterricht und schriftstellerischer Arbeit, widmet sich nachts dem Gebet und schläft nur wenige Stunden, hält morgens mindestens fünf Unterrichtseinheiten über Texte der philosophischen Schulautoren, arbeitet anschließend schriftlich und diskutiert mit Kollegen, erteilt abends erneut Unterricht, nutzt ein Privathaus, das Plutarch gehört hat und nach dessen Tod Sitz der Schule und Wohnstätte ihres Leiters bleibt, dieses Haus wird von manchen Archäologen mit dem „Gebäude Chi“ am Südhang der Akropolis identifiziert, das 1955 teilweise ausgegraben wird, und die These von Ioannis Meliades, der das Gebäude als Sitz der neuplatonischen Schule betrachtet, findet sowohl Zustimmung als auch Widerspruch. Im Rahmen seiner Lehrtätigkeit kommentiert Proklos im weiteren Verlauf seines Lebens verschiedene Werke des Aristoteles und Platons, verfasst umfangreiche Kommentare zu mehreren Dialogen Platons, darunter zu Erster Alkibiades, Kratylos, Parmenides und Timaios, sowie 17 Abhandlungen zur Politeia, und seine Kommentierungsweise, die allgemeine Erörterung und anschließende „Lesung“ einzelner Textstellen trennt, setzt Maßstäbe für spätere Ausleger; zahlreiche weitere Kommentare und Abhandlungen gehen im Laufe der Überlieferung teilweise oder ganz verloren. Im Bereich des öffentlichen Lebens setzt sich Proklos bei einer städtischen Behörde für die Bildungsförderung durch leistungsabhängige Besoldung qualifizierter Rhetoriklehrer ein, überprüft persönlich den Arbeitseifer und die Leistungen der von ihm empfohlenen Lehrkräfte, nimmt an Bürgerversammlungen teil, ergreift dort das Wort und bezieht Stellung zu aktuellen Fragen, vertritt eine heftige Opposition zum Christentum, wirft Christen Ignoranz, Unfrömmigkeit, innere Zwiespältigkeit und Zwietracht vor und betrachtet die Beteiligung am öffentlichen Leben als Aufgabe eines Philosophen. Im Laufe seines langen Gelehrtenlebens verfasst Proklos mehr als fünfzig Werke, darunter die Grundlagen der Theologie mit 211 Lehrsätzen und Beweisführungen, die Platonische Theologie in sechs Büchern, in der er die Götterhierarchie darstellt, mehrere religionsphilosophische Abhandlungen, die gemeinsam als tria opuscula überliefert werden, eine teilweise rekonstruierbare Entgegnung auf Aristoteles’ Kritik am Timaios, eine (nur durch Gegenschriften erschließbare) Abhandlung, in der er mit achtzehn Argumenten die Welt ohne Anfang und Ende begründen will, eine Abhandlung Über den Ort, einen Kommentar zum ersten Buch von Euklids Elementen mit zwei Vorreden zur Geschichte der Mathematik, die Grundlagen der Physik, eine Kurze Darstellung astronomischer Hypothesen über die Astronomie des Ptolemaios, eine Auslegung von Hesiods Werke und Tage, einen umfangreichen Kommentar zu den Chaldäischen Orakeln und mehrere Hymnen in hexametrischer Form, von denen sieben erhalten bleiben. - 432: Proklos
Etwa zwei Jahre nach der Ankunft von Proklos in Athen stirbt Plutarch von Athen, Syrianos übernimmt als Nachfolger die Schulleitung, Proklos schließt sich Syrianos als Schüler und Freund an, zieht in dessen Haus, wird wie ein Familienangehöriger behandelt und als Wunschnachfolger in der Schulleitung betrachtet, studiert in weniger als zwei Jahren – dem üblichen Lehrplan folgend – zunächst die Schriften des Aristoteles und danach die Philosophie Platons. - 430: Proklos
Um 430/431 geht Proklos als etwa Neunzehnjähriger nach Athen, lernt dort zunächst den Neuplatoniker Syrianos kennen, wird von Syrianos dem betagten Plutarch von Athen vorgestellt, dem Gründer und Leiter der neuplatonischen Schule von Athen, und wird Schüler Plutarchs, der ihn sehr schätzt und ihn in Aristoteles’ Schrift De anima sowie in Platons Phaidon einführt. - 412: Proklos
Die Familie von Proklos stammt aus Xanthos in Lykien, sein Vater Patrikios und seine Mutter Markella gehören der dortigen Oberschicht an, Patrikios ist ein wohlhabender Anwalt und gilt wahrscheinlich als Sohn des Flavius Eutolmius Tatianus, die Familie lebt zur Zeit der Geburt von Proklos in der Hauptstadt Konstantinopel, die Geburt lässt sich aufgrund eines Horoskops gewöhnlich auf den 7. oder 8. Februar 412 datieren, die Familie kehrt bald darauf nach Xanthos zurück, und Proklos erhält dort den üblichen Schulunterricht bei einem Grammatiklehrer. Nach Abschluss der Schulbildung begibt sich Proklos nach Alexandria, studiert dort Rhetorik, Latein und römisches Recht, da er den Beruf seines Vaters ergreifen soll, unternimmt eine Reise nach Konstantinopel, wendet sich unter dem Einfluss dortiger Gelehrter der Philosophie zu, kehrt nach Alexandria zurück, gibt Rhetorik, Latein und römisches Recht auf, beginnt bei Olympiodoros dem Älteren Philosophie zu studieren und eignet sich mathematische Kenntnisse an, wobei er durch ein außergewöhnlich leistungsfähiges Gedächtnis auffällt. - Um 401: Leo Leo wird um 401 geboren. Leo (später Leo I.), auch Leo der Thraker genannt, heißt lateinisch Flavius Valerius Leo Augustus und ist von 457 bis 474 oströmischer Kaiser. Seine Herkunft bleibt weitgehend unbekannt; er stammt wahrscheinlich aus Thrakien und steigt in der militärischen Hierarchie auf.
IBERIA
- nach 470: Nach Überlieferung nimmt Wachtang auch an persischen Feldzügen teil und kämpft vermutlich gegen Alanen und andere Nachbarn. Seine Teilnahme an den Kriegen Peroz‘ I. gegen die Hephthaliten wird von der späteren Tradition behauptet, ist aber historisch umstritten. Gründung von Tbilissi (Tiflis): Laut Legende entdeckt Wachtang beim Jagen heiße Quellen an der Kura und veranlasst dort die Gründung der heutigen Hauptstadt Georgiens. Die Gründung wird meist in die Regierungszeit (2. Hälfte 5. Jh.) gelegt. spätes 5. Jh.: Wachtang bemüht sich um eine größere kirchliche Selbständigkeit Georgiens (Autokephalie der georgisch-orthodoxen Kirche)
- Fortsetzung 476
- um 452: Wachtang wird König von Iberien (Kartlien) nach dem Tod seines Vaters (möglicherweise aber auch bereits 539 oder 443). In den frühen Jahren seiner Herrschaft erneuert und festigt Wachtang die Beziehungen zur Kirche in Konstantinopel und beginnt eine Kirchenausbau-Reform. Mitte/zweite Hälfte 5. Jh.: Kämpft wiederholt gegen das persische Sassanidenreich zur Wahrung der georgischen Unabhängigkeit
SASSANIDENREICH
- Großkönig Peroz I. (459–484)
Zwischen 474 und 491 regiert Zenon als byzantinischer Kaiser, er nimmt die Goldzahlungen an Iran wieder auf, löst Peroz aus der Gefangenschaft bei den Hephthaliten und trägt zur Wiederherstellung der Beziehungen zwischen Sasaniden und Hephthaliten bei. Im Jahr 474 greift Peroz die Hephthaliten an, um ihren Vormarsch zu stoppen, wird jedoch in der Nähe der Grenze von Gurgan in einen Hinterhalt gelockt, besiegt und gefangen genommen, worauf Zenon seine Auslösung finanziert und damit die Beziehungen zwischen Iran und Hephthaliten vorübergehend verbessert. In den späten 470er oder frühen 480er Jahren unternimmt Peroz einen zweiten Feldzug gegen die Hephthaliten, wird erneut besiegt und gefangen genommen, verspricht als Lösegeld drei Maultierladungen Silberdrachmen, kann aber nur zwei leisten, schickt dann seinen jüngsten Sohn Kavad im Jahr 482 als Geisel an den Hephthalitenhof, bis der Rest bezahlt ist.
- 473: Geburt von Kavadh I., Sohn des Großkönigs Peroz I.
- 471: Peroz: 471–479 (ungefähre Datierung des Baus Bolnissi Sioni – 478/479) In den Jahren 478/479 wird in Iberien die Basilika von Bolnissi Sioni im Süden des Landes errichtet, wo die Mihraniden von Gugark lokal die Kontrolle besitzen, und ihre Ikonographie zeigt iranische Merkmale, während eine altgeorgische Inschrift die Gründung im zwanzigsten Jahr der Herrschaft von Peroz und die Fertigstellung fünfzehn Jahre später bezeugt.
- 470: Peroz: Im Jahr 470 reist Varsken, der Vizekönig der Grenzregion Gugark, an den iranischen Hof, konvertiert dort vom Christentum zum Zoroastrismus, wechselt seine Loyalität von der christlichen iberischen Monarchie zum sasanidischen Reich, erhält als Belohnung die Vizekönigswürde über Albanien und eine Tochter von Peroz zur Frau und beginnt, seine Familie zwangsweise zur Konversion zu zwingen, wobei er seine erste Frau Shushanik, die Tochter Vardans, tötet und sie dadurch zur Märtyrerin macht.
- 468: Peroz: Im Jahr 468 entsendet Iran eine Gesandtschaft an die chinesische Nordwei-Dynastie, die möglicherweise ebenfalls den Sieg über die Kidariten meldet und damit die iranische Position im Osten demonstriert.
- 467: Peroz: Im Jahr 467 reist eine iranische Gesandtschaft nach Konstantinopel, um den Sieg über die Kidariten offiziell zu verkünden, während im selben Jahr die Hungersnot endet, die seit der Dürre von 461 das Reich belastet hat.
- 466: Peroz: Im Jahr 466 gelingt Peroz mit Hilfe der Hephthaliten und anderer Hunnengruppen, darunter Mehama von Kadag, der endgültige Sieg über die Kidariten, er bringt Tokharistan vorübergehend unter sasanidische Kontrolle und prägt in Balkh Goldmünzen, deren Stil an Kidaritenmünzen angelehnt ist und ihn mit seiner zweiten Krone sowie einer baktrischen Legende mit seinem Namen und Titel zeigt.
- 464: Peroz: Um das Jahr 464 erklären die Kidariten Peroz den Krieg, wobei sie die Verweigerung der Tributzahlung durch Yazdegerd II. als Begründung heranziehen, und Peroz ist zunächst nicht in der Lage, genügend Truppen zu stellen, sucht vergeblich Finanzhilfe in Byzanz, versucht den Kidaritenkönig Kunkhas mit einem Heiratsangebot seiner Schwester zu täuschen, sendet jedoch eine Frau niedrigen Standes.
- 462: Peroz: Im Jahr 462 dankt Vache II. als König von Kaukasisch-Albanien ab, nachdem er zuvor die Unabhängigkeit erklärt, die Hunnen nach Derbent eingelassen und mit ihrer Hilfe iranische Truppen angegriffen hat, und lässt das Land bis 485 ohne König zurück, ehe Vachagan III. durch Balash auf den Thron gesetzt wird.
- 461: Peroz: Im Jahr 461 leidet Iran unter einer schweren Dürre, die eine großflächige Hungersnot auslöst, die bis 467 anhält und das Reich während dieser Zeit deutlich schwächt.
- 459: Peroz: Im Jahr 459 erfasst und exekutiert nach Elishe der Mihraniden Raham Mihran Hormizd III. und krönt Peroz zum Großkönig, während Ghazar Parpetsi diese Handlung Ashtad Mihran zuschreibt, den er als Pflegevater von Peroz bezeichnet. - Peroz I. ist Sohn von Yazdegerd II. und lehnt die Herrschaft seines älteren Bruders Hormizd III. ab, der als amtierender König regiert. Er flieht in den Nordosten des Reiches und beginnt dort ein Heer zu sammeln, um den Thron zu beanspruchen. Die Mutter der beiden, Königin Denag, regiert während des Bruderstreits vorübergehend als Regentin des Reiches von der Hauptstadt Ktesiphon aus. In den zeitgenössischen östlichen Quellen gilt Peroz als würdiger für den Thron, während Hormizd als „unfair“ bezeichnet wird; im Codex Sprenger 30 erscheint dagegen Hormizd als „braver und besser“ und Peroz als „in religiösen Dingen gebildeter“. Beide Brüder versuchen, in Tokharistan/Baktrien die Unterstützung der dortigen Mächte zu gewinnen, wo die Kidariten und ihre lokalen Vasallen, darunter die Hephthaliten, herrschen. Der lokale Herrscher von Rob, Kirdir-Warahran, erhält in drei zeitgenössischen baktrischen Briefen Ehrentitel, die seine wechselnde Loyalität zwischen Hormizd und Peroz erkennen lassen. Die armenischen Historiker Elishe und Ghazar Parpetsi berichten, dass Peroz besonders von der Mihranidenfamilie unterstützt wird, während spätere persische Quellen sagen, er fliehe zu den Hephthaliten und gewinne ihre Hilfe. Nach Elishe wird Peroz von seinem Mihranidenlehrer Raham Mihran unterstützt, der Hormizd erfasst und hinrichten lässt und Peroz zum Großkönig krönt, während Ghazar denselben Vorgang mit Ashtad Mihran als Pflegevater schildert. Während des Bruderkriegs erklärt der arsakidische König Vache II. von Kaukasisch-Albanien die Unabhängigkeit, lässt die Hunnen in die Stadt Derbent und greift mit ihrer Hilfe das iranische Heer an; Peroz gestattet daraufhin den Hunnen den Durchzug durch die Darial-Schlucht, worauf sie Albanien verwüsten, bevor Peroz und Vache II. ein Abkommen schließen. Vache II. gibt seine Mutter und Tochter zurück, erhält dafür die ursprünglich von seinem Vater zugewiesenen 1000 Familien und dankt schließlich ab, sodass Albanien zunächst ohne König bleibt. Peroz befreit einige der armenischen Aristokraten, die sein Vater nach dem Aufstand von 451 hatte in Haft nehmen lassen. Früh in seiner Herrschaft verschärfen sich die Spannungen mit dem Oströmischen Reich, als die Byzantiner entdecken, dass ihr General Ardabur heimlich mit dem iranischen Hof korrespondiert und Peroz zum Angriff auf Byzanz mit dem Versprechen militärischer Unterstützung und wohl auch von Informationen aufruft, worauf Ardaburs Briefe abgefangen werden und Kaiser Leo I. ihn absetzt und nach Konstantinopel zitieren lässt. Seit dem Frieden von 387 sehen die Byzantiner die unregelmäßig geleisteten Zahlungen von etwa 500 Pfund Gold als Beitrag zur gemeinsamen Verteidigung der Kaukasusfront gegen Nomadenangriffe, während die Iraner sie als Tribut auffassen, der Byzanz in eine untergeordnete Stellung bringt. Leo I. stellt die Zahlungen als Reaktion auf das iranische Intrigenspiel ein, es folgen vergebliche Verhandlungen und byzantinische Forderungen nach Rückgabe der Stadt Nisibis, bis unter Kaiser Zenon die Zahlungen wieder aufgenommen werden und Zenon Peroz später aus einer Gefangenschaft bei den Hephthaliten auslöst. Im Osten kämpft Iran seit der Regierung Schapur II. gegen die sogenannten „iranischen Hunnen“ – Hephthaliten, Kidariten, Chioniten und Alkhans –, die Tokharistan und Gandhara, später Kabul, erobern, ein eigenes, kultiviertes Reich mit iranischer Symbolik und sasanidisch inspiriertem Münzwesen errichten und damit die sasanidische Position erheblich schwächen. Die Kidariten zwingen Yazdegerd I., Bahram V. und/oder Yazdegerd II. zur Tributzahlung, was die iranische Seite als demütigend empfindet, bis Yazdegerd II. die Zahlungen verweigert und dies später als Begründung für den Kidaritenkrieg gegen Peroz dient. Nachdem Peroz mit Hilfe der Hephthaliten und anderer Hunnengruppen, darunter Mehama von Kadag, die Kidariten besiegt und Tokharistan kurzzeitig unter sasanidische Kontrolle gebracht hat, entsteht dort ein Machtvakuum, das Mehama nutzt, um eine autonome oder unabhängige Stellung zu gewinnen. Die Hephthaliten mit einem Herrscher, der in den Quellen meist Akhshunwar heißt, wachsen in den östlichen Gebieten zur dominierenden Macht heran. Neben Kaukasisch-Albanien sind auch Armenien und Iberien mit der zoroastrischen sasanidischen Herrschaft unzufrieden, da Yazdegerd II. in Armenien eine große Rebellion durch seine Zwangskonversionspolitik ausgelöst hat und in Iberien Varsken als pro-iranischer Vizekönig agiert, der seine Familie zur Konversion zwingt und Shushanik, die Tochter Vardans, tötet. Vakhtang I. von Iberien lässt Varsken töten und erhebt sich gegen Iran, während Vahan Mamikonian in Armenien einen Aufstand anführt. Peroz entsendet Heere unter Zarmihr Hazarwuxt und Mihran, deren Sohn Schapur Mihran im Sommer ein vereintes armenisch-iberisches Heer bei Akesga besiegt, Sahak II. Bagratuni und Vahans Bruder Vasak töten lässt und Vakhtang zur Flucht nach Lazika zwingt, während Vahan in die Berge von Tayk ausweicht und von dort Guerillakrieg führt. Zarmihr Hazarwuxt belagert Dvin, Vahan gelingt ein überraschender Angriff bei Nerseapate; anschließend zieht sich Vahan mit seinen Leuten noch tiefer in die Gebirge nahe der byzantinischen Grenze zurück, in der Hoffnung, dass die Iraner aus Rücksicht auf Byzanz nicht nachsetzen. Peroz bereitet gegen den Rat von Adel und Klerus in Gurgan einen dritten Feldzug gegen die Hephthaliten vor, lässt seinen Bruder Balash als Regenten zurück und zieht an der Spitze eines großen Heeres los. Akhshunwar erinnert Peroz an einen schriftlich und besiegelt vereinbarten Frieden, der gemeinsame Grenzen und das Verbot feindlicher Grenzübertritte festlegt, während Peroz einen von Bahram V. errichteten Grenzturm am Oxus zerstört, indem er ihn an Elefanten und Männerketten befestigen lässt und ihn vor seinen Reihen herziehen lässt, um den Vertragsbruch zu verschleiern. Akhshunwar lässt daraufhin einen großen, mit Sträuchern und Holz verdeckten Graben anlegen; als Peroz angreift, gerät sein Heer in diese Falle, fällt in den Graben und wird dort vernichtet. Viele vornehme Aristokraten und vier Söhne oder Brüder von Peroz sterben dabei, die Leichen bleiben den Iranern unauffindbar. Pseudo-Joshua schildert Peroz in feindseligem Ton und behauptet, er entkomme aus dem Graben, sterbe dann jedoch in einer Bergkluft an Hunger oder werde in einem Wald von wilden Tieren getötet. Nach dem Tod des Königs geraten die wichtigsten sasanidischen Städte des Ostens, Nishapur, Herat und Marw, unter Hephthalitenherrschaft, seine Gefolge, darunter seine Tochter Perozdukht und seine Priester, werden von Akhshunwar gefangen genommen, und Perozdukht wird Akhshunwar zur Frau gegeben und bringt eine Tochter zur Welt, die später Kavad I. heiratet. Eine angebliche Gesetzesänderung untersagt künftig die Verfolgung eines sich zurückziehenden Heeres, und die Kriege von Peroz gegen die Hephthaliten gelten in zeitgenössischer und moderner Historiographie als „tollkühn“, da seine Niederlage und sein Tod eine Phase politischer, sozialer und religiöser Turbulenz einleiten. Das Reich erreicht einen Tiefpunkt, der Großkönig wird zum Klient der Hephthaliten und muss Tribut zahlen, während Adel und Geistlichkeit erheblichen Einfluss gewinnen und als Königsmacher auftreten, worauf die Großen, besonders Sukhra und Schapur Mihran, Balash als neuen Großkönig wählen. Unter Kavad I. wird die Ordnung wiederhergestellt, das Reich reformiert, die Hephthaliten besiegt und Chorasan zurückerobert, und unter Chosrau I. werden die Hephthaliten schließlich zusammen mit dem ersten türkischen Kaganat vernichtet. Seit Bahram I. residieren die sasanidischen Könige vor allem in Gundeschapur, nach Peroz wird der Hauptsitz der Großkönige wegen der wachsenden Bedeutung der Zweistromebene nach Ktesiphon verlegt. Peroz ist ein zoroastrischer König, von at-Tabari als gerecht, lobenswert und fromm beschrieben, er lehnt offenbar die zoroastrische Richtung des Zurvanismus ab, behält aber den zurvanitischen Minister Mihr-Narseh im Amt und verlegt Neujahr und Schalttage im iranischen Kalender. Er versucht im Gegensatz zu seinem Vater nicht, die Kaukasischen Albaner und Armenier zur Zoroastrischen Religion zu bekehren, dennoch berichten Quellen von Verfolgungen von Christen und Juden, wobei jüdische Berichte iranischen Fanatismus betonen und iranische Texte den Juden Misshandlungen der Priester vorwerfen. Peroz unterstützt die neue christliche Richtung des Nestorianismus und lässt in Gundeschapur kurz vor seinem Tod auf einer Synode Nestorianismus als offizielle Lehre der iranischen Kirche proklamieren. Peroz gründet mehrere Städte, darunter Perozapat in Kaukasisch-Albanien, vermutlich selbst nach der Aufhebung des dortigen Königreichs, sowie Shahram Peroz in Adurbadagan, Ram Peroz bei Rey und Rowshan Peroz zwischen Gurgan und Derbent, und macht aufgrund ihrer Lage Perozapat zum neuen Sitz der iranischen Marzbane. Die Basilika von Bolnissi Sioni in Iberien, 478/479 errichtet, weist iranische Ikonographie auf, ihre georgische Inschrift nennt Peroz und betont, dass der Kirchenbau im zwanzigsten Jahr seiner Herrschaft beginnt und fünfzehn Jahre später vollendet wird. Der Große Wall von Gurgan erreicht unter Peroz seine späteste mögliche Fertigstellungszeit, später werden zusätzliche Befestigungen hinzugefügt; der Wall vom Kaspischen Meer bis Pishkamar ist der größte seiner Zeit und die bedeutendste iranische Militärinvestition der Spätantike und des Mittelalters. Auf den Münzen von Peroz erscheint das traditionelle sasanidische „König der Könige“ nicht, sondern nur „kay Peroz“, wobei Siegel belegen, dass die volle Titulatur weiterhin in Gebrauch ist; die Verwendung des mythischen Kayaniden-Titels „kay“, eingeführt durch Yazdegerd II., spiegelt eine nach Osten gerichtete Perspektive und knüpft an mythische Rivalitäten zwischen iranischen Kayaniden und ihren turanischen Gegnern an. Peroz prägt sich mit drei verschiedenen Kronen: einer Diademkrone mit Zinnen und Halbmond, einer Variante mit verlängerten Zinnen und einer dritten mit Flügeln als Verweis auf den Siegesgott Verethragna, und gehört neben Schapur II. zu den einzigen sasanidischen Herrschern, die regelmäßig Goldmünzen schlagen, die mutmaßlich als Schenkungen an hochrangige Magnaten bei Festen dienen. In der persischen Literatur erscheint Peroz in einer romantischen Erzählung bei Ibn Isfandiyar, in der er von einer schönen Frau träumt, Mihrfiruz aus der Mihranidenfamilie aussendet, die Frau als Tochter des Generals Ashtad Mihran findet, sie heiratet und auf ihren Wunsch die Stadt Amol in Tabaristan gründet.
- 457: Peroz: Im Jahr 457 stirbt Yazdegerd II., ohne nach einem Bericht von at-Thaʿalibi einen Nachfolger bestimmt zu haben, und vertraut die Entscheidung stattdessen der Elite und den führenden Marzbanen an, worauf Hormizd III. sich in Rey zum König erklärt und Peroz in den nordöstlichen Teil des Reiches flieht, um dort ein Heer für seinen eigenen Thronanspruch zu sammeln.
Lachmiden
- 462: Über diesen Herrscher ist kein Wikipedia-Artikel aus Europa vorhanden, sodass ich auf die russische Wikipedia verlinke; ich gebe hier die Übersetzung wider, die dem Datengerüst der englischen Wikipedia widerspricht, welche die Regierungszeit auf 462–490 ansetzt; siehe hierzu Lakhmid Kingdom: Um das Jahr 472/473 wird al-Asuad ibn al-Munzir nach dem Tod seines Vaters al-Munzir I. König des Lachemidenstaates, und damit tritt er als Sohn und Thronfolger in die Herrschaft ein, während der Artikel festhält, dass er nicht der einzige Sohn des Vorgängerkönigs ist und dass zuvor an-Numan als wahrscheinlicher Nachfolger gilt, der jedoch zu diesem Zeitpunkt offenbar nicht mehr lebt, sodass sich die Nachfolge nun zugunsten von al-Asuad entscheidet, wobei at-Tabari sich dabei auf die Angaben von Hischam ibn al-Kalbi stützt und berichtet, dass nach al-Munzir dessen Sohn al-Asuad ibn al-Munzir, dessen Mutter die Tochter von an-Numan aus dem Stamm der Banu al-Chaidschuman ist, den Thron einnimmt und zudem derjenige ist, von dem gesagt wird, er werde zwanzig Jahre lang von den Persern in Gewahrsam gehalten, ohne dass aus dem Text eindeutig hervorgeht, ob sich diese Bemerkung auf al-Asuad oder auf den im gleichen Abschnitt genannten Amr ibn Abi Rabia bezieht, sodass die Frage offen bleibt, ob al-Asuad bereits vor oder erst nach seinem Herrschaftsantritt in persische Gefangenschaft gerät. At-Tabari, der sich auf die Angaben von Hischam ibn al-Kalbi stützt, schreibt, dass al-Asuad nach dieser Tradition zwanzig Jahre regiert und zwar zehn Jahre unter Großkönig Piroz, vier Jahre unter Walsch und sechs Jahre unter Kawadh I, und aus dieser Aufstellung ergibt sich nach der Interpretation des Artikels, dass die Herrschaft von al-Asuad zehn Jahre vor dem Tod des Großkönig Piroz beginnt, sodass das Jahr des Herrschaftsantritts nach dieser Berechnung 472 oder 433 ist und das Ende seiner Herrschaft ungefähr sechs Jahre nach dem ersten Regierungsantritt von Kawadh I. liegt, etwa also um das Jahr 493, wobei der Artikel ausdrücklich darauf hinweist, dass diese Datierung aus den Berichten von at-Tabari und Hischam ibn al-Kalbi abgeleitet ist und sich damit eine gewisse Diskrepanz gegenüber der eingangs genannten Datierung um 472/473 ergibt, sodass die Rekonstruktion der Chronologie von al-Asuads Regierungszeit in der Forschung als problematisch erscheint, während gleichzeitig mehrere mittelalterliche Autoren wie al-Biruni, al-Isfahani, Ibn Saida, Ibn Habib und Ibn Chaldun darin übereinstimmen, dass al-Asuad insgesamt zwanzig Jahre lang den Thron des Lachemidenstaates innehat. Während seiner zwanzigjährigen Herrschaft, die nach den verschiedenen, teilweise widersprüchlichen Überlieferungen in die Regierungszeiten von Piroz, Walsch und Kawad I fällt, sitzt al-Asuad als König des Lachemidenstaates auf dem Thron, und die Quellen, auf die sich der Artikel stützt, betonen in erster Linie die Dauer dieser Herrschaft und ihre Einbindung in den politischen Rahmen der Sasanidenherrscher, ohne jedoch konkrete Ereignisse im Inneren des Reiches oder genaue Daten einzelner Vorgänge zu nennen, sodass sich das Bild seiner Regierungszeit vor allem über die Angabe der Herrschaftsdauer und die gleichzeitig genannte, teils unklare Nachricht über eine zwanzigjährige Haftperiode in persischer Gefangenschaft erschliesst, deren zeitliche Einordnung entweder vor oder nach dieser Regierungszeit ansetzt und damit zur Verwirrung in der Überlieferung beiträgt. Der mittelalterliche Autor Abu-l-Baka al-Hilli berichtet, dass al-Asuad zwanzig Jahre regiert und dass seine Herrschaft in die Zeit von Piroz, dem Sohn des Jazdegerd, und von Walsch, dem Sohn von Piroz, fällt, und fügt hinzu, dass Walsch ihn schliesslich bestraft und in ein Gefängnis wirft, in dem al-Asuad nach dieser Darstellung weitere zwanzig Jahre in den Kerkern der Sasanidenkönige verbringt, sodass daraus eine doppelte Abfolge von jeweils zwanzig Jahren entsteht, einmal als Regierungszeit und einmal als Haftzeit, während der Artikel darauf hinweist, dass dieser zwanzigjährige Haftzeitraum wahrscheinlich aus einer eigenständigen Interpretation al-Hillis des bei at-Tabari überlieferten Abschnitts hervorgeht, in dem nicht eindeutig ist, ob die dort genannte Dauer von zwanzig Jahren auf die Herrschaft oder auf die Gefangenschaft bezogen ist, sodass al-Hilli offenbar zwei getrennte Zeiträume konstruiert, obwohl Hischam ibn al-Kalbi, auf den sich at-Tabari stützt, nur einen zwanzigjährigen Herrschaftszeitraum erwähnt und keinen zweiten Zeitraum nennt, und zudem widerspricht die Angabe, wonach Walsch al-Asuad inhaftiert, den von at-Tabari überlieferten Angaben, was die innere Widersprüchlichkeit dieser Überlieferung zusätzlich unterstreicht.
- 461: Klientelkönig Al-Mundhir I ibn al-Nu'man (418–461)
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AKSUMITISCHES REICH
- beim nächsten Eintrag: Fortsetzung 500
HIMYAR
- König Sharhabil Yakkuf (465–480)
Sharhabil Jakkuf und seine drei Söhne führen einen großen Feldzug nach Norden der Arabischen Halbinsel, um die Angriffe rebellischer arabischer Stämme, darunter Zweige der Taiy und Abd al-Qais, zu stoppen. Er stellt sich außerdem dem lachmidischen Herrscher Amr ibn al-Aswad entgegen, kämpft gegen dessen Reich und tötet dabei mehr als dreihundert lachmidische Soldaten; vierhundert Kamele werden den Abd al-Qais als Beute abgenommen. - Fortsetzung 480
- 470: 470–475: Nach mehreren äthiopischen Quellen, besonders der Martyrdom of Azqir, kommt der Missionar Azqir während der Herrschaft von Sharhabil Jakkuf nach Nadschran, um das Christentum zu verkünden. Er erregt die Feindseligkeit einiger Leute, wird von den örtlichen Behörden festgenommen, vor Gericht gestellt und auf Anraten einiger im Gericht anwesender Rabbiner hingerichtet; Berichte nennen außerdem die Hinrichtung von mindestens 38 weiteren Christen, darunter Mönche und Priester.
- Fortsetzung 474
- 472: Sharhabil Jakkuf teilt den königlichen Titel König von Saba, Dhu Raidan, Hadramaut, Yamnat und ihrer Araber auf Tawdum und Tihamat mit seinen drei Söhnen Lachniah Yanuf, Ma'dikarib Yun'im und Abu Shamir Nawaf.
- 470: Die älteste Inschrift, die Sharhabil Jakkuf nennt, ist auf dieses Jahr datiert.
- 465: 465–480: Sharhabil Jakkuf ist König von Himjar. Er folgt auf Sharhabil Yafur und trägt den Herrschertitel König von Saba, Dhu Raidan, Hadramaut, Yamnat und ihrer Araber auf Tawdum und Tihamat. Er gilt als Gründer einer neuen Herrscherdynastie, die nicht von Dhamar Ali Yahbur II. abstammt. König Sharhabil Ya'fur (450–465)
ROURAN
- 473: Im Jahr 473 greift Yucheng erneut die Nördliche Wei über die Westgrenze an und richtet seine Angriffe wiederum auf Dunhuang, außerdem schließt er ein Bündnis mit Jangsu von Goguryeo, mit dem Ziel, die Nördliche Wei unter Kontrolle zu halten.
- Fortsetzung 475
- 472: Im Jahr 472 greift Yucheng die Nördliche Wei über die Westgrenze an und richtet seine Angriffe auf Dunhuang.
- 471: Im Jahr 471 sendet Yucheng einen weiteren Tribut an das Reich Liu Song.
- 470: Im Jahr 470 setzt Yucheng die Kampagne seines Vaters gegen die Tarim-Becken-Staaten fort, während eines Feldzuges gegen Khotan schreibt der König von Khotan in einem Bittbrief an Kaiser Xianwen, dass alle Kleinstaaten im Westen sich den Rouran unterworfen haben, und bittet um Unterstützung, wodurch die Rouran in Gegensatz zur Nördlichen Wei geraten.
- 469: Im Jahr 469 sendet Yucheng einen weiteren Tribut an die Nördliche Wei, dieser Tribut besteht aus Kumo-Xi- und Kitan-Sklaven und wird im Februar und im Juli überbracht.
- 468: Im Jahr 468 sucht Yucheng zunächst friedliche Beziehungen zu chinesischen Staaten und sendet einen Tribut an das Reich Liu Song.
- 464: Im Jahr 464 regiert Yucheng das Rouran-Khaganat und führt den Titel Shouluobuzhen Khagan, die chinesische Ärenbezeichnung Yongkang beginnt und er ist der ältere Sohn von Yujiulü Tuhezhen. Kagan Yujiulü Tuhezhen (444–464)
INDIEN
Alchon-Hunnen
- 466:Mehama verbündet sich mit dem sasanidischen König Peroz I. (459–484) bei dessen Sieg über die Kidariten im Jahr 466 n. Chr. und hilft ihm möglicherweise auch, den Thron gegen seinen Bruder Hormizd III. zu erlangen.
- Fortsetzung 477
- 461: Mehama ist der König der Alchon-Hunnen von 461 bis zu seinem Tod im Jahr 493. Er ist wenig bekannt, aber die Talagan-Kupferrolle erwähnt ihn als einen aktiven Herrscher. Mehama erscheint in einem Brief in baktrischer Sprache, den er in den Jahren 461–462 n. Chr. schreibt. Der Brief stammt aus den Archiven des Königreichs Rob, das im südlichen Baktrien liegt. In diesem Brief stellt er sich vor als: Meyam, König des Volkes von Kadag, der Statthalter des berühmten und wohlhabenden Königs der Könige Peroz Kadag ist Kadagstan, ein Gebiet im südlichen Baktrien in der Region Baghlan. Bemerkenswert ist, dass er sich als Vasall des sasanidischen Reiches unter König Peroz I. darstellt.
Gupta-Reich
- König Kumaragupta II. (473-476)
Während der Herrschaft Kumaraguptas II. wird der Gupta-Ära eine stehende Buddha-Statue unter einem Chatra-Schirm als Geschenk Abhayamiras beschriftet. Die Statue befindet sich im Museum von Sarnath. Eine Inschrift der Buddha-Statue ist auf das Jahr 154 der Gupta-Ära während der Herrschaft Kumaraguptas datiert und mit einer englischen Übersetzung versehen. - Fortsetzung 476
- 473: Kumaragupta II. Kramaditya ist Kaiser des Gupta-Reiches. Er folgt auf Purugupta, der höchstwahrscheinlich sein Vater ist, wie ein Bild Gautama Buddhas in Sarnath vermerkt. Auf Kumaragupta II. folgt Budhagupta. Kumaragupta II. gehört der Gupta-Dynastie an und ist Buddhist. Aus seiner Regierungszeit sind mehrere Statuen des stehenden Buddha bekannt, die Gupta-Kunst repräsentieren und sich heute im Museum von Sarnath befinden. König Purugupta (467–473)
- Fortsetzung 474
Vakataka
- 455: 455–480: Devasena ist Herrscher des Vatsagulma-Zweiges der Vakataka-Dynastie und Sohn sowie Nachfolger von Sarvasena II. Seine Herrschaft erlebt eine Wiederbelebung der Macht und des Einflusses der Vatsagulma-Vakatakas, und die Ajanta-Inschriften sprechen von König Devasena in lobenden Worten. Im Gegensatz zu seinen Vorgängern Pravarasena II. und Sarvasena II., die den einfachen Titel mahārāja tragen, nimmt Devasena wieder den Titel dharmamahārāja an, der zuletzt von Vindhyashakti II. verwendet worden ist. Es ist möglich, dass Devasena sein Königreich nach Süden bis nach Karnataka ausgedehnt hat, weil einige seiner Kupferplatten im Distrikt Bidar im nördlichen Karnataka gefunden worden sind. Im Osten knüpft Devasena Beziehungen zur aufstrebenden Macht der Vishnukundins, indem er seine Tochter mit dem Vishnukundin-König Madhavavarman II. Janashraya verheiratet. In seine Herrschaft fällt auch die Hisse-Borala-Steininschrift, die das Jahr 380 der Shaka-Ära enthält und damit 457/58 n. Chr. entspricht; sie ist die einzige Überlieferung, die eine sichere chronologische Grundlage für die Dynastiegeschichte der Vakatakas bietet. Diese Inschrift wird etwa 10 Kilometer südlich von Devasenas Hauptstadt Vatsagulma, dem heutigen Washim, gefunden und berichtet vom Bau eines Wasserbeckens durch einen Adeligen namens Svamilladeva; das Becken heißt Sudarshana. Devasena vertraut die Verwaltung seines Reiches seinem Minister Hastibhoja an, der zugleich fähig und beliebt ist. Später begegnet auch Hastibhojas Sohn Varahadeva als Minister von Harishena, dem Sohn und Nachfolger Devasenas. Ebenso erscheint der Adelige Svamilladeva aus der Hisse-Borola-Inschrift in Devasenas Bidar-Urkunden seines fünften Regierungsjahres und erneut in den Thalner-Urkunden Harishenas, wo er nun als dūtaka oder Verbindungsoffizier tätig ist. König Sarvasena II. (415-455)
- Fortsetzung 480
Westliche Ganga-Dynastie
- 469: Avinita besteigt den Thron der Ganga-Dynastie Fortsetzung 529
Kamarupa
- 470: Mahendravarman herrscht ab 470 über Kamarupa aus der Varman-Dynastie. Er ist der Sohn von König Ganapativarman und Königin Yajnavati. König Ganapativarman (446-470)
- Fortsetzung 494
Anuradhapura
- 473: 473 oder 479: Dhatusena hat zwei Söhne, Kasyapa I und Moggallana I, sowie eine Tochter. Moggallana ist der Sohn der königlichen Gemahlin und der rechtmäßige Thronerbe, während Kasyapa von einer nichtköniglichen Konkubine geboren wird. Die Tochter von Dhatusena wird mit dem Sohn seiner Schwester und General seiner Armee, Migara, verheiratet. Später lässt Migara sie wegen eines Streits zwischen ihr und ihm schwer foltern, was Dhatusena so erzürnt, dass er befiehlt, seine Mutter, also Dhatusenas Schwester, lebendig zu verbrennen. Als Vergeltung ermutigt und unterstützt Migara Kasyapa, den König zu stürzen und den Thron zu übernehmen. Kasyapa rebelliert schließlich gegen Dhatusena und stürzt ihn; Dhatusena wird eingesperrt und Kasyapa wird 473 König des Landes. Migara bringt Kasyapa dazu zu glauben, Dhatusena habe verborgene Schätze von großem Reichtum, und überzeugt ihn, diese zu suchen. Als Kasyapa Dhatusena fragt, wo diese Schätze verborgen seien, führt Dhatusena ihn zum Kalavewa, nimmt Wasser in die Hände und erklärt, dies sei der einzige Schatz, den er habe. Darüber gerät Kasyapa in Wut und lässt ihn durch Einmauern töten; eine alternative Überlieferung sagt, er sei im Damm des Kalaweva lebendig begraben worden. Anschließend errichtet Kasyapa eine Burg auf dem Sigiriya-Felsen, während sein Bruder und rechtmäßiger Erbe nach Indien flieht.
- Fortsetzung 479
- 459: Die letzte Schlacht findet circa 459 statt, in der der letzte König Pithiya besiegt wird. Nach der Niederlage der Pandya-Eindringlinge wird Dhatusena 459 zum König von Sri Lanka gekrönt und macht Anuradhapura zu seiner Hauptstadt. Nach seiner Krönung lässt er die Dörfer der glühenden Unterstützer der früheren dravidischen Könige als Strafe für ihre Illoyalität konfiszieren.
- 455: Dhatusena wird von seinem Onkel, dem buddhistischen Mönch Mahanama, aufgezogen, und der Onkel lässt ihn als buddhistischen Mönch ordinieren, um ihn zu tarnen, weil die Pandya-Eindringlinge nach ihm suchen. Dhatusena organisiert später eine Widerstandsbewegung gegen die tamilischen Invasoren und führt einen Aufstand gegen sie an. Im Jahr 455 erhebt er Anspruch auf die Königswürde des Landes, und zu diesem Zeitpunkt sind bereits drei der sechs Pandya-Eindringlinge durch gegenseitige Kämpfe gestorben; in den Kämpfen während des Aufstands werden zwei weitere besiegt. Dhatusena ist ein König von Sri Lanka und herrscht von 455 bis 473 n. Chr.; er ist der erste König der Moriyan-Dynastie und wird in einigen Quellen auch als Dasenkeli bezeichnet. Er vereint das Land nach 26 Jahren der Anarchie unter seiner Herrschaft, besiegt die sechs Draviden, die damals das Land regieren, und baut große Stauseen sowie Kanäle, um die Landwirtschaft zu fördern. Nach seiner Thronbesteigung überzeugt er die Menschen, die nach Ruhuna geflohen sind, in die verlassenen Gebiete in Anuradhapura zurückzukehren. Er baut 18 große und 18 kleine Bewässerungstanks, darunter Kala Wewa und Balaluwewa, die miteinander verbunden sind; außerdem errichtet er Padaviya Wewa, Yodha Wewa, Meddaketiya Wewa und Maeliya Wewa. Er konstruiert auch den Yodha Ela, auch Jayaganga genannt, einen Bewässerungskanal, der Wasser von Kala Wewa zum Tissawewa-See über eine Strecke von etwa 54 Meilen von Anuradhapura führt; Yoda Ela fällt pro Kilometer um 95 Millimeter ab und gilt als große technische Leistung. Zudem entsteht unter ihm die Avukana-Buddha-Statue, eine 13 Meter hohe Statue des Gautama Buddha, und auch Lahugala Magulmahaviharaya wird von diesem König gebaut. Weitere Berichte deuten darauf hin, dass es eine Tradition gibt, eine Buddha-Skulptur zu krönen und damit die königliche Macht unter dem Schutz des Buddhismus auszuüben, was es dem König ermöglichen würde, das Land geeint zu regieren. Er lässt außerdem Vajra-Chumbhatas, also Blitzableiter, auf den Spitzen der drei wichtigsten Dagobas in Anuradhapura anbringen. Der Culavamsa beschreibt ihn als Erbauer von 18 Vihara; als Beispiel wird genannt, dass er das Mahapalidhanasala in seinen ursprünglichen Zustand zurückversetzt. Während seiner Herrschaft findet eine Redaktion des Pali Tipitaka statt. Die Sechs Dravidianer (436-452/455)
- 433: Im Jahr 433 fallen Tamilen, offenbar aus der oder mit der Pandya-Dynastie aus Südindien verbunden, in das Land ein und werden als die „Sechs Draviden“ bezeichnet. Sie stürzen und töten Mittasena und beherrschen das Königreich Anuradhapura für 26 Jahre bis 459. Während dieser Zeit verlassen sinhalische Führer Rajarata und fliehen in das Fürstentum Ruhuna im Süden des Landes; Ruhuna dient als Basis des Widerstands gegen die eindringenden Herrscher.
KHMER
Chenla
- 435: Srutavarman ist der erste König von Chenla.
- Fortsetzung 495
CHINA
(52./53. Zyklus - Jahr des Holz-Tigers; am Beginn des Jahres Wasser-Büffel)
Nördliche Wei-Dynastie
- 472: Xiaowen: Kaiser Xiaowen verleiht Kong Sheng, einem Nachfahren von Konfuzius in der 28. Generation, ein Lehen von zehn Haushalten sowie den Rang eines „Großwürdenträgers, der den Weisen verehrt“. Kaiserinwitwe Feng lässt Kaiser Xianwen ermorden, aus Rache für die Hinrichtung ihres Liebhabers Li Yi im Jahr 470. Sie übernimmt erneut die Regentschaft über Kaiser Xiaowen und nimmt den Titel Großkaiserinwitwe an.
- Fortsetzung 477
- 471: Xiaowen: Kaiser Xianwen überträgt den Thron an Kronprinz Hong, der als Kaiser Xiaowen den Thron besteigt. Kaiser Xianwen nimmt den Titel Taishang Huang an, behält jedoch aufgrund des jungen Alters seines Sohnes die tatsächliche Kontrolle über wichtige Angelegenheiten und führt bei Bedarf selbst militärische Kampagnen. Kaiser Xianwen (465-471)
- 470: Tuoba Hong Kaiser Xianwen lässt Li Yi, den Liebhaber von Kaiserinwitwe Feng, hinrichten.
- 469: Tuoba Hong Tuoba Hong wird im Alter von zwei Jahren zum Kronprinzen ernannt. Im selben Jahr stirbt seine Mutter Konkubine Li; es wird berichtet, dass sie möglicherweise entsprechend der Tradition zur Selbsttötung gezwungen wird.
- 467: Tuoba Hong Tuoba Hong wird am 13. Oktober 467 geboren, als sein Vater Kaiser Xianwen selbst noch jung ist und unter der Regentschaft seiner Stiefmutter Kaiserinwitwe Feng steht. Er ist der älteste Sohn von Kaiser Xianwen, seine Mutter ist die Konkubine Li, Tochter von Li Hui. Nach seiner Geburt beendet Kaiserinwitwe Feng ihre Regentschaft, gibt die Macht an Kaiser Xianwen zurück und zieht Tuoba Hong auf.
Song-Dynastie
- Kaiser Latter Deposed Emperor (472-477)
Liu Xiufan, der Fürst von Guiyang und Statthalter der Jiang-Provinz, die das heutige Jiangxi und Fujian umfasst, ist unzufrieden, weil er als Onkel des Kaisers nicht zum Ministerpräsidenten ernannt wird. Im Sommer erklärt er einen Aufstand. Er beschuldigt Wang Daolong und Yang Yunchang, den Tod Liu Xiurens, des Fürsten von Jian’an, und Liu Xiuruos, des Fürsten von Baling, zu Unrecht veranlasst zu haben. Da frühere Aufstände wegen zu langsamen Vorgehens gescheitert sind, befiehlt Liu Xiufan seinen Truppen, so schnell wie möglich gegen die Hauptstadt Jiankang vorzurücken; sie erreichen Jiankang nach fünf Tagen. Der General Xiao Daocheng meldet sich freiwillig, Liu Xiufans Truppen entgegenzutreten. Liu Xiufans Truppen können sich zunächst gegen Xiao Daocheng durchsetzen, doch die Kämpfe bleiben nicht entscheidend. Xiaos Untergebene Huang Hui und Zhang Jinger bieten ihm einen Täuschungsplan an: Sie wollen vorgeben, zu Liu Xiufan überzulaufen, und ihn dann ermorden. Xiao Daocheng stimmt zu. Huang Hui und Zhang Jinger täuschen ihre Unterwerfung vor und töten Liu Xiufan bei dieser Gelegenheit. Seine Truppen wissen zunächst nichts von seinem Tod und kämpfen weiter. Liu Xiufans General Ding Wenhao greift die Truppen Wang Daolongs und Liu Mians an, besiegt sie, tötet Wang Daolong und Liu Mian und belagert anschließend den Palast. Als Dings Truppen vom Tod Liu Xiufans erfahren, brechen sie von selbst zusammen. Xiao Daocheng und der wegen des Notfalls in die Regierung zurückgekehrte Yuan Can besiegen die verbliebenen Truppen Liu Xiufans und beenden den Aufstand. Wegen dieses Sieges wird Xiao Daocheng gemeinsam mit Yuan Can, Chu Yuan und Liu Bing in den Kreis der Entscheidungsträger aufgenommen. Houfeidi entwickelt den Ruf, wahnsinnig und ohne Tugend zu sein. Viele Menschen hoffen stattdessen, dass sein erwachsener Vetter Liu Jingsu, der Fürst von Jianping, Kaiser werden könne, da er als freundlich und großzügig gilt. Viele Armeeoffiziere hoffen, sich einem Aufstand Liu Jingsus anzuschließen. Yang Yunchang und Ruan Dianfu wollen ihre Macht bewahren und Liu Jingsu als mögliche Bedrohung ausschalten. Sie wollen auf der Grundlage einer Anschuldigung handeln, Liu Jingsu plane einen Aufstand, und ihn festnehmen lassen, werden aber von Yuan Can und Xiao Daocheng daran gehindert. - 474: Liu Zhun
Liu Xiufan rebelliert und belagert die Hauptstadt Jiankang. Der Beamte Chu Cheng ergreift Liu Zhun und übergibt dessen Hauptquartier an die Armee von Liu Xiufan, wobei er erklärt, Liu Xiufan habe Liu Zhun als seinen Sohn erklärt; tatsächlich ist Liu Xiufan zu diesem Zeitpunkt bereits von Attentätern des Generals Xiao Daocheng getötet worden, und als dessen Armee davon erfährt, zerfällt sie. Liu Zhun bleibt unverletzt. - 474: Xiao Daocheng
Kaiser Houfeis Onkel Liu Xiufan, der Prinz von Guiyang und Gouverneur der Provinz Jiang, rebelliert, weil er nicht zum Regenten ernannt worden ist, und rückt schnell auf Jiankang vor. Bei einer großen militärischen Beratung schlägt Xiao Daocheng vor, keine Armee gegen Liu Xiufan zu entsenden, sondern die starken Verteidigungsposten am Rand von Jiankang zu halten und Liu Xiufan nicht aktiv anzugreifen, um ihn in ein Patt zu zwingen und seine Vorräte ausgehen zu lassen. Ohne wesentlichen Widerstand wird Xiaos Plan angenommen. Liu Xiufans Kräfte treffen bald ein, greifen Xiaos Verteidigungsstellung direkt an, und mit Xiaos Zustimmung geben sich seine Offiziere Huang Hui und Zhang Jing'er Liu Xiufan scheinbar geschlagen und teilen ihm dann mit, Xiao wolle sich ebenfalls ergeben. Während sie die Information heimlich weitergeben, ermorden Zhang und Huang Liu Xiufan. Da sie anschließend Liu Xiufans Kopf wegwerfen müssen, um dessen Wachen zu entgehen, ist die Nachricht zunächst nicht bekannt. Liu Xiufans Truppen verstärken die Belagerung der verschiedenen Verteidigungsstellungen. Xiao hält seine Stellung kaum, doch Liu Xiufans General Ding Wenhao besiegt und tötet Liu Mian und Wang Daolong und belagert den Palast. Bald wird Liu Xiufans Tod allmählich bekannt, und Dings Truppen zerfallen. - Fortsetzung 475
- 473: Houfei: Yuan Cans Mutter stirbt, und Yuan Can verlässt die Regierung, um die dreijährige Trauerzeit einzuhalten. Die Regierungsdevise Yuanhui beginnt und gilt bis 477.
- 473: Xiao Zhaoye Xiao Zhaoye wird im Jahr 473 geboren, als sein Urgroßvater Xiao Daocheng noch General der Liu-Song-Dynastie ist.
- Fortsetzung 474
- 472: Houfei: Kaiser Ming stirbt. Kronprinz Yu besteigt im Alter von neun Jahren als Kaiser den Thron und verwendet die Regierungsdevise Yuanhui. Er ehrt die Ehefrau Kaiser Mings, Kaiserin Wang Zhenfeng, als Kaiserinwitwe und seine Mutter, die Konkubine Chen, als „Konkubinenwitwe“. Die Regierung liegt formal in den Händen der beiden hohen Beamten Chu Yuan und Yuan Can, denen Kaiser Ming Houfeidi anvertraut hat. Die engen Vertrauten Kaiser Mings unter Ruan Dianfu und Wang Daolong bleiben jedoch im Hintergrund mächtig und einflussreich; Chu Yuan und Yuan Can können ihre Macht nicht begrenzen. Chu Yuan und Yuan Can nehmen bald Liu Bing, einen entfernten Verwandten Houfeidis, in ihren Kreis auf, damit er an wichtigen Entscheidungen beteiligt ist. Kaiser Ming (466-472)
- 472: Liu Zhun Nach dem Tod von Kaiser Ming im Jahr 472 besteigt Liu Yü, der Kronprinz, als Kaiser Houfei den Thron. Liu Zhun wird zum Statthalter der wichtigen Hauptstadtregion Yang-Provinz ernannt, die von seinem Stab verwaltet wird.
- 472: Xiao Daocheng Nachdem Wu nach Jiankang zurückkehrt und Kaiser Ming Xiaos Loyalität versichert hat, erzwingt Kaiser Ming, nachdem Details über Wus Weitergabe der Information an Xiao bekannt geworden sind, Wus Selbstmord; gegen Xiao unternimmt er nichts. Kurz darauf ruft er Xiao nach Jiankang zurück. Xiaos Gefolgsleute vermuten weitgehend, dass Kaiser Ming ihn töten werde, und raten ihm zum Widerstand, doch Xiao glaubt, dass Kaiser Ming dies nicht tun werde. Er kehrt daher nach Jiankang zurück und wird Kommandierender General der Leibwache des Kronprinzen Yu. Als Kaiser Ming schwer erkrankt, wird Xiao auf Empfehlung des hohen Beamten Chu Yuan zum Kommandierenden General der Hauptstadtverteidigung ernannt. Kaiser Ming stirbt bald darauf, und Kronprinz Yu besteigt als Kaiser Houfei den Thron.
- 471: Liu Huizhen Kaiser Ming hat alle seine noch lebenden Brüder außer Liu Xiufan töten lassen, weil er befürchtet, dass sie nach seinem Tod Macht übernehmen könnten. Liu Xiufan, der Fürst von Guiyang, bleibt verschont, weil Kaiser Ming ihn für unfähig und deshalb für keine große Bedrohung hält.
- 471: Liu Zhun Im Jahr 471 wird Liu Zhun zum Prinzen von Ancheng erhoben.*469: Liu Zhun Liu Zhun wird im August 469 geboren. Sein Vater ist nach den historischen Angaben Kaiser Ming, seine Mutter Konkubine Chen Farong; die Überlieferung stellt seine tatsächliche Abstammung jedoch nicht eindeutig fest und nennt in den späteren Berichten auch abweichende Angaben.
- 471: Xiao Daocheng Während der Herrschaft von Kaiser Ming gibt es Gerüchte, dass Xiao Daochengs Gesichtszüge ungewöhnlich seien und Zeichen dafür seien, dass er Kaiser werde. Bis 471 wird Kaiser Ming misstrauisch, besonders weil es Gerüchte gibt, Xiao stehe heimlich mit dem Nördlichen Wei in Verbindung. Kaiser Ming sendet seinen General Wu Xi, einen Freund Xiaos, mit einem versiegelten Weinkrug nach Huaiyin; Xiao fürchtet, der Wein sei vergiftet, und will nach Nördlichem Wei fliehen. Wu sagt Xiao heimlich, der Wein sei nicht vergiftet, und trinkt selbst etwas, bevor Xiao wagt zu trinken.
- 470: Liu Huizhen Kaiser Ming richtet für Kronprinz Liu Yu entsprechend der Tradition für Kronprinzen einen eigenen Haushalt ein.
- 470: Xiao Ze Xiao Daocheng nimmt Kaiser Shun den Thron ab, beendet das Liu-Song-Reich und gründet als Kaiser Gao das Südliche Qi; Xiao Ze wird Kronprinz. Als der Beamte Xie Duo sich öffentlich weigert, sich Kaiser Gao zu unterwerfen, schlägt Xiao Ze vor, Xie hinzurichten, um andere zu warnen, doch Kaiser Gao lehnt dies ab und findet stattdessen einen anderen Vorwand, um Xie zu entfernen.
- 467: Liu Huizhen Der Name Yu für Liu Yu wird festgelegt. Als Kronprinz ist Liu Yu als übermäßig aktives Kind bekannt, das gefährliche Dinge ausführt, etwa Fahnenmasten erklimmt. Er hat starke Stimmungsschwankungen und ist so impulsiv, dass seine Begleiter ihn nicht daran hindern können, Gewalttaten zu begehen. Kaiser Ming lässt ihn häufig durch seine Mutter, die Konkubine Chen, zur Strafe schlagen.
- 466: Xiao Daocheng Als Kaiser Xiaowus Bruder Kaiser Ming und Kaiser Xiaowus Sohn Liu Zixun um den Thron kämpfen, ist Xiao Daocheng bereits General und steht auf der Seite von Kaiser Ming. Er beteiligt sich am Feldzug gegen die Armee, die nominell von Liu Zifang, dem Prinzen von Xunyang und Gouverneur der Kommende Kuaiji, geführt wird, und besiegt anschließend die aus dem Süden entsandte Armee von Xue Andu, dem Gouverneur der Provinz Xu. Für diese Leistungen schafft Kaiser Ming ihn zum Markgrafen von Xiyang und macht ihn zum amtierenden Gouverneur der Südprovinz Xu; später wird er Gouverneur der Süd-Yan-Provinz und verteidigt die wichtige Stadt Huaiyin. Es heißt, dass er an diesem Posten beginnt, eine Gruppe talentierter Gefolgsleute um sich zu sammeln.
- 466: Xiao Ze Xiao Ze ist Kreisbeamter in Gan County (im heutigen Ganzhou, Jiangxi), als er in den Bürgerkrieg zwischen Kaiser Ming und dessen Neffen Liu Zixun gerät. Weil Xiao Daocheng Kaiser Ming unterstützt, wird Xiao Ze in dem von Liu Zixun kontrollierten Gebiet verhaftet und eingesperrt. Sein Gefährte Huan Kang flieht mit Xiao Ze's Frau Pei Huizhao und seinen beiden Söhnen Xiao Zhangmao und Xiao Ziliang, organisiert mit etwa 100 Leuten und mit Xiao Xinzu einen Überraschungsangriff auf Gan und befreit Xiao Ze. Xiao Ze beginnt daraufhin in Gan einen Aufstand gegen Liu Zixun; nach Liu Zixuns Niederlage noch im selben Jahr verleiht Kaiser Ming ihm den Titel eines Vizegrafen von Gan, den er jedoch ablehnt.
- 466: Liu Huizhen Kaiser Ming ernennt Liu Yu zum Kronprinzen.
- 464: Xiao Yan Geburt von Xiao Yan (später Kaiser Wu von Liang)
- 463: Liu Huizhen Liu Yu wird am 1. März als Liu Huizhen geboren. Sein Vater Liu Xiubing ist zu dieser Zeit unter seinem Onkel Kaiser Xiaowu Fürst von Xiangdong. Liu Yu ist der älteste Sohn des Fürsten von Xiangdong; seine Mutter ist dessen Konkubine Chen Miaodeng. Der Fürst von Xiangdong hat Chen Miaodeng zuvor missbilligt, sie seinem Bediensteten Li Dao’er gegeben und sie später wieder zu sich genommen. Deshalb besteht fortwährend das Gerücht, Li Dao’er und nicht der Fürst von Xiangdong sei Liu Yus leiblicher Vater. Liu Yus Höflichkeitsname Huizhen stammt aus dem Buch der Wandlungen, das der Fürst von Xiangdong umfangreich zur Weissagung verwendet.
- 452: Xiao Luan Xiao Luan wird geboren. Seine Mutter ist unbekannt, sein Vater ist Xiao Daosheng, ein Beamter mittleren bis niedrigen Ranges während Liu Song. Nach dem frühen Tod seines Vaters wird Xiao Luan von dessen jüngerem Bruder Xiao Daocheng aufgezogen.
- 440: Xiao Ze Xiao Ze wird in der Hauptstadt Jiankang des Liu-Song-Reiches geboren, als sein Vater Xiao Daocheng erst 13 Jahre alt ist. Er ist der älteste Sohn seines Vaters; seine Mutter Liu Zhirong ist die Frau von Xiao Daocheng.
- 427: Xiao Daocheng Xiao Daocheng wird geboren; seine Vorfahren führen ihre Linie auf Xiao He zurück, und während der Jin- und Liu-Song-Dynastie dienen seine Vorfahren als niedere Beamte. Sein Vater Xiao Chengzhi ist General unter Kaiser Wen von Song und wird für seine Leistungen in Feldzügen gegen das Nördliche Wei zum Baron von Jinxing erhoben.
KOREA
Goguryeo
- 412: Im Jahr 412 stirbt sein Vater Gwanggaeto, und Jangsu wird im Alter von 18 Jahren Herrscher von Goguryeo. König Gwanggaeto der Große (391-412)
- Fortsetzung 475
- 409: Jangsu Im Jahr 409 wird Jangsu, Gwanggaetos ältester Sohn, zum Kronprinzen ernannt.
- 394: Jangsu Jangsu wird im Jahr 394 als ältester Sohn von Gwanggaeto geboren.
Baekje
- 472: Gaero: Gaero entsendet eine Gesandtschaft mit Tributen an die Nördliche Wei-Dynastie und ersucht um Unterstützung gegen die Angriffe Goguryeos. Der Hof der Wei weist dieses Ansinnen zurück, weil er einen Krieg mit dem militärisch stärkeren Goguryeo vermeiden will, während er gleichzeitig gegen die Südlichen Dynastien kämpft.
- 472: Xiao Luan Im Alter von 20 Jahren wird Xiao Luan zum Kreisverwalter ernannt.
- Fortsetzung 475
- 469: Gaero: Gaero befiehlt einen Überraschungsangriff, durch den die Stadt Cheongmongnyeon, die in der Nähe des heutigen Kaesŏng liegt, von Goguryeo zurückerobert wird.
- 465: Samgeun Samgeun wird geboreb und laut dem *Samguk sagi* ist er der älteste Sohn des 22. Königs Munju.
- 461: Gaero: Buyeo Gonji wird nach Japan entsandt und hat dort mit einer japanischen Frau einen Sohn.
- 461: Munju Munjus Bruder Buyeo Gonji wird nach Japan entsandt und hat dort mit einer japanischen Frau einen Sohn.
- 455: Gaero wird König von Baekje und folgt damit seinem Vater Biyu als 21. Herrscher des Reiches nach. Seine Regierungszeit dauert von 455 bis 475.Gaero versucht, die königliche Kontrolle über die Aristokratie zu stärken. Zu diesem Zweck beruft er Beamte aus seinem eigenen Buyeo-Clan und schwächt dadurch die Stellung der mächtigen Hae- und Jin-Clans. In den frühen 470er Jahren entsendet König Jangsu von Goguryeo nach dem Samguk Sagi einen buddhistischen Mönch namens Dorim, der tatsächlich ein Agent Goguryeos ist. Dorim nutzt Gaeros Leidenschaft für Baduk, um sich bei ihm einzuschmeicheln, und überzeugt den König davon, die Landesverteidigung zugunsten öffentlicher Bauvorhaben zu vernachlässigen. Gaero ist der letzte Herrscher Baekjes, der vom historischen Kernland des Reiches im Tal des Han-Flusses aus regiert. Nach seinem Tod führt Hae Gu aus dem unterdrückten Hae-Clan einen blutigen Aufstand an. Gaero ist mit einer namentlich nicht genannten Königin verheiratet. Sein Sohn Buyeo Modo wird später als König Munju der 22. König von Baekje. Sein Sohn Buyeo Gonji ist ein militärischer Befehlshaber und Vater des späteren 24. Königs Dongseong von Baekje. König Biyu (427–455)
Geumgwan Gaya
- 451: Jilji wird Herrscher von Geumgwan Gaya und regiert als achter König dieses Gaya-Staates im alten Korea. Er ist der Sohn von König Chwihui und Königin Indeok. - 451–492: Jilji lässt laut einer Passage im Samguk yusa an dem Ort, an dem Heo Hwang-ok und König Suro heiraten, einen buddhistischen Tempel für die Ahnenkönigin Heo Hwang-ok errichten. Er nennt den Tempel Wanghusa („Tempel der Königin“, 王后寺) und stattet ihn mit zehn gyeol Land als Unterhalt aus. Ein gyeol variiert je nach Bodenfruchtbarkeit zwischen 2,2 und 9 Acres (8.903–36.422 m²). Der Tempel besteht angeblich fünfhundert Jahre.
- Fortsetzung 492
Silla
- König Jabi (458–479)
Goguryeo beginnt einen massiven Angriff auf Baekje, den westlichen Nachbarn Sillas. Jabi entsendet Truppen zur Unterstützung Baekjes; zwischen den beiden Königreichen entsteht eine historische Allianz, die bis ins 6. Jahrhundert besteht. - Fortsetzung 479
- 458: Jabi, auch unter seinem Titel Jabi Maripgan bekannt, regiert von 458 bis 479 als zwanzigster Herrscher des koreanischen Königreichs Silla. Er ist der älteste Sohn König Nuljis von Silla und der Königin Aro aus dem Kim-Clan, einer Tochter König Silseongs. Seine Großeltern väterlicherseits sind König Naemul und Lady Boban, die Tochter König Michus. Jabi heiratet Königin Kim aus dem Kim-Clan, die Tochter Kim Misaheuns. Aus der Familie werden ein ältester Prinz, ein zweiter Prinz, König Soji von Silla, Prinzessin Junmyeong aus dem Kim-Clan sowie Lady Kim, die Tochter Kim Mul-ryeoks, genannt. Während Jabís Regierungszeit wird Musik, die sich bereits unter der Herrschaft seines Vaters in Silla verbreitet, Teil des alltäglichen Lebens in Silla. König Nulji (417-458)
- Fortsetzung 474
JAPAN
- 456: Yūryaku wird Kaiser von Japan und folgt Ankō als Tennō nach. Seine Herrschaft dauert von 456 bis 479. Yūryaku ist der 21. Tennō von Japan und herrscht vermutlich im späten 5. Jahrhundert. Historiker identifizieren ihn mit dem japanischen König Bu in chinesischen Dokumenten. Er herrscht in Hase, das heute in der Präfektur Nara liegt. Sein Charakter ist streng und stark. Nach den genannten Dokumenten ermordet er selbst seine zwei Brüder sowie einen Cousin; die beiden Söhne dieses Cousins werden später Kaiser Kenzō und Kaiser Ninken. Nachdem Ankō ermordet wird, besteht vermutlich ein Streit um den Thron. Gemäß dem Nihonshoki und einer koreanischen Chronik führt Yūryaku Kriege in Korea. Er ist der Vater Kaiser Seineis, der sein Kronprinz ist. Das Nihonshoki, das Kojiki sowie die Gedichteanthologie Man’yōshū enthalten ihm zugeschriebene Gedichte, darunter das Eröffnungsgedicht des Man’yōshū. Trnnō Ankō (453–456)
- Fortsetzung 479
- 449: Ninken Ninken wird geboren.
- 444: Seinei Im Nihon Shoki wird aufgezeichnet, dass Seinei im Jahr 444 als Sohn von Katsuragi no Karahime geboren wird und den Namen Shiraka erhält, Prinz Shiraka ist der dritte und Lieblingssohn des Tennō Yūryaku und wird ein Jahr vor dem Tod seines Vaters zum Thronfolger bestimmt, Yūryaku nimmt die Tatsache, dass Shiraka mit weißem Haar geboren wird, als bedeutungsvoll wahr.
- 418: [Yūryaku Yūryaku wird um 418 geboren. Er ist ein Sohn Kaiser Ingyōs und ein Bruder Ankōs von derselben Mutter. Sein Eigenname lautet nach den Geschichtsbüchern Kojiki und Nihonshoki Ōhatsuse-no-wakatake.
QUELLEN
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19.01.2024 Artikel eröffnet
12.08.2024 Grundstock erstellt
20.11.2024 Grundstock ergänzt
09.09.2026 Grundstock weiter ergänzt